Profil für Rolf-Michael Streubel > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Rolf-Michael S...
Top-Rezensenten Rang: 17.772
Hilfreiche Bewertungen: 51

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Rolf-Michael Streubel "Jerry Cornelius" (Krefeld)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8
pixel
Dogfeet
Dogfeet
Preis: EUR 21,47

4.0 von 5 Sternen Psychedelic Rock mit Wahnsinnsvariante von "Voodoo Chile", 12. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Dogfeet (Audio CD)
Dogfeet ist eine amerikanische Band, die ihr einziges Werk 1970 veröffentlichte. Insofern handelt es sich bei dieser 2014er Ausgabe um eine Wiedereveröffentlichung. Damals hatte die Band einen Vertrag bei einem der vielen kleinen amerikanischen Labels. Die machten ihren Laden bald dicht. Und damit gingen Dogfeet ebenfalls unter. Mir ist nicht bekannt, dass diese Musiker später irgendwo auftauchten:
Dave Nicholls - Bass; Alan Pearse - Second Guitar, Vocals; Derek Perry - Drums und Trevor Povey - First Guitar, Vocals.

Die Band wurzelte im Bluesrock, was man hier und da auf dieser Scheibe noch hört. Doch sie ging weit darüber hinaus, ähnlich wie Fleetwoos Mac zu Peter Greens Zeiten mit Albatross. Die Bandbreite, die man hier zu hören bekommt, hätte damals mehr Aufmerksamkeit verdient und hätte sie auch bekommen. Allein, es gab kein Internet und die damit verbundenen Publikationsmöglichkeiten. Und wer kein Major Label im Rücken hatte, der kam nicht über den Großen Teich.

Man muss einfach mal akzeptieren, dass das vergleichsweise kleine England die Musikszene der späten 60er und frühen 70er absolut dominierte. Daraus ziehen aber nur wenige den Schluss, dass im viel größeren Amerika zur gleichen Zeitr sehr viel mehr Bands aktiv waren. Und hier in Europa kannte man nur die größten Acts. Eine amerikanische Band könnte damals durchaus überleben, wenn sie nur eine regionale Größe in einem Bundesstaat war. Sie verkauften regional, sie wurden regional publiziert, sie gehörten keiner der damals angesagten Szenen an (Westcoast zum Beispiel, New York, Memphis). Es ist das Verdienst hartnäckiger Musik-Enthusiasten, dass die alten Bänder längst vergessener Plattenlabel heute ausgegraben werden und eine neue, wenngleich immer noch kleine Öffentlichkeit finden. So wird auch Dogfeet ein paar neue Freunde und Likes finden, bedauerlicherweise für diese von A bis Z qualitativ sehr guten Titel werden es nur wenige sein. Als Dreingabe zu dem ansonsten selbst geschriebenen Material gibt es als Bonus noch eine sehr interessante Version von Jimi Hendrix' "Voodoo Chile", mit dezidiert unterschiedlicher Gitarren- und Percussionsarbeit im Vergleich zum Original. Hut ab.


Pussy Plays
Pussy Plays
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 32,98

5.0 von 5 Sternen Genialer Psychedelic Sound ohne Deep Purple-Bezug, 30. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Pussy Plays (Audio CD)
Zunächst muss ich leider "Mario Stones" (den obigen Rezensenten) korrigieren, denn der hat vermutlich die falsche Scheibe gehört. Es hat in der Tat eine Band namens "Pussy" mit Bezug zu Purple-Sänger Ian Gillan gegeben, die sich wiederum aus einer Formation namens "Jerusalem" bildete. Spätestens in den Moment, wo er die Namen der Bandmitglieder zur Kenntnis genommen und mit denen der vorliegenden Scheibe "Pussy plays" verglichen hätte, müsste der Irrtum aufgefallen sein. Jetzt also zum "real Thing". Pussy und "Pussy plays" haben nicht das geringste mit Deep Purple oder Ian Gillan zu tun und machten auch keinen Prog-Rock. Pussy sind: Dek Boyce - Vocals, Barry Clark - Guitars, Peter Whiteman - Keyboards, Jez Turner - Bass und Steve Townsend - Drums, um das klarzustellen.

Die Ursprünge dieser Band aus Hertfortshire, einer Grafschaft, die sich unmittelbar nördlich an den Großraum London anschließt, liegen in den Formationen "Creepers" und "We shake Milk". Bald unternahmen sie den nicht allzu weiten Weg in die britische Hauptstadt, änderten die Formation und den Namen zu "Pussy" und bekamen einen Plattenvertrag. Vermutlich trieben sie sich viel im Ufo herum, der Brutstätte für Psychedelic Music und wurden von späteren Größen wie Syd Barretts Pink Floyd und den Moody Blues beeinflusst.

Die Platte beginnt mit einem typisch in den 60ern zu verortenden Sound, dem Song "Come back June", den man so ähnlich schon öfter gehört hat und mit den späten 60ern assoziiert, der aber im letzten Drittel eine harmonische Wendung nimmt, wo man zum ersten Mal an Soundfolgen von Syd Barrett erinnert wird. Während der zweite Song eine Hommage an die heute leider völlig in Vergessenheit geratenen Moody Blues sein könnte, entwickelt sich dann "We built the Sun" zu einem der Höhepunkte dieses Albums und zu einem der schönsten Titel, die Syd Barrett nie geschrieben hat. Spätestens da verlässt das Album auch konventionelle Pfade und bereitet auch heute noch Genuss, weil es eben die zu dieser Zeit (Ende der 60er Jahre) ausufernde, im Grunde explorierende Musikszene um einige sehr schöne Melodien und anregenden "Psychocandy" bereicherte.

Richtig ist dann wiederum der Schlusssatz meines "Vorschreibers". Wer diese Platte im Original, erschienen als das zweite Morgan Blue Town-Album, besitzt, der hat nicht nur einen musikalischen "Wertgegenstand". Von den oben genannten Musikern ist mir nicht bekannt, dass sie in der Musikszene der 70er Jahre noch eine Rolle gespielt hätten, nachdem die Musikwelt der Endsechziger Jahre an ihrem kleinen Kunstwerk völlig ungerührt vorbei gegangen war. Umso mehr gibt es heute zu entdecken.


Fox Heads Stalk This Landclose Lobste
Fox Heads Stalk This Landclose Lobste

5.0 von 5 Sternen Schottisches Traum-Syndicat, 20. Juni 2015
Close Lobsters waren eine Band aus Schottland die klang, also ob sie nicht in den regenverhangenen Highlands, sondern an der kalifornischen Küste zu Hause wären. In der zweiten Hälfte der 1980er veröffnetlicten sie zwei LP's, eine Handvoll Singles und EP's. In gewisser Weise waren sie die europäische Ausgabe von "Steve Wynn's Dream Syndicate". Dort ist musikalisch die nächste Verwandschaft zu suchen. Und mit "Mother of God" schufen die Schotten einen jener Übertitel, die einem auch jahrzehntelang in Erinnerung bleiben. Ein Titel, der sich keinen Zentimeter hinter "Halloween" von Dream Syndicate verstecken muss.

Wie die amerikanischen Vorbilder hatten auch sie mit "Hey, Hey, My, My..." eine kleine Verbeugung vor Neil Young im Programm, auch wenn sie die Lyrics ein wenig umtexteten und nicht die "Story of Johnny Rotten", sondern von dem mir viel sympathischeren Nikki Sudden erzählen. Womit dann ein andere großes Vorbild der Lobsters genannt wäre.

Sie sind so melodisch wie "Dumptruck", wenngleich nicht so melancholisch. Die Vocals sind besser als bei Rain Parade, aber sie sind ganz so psychedelisch.Letzlich kann man noch die australischen "The Church" zitieren, die hier und da auch Pate stehen. Alles in allem also Vorbilder vom Feinsten. Entsprechend gut ist die Musik.


Light of Darkness
Light of Darkness
Wird angeboten von Boyrecords
Preis: EUR 70,80

4.0 von 5 Sternen Musik aus einem Paralleluniversum, 14. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Light of Darkness (Audio CD)
Vier Sterne für ein Plagiat? Ja, mit Bauchschmerzen. Light of Darkness soll diese Platte, die 1972 erschien, angeblich schon 1970 eingespielt haben. Unter den sieben Titel ist nicht ein Stück, das in seinen markanten Riffs nicht geklaut ist. Angegeben als Fremdkomposition wird mit "Soul Francisco" aber nur ein Stück. Dieses zentrale Stück ist eine sehr gelungene Weiterentwicklung von Tony Joe Whites Vorlage. Jüngere Leute, die diese Platte hören, würden heute sagen: "Echt geiler Hardrock, zwar ziemlich 70er Jahre, aber ein geiles Riff nach dem anderen".

Genau diese Riffs stammen aber, vereinamt ohne Credfits, von anderen. Wir notieren, den "Eisernen Schmetterling", die Doors, Bo Diddley (jede Menge), John Lee Hooker aus Amerika. Wir erinnern uns an Tull, Led Zep, Atomic Rooster, Black Sabbath und Deep Purple von den Inselbewohnern im Westen. All diese Riffs werden kombiniert mit einer rauhen Rockstimme, irgendwo zwischen Family und AC/DC und eingebettet als Highlights in eigene musikalische Strukturen, die eben nicht schlecht sind. Deshalb dann doch vier Sterne.

Wer älter ist und diese Musik hört, der wird sein Gedächtnis hart strapazieren, um nach den Originalen zu fahnden und diese im Erfolgsfall dann wieder mit Genuss auflegen. Ganz einfach ist es nicht. Light of Darkness war keine Coverband. Sie klauten Motive. Oder sie kamen aus einem Paralleluniversum.

Die britische Gruppe hatte einen deutschen Drummer, Manfred Bebert, und agierte übrigens hauptsächlich in Deutschland. Das hatte sie mit Bands wie Nektar oder den britischen Krefeldern von Janus gemeinsam. Nach diesem auch wirklich sehr kompetent gespielten Album hat man von den einzelnenen Mitgliedern nichts mehr gehört.


Cross Between
Cross Between
Preis: EUR 12,58

4.0 von 5 Sternen Vergessene Perle aus den 70ern, 5. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Cross Between (Audio CD)
Die US-Band Lamb veröffentlichte Anfang der 70er Jahre drei Alben; A Sign of Change (Fillmore, 1970), Cross Between (War. Bros., 1971) and Bring Out The Sun (War. Bros., 1971 - betiltet als: Barbara Mauritz & Lamb). Die Band wurde einer größeren Öffentlichkeit bekannt, weil sie auf dem berühmten Sampler "The last Day of Fillmore" neben den damaligen Szenegrößen Santana, Grateful Dead und Jefferson Airplane einen kleinen Auftritt hatte. Der hatte auch keine größeren Konsequentzen. Die Alben verhallten trotz eines Major Labels nahezu ungehört, vor allem hier auf dem Kontinent. Was bedauerlich ist und war. Denn diese Musik hatte es in sich. Sie war keineswegs die damals angesagte Flower-Power-Mucke, auch kein Prog-Rock.

Die Texanerin Barbara Mauritz hat keine auf Anhieb einschmeichelnde, aber sehr vielschichtige Stimme. Zum damaligen Zeitpunkt war sie eigentlich mit überhaupt niemandem vergleichbar, keine Ähnlichkeiten zu Springfield, Mitchell, Joplin, Melanie oder Sandy Denny. Man kann sich ihren Gesang ungefähr so vorstellen, wie eine junge, aber schon sehr geschulte Theaterschauspielerin ihre Couplets singen würde, wenn sie sich darum bemühen würde, den typischen Brecht-Weill-Stil zu vermeiden. Portugisische Faro-Sängerinen kommen einem in den Sinn, Spanierinnen, die den Flamenco nicht tanzen, sondern singen; längst vergessene Jazz-Interpretinnen.

Mit der Beschreibung der Stimme sind schon die richtigen Hinweise zur Musik gegeben. Bob Swanson an der Gitarre beherrschtr sehr viele Spielarten zwischen Blues, Folk, Gospel, Jazz und Rock. Manchmal erinnert er mich an Django Reinhardt, manchmal an Al Di Meola. "Cross between" ist - genau wie die beiden anderen Alben - zeitlose Musik. Kaum jemand würde sie in den 70ern verorten, grenzenlose Qualität. Macht auch heute viel Spaß.


If I Was
If I Was
Preis: EUR 20,08

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Phantastischer Harmoniegesang, 19. April 2015
Rezension bezieht sich auf: If I Was (Audio CD)
Bands wie Fleet Foxes, Mumford & Sons und einige andere besetzten in den vergangenen Jahren musikalische Felder, die seit den glorreichen Zeiten von Crosby, Stills, Nash & Young ziemlich verwaist waren. Sie setzten da an und entwickelten diese Musik zu neuen Qualitäten. Was erstaunlicherweise fehlte, weil nun mal die stimmlichen Voraussetzungen dafür in dieser Welt ungleich verteilt sind, war das weibliche Element. Genau in diese Lücke stießen 2012 The Staves mit ihrer ersten Platte "Dead and born and grown". "If I was" ist der Nachfolger, der keine Schwächen eines Zweitlings zeigt, sondern konsequent die eingeschlagene Richtung weiterentwickelt.

Vielleicht sind die rockigen Elemente etwas zu sparsam eingesetzt, aber sie sind durchaus vorhanden. Und stimmlich können sich die drei Schwestern eigentlich auch locker gegen die härteren Töne durchsetzen. Ein, zwei Titel am Ende der CD versinken dann doch etwas zuviel in getragener Melancholie. Am Ende bleibt die fragile Hoffnungen, dass diese drei Schwestern entgegen der Gesetze des Business und dem üblichen Lauf der Welt ihre Karriere fortsetzen können und wollen. Diese Platte macht Lust auf "mehr davon".


Wandering Man
Wandering Man
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 21,93

5.0 von 5 Sternen Meisterwerk, 4. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Wandering Man (Audio CD)
"Wandering Man" ist das Meisterwerk dieser in Europa völlig unbekannten amerikanischen Gruppe. Das Album enthält auf der A-Seite einige wirklich starke, melodische Rocksongs. Die Rückseite dieses 1972 erschienen Albums nimmt dann die "Wandering Man-Suite" ein. Das Stück besteht aus drei unterschiedlichen Titeln, die gehalten und getragen werden von einem Sänger, der verblüffend an David-Clayton Thomas von Blood, Sweat & Tears erinnert. Auch wegen der ganz leicht Jazz- und Funk-beeinflussten Stücke kommt einem "B,S&T" als Vergleich in den Sinn, ebenso die kanadischen "Lighthouse" und "Three Dog Night".

Obwohl das Internet kaum Aufschlüsse über diese Gruppe und die Musiker gibt, von denen einige später in kaum weniger obskuren Bands wie "Spanky and our Gang" landeten, liefert diese Band aus L.A. einen Qualitätssound ab, der den Verdacht nährt, dass Plattenlabel keine Vertriebsorganisation sondern eine Verhinderungsinstitut sind. Beweis: Ein koreanisches (!!!) Label nahm sich 2012 dieses Meisterwerks an und remasterte die insgesamt acht Titel, von denen jeder einzelne es wert gewesen wäre, schon 1972 weltweit bekannt gemacht zu werden.


Joyous Noise
Joyous Noise
Preis: EUR 53,28

4.0 von 5 Sternen Unbekannte Perlen, 4. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Joyous Noise (Audio CD)
Joyful Noise aus Amerika sind so unbekannt, dass selbst Google hartnäckig Treffer verweigert. Und selbst Amazon spuckt in der Kombination "Bandname plus Amazon" zunächst nicht das erwünschte Ergebnis aus. Dabei hat diese Band das Schicksal des absoluten Vergessenwerdens nicht verdient. Die Scheibe von 1971 ist nicht mal die einzige Arbeit der Band. Mit "Wanderingman" brachte Joyous Noise ein Jahr später ein zweites Album raus. Man staunt nur immer wieder, was in Zeiten ohne Internet und Youtube damals allein aufgrund Entferniungen, Sprachbarrieren, mäßigem Management und mangelnder Publizität alles an Qualität verschütt ging.

Der Bandname ist Programm, es entwickelt sich über die neun Titel der CD ein angenehmer Sound, den man zwar deutlich in den 1970ern verorten kann, der aber auch heute nicht antiquiert wirkt. Der Sänger erinnert in manchen Passagen an David-Clayton Thomas von Blood, Sweat & Tears in seinen gemässigten Passagen, die Musik überwiegend an "Three Dog Night" oder an die kanadischen "Lighthouse" ohne die Bläsereinlagen. Die Gruppe soll damals in der Lage gewesen sein, jedes Publikum auf die Füße und zum Tanzen auf Tischen und Fluren gebracht haben. Das würde zwar heute nicht mehr klappen, aber der melodische Sound und die Harmony-Vocals hinterlassen ein so angenehmes Gefühl, dass man die Scheibe garantiert nicht gleich ins Regal stellt.


Beacon From Mars & Other Psychedelic Side Trips by Kaleidoscope [Music CD]
Beacon From Mars & Other Psychedelic Side Trips by Kaleidoscope [Music CD]
Wird angeboten von ONLINE STORE US
Preis: EUR 34,16

4.0 von 5 Sternen Fantastischer Trip durch die Musikstile, 28. Dezember 2014
Zunächst einmal: Es gibt 3 Bands, die sich mit dem Namen "Kaleidoscope" schmückten. Die deutsche Variante, die 1974 als Bestandteil des Krautrocks auftauchte, schrieb sich den auch "KALEIDOSKOP". Aber die britische Variante und die hier vorliegende US-Band teilten sich die britische Schreibweise.

Kaleidoscope USA war die Begleitband auf Leonhard Cohens Debut-LP, die den Welterfolg Suzanne enthielt. Und einer dieser Begleitmusiker war David Lindley, später selbst ein Weltstar und einer der gefragtesten Sessionmusiker überhaupt. Jackson Browne, Bob Dylan, Iggy Pop und Rod Stewart bedienten sich seiner hervorragender Fähigkeiten auf den diversen Gitarren, vor allem auf der Slide und der Steel-Gitarre oder auf Banjo und Mandoline. Zahllose Konzerte sind dokumentiert, mit Lindley sitzend vor seinem Instrumentarium.

Hier bei Kaleidoscope spielt er mit einer Gruppe von weitgehend unbekannt gebliebenen Musikern zusammen. Sicherlich prägt auch hier sein Spiel und seine Kompetenz. Doch was hier an fantastischen Trips durch die Musikgeschichte geboten wird, ist erstaunlich und für eine US-Band auch selten. Denn hier werden Einflüsse aus griechischer und orientalischer Musik verarbeitet und gemixt mit uramerikanischen Elementen aus Jazz, Tin Pan Alley und Vaudeville. Das ganze ist intelligent gemacht und ironisch, vielleicht sogar sarkastisch gebrochen.

Man kann nur vermuten, dass damals die Geschmackspolizei hier fehlende Authentizität vermutete und der Band den verdienten Erfolg torpedierte, denn die Voraussetzungen mit dem Debut bei Cohen und der musikalischen Kompetenz der Musiker waren eigentlich hervorragend. Die Band startete 1967 mit "Side Trips", es folte die hier vorliegende LP "Beacon from Mars". Danach kamen "Incredible" 1969 und "Bernice" 1970, alle empfehlenswert und auch heute noch mit Genuss hörbar.


Den 2den
Den 2den
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Norwegischer Folk in britischer Tradition, 30. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Den 2den (MP3-Download)
Zu den Geheimnissen Norwegens gehört es, dass dort zu fast jeder Zeit alle Spielarten populärer Musik jenseits von Moden und Stilen vertreten waren. So ist es kein Wunder, dass Kong Lavring mit ihren 1977 und 1978 erschienen Platten rund 5 Jahre zu spät auf den Markt kamen, um großen Erfolg auf dem europäischen Markt zu haben. Die Gruppe hatte sich 1974 in Oslo gegründet und einen Stil entwickelt, der zu dieser Zeit in England von Gruppen wie Fotheringay oder Steeleye Span populär gemacht wurde.

Als die Norweger mit ihren durchaus hörensweren beiden Alben "Kong Lavring" - 1977 und "Den 2den" - 1978 endlich auf den Markt kamen, schrie dieser überall nach Punk. Und diese Musik war von Punk so weit entfernt wie Alpha Centauri von der Sonne, also Lichtjahre. Zudem sind die Texte noch in norwegisch gesungen, nach britischem Vorbild mal von einem Mann, mal von einer Frau; Knut Ellevold (Gesang, bg) oder Per Ladegård (Gesang, Gitarre, Mandolin, Dulcimer) bzw. Marit Jordbræk oder alle zusammen.

Heute ist die damals nicht gerade gute Veröffentlichkeitspolitik völlig egal. Unabhängig vom Erscheinungsjahr kann man diese Band in die Reihe der besten Gruppen einordnen, die sich in den 1970er Jahren in Europa der Verbindung von moderner Popmusik und Folklore und traditioneller Musik widmeten. Und so gesehen haben Kong Lavring auf ihren beiden Alben exzellente Arbeit geleistet.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8