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Rezensionen verfasst von
tutti "tutti" (Waiblingen)

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Der menschliche Makel: Roman
Der menschliche Makel: Roman
von Philip Roth
  Gebundene Ausgabe

10 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen unglaubwürdiger ICH-Stil, 20. März 2007
Ich hatte nun auch mit grosser Freude und Neugier da Buch begonnen.

Immerhin wird Roth von einer ganzen Reihe Kritiker sogar für den Nobelpreis vorgeschlagen.

Dann diese im ICH-Stil erzählte Geschichte.

Der Nachbar - ja offenbar Roth selbst - ist ein Schriftsteller,

der sich übe viele Abende über die Leidenschgeschichte des Professors anhört.

Wozu braucht es diesen Erzähler überhaupt ?

Es scheint doch sehr so zu sein, als wollte Roth auf sich selbst noch extra hinweisen.

Wenn nun aber der nachbar im ICH-Stil zwingendermassen NICHT-ALLWIESEND sein kann, dann sollte ein Autor wie Roth das doch auch durchhalten können.

Aber wenn dann die exakten Antriebe und Muster des verstossenen Ehemannes des Seitenspungs des Professors ganz genau beschrieben wird, und auch wie sich der zweifache Vietnam Aufenthalt psychologisch auf ihn ausgewirkt hat, dann wird das Gane einfach unglaublich.

Ich konnte nicht mehr über diesen Fehler hinwegsehen.

Viele Seiten lang habe ich mich noch gefragt, ob das noch zu etwas Besonderem führt - es musste doch einen Grund geben dass Roth im Ich-Stil eines dritten Betrachters schreibt.

ICH konnte jedenfall diesen Grund nicht finden.

Mir hat es den Spass an dem Buch geraubt.


Krieg und Frieden
Krieg und Frieden
von Leo N Tolstoi
  Gebundene Ausgabe

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr, sehr interessante Lektüre, 16. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Krieg und Frieden (Gebundene Ausgabe)
Tolstois Krieg und Frieden hat mich einen ganzen Sommer über begleitet.

Nur einmal war ich kurz davor, das Werk wieder aufzugeben - weil es mich so lange in Beschlag genommen hatte und ich gelegentlich bedauerte, dass ich nichts anderes dazwischen lesen konnte - mir gelingt das nicht.

Das Werk an sich ist eine sehr präzisse Darstellung des Geschehens und der Personen. An Tolstoi macht es auch grossen Spass, dass er immer wieder Reflektionen einbindet, die nichts mit dem Fortgang der Handlung zu tun haben, sondern eher philosophische Essays zu sein scheinen.

Das ist mutig und macht offenbar den Unterschied zwischen grossen Autoren und 'normalen' Autoren aus.

Negativ hatte ich am Schluss gefunden, wie - fast peinlich, fast neidisch - Tolstoi über Napoleon herfällt und diesem jegliche Fähigkeiten zugunsten grossen Glücks abspricht. Hier verliert Tolstoi - zumindest meiner Meiung nach - etwas.


Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull: Der Memoiren erster Teil
Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull: Der Memoiren erster Teil
von Thomas Mann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Thomas Mann ist wahrlich ein Stilist, 16. Oktober 2006
Ich habe den Felix Krull gleich nach den Buddenbrooks gelesen.

Und ich war sehr begeistert, wie es Thomas Mann geschaft hat, diesen Stil beizubehalten. Wohl hat Thomas Mann an diesem Werk sein ganzes Leben über geschrieben, und offenbar gäbe es auch Änderungen in seinem Stil.

Diese sind mir allerdings nicht aufgefallen.

Sehr begeistert hat mich nach der schönen Beschreibung der Buddenbrooks, dass Thomas Mann nun den Felix Krull seine Erlebnisse im ICH-Stil berichten lässt, und wie sehr es Thomas Mann dabei gelingt, diese selbstverliebte aber noch naive Überheblichkeit darzustellen.

Für mich gab es eine Überraschung in der Handlung insofern, als ich bisher angenommen hatte, Felix Krull sei ein kühler, berechnender Betrüger. Dagegen schlittert er doch eher durch seine Eitelkeit erst in diese Rolle.

Schade zwar, dass offenbar das Werk nicht vollendet werden konnte,

das Buch wirkt auf mich aber durchaus 'schlüssig'.

Seit diesem Erlebnis - dem Nacheinanderlesen der Buddenbrooks und dann des Krulls - bin ich Thomas Mann Fan geworden und geblieben.


Die Liebe in den Zeiten der Cholera: Roman
Die Liebe in den Zeiten der Cholera: Roman
von Gabriel García Márquez
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Inzwischen eines meiner Liebslingsbücher, 2. Oktober 2006
Zum Glück gibt es ja nicht diese eine Messlatte, an der sich Literatur messen muss.

Bei der Bewertung des Buches "Die Liebe in Zeiten der Cholera"

wende ich nun meine emotionale Messlatte an.

Zuerst war ich andauernd gespannt und enttäuscht, wann denn nun die auf dem Klappentext beschriebene Fahrt des endlich vereinten Paares auf dem Amazonas losgehen würde.

Dass dies nun erst während der allerletzten Seiten geschieht, fand ich sehr, sehr irreführend. Dafür kann nun aber Márquez sicherlich nichts: das mag der Effektheischerei der Verlage anzukreiden sein.

Dennoch war das Buch eine wunderbare Lektüre, schöne skurrile

Gestalten. Herrlich - diese lebenslange Sehnsucht.

Als ich dann das Buch schon ein paar Tage beendet hatte, hat es mich erst so richtig erwischt:

WOW?

Was war DAS denn für ein Erlebnis ?

Ich konnte längere Zeit fast an nichts anderes mehr denken,

als an das Schicksal der beiden Protagonisten.

Das ist nun mehr als 3 Jahre her - und ich freue mich bereits

darauf, mir das Buch wieder hervor zu nehmen.


Giganten
Giganten
von Edna Ferber
  Unbekannter Einband

2 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mit "Kitsch" hatte ich eigentlich nicht gerechnet, 10. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Giganten
Ich hatte mir das Buch beschafft, da mich die Stimmung in der Verfilmung bereits so sehr angeregt hatte und ich grosse Lust darauf bekommen hatte, Tiefgründiges über die Beweggründe u.a. von Jett Rink zu erfahren.

Aber leider hat das Buch diesbezüglich meine Erwartungen sehr enttäuscht:

Es ist eine nette Geschichte, und man mag durchaus auch einiges über Texas erfahren. Aber es liest sich wie krampfhaft zusammen gesucht mit dem Drang der Autorin, das Halbwissen um jeden Preis in irgendeiner Szene zu verwursten.

Aus dem Rang ernsthafter Literatur hat sich das Buch - oder besser: die Autorin - katapultiert, wenn sie mehrfach Beschreibungen verwendet, wie: "... er sah sie an, wie in einem romantischen Roman", oder "... er war gross, stattlich gebaut, wie in diesen alten Westernfilmen".

Zu MEHR reicht die Kunst der Edna Ferber nicht, als KLISCHES zu bemühen.

Wem Nocholas Sparks gefällt, mag auch dieses Buch gefallen.

Grosse Literatur ist es - meiner Ansicht nach nicht - und mag es womöglich auch gar nicht sein.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 26, 2009 10:16 AM MEST


Die Liebe: und wie sich Leidenschaft erklärt
Die Liebe: und wie sich Leidenschaft erklärt
von Bas Kast
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wissenschaftliches populär erklärt - Ein wunderbares Buch !, 6. September 2006
Manchen negativen Kritikern dieses Buches mag man zurufen:

"Hallo !

Bas Kast behauptet nicht etwa 'Dieses' oder 'Jenes'.

Auch ist es kein Roman und will sicherlich auch keines dieser ohnehin eher kitischigen Versuche sein, SEINE PERSÖNLICH Sicht und nur SEINE ERFAHRUNGEN jederman(n) unter die Nase zu reiben.

NEIN: Bas Kast hat immer wieder behauptet, dass er WISSENSCHAFTS-JOURNALIST ist - und eben GENAU hier nur Versuchsergebnisse und teilweise auch verschiedene Erklärungsansätze zu gewissen Themen vorlegt."

Und DAS tut er auf eine wunderbare Art und Weise.

Es ist eben gerade nicht so, dass er das "eigentlich schöne thema liebe" mit versuchsanordnungen vermengt, sondern genau umgekehrt ist es so, dass er den biologischen, chemischen und psycholischen erkenntnissen ihre trockenheit nimmt, und sie sehr anschaulich kommuniziert.

bas kast bewertet nicht - er berichtet !

wer sich ernsthaft UND unterhaltsam informieren will,

was so im körper (inkl. kopf) abgeht, dem sei dieses buch wärmstens ans herz gelegt.

und dass trotz der kenntnisse um diese vorgänge das Verlieben überhaupt

nicht im geringsten seinen Charme verliert, das beschreibt Bas Kast selbst

in seiner Einführung - und ich darf das auch so bestätigen.


Schiffsmeldungen
Schiffsmeldungen
von E Annie Proulx
  Taschenbuch

8 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Grauenvoller Stil, 16. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Schiffsmeldungen (Taschenbuch)
Der Stil des Buches ist fürchterlich.

Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie diese "Schriftstellerin" überhaupt einen Preis gewinnen konnte.

Die Handlung ist ja ganz nett. Aber zumindest ich lese Bücher nicht oder kaum nur wegen deren Handlung.

Ich liebe es, wenn beim Schreiben ein besonderer Stil zu erkennen ist.

So ist es sehr interessant, einfach mal in den Tagebücher des Thomas Mann zu blättern, da bei seinem Stil auch der banalste Eintrag noch Lesefreude bereitet.

Hier ist es umgekehrt. Trotz interessanter Handlung habe ich nun die Lektüre abgebrochen, da es grauenhaft ist, dieses Buch zu lesen: Die Autorin scheint (erfolglos, wie ich meine) so zu tun, als ob Sie "könnte", aber nicht "wollte".

Diese abgehackten Sätze, hätte man noch aktzeptieren können, wenn damit die Hektik der Stadt im Gegensatz zu der Ruhe auf dem Land hätte beschrieben werden sollen.

Aber die Autorin wirft immer wieder diese abgeackten Sätze in den Raum. Willkürlich.

Verloren hat das Buch - eben meiner Meinung nach - dann, wenn auch verschiedene Personen auf genau diese Art sprechen.

Sie macht sich offenbar nicht die Mühe, ihr Personal mit spezifischen Eigenschaften - zumindest der Sprache - auszustatten.

Das war schade um die vertane Zeit.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 2, 2013 12:03 AM MEST


Madame Bovary: Roman
Madame Bovary: Roman
von Gustave Flaubert
  Taschenbuch

10 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ich glaube ihm nicht., 19. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Madame Bovary: Roman (Taschenbuch)
Auch meine Wahrnehmung dieses oft als Weltliteratur deklarierten Romans ist deutliche negativer als die der breiten Masse:

Ob Flaubert ein grosser Stilist ist, mag man vielleicht in der französischen Originalversion noch nachvollziehen können.

Vielleicht ist in der mir vorliegenden deutschen Übersetzung das Massgebliche verloren gegangen; vielleicht mag man es heute nicht mehr verstehen oder schätzen; vielleicht ist aber auch gar nicht so sehr viel Stil in seinem Werk, wie oft behauptet wird.

Nach einem schönen Anfang - der Beschreibung des Bovary in der Schule - kam der erste, jähe Absturz des Werkes:

Bovary lernt die spätere Mdme Bovary kennen, verliebt sich in sie.

Aber zu diesem Zeitpunkt ist er bereits mit einer unsympathischen Alten verheiratet.

Wie geschickt, dass diese seine erste Frau dann auch gleich wie aus heiterem Himmel stirbt und der Weg frei wird für ihn, seine zweite Frau zu freien.

WIE BITTE -Was soll das ?

Das glaube ich nicht. Flaubert ist unglaubwürdig.

Und es hat auch weiter keine Bedeutung für die Handlung.

Es sollte wohl nur etwas Spannung erzeugen.

Bei mir hat es dazu geführt, dass ich erstmal das Buch weglegen musste, weil ich tief enttäuscht darüber war, was Flaubert dem Leser denn da weissmachen will.

Nun denn.

Mich konnte das Buch nicht überzeugen.

Ich kehre nun freudig wieder zurück zu Werken von Tolstoi und Thomas Mann - ihnen glaube ich.


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