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The one and only "Ascalon" (Moers)

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Running Time
Running Time
DVD ~ Bruce Campbell
Wird angeboten von jp-top-dvd
Preis: EUR 3,29

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kurz, aber gut., 15. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Running Time (DVD)
Was "Running Time" von jedem x-beliebigen anderen Tresorknackerfilm unterscheidet? Echtzeit! Der Film spielt in bester Tradition von Hitchcocks "Cocktail für eine Leiche" und geht in dieser noch einen Schritt weiter als "24": Es gibt keine sichtbaren Schnitte zu sehen. Sprich: Dem Zuschauer wird der Film als zusammenhängende Geschichte aus einem Kamerawinkel erzählt, so als wäre er selbst hautnah dabei.

Darüber hinaus ist der Film in Schwarzweiß gehalten, was man getrost als Hommage an Hitchcock deuten darf und der ganzen Geschichte noch mehr Tiefe verleiht. Und obwohl es keinen einzigen Schnitt gibt, ist die Kameraarbeit tiefgründiger und amüsanter als in so manchem anderne Streifen. Die Kamera funktioniert quasi als Erzähler, indem sie dem Zuschauer Details enthüllt, die dem Protagonisten verborgen bleiben oder umgekehrt.

Darstellerisch ist alles im grünen Bereich. Bruce Campbell ("Brisco County, Jr.", Ash aus "Tanz der Teufel" und "Armee der Finsternis" und ewiger Gastrollenspieler aus allen Sam und Ted Raimi Produktionen, macht das, was er am besten kann: Cool und trotzdem menschlich sein. Der Rest der Truppe macht ihr Ding auch sehr gut, keine Figur wirkt wie ein Scherenschnitt.

Alles in allem: Auch wenn der Film nur 65 Minuten lang ist, sollte man ihn auf jeden Fall einmal gesehen haben, wenn man auf intelligente, innovative Filme steht.


Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders (Einzel-DVD)
Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders (Einzel-DVD)
DVD ~ Ben Whishaw
Preis: EUR 5,99

8 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Das war ja wohl nix..., 7. März 2007
Gut gestylt, nett gefilmt, aber ein auf Sicherheit gedrehter Durchschnitt. Die Firmenanweisung war bestimmt "Wir ham da nen Vertrag auf den Bestseller, dreh was, wo nix schief gehen kann" oder so... und Tykwer hat mit Blick auf die dicke Penunze sich, soweit ich das sehen kann (ist schon ne Weile her, dass ich das Buch gelesen habe... und ich mochte es nicht besonders), nahezu sklavisch daran und an die Romanvorlage gehalten.

Auf der positiven Seite stehen, dass der Film größtenteils ohne Längen auskommt, die Geschichte nett erzählt wird und das ganze durchaus zu unterhalten weiß. Die Akteure geben sich, bis auf eine Ausnahme, redlich Mühe und die Mädels sehen durch die Bank nett bis ziemlich gut aus (und es gibt nackte Tatsachen en masse). Locations, Bilder und so stimmen, acuh wenn nix drinne wäre, was man nicht schon anderswo gesehen hätte. Einige dezent gesetzte CGIs runden das bild ab.

Auf der negativen seite steht allerdings die vollkommen Überraschungslosigkeit. Mehr als ein paar Mal hab ich gedacht: "Jetzt müsste doch die und die Stelle kommen, die wird bestimmt so und so inszeniert." Und behielt jedes Mal recht. Der Sountrack ist gelinde gesagt erbärmlich, DAS könnte sogar ich komponieren (Für Musiker: Größtenteils auf der Akkordfolge Grundton, Moll-Akkord, Quarte, Quinte aufgebaut, mit einigen Themen, die Schamlos aus Bachs "Ave Maria" geklaut wurden). Die großte Schauspielerische Enttäuschung des Films ist Alan Rickman, der einen einzigen Gesichtsausdruck spazieren trägt, egal, ob er sich freut, weint, hasst oder sich in Demut windet. Das kann der doch eigentlich besser.

Gerade wegen dieser biederen Inszenierung, die HART an der Grenze zu Einfallslosigkeit schrammt und ab und zu dämlich von der anderen Seite der selbigen rübergrinst, KÖNNTE man objektive 3 Sterne geben. Subjektiv hab ich mir von Namen wie Tykwer, Rickman und Co. einges mehr versprochen, daher nur zwei.


Superman Returns (2 DVDs)
Superman Returns (2 DVDs)
DVD ~ Brandon Routh
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 5,69

6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eine Hommage? Vielleicht. Ein Film? Sicher nicht., 7. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Superman Returns (2 DVDs) (DVD)
Also, positiv ist: Bryan Singer hat Superman-Comics gelesen. Und wenn schon nicht gelesen, dann hat er wenigstens mal eins in der Hand gehabt und hier und da für die Alleskenner ein kleines Leckerli eingebaut. So hat der Hund der Kents die richtige Rasse, Superman hebt ein Auto genau in der Pose wie auf dem allerersten Heft hoch und so weiter. Das musikalische Thema von J. Williams wurde auch in den neuen Stücken konsequent und gut verarbeitet, die Schauspieler geben sich Mühe und ab und an kracht es ganz ordentlich.

Nun zum negativen: Der Film schafft es nicht, auch nur eine dieser netten Ansätze gewinnbringend zu verpacken. Die Computergenerierten Landschaften, Explosionen und alles andere sehen nicht gerade toll aus, da war der Herr der Ringe 10mal besser (sogar der erste Spider-Man). Ganz furchtbar ist die Yacht, die irgendwann in den ersten 20 Minuten durchs Wasser schippert und der Superman, der ständig über den Wolken post.

Wenn ich sagte, dass die Schauspieler sich Mühe geben, dann heißt das nicht, dass dabei auch was rumkommt. Brandon Routh kann ganz toll heldenhaft gucken und als Clark Kent Christopher Reeves imitieren, das wars dann aber auch schon. Alles, was darüber hinaus geht, überfordert den Kerl einfach. Spacey schlägt sich noch ganz gut, ist aber irgendwie ne Fehlbesetzung und der Rest der Bagage stößt auch arg an ihre Grenzen.

Die Story ist gelinde gesagt ausbaufähig. Die Lovestory geht mal gar nicht und dient nur dazu, dem Film 30 Minuten Überlänge zu geben, auf dass wir alle schön blechen, der "Plan" Luthors ist ja wohl mal einer der ganz miesen und was die erste Heldentat mit dem Flugzeug und dem Shuttle angeht: Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll zu schreiben, was da alles (rein physikalisch) falsch dran war.

Alles in allem: Muss man nicht gesehen haben, die paar netten Szenen und Gags schaffen es nicht, über die allgemeine Inkompetenz hinweg zu täuschen. Ich wüsste gern mal, wohin die 200 Millionen Dollar gewandert sind. Ganz sicher nicht in die Spezialeffekte, die Gagen werdens auch nicht gewesen sein und das Drehbuch... naja, lassen wir das.

Mit GUTEM, SEHR SEHR SEHR GUTEN Willen und weil heute so ein schöner Tag ist noch 2 Sterne. Sollten die Filmmmacher allerdings auf die Idee kommen, den Storypunkt mit dem Junior aufzugreifen und ein Sequel zu drehen, ziehe ich ganz schnell wieder einen ab.


Das Haus am See
Das Haus am See
DVD ~ Keanu Reeves
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 7,10

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Viel Lärm um zu wenig, 7. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Haus am See (DVD)
Also, es ist bestimmt unfair von mir, eine romantische Komödie anhand von Logik und Nachvollziehbarkeit zu bewerten, aber ich versuche es trotzdem. Dass es nämlich funktioniert, das haben "Pretty Woman" und "Während du schliefst" bewiesen, und dass das ganze auch mit fantastischem Hintergrund klappt, dafür ist "Und täglich grüßt das Murmeltier" der beste Beweis. Dass es auch mal NICHT klappt, zeigt "Das Haus am See".

Zeitreisefilme jeglichen Coleurs sehen sich ja immer der großen Paradoxie-Gefahr ausgesetzt (mit ausnahme vielleicht von Twelve Monkeys, aber da sitzt ja auch ein Genie auf dem Regiestuhl) und dieser Film rennt gleich mehrmals in diese Falle. Der berühmteste Effekt ist ja die Frage von Zurück in die Zukunft: Wenn ich mein Wissen um einen schlimmen Unfall in der Vergangenheit nutze, um diesen Unfall zu verhindert, dann hat der Unfall nie stattgefunden. Folglich kann ich den Unfall nicht verhindern, da ich nichts davon weiß. Das wird gleich mehrfach gemacht. Allerdings kann man sich natürlich mit Parallelwelten und der Hose der Zeit trösten, was jedoch gleich zunichte gemacht wird, indem in Kates Zeit auf Ereignisse angesprochen wird, die Alex noch gar nicht ausgelöst hat und die er ohne das Wissen um seine Verbundenheit zu Kate niemals ausgelöst hätte (ihr versteht hoffentlich). Also laufen hier die "Hose der Zeit Theorie" und die "Vorbestimmtheitstheorie" fröhlich nebeneinander und werden ausgetauscht, wie es dem Drehbuchschreiber gerade in den Kram passt. Und das ist etwas, was ich nicht leiden kann. Wenn ein Film eine Basis hat, dann sollte er sich gefälligst auch dran halten, ganz egal, ob die Basis nun gut ist, oder nicht.

Dummerweise schaffen es auch die Nebenstränge nicht, die Geschichte zusammen zu halten: Alex' Konflikt mit seinem Vater z.B. ist längst nicht so gut durchdacht und gespielt, wie man es von einem Schauspieler von Plummers Kaliber erwarten könnte (zu Reeves komm ich gleich noch) und in den Dialogen wird jede Menge heiße Luft verpustet. Das soll wohl alles tiefgründig sein, IST ES ABER NICHT!

Die weiteren Darsteller schlagen sich auch mehr schlecht als recht. Keanu Reeves ist ja sowieso nicht der große Charaktermime, für Matrix, wo er konsequent nur einen Gesichtsausdruck spazierentragen musste, hats gerade so ausgereicht, aber hier stößt er doch stark an seine Grenzen. Sandra Bullock schlägt sich ordentlich, gewinnt aber auch nicht gerade den Preis für Ausdruck. Und Christopher Plummer macht sich als Emperor in Starcrash um Klassen besser als Architekt. Und das ist definitiv KEIN Lob.

Also, wir haben keine richtigen Schauspieler, keine ordentlichen Dialoge, kein ordentliches Drehbuch... dafür aber jede Menge Zuckerguss. Ab und zu scheinen Frauen so etwas einfach zu brauchen und es soll sogar Leute da draußen geben, die eine Geschichte NICHT daran bewerten ob sie nachvollziehbar erzählt wurde. Wer also eine Freundin hat (oder selbst eine Frau ist), die auf Herzschmerzschmalz steht, der kann ihr gerne mal diesen Film gönnen. Er ist längst nicht SO mies, dass man sich veräppelt fühlt, aber wenn ihr euch selbst nen Gefallen tun wollt, dann bleibt bei den drei oben genannten.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 1, 2008 5:41 PM CET


Herzeleid
Herzeleid
Preis: EUR 21,98

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rammsteins erste und beste, 24. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Herzeleid (Audio CD)
Richtig bekannt wurden Rammstein ja erst, als sie so 1997 "Engel" als Singleauskopplung hatten - zu dieser Zeit war "Herzeleid" schon zwei Jahre auf dem Markt und hate dazu geführt, dass der Name Rammstein wenigstens nicht nur mit Flugzeugen in Verbindung gebracht wurde. "Engel" und das dazugehörige Album "Sehnsucht" war deutlich zahmer als "Herzeleid", was die kommerzielle Zündung bewirkte...

... aber anno 1995 waren Rammstein so fies, wie sie es nie wieder werden sollten. Das Album schlägt ab dem ersten Riff heftigst ein und haut dem Hörer einen Ohrwurm nach dem anderen um die Ohren. Rammstein waren nie sonderlich innovativ, Laibach und Oomph! standen allzu deutlich Pate für das Werk, allerdings verbanden sie die Sounds der genannten Bands mit sägenden Gitarren zu einem Sound, der seinesgleichen suchte. Was "Herzeleid" ebenfalls ausmacht, sind die bitterbösen Texte, die von Kritikern gerne missverstanden werden. Beispiel: "Weißes Fleisch", ein Lied, das man als Glorifizierung des Tötens sehen KANN, wenn der Ich-Erzähler sich nicht als krank outen würde.

Rammstein gingen in ihrem Erstlingswerk bedeutend sorgloser und experimentierfreudiger zu Werke, als sie es auf den nachfolgenden Albem taten - Herzeleid besticht nicht zuletzt durch einen gewissen "Charme des Bekloppten" und der Tatsache, dass, so Lindemann sich einmal anstellt, wirklich zu singen, er kaum einen Ton trifft. Herzerfrischend!

Alles im allem kann man die CD am besten auf voller Lautstärke genießen und von vorne bis hinten durchlaufen lassen. Den einen Stern Abzug gibt es lediglich, weil das hohe Niveau der Hammerstücke "Wollt ihr das Bett in Flammen sehen", "Asche zu Asche", "Du riechst so gut" oder eben "Weißes Fleisch" nicht GANZ gehalten werden kann. Aber alles in allem immer noch besser als so manches andere, was aus der Ecke "Neue deutsche Härte" kommt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 10, 2008 3:24 PM CET


Vampire: Requiem. Welt der Dunkelheit
Vampire: Requiem. Welt der Dunkelheit
von Ari Marmell
  Gebundene Ausgabe

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gut, aber hätte besser sein können, 20. April 2006
Die „Kinder der Nacht“ sind unter uns, saugen unser Blut aus und tanzen ihren „Danse Macabre“, das ewige Ränkespiel um Macht, Einfluss und Menschlichkeit. Tja, soweit, so bekannt. Das erste Rollenspiel der World of Darkness, Vampire – die Maskerade (VtM), war ein Erfolg sondershausen und schlug ein wie eine Bombe. Aus sozialen Aspekten wegen des Gothic-Horror-Feelings, das sich gerade zu dieser Zeit einer wachsenden Beliebtheit erfreute (vgl. The Crow oder Interview mit einem Vampir), aus rollenspielerischer Sicht, da es Powerplaying UND Storytelling gleichermaßen förderte. Ein Unikum zu dieser Zeit. Und da Vampire bis zum Ende das wichtigste Zugpferd der WoD war, erlebte es auch als erstes die Wiedergeburt als Vampire – Requiem (VR).

Zunächst einmal: Was hat sich geändert? Nicht so viel, wie ich es gerne hätte, da bin ich ganz ehrlich. Die Clans wurden in ihrer Zahl geschrumpft, statt den früheren 13 (oder waren’s 11? Keine Ahnung) stehen nun fünf spielbare Clans zur Verfügung. Dabei sind drei erhalten geblieben, von denen zwei (Gangrel und Ventrue) so gut wie keine Nachbearbeitung erfahren haben und der Clan Nosferatu irgendwie komisch geworden ist. In VtM waren diese klar als hässlich und abstoßend definiert, in VR sind sie nur noch „irgendwie“ unheimlich, sei es wegen Aussehen, Geruch oder einfach „einer komischen Aura“ wegen. Ob das so das wahre ist, weiß ich nicht.

Des Weiteren ist die Hintergrundgeschichte um Kain als ersten Vampir verschwunden, Vampire nennen sich nicht mehr Kainiten sondern, etwas plump, „Kinder der Nacht“.

Auch gibt es keine Camarilla und keinen Sabbat mehr, an deren Stelle sind fünf andere Vereinigungen getreten, die ihre Ränkespiele untereinander austragen und um die Macht in der Welt pokern. Hier wurde eine gute Arbeit geleistet, die Entstehungsgeschichte der Vampire wurde bewusst offen gelassen (auch die Möglichkeit, dass es mehrere Entstehungsgründe geben könnte, ist denkbar) und die Gruppierungen sind ebenfalls von Grund auf gut durchdacht.

Die Idee der Blutlinien ist ähnlich wie in VtM, wobei mich erheblich verstört hat, dass hier viele der ehemaligen Clans auf einmal auftauchen. So werden z.B. aus Toreador, Malkavianern und Brujah lediglich „Untergruppierungen“ von Stammclans.

Das System der Disziplinen und Blutpunkte, Vorzüge und Ängste wurde weitestgehend beibehalten, was ich gutheißen kann. Dumm nur hier die blöden Übersetzungen, so wird aus dem schönen, altmodischen „Rötschreck“ die „rote Furcht“. Hätte man nicht machen müssen.

Alles in allem hinterlässt das Buch einen etwas zwiespältigen Eindruck. Wie alle Feder & Schwert Bücher der letzten beiden Jahre ist es absolut edel aufgezogen, tolle Grafiken, schöne Texte und ein fabelhafter Einband. Dem gegenüber steht leider der Inhalt, der sich nach wiederholtem Lesen irgendwie nach Schnellschuss anfühlt. Vergleicht man dazu Werwolf – Paria oder das Grundbuch, so drängt sich mir das Gefühl auf, dass die Leute da mutiger waren. Für alte Hasen der WoD mag Vampire an der einen oder anderen Stelle verstörend wenig verändert worden sein. Den Clans und Blutlinien neue Namen zu geben wäre ein wichtiger Schritt in die Richtung gewesen, ein deutliches „Neustart“-Zeichen zu setzen.

FAZIT: Auch wenn ich mich vielleicht in den meisten Fällen etwas kritisch geäußert habe, so ist Vampire auf jeden Fall eine Anschaffung wert. Das neue Storytelling-System in ein gutes welches, und auch VR profitiert davon. Neueinsteiger haben natürlich auch keine Probleme mit den Änderungen, alte Hasen sollten wie immer erstmal nachprüfen, ob das System ihren Erwartungen gerecht wird. Wahrscheinlich ist es eine reine Gewöhnungssache.


Madagascar (Einzel-DVD)
Madagascar (Einzel-DVD)
DVD ~ Jan-Josef Liefers
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 6,51

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein reiner Kinderfilm, 20. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Madagascar (Einzel-DVD) (DVD)
Madagaskar fehlt das, was einen Shrek zu einem Meisterwerk macht: Eine interessante Geschichte und Humor für alle. Bei Shrek konnte sich jeder amüsieren, es gab geniale Anspielungen, liebevoll animierte Figuren und sogar eine ordentliche Aussage. Alles das fehlt bei Madagaskar.

Insgesamt wirkt der Film lieblos zusammengeschustert, man verlässt sich auf altbewährte Gags, Figuren aus der Klischeekiste und der 08/15 Message "Freunde halten immer zusammen". Kein Witz wird so richtig ausgereizt und immer dann, wenn es WIRKLICH lustig werden könnte, wird verschämt die Handbremse gezogen. Hier und da hätte ein bisschen Deftigkeit dem Film gut getan.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Technik sich nicht weiterentwickelt hat, im Gegensatz zu Shrek 2 z.B. vermeint man sogar, arge Rückschritte zu beobachten.

Warum es trztodem drei Sterne gibt? EInfach aus dem Grund, weil die Zielgruppe eindeutig nicht "die ganze Familie" ist, sondern Kinder zwischen 4 und 10. Und die sind nicht so filmerfahren wie Erwachsene (sollten sie jedenfalls nicht)und amüsieren sich königlich, trotz Logiklöcher und null Story. "I like to move it" konnte man auf jedem Schulhof hören (auch wenn das Lied schon über 10 Jahre alt ist und mir damals schon den letzten Nerv raubte) und die Figuren sind schrill genug, um dem Kind zu gefallen. Es gibt bessere Filme, auch für diese Zielgruppe, das ist klar. aber trotzdem ist Madagaskar weit davon ab, wirklich schlecht zu sein.

Und für "uns" Erwachsene bleiben ja noch die Pinguine und die netten Anspielungen auf "American Beauty" und "Planet der Affen".
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 15, 2013 6:51 PM MEST


Die Stadt der Träumenden Bücher: Ein Roman aus Zamonien von Hildgunst von Mythenmetz
Die Stadt der Träumenden Bücher: Ein Roman aus Zamonien von Hildgunst von Mythenmetz
von Walter Moers
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,99

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Liebeserklärung an die Literatur, 9. März 2006
Und weiter geht es in Zamonien - diesmal mit Hildegunst von Mythenmetz, der hier den ersten Teil seiner Autobiographie vorlegt (dankenswerterweise von Walter Moers aus dem Zamonischen übersetzt).
Eins muss man Moers lassen: Jedes seiner bisherigen Zamonienbücher ist eine Welt für sich. Im Blaubären wurde fabuliert und mit irrwitzigen Ideen um sich geschmissen, dass es nur so qualmte, Rumo war eine fast (!) klassische Fantasygeschichte um Helden und Liebe, Ensel und Krete eine amüsante Abrechnung mit Verlegern, Literatur und den Erwartungen der Leser an selbige... und "Die Stadt der Träumenden Bücher" ist schlichtweg eine Liebeserklärung an die Literatur und an die Bücher an sich. Davon zeugt nicht nur die Wärme, mit der Moers seinen Ich-Erzähler Mythenmetz von den Büchern und dem Genuss des gemütlichen Lesens schreiben lässt, sondern auch die vielen Anspielungen auf große und weniger große Literaten "unserer" Welt. Goethe, Wilde und sogar Lovecraft (und so viele mehr) bekamen hier ein Anagrammdenkmal gesetzt und Moers gibt durch viele kleine Anmerkungen zu verstehen, dass er die Autoren nicht nur gelesen, sondenr auch begriffen hat.
All das wird gekleidet in eine typische Zamoniengeschichte. Moers benutzt gerne ausschweifende Beschreibungen, die einigen Lesern langatmig vorkommen mögen, mir persönlich aber sehr gut gefallen haben. Dazu kommen die witzigen Namen und die schon bekannten Querverweise auf die übrigen Romane: Danzelot, Myhtenmetzens Dichtpate, wird im Rumo an einer Nebenstelle erwähnt und bekommt hier einen Ehrenplatz, wir hören von Fredda, der Berghutze, der Familie der Smeiks und und und...
Viele Leute zeigen sich von Moers' Werken enttäuscht. Denn wenn man zum Beispiel Rumo aus dem einen oder anderen ganz bestimmten Grund liebte, heißt das noch lange nicht, dass man auch die anderen Bücher aus diesem Grund lieben muss. Im Gegenteil: Jedes der Werke von Walter Moers ist eine eigene Welt. Mir persönlich gefallen alle auf ihre Weise. Dieses hier vielleicht noch am allerbesten.
FAZIT: Zamonien ist, um mit Forrest Gump zu sprechen, eine Pralinenschachtel. Man weiß nie, was man kriegt. Hier geht es um Bücher, und wer diese mag und einen Schmökerabend zu schätzen weiß, wird seine helle Freude hieran finden.
Ach ja, eins noch: Viele vergleichen Walter Moers gerne mit Terry Pratchett und Michael Ende. Dazu nur soviel: Ich kenne und schätze beide Autoren hoch ein, Michael Ende würde ich sogar zu meinen Lieblingsautoren zählen. Was Walter Moers von ihnen unterscheidet, ist, dass erstere in ihren Büchern eine Philosophie unterbringen wollten, oder, wie es ein Kritiker ausdrückte, eine "mystische Heilsbotschaft". DAs ist zwar etwas hoch gegriffen, aber es zeigt doch den Unterschied zu Moers. Dieser will nämlich in erster Linie unterhalten und fabulieren. Und tut das grandios.


The Movies (DVD-ROM)
The Movies (DVD-ROM)

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Sensation, 7. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: The Movies (DVD-ROM) (Computerspiel)
Wie bewertet man ein Spiel, das einen nächtelang vor dem Rechner fesselt und Freunde und Bekannte gleichermaßen in Schrecken versetzt, wenn man wieder ankündigt: "Ich hab nen neuen Film gedreht!!!"?
Ganz klar, mit der Höchstnote. Aber eins nach dem anderen:
Im Grunde haben wir hier zwei Spiele in einem. Nunächst ist "The Movies" eine relativ biedere Aufbausimulation: Bauen Sie ein Studiogelände, stellen sie Mitarbeiter ein und verdienen Sie GEld, in dem Sie Filme drehen und verkaufen. Achten Sie darauf, dass es ihren Stars gut geht, und alles ist im Lack.
Das liest sich allerdings auch einfacher, als es ist. Einen echten Star mit Höchstbewertungen zu "Züchten" ist kein Pappenstiel. Allerdings auch nicht SO kompliziert, wenn man den Dreh erstmal raus hat.
Das zweite Spiel ist das Filmedrehen, das man mit etwa 5000 vorgefertigten Szenen und massig Sets immer wieder neu erleben kann. Hat man das Hauptspiel geknackt (was bei mir etwa 48 Spielstunden dauerte und schon massig Spaß gemacht hat) kann man im Sandkastenmodus seine Filme frei drehen, ohne auf Budget, Stars, Gebäude und alles achten zu müssen. Der eingebaute Starmaker sorgt noch dafür, dass man eigene Schauspieler zusammenbasteln kann...
Wie mächtig der Filmeditor ist, zeigt die Online-Community, wo bereits seit dem Erscheinen des Spiel fleißig gebastelt wird.
Fazit: Für Filmfreunde, Aufbaustrategen und alle, die es werden möchten gibt es bisher kein besseres Spiel auf dem Markt. Dazu kommt noch ein bestechend guter Sound und eine ebenso gute Grafik. Wer hier nicht zuschlägt, ist selber Schuld.


Die Welt der Dunkelheit: Grundregelwerk
Die Welt der Dunkelheit: Grundregelwerk
von Bill Bridges
  Gebundene Ausgabe

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein gelungener Relaunch!, 6. Dezember 2005
Zuerst einmal ein Blick in die Vergangenheit: Vor etwa 15 Jahren jetzt erschien mit "Vampire - the Masquerade" das erste Spiel aus der World of Darkness-Serie. Ihm folgten Werewolf, Mage, Changeling und Wraith als Kernsysteme. Und spätestens mit Vampire: 3rd Edition (ca 2000) wurde für jede Rasse, die auf der Welt kreuchte und fleuchte, ein neues Regelwerk oder doch wenigstens ein Clanbuch, basierend auf Werewolf oder Changeling geschrieben. So geschah mit der World of Darkness langsam das, was keier am Anfang wollte: Es wurde starr und ließ dem ambitionieren Spielleiter keine Freiheiten mehr, in irgendeine Richtung zu improvisieren. Dazu kamen noch zahllose Romane... und wir waren in einer Sackgasse. Also zogen die Designer die Notbremse, brachten die alte Welt der Dunkelheit zu ihrem Ende und starteten wieder ganz am Anfang.
Und so wurde 2004 die WoD vollkommen neu designt: Man zog die Handbremse und entwarf das System von Grund auf neu. Das Storytellersystem (Mit W10ern Erfolge sammeln) ist weitestgehend gleich geblieben, jedoch um einige Ecken vereinfacht, die Charakterbögen haben eine Frischzellenkur erhalten... und was das wichtigste ist: Das Regelwerk ist modular geworden. Was bedeutet das?
Das bedeutet schlicht und ergreifend: Es gibt ein Grundregelbuch (eben "Welt der Dunkelheit"Augenzwinkern , das vollkommen ohne großes Hintergrundgetue auskommt. Hier werden die Regeln erklärt und die Erschaffung ganz normaler Leute steht im Vordergrund. Der Ton liegt weniger auf Gothic-Punk, mehr auf Mystery wie z.B. "Akte X" in den düstereren Folgen. Dem SL steht es frei, zu entscheiden, ob die SCs gegen Geister, Dämonen, Den Großen Alten oder gegen den Mothman antreten, es gibt keine einheitliche Geschichte der Vampire oder Werwölfe mehr.
In den Modulen "Vampire: Requiem" und "Werewolf: Pariah" finden die Spieler jetzt die Möglichkeit, ihren bisher erschaffenen Menschen zum Vampir bzw. Werwolf umzugestalten. Das hat den großen Vorteil, dass die Zeit vor dem "Kuss" bzw. der ersten Verwandlung detailreicher und präziser dargestellt werden kann. Bisher noch nicht auf Deutsch erschienen ist "Mage: Awakening", das der Nachfolger von "Magus" sein wird.
FAZIT: Die Frischzellenkur hat dem Storytellersystem verdammt gut getan! Neueinsteiger (und Gegelgenheitsspieler) sollten sich dieses Werk eher zulegen, als dass sie auf die alten Bücher bauen sollten. WoD-Profis sollten sich allerdings zweimal überlegen, ob der Wechsel für sie zwingend notwendig ist, da, wie gesagt, auch die Hintergründe der Vampire und Werwölfe stark verändert wurde.
Die Optik der beiden mir vorliegenden Werke (Grundregelwerk und Werwolf) ist edel, beide Bücher kommen im schicken Hardcover daher und sind mit vielen Bildern (die dieses Mal auch besser zum geschriebenen Text passen) geschmückt. Wie auch in den älteren Ausgaben wechseln sich reine Regeltexte und Kurzprosa aus der Sicht der Bewohner der WoD miteinander ab, wobei hier eindeutig mehr Gewicht auf letztere als in den frühreren Ausgaben der diveren Bücher gelegt wurde. So wirkt die Welt lebendiger... und bedrohlicher.


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