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Rezensionen verfasst von
Oliver Schmitz
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Spirou & Fantasio, Band 52: Spirou & Fantasio, Band 52: Der Page der Sniper Alley
Spirou & Fantasio, Band 52: Spirou & Fantasio, Band 52: Der Page der Sniper Alley
von Fabien Vehlmann
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Trotzdem gefällt es mir nicht, 28. März 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich gehöre auch zu denjenigen, die Spirou schon seit 50 Jahren lesen und schätzen. Eher positiv finde ich die andwerkliche Ausführung, Dynamik und Ausdruck der Figuren sind gut gelungen, insgesamt würde ich mir mehr Detailreichtum wünschen ( erkennbarere technische Gerätschaften wie Autos). Gut geraten finde ich auch die zahlreichen Hommages an ältere Figuren aus dem Spirou-Kosmos, auch die Plausibilität für die anachronistische Pagenuniform fand ich clever. Etwas blass bleiben die selbst eingeführten Nebenfiguren wie der Archäologen-Nerd Martin. Sehr gut fand ich die Darstellung der modernen muslimischen Frau. Hier vollbringen Zeichner und Texter das seltene Kunststück dies gleichzeitig mit Kopftuch, aber durchaus attraktiv und definitiv nicht abwertend darzustellen, eine seltene Leistung. Es gibt viel zu loben am neuen Spirou, trotzdem ist bei mir ein Unbhagen zurückgeblieben, das ich im Folgenden versuche zu klären:

Mir ist einfach zuviel Realität in diesem Band: Ich zähle Spirou eher zu den Funnies und Abenteuercomics, von daher sind mir einige Szenen und Zeichnungen schlicht zu hart. Nahezu die gesamte Tour auf der Sniper Alley, das Fußballspiel der durch Minen verstümmelten Kinder und nicht zuletzt auch die Darstellung der erschossenen Tiere. Ich weiß wohl, dass Spirou immer schon brisante Themen aufgegriffen hat, Atomwaffen, biologische Kampfstoffe, Drogenhandel, organisiertes Verbrechen, diese Themen waren aber immer etwas leichtfüssiger aufbereitet. Ich erinnere hier an "Kodo der Tyrann" und "nichts als Bohnen" mit dem Zentralthema eines Diktators, der die Gewinne aus seinem Opiumhandel zur Unterdrückung seine Volks nutzte. Durch viel Slapstick und viele süße (tierische) Nebenfiguren hat Fournier es geschafft, bei aller Ernsthaftigkeit des Themas eine sehr niedliche und optimistische Geschichte zu erzählen. Dies ist leider Vehlmann & Yoann im vorliegenden Band nicht gelungen, zu grausig sind so einige Passagen geraten. Es mag sein, dass das Team sich aus dieser optimistischen Tradition lösen wollte, aber das Resultat enspricht dann nicht mehr meinen Erwartungen und Wünschen.

VORSICHT: kleiner Spoiler !

So erfreulich ich es finde, dass anscheinend eine Rückkehr des Marsupilamis ansteht, ich weiß nicht, ob ich mich mit einem bitter weinenden Wundertier anfreunden möchte. In der hier dargestellten Welt scheint mir das eigentlich bärenstarke und nahezu unbesiegbare Marsupilami auf verlorenem Posten und hilflos gegenüber Fernlenkwaffen, Landminen oder Heckenschützen.


Blues Is Rising
Blues Is Rising
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Für mich unverzichtbar, 28. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Blues Is Rising (Audio CD)
1974 gab es in meiner Wohngegend nur drei vernünftig empfangbare Radiosender, heute kaum vorstellbar. Aus Mangel an Alternativen hörte ich in einer Folge "Blues am Dienstag" Ausschnitte aus vorliegendem Konzert:Freddie King Live im Onkel Pö.
Was eher aus Unlust geschah, führte nach 45 Minuten bei mir zu roten Ohren und einer Begeisterung für den Blues, die bis heute nicht nachgelassen hat. Später konnte ich das Konzert dann aufnehmen, aber die Cassetten haben sich im Lauf der Jahrzehnte annähernd aufgelöst. Daher war ich bis zum Kauf dieser CD, die zumindest weite Teile dem NDR-Mitschnitt verdankt, leider ohne diese für mich impulsgebende Musik.

Wie auch die anderen zahlreichen Liveaufnahmen von Herrn King ( Live in Antibes, Live in Nancy) zeigt auch diese ihn in Hochform: leicht gurgelnde, enorm kraftvolle Stimme und sensationelle Gitarre. Diese spannt mühelos den Bogen von leisen, intimen Tönen bis hin zu enormer Aggressivität, gelegentlichem wilden Gehacke und lang gezogenen Rückkoppelungen. Sensationell, weil kein anderer Bluesgitarrist in den 70ern vergleichbar spielte.
Begleitet wird Freddie von einer kleinen, aber höchst emphatisch agierenden Truppe, deren sanften Orgelklänge gekonnt Gitarrensalven abfedert, ohne den Biss zu entschärfen. Zudem kommt feinste Clubatmosphäre rüber. Das Publikum beteiligt sich lebendig an allen "Yeahs" und singt nach Aufforderung auch mit.

Was nach all diesem Lob die Höchstwertung verhindert, sind zwei Umstände: Erstens spielt und singt sich Freddie auf allen europäischen Livealben durch immer wieder dieselben gut abgehangenen Standards a la " Stormy Monday, sweet home Chicago etc. ( dies allerdings hervorragend)
Und zweitens lässt die klangliche Qualität ebenfalls bei allen erwähnten Alben zu wünschen übrig. "Blues is Rising" spielt da so etwa im klanglichen Mittelfeld: also insgesamt etwas dumpfer, matschiger Sound, aber immerhin kein ständig mitvibrierenders Schlagzeug, dafür aber mitunter etwas grob ein und ausgeblendete Titel.

Wer bisher noch keins der erwähnten Live-Alben hat, dem kann ich dieses umwerfende Konzert unbedingt empfehlen, Wer scho eine Liveaufnahme sein eigen nennt, kann auf diese CD verzichten, falls nicht, wie bei mir, sentimentale Beweggründe eine Rolle spielen.

Ich würde mir sehr wünschen, der NDR gäbe die gesamte Liveaufnahme frei und man könnte diese ohne willkürliche Ausblendungen ( von mir aus in mäßiger Klangqualität) wie gewachsen von A bis Z hören.


Crimes & Punishments: Sherlock Holmes
Crimes & Punishments: Sherlock Holmes
Preis: EUR 19,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mittelmaß, 3. Oktober 2014
Bei mir funktionierte die Installation, ich steuere das Spiel via Gamepad recht komfortabel und genieße die hochkarätig gesprochenen britischen Dialoge. Was ich nicht genieße, ist die außerordentliche Vorhersehbarkeit sowohl der Rätsel, als auch der jeweiligen Fälle. Dies gepaart mit einer inhaltlichen Steuerung, die in vielen Situationen den Spieler geradezu unbarmherzig zwingt sofort das Richtige zu sehen, das Richtige zu untersuchen oder das Richtige zu sagen. Dazu kommt die zwar technisch eindrucksvolle, aber stilistisch komplett inspirationsfreie Gestaltung der Figuren. Wenn da nicht die gekonnte Verwendung der Unreal-Engine wäre, würde ich dieses Adventure für ein Fließbandwerk der Ostblockdominierten Wimmelbildschmieden wie Bigfisch o.ä. halten, so fad kommen mir inhaltliches und graphisches Design vor.
Deren Preisgestaltung liegt bei 10€ und das wäre auch meiner Meinung nach angemessen für dieses formelhaft daherkommende Spiel.
Die drei Punkte (immerhin) gibt es von mir für die Graphik und die geschliffenen Dialoge, die mich zuminderst zeitweise doch mittelmäßig unterhalten können.


Swings Both Ways (Deluxe Edition)
Swings Both Ways (Deluxe Edition)
Wird angeboten von FLASH
Preis: EUR 5,27

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Warum?, 12. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Swings Both Ways (Deluxe Edition) (Audio CD)
Da ich durchaus auch Swing mag, kenne ich viele der eingespielten Titel auch in ihren jeweiligen Originalversionen. Meiner Auffassung nach werden generell Coverversionen aufgenommen, weil der jeweilige Interpret, diese Stücke noch um eine persönliche Note bereichern will oder auch das vorgegebene Thema individuell interpretieren möchte.Keine dieser Absichten sind bei vorliegender Zusammenstellung erkennbar. Robbie Williams interpretiert nicht, er kopiert lediglich, wobei sich gelegentlich gesangliche Schwächen zeigen. Zwei Beispiele: Minnie the Moocher, ein Titel, der dem älteren Cab Calloway im Film "Blues Brothers" noch mal zu spätem Ruhm verholfen hatte. Die Arrangements der Aufnahme aus dem Film und der vorliegenden Aufnahme gleichen sich wie zwei weiße Hühnereier. Dies belegt zwar eine hohe Proffessionalität der Musiker, der Gesamteindruck bleibt eher schal, zumal der Gesang bei weitm nicht die Strahlkraft eines Cab Calloway erreicht. Zudem fehlt jede Originalität, da die einzigen Abweichungen darin bestehen, dass Robbie Williams minimale Variationen in die zahlreichen "Hidehis" und "Hodihos" einbaut, ansonsten eher eine Kopie des Originals.
Gleiches gilt für " I wanna be like you" aus dem Disney-Klassiker "Das Dschungelbuch". Der italoamerikanische Jazzsänger Louis Prima war King Louie der Orang Utan und sang seine Sehnsucht, ein Mensch sein zu wollen mit enormer Intensität, während RW sich hier eher zum Affen macht und ein bischen rumblödelt. Auch hier ist das Arrangement dem Original frappierend ähnlich, auch hier liegen Lichtjahre zwischen den stimmlichen Möglichkeiten.
Ich habe diese beiden Titel gewählt, weil diese auch in unserer Gegenwart gelegentlich auftauchen und es daher für viele Musukhörer leicht sein wird, diese Vergleiche anzustellen .
Es sind allerdings auch die meisten anderen Titel echte Ohrwürmer aus vergangenen Tagen, die man relativ leicht aufstöbern kann und auch hier wird ein so erschütterndes Maß an mangelnder Originalität vorgeführt, dass ich mich ernsthaft frage, wofür man diese Scheibe braucht, da samt und sonders alle Musikstücke schon lange als bessere und originellere Versionen zu haben sind. Vielleicht könnte vorliegendes Album ja für den einen oder anderen Hörer mal Anstoß sein, sich die Originaltitel mal anzuhören und so seinen Musikhorzont zu erweitern, ansonsten finde ich diese CD auffallend überflüssig
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 28, 2014 4:22 PM MEST


B.B. King: The Life of Riley (OmU)
B.B. King: The Life of Riley (OmU)
DVD ~ B.B. King
Preis: EUR 14,99

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schön und berührend, 9. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: B.B. King: The Life of Riley (OmU) (DVD)
Kurz vor B.B. Kings siebenundachzigstem Geburtstag erscheint dieses unaufgeregte Porträt des wohl einflussreichsten Bluessängers und Gitarristen. Obwohl ich durchaus ein paar Kritikpunkte habe, war es ein Genuss, die vielen Konzertschnipsel, Zeitzeugen und Interviews zu sehen. Teilweise auch mit Schrecken zu sehen, wie alt der eine oder andere inzwischen aussieht. Überraschungen gibt es keine, ich hatte lediglich vergessen, wie sehr auch B.B. Kings Werdegang von der amerikanischen Rassentrennungspolitik geprägt ist, ich glaube, weil ich ihn immer eher als Weltbürger empfunden habe... Wie dem auch sei, in diesem sehr an der Lifeline des Protagonisten orientierten Biopic, wird auch diesen bitteren Lebensumständen genügend Rechnung getragen.
Manche Erlebnisse, die B.B. erzählt sind sehr berührend, andere wirken etwas gelangweilt, vermutlich weil er sie schon so oft erzählt hat. Etwas zu viel sind denn auch die Lobeshymnen, die die "Youngsters" Eric Clapton, Bill Wyman etc. anstimmen, lediglich Carlos Santanas schlicht gehaltene Kosmologie ( oder was auch immer) ist sehr amüsant, wobei ich ihm durchaus glaube, dass er an B.B.s Gesicht erkennen kann welche Töne er spielt, auch wenn der Ton ausgeschaltet ist.
Etwas mehr Anekdotenhaftes, gar etwas Schmutzwäsche hätte dem Film durchaus gut getan. B.B. schrieb in seiner Biographie von seiner Casino- und Glücksspielleidenschaft oder auch von schwierigen Situationen, die im Zusammenhang mit seinen Geliebten entstanden sind.
Trotzdem ist es ein sehenswerter Film geworden, weil einfach das was B.B. King sein Leben lang gemacht hat und auch heute nach Kräften noch macht sehenswert und bewundernswert ist: mir fällt jedenfalls kein anderer Musiker ein, der etwa fünfzig Jahre lang durchgehend auf Tournee war und unabhängig von jweiligen Popströmungen den Blues in der ganzen Welt etabliert hat, sich vom Papst einen schönen Urlaub wünschen lässt und ein munteres Duett mit Barack Obama singt...
Sehr berührend auch die Aussage einer seiner Ex-Frauen, die ihn noch nach vielen Jahren zurücknähme, aber jetzt stimme ich auch schon in das, zugegebenermaße berechtigte, Loblied ein. Wie sollte ich anders, habe ich doch in den letzten 40 Jahren einige seiner Konzerte besucht und jedes war unvergesslich.
Aber jetzt noch zu den Kritikpunkten:
Kaum zu vermeiden, dennoch etwas langweilig: die vielen Lobgesänge.
Zudem die Bonuskonzertausschnitte: ich kann nur hoffen, dass sich niemand zum Kauf des kompletten Konzerts verleiten lässt, da dieses zu den schwächsten Aufnahmen B.B. Kings zählt (es versanden einfach zu oft Musiktitel in Erzählungen)und es gibt eine Menge besserer Livemitschnitte.


Live On Memory Lane
Live On Memory Lane

3.0 von 5 Sternen Golden sixties, 26. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Live On Memory Lane (Audio CD)
witziges Livealbum aus den frühen Sixties. Gelegentlich gut gelaunte Einführungen zu den Titeln, obwohl sich Albert etwas ungelenk dem Sprachgebrauch der Teenager annähert. Stimmlich und an der Gitarre bietet Albert aber höchstes Können, auch die Band agiert souverän. Das witzige dieses Albums besteht in der ungewöhnlichen Titelauswahl, die sonst nicht auf CD zu finden sind. Einige RnB- Nummern, irgendwo zwischen Pop und Twist angesiedelt zaubern ein Lächeln auf mein Gesicht, sind eher ungewöhnlich für Albert King, sind offenkundig Teil seines Versuchs, sich einem jüngeren Publikum zu nähern, bleiben aber immer liebenswert.

Tonqualität bewegt sich auf der Unterkante von Akzeptabel, gelegentlich hört man Knackser der Vinylgrundlage; alles in allem ein frisches und fröhliches Album, für Fans und Komplettisten durchaus zu empfehlen, für Albert King Neulinge empfehle ich eher ein etwas gereifteres Werk wie "Albert King Live" oder "In Session".


Mystic Power
Mystic Power
Preis: EUR 19,91

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut Hörbar, 27. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Mystic Power (Audio CD)
Auch mit seinem aktuellen Album bringt Alpha Blondy wieder, was man von ihm erwartet: solide Reggaeklänge, sanfte, aber kraftvolle Stimme, ein paar echte Ohrwürmer, ein paar nette eingestreute Samples. Gut gefällt mir seine französische Version von Bob Marleys "I shot the sheriff", auch wenn der Text im Französischen etwas zu viele Silben aufweist. Auch "Woman" gefällt mir sowohl vom Text als auch musikalisch gut.
Aber: wie auf nahezu allen Alben wagt sich Herr Blondy auch hier vereinzelt in den Balladenbereich und gerät ins Schnulzige. Ich muss zugeben, er erinnert mich in solchen Momenten schon fast an Karel Gott und Rettung bietet mir dann nur die Skip-Taste.
Also: Alles in allem ein gutes Album, nichts wirklich Neues, aber viel charismatischer und schöner Reggae.


Ni no Kuni: Der Fluch der weißen Königin - [PlayStation 3]
Ni no Kuni: Der Fluch der weißen Königin - [PlayStation 3]
Wird angeboten von games.empire
Preis: EUR 29,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solider zweiter Platz, 3. März 2013
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Ganz ohne jeden Zweifel: Ni No Kuni ist das am schönsten aussehende Rollenspiel, das ich jemals auf irgendeinem System gespielt habe. Inhaltlich fehlt diesem Spiel einiges um zu meinem persönlichen Top-RPG zu werden. Im Folgenden werde ich versuchen, die Stärken und Schwächen Ni No Kunis im Vergleich zu meinem Lieblingsrollenspiel Dragon Quest: Die Reise des verwunschenen Königs herauszuarbeiten. Dieser Vergleich kommt nicht von ungefähr, schließlich steckt derselbe Entwickler, Level 5, hinter beiden Games.

Zur Graphik:
Das Cel-shading sieht natürlich auf der PS3 überwältigend gut aus, die Hauptfiguren und die Vertrauten versprühen durchwegs den rührenden Charme großer Ghibliproduktionen.Bei manchen Kämpfen tut es mir regelrecht leid, die süßen Monster niederzumähen. Auch die Ortschaften und Dungeons bieten eine Fülle lebendiger Details. Es macht einfach Riesenspaß in Katzbuckel oder Al Kuhweid herumzulaufen und die belebte Szenerie zu bestaunen. Eigentlich wurde hier alles vorbildlich gemacht, es fehlt mir nur ein bischen Frische und Frechheit: In Dragon Quest war Akira Toryiama für das Figurendesign zuständig und es gab dort durchaus frechere, geradezu subversivere Designs, beipielsweise einen Unterhosentanz. Auch die Namensgebung der Monster war witziger. Level 5 hat sich bei Ni No Kuni sehr im Dragon Quest Fundus bedient, alles allerdings eine Spur braver und damit aucht etwas langweiliger.
Die detaillierte Graphik setzt dem Spieler gelegentlich Grenzen. Schon in Katzbuckel, besonders deutlich dann in Schweinfurt, sieht man häufiger Treppen und Figuren, die der Spieler nicht erreichen kann, was ich durchaus als mildes Ärgenis empfinde. Soweit ich mich erinnere, konnte ich bei Dragon Quest alles was zu sehen war auch erreichen.

Zur Handlung:
Ni No Kuni zeichnet sich, wie auch Dragon Quest 8, durch eine eher langweilige, nicht wirklich überraschende Haupthandlung aus. Dies geht auch völlig in Ordnung, da diese auch nur das Gerüst für die vielen Episoden und Missionen darstellt, in denen der Spieler Anteil nimmt an den Schicksalen der Haupt- und Nebenfiguren. Ni No Kuni zielt hierbei vornehmlich auf Rührung des Spielers ab. Lediglich Tröpfchen und die anderen Feen sorgen hier für etwas Humor. Die anderen Hauptfiguren bleiben etwas blass und ihre Interaktionen untereinander sind auch nur mäßig interessant. Hier hätte Level 5 noch etwas mehr aus dem Dragon Quest Fundus plündern sollen: Das Storytelling hätte davon sicherlich profitiert und ein etwas schrägerer Humor hätte das Spiel lebendiger gemacht.

Zur Spielmechanik:
Warum muss Bewährtes eigentlich immer verschlimmbessert werden? Das Kampfsystem ist hektisch und umständlich, es bedarf mehrerer Klicks, um auch den letzten Vertrauten zu einer sinnvollen Aktion zu bewegen. Die Option, die Vertrauten eigenständig agieren zu lassen, scheidet in anspruchsvollen Bosskämpfen aus, da die KI erschreckend unökonomisch mit Magiepunkten umgeht und auch sonst keine überragenden Aktionen fertigbringt. Hier hätte ich ein klassisches rundenbasiertes System vorgezogen. Zudem ist die Pflege der Vertrauten zu aufwendig geraten: Wenn man einen Vertrauten mit seinem Lieblingsleckerli füttert, gibt es eine kleine niedliche Animation des jeweiligen Vertrauten. Da ich aber jedem aktiven Vertrauten Hunderte Leckerlis geben muss, wird das Betrachten diesr Animationen bald zur Geduldsprobe, wie überhaupt das Aufleveln insgesamt eher zähflüssig abläuft, trotz einiger Gegner, die enorme Mengen an Erfahrungspunkten hinterlassen. Schön allerdings der Alchemiekessel, der blitzschnell funktioniert. Hier handelt es sich tatsächlich um eine Verbesserung zu Dragon Quest 8s Alchemietopf, auf den man immer warten musste.

Zu den Nebenaufgaben:
Hier gibt es, dank des Magischen Begleiters, frischen Wind im Genre: dieser wird deutlich mit einbezogen, man wird als Spieler gelegentlich gezwungen in diesem zu lesen, um einige Rätsel zu lösen, was im Einzelfall durchaus mal anspruchsvoll sein kann. Der magische Begleiter ist ein wunderschön gestaltetes "E-Book" im Spiel, was ich derart hochwertig noch nirgendwo habe bestaunen können. Dann gibt es noch dad Casino: Erneut greift Level 5 auf Dragon Quest zurück, bietet aber, trotz vielfältiger Spiele, eher mäßigen Spielspass. Auch hier wird die Spielmechanik unnötig verkompliziert. Sehr gut gelungen ist die Kampfarena, die allerdings exzessiv aufgebaute Vertraute voraussetzt, um in höheren Rängen zu bestehen.

Fazit:
Ich habe mich trotz der angeführten Kritikpunkte meistens sehr gut unterhalten, Graphik, Musik, gelegentliche Sprachausgabe sind auf allerhöchstem Niveau, auch das Erkunden der recht umfangreichen "Anderswelt" hat mir enorm Spaß gemacht, egal, ob zu Fuß, mit dem Schiff oder per Drachenflug, es gibt genug zu erkunden in dieser schönen Welt. Das Aufleveln und vor allen Dingen das Aufpäppeln der Vertrauten ließ allerdings manchmal meine Motivation durchhängen. So liegt mir mit Ni No Kuni ein japanisches Rollenspiel vor, was bewährte Zutaten gekonnt verknüpft und überwältigend präsentiert, leider aber auch einige Verschlimmbesserungen einführt Daher wird es wohl auf meiner Ewigen-Hitliste immerhin den den zweiten Platz einnehmen. Der erste Platz bleibt momentan noch Dragon Quest 8 vorbehalten, diesem durchaus ähnlichen Spiel, weil dort für meine Bedürfnisse, etwas mehr "richtig gemacht" wurde.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 7, 2013 3:40 PM CET


In Session (Deluxe Edt.)
In Session (Deluxe Edt.)
Preis: EUR 5,00

41 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wahres Juwel, 31. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: In Session (Deluxe Edt.) (Audio CD)
Lange schon kursierten im Web Ausschnitte dieser Session, z.B.: bei Youtube in beklagenswerter Bild- und Tonqualität, so dass zu ahnen war, es befinde sich ein noch nicht geborgener Schatz in einem Archiv eines TV-Studios... und richtig, nach nur 27 Jahren wurde dann doch noch die Fernsehaufzeichnung der Bluessession mit einem damals 60jährigem Albert King und einem erst 29jährigen Stevie Ray Vaughan veröffentlicht, zusammen mit der schon lange im Handel befindlichen Audio-Auskopplung gleichen Namens.

Für wen könnte diese Deluxe-Session interessant sein?
Stevie Fans? Albert Fans? Bluesenthusiasten? Besitzer der Audio-CD?
Vorab: Natürlich für jede der genannten Gruppen. Im folgenden versuche ich zu klären, warum.

Stevie Fans erleben hier einen Stevie Ray Vaughan, der seinem Vorbild Tribut zollt und mit größtmöglicher musikalischer Empathie Alberts Gitarrenläufe wiederspiegelt und eigenständig ausbaut, ohne jemals zu viele Töne zu spielen. Ohne Übertreibung kann man sagen, sein Gitarrenspiel drückt Respekt, Bewunderung, sogar Zuneigung aus, ohne jede Servilität und bleibt immer wunderbar entspannt. Auch stimmlich ist er gut in Form, was er bei seinem "Pride and Joy" und "Texas Flood" zeigt. Ansonsten enthält dieses Set eher Bluesstandards oder Titel, die Markenzeichen von Albert King sind.

Für Albert Fans ist diese DVD sowieso ein Pflichtkauf, da es schlicht viel zu wenig von Albert King zu sehen gibt und diese anderen Veröffentlichungen eher als belanglos bis verunglückt zu bezeichnen sind (speziell: Albert King live in Sweden), aber das Internet verheißt noch weitere potentiell interessante Veröffentlichungen in den nächsten Dekaden. Bei der vorliegenden Aufnahme jedoch handelt es sich schlicht um die bisher schönste Aufnahme, die auf DVD zu haben ist. Stimmlich ist Albert King in gewohnter Hochform. Wie immer klingt seine Stimme samtig und souverän, er singt sich mühelos durch die Bluesstandards. Sein Gitarrenspiel, was er ebenfalls auf gewohnt hohem Niveau präsentiert, erreicht aber im Verlauf dieser Session einen Höhepunkt. Er tritt in echten musikalischen Dialog mit seinem ebenfalls hochkarätingen Sessionpartner, was insofern eine Besonderheit ist, da Albert als eher knurriger Einzelkämpfer bekannt war. Hier aber taut er aufgrund, der ihm entgegenschlagenden Bewunderung und Sympathie von Stevie relativ schnell auf uns es ist ein Vergnügen, Zeuge zu sein, wie beide sich ihre Lieblingsgitarrenphrasen zuwerfen und hochinspiriert aufgreifen. So ist diese Session sehr Gitarrensolohaltig ausgefallen, was bei der gebotenen Qualität definitiv kein Kritikpunkt ist.

Für Bluesenthusiasten ist diese Aufnahme ebenfalls ein Pflichtkauf, da hier zwei unverzichtbare Gitarrenmeister, begleitet von einer kleinen und feinfühlig agierenden Rhytmusgruppe, zusammen beinahe mehr als ihre individuelle Bestleistung liefern.

Auch Besitzer der Audio-CD kommen keinesfalls um diese Anschaffung herum: es gibt auf beiden Datenträgern Titel, die auf dem jeweils anderen fehlen, Bild und Tonqualität sind ebenfalls für eine Fernsehproduktion hochwertig, wenngleich der Ton nur in Stereo daherkommt. Für mich ist es aber ein besonder Genuss den Umgang beider Musiker miteinander zu erleben. Auf der einen Seite Stevies geradlinige Sympahie und Bewunderung für Albert und auf der anderen Seite die angesichts dieser uneingeschränkten Sympathie schwindenden Altherrenknurrigkeit, die aber dennoch in den kurzen Gesprächen mitunter aufblitzt.
Die unaufdringliche Kameraarbeit unterstützt die intime Atmosphäre des Konzerts, auch hier wurde alles richtig gemacht.
Ich habe mich selten so über eine Blues-DVD gefreut, wie über diese, die zum jetzigen Zeitpunkt zum dritten Mal bei mir läuft, hätte mir aber im Booklet gerne noch Informationen über Titellängen und Tonformate der DVD gwünscht.

Fazit: Jeder, der Musik gerne sieht und zumindest ein Öhrchen für den Blues hat, sollte sich diese endlich erschienene DVD/CD-Kombination ins passende Laufwerk schieben. Für mich ein echter Jahrzehntkauf.


Dragon Quest IX: Hüter des Himmels
Dragon Quest IX: Hüter des Himmels
Preis: EUR 33,15

114 von 121 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das etwas andere Dragon Quest, 25. Juli 2010
Vorab: Ich habe inzwischen fast alle Teile gespielt (I, II, III auf dem Gameboy Color, IV, V auf dem DS, VII auf der Playstation, VIII auf der PS2) und bin jetzt etliche Stunden mit Teil IX beschäftigt. Ich bin 48 Jahre alt und spiele seit ca. 35 Jahren Computer- und Videospiele. An Dragon Quest gefällt mir der phantasievolle Grafikstil, die Old-School Spielmechanik, die riesigen Welten und die differenzierte Darstellung der Protagonisten.
Die ersten Punkte erfüllt DQIX mit Sternchen: riesige Spielwelt, großartige Grafik, verlässliche Spielmechanik mit leichten Innovationen (man sieht die Gegner vor den Kämpfen). Was mir fehlt sind etwas charismatischere Mitstreiter, deren Motivation Mitkämpfer zu sein, klarer sein müsste. (man denke hier nur an Torneko aus DQIV oder Yangus aus DQVIII). Natürlich ist diese Austauschbarkeit der Nebenfiguren zwingend, da DQIX als lokales Multiplayergame ausgelegt ist, aber schade ist es trotzdem.
Ich möchte hier nicht wiederholen, was die anderen Rezensenten umfassend beschrieben haben, sondern mich auf für mich wichtige Punkte beschränken:
Wieder einmal macht das Grinden Spaß, da die Kämpfe blitzschnell, aber nicht ohne Taktik ablaufen. Es erhöht sogar die Spannung, den Metallschleim vor dem Kampf zu sehen. Auch das Jobsystem bietet enormen Tiefgang. Die schier unendliche Fülle an Waffen, Rüstungen und anderen Gegenständen, sowie der Alchemiepott tragen zu DQIXs hohem Suchtpotiental bei. Den einen Stern Abzug gibt es bei mir nur wegen der etwas blass ausgefallenen Nebencharaktere, ansonsten erfüllt DQIX meine Erwartungen.
Ein Wort zur Erwachsenen und Kinderdiskussion: Für mich hat Spiel mit Spaß zu tun und daher passt die quietschbunte Knuddeloptik zu meinen Spielbedürfnissen. Die Rechnung bierernste Grafik=Erwachsenenspiel, Bonbongrafik=Kinderspiel geht sehr oft nicht auf, ich befördere viel lieber Flederkühe und Widderlinge ins Jenseits als mit faschistoiden Recken Zombies, Soldaten oder andere Standardfeinde niederzumetzeln.
Dragon Quest kann ich gefahrlos mit meinen Kindern spielen und habe als alter Videospielesack ebenfalls Riesenvergnügen dabei.
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 20, 2012 12:53 PM MEST


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