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Beiträge von Peter J. König
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Rezensionen verfasst von
Peter J. König

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Schön. Schnell: Die Frauen in der Formel 1
Schön. Schnell: Die Frauen in der Formel 1
von Elmar Brümmer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frauen sind schon seit langem nicht nur mehr Beiwerk der Formel 1, 25. April 2014
Dieser kurzweilige Bildband aus dem Delius Klasing Verlag thematisiert die Formel 1 und hier vielleicht die anmutigste Seite, die diese Spitzen-Rennserie, die so reich an glamourösen Bildern ist, hervorbringt. Zweifellos ist diese Position dem weiblichen Geschlecht vorbehalten.

Wer aber glaubt, dass damit allein die Grid-Girls, Groupies oder Boxenluder gemeint sind, hat nur einen sehr oberflächlichen Blick auf die Formula 1 geworfen oder ihn fasziniert außer der Technik, den Rundenzeiten oder den Blick auf`s Treppchen überhaupt nichts. Mit dieser Unkenntnis räumt der Bildband des Motorsport-Journalisten Elmar Brümmer und dem Motorsport-Fotografen gehörig auf. Schon in den 1950iger Jahren gab es Frauen, die den Rennsport nicht nur als schickes Beiwerk schmückten, sondern mit der Italienerin Maria Teresa de Filippis wurde 1958 die rein männliche Domäne mit dem ersten weiblichen Formel- 1-Debüt durchkreuzt. Bis dahin haben sich Frauen damit begnügt, die Rundenzeiten für ihre Motorheroen zu messen oder aber sich gekonnt vor den Boliden ablichten zu lassen. Dies war jetzt anders.

Wenn es auch immer wieder nur gelegentlich Einsätze von Frauen im Cockpit der Formel 1 Renner gab, in der Organisation des Rennsports, aber auch im technischen Bereich war ihr Einsatz immer mehr gefragt. Heutzutage geht ohne die fachliche Kompetenz von Frauen im Formel -1-Geschäft überhaupt nichts mehr. In anderen Rennserien, wie etwa Indy-Car oder DTM sind die Damen harte Konkurrenten geworden, wenn sie nicht gleich die Siegerin stellen. Ebenso gilt dies für den Rallyesport. Damit der interessierte Leser einen Überblick über den Gesamtinhalt bekommt, hier die einzelnen Kapitel dieses Buches:

Speed Women
Perlen im Publikum
Business Women.
Grid Girls
Super Women
Flashback
Scharfe Kurven und lange Geraden
Essay

Wie Sie dem Verzeichnis entnehmen können, meine Herren, gibt es neben der sachlichen Dokumentation natürlich auch die ästhetische Komponente, die einen solchen Bildband so anziehend macht. Neben den wunderschönen Frauen und Freundinnen der Rennfahrer, und dies war früher genauso wie heute, denn die Jungs können aus einem unerschöpflichen Reservoir schöpfen, sind es die Mädels an der Strecke, die nicht mit ihren Reizen geizen. Dieses dokumentiert der Fotograf Ferdi Kräiling reichlich. Hinzu kommen schöne, junge Grid-Girls jeglicher exotischer Couleur, da eben wo die Rennen gestartet werden. Insofern bietet der Bildband von Delius Klasing eine gelungene Mischung zwischen Information und attraktiver Darstellung über das Verhältnis des weiblichen Geschlechts und der Formel1. Alles hier zu verraten würde zu weit führen, nur soviel noch, der Blick in die Rennsport begeisterte Damenwelt lohnt sich, getreu dem Titel: Schön.Schnell.

Empfehlenswert


Untergetaucht: Eine junge Frau überlebt in Berlin 1940 - 1945
Untergetaucht: Eine junge Frau überlebt in Berlin 1940 - 1945
von Marie Jalowicz Simon
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jüdisches Überleben unter der Schreckensherrschaft der Nazis, 24. April 2014
Selten hat eine Biographie durch solche schonungslose Offenheit überzeugt, wie die hier dargelegte Erfahrung einer jungen Jüdin, die im Jahre 1942 unmittelbar vor ihrer Deportation in ein Konzentrationslager entschied, in den Untergrund zu gehen, um so unentdeckt vielleicht die Nazizeit zu überleben oder eventuell sich den Schergen durch Flucht ins sichere Ausland zu entziehen. Das im S. Fischer-Verlag erschienene Buch sind die Erinnerungen der damaligen Abiturientin Marie Jalowicz, Tochter eines angesehenen jüdischen Rechtsanwaltes in Berlin. Über 50 Jahre schwieg die spätere Professorin für Antike Literatur und Kulturgeschichte an der Humboldt-Universität und vermied es selbst ihrem Sohn Hermann Simon auch nur andeutungsweise von ihren Erinnerungen aus dieser Zeit zu erzählen.

Erst kurz vor ihrem Tod, Marie Jalowicz Simon starb 1998, entschloss sie sich auf eindringliches Bitten ihres Sohnes hin, er war mittlerweile Direktor der Stiftung Neue Synagoge Berlin-Centrum Judaicum, ihre zeitgeschichtlich so wichtigen Erfahrungen im Untergrund von Berlin in den letzten Kriegsjahren der Nachwelt zukommen zu lassen. Auf 77 Tonbändern wurden ihre Erinnerungen festgehalten, die Autorin Irene Stratenwerth hat zusammen mit Hermann Simon dieses entlarvende Buch über den verkommenen Zustand jenes Nazi-Deutschlands zu Papier gebracht.

Dass die 19jährige Jüdin überhaupt sich entschloss, sich nicht wie die allermeisten Glaubensgenossen von den national-sozialistischen Mördern abtransportieren zu lassen, verdankt sie ihrem unbändigen Willen überleben zu wollen. Dass dies ihr auch gelang, beruht auf ihrer Intelligenz und ihrer Auffassungsgabe für sie gefährliche Situationen sofort zu erkennen, um selbstbeherrscht rational immer wieder nach neuen Auswegen zu suchen. Dabei nahm sie alle Pein auf sich und sie war sich nicht zu schade, auch sexuell ausgebeutet zu werden. Ständig musste sie neue Verstecke suchen, sich bei Menschen einquartieren, die bereit waren ihr Unterschlupf zu bieten, um sie dann mit allen möglichen Arbeiten schonungslos zu belasten. Selbst die spontanen Verlobungen mit einem bulgarischen und einem holländischen Fremdarbeiter dienten dazu, wieder einmal für eine gewisse Zeit überleben zu können. Dabei grenzt es an ein Wunder, dass Marie Jalowicz sich jeder brenzligen Situation vor Entdeckung entziehen konnte, zumal die Bombenangriffe auf Berlin immer verheerender wurden und Wohnraum kaum noch vorhanden war. Immer wieder gelang es ihr durch permanenten Ortswechsel ihre wahre jüdische Identität zu verbergen, ihr Organisationstalent schaffte es wenigstens, ein Minimum an notwendiger Nahrung aufzutreiben.

Neben den unglaublichen Willensanstrengungen von Marie Jalowicz zu überleben, besteht der wahre Wert dieses Buches darin, hautnah zu erfahren, wie die Deutschen, und dies speziell in den unteren Schichten, denn dort suchte die Protagonistin ihre Chance sich im Untergrund zu verbergen, gegenüber dem Regime eingestellt waren, ob sie bereit waren zu helfen oder wie weit der bedingungslose Gehorsam gegenüber den Nazis ausgeprägt war. Diesbezüglich liefert das Buch einen erkennenswerten Eindruck, es zeigt den Zustand dieser bestimmten deutschen Gesellschaftsschicht zum Ende der Nazizeit von innen heraus. Es zeigt aber auch, wie es Hitler und seine Gesellen geschafft haben, innerhalb von wenigen Jahren eine Gesellschaft verrohen zu lassen und den Mord an den Juden als etwas Selbstverständliches zu betrachten, von den meisten zumindest.

Dass Marie Jalowicz dieses alles überlebt hat, grenzt wirklich an ein Wunder. Dass sie Deutschland nach der Kapitulation und der Erlangung ihrer persönlichen Freiheit aber nicht fluchtartig verlassen hat, ganz im Gegenteil in Berlin blieb, um hier zu studieren und um sich ein eigenes Leben aufzubauen, obwohl so viele Verwandte und Freunde von ihr von den Nazis getötet worden waren, zeigt, dass sie an ein anderes Deutschland geglaubt hat, ein Deutschland der Werte, die sie zuvor von ihren Vorfahren erklärt bekam, gerade weil sie Juden waren.

„Untergetaucht“ ist ein beeindruckendes Buch, das nicht nur sehr nachdenklich macht, was die deutsche Vergangenheit anbetrifft. Es ist damit ein unverzichtbares Zeitdokument. Aber ebenso berührend ist, mit welchem starken Willen und welcher unantastbaren Persönlichkeit diese junge Frau sich gegen ihr vermeintliches Schicksal gestemmt hat und dabei alles auf sich nahm, um zu überleben.

Sehr empfehlenswert


Veuve Clicquot: Die Geschichte eines Champagner-Imperiums und der Frau, die es regierte (dtv Sachbuch)
Veuve Clicquot: Die Geschichte eines Champagner-Imperiums und der Frau, die es regierte (dtv Sachbuch)
von Tilar J. Mazzeo
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die bemerkenswerte Biografie einer der größten Unternehmerinnen der Wirtschaftsgeschichte., 24. Januar 2014
Veuve Clicquot Ponsardin eines der führenden Champagnerhäuser unsere Zeit hat schon seit dem Ende des 18. Jahrhunderts einen höchst respektablen Klang, gilt als Inbegriff des luxuriösen Genusses auf allen Märkten weltweit und gehört zu den bekanntesten Labels überhaupt. Wie es dazu kam und welche Person unverrückbar damit verbunden ist, ohne die diese Weltmarke niemals zustande gekommen wäre, schildert dieses spannende und überaus informative Buch.

Madame Barbe-Nicole Clicquot Ponsardin ist als Tochter des reichen Tuchhändlers Monsieur Ponsardin in Reims in den Wirren der Französischen Revolution aufgewachsen, hat den Sohn des ebenfalls begüterten Mitbewerbers im Tuchhandel und Nachbarn Monsieur Clicquot geheiratet, dessen ganze Leidenschaft dem Weinhandel galt. Weine besonderer Güte wurden schon immer an den Hängen der Berge im Marnetal angebaut. Diese galt es innerhalb und außerhalb Frankreichs zu vermarkten, eine Aufgabe und ein neuer Geschäftszweig, dem sich das junge Ehepaar mit aller Kraft widmete. Doch das Familienglück sollte nicht von langer Dauer sein. Wenige Jahre später wurde aus Madame Clicquot Ponsardin die Witwe, "Veuve Clicquot Ponsardin", die nun mit einer kleinen Tochter und dem gerade erst sich mit Schwierigkeiten entwickelnden Weinhandelshaus alleine dastand. Ohne eine kaufmännische Ausbildung, nur mit Intelligenz und einem unbändigen Willen ausgestattet, entschied sie, alleine das Unternehmen zu betreiben. Dies sollte nicht nur der Beginn einer der größten weiblichen Unternehmenskarrieren aller Zeiten werden, sondern durch die Erweiterung der Weinherstellung zu einer fortan revolutionären Champagnerproduktion wurde die Witwe Clicquot zu einer der reichsten Frauen Frankreichs, ja der ganzen Welt.

Dabei waren die Zeiten alles andere als hilfreich für den Aufbau eines internationalen Handelshauses. Die napoleonischen Kriege, politische Umstürze und Handelsbarrieren, einhergehend mit miserablen Weinernten in der nunmehr als Champagne bekannten Landschaft um Reims stellten die später als „grande dame“ gefeierte Madame Veuve Clicquot vor fast unlösbare Aufgaben. Letztendlich hat sie diese Probleme mit der ihr eigenen Weitsicht, dem Mut zum Risiko und ihrem unermüdlichen Arbeitswillen gemeistert. In Russland und in England war ihr Champagner legendär und dort auch konnte sie ein sagenhaftes Vermögen verdienen. Dies investierte sie wiederum in neue Weinbergs Lagen, erwarb Landsitze und Schlösser und hatte Zugang zu den allerhöchsten Adelskreisen in ganz Frankreich.

Im Zuge ihrer Expansion entwickelte sie neue Verfahren bei der Champagnerherstellung und sie war die erste Unternehmerin überhaupt, die sich die Mitarbeit externer Manager sicherte und nicht allein auf Familienmitglieder zurückgriff, was sich als überaus erfolgreich herausstellte und wegweisend für die zukünftige, allgemeine Unternehmenskultur werden sollte.

Da in der Literatur so gut wie gar nichts über das Leben und Wirken von Madame Veuve Clicquot Ponsardin veröffentlicht worden ist, im Gegensatz zur Firmengeschichte des Champagnerhauses Veuve Clicquot Ponsardin in Reims, das ihren Namen trägt und heute mehr denn je für ein besonderes Trinkvergnügen steht, ist das hier vorliegende Buch von großer Bedeutung. Nicht nur das die Entwicklung des Champagners hier deutlich gemacht wird, der Leser hat auch einen sehr erhellenden Einblick in die europäische Geschichte des 18. und 19. Jahrhundert, die Entwicklung der fortschreitenden Industrialisierung mit der neuen Mobilität durch die Eisenbahn, bis hin zum Gezeitenwandel der französischen Gesellschaft und welche Rolle die Frauen dabei spielten oder auch nicht.

Die Autorin Tilar J. Mazzeo hat mit viel Akribie und voller Neugierde das Leben von Madame Clicquot Ponsardin recherchiert. Neben unendlichen Stunden in Archiven hat sie alle jene Plätze aufgesucht wo "La Veuve Clicquot" gelebt und gearbeitet hat. Sie hat mit den Menschen in der Champagne gesprochen, um zu erfahren, ob und wieweit das Leben der "grande dame" hier noch nachwirkt. Alles zusammen wurde zu einem sehr lesenswerten Buch zusammengefasst, das nicht nur exemplarisch eine einzigartige Unternehmerpersönlichkeit skizziert sondern auch eine ganz besondere Frau würdigt.

Sehr empfehlenswert


Piazzolla: Tango Nuevo
Piazzolla: Tango Nuevo
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Astor Piazzolla, der Meister des Tango., 15. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Piazzolla: Tango Nuevo (MP3-Download)
Astor Piazzolla ist wohl einer berühmtesten Interpreten und Komponisten des Tangos. Geboren in Mar del Plata, einem Badeort an der argentinischen Atlantikküste, unweit von Buenos Aires am 11. März 1921, ging seine Familie als er vier war nach New York, um dort wirtschaftlich besser Fuß zu fassen. Der Stadtteil Greenwich Village, zu dieser Zeit ein Schmelztiegel von Einwanderern aus jüdischen, italienischen und irischen Familien war alles andere als erbaulich. Armut und Gewalt prägten das Bild und bestimmten den Tagesablauf. Gedanklich in ihrer argentinischen Heimat, schenkte der Vater dem jungen Astor sein erstes Bandoneon im Alter von acht. Durch die Musik dieses Instruments wollte man den Alltag und das Umfeld vergessen und so zumindest mit Argentinien verbunden sein. Nur auf Wunsch des Vaters erlernte der Achtjährige das Bandoneon zu spielen.

Dies war der Beginn einer außerordentlichen musikalischen Karriere und einem Welterfolg, der über den Tod von Astor Piazzolla im Jahre 1992 ungebrochen andauert. Tango war Piazzollas ganze Leidenschaft. Ursprünglich die Musik von afrikanischen Sklaven, die nach Kuba und Südamerika verschleppt wurden, erreichte sie die Städte Buenos Aires und Montevideo am La Plata Delta zu einer Zeit als viele Emigranten aus Europa dort versucht haben, sich ein neues Leben aufzubauen. So wurde der Tango die Musik der einfachen Leute, voll Rhythmus und Erotik in den Armenvierteln der Städte in Argentinien und Uruguay. Als der Musiker sechszehn war, kehrte die Familie Piazzolla aus den USA nach Argentinien zurück und ließ sich in Buenos Aires nieder. Nun kam Astor mit den Wurzeln des Tangos in Kontakt, die größten Interpreten dieser Zeit waren seine Lehrmeister. Als Bandoneon-Spieler trat er in die angesagtesten Orchester ein. Gleichzeitig begann er 1940 mit dem Studium der Musik von Stravinsky, Prokofiev und Bartok, deren Einflüsse sich später in dem von Piazzolla weiterentwickelten „Tango Nuevo“ sehr deutlich bemerkbar machen sollten. Ein Stipendium führte den Musiker nach Paris zu der Komponistin und Musikpädagogin Nadia Boulanger, die ihn endgültig von seiner wahren Berufung überzeugte, den Tango weiter zu entwickeln, zu dem was er heute ist. Gepaart mit klassischen Elementen hat Piazzolla aus der Musik der Vorstädte einen Tango komponiert, der zur eigentlichen Musik der Argentinier wurde, in der sie ihren Seelenzustand von Heimweh, Rhythmus und Temperament erfühlen konnten.

Sie ist die musikalische Identifikation aller Argentinier und hat sie rund um den Erdball begleitet. Das hier vorliegende Album wurde nicht selbst von Piazzolla eingespielt, sondern ist eine Hommage an den einzigartigen Komponisten und Bandoneon-Spieler. Der argentinische Violinist Tomas Cotik und der aus Shanghai stammende und in Florida lebende Pianist Tao Lin spielen einige der bekanntesten Stücke von Piazzollas Tango Nuevo, einer Weiterentwicklung des klassischen Tango, ergänzt durch die Einflüsse von Klassik, Jazz, Rock und Klezmer-Musik. Trotz der vergangenen Jahrzehnte hat diese Musik an Frische nichts verloren, ganz im Gegenteil, sie ist mittlerweile erneut angetreten um einen weiteren Siegeszug um die Welt führen, ganz im Sinne von Astor Piazzolla. Folgende berühmten Kompositionen sind auf dem Album zu hören:

1. La muerte del ángel Histoire du Tango
2. Bordel 1900
3. Café 1930
4. Night-Club 1960
5. Concert d'aujourd'hui
6. Melodia en la menor
7.Tango en la menor
8. Milonga sin palabras
9. Fuga y misterio
10. Ave Maria
11. Yo soy Maria
12. Oblivion
13. Aire de la zamba nina
14. Le grand Tango
15. Libertango

Tango Nuevo ist ein anspruchsvolles Album, das jeden Liebhaber der Musik von Piazzolla begeistern wird. Hier findet er alles, was diese einmalige Musik ausmacht, Seelentiefe gepaart mit neuzeitlicher Klassik, Temperament und Rhythmus und immer wieder die Sehnsucht, die den Komponisten nie losgelassen hat.

Empfehlenswert


Kings of Swing Op. 1
Kings of Swing Op. 1
Wird angeboten von Polyphon
Preis: EUR 16,39

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Welch ein Swing-Erlebnis!, 9. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Kings of Swing Op. 1 (Audio CD)
Wer hierzulande den Swing liebt, der kennt unter Garantie auch die SWR Big Band. Sie gilt als eine der besten Big Bands weltweit. Seit 2002 gab es vier Grammy-Nominierungen, was alleine schon für die außerordentliche Klasse dieses Ensembles spricht. Nachdem ihr im Jahre 2011 mit „Bossarenova“ ein sensationelles Album in dieser südamerikanischen Musik gelungen ist, wurde die Band für den „Premio da musica Brasilera“ vorgeschlagen.

Dies war nicht der erste Beweis, dass die SWR Big Band in der Lage ist Musikstile unterschiedlichster Herkunft auf höchstem Niveau zu produzieren. Voraussetzung für solch musikalische Höhenflüge ist die Tatsache, dass nur die allerbesten Musiker in die Band aufgenommen werden, jeder für sich ein hervorragender Solist.

Alle 17 zusammen bilden dann die Einheit, die es ermöglicht Musik von solcher Klasse hervor zu bringen. Dabei haben sie auch immer wieder die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Künstlern gesucht, wie z. B. Max Mutzke oder Götz Alsmann, aber auch Ivan Lins, Roy Hargrove, Roberta Gambarini, Patti Austin und Sammy Nestico, der ebenfalls eine Grammy-Nominierung vorweisen kann. Das hier vorliegende Album wurde mit der studierten Jazz-Sängerin Fola Dada aufgenommen.

In der Jazz- und Soulszene ist sie eine bekannte Größe. Sie hat die Kandidaten bei Dieter Bohlens Sendung DSDS stimmlich gecoacht, hat als Frontsängerin bei der Bass-Legende Hellmut Hattler in dessen Band mitgewirkt, eine eigene Band gegründet, als Dozentin an drei Musikhochschulen gearbeitet und ist gleichzeitig Chefin ihrer eigenen Gesangsschule, dem Stimmwerk in Stuttgart. Zudem beherrscht sie den Stepptanz à la Fred Astaire perfekt. Die SWR Big Band und Fola Dada haben nun dieses Swing Album eingespielt und es Opus One nach einer Komposition des berühmten Trompeters Sy Oliver benannt. 1944 wurde daraus mit dem Orchester Tommy Dorsey ein Riesenhit. Welche weiteren musikalischen Highlights auf dieser außerordentlichen CD von all diesen Ausnahme-Musikern noch intoniert worden sind, zeigt die folgende Auflistung:
1. Opus One
2. Why Don't You Do Right
3. Marie
4. Diamonds Are The Girl's Best Friend
5. At Last
6. Stealin`Apples
7. A Tisket A Tasket
8. And The Angels Sing
9. Isfahan
10. Flight Of The Bumbiebee
11. Trumpet Blues
12. Almost Like Being in Love
13. Swing That Music
14. What A Wonderful World

Jedes Stück für sich ist ein musikalisches Erlebnis, zusammen sind sie ein mitreißendes Potpourri durch die Klangwelt des Swings. Die Stimme der Sängerin Fola Dada ergänzt perfekt die musikalische Untermalung der Ausnahme-Band. Gemeinsam entwickeln sie einen solchen Drive, dass man binnen Sekunden komplett in den Bann gezogen wird. Der Gemütspegel steigt sprunghaft an, die Sinne können sich dem musikalischen Rausch nicht entziehen. Zur Abkühlung werden getragene Melodien, Welthits allesamt, eingestreut und alles ist optimal arrangiert. Dabei wird man nicht müde, die wunderbare CD immer wieder aufzulegen, selbst wenn man nicht zu den ausgesprochenen Swing-Jüngern gehört. Fazit: Tolle Musik, faszinierende Künstler und ein einmaliges Klangerlebnis.

Sehr empfehlenswert.


Perfidia
Perfidia
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nat King Cole vom Besten., 19. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Perfidia (Audio CD)
Er war einer der besten Entertainer des letzten Jahrhunderts und vielleicht der beste Sänger im Unterhaltungsbereich überhaupt. Seine Stimme ist einfühlsam und mit dem nötigen Schmelz, um seine Millionen von Fans in den Bann zu ziehen. Seine Bühnenshows und Fernsehauftritte sind legendär. Die Rede ist von Nat King Cole.

Viel zu früh verstorben, im Alter von 46 Jahren im Jahre 1965, war er noch lange nicht auf dem Zenit seiner Karriere angekommen. Doch bereits ein Weltstar, hat seine Musik zu bezaubern verstanden. Seine absolute Stärke besteht darin, eine ganz besonders romantische Aura herbei zu zaubern, ein Umstand der bei einem intimen Rendezvous wirklich nicht zu unterschätzen ist. Aber auch seine Jazz-Interpretationen, die ebenso Weltruhm genießen, zeigen welche absolute Bannbreite Nat King Cole imstande war zu performen.

Die Größe eines Künstlers zeigt sich dadurch, dass er Unsterblichkeit mit seiner Kunst erlangt. Nach diesem Kriterium ist er in seinem Metier mit der Größe. Nach seinem Tod hat sein Ruhm nicht nachgelassen, ganz im Gegenteil. Durch die neuen Kommunikationsmittel wurde erneut ein Hype nach seiner Musik ausgelöst.

Perfidia ist ein Album, das, komplett in spanischer Sprache gesungen, eine Reihe von Welthits enthält, Evergreens, die auch heutzutage die Faszination auslösen, die sie seit ihrem Erscheinen innehatten. Wenn nachfolgend die einzelnen Titel aufgeführt werden, beginnt sofort die Musik in den Ohren zu klingen.
Also:
1. Cachito
2. El Bodeguero
3. Quizás, Quizás, Quizás
4. Te Quiero Dijiste
5. Noche De Ronda
6. Perfidia
7. Ansiedad
8. Ay Cosita Linda
9. Acercate Más
10. Maria Elena
11. Aquellos Ojos Verdes
12. Capullito De Alheli
13. Nadie Me Ama
14. Arrivederci Roma
15. Fantástico
16. Tu Mi Delirio

Das Album Perfidia gehört bestimmt zum Besten, was Nat King Cole im Bereich „Romantics“ aufgenommen hat. Dabei eignen sich die Interpretationen auf Spanisch ganz besonders, um einen Sehnsuchtsschub auszulösen. Und wer sträubt sich schon freiwillig gegen eine solche Gefühlsattacke, wenn sie so einfühlsam und gekonnt musikalisch vorgetragen wird. Darin kann kaum einer im gesamten Musik-Business mit Nat King Cole mithalten.

Sehr empfehlenswert.


Häuser des Jahres: Die besten Einfamilienhäuser 2013
Häuser des Jahres: Die besten Einfamilienhäuser 2013
von Hubertus Adam
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 59,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Architektonische Meisterleistungen., 6. Dezember 2013
Wenn man das Buch mit dem Titel Häuser des Jahres vor sich liegen sieht, ist man zunächst etwas ratlos, worum es sich hierbei eigentlich handeln soll. Aber schon auf der zweiten Seite wird klar, dass dieser Bildband die besten Einfamilienhäuser 2013 vorstellt. Eine Jury von ausgezeichneten Architekten mit internationalem Ruf haben aus einer Vielzahl von Bewerbungen aus Europa und Übersee die Objekte heraus gesucht, die in Ihren Augen innovative, ja futuristische Architektur verkörpern. Dabei ist nicht entscheidend, ob die Häuser möglichst spektakulär oder gar mondän sind. In erster Linie waren Kreativität und Einfallsreichtum der Architektinnen und Architekten gefragt. Interessanterweise sind die ersten Preise alle an Einfamilienhäuser in der Schweiz vergeben worden. Es wird gemutmaßt, dass dieses überwiegend mit der Topographie des Landes zu tun hat, da durch die gebirgige Silhouette in vielen Regionen des Alpenstaates Häuser oftmals in Hanglagen gebaut werden. Dies bedeutet eine spezielle Herausforderung, ermöglicht aber auch besondere Entwürfe. Überall in der Schweiz, aber ganz bestimmt an den vielen Hängen der eidgenössischen Bergseen sind Einfamilienhäuser von ganz besonderer Qualität und stilistischem Reiz entstanden, man denke nur an die Refugien im Tessin.

Aber es gibt auch genügend andere Herausforderungen, die durch den Einfallsreichtum der Architekten gemeistert wurde. Einmal galt es einen Bauernhof neu zu gestalten oder ein altes Weingut durch das entsprechende Ambiente mit Leben zu erfüllen. Trostlose Stadthäuser bekommen ein modernes Kleid, während das Interieur durch einen entsprechenden Minimalismus Galerie artige Züge erhält. Natürlich werden auch prachtvolle Villen im Grünen oder in den besten Lagen angesagter Städte gezeigt. Das Spektrum ist weit gefächert, die Jury hat die unterschiedlichsten Einfamilienhäuser ausgezeichnet, ganz nach dem Gusto des Betrachters. Beginnend mit ein paar spektakulären Entwürfen, als Entree sozusagen, wird danach anhand eines Inhaltsverzeichnisses ein erster Überblick vermittelt. Dabei steht zuvorderst ein Beitrag mit der Überschrift: Über dieses Buch. Hier wird Zweck und Inhalt erklärt, also warum dieser Bildband überhaupt entstanden ist. Danach wird die Jury vorgestellt. Hubertus Adam, einer der Autoren, geht im Folgenden auf die Frage ein: Einfamilienhäuser-ein ambivalentes Phänomen.

Schließlich beginnt der Reigen der ausgezeichneten Objekte, insgesamt 50 an der Zahl. Als erstes natürlich der 1. Preis mit dem Titel: Haus über der Landschaft in Nuglar. Hierbei handelt es sich um einen holzverkleideten Baukörper, der auf einer Grundplatte stehend, ebenerdig rundum verglast, auf schmalen Betonsäulen ruht. Danach folgen die 5 nächst Platzierten unter der Rubrik Auszeichnungen. Alle weiteren haben von der Jury eine besondere Anerkennung erhalten, was so viel bedeutet, dass es sich hierbei ebenfalls um hervorgehobene Entwürfe handelt. Alle Häuser sind bestens bildlich dargestellt worden, sowohl von außen, als von innen. Spezielle Details wurden fokussiert, das jeweilige Umfeld, ob Park, Landschaft oder Straßenzug wurde mit einbezogen. Neben den Fotografien wird jedes Objekt an Hand eines ausführlichen Begleittextes vorgestellt, ebenso die jeweiligen Architekten mit ihrem Konterfei unter Benennung ihres Büros. Bauzeichnungen der einzelnen Geschosse mit Erläuterungen nebst Seitenansicht und Lageplan vervollständigen das Bild. Die Gebäudedaten geben Aufschluss über Grundstückgröße, Wohnfläche, zusätzliche Nutzfläche, Anzahl der Bewohner, die Bauweise(Materialien), Primärenergiebedarf, Baukosten gesamt, Baukosten je qm, Baubeginn und Fertigstellung. Dass nicht immer die Kosten genannt werden ist verständlich, denn immerhin handelt es sich hierbei um Privathäuser.

Alles in allem ist dieser Bildband über Einfamilienhäuser äußerst interessant gestaltet, zeigt er doch was architektonisch alles möglich ist. Zudem ist er besonders inspirativ, was den Betrachter bestimmt reizt, wenn er sich mit dem Gedanken trägt, demnächst seine Hausbaupläne zu verwirklichen. Architekten und Bauingenieure müssen da nicht extra animiert werden, sie bewegt schon die berufliche Neugierde.

Empfehlenswert.


Bigbands Live Benny Goodman - Stadthalle Freiburg 15.10.1959
Bigbands Live Benny Goodman - Stadthalle Freiburg 15.10.1959
Preis: EUR 9,42

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Benny Goodman, the King of Swing., 5. Dezember 2013
Dieses einmalige Dokument einer der größten Swing- Master aller Zeiten wurde auf der Deutschland- Tournee am 15. Oktober 1959 in der Stadthalle Freiburg aufgenommen und ist ein Live-Mitschnitt des damaligen Südwestfunks. Um wen es sich dabei handelt, ist schnell ausgemacht. Der begnadete Band-Leader und Klarinetten-Virtuose Benny Goodman hat mit einer Vielzahl ebenfalls phantastischer Musiker, die zum Teil selbst eigenen Orchestern vorstanden, diese legendäre Deutschland-Visite unternommen. Sie war ein überwältigender Erfolg. Swing war angesagt und dieser vom Feinsten.

Obwohl mittlerweile fast 55 Jahre her, hat die Musik von ihrer Faszination nichts verloren, ganz im Gegenteil. Kaum wird das erste Stück angespielt, fällt der geneigte Hörer in den entsprechenden Swing-Modus. Welche Frische, welche Leichtigkeit, aber auch welcher Sex-Appeal. Dafür sorgen nicht nur die Klarinette von Benny Goodman und die genialen Orchestermitglieder, sondern es ist vor allen Dingen die einmalige Performance von Anita O`Day der Sängerin mit der wundervollen Stimme, die den Zuhörer in höhere Sphären trägt. Welches Erlebnis muss es für die Fangemeinde gewesen sein, damals in Freiburg, speziell im Umfeld der aktuellen Zeitgeschichte.

Jetzt wird es aber erst einmal Zeit, die einzelnen Musiker mit Namen vorzustellen. Benny Godman und Anita O`Day wurden bereits genannt. Hinzu kommen: Russ Freeman, Red Norvo, Jack Sheldon, Flip Philipps, Bill Harris, Jerry Dodgion, Jimmy Wyble, Red Wooton und John Markham.

Swing war angesagter Kult zu jener Zeit und Benny Goodman war der „King of Swing“. Wie sehr er gefeiert wurde, machen die Aufnahmen eindrucksvoll deutlich. Ekstatischer sollte es nur noch einige Zeit später werden, als der Rock n`Roll eine neue Musik- Ära einleitete. Trotzdem ist der Swing heute noch so geliebt, wie eh und je und wer die Festivals in Montreux oder das Baltic Jazz Festival besucht, wird dies mehr als bestätigt finden. Um nicht nur trocken theoretisch zu bleiben, hier nun die angesagten Stücke:

1. Let`s Dance (Joseph Bonime, Gregory Stone)
2. Air Mail (B. Goodmann, C. Christian, J. Mundy)
3. Raise The Riff (Fred Karlin)
4. Honeysuckle Rose (Fats Waller)
5. Come Rain Or Come Shine (Harold Arlen)
6. Let Me Off Uptown (Earl Bostic, Red Evans)
7. Gotta Be This Or That (Sonny Sylar)
8. Body And Soul (John W. Green)
9. Whispering (V. Rose, R. Coburn, J. Schoenberger)
10. Medly: Not For Me, Four Brothers, Blues
11. Breakfast Feud (Benny Goodman)
12. Memories Of You (Eubie Blake)
13. Don`t Get Around Much More (Duke Ellington)
14.Ten Bone (Alan F. Cohn)
15. Medley: Don`t Be That Way, Stompin` At The Savoy, Sunny Side Of The Street, In A Mellow Tone, Moonglow, Bei mir bist du scheen.

Diese CD hat es wirklich in sich. Wer einen gemütlichen Abend zuhause verbringen möchte, wird beim Anhören überrascht sein, wie viel musikalisches Feuer in ihm entfacht wird. Dann bleibt es nicht nur beim Wippen mit dem Fuß, er wird sich ertappen bei dem Gedanken, wie schön es jetzt doch wäre eine kesse Sohle auf`s Parkett zu legen. Also nicht lange gewartet, denn den anderen Swing- Liebhabern geht es genauso. Sollte man alleine sein, wird ein Solo draus.

Empfehlenswert


Before they pass away
Before they pass away
von Jimmy Nelson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 128,00

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Solche Volksstämme dürfen nicht aussterben!,, 4. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Before they pass away (Gebundene Ausgabe)
Der Fotograf Jimmy Nelson hat nach einem aufreibenden Leben als Bildreporter, als er den Kriegswirren, Gangs, Gewalt und Leid auf der Spur war, sich Stammeskulturen gewidmet, die weltweit verstreut, das Ursprüngliche des menschlichen Daseins verkörpern.

Er hat dazu 31 Volksstämme aufgesucht, die in den entlegensten Winkeln auf unserem Planeten beheimatet sind, die noch wie ihre Urväter ihre Rituale, Sitten und Gebräuche pflegen und dabei bisher kaum von der Zivilisation korrumpiert worden sind. Noch heute vertreten sie die Werte, die so wichtig für ihr Jahrtausende altes Überleben notwendig waren, nämlich Hoffnung, Zuversicht, Tapferkeit, Solidarität und Freundschaft. Im Zuge der Globalisierung drohen nicht nur diese Werte verloren zu gehen, wenn diese Menschen "zivilisiert" werden, sondern die kulturellen Besonderheiten dieser Stämme sind dann ein für alle Mal endgültig verloren. Mit diesem außergewöhnlichen Bildband von Jimmy Nelson und dem teNeues Verlag soll dokumentiert werden, welcher kulturelle Verlust der Menschheit droht, wenn diesen Völkern ihre Identität genommen wird und wir ihnen ihre Lebensräume nehmen.

Viel mehr wie in unserer heutigen vermeintlich zivilisierten Welt ist bei diesen unseren Mitmenschen klar zu erkennen, welche so wichtigen Eigenschaften des menschlichen Miteinanders von grundlegender Bedeutung sind. Darüber erzählt der Bildband ausführlich. Die Bildsprache, der sich der Fotograf bedient ist besonders eindrucksvoll, vermitteln doch die großflächigen Bilder bis ins kleinste Detail Auskünfte über die porträtierten Menschen, immer vor eindrucksvoller Kulisse. So wird dem Betrachter nicht nur ein ethnisches Bild auf ästhetische Weise dieser Männer, Frauen und Kinder der jeweiligen Stämme vermittelt, mit Hilfe ihrer Bemalungen, ihrer Waffen und ihrer weiblichen Schönheitssymbole stellen sie auch ihre eigene kulturelle Entwicklung da.

Dieses alles ist mehr als eindrucksvoll, zumal es sich um so unterschiedliche Ethnien, in so unterschiedlichen Regionen dieser Welt handelt. Alle 31, hier abgebildete Stämme vorzustellen, würde den Rahmen dieser Rezension sprengen, doch wie unterschiedlich die einzelnen Lebensräume und damit auch der kulturelle Werdegang jeweils ist, lässt sich an einigen Beispielen demonstrieren. Von den Gauchos in Südamerika, über Himba, Maasai, Samburu und Mursi in Afrika, über Nenets und Chukchi in arktischen Regionen Asiens, Ladakhi und Tibetans im Himalaya-Gebiet zu den Rabari auf dem indischen Subkontinent, bis zu Dani,Yali & Korowai, Huli, Asaro & Kalam in der ostasiatischen Inselwelt bis hin zu den Vanuatu und Maori in der Südsee. Jeder Stamm hat seine eigene Kultur geprägt, und die Bilder zeigen welche globale Vielfalt vorhanden ist.

Damit der interessierte Betrachter auch umfangreich über das phantastisch Dargestellte informiert ist, beginnt das Buch mit einem beeindruckenden Vorwort von Mark Blaisse, das da lautet: Bemalte Seelen. Um der Internationalität genügend Raum zu geben, werden alle Texte sowohl in Englisch als auch in Deutsch und Französisch angeboten. Dann folgt eine Weltkarte auf der anschaulich die jeweiligen Siedlungsgebiete der 31 Stämme eingezeichnet sind. Bevor die eindrucksvollen Bilder ihre visuelle Wirkung verbreiten, werden zunächst die Kriterien erklärt, die jeweils jeden Stamm näher erläutert. Dazu gehören: Ursprünge, Brauchtum, Glaube, Lebensweise und Ernährung. Erst jetzt, nachdem man einen gewissen Eindruck hat, zeigen die Aufnahmen mit der Großbildkamera welches kulturelle Erbe der Fotograf Jimmy Nelson dokumentiert hat. Das ist große Kunst.

Nachdem alle 31 Volksstämme vorgestellt worden sind, schließt sich noch ein letztes Kapitel an, das Jimmy Nelson meine Geschichte nennt. Darin erzählt er, wie er überhaupt auf die Idee gekommen ist, ein solches Mammutprojekt anzufassen. Ergänzend dazu berichtet er über seine Begleiter und über seine vielfältigen Erlebnisse, die nicht immer ungefährlich abgelaufen sind. Das Buch schließt ab mit einem Index, der jede Fotografie mit der jeweiligen Seitenzahl, dem Stamm, dem Ort der Aufnahme und dem jeweiligen Datum ausweist. Danach folgt noch die Danksagung an die vielen Helfer, die Jimmy Nelson unterstützt haben, dieses Projekt zu realisieren.

Abschließend ist zu notieren, dass dieser Bildband ein einmaliges Werk von beeindruckender Schönheit, Ästhetik und fotografischer Kunst ist, zudem aber auch einen hohen Informationswert besitzt. Dank Jimmy Nelson und dem teNeues Verlag wird auf illustre Weise gezeigt, wie notwendig es ist, die vielfältigen Wurzeln unseres menschlichen Daseins zu schützen, damit nicht in Vergessenheit gerät, was es eigentlich heißt, ein kulturelles Erbe zu besitzen.

Sehr empfehlenswert.


Das Bundesliga Buch
Das Bundesliga Buch
von Jessica Kastrop / Marcel Reif
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Ein halbes Jahrhundert Bundesliga in spektakulären Bildern, 30. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Bundesliga Buch (Gebundene Ausgabe)
Nachdem die Bundesliga jetzt ein halbes Jahrhundert alt ist, war es an der Zeit etwas zu schaffen, dass sowohl der sportlichen Bedeutung, als auch dem glänzenden Auftritt in unserer Gesellschaft ebenbürtig ist. Der teNeues Verlag hat sich daher entschlossen, einen prächtigen Bildband aufzulegen, der nicht nur mit Hilfe großartiger Fotografien, sondern auch mit kompetenten Textbeiträgen die Entwicklung der obersten, deutschen Fußballiga von den unterschiedlichsten Seiten beleuchten soll. Dazu hat teNeues zwei der bekanntesten, aktiven Sportjournalisten gewonnen, die seit Jahren tief verwurzelt mit dem Fußball, Woche für Woche das Geschehen in der Liga beobachten und danach ganz aktuell berichten und kommentieren. Sowohl Jessica Kastrop als auch Marcel Reif haben in ihrem Metier Kultstatus erreicht, Millionen von Zuschauern lauschen ihren Übertragungen und Analysen. Da sie unterschiedlichen Generationen angehören, ist ihr Betrachtungswinkel auf die Bundesliga auch unterschiedlich geprägt.

Bei Marcel Reif ist es seine lange berufliche Erfahrung mit diesem Metier, die den Journalisten als fachkundigen, aber auch feinsinnig, intellektuellen Begleiter der Entwicklung des deutschen Fußballs auszeichnet. Jessica Kastrop verkörpert die jüngere Generation, die neben dem sportlichen Aspekt auch zugleich den Glamourfaktor, einhergehend mit astronomischen Summen an Spielergehältern und dem Prominentenstatus im Geschäft Fußball als eine Selbstverständlichkeit kennen lernte. Insofern ergänzen sich beide ideal, um die Bundesliga als Ganzes zu reflektieren.

Der Bildband beindruckt zunächst durch seine äußeren Maße, die gewährleisten, dass die Fotografien in seinem Inneren nahezu plakathafte Züge annehmen, wirklich großartig. Nachdem man den Bildband aufgeschlagen hat, wird man zunächst gefangen genommen von einem doppelseitigen Bild, das die pure Zuschauerbegeisterung zeigt. Mit Hilfe eines wahren Konfettiregens feiern die Anhänger ihre Helden auf dem Rasen, eine Szene die in einem argentinischen Stadion aufgenommen sein könnte. Auf der nächsten Seite folgen zwei der größten Spieler, die jemals im deutschen Fußball gekürt worden sind, Günter Netzer und Franz Beckenbauer. Zwei weitere Momentaufnahmen aus den Anfängen der Liga folgen, bevor die Aufteilung der Inhalte in vier Hauptkapitel dem Leser nahe gebracht wird. Diese sind:

01 Vorwort / Einleitung.
Das Vorwort ist von Kaiser Franz persönlich verfasst worden. Dort erzählt er aus seiner Sicht die Erfahrung mit der Bundesliga, wobei er auch eine Einschätzung für die Zukunft gibt. In der darauf folgenden Einleitung interviewen sich die Autorin und der Autor, Jessica Kastrop und Marcel Reif gegenseitig. Dabei erläutern sie jeweils aus ihrer Sicht die hautnahe Beziehung zum Fußball und wie es dazu kam. Eine großflächige Aufnahme, die die Stimmung während eines Matches zeigt, rundet dieses Kapitel ab.

02 Große Gefühle
Jetzt beginnt ein Reigen phantastischer Fotografien, die dokumentieren zu welchen Gefühlen dieser Sport die Menschen bewegen kann, sowohl auf, als auch neben dem Platz.

03 Gesichter der Liga
Hier werden sie alle gezeigt, die Größen der Liga, die unvergessenen und die aktuellen und immer in einer besonderen Situation. Die Klarheit und Eindringlichkeit der gekonnten Schnappschüsse lässt jeden aufgenommenen Helden in ganz besonderem Licht erscheinen. 50 Jahre Bundesliga, erzählt durch ihre herausragenden Spieler, ist wirklich eine eindrucksvolle Methode dem Betrachter die Geschichte durch diesen Bildband zu vermitteln.

04 Früher versus heute
Im letzten Kapitel wird die Entwicklung der Liga neben dem Spielgeschehen beleuchtet. Dies ist bekanntermaßen nicht minder interessant, wie die Spiele selbst. Hat man anfangs noch die Spieler wegen ihrer genialen Schusstechnik oder Trippelkünste allein bewundert, ist mit den Jahren immer mehr auch das Auftreten in der Öffentlichkeit hinzugekommen. Günter Netzer war wohl einer der Vorreiter. Nicht nur, dass er sich einen Ferrari zulegte, nein seine Ehe mit einem Fotomodell und Mannequin war die Geburtsstunde eines neuen Typus von Fußballer.“ A star was born“.

Dies sollte Schule machen und so ist es heute völlig normal, dass die Glamour-Girls, die früher Fußballfrauen hießen und kaum Beachtung fanden, aktuell sofort einem Promibonus genießen, wenn ein Paparazzo sie mit einem Fußballstar vor die Linse bekommt. Dieses alles dokumentiert das letzte Kapitel und nicht zuletzt wird dadurch auch so manche weibliche Neugierde geweckt.

Insgesamt muss diesem wunderbaren Bildband attestiert werden, dass er von besonderer Klasse ist. Der Bildeindruck ist phänomenal, der Gesamtaufbau sehr gelungen, da niemals Eintönigkeit aufkommt und die besondere Leistung von Jessica Kastrop und Marcel Reif besteht darin, mit ihrem Insiderwissen die Entwicklung von 50 Jahre Bundesligageschichte anschaulich zu verdeutlichen.

Der teNeues-Verlag hat dazu die Plattform gegeben und dafür garantiert, dass aus einem zeitgeschichtlichen Werk ein interessanter, kurzweiliger Bildband geworden ist.

Sehr empfehlenswert.


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