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Rezensionen verfasst von
Bryllyant

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Automatic
Automatic
Preis: EUR 20,78

19 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Altersmilde?, 16. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Automatic (Audio CD)
In die bisherige Mega-Euphorie kann ich nicht komplett mit einsteigen. Das Album ist zwar gut, aber es hört sich irgendwie nach Standard an. Härte ist kaum noch vorhanden und das fast durchgehende "Uff-Tschak" als Drum-Sound ist jetzt nicht gerade innovativ. Auch der Abwechslungsreichtum des bärenstarken Vorgängers ist nicht vorhanden. Das wird zwar stellenweise gut kaschiert, aber es ist nicht von der Hand zu weisen. Tracks wie "The great divide" die von der Gleichförmigkeit abwichen, oder ein Brachialhammer wie "Art of Conflict" ist in jedem Fall nicht zu finden. Insgesamt ist das Album sehr soft geworden und erinnert eher an Weichspülpop. Natürlich wird das jetzt ein Aufschrei geben, aber vom EBM der Erstlinge ist man inzwischen sehr weit entfernt. Okay, das war auch bei den letzten Alben kein Problem, aber die Weiterentwicklung des Vorgängers ist diesmal eher ein Schritt zurück.
Auch das komplette Konzept wirkt eher so wie immer, anstelle von Schritt nach vorne. Verspielter Beginn, dann Dampf, die Unterbrechung durch ein ruhiges Instrumental, wieder Dampf und am Ende ein Song mit der Struktur von "Perpetual".
Das klingt alles bestimmt negativer als es gemeint ist, denn die Songs an sich sind wirklich gut. Wären aber auf einem anderen Album kaum aufgefallen. Nicht wegen der Qualität, sondern eher von den immer wiederkehrenden Strukturen. Es fehlt einfach an Neuerungen und manchmal ist die Schonkost für mich schon etwas zu soft. Viele Songs würden zumindest einen durchschnittlichen Radiohörer nicht gerade abschrecken.

Klanglich ist das Album okay, keine Offenbarung aber wirklich in Ordnung. Allerdings ohne die Dynamik und Feinabstimmungen die Covenant oder Haujobb erreichten. Das Digipak ist natürlich gelungen und das Booklet sehr schön gestaltet.

Einzelkritik:

1.) On Air
Sehr schönes Intro das phasenweise an die gute alte Dazzle Ships von OMD erinnert, mit einer wunderschönen Klavierpassage
2.) Space & Time
Mit das beste Stück des Albums. Hier gefallen mir die Spielereien sehr sehr gut und es hebt sich wohltuend ab. Die Melodie ist klasse, was ja noch nie ein Problem bei ihnen war. Es ist aber auch gleichzeitig das erfrischendste Stück des Albums, da hier die größten Neuerungen vorhanden sind.
3.) Resolution
Typisches VNV Nation Stück das überall auf den letzten Alben einen Platz gefunden hätte. Ist schön, aber das hat man in mehrfacher Art und Weise schon früher zu hören bekommen.
4.) Control
Das härteste Stück des Albums was live garantiert abgehen wird. Auch hier sind kleinere Strukturbrüche enthalten und es deutet im Verbund mit "Space & Time" auf ein verspieltes Album hin, was es dann letztendlich nur begrenzt wird.
5.) Goodbye 20th Century
Unterbricht das Album in gewohnter Manier. Klangcollage die aber wirklich schön anzuhören ist. Das Prozedere kennt man aber bereits.
6.) Streamline
Das ist dann eher durchschnittlicher Happy Pop mit einer Spur Melancholie. Irgendwie alltagstauglich und sicherlich kein Higlight.
7.) Gratitude
Ebenfalls ein schönes Stück, aber mit längst bekannten Sounds. Hätte auch auf einem anderen Album drauf sein können, ohne das man das Erscheinungsjahr in Frage gestellt hätte. Schönes Stück, aber eben sehr typisch.
8.) Nova
Die obligatorische Ballade, die aber wirklich wunderschön anzuhören ist. Aber leider auch hier musste das einfallslose Uff-Tschak als Taktgeber herhalten, nur halt eben langsamer.
9.) Photon
Ein instrumentales Trance-Techno Stück mit großen wiederkehrenden Flächen. Jetzt nicht überragend aber trotzdem sehr nett.
10.) Radio
Eins der besten Stücke des Albums, das phasenweise die Struktur von "Perpetual" inne hat, ohne natürlich die Klasse völlig zu erreichen. Trotzdem ist es saustark, aber es klingt eben wie vieles auf dem Album ziemlich bekannt.

Für Fans ist "Automatic" natürlich eine Offenbarung, da sich kaum was verändert hat. Ein paar mehr Neuerungen wie es "Space & Time" phasenweise geschafft hat, wären aber nicht verkehrt gewesen.
Ich begleite die Band und ihr Werk nun schon seit dem allerersten Album und habe deshalb natürlich viele Neuerungen erlebt, die mich mal positiv aber auch mal negativ gestimmt haben. Jetzt klingt es ein wenig nach Stillstand, was natürlich auch nicht immer schlecht sein muss. Ist es ja auch beileibe nicht, aber ein richtiges Highlight ist es dann auch wieder nicht. Ich würde 7 von 10 Punkten vergeben, aber da hier nur eine 5er Wertung möglich ist, tendiere ich eher zu 3 Sternen als zu Vieren.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 19, 2011 6:23 PM MEST


Doktor Schiwago - Special Edition (2 Discs) [Blu-ray]
Doktor Schiwago - Special Edition (2 Discs) [Blu-ray]
DVD ~ Geraldine Chaplin

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk, 2. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es gibt Filme die man vom Namen nach fast ein Leben lang kennt, aber nie gesehen hat. Oftmals ist es ein Ruf der ihm begleitend vorauseilt, oder auch ein Bild das man sich davon unterbewußt in den Kopf gesetzt hat, das einen davon abhält. In diesem Fall war es ein zweifelhafter. Schmonzette und triefige Liebesschnulze hat man oft von Wegbegleitern verächtlich gehört. Bei solchen Urteilen hinterfragt man nach der Sichtung, ob diese Personen den Film wirklich gesehen haben. Ich glaube eher nicht.

David Lean hat 1965 ein absolutes Meisterwerk geschaffen, was mir leider erst heute bewußt wurde. Durch das eingangs erwähnte Negativbild, habe ich den Film immer unbeachtet gelassen und wollte ihn nicht sehen. Störend in meiner ablehnenden Haltung war eigentlich immer nur der Name des Regisseurs, da er immerhin auch "Die Brücke am Kwai" und "Lawrence von Arabien" geschaffen hat. Also musste irgendwann zwangsläufig doch noch eine Sichtung erfolgen und ich bin froh endlich diesen Schritt gewagt zu haben.

Der Film konzentriert sich auf die Wirren der russischen Revolution und wie sie aus den Augen von verschiedenen Beteiligten erlebt wird. Natürlich ist auch die erwartete Liebesgeschichte zu sehen, aber eben nicht alleine und vor allem niemals schmierig. Eher subtil und im Kontext absolut notwendig. Die Liebenden geben dem Zuschauer Hoffnung in einer eiskalten und brutalen Zeit. Die Revolution war kein Zuckerschlecken und man merkt auch deutlich den Irrsinn der dahintersteht. Täter werden zu Opfern und die Opfer werden hinterher zu den Tätern, die sie vorher verabscheut haben. Die gleichen Taten nur mit einer anderen Ideologie im Hinterkopf.
Alles andere als eine "Heile-Welt-Seifenoper", für die ich den Film fälschlicherweise immer gehalten habe.

Die Regie von David Lean ist einfach fantastisch. Die Größe der Panoramabilder ist sensationell und auch die Settings sowie die Bildsprache phänomenal. Die Entjungferung einer 17 jährigen, als Blutspuren der niedergeschlagenen Revolution im strahlend weißen Schnee darzustellen, hat schon was geniales. Genauso wie die Symbolik von Blumen oder anderen Details. Eine Kunst die auch Hitchcock gerne verwendete.
Oder auch die sensationellen Kamerafahrten außerhalb des Fensters, während er die Szenerie innen dem Zuschauer überläßt. Er liefert zwar die Bilder, aber die Dialoge soll man sich an manchen Stellen besser denken. Apropos Dialoge! Das die brillant sind ist klar, aber ein Gespräch zwischen Alec Guiness und Omar Sharif ist dermaßen fulminant gefilmt, das ich sprachlos im Sessel verharrte. Man sieht zwar den Dialog, aber hört nur die Aussagen von Sharif, während Guiness seine eigenen Worte mit einer Stimme aus dem Off übertönt. Er erzählt, was er dort gesagt hat, analysiert es und gibt direkt Auskunft wie er darüber dachte, während er sprach. Phänomenale Idee! Wie auch der rabenschwarze Bildschirm nach der Intermission und dem Licht am Ende des Tunnels!

Das einzige Problem am Film ist seine Laufzeit! Nicht was man jetzt denkt, er ist zu kurz! Erstens konnte ich mich an den wahnsinnigen Bildern nicht sattsehen und zweitens hätte ich so viel mehr über verschiedene Personen gewußt.
Unbedingt muss man auch die weltbekannte Musik von Maurice Jarre erwähnen. Die ist ebenfalls perfekt in die jeweilige Szene verarbeitet und spielt mit den Emotionen des Zuschauers. Am wunderbarsten zu hören, während Schiwago Gedichte schreibt, "Lara`s Theme" beginnt und er seinen Entwurf zerknüllt und wegwirft. Die Musik ebbt sofort ab, wird eher dramatisch und als er weiterschreibt beginnt das Thema von vorne. Großartig! Wahre Filmkunst!

Auch die Darsteller sind eine wahre Pracht und bis in die kleinste Nebenrolle perfekt besetzt. Sogar Klaus Kinski gibt sich die Ehre. Omar Sharif glänzt zurückhaltend und unaufdringlich, aber mit einer unglaublichen Wucht an Ausstrahlung. Alec Guiness verfügt selbstverständlich ebenfalls über eine erhabene Leinwandpräsenz, das es einem die Schuhe auszieht. Besonders als er zum ersten Mal seinem Halbbruder begegnet. Julie Christie ist nicht einfach nur wunderschön, die Aussagekraft ihrer Augen passt perfekt zur jeweiligen Situation.

Zwei Dinge sind aber noch unbedingt zu erwähnen. Erstmal den Mut des Regisseurs ein russisches Thema mitten im Höhepunkt des kalten Krieges zu wählen. Der amerikanische Hass auf Russland dürfte in dieser Zeit nicht gerade klein gewesen sein und dennoch urteilt der Film in keinster Weise und schert alles über einen Kamm. Genauso gibt er seinen Protagonisten freien Lauf und läßt sie Dinge tun, mit denen man nicht immer einverstanden ist, ohne sie zu verurteilen. Sie dürfen lebendig wirken, ohne das der Film bestimmt wie man über sie zu denken hat. Der Zuschauer wird in keinster Weise bevormundet. Top!

Für mich ein absolutes Meisterwerk, auf das ich wegen der eigenen falschen Vorstellungskraft viel zu lange verzichtet habe.

Einen Vergleich zwischen der DVD und der BD kann ich leider nicht anbieten. Meine Erstsichtung kam nämlich von der BD, die mir aber sehr gut gefallen hat. Die Bildqualität ist für einen Film dieses Alters hervorragend. Natürlich nicht mit neuen Hollywood Blockbustern zu vergleichen, aber das ist auch der Film nicht. Da ziehen die Neuen nämlich den Kürzeren:-)) Der Ton klingt einwandfrei! Ich habe ihn allerdings nur mit der deutschen Tonspur gesehen, weshalb ich die anderen nicht bewerten kann. Er ist aber sehr klar und ohne Defekte. Räumlichkeit durch die hinteren Lautsprecher, ist zwar kaum gegeben aber dafür klingt die Musik absolut dynamisch und brillant. Mit dem Bonusmaterial werde ich mich aber erst nach der Zweitsichtung beschäftigen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 6, 2013 3:34 AM MEST


Hellraiser: Deader
Hellraiser: Deader
DVD ~ Doug Bradley
Wird angeboten von filmrolle
Preis: EUR 5,89

4.0 von 5 Sternen Deader, 28. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Hellraiser: Deader (DVD)
Sekten und Okkultismus gehören in jedem Fall zu den Dingen, die mir auch heute noch eine Heidenangst einjagen können. Das liegt aber weniger daran, das ich an diese Dinge glauben würde. Eher daran, das es Menschen gibt die das tun. Die sind für mich nämlich nicht berechenbar, da sie einer mir völlig unbekannten Logik folgen und wahrscheinlich nicht durch eine vernünftige Diskussion, von ihren Vorhaben abzubringen sind.
Wenn dann ein Film mit dieser Grundthematik zu mir kommt, hat er meist schon gewonnen. Wenn man aber auch noch wirklich dreckige Kulissen und eine düstere Atmosphäre zusätzlich zustande bringt, ist es schon mehr als die halbe Miete.

So geschen beim siebten Teil der Hellraiser Reihe. Zugegeben, mit den ersten Teilen hat das alles nun wirklich nicht mehr viel gemeinsam. Aber mir ist es definitiv lieber frischen Wind in eine Serie zu bringen, als immer wieder alles zu wiederholen.

Amy Klein ist eine Reporterin des "London Underground". Eine Zeitung die sich mit diversen menschlichen Abgründen beschäftigt. Aus Bukarest erreicht die Redaktion ein seltsames Videotape, das eine Art Ritual zeigt, bei dem sich eine junge Frau selbst in den Kopf schießt. Als ob das nicht schon seltsam genug wäre, macht sich der Sektenführer an ihrer Leiche zu schaffen und kurz danach steht sie einfach wieder auf. Sie fliegt natürlich direkt nach Rumänien, um der Sache auf den Grund zu gehen. Das sie dort auf einen seltsamen Würfel und einen noch seltsameren Nagelkopf trifft, dürfte klar sein.

Regisseur Rick Bota, der auch schon Teil 6 gedreht hatte, gelingt hier nach meinem Geschmack eine wunderbare Fortsetzung, der den direkten Vorgänger locker in die Tasche steckt. Das liegt einmal an den fantastischen Kulissen und natürlich auch an der Sektenthematik. Die Auftritte von Pinhead finden zu alter Erhabenheit zurück, auch wenn sie nur spärlich vorhanden sind. Allerdings muss man auch mal in Erinnerung rufen, das dies in Teil 1 ebenso war, weshalb ich diese Kritik nie ganz nachvollziehen konnte.
Mit Hauptdarstellerin Kari Wuhrer hat man meines Erachtens einen Volltreffer gelandet, da man ihr die toughe Reporterin in jedem Fall abnimmt, aber zeitgleich ihre Verletzlichkeit spürt. Das große Plus liegt auch nicht zuletzt an der Ruhe, die der Film ausstrahlt. Ich weiß das das viele bemängeln, aber dadurch wird die Atmosphäre für mich immer dichter. Keine überflüssigen Action oder Splattereinlagen, sondern immer nur dann wenn es auch wirklich gebraucht wird.
Natürlich ist jetzt kein hohes Budget am Start gewesen, weshalb der Film jetzt nicht mit einer Multimillionen-Dollar Produktion verglichen werden sollte, aber genau dieser B-Film Charakter mach diesen Teil für mich äußerst sehenswert. Deshalb sollte man das B auch nicht negativ sehen. Mit wenig Geld hat man hier einfach viel erreicht.
Für mich der viertbeste Teil der Reihe.


Hellraiser: Hellseeker
Hellraiser: Hellseeker
DVD ~ Dean Winters
Wird angeboten von Joe2000
Preis: EUR 18,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchwachsen, 28. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hellraiser: Hellseeker (DVD)
Der Film beginnt erstmal mit einem wunderbaren Wiedersehen. Ashley Laurence ist nämlich direkt zu Beginn wieder vorhanden und verkörpert ein weiteres Mal die Figur der Kirstie, nur halt eben viele Jahre später. Die Freude währt allerdings nicht lange, da sie nur eine Nebenrolle inne hat.
Man konzentriert sich nämlich auf ihren Ehemann, der ähnlich wie in Teil 5 von Alpträumen und Visionen geplagt ist. Allerdings erreichen sie niemals die Klasse des Vorgängers. Das liegt aber meines Erachtens daran, das sie immer auf ähnlichem Niveau bleiben und keine Abwärtsspirale zu erkennen ist. Durch diese Gleichförmigkeit ist der Spannungsbogen zu konstant, um wirklich mitzureißen. Cenobiten gibt es wenig zu bestaunen und Pinhead hat ebenfalls nur einige Kurzeinsätze, die aber bei weitem nicht so prägnant in Szene gesetzt wurden, wie noch bei Teil 1. Somit plätschert der Film ein wenig vor sich hin, bis er 15 Minuten vor Schluß nochmal Vollgas gibt und einige wirklich interessante Dinge offenbart. Diese wirken durchaus fulminant und heben den Film in der Endbewertung ein gutes Stück nach oben. Doch Vorsicht! Wenn man sie hinterfragt, wirken sie unglaublich schwachsinnig konstruiert und lassen die Endbewertung auch direkt wieder nach unten segeln.

Bislang also der schwächste Teil der Reihe, der jetzt zwar nicht unbedingt langweilig ist, aber auch nicht richtig zu überzeugen vermag. Kann man sich aber durchaus ansehen, wenn man die Reihe eh komplett durchexerziert. Immerhin versucht er einen direkten Bogen zu Teil 1 und 2 zu spannen, was ihm phasenweise sogar glückt. Allerdings nur inhaltlich und darauf hätte man bei näherer Betrachtung lieber verzichten sollen. Visuell kann er natürlich gar nicht mithalten.


Der Mann mit der Kamera
Der Mann mit der Kamera
DVD ~ Yelizaveta Svilova
Wird angeboten von GLOBAL MEDIEN
Preis: EUR 74,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bahnbrechend, 28. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Mann mit der Kamera (DVD)
Der Mann mit der Kamera von Dziga Vertov, ist mit nichts zu vergleichen was ich bislang gesehen habe. Im ersten Moment ist es eine Dokumentation über das russische Alltagsleben, welche in verschiedene Themen unterteilt wurde. Mal ist es grob die Fortbewegung, mal die Arbeit dann auch wieder Sport und Freizeit. Im Mittelpunkt steht aber stets der Mensch und wie er sich den Fortschritt zu nutzen macht. Dabei benutzt er Bilder die ich 1929 kaum für möglich gehalten hätte. Erstmal von der technischen Seite gesehen, denn was Vertov uns an Perspektiven bietet muß in der damaligen Zeit bahnbrechend gewesen sein. Auch die Effekte die er durch Dopplungen, Bild im Bild und anderen Feinheiten aufzeigt, ist für das Entstehungsjahr unfaßbar. Dann ist das Bildmaterial für dieses Jahrzehnt extrem ungewöhnlich. Oben ohne Aufnahmen und den Blick in den Schritt der Frau nach der Geburt, wären 80 Jahre später in den USA wahrscheinlich immer noch zensiert. Und das präsentiert uns Vertov in einer unglaublichen Schnittfolge. Dabei gibt es keine Schauspieler und auch keine Dialoge und somit natürlich auch keine Untertitel. Jeder der sich für das Medium Film interessiert, kann an diesem nicht vorbeigehen.
Für jeden Filmstudenten sollte der in jedem Fall Pflicht sein.

Hinzu kommt bei der DVD die Möglichkeiten aus 3 verschiedenen Scores auszuwählen. Wegen einem dieser Dreien bin ich erst auf den Film gestoßen, da er von der britischen Band "In the Nursery" komponiert wurde. Da mich diese Band seit Jahren fasziniert war es natürlich ein Pflichtkauf, den ich jetzt in keinster Weise bereut habe. Der Score ist fantastisch und unterstützt das Bildmaterial äußerst eindringlich. Die anderen beiden habe ich noch nicht gehört, aber ohne diese Musik kann ich mir die Bilder nun schwer vorstellen. Obwohl sie 70 Jahre nach dem Film entstanden ist .


Augen der Angst - Peeping Tom
Augen der Angst - Peeping Tom
DVD ~ Karlheinz Böhm

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meilenstein, 28. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Augen der Angst - Peeping Tom (DVD)
Selten schafft es ein einziger Film eine Karriere zu zerstören. "Peeping Tom" gelang dies gleich zweimal. Regisseur Michael Powell bekam nach der völligen Empörung des Publikums und auch der Kritiker kaum noch einen vernünftigen Film angeboten, während Karlheinz Böhm, in den Credits als Carl Boehm bezeichnet, seine meist weiblichen Fans völlig verstörte. Durch seine Rolle als Franz in den Sissi-Filmen war er auf eine bestimmte Darstellung programmiert und versuchte daraus zu entfliehen, was ihm mit "Augen der Angst" fulminant gelang. Wahrscheinlich aber nicht so wie er sich das vorstellte.

Für das Publikum zu Beginn der 60er Jahre war es wahrscheinlich auch einfach des Guten zuviel. Der Film verlangte von seinen Zuschauern auch eine ganze Menge. Man musste dem Mörder bei seinen Taten beiwohnen, aber gleichzeitig Symphatien und Mitleid für ihn empfinden. Schlimmer noch, man wurde mit seiner Psyche konfrontiert und zeigte auf wie er zu dem Monster wurde, das er nunmal war. Mit einigen Bildern und der eigenen Vorstellung wie seine Kindheit ablief, war das Grauen direkt im Kopf vorhanden. Für seine Taten hatte man also eine Entschuldigung, was sicherlich nicht einfach zu verarbeiten war und auch heute noch nicht einfach ist. Ein Frauenmörder der seine Morde parallel aufzeichnet um die Augen im angsterfüllten Moment des Todes auf Zelluloid zu bekommen, dürfte damals die Kinowelt aus den Fugen gerissen haben. Deshalb verschwand der Film auch schnell wieder in der Versenkung. Erst 20 Jahre nach seiner Entstehung veröffentlichte Martin Scorsese den Film erneut und er bekam nun die Anerkenung die er verdiente. Er wurde nun als das gesehen was er ist: Ein Meisterwerk!

Michael Powell spielte mit der Angst der Opfer, des Publikums und nahm sie doppelt auf. Einmal durch die Kamera des Protagonisten und einmal direkt hinter ihm. Die POV Sicht ist auf jeden Fall mal keine Erfindung von "Blair witch Project") Natürlich sind diese Einstellungen nur partiell eingestreut, aber die haben es in sich und kommen ohne Gewackel aus. Die Atmosphäre des Films ist verstörend und irrational, da man selbst nie weiß welche Emotion man gerade durchleben soll. Hinzu kommt das Powell bis auf das erste Opfer, eine vernünftige Charaktereinführung bietet, so das man symphatische Opfer, aber auch einen symphatischen Mörder hat.

Das Tempo ist natürlich sehr ruhig und lebt nicht von Actionsequenzen, sondern von ausgefeilten Dialogen, einem fantastisch aufspielendem Karlheinz Böhm und seiner visuellen Darbietung. Da gibt es cineastische Leckerbissen en masse und auch ein furioses Ende, das das gesamte Grauen erst wirklich sichtbar macht.

Pflichtfilm für jeden Thrillerfreund, der nicht nur an der Jagd auf den Mörder interessiert ist.


Die Mächte des Wahnsinns
Die Mächte des Wahnsinns
DVD ~ Sam Neill
Wird angeboten von Bossversand Multimedia Movie Game and Bookstore
Preis: EUR 18,99

5.0 von 5 Sternen Lesen Sie Sutter Cane?, 28. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Mächte des Wahnsinns (DVD)
"Lesen Sie Sutter Cane?"

Der Versicherungsdetektiv wird auf einen verschwundenen Schriftsteller angesetzt. Dieser hat nämlich sein neuestes Werk nicht pünktlich abgegeben und ist nicht aufindbar. Doch die ganze Welt wartet auf das anstehende Werk und will es endlich in Händen halten. Leider verfallen aber immer mehr Leser nach dem Konsum seiner bisherigen Bücher in den Wahnsinn. Dieses soll nun alles bisherige in den Schatten stellen.

John Carpenter den man Ende der 80er und Anfang der 90er bereits abgeschrieben hatte, meldete sich 1994 fulminant zurück. "Die Mächte des Wahnsinns" gehört definitiv zu seinen stärksten Arbeiten und liefert puren Grusel-Horror ab. Wie aus dem Lehrbuch zaubert er eine abgrundtief böse Atmosphäre, wobei er aber auch nicht mit Humor (Nicht auch noch die Carpenters) und Fantasy Elementen geizt. Trotzdem bleiben diese Einflüsse wohl dosiert und die dunklen Mächte dominieren den Film.
Carpenter hat den Film in drei Abschnitte unterteilt. Der erste Part übernimmt die Vorstellung des Hauptakteurs, sowie die Beschreibung seines Auftrags. Schon in diesem Teil des Films wird eine seltsame Stimmung aufgebaut, die durch äußerst merkwürdige Ereignisse schon den weiteren Weg aufzeigen.
Der mittlere Part ist der längste und zieht den Spannungsbogen kräftig an. Hier befindet man sich mitten im Auftrag und dieser entpuppt sich wirklich als der reinste Horror.
Im letzten Part überschlagen sich dann die Ereignisse.

John Carpenter hat hier bislang zum letzten Mal aufgezeigt, was er für ein großartiger Horrorregisseur ist. Hier stimmt das Tempo in jeder Sekunde, die Atmosphäre ist unverwechselbar und die Dramaturgie ist durchgehend superb. Seine Darsteller spielen absolut fantastisch, wobei man natürlich unbedingt Sam Neill erwähnen muss. Der macht seine Sache unglaublich gut und ich habe trotz vieler anderer großartiger Rollen, seinen John Trent als erstes im Kopf, wenn ich ihn auf dem Bildschirm sehe. Auch der weitere Cast mit Jürgen Prochnow, sowie Charlton Heston ist selbstverständlich großartig und rundet das hohe Niveau ab.

Nur die Musik hätte gerne etwas eindringlicher sein können, da wir da von ihm schon bessere Ideen gehört haben. Nicht das der Score schlecht wäre, aber er hat auf diesem Gebiet nun wahrlich schon Besseres geschaffen.

Obwohl der Film erst 17 Jahre alt ist, kann man ihn aber mit heutigen Produktionen nicht vergleichen. Kein Folterhorror, keine Blutfontänen, sondern perfekte Gruselunterhaltung, bei der man besser seinen Kopf einschalten sollte. Auch das Aussehen des Films erinnert eher an die Jahre zuvor, als an Produktionen danach. Wer also den 80er Touch mag, dürfte hier absolut richtig liegen. Allerdings sollte er trotzdem für jeden Horrorfan Pflichtprogramm sein.


Hellraiser III - Hell on Earth (gekürzte Fassung)
Hellraiser III - Hell on Earth (gekürzte Fassung)
DVD ~ Terry Farrell
Preis: EUR 6,49

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Rezi bezieht sich nur auf die ungeschnittene Fassung, 28. August 2011
Der dritte Teil der Reihe ist für mich gar nicht so einfach zu bewerten. Auf der einen Seite macht er verdammt viel Spaß, aber auf der Anderen kann ich jeden verstehen, der den Film am liebsten in die Hölle schicken würde.
Aus den vorhergehenden zwei Filmen ist vom Cast nur noch Doug Bradley übrig geblieben, wenn man von ein paar Kurzauftritten auf Video von Ashley Laurence mal absieht. Auch der Bezug zu den bisherigen Protagonisten ist komplett abhanden gekommen, wobei man aber die Geschichte von Pinhead weiter ausbaut.
Trotzdem hat er mit Julie wieder eine weibliche Gegnerin bekommen, die von Terry Farrell verkörpert wird. Einige müssten sie noch als Jadzia Dex aus Deep Space Nine kennen. Die Geschichte um sie als Reporterin, die im Traum ihren verstorbenen Vater sucht, finde ich gar nicht mal schlecht. Zudem verkörpert sie die Rolle sehr symphatisch.
Allerdings ist die Atmosphäre des Films eine Andere. Die Erhabenheit ist gewichen und der Look des Films gleicht eher einem Slasher-Sequel. Bunter, lauter, schneller. Die wirklich fürchterliche Weichei-Heavy-Metal-Mucke, tut ihr übriges dazu.
Die ersten 45 Minuten gefallen mir allerdings wirklich gut, da es hier doch eher noch unheimlich zugeht. Danach wird Pinhead eher zu Freddy und meuchelt sich wild durch die Stadt. Seine neu gebauten Cenobiten, die allerdings erst gegen Ende des Films auftreten sind zwar gut gemacht, aber eher witzigerer Natur. Hinzu kommen ein paar blöde Sprüche, die die spärlich vorhandene Hellraiser Atmosphäre weiter in den Hintergrund drängt. Trotzdem ist es alles nicht so negativ wie es sich jetzt vielleicht lesen mag. Spaß macht der Film nämlich trotzdem, wenn man mit der richtigen Einstellung an den Film geht.


Schatten der Vergangenheit
Schatten der Vergangenheit
DVD ~ Sir Kenneth Branagh
Preis: EUR 4,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keinen Covertext lesen!, 28. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Schatten der Vergangenheit (DVD)
"Das ist der Karma-Kreditplan! Kaufe jetzt und zahle bis in alle Ewigkeit!"

Eine Frau schreckt jede Nacht panisch schreiend aus dem Schlaf. Sie befindet sich in einer Klosterschule und wurde dort nur kurzfristig aufgenommen, da sie sich weder an irgendetwas aus ihrer Vergangenheit, noch an ihren Namen erinnern kann. Zudem hat sie auch noch ihre Sprache verloren. Da man ihr dort nicht weiterhelfen kann, engagiert man den Privatdetektiv Mike Church, der dem Kloster eh noch einen Gefallen schuldig ist. Dieser beginnt schon bald mit den Ermittlungen und findet sich schneller als ihm lieb ist, in einem Mordfall wieder der über 50 Jahre zurückliegt.

Kenneth Branagh, Emma Thompson, Andy Garcia und Robin Williams sind Namen die einen normal beim Lesen schon, mit der Zunge schnalzen lassen. Nach der Sichtung dürfte man aber auch dazu nicht mehr fähig sein, da man mit offenem Mund auf den Bildschirm starrt. Branagh der hier vor der Kamera und auf dem Regiestuhl Platz nahm, drehte hier nämlich einen der besten Thriller der letzten 20 Jahre.
Dies liegt zu großen Teilen daran, das hier eine Geschichte erzählt wurde. Die Charaktere werden hervorragend eingeführt und man ist hochgradig an ihnen interessiert. Die Dialogregie ist vortrefflich und bildet auch den Kern des Films. Wie gebannt klebt man an den Lippen und begleitet die beiden Hauptprotagonisten bei den Ermittlungen. Dabei sind die Dialoge dermaßen gut, dass man zweimal im Film, nur durch ein verwendetes Wort, Herzrasen bekommt. Perfektes Kino! Trotzdem ist es kein trockener Dialogfilm, sondern Suspense pur. Vielerorts wird er auch als Hommage an Alfred Hitchcock bezeichnet, was ihm von der Dramaturgie und dem Spannungsaufbau gerecht wird. Vielleicht ist es sogar der beste Hitchcock den er selbst nie gedreht hat. Zumindest besitzt er alle Zutaten. Auch die Romantik kommt auf keinen Fall zu kurz und ist ein wichtiger Bestandteil. Diese Szenen sind ebenso großartig wie der Rest des Plots und man hätte sich gut und gerne auch eine Story in dieser Machart vorstellen können. Wie aber bei Hitchcock selbst, wird man auch hier durch kleine Gegenstände im Bild wieder herausgerissen und darauf hingewiesen, das es in dieser Richtung nicht weitergehen wird.

Beeindruckend sind auch die in schwarz/weiß gedrehten Szenen, die uns mehr als glaubhaft ins Jahr 1948 zurückversetzen. In diesen Szenen bekommt man die Basis auf die Geschehnisse 1991 präsentiert und sie sind ein immens wichtiger Bestandteil des Films. Insgesamt sind diese Wechsel für den Spannungsaufbau äußerst wichtig. Während einem in der ersten Stunde des Films die Charaktere ans Herz wachsen, zieht er danach die Spannungsschraube gnadenlos an. Der Schnitt im Finale gehört dann auch wirklich zum Allerbesten. Dies bedeutet allerdings nicht, dass in der ersten Stunde keine Spannung zu finden wäre. Dafür ist einmal die Geschichte selbst viel zu interessant und zudem gibt es gibt zahlreiche Einfälle die die Schlinge enger legen.

Natürlich muss man trotzdem ruhig inszenierte Thriller mögen. Die Klientel des Action und Gewaltfilms wird mit der Dramaturgie nichts anfangen können. Allen anderen kann ich nur eine klare Empfehlung aussprechen. Für mich absolute Höchstwertung und wahrscheinlich in meiner ewigen Top 20, die allerdings nur imaginär existiert.

Noch ein Tipp: Man sollte vor der Sichtung am besten nicht mehr wissen, als in der Rezension zu lesen ist. Kein Covertext noch sonst irgendwelche Inhalte. Selbst die Cast & Crew Informationen sollte man meiden, außer denen die oben zu finden waren. Dann klappt es auch mit dem Filmgenuss!


Amer [UK Import]
Amer [UK Import]
DVD ~ Cassandra Forêt
Wird angeboten von DaaVeeDee-DEU
Preis: EUR 24,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kunst-Giallo, 28. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Amer [UK Import] (DVD)
Was ist "Amer"? Die wortgetreue Übersetzung wäre "bitter". Diesen Beigeschmack dürften viele Konsumenten haben, die sich nach dem Film fragen, was das alles sollte. Wer einen klar strukturierten Thriller mit Mord, Motiv und Auflösung haben wollte, dürfte sich mit Sicherheit ärgern. Das ist "Amer" auf keinen Fall. Was ist er aber dann? Ein Giallo, wie er im Vorfeld oftmals benannt wurde? Jein! Er hat viele Zutaten aus dem Subgenre, aber nicht die Struktur. Das Farbenspiel ist umwerfend und klar an Bava sowie Argento angelehnt. Die Bewunderung an die beiden Herrschaften ist deutlich und wird weit über das normale Maß zelebriert. Ob in der Farbgebung, der Locations oder der Kameraführung, alles riecht nach Giallo. Zudem sind die spärlichen Musikeinsätze grundsätzlich Originalwerke von Morricone oder Cipriani, die in alten Vertretern des Genre bereits zu hören waren. Trotzdem ist alles anders und auch wieder nicht. Es gibt kaum Dialoge, Musik ist selten zu vernehmen und keine Rätsel, wer denn hier nun der Bösewicht ist. Am ehesten kann man "Amer" als Kunstfilm in Giallo-Optik bezeichnen. Die Dreiteilung der Handlungsstränge, die fast völlig zusammenhanglos wirken, sind teilweise nicht erklärbar. Es wirkt auf den ersten Blick absolut konzeptlos und dennoch aufregend. Ein deutlicher Hang zu "Style over Substance" wird ihm nachgesagt und das ist auf den ersten Blick völlig korrekt. Zu sehr badet er in seinen eigenen Bildern, als das man irgendwann noch an eine tiefsinnigere Handlung glaubt. Doch halt! Vielleicht hat man auch etwas übersehen. Möglicherweise ist es doch nicht nur ein bunter Bilderrausch, der Kennern des Genres Augen-Closeups von Fulci bietet. Eventuell ist hier doch etwas vergraben. So seltsam es klingen mag, aber dieser völlig overstylte Kunstfilm geht im Grunde in die Analyse. Er zerlegt den Giallo in seine Einzelteile, durchleuchtet ihn und bietet damals gerne genommene Rückblenden chronologisch. Ebenso die Motivationen hinter den Taten. Es kann aber auch sein, das ich völlig falsch liege und sich das Regie-Duo bei meinen Worten ins Fäustchen lachen würde.

Egal! "Amer" ist ein fantastischer Film der mich unglaublich beeindruckt hat und für mich einen hohen Wiederanschauungswert besitzt. Die Atmosphäre ist einfach phänomenal und in vielen Szenen kommt dadurch eine unglaubliche unterschwellige Spannung auf. Die Melange von Bild und Geräuschen ist überragend und sollte jedem Kunstfilmfan zusagen. Der Giallo-Fan kommt ebenfalls auf seine Kosten und wenn es nur der Wiedererkennungseffekt von vielen Szenen und Stilmitteln ist. Wer mit Filmexperimenten allerdings nicht viel anfangen kann und lieber klare Strukturen bevorzugt, sollte definitiv die Finger davon lassen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 17, 2011 4:27 PM CET


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