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Rezensionen verfasst von
Sebastian Mußlick Media-Mania.de

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Tom Clancy's Splinter Cell: Conviction (uncut)
Tom Clancy's Splinter Cell: Conviction (uncut)
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 6,90

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sam Fischer geht neue Wege ..., 19. Januar 2011
Story mit Entwicklungspotential
Durch die zunehmend auf Hintergründe ausgerichtete Story bewegt sich das Spiel in eine neue und innovative Richtung. Leider wird dieses Prinzip nicht in vollem Maß ausgeschöpft. Zwar ist die in Rückblenden erzählte Geschichte gut, doch gibt es keine überraschenden Wendungen. Die anderen Charaktere neben Sam stechen kaum hervor. Die Geschehnisse deuten jedoch auf eine Veränderung der Hauptfigur hin. So zeigt sich Sam kälter und brutaler als in den Vorgängern des Spiels. Obwohl die Geschichte für Agenten zunehmend persönlicher wird, fehlt leider in vielen Szenen die emotionale Komponente, die hier ja eigentlich zu erwarten wäre.

Abwechslung und Verhörstrategien
Die Missionen gestalten sich sehr abwechslungsreich. Erstmals agiert Fisher auch am helllichten Tag unter Zivilisten. Deren Reaktivität bezüglich Sams Handlungen beschränkt sich leider sehr stark. Variantenreiche Reaktionen der Passanten, wie in Ubisofts "Assassins Creed", sind nicht zu erwarten. Hier besteht noch Ausbaupotential in Anbetracht der Tatsache, dass sich diese Neuerung auf den ersten Blick als sehr interessante Spielkomponente herausstellt. Zwischen den Missionen gibt es ab und zu cineastische Verhörinszenierungen, bei denen man beschränkt eingreifen kann. Beispielweise hat man die Möglichkeit zu entscheiden, wie die informationstragende Person dazu bewegt werden kann, ihre Geheimnisse preiszugeben. Dies geschieht meistens auf äußerst brutale Weise, was perfekt zu Sams neuem Agentenimage passt.

Vereinfachung für den Spieler
Insgesamt hat das Spiel grandiose Animationen und gehörig viel Action zu verbuchen, was für einen Teil von Splinter Cell eine große Veränderung darstellt. Zwar ist das Schleichen noch ein wesentliches Element, doch werden nun zu Gunsten rasanter Action und Waffengewalt einige taktische Elemente aufgegeben. Gegner werden mit einem Schuss ausgeschaltet, statt sie sorgfältig zu beobachten und durch verschiedene aufwändige, leise Techniken ruhig zu stellen. Das Spielprinzip gestaltet sich damit insgesamt viel schneller und dynamischer, allerdings auch automatisierter. Das zeigt sich deutlich an der Neuerung "Markieren und Ausschalten". Gegner werden anvisiert und markiert. Mit einem einzelnen Tastendruck folgen ein paar grandios inszenierte Animationen mit Schüssen und der Gegner ist ausgeschaltet. Diese Vereinfachung macht den Einstieg in das Spiel für Anfänger leichter und wirkt zudem noch optisch atemberaubend. Allerdings gibt es für geübte Taktiker wenig zu tun, ein Stück Komplexität wird aufgegeben. Dieses Prinzip der Vereinfachungen zieht sich durch das gesamte Spiel: man muss keine Karte mehr lesen, es gibt nur noch zwei Laufgeschwindigkeiten, knifflige Miniaufgaben fehlen, es gibt nur noch ein Nachtsichtgerät, Sam ist nun Meister der Selbstheilung und so weiter. An diesem Punkt spalten sich wohl die Meinungen. Man könnte behaupten, dass diese Simplifizierungen das Spiel angenehmer machen und erleichtern. Andere werden sich stark unterfordert fühlen beim Verfolgen der imposant dargestellten, aber automatisierten Kampfinszenierungen.

Steuerung und weitere Features
Ähnliches gilt für die Steuerung. Diese funktioniert durch Vereinfachungen sehr gut und flüssig. Da Schleichen und Deckung Suchen weitgehend automatisiert wurden, können manchmal ungewollte Situationen entstehen, wenn zum Beispiel Sam sich nicht zu der Deckung bewegt, die man eigentlich angepeilt hatte. Leider sind einige Elemente der Steuerung relativ schwierig, wie beispielsweise das Werfen von Granaten. Außerdem wirkt die Steuerung etwas träge beim Ziehen der Waffe, was bei einem Überraschungsangriff oft sehr frustrierend sein kann. Dennoch gibt es zusätzlich viele ausgeklügelte Features im Spiel, die das Leben als Agent erleichtern. Beispielsweise wird immer die letztgenannte Position des Agenten als transparente Kopie dargestellt. Somit weiß der Spieler, wo ihn die Wachen zuletzt gesehen haben und kann dies für einen Überraschungsangriff ausnutzen. Das klappt fast immer ziemlich gut, denn die Gegner rennen fast schon übertrieben stupide ballernd zu dieser Position, was die KI in diesem Fall leider sehr berechenbar macht. Obwohl es etwas zu konsequent umgesetzt wurde, ist dieses Spielelement sehr hilfreich und regt zu Experimenten an. Eine weitere Hilfestellung bietet der Hell/Dunkel-Wechsel des Bildschirms. Sobald man sich im Schatten und somit vor den Augen der Wachen in Sicherheit befindet, wird der Screen schwarzweiß. Eine intelligente Lösung, um das HUD zu vereinfachen. Jedoch ist der Wechsel zumindest am Anfang etwas nervig. Damit wird neben den vielen Actionneuerungen das ursprüngliche Schleichelement, welches das Markenzeichen von "Splinter Cell" darstellt, hervorgehoben.

Action statt Taktik
Der Kampf ist ein bestimmendes und immer wiederkehrendes Element im Spiel. Immer mehr gerät dabei der Stellungswechsel in den Vordergrund und verdrängt die Taktik im Spiel. Das ständige Wechseln des Aufenthaltsorts ist überlebenswichtig und verleiht dem Spielfluss von "Splinter Cell: Conviction" in Kombination mit Schusswechseln eine ungewohnte Dynamik und vor allem Spannung! Wie bereits erwähnt, lässt sich der Gegner mit einem Tastendruck ausschalten. Leider hat man nicht, wie in vorherigen Teilen, die Wahl, ob man ihm nur das Bewusstsein nimmt und ihn k.o. schlägt. Da diese Art des Tötens nicht sehr viel Können erfordert darstellt, äußert sich die Schwierigkeit des Spiels in der Masse der Gegner. So manche Mission ist dadurch nur sehr schwer zu meistern. Dem Agenten stehen jedoch nicht nur Pistolen oder zahlreiche Gewehre zur Verfügung. Sprengkörper, EMP-Granaten oder ferngesteuerte Kameras dienen Sam zusätzlich als Hilfestellung und zur Ablenkung der Gegner. Dem Realitätsgrad entsprechend kann der Agent nur eine Pistole und ein Gewehr tragen, aber auch fallengelassene Waffen aufnehmen. Desweiteren besitzt man die Möglichkeit Waffen aufzuwerten. Genauigkeit, Wirkradius oder Durchschlagkraft lassen sich beispielsweise so verbessern. Die dafür benötigte Währung erhält man beim Absolvieren bestimmter Zusatzziele, wie zum Beispiel lautlosem Verschwinden, Kopfschüssen oder Nahkampfattacken.

Doppelt hält besser
"Splinter Cell: Conviction" besitzt überraschenderweise nicht nur einen Einzelspieler-, sondern auch einen Multiplayermodus, der sehr viel Spaß macht. Dieser basiert auf einer Vorgeschichte zur eigentlichen Haupthandlung. Dabei schlüpft man in die Rolle des US-Agenten Archer und seines russischen Kollegen Kestrel. Verschiedene Spielmodi sorgen für genügend Abwechslung. Oft können beide Spieler kooperieren, wie zum Beispiel im Story-Modus. Die Agenten können sich gegenseitig wiederbeleben, Schlösser gemeinsam öffnen oder die Aktion "Markieren und Ausschalten" gemeinsam durchführen und so mehr Gegner vernichten. Das ist auch vonnöten, denn der Multiplayermodus gestaltet sich ähnlich wie der Einzelspielermodus, nur mit einer deutlich größeren Anzahl von Gegnern. Sollte der Mitspieler einmal in Bedrängnis sein, kann sein Gegenüber ihn aus dem Würgegriff befreien, was Spielraum für taktische Zusammenarbeit und Rückendeckung schafft. Weitere Spielmodi umfassen das Infiltrieren eines Gebiets nur mit lautlosem Töten, die Verteidigung eines EMP-Generators vor Gegnerwellen, alle Gegner zu jagen und töten, sowie das gegenseitige Ausschalten. Die Spiele können online, über LAN oder mit Splitscreen gespielt werden.

Der neue Spielverderber
Wer den Multiplayer-Modus nutzen möchte, sollte bekanntlich über eine Internetverbindung verfügen. So lautete bisher die allgemeine Regel. Dank des neuen Kopierschutzes von Ubisoft (dem Herausgeber des Spiels), wird eine ständige Verbindung zur Außenwelt für das gesamte Spiel benötigt. Wer also über eine sehr schwache oder nicht konstante Internetverbindung verfügt, kann dieses Spiel nicht spielen. Diese Tatsache führt zu großer Frustration, wenn man bedenkt, dass es einen zweiten Faktor gibt, von dem das Spielen von "Splinter Cell: Conviction" abhängig ist. Die Server von Ubisoft müssen eine ständige Verbindung mit dem Spieler aufweisen. Sollte der Fall eintreten, dass deren Server ausfallen, dann ist das Spielen für niemanden möglich. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass so etwas zwar selten der Fall ist, aber durchaus eintreffen kann. Ein derartiger Kopierschutz muss nicht, kann aber den eigentlichen Spaß am Spiel deutlich verderben.

Cinesiastische Grafik mit Stil
Die gute Grafik des Spiels bewegt sich auf der Ebene zeitgemäßer Spiele und benötigt dafür noch nicht mal Hardwareressourcen auf High-End-Level. "Splinter Cell: Conviction" besticht vor allem durch hervorragend inszenierte und imposante Animationen, insbesondere in den Zwischensequenzen, die das Spiel fast zu einem Film werden lassen. Dieser Eindruck wird durch zunehmende Automatisierungen beim Spieler noch verstärkt, was jedoch den Spielspaß mindern kann. Eine tolle Idee sind Projektionen von Hilfestellungen, Richtungspfeilen und Hinweisen auf Wänden und Objekten der Spielwelt, ein auf jeden Fall optisch sehr ansprechender Stil und eine abwechslungsreiche Art den Spieler im Spiel zu führen. Die Soundqualität besticht durch gute Soundtracks und eine tolle Sprachausgabe. Obwohl Lippensynchronität nicht immer gegeben ist, befindet die Synchronisation durch Sprecher wie Martin Kessler (Stimme von Nicholas Cage) auf einem hohen Niveau.

Ein Experiment
"Splinter Cell" geht mit diesem Teil neue Wege und versucht den Spielstil zu modernisieren. Dabei gestaltet es sich vor allem freundlicher für Einsteiger und experimentiert mit neuen Spielelementen. Oft arten Experimente und Versuche jedoch nicht in absoluter Perfektion aus. Das ist auch hier der Fall. Es fehlen noch ein paar Schritte, um dem "neuen Conviction" die endgültige Richtung zu geben und es zu einem markanten Sam Fisher-Packet zu machen. Der Schuss- und Stellungswechsel sticht immer wieder deutlich hervor, womit sich "Splinter Cell: Conviction" mehr vom Schleichtaktik-Genre distanziert. Als 3rd-Person-Shooter kann man es jedoch nicht bezeichnen, da die Spielmechanik noch etwas träge wirkt und zu wenig Action-Abwechslung geboten wird. Somit bewegt sich dieses Spiel irgendwo dazwischen, was es für Spieler eindeutig präferierender Spielstile wohl schwierig macht, es mit hundertprozentiger Hingabe zu favorisieren.


Grand Theft Auto: Episodes from Liberty City - Zwei komplette Spiele: "The Lost and Damned" + "The Ballad of Gay Tony"
Grand Theft Auto: Episodes from Liberty City - Zwei komplette Spiele: "The Lost and Damned" + "The Ballad of Gay Tony"
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 9,49

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jede Menge Leistung zu unglaublich günstigem Preis - absolute Kaufempfehlung!, 19. Januar 2011
Die eigentlichen Missionen in "The Lost and Damned" sind sehr abwechslungsreich und stillen den Hunger nach ausreichend Gang-Action. Ob es nun darum geht, andere Gangs anzugreifen, in wilden Verfolgungsjagten jemanden zu pulverisieren oder selbst die Flucht zu ergreifen ' meistens geschieht das auf dem Motorrad mit den eigenen Komplizen. Dank verbesserter Fahreigenschaften der Motorräder lassen sich diese viel besser steuern und man fällt nicht gleich beim ersten Aufprall über den Lenker. Als kleine Besonderheit darf man sich eigener Gang-Mitglieder bedienen, die einen im Gefecht unterstützen. Trotz dieses guten Einfalls gestaltet die KI der Kameraden in manchen Situationen deren Unterstützung weniger hilfreich. Wenn man sich bei der Fahrt möglichst nah der Gruppe anschließt, steigert das sogar die Gesundheit. Diese nette Idee ist nicht nur sinnvoll in mancher Mission, sondern trägt auch zur Gang-Atmosphäre bei. Um die Atmosphäre rund um die Missionen abzurunden, kann man sich vor Missionsbeginn zurücklehnen und die fantastisch inszenierten Zwischensequenzen bewundern, so wie sich das für einen GTA-Titel eben gehört.

Wer die "Grand Theft Auto"-Reihe kennt, der weiß, dass sich die Entwickler mit einer guten Story nicht zufrieden geben. So gibt es auch hier viele kleine Details und Minispiele, die das Spiel ausschmücken. In "The Lost and Damned" muss man dazu lediglich den eigenen Gangclub besuchen, wo man sich nicht nur ausruhen und speichern, sondern auch im Armdrücken mit anderen Gang-Mitgliedern messen oder an einem Kartenspiel teilnehmen kann. Das bringt natürlich etwas Abwechslung außerhalb der Missionen.

Wem auf wilden Fahrten mit dem Motorrad dennoch die nötige Abwechslung fehlt, der findet seine Befriedigung spätestens in der gewaltigen Actionvielfalt im zweiten Teil des Spiels, "The Ballad of Gay Tony". Das Missionsdesign ist atemberaubend und vollgestopft mit Adrenalin fördernden Aufgaben. Grund dafür ist unter anderem ein neues Spielelement, welches erstmals in "GTA - San Andreas" in Erscheinung trat: der Fallschirm. Mit diesem Equipment erheben sich die vertikalen Handlungsmöglichkeiten und der damit verbundene Spaß in eine neue Dimension. Bereits eine der ersten Missionen hat zum Beispiel zur Aufgabe, eine Person mit dem Hubschrauber zu eskortieren, um sie anschließend aus rund 2000 Metern Höhe dem freien Fall zu überlassen. Das klingt bis jetzt relativ simpel. Dummerweise wird diese Person noch gebraucht, also ist es Aufgabe des Spielers, aus dem fliegenden Helikopter hinterher zu springen, die Person in der Luft zu fangen und anschließend sicher mit ihr auf einer Insel mit dem Fallschirm zu landen. Auch hier verstehen es die Entwickler, die neu erfundenen Spielelemente perfekt in die Missionen zu integrieren. So ist beispielsweise der neue Hubschrauber ein wesentliches Element vieler Aufträge.

Doch es gibt natürlich auch außerhalb der Missionen etwas zu bieten, denn Luis Lopez kann sich in vielen neuen Minispielen ebenso gut wie Johnny die Zeit vertreiben. So muss er zum Beispiel oft als Clubmanager fungieren, mit Champagnerflaschen rumspritzen oder er darf selbst das Tanzbein auf der Discofläche schwingen. Innerhalb einer der ersten Missionen wird, mit typischem Rockstar-Humor präsentiert, Golf ebenfalls zu einer netten Freizeitbeschäftigung in Liberty City. Wer nicht zur High Society gehören möchte, darf sich in Untergrundkämpfen etwas Geld dazuverdienen. Hier wurde auch etwas am Kampfsystem gearbeitet, was manchmal jedoch etwas träge wirkt. Natürlich gibt es zudem etliche Basejump- und Fallschirmsprungmissionen, die in der ganzen Stadt verteilt sind. Und um zu unterstreichen, dass es in der virtuellen Stadt nicht nur Fallschirme und Hubschrauber gibt, wurde ein neuer Renn-Typ eingeführt, bei dem es gilt, nacheinander mit Auto, Boot, Hubschrauber und Fallschirm die Strecke so schnell wie möglich als Erster abzuschließen.

Wie man erkennen kann, bietet dieses Doppelpack jede Menge Neuerungen. Bewundernswert ist, dass bei all diesen vielen Kleinigkeiten sehr viel Wert auf die Story gelegt wird. Allein die Charaktere beider Stories sind mit vielfältigen, interessanten und natürlich verrückten Persönlichkeiten ausgestattet, die zudem durch eine fantastische Synchronisation glänzen. Die Story nimmt in beiden Teilen teils überraschende Wendungen und regt hinter all dem typischen GTA-Humor auch manchmal zum Nachdenken an. Stolze Besitzer der Basisversion GTA 4 erwartet einiges an interessanten Anspielungen auf die Story rund um die ehemalige Hauptfigur Nico Bellic. Selbst Verstrickungen der Handlungsstränge tauchen auf. Insgesamt gibt es an der Story eigentlich nichts zu meckern.

Bei beiden Teilen wurde zudem ein neues und wichtiges Feature, die Checkpoints, eingeführt. Damit ist es möglich, Missionen nicht von Anfang an zu wiederholen, sollte man einmal scheitern. Dieses System gleicht so manche schwierige Mission wieder aus und die Frustration bei mehrmaligem Misserfolg hält sich damit in Grenzen. Natürlich gibt es für beide Spiele auch jede Menge neue Waffen und Fahrzeuge. Darunter fallen beispielsweise ein Granatwerfer und Rauchbomben im ersten Teil oder eine Schrotflinte mit explodierender Munition und Haftbomben im zweiten. Um diese zu erwerben, muss man nicht mehr in den nächsten Waffenladen rennen, sondern ruft einfach beim Waffenhändler seines Vertrauens an, der daraufhin mit seinem Van an der nächstgelegenen Ecke vorfährt. Etliche neue Motorräder darf der Hauptcharakter von "The Lost and Damned" ausprobieren und viele neue Fahrzeuge inklusive Hubschrauber warten auf den Spieler von "The Ballad of Gay Tony". Zu allem Überfluss gibt es selbstverständlich noch neue Radio- und Fernsehsender im Spiel. Wer da alles entdecken will, hat eine unschätzbare Menge an Spielstunden vor sich. Das einzig Negative, was sich daran abgewinnen lässt, ist, dass diese Features in beiden Teilen nur getrennt voneinander verfügbar sind. So kann Johnny Klebitz beispielweise nicht Fallschirmspringen und Luis Lopez hat eine etwas eingeschränktere Wahl an Motorrädern. Dies hat aber begründete Ursachen, die dieses Manko durchaus verzeihen lassen.

Leider benötigt dieses GTA weiterhin mächtige Hardwareressourcen, doch auch hier wurde an Besserungen gearbeitet. Im Grafikmenü gibt es nun mehr einstellbare Optionen, die insgesamt im Vergleich zur Urversion von GTA 4 eine bessere Grafik möglich machen. Die Unterschiede sind jedoch nur sehr gering, weshalb weiterhin ein guter Rechner Grundvoraussetzung ist dieses Spiel zu spielen. Ein erweiterter Video Editor erlaubt es Spielszenen direkt aufzunehmen, zu verarbeiten und hochzuladen. Außerhalb des Singleplayer-Modus ist es möglich sich mit bis zu 32 Spielern online oder über LAN zu vergnügen. Es warten viele interessante neue Multiplayerspiele und Karten, die beiden Episoden jeweils angepasst wurden.

Das Gesamturteil ist eindeutig: Es gibt keinen Grund, vom Kauf des Doppelpacks "GTA - Episodes from Liberty City" abzuraten. Sowohl Spieler von "Grand Theft Auto 4" als auch Neulinge kommen voll auf ihre Kosten. Denn schließlich erhält man die gesamte Welt von GTA 4 auch noch gratis dazu. Die kontrastreichen Stories sind unglaublich abwechslungsreich und beide Teile sind mit enorm vielen Neuerungen und Details bestückt. Einzig und allein der Hardwarehunger des Spiels und die übermäßige Brutalität, die auch verbal zum Ausdruck kommt, könnten Spieler zum Nichtkauf bewegen. Wer so etwas verkraften kann, sollte bei diesem Preis-Leistungs-Verhältnis zuschlagen, denn was hier an Leistung geboten wird, ist heutzutage für Computerspiele eher selten.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 18, 2014 7:30 PM MEST


Alter Ego
Alter Ego

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gelungene Atmosphäre und leichte Rätsel, 19. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Alter Ego (Computerspiel)
Einen wesentlichen Bestandteil des Spiels bilden die beiden Hauptcharaktere, der Dieb Timothy Moor und Detective Bristol. Im Gegensatz zu anderen Spielen fällt eine Identifizierung mit beiden Figuren sehr schwer, da sie sich durch ihre Eigenschaften eher als Antihelden auszeichnen. Timothy beispielsweise lügt und betrügt, beklaut selbst Blinde und setzt seinen Charme ein, um schamlos junge Damen auszunutzen. Dabei schreckt er nie zurück, abwertende Bemerkungen zu machen. Der englische Polizist Bristol vertritt überkorrekt und formell Gerechtigkeit und Ordnung. Obwohl beide Personen anfangs recht unsympathisch wirken, offenbaren sich im Laufe des Spiels auch ihre guten Seiten. Diese Zwiespältigkeit scheint auf den ersten Blick untypisch für ein Adventure, spiegelt jedoch gut die damaligen Gemüter wieder und hebt sich so von anderen Spielen aus dem Genre ab.

Was außerdem kennzeichnend für ein gutes Point & Click-Adventure ist, sind natürlich die Rätsel. Hier scheint sich "Alter Ego" auf Einsteiger als Zielgruppe zu beschränken. Die Aufgaben sind oft relativ unkompliziert zu lösen. Meist kommt man über Dialoge mit anderen Figuren schnell zum Ziel. Die Tatsache, dass manche Probleme ohne verrückte und kreative Kombinationen von Gegenständen zu lösen sind, macht das Spiel jedoch auch logischer und realistischer. Die oben erwähnte Hilfsfunktion zur Anzeige aller möglichen Handlungsobjekte erleichtert das Spiel umso mehr. Während hartgesonnene Adventure-Experten hier unterfordert sind, werden Einsteiger mit fairen Rätseln und schnellen Erfolgen belohnt.

Würde man lange an den verschiedenen Problemen herumrätseln, hätte das zur Konsequenz, dass der rote Faden der Story darunter leidet. Das ist in "Alter Ego" definitiv nicht der Fall. Manchmal wirken einige Dialoge zwar etwas langatmig, aber die mysteriöse Geschichte bleibt ständig im Vordergrund und wird von einer gut inszenierten Atmosphäre begleitet. Diese lässt sich mit wenigen Adjektiven beschreiben: unheimlich, düster und etwas verdorben - eine gelungene Umsetzung der Geschichte in Verbindung mit den zeitgemäßen Zuständen. Doch nicht nur die Optik trägt zur Atmosphäre des Spiels bei, sondern auch das Gesamtbild der verschiedenen Charaktere und Dialoge. Die musikalische Untermalung tritt dabei eher in den Hintergrund und verstärkt nur wenig das schaurige Gefühl. Interessante Zwischensequenzen schaffen Verbindungen zwischen einzelnen Abschnitten der Geschichte und lockern das Spiel etwas auf.

Die eigentlich gelungene Konzeption des Spiels leidet in manchen Fällen an der technischen Umsetzung. "Alter Ego" ist eine Mixtur aus zweidimensionalen statischen Schauplätzen und dreidimensionalen dynamischen Figuren. Während an den malerisch gestalteten Schauplätzen nichts auszusetzen ist, ist die Umsetzung der Animationen der sich darin bewegenden Figuren eher mangelhaft. Die Bewegungen der Personen wirken steif und fügen sich optisch nur schwer in die Umgebung ein. Auch die grafische Umsetzung der dreidimensionalen Modelle entspricht nicht heutigen Grafikanforderungen. Die Vertonung der Figuren ist natürlich eine feine Sache, jedoch gibt es auch hier einige Probleme in der Umsetzung. Beispielsweise besteht kaum Synchronität zwischen Gesprochenem und den Lippenbewegungen der Personen. Ebenso haben die Stimmen der Figuren sowohl Plus- als auch Minuspunkte zu verzeichnen. Auf der einen Seite hat das Spiel gute und namenhafte Synchronstimmen wie der von Ben Affleck zu bieten. Auf der anderen Seite hingegen wirken manche Stimmen unglaubwürdig. Der Gesamteindruck des Klangs schwankt etwas und ist an einigen Stellen undeutlich, sodass die Atmosphäre etwas darunter leidet.

Angesichts der Rätselkomplexität ist dieses Spiel eher Einsteigern zu empfehlen. Erfahrene Adventure-Spieler und Freunde zeitgemäßer Grafik und guten Sounds kommen hier etwas zu kurz. Trotz technischer Mängel ist "Alter Ego" jedoch ein Point & Click-Adventure mit fesselnder Geschichte und gelungen düsterer Atmosphäre, welches sich von anderen Spielen durch interessante Antihelden deutlich abhebt.


Prison Break: The Conspiracy
Prison Break: The Conspiracy
Wird angeboten von Game World
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nur für Fans spielbar!, 19. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Prison Break: The Conspiracy (Computerspiel)
Um die komplexe Geschichte und alle Elemente des Spiels zu verstehen, sollte man mindestens ein Fan der Serie sein. Die Idee, die erste Staffel nicht aus Sicht der Hauptfiguren zu erleben, birgt einiges an Potential und sorgt auch dafür, dass eingefleischte Fans der Serie neuen Stoff bekommen. Der enge Bezug zur Story der Serie wird jedoch immer wieder hergestellt, indem der Spieler Zeuge von originalen Szenen aus der ersten Staffel wird. Zwar wechselt man mal hier und da ein paar Worte mit den Hauptcharakteren der Serie, aber direkten Einfluss auf die Geschichte hat man nicht. Vielmehr agiert Paxton im Hintergrund. Dabei haben die Entwickler dafür gesorgt, dass trotzdem alles so authentisch wie möglich wirkt. Alle wichtigen Charaktere sind detailgetreu nachgebildet und werden von den Originalstimmen gesprochen. Auch die Hintergrundmusik der Serie findet sich im Spiel wieder. Die Schauplätze sind ebenfalls weitestgehend den originalen Orten nachempfunden.

Die meiste Zeit kann man sich in einer offenen Spielwelt bewegen. Man hat die Möglichkeit, die Gegend zu erkunden, diverse Charaktere anzusprechen oder einen Boxkampf zu provozieren. Aufgelockert wird der Spielfluss durch Minispiele wie Gewichtheben oder Boxtraining am Sandsack. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich gegen etwas Geld Tattoos zu stechen. Damit erhält das Spiel ein paar Adventure-Elemente, die jedoch in ihrer Vielfalt stark begrenzt sind. Denn außerhalb der Missionen im Gefängnis gibt es, nicht viel mehr zu erleben.

Angesichts der guten Story und dem Prinzip der offenen Spielwelt könnte man ein spannendes und komplex gestaltetes Knastspiel erwarten. Anspruchsvolle und erfahrene Spieler werden hinsichtlich dieser Erwartungen leider enttäuscht. Zwar ist das Spiel der Serie gut nachempfunden, beispielsweise in Szenen, in denen man sich mit bekannten Charakteren wie T-Bag oder Abruzzi auseinandersetzt. So ist es zum Beispiel wichtig, das Vertrauen Abruzzis zu gewinnen, um in die PI, eine Gefängnisarbeitsgruppe, aufgenommen zu werden. Die eigentlichen Aufgaben, die man letztlich ausführen muss, sind jedoch relativ simpel gestaltet und wiederholen sich im gesamten Spiel. Meistens muss man irgendwelche Sachen für irgendwelche Leute besorgen. Im oben genannten Beispiel soll man ein Beweismittel für einen Verrat an Abruzzi aus einem Wärterzimmer klauen. Letzten Endes bestehen alle Missionen aus Elementen wie Klettern, Schleichen, Kämpfen oder Schlösser knacken. Am spannendsten sind hierbei die Schleichaufgaben, bei denen man selbstverständlich von den Wärtern nicht entdeckt werden darf.

Im Spiel sind körperliche Auseinandersetzungen keine Seltenheit. Man kann zum Beispiel an Untergrundkämpfen teilnehmen, um etwas Geld zu verdienen. Das Kampfsystem des Spiels kommt relativ oft zum Einsatz und besteht aus wenig vielfältigen Elementen wie Schlagen, hart Schlagen und Blocken. Die damit verbundene spielerische Freiheit beschränkt sich somit auf sehr wenige Tastaturbefehle. Statt mehr Handlungsmöglichkeiten anzubieten, bieten die Entwickler genau das Gegenteil: An vielen Stellen des Spiels besteht der Spielspaß darin, eine bestimmte angezeigte Taste zur richtigen Zeit zu drücken. Zugegebenermaßen sind die entsprechenden Animationen gut gelungen. Damit entsteht aber zu oft der Eindruck, als handle man in einer interaktiven Zwischensequenz. Nicht nur bei Kämpfen, sondern auch bei Klettermissionen bilden derartige Tastenfolgen eine Art monotonen Handlungsstrang ohne eine Andeutung von Alternativlösungen. Es gilt, im richtigen Moment, die richtige Taste zu drücken. Gelingt dies nicht, ist es frustrierend noch einmal neu beginnen zu müssen. Das passiert relativ häufig, da die Reaktionszeiten nur sehr knapp bemessen sind. Dieses Spielprinzip wirkt auf erfahrene Spieler abschreckend und ist wohl eher für Anfänger konzipiert. Selbst bei der Aufgabe, Wachen auszuweichen oder ein bestimmtes Ziel zu erreichen, gibt es einen festgeschriebenen Pfad, dem man folgen muss. Läuft hier etwas schief, muss man ein ganzes Stück weiter vorn beginnen, da hier sogenannte Checkpoints statt freier Speichermöglichkeiten zum Einsatz kommen.

Den Spieler steuert man aus einer Perspektive ähnlich der in "Dead Space", schräg hinter der Hauptfigur. Das ist am Anfang zwar ungewohnt, ist aber zum Beispiel bei Kämpfen sinnvoll. Der Fan der Serie wird zwar in gewisser Weise durch die detailgetreue Darstellung der Charaktere befriedigt, zeitgemäße Grafik weist das Spiel allerdings nicht auf. Dafür läuft "Prison Break: The Conspiracy" bei geringen Hardwareanforderungen flüssig. Die Animationen der Figuren und eingebauten Zwischensequenzen verleihen dem Spiel Abwechslung und werden vor allem Fans der Serie begeistern. Was die Synchronisation der Hauptcharaktere betrifft, wurde erstklassige Arbeit geleistet.

"Prison Break: The Conspiracy" bietet für Fans der Serie die Möglichkeit, die Geschichte aus einer komplett anderen Perspektive auf dem PC nachzuempfinden und überzeugt mit den Originalstimmen, Charakteren und Schauplätzen der Serie. Für die spielerische Umsetzung des Spiels sind eher monotone Handlungsmöglichkeiten, fehlende Alternativlösungen und frustrierende Tastensequenzen kennzeichnend, die erfahrene Spieler abschrecken. Das Spiel ist daher eher hartgesonnenen Fans zu empfehlen, denen das Fehlen eines abwechslungsreichen und anspruchsvollen Spielerlebnisses zu Gunsten authentischer Originalumsetzung nichts ausmacht.


Just Cause 2
Just Cause 2
Wird angeboten von Game World
Preis: EUR 9,95

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gewaltige Action und absolute Freiheit in einer riesigen Spielwelt!, 19. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Just Cause 2 (Computerspiel)
Zugegeben, die Story ist relativ simpel. Und auch im weiteren Spielverlauf braucht man nicht auf überraschende Wendungen oder verstrickte Handlungsstränge hoffen. Aber das muss man auch nicht! Denn eigentlich scheint die Hintergrundgeschichte eine Art Alibi zu liefern, um sich auf der ganzen Insel mal so richtig auszutoben. Und dabei hat man alle erdenklichen Freiheiten. Die stolzen 1000 Quadratmeter bieten von fantastischen Gebirgspanoramen bis hin zu einzelnen Dörfern und Städten eine riesige Auswahl an unterschiedlichen Gebieten, die man in "Just Cause 2" auf eigene Faust erkunden kann. In dieser Welt kann man sich absolut frei und ungezwungen bewegen. Der eigentliche Spielspaß gestaltet sich dabei nicht nur durch das Absolvieren eines, der Spielgeschichte folgenden, Handlungsstrangs innerhalb der Hauptmissionen, sondern vielmehr durch das willkürliche Erforschen der Insel und damit in Zusammenhang stehende Zerstörungsorgien.

In der Hauptmission folgt man der oben beschriebenen Story und kommt dem entflohenen Verräter langsam auf die Spur. Dabei kommt man nicht drum herum, es hier und da auf der Insel gewaltig krachen zu lassen. Die Hauptmissionen sind sehr abwechslungsreich und lassen sich auf verschiedenen Wegen lösen. Um jedoch die Hauptmissionen der "Agency" freizuschalten, muss man zunächst ein paar Nebenmissionen lösen. Und davon gibt es auf der Insel Panau mehr als genug. Bei vielen dieser Nebenmissionen geht es darum, Dörfer zu befreien, Personen zu eskortieren, Objekte zu beschaffen, Zielpersonen zu eliminieren oder Bomben zu entschärfen. Dabei ist es dem Spieler überlassen, in welcher Reihenfolge die Missionen erledigt werden. Hier zählt spielerische Freiheit als oberstes Gebot.

Diese Auswahl an verschiedenen Aufgaben scheint zunächst nicht allzu umfangreich zu sein. Doch Abwechslung ist garantiert! Denn dafür darf in diesem Spiel der Spieler Verantwortung übernehmen. Man hat beispielsweise schier unendlich viele Möglichkeiten, die Öltanks innerhalb eines Dorfs zu zerstören. Wer es eher ruhig mag, infiltriert leise das Dorf und entledigt sich der Tanks mithilfe ferngesteuerter C4-Sprengsätze à la Sam Fischer. Der gebürtige Call-of-Duty-Spieler bepackt sich mit einem Monatsvorrat an Munition, stürmt das feindliche Lager offensiv und ballert solange auf die Öltanks, bis es kracht. Es geht aber auch etwas kreativer in "Just Cause 2". Man klaut sich einen Kampfjet, steuert auf die feindliche Basis zu und springt kurz vor Aufprall aus dem Vogel, um sich mit dem Fallschirm auf einem Wachturm abzusetzen, während der Aufprall des Kampfflugzeugs erstmal für Stimmung bei den Gegnern sorgt. Nach darauffolgendem Ausrücken eines feindlichen Helikopters beschießt man diesen mit einem Enterhaken, den man gleichzeitig an eines der zu zerstörenden Objekte kettet. Der Rest erledigt sich wie von selbst. Was hier wie nach einem gut inszenierten Action-Film klingt, ist in diesem Spiel an der Tagesordnung. Statt nach einem vorgegebenen Muster zu handeln, liegt es in der Kreativität des Spielers, den Spielspaß nach oben schießen zu lassen. Und die vertikale Freiheit des Spiels ist sehr hoch! "Just Cause 2" bietet dazu eine Menge Spielzeug.

Zu der Standardausrüstung des Actionhelden gehören, wie auch schon im ersten Teil, der Fallschirm und der Enterhaken. Allein mit diesen beiden Werkzeugen kann man eine ganze Menge anstellen. So ist es zum Beispiel möglich, sich während des Fallschirmflugs sich mit Hilfe des Enterhakens an einen hohen Turm zu haken, um sich dann hochzuziehen und mit neuer Höhe weiterzufliegen. Wer möchte, kann während eines Luftkampfs auch den Absprung aus einem fliegenden Helikopter wagen, um anschließend per Enterhaken ein vorbeifliegendes gegnerisches Kampfjet zu kapern. Die Physik des Spiels erlaubt sehr viele Experimente und lädt zu kreativen Gedanken ein, denn nicht nur leblose Gegenstände lassen sich mit dem Enterhaken erfassen.

Desweiteren verfügt "Just Cause 2" über ein ansehliches Arsenal von Waffen. Pistole, Schrotflinte, Maschinengewehr, Scharfschützengewehr und einige andere bleihaltige Argumente sorgen neben fernzündbaren C4-Sprengstoff für etwas Abwechslung. Die eigentliche Abwechslung bietet allerdings eine gewaltige Auswahl an Fahrzeugen. Über 100 Vehikel stehen zur Verfügung, darunter Helikopter, Jumbo Jets, Kampfflugzeuge, Boote, Motorräder und fast alles, was vier Räder hat, ob PKW oder Monstertruck. Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten stolzer Eigentümer eines solchen Fahrzeuges zu werden. Entweder man beraubt fremde Personen gewaltsam ihrer Fortbewegungsmittel, um sie auf behutsame Weise für eigene Zwecke zu verwenden oder man kauft beim Schwarzhändler seines Vertrauens ein, wo man auch seinen Waffen- und Munitionsgürtel aufstocken kann. Durch das Absolvieren von Missionen ist es möglich, Fahrzeuge und Waffen ständig mit Verbesserungen aufzurüsten, was die Langzeitmotivation noch etwas steigert.

Natürlich benötigt man diese Vernichtungsinstrumente nicht nur um sie mit sich herumzutragen. Auf der Insel Panau gibt es Gegner unterschiedlicher Parteien, mit denen man es aufnehmen muss. Und davon meistens ziemlich viele. Zielloses Rumballern führt dabei selten zum Erfolg. Es erfordert meistens ein gewisses Maß an überlegtem Vorgehen, ausreichender Präzision und ständiges In-Bewegung-Bleiben. Die gegnerische KI überzeugt eher weniger mit taktischen Schachzügen, viel öfter einfach nur durch bloße Masse. Allerdings gilt dieselbige Einfältigkeit manchmal auch für befreundete virtuelle Mitstreiter. So kommt es beispielsweise zu einem Frusterlebnis, wenn die zu eskortierende Person sich vor ein umkippendes Fahrzeug stellt oder deckungslos ins offene Gefecht stolpert. Das sind jedoch Kleinigkeiten, die den Spielspaß nicht wesentlich mindern. Dafür bietet "Just Cause 2" einfach zu viele Handlungsmöglichkeiten und Freiheiten, um die KI darauf entsprechend fein abzustimmen.

Grafisch überzeugt "Just Cause 2" allein durch die fantastisch gestaltete Insel. Vier verschiedene Klimazonen säumen die Spielwelt. Tropische Dschungel, trockene Wüsten, eiskalte Gebirgsketten oder weiße Strände machen Panau bei einem dynamischen Tag-und-Nacht-Wechsel und unterschiedlichen Witterungen zu einer Urlaubsinsel, die man gern mal besuchen möchte. Obwohl die verschiedenen Dörfer und Siedlungen wenig voneinander variieren, so sind sie dennoch detailreich gestaltet und bieten einiges an Abwechslung. Doch auch fortschrittliche Städte darf man bewundern. Die fantastische Weitsicht setzt dem ganzen noch die Krone auf. Obwohl beispielsweise einzelne Charaktere und Fahrzeuge nicht unbedingt absoluter High-End-Grafik entsprechen und nicht mit unzähligen Details bestückt sind, so ist "Just Cause 2" dennoch ein wahrer Augenschmaus. Allein das Aufgebot an imposanten Explosionen, die natürlich zu jedem Actionspiel gehören, ist fantastisch.

Bei einer so gewaltigen Spielumgebung ist es schwierig, noch unzählige Details einzuarbeiten. Das Ausbleiben angepasster Reaktionsvielfalt der virtuellen Bewohner auf den Spieler lässt ein Dorf beispielsweise weniger lebendig wirken. Aufgrund der starken Handlungsfreiheit bei den Missionen kommt die Spieltiefe auch etwas zu kurz. Aber so etwas braucht dieses Spiel eigentlich nicht, denn alles, was mit Action zu tun hat, ist bei diesem Spiel nahezu perfekt inszeniert. Ab und zu klingen auch kleine amüsante Details zu abgeschlossenen Missionen durch, wenn im Radio Ricos Streifzüge über die Insel und deren Folgen von der Regierung bagatellisiert werden. Der Sound beschränkt sich eher auf Effekt- und Umgebungsgeräusche als auf Hintergrundmusik und erfüllt qualitativ alle Anforderungen von spielerischer Action.

In der Limited Ediition von "Just Cause 2" erhält der Spieler für einen Aufpreis zusätzliche Inhalte zum Herunterladen. Darunter befinden sich eine neue Pistole und ein Sturmgewehr, ein cool gestalteter Fallschirm, ein Hovercraft mit Granatwerfer sowie ein protziger Chevalier Klassik. Zusätzlich erhält man eine gut gestaltete Karte der Insel mit einigen spielrelevanten Markierungen, welche einem einen guten Überblick über Panau verschafft.

Ganz ehrlich, "Just Cause 2" macht der Bezeichnung "Action-Spiel" alle Ehre! Wer auf eine ausgefeilte und komplizierte Story mit strengem Handlungsstrang zugunsten unfassbarer spielerischer Freiheit auf einer riesigen Insel verzichten kann, sollte bei diesem Spiel zuschlagen! Mit Fallschirm, Enterhaken, sowie zahlreichen anderen Waffen und Fahrzeugen bildet dieses Spiel einen paradiesischen Spielplatz für jeden, der Action und Zerstörung virtuell mit kreativer Handlungsfreiheit austragen möchte.


Need for Speed: Shift
Need for Speed: Shift
Wird angeboten von skgames
Preis: EUR 12,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf gutem Weg zur rasanten Fahrsimulation!, 19. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Need for Speed: Shift (Computerspiel)
Nicht jedes Rennen darf mit jedem Wagen gefahren werden. So gibt es Rennen, die nur mit Wagen einer entsprechenden Stufe oder Wagen europäischer Herkunft gefahren werden dürfen. In anderen Rennen hingegen geht es darum, die beste Rundenzeit innerhalb einer vorgegebenen Zeit zu schaffen, die besten Drifts zu meistern oder Ausdauer auf äußerst langen Rennen zu zeigen. Für genügend Spannung sorgen besonders Zweikämpfe oder Eliminator-Events, in denen jede Runde der Fahrer mit dem letzten Rangplatz ausscheidet. Für genügend Abwechslung ist mit neun verschiedenen Eventarten mehr als gesorgt.
Doch nicht nur die Rennen bieten genügend Variation, sondern auch die jeweiligen Wagen, mit denen man den Asphalt zum Brennen bringt. In jeder Stufe gibt es eine große Auswahl an Autos bekannter Hersteller wie BMW, Porsche, Audi, Ford, Nissan oder Toyota, um nur einige zu nennen. Neben bekannten Automodellen, die vielleicht sogar in der eigenen Garage stehen, gibt es in höheren Stufen auch Marken wie Aston Martin, Lamborghini oder Bugatti Veyron. Doch egal, welchen Wagen man gerade fährt, man bekommt in der Cockpitperspektive jedes Mal Gänsehaut, wenn der Motor aufheult oder man mit unzähligen Pferdestärken aus der Kurve heraus beschleunigt.

Besonders beeindruckend ist neben dem Sound sowohl die grafisch fantastisch gestaltete Innen-, als auch die Außenausstattung der Wagen. Selbstverständlich sind die Strecken ebenfalls voller Details und lassen das Spiel grafisch in überdurchschnittlich gutem Licht erscheinen. Der Verzicht auf Wetter- und Tageszeitwechseleffekte schränkt die Streckenvielfalt jedoch etwas ein. Wer allerdings mehr Wert auf das tatsächliche Fahrgefühl legt, darf sich besonderer Effekte erfreuen, die Realitätsnähe vermitteln. So verschwimmt beispielweise nach einem heftigen Zusammenstoß für kurze Zeit die Sicht oder es schränkt sich die Wahrnehmung der umliegenden Landschaft erheblich ein, wenn man mit über 300 Sachen über den Asphalt donnert.

Doch wie schafft man es letztendlich, sich in "Need for Speed Shift" einen Bugatti in die Garage zu holen? So ein Wagen kostet natürlich Geld und das muss man sich verdienen. In jedem Rennen gibt es bestimmte Ziele, die erreicht werden müssen. Für das Erreichen dieser Ziele erhält man Sterne und je nachdem, wie viele Sterne man sich während eines Rennens geholt hat, auch entsprechendes Preisgeld. Dabei ist es nicht immer das primäre Ziel, als Erster die Ziellinie zu erreichen. Es gibt beispielsweise ebenfalls Sterne für das Fahren auf einer optional angezeigten Ideallinie, für aggressive Manöver, gute Drifts oder schnelle Rundenzeiten. Um eine Strecke mit allen Sternen abzuschließen, ist es möglich, diese mehrmals zu fahren und sich jeweils auf andere Ziele zu konzentrieren. Somit ist es nicht schlimm, wenn man nicht auf Anhieb alle Sterne holen kann. Neben dem Preisgeld bilden diese Sterne einen wesentlichen Bestandteil des Spiels. Denn je mehr Sterne man hat, desto mehr Erfahrung bekommt man. Dabei prägt jedes Rennen das eigene Fahrerprofil, welches auf zwei Ausprägungen hinausläuft: Entweder man rammt den Gegner aggressiv aus der Kurve (Aggression) oder man gleitet auf der Ideallinie perfekt am ihm vorbei (Perfektion). Je nachdem, welche Verhaltensweisen man während des Rennens zeigt, sammelt man entsprechende Erfahrung und bildet so seinen eigenen Fahrstil. Für bestimmte Aktionen werden mit der Zeit Abzeichen verliehen, die das Fahrerprofil ebenfalls ausschmücken. Hat man nun genug Erfahrung, befindet sich in der entsprechenden Stufe und hat dann noch das nötige Kleingeld, dann steht dem Kauf eines Bugatti nichts mehr im Weg. Wenn dann noch etwas übrig bleiben sollte, kann man sich entweder einen weiteren Wagen zulegen oder sich in die Werkstatt begeben.

Das Tuning ist wie bei vielen anderen Vorgängern von "Need for Speed" natürlich auch möglich, wobei hier eindeutig der Schwerpunkt auf Upgrades liegt, die den Wagen leistungsfähiger machen. So gibt es beispielsweise bessere Motoren, Bremsen, Reifen und vieles mehr. Dass der Arcade-Stil noch nicht ganz aus "Need for Speed Shift" gewichen ist, merkt man an der Möglichkeit, den eigenen Wagen mit einem Nitrotank etwas zusätzliche Würze zu verleihen. Mit Karosserie-Kits verpasst man dem Auto eine bessere Aerodynamik, wobei hier nicht ganz so übertrieben wie in den Vorgängern umgestaltet werden kann. Felgen gibt es natürlich auch genug und ein tolles Feature ist ein Editor für die eigene Lackierung, wo man mit unzähligen Vinyls, verschiedensten Lackierungen und vielen Farbkombinationen jedem Wagen ein individuelles Aussehen verpassen kann.
Ist das Auto nun bis zur Erschöpfung mit allen Upgrades ausgestattet, lässt sich noch ein Werksumbau durchführen, der auch das letzte bisschen Leistung herausholt. Wer sich ein bisschen besser auskennt, der hat die Möglichkeit beim erweiterten Tuning selbst Hand am Wagen anzulegen. Das kostet zwar nichts, aber man sollte sich schon bewusst sein, was man da zum Beispiel beim Radanschlag oder der Anpresskraft eigentlich verstellt. Hat man keine Ahnung, möchte aber trotzdem etwas am Handling ändern, dann kann man über das Schnelltuning schnell und übersichtlich einstellen, worauf der Fokus gelegt werden soll. Die zahlreichen Tuningfunktionen von "Need for Speed Shift" steigern die Langzeitmotivation des Spiels erheblich. Manche Tuning-Teile und -Optionen muss man sich beispielsweise erst freischalten. Natürlich bringt die gegebene Freiheit, den eigenen Wagen nach Wunsch zu gestalten, auch wesentlich mehr Spielspaß mit sich.

Dass dieses Spiel ein großes Langzeitmotivationspotential hat, liegt nicht nur an dem umfangreichen Karriere-Modus. Der Multiplayer-Modus verspricht ebenso viel Spaß. Dort können bis zu acht Spieler in zahlreichen Rennen gegeneinander antreten, egal ob in Hersteller-Events, beim Zeitfahren oder beim Driften. Bei sogenannten Ranglisten-Spielen fließen die Rennergebnisse mit in die Statistik ein, allerdings erhält man bei entsprechendem Erfolg auch mehr Geld und Profilpunkte für den Karrieremodus. Natürlich lässt sich der Multiplayer-Modus nicht nur im Internet, sondern auch auf LAN-Partys unter Freunden gut spielen. Besonders Turnier-Zweikämpfe sorgen für viel Spaß und ordentlich Action.
"Need for Speed Shift" ist ein absolut würdiger Nachfolger dieser Serie. Der Schritt in Richtung Simulation und Realismus wird besonders für Fans von Arcade-Rennspielen etwas Gewöhnung erfordern. Jedoch ist damit der Anspruch deutlich gewachsen und ebenso die Tiefe des Spiels. Wer bei diesem Spiel einmal Blut geleckt hat, wird so schnell nicht mehr davon loskommen. Allein die fesselnde Grafik, der Sound und Atmosphäre ziehen den Spieler in den Bann und vermitteln echtes Fahrgefühl auf der Rennstrecke. Neben dem ausgebauten Karrieremodus schafft der Multiplayer-Modus auch genügend Suchtpotential. Zusammenfassend kann man wirklich sagen, dass der "Shift" in diese Richtung ein Erfolg ist und Spieler begeistern wird, die offen für ein neues, realistischeres "Need for Speed Shift" sind.


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