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Omnissiah (Köln)

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Retreat 1 - Pandemie: Thriller
Retreat 1 - Pandemie: Thriller
von Joe McKinney
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen "The Purge" trifft auf "Mit Zähnen und Klauen"., 18. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Retreat 1 - Pandemie: Thriller (Taschenbuch)
Wer, wie ich, zuerst "Mit Zähnen und Klauen" gelesen hat, wird sich auch in diesem Werk von DiLouie sofort heimisch fühlen. Das fängt beim ähnlich gestalteten Cover an und setzt sich dann auch in der Schilderung der Handlung fort. Was in erst genanntem Roman aber noch eine eher handelsübliche Pandemie von Zombies war, derer sich eine Gruppe von US-Soldaten erwehren musste, so hat DiLouie hier ein wenig mehr in der fantastischen Kiste gekramt und stattdessen aus Untoten eine Welle von mit einem Virus infizierten Psychopathen gemacht, die von den Soldaten Klowns (Abkürzung für Killer-Clowns) genannt werden.

Das ist einerseits natürlich noch aberwitziger als die herkömmlichen Infizierten, die zu Tausenden schlurfend und sabbernd durch die Straßen einer dem Untergang geweihten Stadt ziehen, andererseits aber auch irgendwie... normaler. Immerhin hat man das Gefühl, als würden ohnehin jeden Tag mehr und mehr Menschen den Verstand verlieren und zu Psychopathen mutieren. Warum nicht also auch auf einmal eine ganze Stadt?

Die Klowns in DiLouis Dystopie sind jedenfalls eigentlcih recht normal, sie denken, sie sprechen, sie kommunizeren, sie bedienen Gegenstände - nur dass die Krankheit unbekannten Ursprungs ihnen eben den fixen Gedanken in den Kopf setzt, möglichst viel Gewalt auszuüben und sich so schnell wie möglich und so brutal wie möglich durch Tröpfcheninfektion zu verbreiten. Dabei kommen wirklich abartige und auch sehr kreative Möglichkeiten zu Tage, die die Infizierten von ihrer bösesten und gefährlichsten Seite zeigen.

Dabei geling es DiLouie den Spagat zwischen brutalen Gewaltexzessen und den vielen, aber zum Glück nicht zu zahlreichen, Charakteren aller Coleur zu gehen. Man fühlt mit den Soldaten mit, egal welchen Ranges, mit ihrer Verzweiflung, ihren Problemen, ihrer Wut, ihrer Trauer... und das ohne das DiLouie seitenlange Monologe über die Gefühlsverfassung der Einzelnen darstellen muss. "Retreat" ist brutal, aber zum Glück kein Splatterbuch, es ist einfühlsam, ohne jedoch gefühlsduselig zu werden. Natürlich führen die lediglich 160 Seiten auch dazu, dass nicht die ganz große Tiefe aufkommt oder man sich allzusehr in den Roman einliest, denn bevor dies geschieht, ist man auch schon durch, aber um am Wochenende mal eben so weggelesen zu werden, ohne dass man sich später denkt, dass man seine Zeit verschwendet habe, dafür ist "Retreat" prächtig geeignet, zumal es einige wirklich nette Ideen mit sich bringt! Ich bin gespannt auf die Fortsetzung!


The Unremembered Empire (The Horus Heresy, Band 27)
The Unremembered Empire (The Horus Heresy, Band 27)
von Dan Abnett
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,30

2.0 von 5 Sternen Zu viele Köche verderben den Roman..., 7. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Tja, eigentlich habe ich mich über "The Unremembered Empire" gefreut und auch auf Dan Abnett. Nach dem Totalausfall von "Vulkan Lives" sollte Abnett in diesem Buch endlich all diejenigen Handlungsstränge zusammen führen, die beinahe ein Dutzend Autoren vor ihm in verschiedenen Kurzgeschichten, Romanen und Hörspielen in den Ring geworfen und nie aufgelöst haben.

Es geht um Macragge und darum, dass Guilliman, der Primarch der Ultramarines hier ein neues Imperium, Imperius Secundus, errichten möchte, solange bis sicher ist, dass Terra nicht doch überlebt oder gar den Krieg schon gewonnen hat. Das neu errichtete Leuchtfeuer Macragges lockt daraufhin alle Loyalisten an, die im Warp gestrandet sind, sich auf dem Weg nach Terra befanden oder die in größter Not vor ihren Feinden flohen: Blood Angels von Signus Prime ("Fear To Tread"), Imperial Fists aus dem Phall System ("The Crimson Fist"), Überlebende Iron Hands, Salamanders und Raven Guards an Bord der Veritas Ferrum ("Veritas Ferrum"), Dark Angels, die sich der Loyalität der Ultramarines sicher sein wollten ("The Lion"), Vulkan und sein alter Widersacher Konrad Curze ("Vulkan Lives") und natürlich der unverwüstliche John Grammaticus auf seiner geheimen Mission, sowie noch eine ganze Vielzahl weiterer Charaktere...

Das Problem ist, dass bei all dem Potential, was solch ein Aufgebot bietet, bei all dem politischen Geschachere um den zukünftigen Regenten des Imperium Secundus, bei all den Möglichkeiten, einen Blick auf die Legionen, ihre Primarchen und ihre Anhänger zu werfen, wie sie sich in solchen Zeiten fühlen mögen, bei all diesem gelingt es Abnett einfach nicht, den Roman mit Leben zu füllen. Völlig herzlos und blutleer werden die Ankömmlinge abgearbeitet und an Seite geschoben und statt sich auf die Mechanismen und Intrigen zu stürzen oder auf eine tiefere Charakterisierung der Personen folgt der gesamte Roman eigentlich von Anfang an nur einem Schema:

Curze jagt Vulkan, Vulkan jagt Curze und Jonson und Guilliman jagen Curze halt eben auch. Bumms. Dann jagen noch ein paar andere wiederum Curze oder Vulkan oder Jonson oder wen auch immer und am Ende jagt eigentlich jeder jeden. Gähn. Das ist nach ca. 200 Seiten so ermüdend und ständig wiederholend, dass man beginnt, quer zu lesen. Ich habe mich bis Seite 300 gequält und es dann auch nicht mehr ausgehalten, mir auf jeder Seite wieder erneut das Jagen und Verfolgen und Verfolgen und Jagen und Töten von belanglosen Fallobstcharakteren durchzulesen... Es langweilt einen einfach. Stumpf und Ideenlos.

Und wer gehofft hat, er würde übrigens die Blood Angels, wie auf dem Cover zu sehen, in ihrer ganzen Pracht zu spüren bekommen, der sieht sich, wieder mal bei einem Abnett-Roman, getäuscht, denn es geht in dem Buch nicht um das "Unremembered Empire", es geht nicht um die Ultramarines, nicht um die Blood Angels, es geht einzig und alleine wieder mal um Kurze und darum, wer eigentlich wen jagt - und natürlich spielen, wie immer inzwischen, nicht die Primarchen, sondern die normalen Menschen oder noch schlimmer die Perpetuals, die Zünglein an der Waage...

Am Ende bleibt mir nur zu sagen, dass die Reihe nach "Angel Exterminatus" und "Betrayer" schon wieder an einem Tiefpunkt angekommen ist und noch mehr Müll wie "Vulkan Lives" oder "The Unremembered Empire" einfach nicht verträgt...


Mit Zähnen und Klauen: Horror-Thriller
Mit Zähnen und Klauen: Horror-Thriller
von Craig DiLouie
  Broschiert
Preis: EUR 13,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Militär-Action mit Zombie-Hintergrund, 8. Juli 2014
Über den Inhalt wurde ja schon zu genüge geschrieben: die Welt wird von Zombies - oder besser Infizierten - überrannt, die jede Verteidigungslinie vernichten, die sich ihnen in den Weg stellt. Die Infizierten leiden an einer besonderen Form der Tollwut, die sie, wie man es von neueren Zombiefilmen und -romanen kennt, zu blutrünstigen, nur noch von primitiven Instinkten geleiteten, Bestien macht, die nur dem Zweck des Virus dienen, sich zu verbreiten.

Während aber bei den meisten anderen Büchern in der Richtung der Fokus auf den Zivilisten liegt und die Soldaten entweder alle gestorben sind oder sich später als Gefahr für die Überlebenden herausstellen, versucht Craig DiLouie das Schicksal einer Kompanie zu schildern, die aus ganz normalen, jungen Männern bestehen, die von ihren Vorgesetzten alleine gelassen werden in einer apokalyptischen Welt, die sie selbst nicht verstehen und gegen die sie sich auch nicht wirklich zur Wehr setzen können.

"Mit Zähnen und Klauen" ist blutig, düster, pessimistisch, sarkastisch und trotz des schnellen Tempos, in dem immer wieder auch zeitliche Sprünge gemacht werden, dennoch nicht so oberflächlich, dass man nicht mit den einzelnen Charakteren mitleiden würde - auch wenn sie nicht sonderlich tief gezeichnet sind. Aber DiLouie schafft es, die zunehmende Verzweiflung, die Ausweglosigkeit und auch die Sehnsüchte der einzelnen Personen zu schildern, wobei er keine Partei für irgendwen ergreift - auch nicht für Deserteure, Selbstmörder oder Ar***löcher in den eigenen Reihen.

Insgesamt ein etwas anderer aber auf seine Art packender und fesselnder Zombie-Roman, der zwar mehr Wert auf Action legt als etwa die "Herbst"-Reihe von D. Moody, der aber dennoch Klasse besitzt und kein reiner Zombie-Gore-Porn ist. Dieser Spagat ist sicher nicht ganz leicht!

Das Einzige, was mir etwas gefehlt hat, war eine kleine Übersicht über die Kommandostrukturen der beteiligten Army-Truppen, ein Namensverzeichnis und/oder ein Glossar mit den weniger gängigeren Slang-Ausdrücken und Spitznamen. Das hätte hier und da das Lesen vielleicht etwas vereinfacht, aber es geht auch ohne.


Malodrax (Space Marine Battles, Band 14)
Malodrax (Space Marine Battles, Band 14)
von Ben Counter
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,47

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Zeitverschwendung, 1. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Irgendwie scheint man bei der BL nicht so auf die Imperial Fists zu stehen, denn nach dem schon eher unterdurchschnittlichen "Sons of Dorn" ist auch der vorliegende Roman über die ehemalige VII. Legion ziemliche Zeitverschwendung. Das liegt aber wohl weniger an dem Orden selbst, als an dem unterdurchschnittlichen Talent von Ben Counter. Dessen Romane sind, bis auf "Galaxy In Flames" nämlich leider samt und sonders am unteren Rand der Qualitäts-Skala anzusiedeln und auch "Malodrax" macht da keine Ausnahme.

Statt hier einen vielleicht etwas simpleren, dafür aber direkteren und packenderen Roman über Lysanders Rachefeldzug zu verfassen, verliert sich Ben Counter in immer extravaganteren und abgedrehteren Szenerien, webt hier noch eine Schlacht ein und dort noch eine Befriedung, hetzt von Kampf zu Kampf und lässt den Leser kaum Luft holen um einmal ein wenig zu verschnaufen. Statt, wie etwa Chris Wraight, John French oder Aaron Dembski-Bowden auch mal ein paar Seiten auf die Charaktere einzugehen, eine Geschichte zu erzählen und den Leser wirklich mitzunehmen, ist Counter nur damit beschäftigt, auf jeden irren Einfall noch einen oben drauf zu setzen. So waren auch schon seine Souldrinker-Romane, die zumindest mir daher auch absolut nicht zugesagt haben. Das WH40K-Universum ist auch so schon fantastisch genug, ohne jede Szene bis zum Exzess ausloten zu müssen.

Natürlich geht's hier um eine Chaos-Welt und darum, dass Lysander mit einer Handvoll Marines an eben dieser Rache nehmen will. Rache dafür, dass die Iron Warriors, die die Herrscher dieser Welt sind, ihn vor 1000 Jahren gefangen nahmen, ihn folterten und seine Ehre beschmutzten. Eine Ehre, die er mit diesem Feldzug wiederherstellen will - und seine Reputation als First Sergeant der IF gleich mit dazu.

Aber deswegen kann man trotzdem versuchen, einen roten Faden in seiner Erzählung beizubehalten und das Gefühl geht mir beim Lesen von "Malodrax" komlett ab. Der Roman zieht sich nur so dahin und langweilt einen mit ständigen Wiederholungen gleicher Schauplätze nur aus drei verschiedenen Perspektiven, mit aneinander gereihten - und noch dazu äußerst uninspirierten 08/15-Schlachten, mit völlig einfältigen und blassen Charakteren und mit einer Sprache, die vermuten lässt, dass Counter seinen Roman eher für Kinder geschrieben hätte, als für erwachsene Fans des WH40K-Universum.

Jeglicher Versuch, auch nur ein wenig auf die einzelnen Personen einzugehen, wird auf jeden Fall im Keim und Bolter-Hagel erstickt und zu keiner Zeit kommt ein Gefühl für Lysander oder einen seiner Mitstreiter auf. Während woanders darauf geachtet wird, auch das Innenleben der Protagonisten zu entfalten, ist Lysander auch nach über 400 Seiten noch genauso langweilig und schablonenhaft wie alle um ihn herum - mit Ausnahme des Inquisitors Golrukhan, aus dessen Werk des Öfteren zitiert wird, und das für die einzigen Anflüge von "Storytelling" sorgt... Für einen Roman, der sich eigentlich um die heldenhafte Figur "Darnath Lysander" dreht, deutlich zu wenig.

Und auch die seit 10.000 Jahren bestehende Feindschaft zwischen den Imperial Fists und Iron Warriors wirkt eher aufgesetzt. Ein Roman, der von Belagerungsschlachten beider Legionen bzw. Orden handelt, hätte ich in dieser Hinsicht grundsätzlich mehr abverlangt als Leser. Doch die viel zu kurzen und uninspirierten Auseinandersetzungen zwischen IW und IF sind nur ein Randaspekt und werden zwischen Tür und Angel abgehandelt. Epik und Tragik? Fehlanzeige. Es könnten auch zwei andere, x-beliebige Orden aufeinander treffen, so wenig Charakter man sowohl den Ketzern als auch den Loyalisten hier angedacht hat.

Für mich als Space Marine- und insbesondere auch Imperial Fists-Fan ist "Malodrax" auf jeden Fall ziemliche Zeit- und Geldverschwendung. Schade. Nach 414 Seiten habe ich das Gefühl, Ben Counter hätte mir meine Zeit gestohlen.


Ain't Like You
Ain't Like You
Wird angeboten von Music-Shop
Preis: EUR 14,87

5.0 von 5 Sternen OH!381 - Rostocks Finest melden sich zurück, 28. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ain't Like You (Audio CD)
Wie ich in meiner anderen Rezension schon bemerkt habe, war die erste Platte der Rostocker ein ziemlich dicker Einstieg ins HC-Geschäft - zumindest was die Veröffentlichungen angeht -, aber noch mehr als deutlich auch von einer der wohl bekanntesten, aktiven, deutschen Hardcore-Bands geprägt, nämlich "Final Prayer". Was aber eigentlich kein Problem darstellte, sondern nur den Ehrgeiz und die Qualität von Rise From Above herausstellt.

Und eben diese beiden Faktoren und Eigenschaften haben sich auf "Ain't Like You" noch deutlicher und prägnanter auf CD pressen lassen. Die neue Scheibe klingt noch nach Rise From Above, aber eben nicht mehr so stark nach Final Prayer, weder musikalisch noch lyrisch. Die Band hat ihren eigenen Weg gefunden, ist dem NYHC-Stil weitestgehend treu geblieben, garniert ihn aber immer wieder mit noch mehr Melodien, mit noch mehr Lockerheit, folgt nicht mehr so starr dem Schema F des New York-Stils. Dazu trägt sicherlich auch der neue Sänger Jan bei, der einfach mehr Vielfalt in seiner Stimme trägt - oder sie zumindest zur Schau stellt - als das bei seinem Vorgänger der Fall war. Dazu gibt's dann die standesgemäßen Brüllchöre, Singalongs und alles, was das HC-Herz so begehrt. Fein!

Mein persönlicher Favorit der Scheibe ist das auf Deutsch vorgetragene "OH!381", in dessen Titel schon mehr oder weniger kryptisch der Inhalt des Songs verraten wird: es geht natürlich um Rostock, klar. Das Lied wird sich sicherlich zur Bandhymne entwickeln, wenn nicht schon geschehen, und zeigt mir wieder mal, dass man auch auf Deutsch guten HC machen kann, wie Empowerment oder 47 Million Dollars ja schon zuvor zu Genüge bewiesen haben. Warum eigentlich nicht öfters so!?

"Ain't Like You" macht musikalisch richtig Laune, behandelt auch Themen, die jenseits des üblichen Unity-Brotherhood-WayofLife-Gekeules liegen und ist zumindest für mich persönlich eine der kurzweiligsten HC-Scheiben aus deutschen Landen der letzten Monate.


Emperor's Gift (Warhammer 40000)
Emperor's Gift (Warhammer 40000)
von Aaron Dembski-Bowden
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,24

5.0 von 5 Sternen "Heretically Good" - Fürwahr!, 28. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Chapeau, Herr Bowden, Chapeau. Ich hätte nicht gedacht, dass es jemand schafft, den für mich uninteressantesten aller Astartes-Orden, die Grey Knights, auch nur annähernd so zu gestalten, dass es mich packt und mitreißt. Aber ADB ist nicht umsonst einer der besten Autoren der Black Library und auch wenn das hier ein wenig fanboy-mäßig klingen mag: es gibt kaum Schriftsteller im Games Workshop-Universum, die ihm in Hinsicht auf Charaktergestaltung, Spannung und erzählerischem Talent das Wasser reichen können.

Sein neuester Protagonist ist Hyperion, vergleichsweise jugendlicher Heißsporn im Kreise der elitärsten Armee des WH40K-Universums, der Grey Knights. Ihre Existenz ist außerhalb der Inquisition nur den Ordensmeistern der übrigen Space Marine-Orden bekannt, wenn überhaupt, und alle Menschen, die von ihrem Dasein erfahren, laufen Gefahr, hingerichtet zu werden, egal ob Soldaten oder Zivilisten, so geheim ist der 666. Orden des Adeptus Astartes. Die Stunde der Wahrheit schlägt dann auf Armageddon, zur Zeit des 1. Kriegs unter der Führung von niemand Geringerem als Angron selbst, dem ehemaligen Primarchen der World Eeaters-Verräterlegion…

Das Buch ist von vorne bis hinten gelungen. Actionreich, mit einem angenehmen, nicht zu schnellen aber auch nicht allzu trägen Tempo, und ADB gelingt es, die Grey Knights wirklich auch in all ihrer Pracht und Macht zu beschreiben. Ihre Fähigkeiten erinnern an die der Thousand Sons aus der Prä-Häresie-Zeit (siehe auch "A Thousand Sons" von Graham McNeill), mit all ihren telepathischen, telekinetischen oder pyrokinetischen Auswüchsen, der ständigen Verbindung untereinander und zum Warp und all den kleinen Tricks und Bonbons, die den "normalen" Space Marines-Orden verborgen bleiben. Man hat wirklich das Gefühl, dass die Grey Knights eben mehr sind, exklusiver, mächtiger, elitärer als alle Anderen. Und auch die besonderen Beziehungen zur Inquisition werden gut und bildlich dargestellt.

Und so ist es auch kein Wunder, dass die Grey Knights irgendwann mit den Space Wolves aneinander geraten, die mit ihrer wilden, unbeugsamen und ganz eigenen Art im kompletten Kontrast zu den Grey Knights und insbesondere der über diese herrschenden Inquisition stehen, einem Kontrast, der nicht selten auch in offene Konflikte mündet…

"The Emperor's Gift" ist eigentlich sowohl für die Fans der GK als auch für die der SW ein unverzichtbares Werk, wenn man etwas über die Geschichte beider Orden erfahren will, über heroische Momente und über große Tragödien, die die beiden miteinander verbinden. Und dabei ist es noch wesentlich "realer", sprich: weniger übertrieben fantastisch und extrem, als die Grey Knights-Reihe von Ben Counter - und dabei dennoch wesentlich mehr ins Detail gehend. Eben typisch Aaron Dembski-Bowden, von gewohnt hoher Qualität. Wer an der Night Lords-Reihe um Talos und die First Claw oder aber die Horus Heresy-Geschichten mit Argel Tal genossen oder gar verschlungen hat, für den dürfte auch "The Emperor's Gift" eine wahre Freude sein. Zumal auch Hyperion keineswegs immer der strahlende Held in schimmernder Rüstung ist, den man vielleicht zu Beginn des Romans noch erwarten würde…

Der einzige Wehmutstropfen ist das eher unpassende Cover von Cheol Joo Lee, das in seiner Farbenpracht und comichaften Darstellung so gar nicht in das düstere 40K-Setting passen will, schon gar nicht, wenn es in dem Roman um blutige Kämpfe um Leben und Tod, um Verrat und Brudermord und um die Schlacht um Millionen von menschlichen Seelen geht. Hier hätte mir persönlich ein etwas dezenteres oder "erwachseneres" Titelbild besser gefallen…


Apokalypse Z: Roman
Apokalypse Z: Roman
von Manel Loureiro
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kurze Halbwertszeit der Spannung..., 7. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Apokalypse Z: Roman (Taschenbuch)
Der Beginn von Loureiros Roman ist wirklich großartig, um das direkt einmal vorweg zu schicken. Der (leider namenlose) Protagonist, Anwalt, Blogger und Katzen-Besitzer, berichtet in seinem Internet-Tagebuch mehr oder weniger regelmäßig, wie er im noch recht fernen Spanien die Ereignisse sieht, die sich langsam aus der russischen Provinz Dagestan über Osteuropa, Mitteleuropa und dann unaufhaltsam schließlich auch über die ganze Welt ausbreiten. Wie aus Revolten und Rebellionen plötzlich Pandemien und Epidemien werden, wie sich Regierungen und Weltgesundheitsorganisation gegenseitig in Unfähigkeit überbieten, der Katastrophe Herr zu werden, wie zunächst von Tollwütigen gesprochen wird, dann von Ebola oder von anderen, ausgestorben geglaubten Krankheiten. Niemand weiß etwas, niemand kann es kontrollieren - und dann ist es plötzlich auch in seiner Heimat, vor seinen Toren, vor seinem Haus und Mr. X muss um das eigene Überleben kämpfen.

Die ersten 100 Seiten sind ganz großes Zombie-Kino! Aus der Perspektive eines normalen Menschen geschildert, der mit der Situation verständlicherweise völilg überfordert ist und gar nicht weiß, wie er eigentlich jetzt zurecht kommen soll inmitten dieser Hölle auf Erden. Versorgungslinien brechen zusammen, Verteidigungsstellungen werden überrannt, der Strom fällt aus, die Nahrung wird knapp, die Nachbarn verwandeln sich in kannibalistische Monster...

Und dann flieht er in RIchtung Meer, wo er sich auskennt, versucht, ein Schiff zu kapern, um sich in Sicherheit zu bringen...

Und dann geht der Roman leider den Bach runter. Schon die Umstellung vom Internet-Blog auf das Tagebuch ist nicht sonderlich gelungen, weil Loureiro nicht, wie bei "Tagebuch der Apokalypse" darauf Wert legt, dass der Protagonist seine Ereignisse recht engmaschig erzählt, sondern meistens werden die Tagebucheinträge Tage später verfasst und so ausschweifend erzählt, dass sie einfach nicht mehr glaubwürdig ein Tagebuch darstellen, sondern einfach einen Roman in der Ich-Perspektive. Das hatte JL Bourne deutlich besser gelöst! Vielleicht hätte man hier auch einfach einen Bruch machen und den Roman wirklich stattdessen komplett in einer anderen Perspektive erzählen sollen, statt zwanghaft beim - leider zum späteren Zeitpunkt nicht mehr sehr authentischen Tagebuchstil zu bleiben.

Was aber deutlich schwerer wiegt - neben der zähen und wenig spannenden oder gar überzeugenden Handlung - , ist die Tatsache, dass sich Mr X hier immer wieder als dumpfe Nervensäge entpuppt. Ständig stößt er sich, betätigt er nicht mehr funktionierende Lichtschalter, nur um sich dafür später zu geißeln und zu beschimpfen, immer wieder rutscht er aus oder bleibt irgendwo hängen, fährt Autos gegen die Wand oder andere Autos, muss sich übergeben, wenn er auch nach einem halben Jahr Zombies sieht, erschreckt sich von ihnen, lässt sich von ihnen übertölpeln, muss sich erneut übergeben, erschreckt sich zu Tode, bekommt Panik, erschreckt sich erneut, etc. Die Lernkurve und Anpassungsfähigkeit wird zwar öfters im Roman erwähnt, aber so richtig scheint Beides nicht stattzufinden. Was anfangs noch verständlich und passend ist, wird nach 300 oder 400 Seiten irgendwann mühsam und lästig. Leider. Im Vergleich dazu sind die Charaktere bei "The Walking Dead" oder auch "Tagebuch der Apokalypse" deutlich eher gerüstet für eine Welt voller Untoten und das nicht alleine, weil sie mehr Waffen tragen, sondern weil sie einfach lernen. (Über)Leben lernen!

Das Ende des Romans zeigt, dass Loureiro hier noch eine Fortsetzung in petto hat und ich hoffe, dass er dann an die guten, ersten 100 Seiten und die passablen letzten, 50 Seiten anknüpfen kann, aber eine Story, die so saft- und kraftlos dahin plätschert, wie die 350 Seiten im Mittelteil von "Apokalypse Z" sollte er tunlichst vermeiden meiner Meinung nach. Gerade im letzten Teil kann man Mr X nämlich dabei zuschauen, wie er gefühlt 20 oder 30 Seiten lang durch überflutete Gänge oder dunkle Korridore stapft, was zumindest mir die Motivation genommen hat, mich wirklich in jeder Zeile auf dieses Buch einlassen zu wollen... Schade. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt.


Armourdillo Duffel Sharpie Belt [Large] Black
Armourdillo Duffel Sharpie Belt [Large] Black

2.0 von 5 Sternen Wieder mal keine überragende Qualität..., 27. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
...und damit auch mein letzter Armourdillo-Gürtel. Schickes Teil, schlicht, schwarz, mit dem weißen Streifen in der Mitte, sah auch gut und hochwertig aus, aber nach nur wenigen Wochen (nicht Monaten, Wochen!) war's dann auch wieder vorbei mit der Herrlichkeit. Erst geht die Farbe ab, dann das Material, dann eignet sich das Teil nur noch, um Nachbars Katze vom Balkon zu jagen...


Straight White Male: Roman
Straight White Male: Roman
von John Niven
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Ein Niven, der unter die Haut geht., 27. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Straight White Male: Roman (Broschiert)
Tja, was soll man über den Inhalt des Buches so sagen? Es geht um einen notorischen Säufer und Schwerenöter, Kennedy Marr, der als Autor und Drehbuchschreiber bzw. -überarbeiter ein Leben in Saus und Braus, auf der Überholspur, lebt und mit dem pflichtbewussten Alltag der "Durchschnittsmenschen", wie er sie nennt, so gar nichts anzufangen weiß.

Daher ist es ihm nicht nur ein Graus, sondern es grenzt geradezu an Majestätsbeleidigung, als er, aufgrund akuter Geldknappheit, dazu gezwungen wird, ein Drehbuch für einen kommenden Blockbuster fertig zu schreiben, den er für völlig daneben hält, und gleichzeitig auch noch mit einem Literaturpreis bedacht wird, der von ihm verlangt, für ein Jahr in England, seiner alten Heimat, neuen, jungen Talenten beim Schreiben unter die Arme zu greifen und zu unterrichten. England. Ausgerechnet das Land, in dem seine Exfrau und seine Tochter wohnt, sein Bruder und seine todkranke Mutter... Echt nicht so sein Ding...

Was macht Niven jetzt aus dieser eigentlich wieder mal so typischen Szenerie? Zunächst nicht viel, mag man meinen. Der Protagonist ist ein klassischer Niven-Charakter: ein Ekel, aber irgendwie doch so naiv und planlos, dass man ihn trotz aller Fehler und schlechten Seiten einfach mögen muss. Die Geschichte - eigentlich so vielversprechend - plätschert so belanglos und ziellos daher, dass man sich zwischenzeitlich schon einmal abmühen muss, um den Roman nicht mit einem Schulterzucken beiseite zu legen. Zumal auch immer wieder Rückblicke auf das frühere Leben Marrs eingebaut werden, die zunächst eher wie pseudo-dramatische Fremdkörper wirken und die Geschichte recht unausgegoren wirken lassen. Eben wie jemand, der keine Gliederung, keinen Plan verfolgt, sondern einfach frei Schnauze schreibt und dann schaut, was daraus geworden ist.

Dass das Buch aber am Ende doch noch packen kann und einen wirklich fast zu Tränen rührt, liegt nicht nur an dem überragenden Talent Nivens, an seinem schwarzen Humor, an den übertriebenen und wie immer urkomischen Zwischenstücken, sondern insbesondere auch daran, dass Marr eine Entwicklung durch macht, dass diese Gefühlsausbrüche, die Rückblenden, die einzelnen Facetten, die sich nach und nach zu einem Gesamtbild aufbauen, immer wichtiger werden und ihm (also Marr), wesentlich mehr Tiefe verleihen als das am Anfang noch der Fall war. Was zu Beginn den Lesefluss stört und nicht wirklich homogen wirkt, ist gegen Ende eher ein Puzzle, welches mit jedem Steinchen berührender und großartiger erscheint. "Straight White Male" ist sowohl ein typischer Niven als auch einer, der eben doch nicht so ganz typisch ist, weil man das Gefühl hat, dass er hier noch weitaus mehr persönliche Erfahrungen eingebaut hat, als es bei seinen vorherigen Werken der Fall war - zumindest mehr negative und wirklich bewegende Erfahrungen.

Am Ende bleibt nur zu konstatierern, dass "Straight White Male" kein Buch ist, dass einen (oder zumindest mich) sofort gefangen nimmt, sich aber mit Seite um Seite steigert und man es am Ende sehr zufrieden, erleichtert und begeistert zuschlägt und guten Gewissens weiter empfehlen kann.

Einziger Kritikpunkt: an der Studenten-Thematik hätte man ruhig noch etwas mehr arbeiten können. Das wirkte rückwirkend gesehen leider sehr oberflächlich und ich denke, ein Charakter wie Kennedy Marr hätte einen äußerst ermunternden Gegenpol zu den noch völlig unbeleckten und jugendlichen Hochschülern gegeben. Aber was solls. ;)


Samsonite Laptoprucksack CLASSIC 2 ICT BACKPACK 16" BLACK
Samsonite Laptoprucksack CLASSIC 2 ICT BACKPACK 16" BLACK

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Qualitativ ein Schlag ins Gesicht, 12. März 2014
Optisch ist der Samsonite - wie immer - ein Highlight. Schlicht, gerade, klar, schick. Er schaut gut aus, wirkt auch gut verarbeitet - aber leider haben von den 15 gekauften Modellen (als Geschenke gedacht) ein Drittel (!) den ersten Monat nicht überlebt, weil bei jedem Einzelnen davon einer der beiden Trageriemen gerissen ist. Der untere Riemen ist nämlich an dem oberen lediglich mit einer nur 1cm tiefen Tasche einfach vernäht, und riss nach ein paar Wochen komplett aus. Hätte man hier ein wenig mehr Material vernäht oder gar zwei oder drei Nähte verwendet, wäre das sicherlich nicht passiert, aber so blieb als Fazit am Ende nur eins: optisch schick, aber qualitativ eines Samsonite nicht würdig... Schade... Und Nein - nur um's noch klarzustelle -, hier wurden keine Backsteine oder überschwere Waren transportiert, sondern lediglich wie vorgesehen Laptop oder CDs oder andere Kleinigkeiten. Das muss ein Laptop-Rucksack einfach aushalten.


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