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Rezensionen verfasst von
Rolf-Michael Streubel "Jerry Cornelius" (Krefeld)
(REAL NAME)   

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Beacon From Mars & Other Psychedelic Side Trips by Kaleidoscope [Music CD]
Beacon From Mars & Other Psychedelic Side Trips by Kaleidoscope [Music CD]
Wird angeboten von Mega Bookstore
Preis: EUR 29,09

4.0 von 5 Sternen Fantastischer Trip durch die Musikstile, 28. Dezember 2014
Zunächst einmal: Es gibt 3 Bands, die sich mit dem Namen "Kaleidoscope" schmückten. Die deutsche Variante, die 1974 als Bestandteil des Krautrocks auftauchte, schrieb sich den auch "KALEIDOSKOP". Aber die britische Variante und die hier vorliegende US-Band teilten sich die britische Schreibweise.

Kaleidoscope USA war die Begleitband auf Leonhard Cohens Debut-LP, die den Welterfolg Suzanne enthielt. Und einer dieser Begleitmusiker war David Lindley, später selbst ein Weltstar und einer der gefragtesten Sessionmusiker überhaupt. Jackson Browne, Bob Dylan, Iggy Pop und Rod Stewart bedienten sich seiner hervorragender Fähigkeiten auf den diversen Gitarren, vor allem auf der Slide und der Steel-Gitarre oder auf Banjo und Mandoline. Zahllose Konzerte sind dokumentiert, mit Lindley sitzend vor seinem Instrumentarium.

Hier bei Kaleidoscope spielt er mit einer Gruppe von weitgehend unbekannt gebliebenen Musikern zusammen. Sicherlich prägt auch hier sein Spiel und seine Kompetenz. Doch was hier an fantastischen Trips durch die Musikgeschichte geboten wird, ist erstaunlich und für eine US-Band auch selten. Denn hier werden Einflüsse aus griechischer und orientalischer Musik verarbeitet und gemixt mit uramerikanischen Elementen aus Jazz, Tin Pan Alley und Vaudeville. Das ganze ist intelligent gemacht und ironisch, vielleicht sogar sarkastisch gebrochen.

Man kann nur vermuten, dass damals die Geschmackspolizei hier fehlende Authentizität vermutete und der Band den verdienten Erfolg torpedierte, denn die Voraussetzungen mit dem Debut bei Cohen und der musikalischen Kompetenz der Musiker waren eigentlich hervorragend. Die Band startete 1967 mit "Side Trips", es folte die hier vorliegende LP "Beacon from Mars". Danach kamen "Incredible" 1969 und "Bernice" 1970, alle empfehlenswert und auch heute noch mit Genuss hörbar.


Den 2den
Den 2den
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Norwegischer Folk in britischer Tradition, 30. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Den 2den (MP3-Download)
Zu den Geheimnissen Norwegens gehört es, dass dort zu fast jeder Zeit alle Spielarten populärer Musik jenseits von Moden und Stilen vertreten waren. So ist es kein Wunder, dass Kong Lavring mit ihren 1977 und 1978 erschienen Platten rund 5 Jahre zu spät auf den Markt kamen, um großen Erfolg auf dem europäischen Markt zu haben. Die Gruppe hatte sich 1974 in Oslo gegründet und einen Stil entwickelt, der zu dieser Zeit in England von Gruppen wie Fotheringay oder Steeleye Span populär gemacht wurde.

Als die Norweger mit ihren durchaus hörensweren beiden Alben "Kong Lavring" - 1977 und "Den 2den" - 1978 endlich auf den Markt kamen, schrie dieser überall nach Punk. Und diese Musik war von Punk so weit entfernt wie Alpha Centauri von der Sonne, also Lichtjahre. Zudem sind die Texte noch in norwegisch gesungen, nach britischem Vorbild mal von einem Mann, mal von einer Frau; Knut Ellevold (Gesang, bg) oder Per Ladegård (Gesang, Gitarre, Mandolin, Dulcimer) bzw. Marit Jordbræk oder alle zusammen.

Heute ist die damals nicht gerade gute Veröffentlichkeitspolitik völlig egal. Unabhängig vom Erscheinungsjahr kann man diese Band in die Reihe der besten Gruppen einordnen, die sich in den 1970er Jahren in Europa der Verbindung von moderner Popmusik und Folklore und traditioneller Musik widmeten. Und so gesehen haben Kong Lavring auf ihren beiden Alben exzellente Arbeit geleistet.


Avenue Road
Avenue Road
Preis: EUR 16,61

4.0 von 5 Sternen Früher kanadischer Pop, 22. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Avenue Road (Audio CD)
Kensington Market war eine kanadische Band, die von dem Produzenten Felix Pappalardi entdeckt wurde. Vorschnell wäre aber jetzt die Überlegung, hier Musik im Stil von Cream oder Mountain zu finden. Genauer gesagt: Es wäre ein Trugschluss. Kensington Markets Debut "Avenue Road" von 1968 klingt wie eine etwas schwächere Lighthouse LP. Lighthouse waren eine der wichtigsten kanadischen Bands der 70er, vergleichbar mit den mittleren Chicago. Sie hatten einen melodiös überragenden Fundus an Pop-Songs, die sie mit gekonntem Bläsereinsatz aufhotteten.

Auch bei Kensington Market finden wir auf einigen Titel ein sattes Brass-Arrangement, gute Gitarrenarbeit und ordentlichen Gesang. Aber alles eine Nummer schwächer als bei Lighthouse. Trotzdem ist "Avenue Road" heute noch hörbar. Das gilt nicht für den Nachfolger Aardvark, der deutlich schwächer ist und am Ohr vorbei rauscht.


From Shores of Sleep
From Shores of Sleep
Preis: EUR 18,98

4.0 von 5 Sternen Von den Küsten des Schlafes, 16. November 2014
Rezension bezieht sich auf: From Shores of Sleep (Audio CD)
Fast hatte man sie schon vergessen. Musee Mechanique 'hatten 2008 mit "Hold that Ghost" ein phantastisches Debut in den USA und waren mit einer Wiederveröffentlichung auch hier um 2010 herum zu hören. Jetzt kommt das zweite Album. Es knüpft an das Erstlingswerk fast nahtlos an. Wer Rockmusik und Aufgeregtheit sucht, ist hier fehl am Platze. Hier geht es um Melodien, ums Zuhören, Auch wenn das Album nicht ganz so "verhuscht und spooky" ist, wie Thimas Schmitz über die erste Platte treffend schrieb. Hier taucht auch mal eine Mariacchi-Band auf und bläst uns etwas um die Ohren. Aber die Mehrheit der Songs ist zurückgenommen, ruhig und sie entwickeln sich behutsam.

War "Our changing Skies" der Höhepinkt auf "Ghost", so ist es diesmal der titelgebende Song. "From Shores of Sleep" ist von ähnlich überragender Qualität.


The Asteroid No.4
The Asteroid No.4
Preis: EUR 19,98

5.0 von 5 Sternen Ein Hochgenuss, 9. November 2014
Rezension bezieht sich auf: The Asteroid No.4 (Audio CD)
Das selbstbetitelte Album ist nach meiner Zählweise, wenn ich die Doppel-CD "B-Sides and Singles" mitzähle, das 12. Abum der Großmeister des psychedelischen Pops der 2000er. Spannt man in der psychedelischen Musik den Bogen von der zweiten Hälfte der 60er und der ersten Hälfte der 70er, so kann man die Brücke mit Rain Parade, Opal, Dumptruck, Windbreakers, Miracle Legion in den 80ern und 90ern fortführen. Daran knüpfen The Asteroid # 4 in sehr intelligenter und eigener, unverwechselbarer Weise an. Sie stehen im letzten Jahrzehnt keineswegs allein im Lager der psychedelischen Musik. Für mich stehen sie allerdings an der Spitze, denn ich habe bei meinen 12 Alben noch nicht einen schwachen Titel gehört.

Höhepunkte auf der neuen CD sind der Opener "The River", dann hält "The Windmill of the Autumn Sky" mehr als der poetische Titel schon verspricht und schließlich ist Yuba der Titel am Ende der CD ein Stück, das einen sehnsüchtig auf die nächste CD warten lässt oder aber dazu bringt, in der Sammlung zu kramen und nach diesem süchtig machenden Stoff zu suchen.


From Home to Home
From Home to Home
Preis: EUR 13,18

5.0 von 5 Sternen Schatzkiste, 9. November 2014
Rezension bezieht sich auf: From Home to Home (Audio CD)
Kaleidoscope,GB; Kaleidoscope USA; Kaleidoskop D: Drei Bands aus unterschiedlichen Ländern waren zur selben Zeitr aktiv. Lag es daran, dass den britischen Kaleidoscope der verdiente Erfolg versagt blieb? Ausgerechnet die beste Kaleidoscope-Band, nämlich die britische, änderte dann ihren Namen und tauchte in die Anonymität des neuen Namens "Fairfield Parlour" ab. Den anderen Rezensenten, die hier eine Schatzkiste, ein Meisterwerk, der psychedelischen Pop-Musik vorstellen, ist voll zuzustimmen.

Ergänzend sei gesagt, dass hier die angenehm klingende Stimme von Peter Daltrey träumerisch durch die reiche Auswahl von Titeln führt. Da gibt es keinen Song, der abfällt. Sieht man einmal von dem Sonderfall Robyn Hitchcock ab, der sich zu Syd Barrett ungefähr so verhält wie Stevie Ray Vaughan zu Jimi Hendrix, dann hat man hier eine Band, die in rund einem guten Drittel ihrer Titel an den guten Syd erinnert und dessen Stil intelligent, meliodiös und kompetent weiter entwickelt. Moody Blues and 23rd Turnoff kommen einem ebenfalls noch in den Sinn. Kaleidoscope und Fairfield Parlour sollten in keiner ernst zu nehmenden Psychedelica-Sammlung fehlen.


Way Down East (Germany)
Way Down East (Germany)
Wird angeboten von numusi
Preis: EUR 13,89

4.0 von 5 Sternen Rock auf den Punkt gebracht, 3. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Way Down East (Germany) (Audio CD)
Jukin' Bone war eine amerikanische Band aus Syracuse, N.Y. Alle Musiker hatten vorher Erfahrung in verschiedenen Bands gesammelt. Und das hört man. Rock ohne große Schnörkel auf den Punkt gebracht. Käme die Band nicht genau vom anderen Ende von God's own Country, könnte man meinen, dass sich Ray Manzarek und Robbie Krieger hier auf einige Titel verirrt hätten. Was mit anderen Worten sagen will, wir hören hier eine gewisse Verwandtschaft zu den Doors aus einigen Titeln heraus. Was dann allerdings zur Spitzenklasse fehlt, ist der Gesang. Im Vergleich zu den Instrumentalisten ist der Sänger nur solide zweite Klasse. Seine Stimme beherrscht Rockmusik, aber es fehlt Charisma, Variationsbreite und eben das Unerwartete.

Anderenorts werden für Jukin' Bone Vergleiche zu Mountain gezogen. Na ja, dann aber bitte auf keinen Fall "Nantucket Slighride" im Ohr haben. Ausufernd ist hier selten etwas. Aber genau das macht die Platte heute noch hörbar. Die Titel bewegen sich fast alle im 4-5 Minuten Rahmen. Die Band spielte zu ihrer Zeit in Europa keine Rolle, sie ist eine der nachträglichen Entdeckungen von unzähligen Gruppen, die in den 70ern mit einer Qualität aufspielten, dass man sich schlicht und einfach wundert, woran es lag, dass es keinen Durchbruch gab. Das damals fehlende Internet ist dafür keine ausreichende Entschuldigung.

Neben "Way down East" kann man heute noch "Whiskey Woman" von Jukin' Bone hier bei Amazon bekommen. Qualitätsmäßig gibt es keinen Unterschied zu diesem hier. Ich rate ebenfalls zum Kauf. Außerdem gibt es noch ein damals nie veröffentlichtes drittes Album: "The lost 3rd Album", mit unveröffentlichten Demos. Hier sind bei der Aufnahmequalität deutliche Abstriche zu machen, weil es sich teilweise um Demos handelt. Die musikalische Qualität ist nur unwesentlich schwächer. Wer sucht, der findet vielleicht im Netz.


Twang dynasty
Twang dynasty
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 54,95

5.0 von 5 Sternen Man wird funky, 18. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Twang dynasty (Audio CD)
"The Twang Dynasty", welch ein Namen für die vermutlich beste Gitarrenband der Welt. Er stimmt. Auf ihrem zehnten Studioalbum, das 16 Jahre (in 1992) nach ihrer großen Zeit in den 70ern erschien, erfanden sich Man letztmalig neu. Während der Nachfolger "Call down the Moon" voller verspielter Selbstzitate ist (allerdings ohne den früher obligaten "Man-Boogie") ist dieses Album hart und funky runtergedroschen. Die Besetzung besteht aus Martin Ace, Micky Jones, John Weathers und Gitarrengott Deke Leonard, der die Riffs nur so raushaut wie sonst nur Keith Richards. Ein Album von ganz großen Männern.


Call Down the Moon
Call Down the Moon

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Man hatte auch in den 90ern nichts verlernt, 18. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Call Down the Moon (Audio CD)
"Call down the Moon" ist das 11. Studio-Album der Waliser Gitarrenband mit dem unverkennbaren Westcoast-Sound. Erschienen ist es 1995, rund 20 Jahre nach den besten Zeiten von Man. Nur selten wird es in den Canon der großen "Männerwerke" aufgenommen. Zu Unrecht. Martin Ace, Micky Jones, John Weathers und - ganz wichtig - Deke Leonard an der Lead-Guitar liefern den unverkennbaren Man-Sound ab, wie es dieser klassischen Besetzung auch entspricht. Dem Alter der Bande entsprechend kommen hier und da die Blues-Elemente mehr durch als in der klassischen Ära. Aber was die Burschen da aus dieser ausgelutschten musikalischen Urform machen, ist aller Ehren wert, vor allem des Zuhörens. Man macht immer Spaß.


Little Kingdom
Little Kingdom
Preis: EUR 17,93

5.0 von 5 Sternen Der Höhepunkt, 16. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Little Kingdom (Audio CD)
Bereits das zweite Album der ursprünglich als Seitenprojekt gestarteten "Citay" stellt einen Höhepunkt ohne jeden Fehl und Tadel dar. Der Einstieg in dieses Projekt, Citay von 2006, war bereits so gelungen, dass ein Folgealbum keine Frage mehr war. Und was die Musiker um Ezra Feinberg hier vorlegten, toppte das Debut noch einmal deutlich. Was der obige Klappentext vollmundig im Marketingsprech verspricht, wird hier vollendet eingehalten. Anklänge an Krautrock gibt es reichlich, Ash Ra Tempel & Rosi bsw. und Amon Düül II (Wolf City). Fripp und Eno höre ich eher weniger, dafür Buffalo Springfield oder Crosby, Stills vor allem und Nash. Und hier und da auch ein wenig "The Minus 5", etwa vom "The Gun-Album".

Die Stücke entwickeln sich langsam, manchmal auch repitativ, melodisch, entlang der Linien, die die meist akustischen Gitarren vorgeben. Sie nehmen Bezug auf eine Zeit, in der Musik Barrieren sprengte und zu neuen Ufer aufbrach. Dieser psychedelische Sound, der in den späten 60ern und frühen 70ern Underground war, vom Punk vorübergehend gekillt wurde und in den 80ern zunächst von Rain Parade und Opal und später von Mazzy Star und The Asteroid #4 zeitgemäß fortgesetzt und modernisiert wurde, kleidet sich bei "Little Kingdom" ins Gewand der 2000er Jahre. Und das aufs Feinste. Mit dem Stück "Moonburn" erreicht das Album seinen Höhepunkt. Allmusic schrieb dazu passend: "You can't ask for much more than that from music."


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