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Rezensionen verfasst von
Sista

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vegan genial: aufregend anders kochen
vegan genial: aufregend anders kochen
von Josita Hartanto
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

10 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen besser sind andere, 7. Oktober 2013
Ich kann die Begeisterung für dieses Buch nicht nachvollziehen.

Schon der erste Blick auf das Titelfoto irritierte mich nachhalit. Coole, zeitgemäße Aufmachung - aber warum muss die Autorin so aussehen, als käme sie direkt aus dem Bett und hätte drei Tage nicht geduscht?!? Ein Kochbuch sollte den Appetit anregen, nicht den Magen verschließen.

Im Buchinneren fällt dann auch noch der Coolness-Faktor kompett weg. Die großen Fotos sind farblich überzogen grell, das Essen zu glibschig, das sieht nach 80er und 90er Foodfotografie aus und ist absolut nicht zeitgemäß. Schade, denn die Rezepte sind okay, immerhin, aber auch nicht mehr.

Es gibt zur Zeit auf dem Markt viele gute vegane Kochbücher, da kann dieses leider nicht mithalten.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 22, 2014 8:27 AM CET


Suppen & Soupes
Suppen & Soupes
von Anne-Catherine Bley
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,99

34 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schönes Buch - mit inhaltlichen und redaktionellen Schwächen, 8. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Suppen & Soupes (Taschenbuch)
Mein erste Eindruck war sehr positiv. Die hochwertigen Fotografien sind sehr ansprechend, das Layout freundlich und übersichtlich, die Rezeptideen beim ersten Durchlesen nicht gerade revolutionär, aber stilvoll und modern - kein Schnickschnack, sondern schlichte, bodenständige Eleganz. Das trifft eigentlich genau meinen Geschmack.

Beim genaueren Lesen und Nachkochen offenbarten sich dann unter der hübschen Verpackung doch leider einige redaktionelle und inhaltliche Schwächen. Ich will nur einige Beispiele nennen:

Viele Rezepte enthalten die Zutat "Bouquet garni" - ein Kräutersträußchen aus Thymianzweigen und einem Lorbeerblatt (bei "deutschen" Rezepten wäre wohl noch Petersilie dabei). In einigen Rezepten wird die Erklärung in einem Klammerzusatz in der Zutatenliste erläutert, in anderen Rezepten wird ohne Erklärung oder Verweis nur ein "Bouquet garni" verlangt, sodass man erst einmal querbeet verzweifelt blättern muss, um herauszufinden, was dies bedeuten könnte. Auch der Tipp, das Sträußchen am Griff festzuknoten, wiederholt sich wahllos in mehreren Rezepten. Im Glossar im Anhang sucht man wiederum vergeblich, was es mit dem Bouquet garni auf sich hat. Hier hätte ich mir eine systematischere Darstellung gewünscht - eine Erklärung mit Tipp, ansonsten Verweise.

Weiteres Beispiel sind langatmige Wiederholungen. ZB wird einmal das schlichte Rezept "Tomatencremesuppe" vorgestellt, ein paar Seiten weiter folgen eine "Tomatencremesuppe mit Speck" sowie eine "Tomatencremesuppe mit Mozzarella". Statt auf das Grundrezept Bezug zu nehmen, wird das Grundrezept jedesmal in ähnlichen Worten wiederholt. Auch hier hätte ich mir eine systematischere Darstellung gewünscht.

Richtig albern finde ich, dass sehr simple Variationen als ganze Rezepte dargestellt werden, zB Tomatencremesuppe wird vor dem Servieren bestreut mit Koriandergrün, Basilikum, Ingwer oder Currypulver - im Inhaltsverzeichnis sind dies vier verschiedene Suppen! Normalerweise würde es doch ausreichen, unter dem Rezept den Tipp "Passt auch mit..." zu platzieren. Nach der Zählung kann man natürlich leicht auf 100 Suppen kommen, wie es der Titel verspricht...

Dann findet man auf einer Seite die "Geflügelbouillon mit Schalotten", das Grundrezept "Geflügelbouillon", auf das hier Bezug genommen wird, aber erst zwei Seiten später.

Dann diese wahllos zugefügten Beilagen - zB ein Rezept für einen Schokoladenkuchen oder einen Bloody Mary hätte ich wohl am allerwenigsten erwartet, und es erschließt sich mir auch bei langem Grübeln nicht, wieso das zwischen diese Buchdeckel verirren konnte.

Des weiteren stimmten die Fotos zT nicht mit den Beschreibungen überein, zB enthält das Foto zur Gemüsebouillon mehr Zutaten als die Liste.

Und und und...

Ich frage mich, wen das Buch letztlich ansprechen soll. Als Basiskochbuch ist es mir zu wenig systematisch, und nicht einmal die einfachsten Grundregeln des Suppekochens werden erklärt. Als bodenständige, umfängliche Rezeptesammlung ist es mir viel zu dünn - es fehlen so simple Sachen wie eine Kartoffelsuppe, und wenn man die vielen zT lächerlich marginalen Abwandlungen und die Rezepte, die eigentlich nichts in diesem Buch zu suchen haben, nicht mitzählt, kann man die Rezepte locker an zwei Händen abzählen - das ist für den Preis viel zu wenig. Als Zusammenstellung ausgewählter besonders pfiffiger Ideen nach der persönlichen Handschrift der Autorin geht mir die Sammlung auch nicht durch - dafür sind die Rezepte einfach zu simpel und zu wenig anspruchsvoll.

So ein optisch schönes Buch - ich finde es immer wieder schade, wenn die Verlage (Autoren, Redakteure, Lektoren...???) viel Wert auf ein ansprechendes Äußeres legen, dann aber so wenig Sorgfalt bei den Inhalten an den Tag legen.


Tartes & Tartelettes: 100 Rezepte von Paprikatarte bis Mangotörtchen
Tartes & Tartelettes: 100 Rezepte von Paprikatarte bis Mangotörtchen
von Catherine Kluger
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hmmm....lecker!!, 20. Oktober 2011
Was für ein schönes Buch, was für leckere Rezepte! Die Autorin versteht wirklich etwas von ihrem Handwerk!

Und dabei ist es so leicht: Man entscheide sich für herzhaft oder süß, dann macht man den jeweiligen Grundteig und dann die passende Stockmasse, wobei es für die herzhaften Sorten eine und für die süßen Sorten zwei gibt. Und der Rest ist dann die Kür, da kann man entweder einem der wunderbaren Rezepte folgen oder durch die vielfältigen Anregungen auch sehr leicht selbst kreativ werden.

Layout und Fotos sind ausgesprochen stilvoll, schon beim ersten Blättern lief mir heftigst das Wasser im Mund zusammen.

Die von mir bisher ausprobierten Rezepte sind allesamt fünf Sterne wert, und ich bin guter Hoffnung, dass dies sich auch so fortsetzt.

Wichtig zu wissen ist, dass die Tartes auf Formen mit 20-22cm Durchmesser berechnet sind, also eine recht kleine Größe.

Ich habe mich dennoch entschlossen, insgesamt einen Stern abzuziehen, denn gelegentlich wurde die schlichte Eleganz ein bisschen übertrieben. Es hätte dem praktischen Wert durchaus gut getan, wenn man zu den einzelnen Rezepten vielleicht noch ein paar kommentierende Worte verloren hätte, zB über Variationsmöglichkeiten, wie man einige der Zutaten sinnvoll ersetzen kann oder einfach nur, was den jeweiligen Geschmack ausmacht. So sind auch die Angaben zu den exotischen Zutaten ausgesprochen knapp, zB "eingelegte Zitronen" ohne jede Kommentierung. Des weiteren gibt es Fotos, die nicht zum Rezept passen, zB eine Tarte mit Kirschtomaten: Nach dem Rezept sind die Strünke und Rispen selbstverständlich zu entfernen, auf dem Foto ranken sie sich dekorativ (aber ungenießbar) auf der Tarte! Auch die Schrift ist ausgesprochen klein geraten. Und wie bei den anderen Büchern dieser Reihe auch bleibt das Buch nicht aufgeschlagen liegen - auch das nervt!

Aber das ist insgesamt alles nur Kleinkram, denn die Rezepte sind eine wirkliche Bereicherung und die Fotos eine Augenweide. Wer Tartes mag, wird dieses Buch lieben!


National Geographic Traveler: Istanbul und westliche Türkei
National Geographic Traveler: Istanbul und westliche Türkei
von Tristan Rutherford
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schlampig!, 11. Oktober 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dies ist mein erster Reiseführer aus dem Verlagsprogramm von National Geographic und zugleich auf absehbare Zeit der letzte. Das Buch ist sprachlich über weite Strecken äußerst holprig. Ich kenne das englischsprachige Original nicht und kann daher nicht einschätzen, ob es an den Autoren oder an der Übersetzung liegt. Die Wörter sind häufig leicht bis deutlich daneben, einfach unpassend, die Aussagen kommen teilweise pauschalierend und dümmlich daher, hinzu kommen Grammatik- und Orthographiefehler. Ich empfand dies als so störend, dass ich keine Lust mehr hatte, den inhaltlichen Gehalt des Buches zu ergründen.


Chakall kocht: Schnelle Rezepte für gute Laune
Chakall kocht: Schnelle Rezepte für gute Laune
von Chakall
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

8 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mehr Schein als Sein, 1. Juni 2011
Zunächst war ich von dem Buch schlicht begeistert. Nun ja, möglicherweise ein wenig zuviel "Personality-Faktor", aber dafür reihenweise vielversprechende Rezepte und auch Ideen drumherum, einschließlich der Musiktipps, und nicht zuletzt ansprechende Fotos und insgesamt eine bunte, fröhliche, leichte, gutgelaunte Optik. Gleich beim ersten Durchblättern hab ich zahlreiche Post-it geklebt und sogleich mit dem Nachkochen losgelegt. Begeistert war ich auch von der Originalität, die dennoch mit kurzen Einkaufslisten ohne allzu exotische, schwer zu beschaffende Zutaten auskommt.

Dann leider das praktische Ergebnis - ein totaler Reinfall. Ich hab ca 10 Sachen ausprobiert - ein paar echt fiese Flops, ein paar andere Sachen allenfalls durchschnittlich. Ich glaube, Erwartung und Ergebnis lagen in meiner Küche selten so weit auseinander wie bei diesem Buch. Sehr, sehr schade - aber das Buch ist sein Geld wirklich nicht wert.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 17, 2013 10:33 AM MEST


Das Istanbul Kochbuch
Das Istanbul Kochbuch
von Gabi Kopp
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine kleine Perle unter den Kochbüchern, 20. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Istanbul Kochbuch (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch - ein Kochbuch und ein kulinarischer Reiseführer in einem - ist ein kleiner Schatz, eine echte Perle.

Die Autorin Gabi Kopp hat sich auf einen Streifzug durch die Stadt begeben und stellt uns nun einige ihrer Menschen vor, die uns Einblick in ihre Küchen gewähren. Es werden jeweils zunächst die Köchinnen und Köche vorgestellt,die dann ihrerseits eine Handvoll von Rezepten vorstellen. Zu jedem Koch, jeder Köchin erfährt man, wo sie ursprünglich herkommen, wie sie derzeit leben, was sie mit dem Kochen und Essen verbindet, wovon sie träumen. Einige sind Profis, die meisten aber leidenschaftliche Amateure, passionierte Hobbyköche ebenso wie solche, die täglich ihre Großfamilien bekochen.

Die Rezepte sind ganz überwiegend bodenständig, eher Garküche als Sternenküche. Grammgenaue Angaben wird man vergeblich suchen - es geht mehr ums Prinzip. Durch die Vielfalt der Menschen kommt eine umfangreiche Rezeptesammlung zustande, die viele Landesteile repräsentiert - die Küche Istanbuls eben.

Hervorzuheben ist die ausgesprochen schöne, geschmackvolle Gestaltung. Es gibt keine Fotos, alles ist gezeichnet, von den Portraits der Köchinnen und Köche bis zu den Gerichten. Die Seiten sind aus festem, glatten, notfalls auch mal abwischbaren Papier, was sich beim Nachkochen als großes Plus erweisen dürfte.

Alles zusammen ergibt nicht nur eine nette Rezeptesammlung, sondern zugleich ein sympathisches, warmes Portrait des modernen und zugleich traditionsbewussten Schmelztigels Istanbul.


Ein perfektes Wochenende in...Istanbul
Ein perfektes Wochenende in...Istanbul
von Nicola Bramigk
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Perfektes Wochenende - für wen?, 12. Januar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Klar, jeder Reiseführer "filtert" das Reiseziel und verpackt es für die Leser/-innen in mundgerechte Portionen. Hier ist dieses Konzept sozusagen auf die Spitze getrieben: Ein Büchlein für ein "perfektes Wochenende", DAS Hotel, DIE Bar, DAS Restaurant, DIE Weltkulturerbe-Megasehenswürdigkeit, DER Shop, DAS ultimative Mitbringsel aus dem Themenpark Orient... und warum nicht auch noch DER authentischste Fischhändler und DER ortskundigste Taxifahrer?? Herausgekommen ist ein kleiner Hochglanzkatalog der sehr modernen Seite Istanbuls, sehr stylish, viele bunte Fotos. Der Informationsgehalt ist ungefähr der eines Artikels im Reiseteil einer einschlägigen Frauenzeitschrift oder der Wochenendbeilage einer größeren Tageszeitung. Dabei gibt es in Istanbul so unendlich viel selbst zu entdecken, die Stadt ist übermäßig reich an Geschichte und Geschichten! Ein dermaßen eingeengtes Blickfeld scheint mir nicht so recht zu den selbstformulierten Ansprüchen einer SZ-Heausgeber- und Leser/-innenschaft zu passen. Manchmal ist "mehr" einfach tatsächlich "mehr".
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 14, 2009 10:23 PM MEST


Doch die Sünde ist scharlachrot: Ein Inspector-Lynley-Roman
Doch die Sünde ist scharlachrot: Ein Inspector-Lynley-Roman
von Elizabeth George
  Gebundene Ausgabe

99 von 111 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lynley ist zurück!, 17. November 2008
In gewohnter Qualität widmet Elizabeth George dem Innenleben der Figuren, ihrer Vorgeschichte, dem Beziehungsnetz, der psychologischen Seite viel Aufmerksamkeit. Bisher gelang es ihr meistens recht gut, dies mit einem stabilen Gerüst einer guten Handlung von Verbrechen über Ermittlungsarbeit bis zur Aufklärung zu verbinden. Bei "Careless in Red" leistet sie sich allerdings allerlei Ungereimtheiten: Wie kann Lynley seit sechs Wochen allein praktisch ohne Gepäck auf Wanderung sein ohne Portemonnaie und Geld, hat er auch gefastet, ist das nicht ein bisschen dick aufgetragen? Wie kann DI Hannaford ihn als den Finder des toten Jungen und damit potenziell Verdächtigen einfach dabehalten, sogar bereits, als alles noch wie ein Unfall aussieht? Wie kann sie ihn gleichzeitig in die Ermittlung einspannen, eine Doppelrolle als Ermittler und Verdächtiger dürfte in der Polizeiarbeit vollkommen ausgeschlossen sein. Und dann seine auch schon in einer anderen Rezension erwähnte erstaunlich schnelle "Genesung" von den Schrecken der Vergangenheit.

Die Auflösung (die ich hier nicht verraten möchte) ist ein bisschen hanebüchen, etwas dick aufgetragen, hier wünschte ich mir, dass Elizabeth George langsam mal wieder auf den Boden zurückkommt und zu der Qualität der früheren Bücher zurückfindet.

Ein bisschen mehr Sorgfalt hätte dem Buch gut getan. Das gilt auch für die ausufernde Länge, ein paar Straffungen und Konzentrationen wären sicherlich möglich gewesen. Trotz allem, für Fans der Serie ist auch dieser Band natürlich ein "Muss", und auch ich werden auch den nächsten Band ganz bestimmt lesen, ich will ja wissen, wie es weitergeht...

P.S. Brilliant: Die geschliffenen Dialoge zwischen Lynley und Havers, echt zum Schmunzeln!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 25, 2008 4:31 PM CET


Skinny Bitch: Die Wahrheit über schlechtes Essen, fette Frauen und gutes Aussehen - Schlanksein ohne Hungern!
Skinny Bitch: Die Wahrheit über schlechtes Essen, fette Frauen und gutes Aussehen - Schlanksein ohne Hungern!
von Rory Freedman
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,95

113 von 153 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Sehr streitbar..., 11. November 2008
Vorweg zum Inhalt eine Info: Die Autorinnen vertreten einen radikalen Veganismus, das wird durch Titel, Aufmachung und Klappentext leider kaum deutlich.

Zur Bewertung: "Skinny Bitch" ist eine Streitschrift, ein Pamphlet, und folgerichtig ist es grundsätzlich völlig in Ordnung, dass die Autorinnen übertreiben, zuspitzen und verzerren. Daneben ist das Buch durchaus mit nützlichen Informationen gespickt, die auch mit zahlreichen Fundstellen (unterschiedlicher Qualität) belegt sind. Die ausgesprochen direkte und unverblümte Ansprache sorgt dafür, dass die Message wirklich ankommt und haften bleibt.

Einige Aussagen sind sicher wichtig und richtig, zB die konsequente Ablehnung von Chemie, Pestiziden, Hormonen usw in Lebensmitteln. Ebenso richtig die klare Absage an zahlreiche alberne Diäten sowie die ebenso klare Ansage, dass es keine wundersamen Umwege, Hintertürchen und Ausflüchte gibt, sondern dass man für eine gesunde Ernährung tatsächlich etwas tun muss und dies zunächst durchaus auch mit Verzicht verbunden sein kann.

Weitere zentralen Aussagen finde ich jedoch ausgesprochen fragwürdig. Das "Schönheitsideal" "Skinny Bitch" wird heillos vermengt mit ernährungswissenschaftlichen, medizinischen und ethisch-moralischen Maßstäben. Die Autorinnen bedienen sich wahllos und undifferenziert in allen Themenfeldern und überzeichnen ein reines Horrorszenario. Einige Beispiele:

Wenn der "Unwert" eines Lebensmittels allein durch die natürlichen Inhaltsstoffe nicht überzeugend belegt werden kann, dann wird zu der Behauptung umgeschwenkt, es machten einen dicken Po. Lasst Euch nicht täuschen von der Fettangabe auf der Milchpackung, Mädels, Milch macht einen fetten Hintern, Augen auf!

Der "Unwert" jeglicher tierischer Lebensmittel wird vor allem mit den Inhaltsstoffen belegt, die durch Massentierhaltung entstehen (Einsatz von Medikamenten etc). Wem das nicht reicht, dem werden Horrorszenarien bei Haltung und - im Falle von Fleischproduktion - Schlachtung vorgeführt. Bei wem sich noch leise Zweifel hegen und wer den Gedanken keimen lässt, man könne eventuell durchaus lokal produzierte Ware erhalten, die unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften produziert wird, wird eines Besseren belehrt: Mädels, die Branchen sind durchweg kriminell und mafiös, wer etwas anderes glaubt, ist naiv!

Durchaus anerkennenswert ist der Ansatz, der Leserin einzutrichtern, sie möge auf ihren Verstand hören und nachdenken. In der praktischen Anwendung scheitern die Autorinnen daran leider höchstpersönlich: Sämtliche kulturellen und kulturgeschichtlichen Hintergründe des Essens werden beiseite gefegt oder komplett ignoriert. Die Tatsache, dass der Mensch sich schon seit Jahrtausenden in nahezu allen Kulturen mit Mischkost ernährt und bislang nicht ausgestorben ist, spielt überhaupt keine Rolle.

Käse halten die Autorinnen - wie alle Milchprodukte - für den menschlichen Verzehr ungeeignet. Widersprüchlicherweise stellen sie dar, wie schwer es ist, davon loszukommen, da es lauter als positiv empfundene Eigenschaften habe. Aber los, Mädels, seid nicht schwach, widersteht den falschen Gelüsten!

Ausgerechnet Algen sollen ausgesprochen gut für den menschlichen Verzehr geeignet sein - Nichts gegen Algen, aber mit welcher praktischen Anschauung kann diese Verallgemeinerung bitte schön belegt werden ... ???

Schließlich wird geschildert, welche Lebensmittel sich positiv zB auf den Hormonhaushalt und den weiblichen Zyklus auswirken. Wenn das alles so stimmen würde, wäre das Buch schlichtweg gefährliche Pfuscherei ... aber gottseidank übertreiben die Autorinnen hier genauso wie bei den Schwarzmalereien.

Also, ich entscheide mich gegen die "Skinny Bitch", bleibe lieber, naiv und unaufgeklärt wie ich bin, schlank und gesund bei Mischkost und Sport, in toleranter Koexistenz mit Veganern... und dicken Menschen!! Die "Skinny Bitch" ist das größtmögliche Horrorszenario - nein danke!
Kommentar Kommentare (14) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 11, 2012 7:53 PM MEST


Michael Tolliver lebt: Die neuesten Stadtgeschichten
Michael Tolliver lebt: Die neuesten Stadtgeschichten
von Armistead Maupin
  Gebundene Ausgabe

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mouse lebt!, 18. Juli 2008
Wer "Stadtgeschichten 7" erwartet, wird enttäuscht sein. Michael "Mouse" Tolliver erzählt jetzt aus der Ich-Perspektive. Die lebendige, chaotische, exotische Aufbruchstimmung der "Stadtgeschichten" ist verschwunden. Eine neue Welt ist an die Stelle getreten, nach AIDS und im Zeichen von 9/11 und George W. Bush. Michael ist als HIV-positiver einer der Überlebenden, er lebt jetzt in einer Ehe mit dem wesentlich jüngeren Ben, er hat Abschied vom Jugendlichkeitsideal genommen und lässt sein Leben in ruhigen Bahnen fließen. Altbekannte Gestalten begegnen uns: Anna, Brian, sogar Mary-Ann. Im Vordergrund der Betrachtungen stehen seine Beziehungen, seine Bindungen zu seiner Familie einerseits, zu seinen Freunden andererseits. Viel Bitterkeit kommt auf, als er am Sterbebett seiner Mutter mit seiner Familie konfrontiert wird, die aus religiös-fundamentalistischer Haltung heraus seine Homosexualität und seinen Lebensstil nie wirklich akzeptieren konnten.

Mir ist Amistead Maupin diesmal ein wenig zu mitteilsam über sexuelle Details, aber das ist vielleicht Geschmackssache. Was die Beziehungen betrifft, so schreibt wie immer "mitten ins Herz". Was mich wieder ein wenig ratlos zurücklässt, ist die Tatsache, dass es in seiner Welt keine sympatischen Frauen gibt, die nicht entweder Transsexuelle oder Lesben oder zumindest ausschweifend-bisexuell sind. Aber diese Freiheit sei ihm als Autor zugestanden. Ich habe das Buch trotzdem gerne gelesen.


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