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Rezensionen verfasst von
Feylon Draagon

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Belkin Dual Fit Armband für iPod touch schwarz
Belkin Dual Fit Armband für iPod touch schwarz

3.0 von 5 Sternen Zu viel Frickelarbeit nötig, 31. Mai 2011
Dieses Sportarmband ist meiner Meinung nach nicht der Weisheit letzter Schluss.

Zum einen passt meiner Meinung nach der iPod nicht richtig rein. Man muss viel zu viel Kraft aufwenden, um das Gerät ordentlich in die Hülle zu verfrachten. Schlimmer ist es, wenn man das Gerät wieder herausziehen möchte. Denn der iPod Touch 4G sitzt so fest, dass man schon mit Gewalt rangehen muss. Außerdem ist die hintere Lasche ohne Klettverschluss, sodass beim Sport durchaus Schweiß in das Innere der Hülle dringen kann.

Vielleicht hab ich Pech gehabt mit meinem Exemplar. Ist der iPod mal in der Hülle, lässt sich alles gut bedienen, das funktioniert tadellos. Auch der Gurt hat eine gute Qualität und die generelle Verarbeitung ist nicht zu beanstanden.

Da ich aber keine Lust habe, immer einen Gewaltakt aufzuwenden, um meinen iPod aus der Hülle zu befreien, habe ich das Armband wieder zurückgeschickt.


Apple iPod Touch 4G MP3-Player (Facetime, HD Video, Retina Display) 32 GB, schwarz
Apple iPod Touch 4G MP3-Player (Facetime, HD Video, Retina Display) 32 GB, schwarz

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein begeisterndes Multifunktionsgerät, 31. Mai 2011
Ich wollte primär einen MP3-Player mit gutem Klang. Was ich letzten Endes von Apple bekommen habe ist ein hervorragendes Multifunktionsgerät, mit dem man viel Spaß haben kann. Und nützliche Funktionen gibt es obendrein.

Der iPod Touch 4G wird in drei Versionen ausgeliefert, 8, 32 und 64 GB. Ich empfehle ehrlich gesagt die 32 GB, da man sehr schnell die Kapazität des iPods ausreizt, wenn man z. B. Nav-Apps (ca. 1 GB Speicher nötig) installiert oder eine umfassende Musik-Bibliothek installieren möchte. Außerdem sollte man bedenken, dass bei den 8 GB schon eine gehörige Zahl Speicherplatz für das Betriebssystem draufgeht. Mitgeliefert werden Kopfhörer (solide, könnten aber besser sein vom Klang), eine lachhaft dünne Betriebsanleitung, ein Kabel, um den iPod Touch mit dem Rechner zu verbinden und das war's. Ich empfehle, gleich auch eine einfache Tasche mitzubestellen, und zwar diese hier: mumbi Tasche Etui iPod Touch 4G G4 Hülle - für wenig Geld (ca. 5 Euro) bekommt man eine sehr schicke, gut verarbeitete Tasche.

Die Bedienung ist denkbar einfach. Das Gerät verfügt an der Außenseite über Regler für die Lautstärke und einen Power-Schalter. Der Home-Button auf der Oberseite ist quasi die Schaltzentrale für den iPod. Sie führt einen immer zurück auf den Home-Bildschirm, egal in welcher App oder in welchem Programm man gerade ist. Ein Doppelklick führt einen zur Multitasking-Funktion des iPods, hier sieht man aktive Apps, die man auch jederzeit beenden kann.

Das Befüllen des iPods ist wohl der Stein des Anstoßes für viele Anwender, denn ohne iTunes läuft nichts. Und das ist wirklich sehr umständlich gelöst. Mit ein wenig Übung hat man aber auch das in kurzer Zeit geschafft. Der Erststart geht schnell von der Hand, in wenigen Minuten kann man das Gerät voll einsatzfähig nutzen. In iTunes erfolgt dann die Synchronisierung mit dem PC oder Mac. Das geht auch schön schnell, die Bedienung ist aber ein Graus. Hier sollte man sich vorher ausreichend auf der Apple-Seite informieren. Entgegen vielen Behauptungen ist es übrigens sehr wohl möglich, sich beim App-Store kostenlos anzumelden, ohne seine Kreditkartennummer anzugeben. So kann man dann auch viele Gratis-Apps nutzen. Wie das geht, erfährt man hier: [...] Ich empfehle, auf alle Fälle iBooks zu installieren und dann einmal das iPod Touch Handbuch herunterzuladen und zu lesen.

Das Display des iPod Touch 4G ist ein Traum. Sowohl Filme als auch Grafiken und Fotos werden in einer herausragenden Qualität angezeigt. Bei den Touch-Gesten fühlt man die Oberfläche des Displays kaum, ein sehr angenehmes Gefühl. Man muss überhaupt nicht groß drücken, es reichen leichte Berührungen, so muss es sein.

Die Filme werden in Top-HD-Qualität abgespielt. Eine kleine Info zum Speicherplatz: Ein gut komprimiertes Video in HD-Qualität von ca. 1 1/2 Stunde Spielzeit belegt ca. 1 GB Speicherplatz auf dem iPod Touch. Allerdings ist der Bildschirm schon recht klein, daher sollte man zu lange Filme auch nicht abspielen. Das ermüdet schon einmal die Augen, und den iPod dauernd in der Hand zu halten ist auch irgendwann ermüdend.

Die Soundqualität des Lautsprechers ist gelinde gesagt dürftig, aber da erwartet man auch denke ich nicht viel. Für die Nav-App von TomTom reicht sie aber völlig aus, die Anweisungen kommen klar und verständlich rüber. Über Kopfhörer ist der Musikgenuss aber tadellos. Auch die Art und Weise, durch die einzelnen Musiktitel zu navigieren, ist vorbildlich benutzerfreundlich gelöst.

Es gibt eine Vielzahl an kostenlosen Apps, von Spielen bis hin zu nützlichen Apps für den iPod. Einfach mal im Store nach den Gratis-Apps schauen, da wird man schnell fündig (und süchtig). Manche sinnvolle Apps sind auch schon für einen Preis unter 1 Euro zu haben. Die Nav-App von TomTom schlägt allerdings mit 60 Euro zu Buche.

Stichwort Buch: Das Lesen am iPad Touch ist ein wahrer Genuss. Dank des Retina-Displays werden alle Buchstaben (ob auf Webseiten, PDFs oder eBooks) glasklar dargestellt. So muss es sein. Da macht das Lesen richtig Spaß. iBooks kommt auch mit nützlichen Lesezeichenfunktionen daher.

Das "Keypad" ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig aber dank des guten Touch-Screens recht schnell beherrschbar. Vor allem, wenn man den iPod Touch waagerecht hält geht das Schreiben leicht von der Hand.

Der iPod Touch kann auch in WLAN-Netze einwählen und sich mit dem Internet verbinden. Der Safari-Browser ist übersichtlich und leicht zu bedienen. Es lassen sich auch mehrere Fenster öffnen und navigieren, eine sehr sinnvolle Funktion. Die Darstellung ist gut, per Zoom-Geste hat man immer den Überblick über die Datails. Klar, Flash-Inhalte zeigt der iPod Touch nicht an, aber das ist zu verschmerzen.

Die Ladezeiten sind erstaunlich gering, in weniger als 2 Stunden ist das Gerät wieder aufgeladen. Der Stromverbrauch scheint mir auch sehr niedrig zu sein, wenn man hauptsächlich Musik hört. Bei anderen Tätigkeiten (Apps, Spiele, Filme) geht der Akku aber schon rasant zu neige, da muss man schon innerhalb von 12 Stunden wieder aufladen. Aber das Gerät ist ja auch primär für den Musikgenuss bestimmt.

Fazit: Der iPod Touch ist ein teures Gerät, ja. Bedenkt man aber, was man alles geliefert bekommt, dann lohnt sich der Preis allemal. Für unterwegs hat man mit dem iPod nicht nur seine ganze Musik-Bibliothek mit, sondern gleich auch Büro, Kalender, Spielekonsole, Bücherladen und sogar Wasserwaage, Taschenlampe oder Kompass (mit den entsprechenden Apps). Ich kann das Gerät bedenkenlos jedem empfehlen - trotz einer nervigen iTunes-Steuerung.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 20, 2011 11:56 AM MEST


igadgitz Silikon Schutzhülle Hülle Tasche Etui Case Skin in Schwarz für iPod Touch 4G 4. Gen Generation  8gb 32gb & 64gb + Display Schutzfolie
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Wird angeboten von igadgitz_Deu
Preis: EUR 6,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hülle top, Folie miserabel, 31. Mai 2011
Die Hülle ist sowohl von der Materialqualität als auch ihrem Zweck sehr gut. Robust und vor allem: Dünn genug, dass Sie z. B. für das TomTom Nav Kit verwendet werden kann. Sie eignet sich auf alle Fälle sehr gut für den iPod Touch 4G.

Die mitgelieferte Folie allerdings ist ganz und gar nicht zu gebrauchen. Mag sein, dass das an der mangelnden Fingerfertigkeit des Rezensenten liegt, aber es ist nicht möglich, die Folie so aufzubringen, dass sowohl die Kameralinse als auch der Home-Button frei bleiben - eins davon ist immer leicht bedeckt. Bei der Kamera ist das ziemlich ärgerlich, beim Home-Button stört es. Zudem ist das Anbringen der Folie eine Tortur und ohne Bläschenwurf nicht zu schaffen. Diese Bläschen kann man zwar vernachlässigen, sobald das Display an ist, aber es sieht einfach nicht mehr so edel aus wie vorher. Hat man die Folie dann wieder entfernt, bleiben Kleberückstände, die man mühselig entfernen muss.

Ich habe die Folie nun wieder entfernt und entsorgt. Für alle, die motorisch besser veranlagt sind als ich, sei gesagt, dass die Oberfläche der Folie allerdings sehr gut ist, man hat das Gefühl, als würde man auf der eigentlichen Oberfläche des iPod Touch arbeiten. Daher gibt es insgesamt auch nur einen Stern-Abzug.

Ein weiteres Plus: Der Hülle liegt ein gutes Reinigungstuch für das Display bei. Alles in allem kann ich diese Hülle weiterempfehlen, vor allem für Leute, die eine Hülle für den Einsatz des TomTom Nav Kits für iPod Touch 4G suchen.


Road Salt One-Ltd.
Road Salt One-Ltd.
Preis: EUR 15,72

28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine emotionale, verstörende und doch äußerst lohnenswerte Reise, 20. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Road Salt One-Ltd. (Audio CD)
Es war zu erwarten: Die neueste Scheibe von Pain of Salvation spaltet die Fans und Kritiker. Zwar spricht keiner den Schweden Ihre Musikalität und Kunstfertigkeit ab, doch wird allerorts moniert und gemeckert: Die Songs seien zu kurz, die Songs seien nicht gut abgemischt, die Songs seien langweilig und prätentiös. Und tatsächlich ist dieses Album wieder ein Schritt mehr in die Richtung, welche die Band nach "Scarsick" eingeschlagen hat: Experimentelle Instrumentierung, Fokussierung auf Gesang und kurze, knackige Songs und Lyrics, die sicherlich nicht jedermanns Sache sind. "Road Salt 1: Ivory" ist wahrscheinlich das songorientierteste Album von Pain of Salvation (kein einziges Instrumentalstück; in allen Songs dominiert der Gesang; kaum Gitarrensoli (und wenn nur sehr kurze).

Um es vorweg kurz zu machen: Ich persönlich finde die CD, die seit 3 Tagen meinen CD-Player belagert, mehr als gelungen. Es ist ein rundes, sehr atmosphärisches Album geworden, das den ersten Teil eines Gesamtkonzepts bildet. Die Songs werden allesamt vor allem von den Lyrics und damit der Stimme von Daniel Gildenlöw getragen, sie stehen ganz im Zentrum des Songwritings. Zudem zeigt schon ein Blick ins Booklet, dass Daniel bei einigen Songs sogar komplett die Instrumentenregie übernommen hat, sogar an den Tasteninstrumenten (Sisters) als auch am Schlagzeug. Mancher Fan mag daher über die "Daniel-Show" die Nase rümpfen. Ich persönlich finde er macht seine Sache ausgezeichnet.

Aber auch ein Wort der Warnung: Dieses Album ist progressiv nur in dem Sinne, dass es sich jeglicher Genre-Einordnung hartnäckig entzieht. Was natürlich erst einmal kein Qualitätskriterium ist. Aber sicherlich werden die Fans der ersten Stunde längst nicht mehr die komplexen Songstrukturen und Instrumentensoliläufe der alten Zeiten hier wieder finden. Dafür sind die Songs zu dicht, leben eher vom Zusammenspiel von Gesang und Instrumentierung und den bewegenden Lyrics. Dankenswerter Weise halten sich die gesprochenen Parts in Grenzen, sodass das Album längst nicht so dozierend rüberkommt wie z. B. "Scarsick".

Das Album beginnt gleich mit einer Überraschung, denn der erste Song dauert nicht einmal eine Minute, wiederholt sich dauernd und bietet kaum Abwechslung. Das kennt man so nicht von Pain of Salvation. Aber im Gesamtpaket mit "No Way", das sich nahtlos anschließt, setzt der Song einen überzeugenden Kontrast. Außerdem sind die Harmonien klasse, und der neue Schlagzeuger Léo erweist sich als gesanglich gute Stütze für die Band. In diesem Song hört man schon die ersten tollen Vintage-Klänge der E-Gitarre, die auf den weiteren Stil des Albums einstimmen. Denn Vintage, 70s und rotziger Rock bestimmen das Album. Das kann den einen oder anderen Prog-Metal-Fan schon mal abschrecken... (4/5)

"No Way" startet besonders druckvoll. Daniel singt in Topform und beweist, dass er zu einem der besten Sänger zählt. Seine Stimme ist enorm facettenreich auf diesem Album, sie passt sowohl zu den zarten, fast zerbrechlichen Songs wie "Sisters" oder "Road Salt" als auch zu den rockigen Nummern, wie eben "No Way". Der Song erinnert vom Sound und der Songstruktur stark an "Nihil Morari" von "be", wenngleich die Lyrics längst nicht so philiosophisch oder gesellschaftskritisch sind, sondern eher rotzfrech. Gerade das aber passt hervorragend zum Stil. Wenn der Refrain einsetzt ertönen Daniels fragile Stimme und Fredriks Piano und setzen die ersten emotionalen Highlights des Albums. Es folgen noch verdammt viele mehr. Der Mittelteil überrascht mit einem interessanten rhythmischen Kniff, baut aber auf das grandioses Finale auf. Ein perfekter Rocker! (5/5)

"She Likes to Hide" ist ein bluesiger Song durch und durch. Schwerer Rhythmus, mehrstimmiger Chorus, druckvoller Bass und knackige Drums. Aber sicherlich der erste Song, der dem Prog-Fan die Fragezeichen auf die Stirn und ins Gehör zimmert. (4/5)

Es folgt der grandiose musikalische Höhepunkt des Albums mit "Sisters". Der Song ist wie ein Sog und lässt einen nicht mehr los. Er handelt davon, dass ein Mann kurz vor der Versuchung steht, mit der Schwester seiner Freundin zu schlafen. Überhaupt ist Liebe und Sex (und in starkem Kontrast Schmerz und Verzweiflung) das zentrale Thema des Albums, allerdings sehr erwachsen vorgetragen und fernab jeglicher Dr.-Sommer-Plakativität. Es ist diese Mischung aus erotischem Topos, emotionaler Stimmgewalt und dramatischem Aufbau, die "Sisters" zu einem ergreifenden Song macht. Einer der besten Songs von Pain of Salvation, in emotionaler Dichte gleichauf mit "Undertow"! (5/5)

Mit "Of Dust" ähnelt das Album wieder mehr "be", speziell dem Song "Nautilus". Ein chorales Schwergewicht, herausragend vorgetragen von den Sängern, über allem dominiert die Oktav des Daniel Gildenlöw. Kurzer Schockmoment: In dem Song gibt es wieder Sprechparts, das ist aber kurz und schmerzlos (und bleibt die Ausnahme). Wieder erzeugt das Zusammenspiel von Lyrics und Musik ein wirklich überzeugendes Gesamtergebnis. (4/5)

Die folgenden Songs "Tell me You Don't Know" und "Sleeping under the Stars" sind die große Bewährungsprobe für den Fan. Denn beide Songs brechen aus dem bisherigen Konzept brutal aus. Während "Tell me You Don't Know" schon leichte Country-Anleihen hat (3/5), schickt uns Daniel mit der folgenden Nummer "Sleeping under the Stars" sogar auf eine Art musikalischen Rummelplatz, Wiener Walzer inklusive. Eine witzige Idee vielleicht, aber auch sicherlich die harte Zerreißprobe für Leute, die sich schon mit der Disco Queen schwer getan haben. (3/5)

Dann aber bleibt das Album kontinuierlich überzeugend. Allerdings werden die Lyrics düsterer. Es geht mehr um Schmerz als um Heilung, das Wort "Pain" taucht mehrere Male auf, in einem Song wird gar männliche Dominanz (und Gewalt) gegenüber Frauen thematisiert. "Darkness of Mine" wird getragen von stark vibrierenden Vintage-Gitarren und dem Klavierspiel von Fredrik. Dieser Song klingt gerade im Refrain noch am ehesten nach den Metal-Wurzeln der vergangenen Tage und spricht damit endlich auch die an, die sich schon seit einigen Minuten nach solchen Klängen sehnen. (5/5)

"Linoleum" ist bereits seit der Single-Auskopplung bekannt. Grandios bescheuertes Video, dafür aber ein toller, kraftvoller Song, der ganz den Geist der 70er Vibes atmet. (5/5)
Und gleich darauf der Song, der sicherlich auch wieder die Gemüter erhitzen wird: "Curiosity". Hier geht es richtig heftig zu, sowohl im Text als auch in der Musik (der neue Drummer Léo hat hier einiges zu tun bekommen und macht seine Sache richtig gut). Der Song atmet ganz im Sinne der 70er den Geist von sexueller Freiheit, aber mit diesem bitteren Beigeschmack: "See, the only time I hear you take the name of the Lord / Is when you're tied to the bed with your face against the head board". Sicherlich live ein großer Spaß, wenn die Metal-Dudes abrocken. (5/5)

Mit "Tell me Where it Hurts" geht die düstere Reise weiter. Ein beklemmender Song, der tief ins Mark dringt, vor allem gegen Ende, wenn Daniels Stimme losschmettert und herzzerreißend fleht: "Touch me where it hurts" So aufwühlend der Text, so makellos die Songstruktur, in der sich harte Parts mit leisen (dafür aber nicht minder ergreifenden) Pianoklängen abwechseln. Hier auch ein kleines Gitarrensolo für alle, die sich eins gewünscht haben. Hervorragend! (5/5)

"Road Salt" klang für mich live beim Melodifestivalen besser, was daran liegen kann, dass Daniel auf dem Album wieder mal selber in die Tasten greift. Das sagt aber nichts über die Qualität des Songs an sich aus, denn die ist auf hohem Niveau und ist stellvertretend für den Stil des Albums. Je näher man dem Ende des Albums kommt, desto deutlicher wird, dass dies ein wirklich "nacktes" Album ist, ehrlich, mit Rotz in der Stimme und rauhem Klang. Nicht jedermanns Sache, aber in Zeiten der Superstars erfrischend wie ein Sommerregen. (5/5)

Der längste Song des Albums wartet am Schluss auf den fiebernden Prog-Fan, der wahrscheinlich jetzt schon im Delirium ist. Dafür bietet er auch wieder von allem etwas: Polyrhythmik, sphärische Klänge, Soli, berührender Gesang und ein Daniel in Bestform. Die wabernden Gitarren erinnern ein wenig an das großartige "Idiocracy". (5/5)

Bis auf zwei Songs hat das Album ausnahmslos gute bis hervorragende, herausragende Songs. Wenn man das auf die Spielzeit rechnet, dann ergeben sich rund 50 Minuten purer Emotion. Ob man diese Art von Seelen-Tiefblick mag, braucht und will, das muss jeder selber entscheiden. Die Musik jedenfalls - ob Prog oder nicht - berührt dort, wo es manchmal sehr weh tun kann. Eine emotionale Achterbahnfahrt, wie man sie sich nicht besser vorstellen kann. Für mich eines der besten Alben von Pain of Salvation, gleich nach "Remedy Lane".


Puzzle Quest (NDS)
Puzzle Quest (NDS)

22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gutes Spielprinzip mit Schwächen in der Umsetzung, 12. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Puzzle Quest (NDS) (Videospiel)
"Puzzle Quest" verbindet Rollenspielelemente und das beliebte 3-Kugel-Puzzlespielprinzip. Die Ausgangsidee ist erfreulich frisch und innovativ und macht für sich genommen einen Heidenspaß...

... der mit der Zeit leider abebbt. Zu unausgegoren ist die Umsetzung geworden.

Das beginnt bei der Lokalisierung, und hier muss ich einfach weiter gehen als diverse Vorredner: Das Deutsch ist gelinde gesagt ungenießbar, katastrophal und voller Fehler. Nicht nur, dass aufgrund der verkleinerten Ansicht Wörter einfach unmotiviert und völlig sinnfrei abgekürzt werden, nein, auch Wortwahl und Sprachfluss erinnern eher an die billigsten Groschenromane von anno dazumal. Aber selbst die englische Version (z. B. für PC) strotzt nicht gerade mit den höchsten literarischen Ergüssen. Nun mag man einwenden: Das ist doch egal, mir geht es um das Spielprinzip! Aber gerade weil hier Rollenspielelemente "verwurstet" werden, möchte man auch eine ansprechende und spannend erzählte Geschichte vorfinden. Die blatante Hintergrundstory von Puzzle Quest lockt aber keinen hinterm Ofen hervor und wirkt sich nicht unbedingt motivierend auf den Spielspaß aus.

Und da sind wir dann auch bei den Schwächen im Spielprinzip. Die Sidequests, die man in Tavernen oder am Hofe eines Monarchen, Despoten etc. erhält, halten einen vollkommen von der Hauptgeschichte fern. Wenn man z. B. in der Hauptqueste dringend um Unterstützung gebeten wird, dann kann man trotzdem noch fröhlich erst einmal eine Kanalisation säubern, mit einem Skelett in der Gruft Samba tanzen und einer schönen Maid aus den Klauen eines Unholds helfen. In der Zwischenzeit hat man schon vergessen, wo denn überhaupt die Hauptqueste stattfindet. Dabei "soll" die Übersichtskarte helfen... diese spottet aber ihrem Namen, da irgendwann unverhofft so viele Monstericons auftauchen, dass es mit der Übersicht dahin ist. Also watschelt man wieder zu dem eben noch erschlagenen Monster zurück, plättet dieses und wundert sich, wenn es erneut auftaucht.

Ein weiteres Manko ist die Tatsache, dass man Kämpfe zwar verlieren kann ohne zu sterben, aber keinen Malus davonträgt. Dadurch wird das ganze Spielprinzip zum reinen Glücksspiel. Hat der Gegner mal die besseren Perlen und bretzelt uns die Luzi, dann nehmen wir das einfach so hin und ziehen ein zweites Mal zu Felde. Spannend ist das erst, wenn man sich ein Zeitlimit dazuschaltet, da kommt man dann schon mal ins Schwitzen. Das kann aber auch sehr unangenehm werden, wenn plötzlich keine Zeit zum Taktieren mehr bleibt. Da wäre es auch schön gewesen, wenn der Zweispielermodus über WiFi funktionieren würde – tut er aber nicht...

Die Rollenspielelemente sind ebenfalls ein wenig unausgegoren. So darf man maximal sechs Zauber mit in den Kampf nehmen, hat aber eine große Auswahl an Zaubern zunächst vor sich. Diese wird aber nur schlecht auf dem DS erklärt. Man weiß z. B. nicht, wie groß der Mana-Einsatz für Zaubersprüche ist, das erfährt man erst mitten im Kampf. Und die Gegenstände sind mit sehr abstrusen Prozentangaben ausgezeichnet (0,75 % Chance um 1 Schaden abzuwehren... heißt das soviel wie die Überlebenschance eines Schneeballs im glühenden Hochofen der Hölle? Oder eines singenden Hupfdolls bei DSDS?)

Grafisch ist die Umsetzung auf dem DS auch nicht unbedingt fein, und der Midi-Sound dümpelt so vor sich hin. Da hätte man viel mehr herausholen können. Löblich hingegen die Nutzung des zweiten Bildschirms, das ist ganz gut gelungen (man kann die beiden Bildschirme mit den L- bzw. R-Tasten wechseln, sodass einem neue Funktionen zur Verfügung stehen, meistens, um Info-Schirme aufzurufen).

Die Minispiele zum Erlernen von Zaubern, Schmieden von Gegenständen und Einfangen von Kreaturen werden durch die Möglichkeit, immer wieder neue Versuche zu starten ohne jedweden Malus auch ein wenig ab absurdum geführt, was schade ist, denn manchmal muss man da richtig gut kombinieren, wenn man z. B. ein Perlenbrett für das Einfangen von Kreaturen komplett säubern muss.

Was hat Puzzle Quest auf der Haben-Seite? Einen anfangs enormen Suchtfaktor, denn das Puzzlen und Aufsteigen und Zauber lernen macht für kurze Zeit drollig Spaß. Die Musik, wenn auch dümpelnd, ist schön fantasybehaucht und sorgt für nette Atmosphäre. Und die Idee ist gut, richtig gut sogar. Leider hapert es an der Umsetzung, da hätte man sich viel mehr Gedanken machen können.

Unterm Strich bleibt Puzzle Quest ein solides Spiel, und über den Preis kann man eigentlich auch nicht meckern. Aber der große Überflieger ist die DS-Umsetzung leider nicht geworden.
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 1, 2009 11:02 AM MEST


Images and Words
Images and Words
Preis: EUR 8,97

18 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Technische Perfektion mit Schönheitsfehlern, 25. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Images and Words (Audio CD)
Mit Ihrem 2. Studio-Album haben Dream Theater sicherlich einiges für die Welt des Prog getan. Die Ausnahmsmusiker haben bereits mit Ihrem fulminanten Debut in Hinsicht technischer Perfektion so manche Kinnlade nach unten klappen lassen. Nach wie vor aber hapert es gewaltig beim Thema Songstruktur und Interpretation.

Es ist unbestritten, dass Portnoy und Petrucci, Morre und Co äußerst begabte Virtuosen sind an ihren Instrumenten. Jeder beherrscht die technischen Finessen seines Instrumentes und hat genügend Gelegenheit, dies auf dem Album "Images and Words" eindrucksvoll zu zeigen. Besonders Portnoy ist dabei hervorzuheben, der auf seinem Schlagzeug wahre Rhythmus-Wunderwerke zaubert. Geradezu phänomenal ist die Produktion, die Bässe und Schlagzeug hervorragend aus den Boxen wummern lässt.

Ganz große Abstriche aber gibt es beim Gesang und beim Songwriting. Natürlich ist James LaBrie kein schlechter Sänger und weitaus besser als manch anderer Komparse aus dem Metal-Bereich, doch seine Darbietung überzeugt nicht. Gerade in den hohen Tonlagen, die er gnadenlos in jedem Song ansteuert, kippt seine Stimme und er schrammt gerade noch am richtigen Ton vorbei. Zudem ist seine Stimme nicht mächtig genug, um Songs wie "Pull me Under" zu tragen - was sehr schade ist, denn dieser Song ist mit Abstand der Beste auf dem Album und seither eine Fan-Hymne geworden.

Doch der Vorwurf, Dream Theater sei eine technisch versierte Band ohne Seele, kommt nicht von ungefähr und ist meiner Meinung nach auch berechtigt. Jeder Song wartet mit etlichen Instrumental-Parts auf, in denen die Musiker sich mit atemberaubenden Soli präsentieren können. Dabei bricht aber die eigentliche Songstruktur unangenehm auf. Die Soli wirken wie Fremdkörper im Songkonstrukt. Das ist wahrscheinlich auch die beste Bezeichnung für die Songs - es bleiben Konstrukte, die einige interessante Versatzstücke aufweisen können, aber nie wirklich als Ganzes überzeugen können. Einzige Ausnahmen sind die Songs "Pull Me Under" und "Learning to Live". Selbst das Opus "Metropolis - Part 1" kann nur bedingt fesseln, dafür ist der Mittelteil zu langatmig und prätentiös geraten.

Woran Dream Theater aber definitiv scheitert sind die ruhigen Balladen, die immer wieder zu einem Kitschbrei sondergleichen verkommen. Sehr schade. Wenn "Wait for Sleep" auch anfangs mit einem sehr interessanten Piano-Spiel überraschen kann, driftet der Chorus auch schon wieder in Belanglosigkeit ab. Das spiegelt sich auch in den Texten wieder, die meistens nicht gerade poetische Meisterwerke sind, wenngleich Moore es schafft dank der spirituellen Worte immer wieder einen interessanten Gegenpol zu den treibenden Rhythmen des Songs "Pull Me Under" zu bieten.

Das Album ist mitnichten schlecht, im Gegenteil, es ist sogar sehr gut. Allerdings gemessen an anderen Prog-Metallern kein ernstzunehmender Rivale. Dream Theater täten gut daran, ihre Spielereien und technische Finesse gegen fesselndes Songwriting einzutauschen.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 5, 2012 12:49 AM CET


Scarsick
Scarsick
Preis: EUR 18,61

15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles andere als krank!, 23. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Scarsick (Audio CD)
Was ist der Mensch nicht ein wunderbares Wesen, wankelmütig und wandelbar. Als ich die ersten Rezensionen zu "Scarsick" gelesen hatte, war ich mehr als nur abgeschreckt und ließ mich sogar zu einem "die kauf ich mir wahrscheinlich nicht" hinreißen. Als ich aber in die ersten Samples reinhören konnte, war ich mehr als nur gespannt auf die Musik - und bin wahrhaftig vom Saulus zum Paulus bekehrt. Vorweg: Die Scheibe ist erstaunlich gut, ich finde sie sogar fantastisch.

"Scarsick", der Opener, stimmt bereits heftig auf das Album ein. Scharf schmettert Gildenlöws Sprechgesang durch die Boxen, begleitet von treibenden Rhythmen und bretternden Gitarrenriffs. Der Song macht bereits Lust auf mehr, und der Chorus stimmt nachdenklich für den Rest des Albums. Ein gelungener Einstieg.

In "Spitfall" setzen sich PoS kritisch (und zwar auf musikalische Weise kritisch!) mit der HipHop- und Rap-Szene auseinander, enttarnen all die geheuchelte Da-Hood-Mentalität des Goldkettchen-Genres als puren Schein und Geldmaschine. Auch hier ist der Chorus bemerkenswert, da er sich vollkommen von dem Rest des Songs loslöst. Diese beiden ersten Songs zeigen bereits, wie PoS an ihr neues Album herangehen: Sie nehmen sich Grundgerüste gängiger Pop- und Rock-Songs der modernen Musikszene und setzen diesen den eigenen Stempel auf, der das gesamte Gefüge gehörig durcheinander wirbelt. Das macht sogar richtig Spaß, wenngleich der Sprechgesang manch arglosem Hörer erst einmal übel aufstoßen könnte.

Mit "Cribcage" führt uns die Band in seichtere Gewässer ohne banal zu wirken. Die Lyrics, einer der wirklichen Schwachpunkte des Albums, mögen als "direkter Appell" gemeint sein und daher einfach gestrickt sein, allerdings entbehren sie nicht einer gewissen unfreiwilligen Komik. Das ist schade, denn der Song hat unglaubliches Potential, sodass die unglückliche Textarbeit glücklicherweise marginal ins Gewicht fällt.

Der Song "Amerika" kommt so sachharin daher, dass es schon fast weh tut, ist in seiner satirischen Wirkung dadurch aber noch eine Ecke bissiger (und klingt nach 3 Durchläufen schon gar nicht mehr übel). Und in den Song haben die Schweden auch den ein oder anderen Gag versteckt, der einem unweigerlich ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

"Disco Queen" ist wohl der große Stein des Anstoßes für die Kritiker. Laut einem Interview mit Daniel behandelt der Song ähnlich wie "In the Flesh" das Thema Missbrauch. Interessanterweise bedienen sich PoS dabei eine Beats, wie man ihn in den 70ern gerne unter der Discokugel vernahm - der Name ist also Programm. Hier allerdings findet Gildenlöw durchaus eine interessante Metaphorik in den Lyrics, wie eine Nadel in die Rillen der schwarzen Haut dringt; gemeint ist eine Vinyl-Platte aus den 70ern, und gleichzeitig ist das Thema "Vergewaltigung" angesprochen. Musikalisch ist der Song längst nicht auf den Upbeat beschränkt, sondern führt sehr rasch in die bekannten Düstergefilde der Schweden, wie man sie auch aus "Ashes" kennt. Dabei ist "Disco Queen" der wohl abwechslungsreichste Song auf dem neuen Album und hat einen furiosen Mittelteil, der jedem Progger eigentlich das Herz aufgehen lassen müsste. Ich gebe gerne zu, dass der Song mit Sicherheit auch gut auf den Beat verzichten könnte, und dadurch gewinnen würde - konzeptuell jedoch passt das Gewummere wiederum. Und irgendwo ist es herrlich zu hören, wie die Band geschickt aus der Pop-Falle heraus zu ihren Wurzeln findet.

Mit "Kingdom of Loss" wird der zweite Teil des Albums eingeläutet. Von nun an klingen die Songs eher wie Pain of Salvation, ohne weitere experimentelle Ausflüge in musikalische Klangwelten anderer Genres. Der erste Song des zweiten Teils ist ein Wunderwerk an Melodie und Harmonie und strahlt voller trauriger Momente, geradezu wie eine Elegie. Der Chorus ist erfüllt von einem beinahe zerbrechlichen Gesang - begleitet von sphärischem Flötenspiel - der unheimlich gut zu der textlichen Traurigkeit passt. Ganz groß!

Es folgt mit "Mrs Modern Mother Mary" der erste Song, der mich nicht ganz überzeugt. Zwar sind auch hier wieder druckvolle Momente vorhanden, und schlecht ist der Song bei weitem nicht, allerdings lässt er viel von dem Einfallsreichtum vermissen, den die anfänglichen Songs vorgegeben haben. Dennoch ist er im Rahmen des Konzepts wieder sehr schlüssig und erlaubt eine kleine Verschnaufpause.

Ein weiteres Highlight erster Kajüte ist dann "Idiocracy". Bedrohlich beginnt das Klangwerk, die Rhythmusabteilung hat alle Hände voll zu tun, um dem Hörer Schauer über den Rücken zu jagen. Die schon fast geisterhaften Gesänge tun dazu ihr übriges. Und schließlich bricht der Song in einem aufwühlenden Chorus (Balalaika inklusive!) auf zum großen Finale. Phänomenal!

Der wohl härteste Track des Albums ist "Flame to the Moth". Und hier muss ich zugeben ist Daniels Scream-Einlage wahrhaftig gewöhnungsbedürftig. Allerdings überzeugt der Song konzeptionell von vorne bis hinten und wartet mit interessanter Struktur und teilweise rasanten, bisweilen brisanten Melodien auf. Herrlich abwechslungsreich und raffiniert inszeniert.

"Enter Rain", der längste Track der Scheibe, passt wiederum vom Konzept her sehr gut, lässt mich aber ein wenig ratlos zurück, weil die Songstruktur nicht wirklich spannend ist. Die Melodie ist nett, plänkelt aber eher nebenbei daher. Da wir aber am Ende eines sehr düsteren und oft melancholisch angehauchten Albums sind, hat das auch wieder seine Berechtigung. Von daher passt der Song, aber für sich alleine ist er nicht unbedingt der große Wurf.

Von einem "schlechten" Album zu sprechen ist hier eindeutig fehl am Platz - Zu gut, druckvoll und einfallsreich ist die Produktion, in der die Bässe aus den Boxen knallen; geradezu perfekt der Gitarrensound, der immer noch sphärisch verklärt "Pain of Salvation" ist, und dennoch immer wieder Neues entdecken lässt; und der Gesang der Beteiligten ist einmal mehr fantasievoll und facettenreich gestaltet. "Scarsick" ist nicht die beste Platte von Pain of Salvation. Die Enttäuschung wird bei all denen groß sein, die erwartet haben, dass Pain of Salvation die Schublade "Prog-Metal" mit all ihrer Vielfalt nicht verlassen würden. Denn wie schon überall zu lesen war: Metallisch klingen hier die wenigsten Songs. Wen das nicht stört erhält einmal mehr ein großes Werk von großartigen Musikern, das bei jedem Durchlauf spannender und interessanter wird mit unglaublich faszinierenden Rhythmusspielereien und fröhlichen Soundexperimenten. Ich kann jedem abgeschreckten Fan nur dringend raten, sich von den Vorurteilen frei zu machen und die Musik wirken zu lassen, wie sie es verdient hat.


Existence
Existence
Preis: EUR 15,98

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überzeugende Weiterentwicklung, 13. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Existence (Audio CD)
Deutschland, Deine Musiker. Wer fällt uns denn da zurzeit so ein? Krächzelse Gratia, die mit wunderbaren Statements aufwartet wie „Ja, wer seine eigene Musik nicht kauft, der muß ja auch bescheuert sein!" Oder sind es dann doch die Produzenten-Päpste Bohlen und Co., die unser Land würdig in der Rubrik „Mozart, Bach und was danach geschah" vertreten?
Daß auch in unseren Landen, und nicht nur in den nordischen Gefilden, noch verdammt gute Musik produziert wird, beweist eine noch relativ unscheinbare Kombo aus Leipzig, die auf den zugegeben etwas plakativen Namen „Dark Suns" hört. Das Debüt „Swanlake" wurde bereits in einschlägigen Magazinen in höchste Sphären gelobt, und der Nachfolger, den es hier zu bewerten gilt, scheint in dieselbe Kerbe zu schlagen.
Zumindest qualitativ. Der Stil hat sich dann doch gewandelt. Die Grunz-Pfade von Opeth (die allerdings auch zurzeit ad acta gelegt sind) werden zugunsten cleaner Vocals verlassen, und auch sonst mutet diese Musik nicht so düster an, wie der Name der Band vermuten lässt. Wenn man ein Wort verwenden will, dann möge es „zum Nachdenken stimmend" sein, und das ist schon mal ein bemerkenswertes Wort.
Was durchaus gewollt ist, gibt uns das Konzept doch nicht weniger auf, als die Ergründung der eigenen Existenz (mit shakespeareschem „To BE!" Gruß nach Schweden). Da scheiden sich dann auch schon die Geister. Konsequent werden zwar im lyrischen Konzept immer wieder bekannte Bilder aufgegriffen, doch verfängt man sich zu oft in Belanglosigkeiten, die einen weniger das Haupt in Gedanken zur Seite neigen sondern vielmehr in Verständnislosigkeit schütteln lassen (was auch an dem holprigen Englisch liegen mag). Dennoch finden sich auch manche Schmankerl in den Lyrics: „Tell me why could I cry when a clown puts on his very funny show?" in dem überzeugenden Song "Anemone".
Auf musikalischer Seite sieht das alles dann wieder ganz anders aus. Da wird gezaubert, wie man es sich schöner kaum denken kann.
Weite Klangteppiche breiten sich aus, auf dass der Hörer durch die musikalischen Gefilde lustwandeln möge. Immer wieder bleibt man verdutzt stehen, wenn schon fast unverhofft die Gitarristen den Lautstärkeregler finden und einem in bester Metal-Manier harte Riffs in die Ohren zaubern, dass man die Mähne kreisen lässt. Gerade in seiner Spielfreude fällt das Album „Existence" positiv auf. Allein ein Blick auf die Dauer der einzelnen Stücke lässt den Prog-Metaller frohlocken: Ganze 3 Songs präsentieren sich in epischer Breite von über 10 Minuten, insgesamt dauert die esoterisch anmutende Reise fast 80 Minuten. Da freut es, dass man sich ohne Bedenken von einem 7/8 in den nächsten 4/4 (mit Abstecher über einen 6/8, versteht sich!) begibt, um mit Vorliebe dem 5/8 Rhythmus zu frönen. So bleiben auch die längeren Songs noch recht abwechslungsreich, obwohl hier oftmals weniger mehr gewesen wäre. Ganz eindeutig ist bei einigen Songs zum Ende hin die Luft raus („Patterns of Oblivion" hat eigentlich einen netten Schluß - und ist nebenbei eines der Highlights der CD - aber dann muß man noch einmal von vorne anfangen und losschrammeln, ohne dass sich der Song großartig weiterentwickelt).
Veredelt wird das alles mit einem sehr klaren Gesang, der an einigen Stellen noch ausgebaut werden kann („Her and the Element" fällt dabei leider etwas negativ auf, wie auch „Abiding Space", das leicht nervig und gequält in den Boxen quietscht). Aber Sänger Niko Kappe schafft es durchaus zu fesseln. Beeindruckend ist das vor allem vor der Tatsache, dass er bei Live-Konzerten hinter schepperndem Blech und hämmernden Fellen verschwindet, schließlich ist er auch der (verdammt gute) Schlagzeuger der Band. Ab und an wirft er auch mal den Growl-Apparat an, doch bleibt das erfreulicherweise die Ausnahme. Seine Stimme ist genau richtig, um den Klangteppich der Keyboards und Gitarren für eine psychedelische Stimmung zu nutzen.
„Existence" verlangt viel vom Gelegenheitshörer. Um die Struktur der Songs (geschweige denn des Konzepts) voll und ganz zu begreifen, braucht es schon mehr als nur das schnelle Anspielen der Titel. Auch die Mitsingfraktion sollte eher die Finger von der Scheibe lassen. „Entertainment" ist nun einmal das falsche Stichwort für diese Art von Musik. Am besten genießt man den zweiten Output von Dark Suns bei Kerzenschein und einem gemütlichen Glas Wein, und zur Lektüre dann noch das schön gestaltete Textheft.


Remedy Lane
Remedy Lane
Wird angeboten von yeah-records
Preis: EUR 12,88

14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf der Straße der musikalischen Heilung..., 12. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Remedy Lane (Audio CD)
In der Diskographie der schwedischen Prog-Metaller von „Pain of Salvation" gibt es wohl kein Werk, das so persönlich, aufwirbelnd und schockierend ist wie dieses Album aus dem Jahr 2002. Kaum hatte man die Prog-Welt mit dem Output „The Perfect Element - Part I" einmal mehr gehörig auf den Kopf gestellt, legten Gildenlöw und Co gleich einen harten Brocken nach, der dem Hörer vollste Aufmerksamkeit abverlangt auf einem Parforceritt über eine düstere Seelenlandschaft mit so manchem Stolperstein. Wie immer wird es kein Spaziergang, sondern eine Achterbahnfahrt - aber das Erlebnis dauert länger an als die Spritztour mit dem Entertainmentgefährt. Pain of Salvation wollen nicht unterhalten, sie wollen erzählen und ergreifen. Hier gelingt es ihnen besser als jemals zuvor.
Pain of Salvation machen keine Musik zum Hören, sondern zum Zuhören. Wenn die ersten Klänge von „Remedy Lane" aus den Boxen - oder noch besser dem Kopfhörer - erschallen, und von einer zarten (nicht unbedingt unschuldigen) Jugendliebe erzählen, dann befindet man sich bereits auf der musikalischen Reise durch ein Panoptikum an Gefühlen, Zuständen, Empfindungen. Und bis zum Ende schreitet man die Straße der Heilmittel entlang, per aspera ad astra: "We will always be so much more human than we used to be".
Dabei bedienen sich Pain of Salvation einer großen musikalischen Palette, um vor uns ein Panorama an authentischen Bildern zu entfalten. Der Pinselstrich zeichnet zu Beginn nur leicht und zart eine junge Beziehung, die ersten sexuellen Erfahrungen („She is twelve, I am only ten"), alles ist neu, alles ist aufregend, Angst mischt sich mit Neugier und Erwartungsfreude. Doch der Hörer erfährt sehr bald, dass dies die Vergangenheit ist. Wie ein brutaler Schlag hämmert die Gegenwart auf das lyrische Ich ein („Ending Theme, ripping at the seams for an opening"), und mit einem Ruck findet man sich in Budapest wieder, jenem Ort, wo die Grenzen überschritten wurden. Welche Grenzen? Das offenbart sich erst zum Ende, das treffend „Beyond the Pale" getauft wurde und ganz und gar nicht „over-the-top" anmutet.
Immer wieder springt Gildenlöw bei der seelischen Bewältigung seiner Vergangenheit von einem Extrem ins Nächste. Das zeigt sich vormalig in der Musik. Während „Ending Theme" noch mit beinahe „Rap"-Einlagen und mächtigem Chorus daherkommt, zeichnet einem der Song „Fandango" zunächst ein großes Fragezeichen auf die Stirn ob der verspielten Rhythmik und verrückten Instrumentierung (und die „Rap"-Einlagen werden gar zum heftigen Staccato-Attacca!). Und zwischen dem rockigen „Waking Every God" und extrem progressiven „Beyond the Pale" mit seinen Stilwechseln und treibenden Rhythmen findet sich eine kleine, unscheinbare Ballade, die gerade wegen ihrer einfachen Struktur eine große Wirkung entfaltet.
Aber nicht nur musikalisch, sondern auch im Konzept selbst wird die innere Zerrissenheit des/der Protagonisten immer deutlicher erkennbar (wenngleich der Fokus sehr viel eingeschränkter ist als z. B. bei „The Perfect Element", aber gerade das macht „Remedy Lane" auch zum authentischeren Material und ergreifenderen Erlebnis, das es ist). Im einen Augenblick trübt die Erinnerung an die Fehlgeburt seiner Frau den Blick („Trace of Blood"), im nächsten erinnert er sich an die erste Liebe („This Heart of Mine" mit dem wunderschönen Vers „I lie awake, watching your shoulders move so softly as you breathe"). Doch gerade diese schönen Zeiten sind schneller vorbei, als einem lieb sein kann. Das zeitlich im Jetzt angesiedelte „Undertow" ist ein Meilenstein in punkto musikalischer Emotionalität: Zu einer einfachen Gitarrenmelodie gesellt sich der nüchterne Gesang von Gildenlöw, die Melodie wiederholt sich, während mehr und mehr Instrumente sich eingliedern, eine Rhythmusgitarre, das Schlagzeug, das Piano, es folgt eine Bridge mit einem gefühlvollen Gitarrensolo, das in einem ergreifenden Mehrgesang mündet bis hin zum Ende des Liedes, jenes kraftvolle Aufbäumen, jener Schrei nach Freiheit „Let me break! Let me tear myself apart!" jenes schmerzende Verlangen, der Erinnerung zu entfliehen, aufzubrechen zu neuem Leben - und doch endet alles in einem Scherbenhaufen tiefster Hoffnungslosigkeit „Let me die! Let me break the things I love I need to cry! Let me fade into the pitch-black velvet night". Dieser Song ist so ergreifend, wie es nur ehrliche, ernste, wunderschöne Musik sein kann - kein easy listening, sondern ein aufwühlendes Zuhören wird einem hier abverlangt. Belohnt wird man mit einer Intensität musikalischer Grandeur.
Die Reise geht weiter. Eine Erinnerung an eine Mutter, die sich erhängen will, weil sie die Bürde des Lebens nicht mehr ertragen kann („Rope Ends", ein kongenialer Song, so vielschichtig, abwechslungsreich und faszinierend, mit Breaks, Polyrhythmik, Polyphonie und großem Gitarrenduell), und die Tragik, dass das Seil sie nicht trägt, nicht die Krawatte ihres Mannes, dass das Leben sie nicht gehen lassen will - irgendwo nämlich, auf dieser Straße der Heilmittel, da findet sich die Erlösung. Da wird gesungen von einer tiefen Liebe, einem Versprechen, einem starken Glauben an die Liebe („This Heart of Mine"). Von zwei Menschen, die marionettengleich durch ihr Leben wanken („Fandango"), und sich doch auf der selben Straße befinden.
Pain of Salvation verbinden den Schmerz mit der Erlösung. Nichts ist nur düstere Stimmung und Verzweiflung, immer wieder durchbricht der Funke Hoffnung, bis er zum Ende hin über einer neuen Zukunft heller strahlt als zuvor. Gerade das macht „Remedy Lane" zu einem wichtigen Album, und Pain of Salvation zu einer wichtigen Band. Mag sein, dass man zu Anfang seine liebe Mühe hat, sich durch das Werk zu finden.
Auch das ist ein anstrengender Weg.
Aber manchmal ist der anstrengende Weg der lohnende Weg.
Und manchmal findet sich in der Mühsal die Erlösung und die Heilung.


Be
Be
Preis: EUR 18,45

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wohl bekommt's!, 2. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Be (Audio CD)
Lang ist's her, als der Schweden neuestes Werk zum ersten Mal in den dunklen Schacht meines CD-Spielers verschwand, um ein Sammelsurium an musikalischen Ideen, Spielereien und Hörgenüssen in eine triste Welt aus Allerweltsmusik zu befördern. Man wird rasch merken, dass ich den neuesten Kompositionen äußerst positiv gegenüber stehe. Und ich will eine Lanze brechen für dieses Werk.
Dazu muß ich zunächst auf einige Kritikpunkte eingehen, die so manchem PoS-Gourmet bitter auf den Magen schlugen. Z.B. die Anzahl gesprochener Passagen, etwa 20min. Zieht man das aber von der Gesamtspielzeit der CD ab (+70 Minuten), dann bleiben noch 50 Minuten Musik. Und die haben es in sich.
Des Weiteren fragt der Prog-Metaller wutentbrannt: Wo ist der Prog, wo der Metal? Gute Frage, aber wo steht denn, dass es sich um eine Prog-Metal-Scheibe handelt? Ich sehe auf dem Cover nur den Namen der Band vor einem schlichten "be". Und wo Pain of Salvation drauf steht, da ist auch Pain of Salvation drin. Nicht mehr, aber bitte, meine Damen und Herren, auch nicht weniger!
Und WAS auf diesem Album ist, lässt einen vor Entzückung die Zunge schnalzen. Hier wird ein Festmahl serviert, an dem man sich genüsslich satt essen kann. Wer sich auf die Reise einlässt, zu der PoS einladen, der wird vorbeigeleitet an Klassik, macht einen kurzen Abstecher in den Jazz- und Musicalbereich, wundert sich über einen Gospelchor und ein Orgelspiel, lächelt über die typischen PoS-Elemente und frohlockt ob der Dramatik und Komposition.
Und nicht nur dem Musiker werden Leckerbissen serviert. Auch der Philosoph wird gefordert. So hat Gildenlöw eine Liste an Sekundärliteratur parat, mit deren Hilfe man sich an die Fraktaltheorie heranwagen oder manche mythische Genesis nachschlagen möge. Da läuft dem selbsternannten Sokrates das Wasser im Schierlingsbecher zusammen.
Aber schauen wir uns das Menü „Chinassiah" doch einmal an.
Animae_Partus
Stille. Atmen. Wie ein ins Leben zurückgerufener saugt der/die Sprecher die Luft ein, stößt sie aus in einem Schwall verbaler Selbstreflexion, begleitet von dumpfen Herzschlägen.
Deus_Nova
Das Orchester leitet ein Musikstück ein, das in einem wilden musikalischen Gemetzel mit der Band gipfelt. Während die Flöten versuchen, Ordnung in das Chaos zu bringen, und brav im Takt bleiben, scheinen die Gitarren vollkommen gegen den Takt gerichtet. Darüber wird lakonisch die ansteigende Weltbevölkerung aufgelistet.
Imago
Flöten und Gitarrenspiel, an Folkmusik erinnernde Rhythmik und schweres Getrommel. Was mit Chainsling angedeutet wurde, wird hier perfektioniert. Wir werden hineingezogen in einen Jahreskreislauf, wie ihn Vivaldi nicht schöner beschreiben könnte. Jedes Instrument steuert etwas mehr bei zu der Größe des Songs.
Pluvius_Aestivus
Ein durch Samples angedeuteter Regen wird nun von Fredrik Hermansson kongenial vertont. Auch wenn das Stück melancholisch anmutet, hier ist so viel Schönheit und musikalische Devotion zu finden, dass man vor Freude weinen möchte.
Lilium_Cruentus
Man hört das „Wah-Wah" der Gitarre, das Brummen des Basses und das Spiel der Oboe, bis uns das Hämmern des Schlagzeugs geradezu in den Song hinein stößt. Gildenlöw spricht mit intonationsloser, kühler Stimme - es geht um Tod. Doch dann erschallt sein Gesang, schmerzverzerrt und höchst emotional, bis er in grandiosem Staccato seine Wut herausbrechen lässt und in den Chorus überleitet, begleitet von schneidenden Flöten und Geigen, bis zum Finale, dessen Anstieg an Intensität gigantisch ist.
Nauticus
Bedächtig brummt's aus den Lautsprechern, wenn tiefe Bässe erklingen. Es wird gebetet, und unwillkürlich werden Assoziationen an die Geburtstunde des Blues und der Gospels geweckt. In diese Melancholie mischen sich flehende Rufe nach Erlösung. Der tristen Stimmung folgt ein vulgäres Gespräch zwischen Mr Money und Miss Mediocrity.
Dea_Pecuniae
Jazzig wird's, mit Major-Akkorden und mancher Blue-Note. Der Song könnte aus einem Musical stammen, er hat Dramatik, Humor und einen klasse Sound. Der Song macht richtig Spaß, nicht nur wegen der Lyrics, sondern auch wegen der Spielfreude von Band und Orchesters.
Vocari_Dei
Ein Instrumentalstück untermalt Mitteilungen auf einem Anrufbeantworter. Emotionen, frei von Kitsch und Trivialität, werden mit einem wunderschönen Gitarrensolo präsentiert. Man kann sich geradezu das traurige Lächeln Gottes vorstellen, der nicht eingreifen kann in manches Elend dieser Welt.
Diffidentia
Eine herausgespieene Verfluchung Gottes wird aufgegriffen von verzerrtem Gitarrensound und schleppendem Rhythmus. Und dann ertönt sphärenhaft, untermalt vom Piano, eine Stimme, verletzt und hilflos, dass es einem das Herz zerreißen möchte. Wenn es etwas gibt, was Pain of Salvation auf „BE" großschreiben, dann sind es Emotionen - wie hier.
Nihil_Morari
Die Härte des vorigen Songs wird wieder aufgegriffen. Nihil Morari ist Gänsehaut pur, immer wieder untermalt vom polyrhythmischen Spiel von Orchester und Band.
Latericius_Valete
Der Richtspruch lautet: Genozid. Das Schlagzeug verdeutlicht das Ticken einer Uhr, Klavier und Gitarre kommen hinzu, schließlich das Orchester, das Stück baut sich unaufhaltsam auf, bricht dann ab - eine lakonische Stimme verkündet eine Populationsdichte von lächerlichen 1.200.000.000 Menschen - und entlädt sich in einem dramatischen Finale Furioso.
Omni
Es ertönt eine Orgel, die in Dissonanzen und stetigem Aufbau die Reise einer Sonde verdeutlicht. Das Stück scheint kein Ziel zu finden, die Harmonien rücken von ihrem Ziel weg, Vorhalte werden eingebaut und doch nicht aufgelöst, als wäre dieses Stück ebenfalls auf der Reise. Perfekte musikalische Interpretation.
Iter_Impius
Es folgt einer der Höhepunkte des Albums. Was Gildenlöw an ehrlichen Gefühlen in seine Stimme legt ist, mit einem Wort, „zu Herzen gehend"... das war zwar mehr als ein Wort, aber für diese kompositorische Glanzleistung von Fredrik gehen einem die Superlative aus. Ganz, ganz große Musik.
Martius/Nauticus(II)
Der Song greift bekannte Motive auf und bildet einen würdigen Abschluss. „Freude schöner Götterfunken" könnte man nennen, was hier erklingt, denn in welche Musik Gildenlöw und Konsorten die Freude über Schöpfung, Leben und den ganzen Rest kleiden, ist selbst eine Freude.
Animae_Partus(II)
„I am".
Ich konnte und wollte in dieser Rezension nicht auf den philosophischen Gehalt des Konzeptes eingehen. „BE" ist nicht einfach zu verdauen, und es ist nicht einfach, sich von der Straße der Heilmittel auf die philosophischen Pfade des Seins zu begeben. Aber wenn man sich die Zeit nimmt, sich mit dem Konzept intensiv auseinanderzusetzen, dann stößt man auf einen Fundus musikalischer Schönheit und Finesse, der wohl bekommt. Ich weiß nicht, die wievielte Umdrehung die CD in meinem Player absolviert hat - mein Magen jedenfalls hat sich beim Hören noch nie umgedreht.


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