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Rezensionen verfasst von
Clemens L.

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Der Seidenspinner: Roman (Die Cormoran-Strike-Reihe, Band 2)
Der Seidenspinner: Roman (Die Cormoran-Strike-Reihe, Band 2)
von Robert Galbraith
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vielseitige Story mit leicht wirrem Ende, 26. Juli 2015
Der zweite Fall des Cormoran Strike aus der Feder des Robert Galbraith - ach, was soll's, wir wissen ja eh alle, dass es J. K. Rowling ist - passt sich stilistisch genau dem ersten Teil an, der mir schon gut gefallen hatte. Die Charaktere Cormoran und Robin sind nach wie vor beide auf ihre ganz eigene Art sympatisch, auch steht, wie beim letzten Mal, wieder eine ganz bestimmte Branche im Vordergrund. Letztes Mal war das die Modelszene, diesmal ist es das Verlagswesen. Nun, Rowling kennt sich damit wahrscheinlich aus, und vielleicht ein bisschen zu gut.
Was sich hier nämlich als Problem herausstellt: Es fällt anfangs schwer, die einzelnen Figuren so richtig auseinanderzuhalten, weil sich auf den Seiten dieses Krimis Literaturagenten, Lektoren und weitere Verlagsangestellte zweier verschiedener Verlage die Klinke in die Hand geben. Sofern man sich aber nicht merkt, wer welche Funktion im Verlag hat und auf welche Weise die Leute miteinander in Verbindung stehen, könnte man leicht verwirrt werden.

Trotzdem: Das Buch ist an sich gut. Der Fall ist spannend, und auch die Storylines aus dem Privatleben der beiden Protagonisten fesseln den Leser. Dass J. K. Rowling gut erzählen kann, braucht man wohl nicht extra zu erwähnen. Die Charaktere sind, wie gewohnt, zahlreich und viele von ihnen haben sehr prägnante Eigenheiten, man kann sie sich allesamt recht gut vor dem inneren Auge vorstellen.

Die inhaltlichen Details sind in diesem Teil ein bisschen drastischer umschrieben als im ersten; vor allem der Zustand, wie der Schriftsteller Quine aufgefunden wird, ist in seiner brutalen Detailliertheit fast ekelerregend, aber nicht über die Maßen hinaus.
Zum Ende hin wird die Handlung dann jedoch ein wenig verwirrend; die Auflösung veranlasste mich beim Lesen, nochmal zurückzublättern und das Ganze nochmal genauer nachzuvollziehen, um das seltsame Ende erfassen zu können. Ein klein wenig zu konstruiert, könnte man sagen.

DAS FAZIT: Es ist eine gute, spannende Story, die Rowling hier bietet, sie bleibt den Charakteren aus dem ersten Teil treu und erzählt einen fesselnden Fall, der aber vor allem gegen Ende ein wenig zu konstruiert erscheint. Alles in allem bewegt sich das Werk meines Erachtens auf dem gleichen Niveau wie der erste Teil und erhält deshalb gute 4 Sterne.


Der Ruf des Kuckucks: Roman (Die Cormoran-Strike-Reihe, Band 1)
Der Ruf des Kuckucks: Roman (Die Cormoran-Strike-Reihe, Band 1)
von Robert Galbraith
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

4.0 von 5 Sternen Gute Story mit interessanten Charakteren, 31. August 2014
Da ist er also; der erste Krimi aus der Feder der genialen J. K. Rowling, die sich hinter dem Pseudonym Robert Galbraith verbirgt.

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen; Cormoran Strike ist ein außergewöhnlicher Ermittler mit sowohl physischen als auch psychischen Auffälligkeiten, mit Stärken und Schwächen. Und wirkt er in den ersten Kapiteln auch noch wie ein Grobian, so wächst er einem im Laufe der Zeit doch irgendwie ans Herz.
Gemeinsam mit seiner Assistentin Robin bildet er so ein wirklich interessantes Ermittlerteam, das sich ergänzt und wunderbar zusammenpasst, gerade weil sie so verschieden sind.
Hauptsächliche Sympathieträgerin des Buches ist allerdings nicht Cormoran, sondern Robin. Im Ernst; ihre Persönlichkeit und ihr Aussehen sind dermaßen angenehm und positiv beschrieben, dass ich den Eindruck hatte, sie war wohl auch beim Schreiben Frau Rowlings Lieblingsfigur.

Die Story an sich kann durchaus mit Detail- und Einfallsreichtum überzeugen, die Ermittlungen gehen Schritt für Schritt voran und es entblättern sich immer mehr Schichten der Geschichte um das Model Lula Landry. Gespickt ist das Ganze mit persönlichen Erinnerungen von Strike, die interessant sind, aber in dieser Fülle meiner Meinung nach nicht hätten sein müssen.

Das ist auch allgemein ein Manko des Buches, das für J. K. Rowling aber typisch geworden ist: Es gibt unglaublich viele Charaktere. Beim Lesen sollte man sich also wirklich konzentrieren, um die zahlreichen Namen noch zuordnen zu können und sich auch noch daran zu erinnern, welche Aussagen diese Personen in den Vernehmungsgesprächen getroffen haben.
Diese Gespräche sind im Übrigen, ebenso wie Beschreibungen von Häusern oder dem Äußeren der Charaktere, sehr ausschweifend beschrieben. Meines Erachtens hätte das Buch um einige Seiten kürzer sein können, ohne der Geschichte einen Abbruch zu tun. Dadurch gerät das Ganze auf Dauer auch etwas langatmig, viel Action kann man hier also nicht erwarten. Den Hauptteil des Buches bilden Beschreibungen und Gespräche.

Das Ende hat mich dafür wirklich überrascht und das Buch hat mich, obwohl es nicht viel Action gab, trotzdem gefesselt. Die Story fand ich spannend, interessant und außergewöhnlich. Unterm Strich ist es also ein wirklich empfehlenswertes Buch - von J. K. Rowling ist auch eigentlich nichts anderes zu erwarten.


Winkekatze MANEKI NEKO 5"/ 13cm gold
Winkekatze MANEKI NEKO 5"/ 13cm gold
Wird angeboten von haac-online, Preise inkl. MwSt.
Preis: EUR 7,50

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Niedlich und funktionstüchtig, 31. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich hatte mit der Winkekatze überbaupt keine Schwierigkeiten, sie hat genau die richtige Größe als noch verhältnismäßig unauffälliger Schmuck für den Schreibtisch oder das heimische Regal. Es braucht eine Batterie, die leider nicht beiliegt, und dann tut das Kätzchen unablässig seinen Dienst und winkt einem zu.
Trägt man das winkende Kätzchen woanders hin, kommt der Winkearm aus dem Gleichgewicht, was sich aber leicht beheben lässt, indem man ihn anschließend wieder anstupst. Dann kommt sie schnell wieder in ihren Rhythmus.
Man muss aber hinzufügen, dass die Armbewegung nicht still, sondern mit einem klackenden Geräusch verbunden ist. Das ist nicht besonders störend; es klingt einfach, als hätte man eine Uhr im Zimmer. Für mich nicht tragisch.
Also: Niedlich und funktionsfähig. Aus meiner Sicht empfehlenswert.


Der Besuch der alten Dame - Das Musical - Gesamtaufnahme Live
Der Besuch der alten Dame - Das Musical - Gesamtaufnahme Live
Preis: EUR 21,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aufwühlend und emotional - am besten am Stück zu hören, 10. August 2014
Pia Douwes und Uwe Kröger - das Traumpaar der Musicalszene wieder vereint. Die Story, die ja vielen bekannt sein dürfte, bewegt sich sehr nahe an Dürrenmatts Werk und bringt dabei den inneren Zwiespalt der Figuren und deren Emotionen ganz stark rüber.
Das liegt einerseits am wahnsinnig emotionalen Schauspiel der Darsteller - durch die Bank weg fühlt man beim Hören richtig mit, bekommt zuweilen Gänsehaut, selbst wenn nur Dialoge gesprochen werden. Kröger, wenn auch stimmlich vielleicht nicht ganz wie in Bestzeiten, kommt schauspielerisch richtig aus sich heraus; vor allem im ersten Akt schreit er Ills Angst und Verzweiflung förmlich heraus.

Was die Musik angeht: Etwas anderes als eine Gesamtaufnahme wäre bei diesem Stück wohl nicht in Frage gekommen, die Dynamik lebt vom Gesamtzusammenhang - das Stück hört man sich also am besten wirklich mal in einem Rutsch an. Auch wenn einige Lieder auch einzeln gut zu hören sind ("Ich schütze dich" mit einer liebevollen und berührenden Masha Karell oder "Liebe endet nie") ist dieses Musical meines Erachtens schon sehr darauf konzipiert, dass man es im Ganzen hört; musikalische Motive wiederholen sich im Stück auch oft.
Insgesamt bietet das Stück einen wirklich fetten Orchesterklang, der den Gesang der Darsteller furios und äußerst kraftvoll begleitet - aber manchmal eben auch übertönt. Vor allem in den Chorpassagen ist der gesungene Text akustisch schwer zu verstehen - aber kein Problem: Schließlich findet sich ja in der Hülle ein Booklet, in dem die kompletten Liedtexte abgedruckt sind.

Mein Fazit: Ein temporeiches, emotionales Stück mit stimmgewaltigen und überzeugenden Darstellern, bei dem zwar nur wenige Lieder einzeln für sich stehen, das aber die Geschichte und vor allem die tiefen Gefühle und Emotionen großartig vermittelt. Von diesen Emotionen lebt es, versetzt dem Hörer zeitweise so eine Gänsehaut und setzt sich vielleicht nicht mit vielen einzelnen Melodien, aber als Gesamtwerk im Gedächtnis fest.


Berliner Republik
Berliner Republik
Preis: EUR 17,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grebe mit ganz besonderen Sounds, 23. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Berliner Republik (Audio CD)
Es ist mittlerweile die zehnte Platte von Rainald Grebe - und seit einer gefühlten Ewigkeit wieder mal eine Doppel-CD - zum Glück! Man hat hier das Gefühl, es wirklich mit einem kompletten Mitschnitt eines Abends zu tun zu haben - auch wenn ich mir sicher bin, dass er dennoch an einigen Stellen gekürzt wurde. Im Prinzip ist es aber eine schöne Sache, dass man wieder mal ein paar Moderationen von Rainald Grebe mithören kann, die bei den letzten Platten oft zu kurz kamen.
Wir haben hier nach dem recht kurzen "Rainald Grebe-Konzert" auch wieder eine ansehnliche Anzahl an Tracks, und als ausgemachter Grebe-Fan freut mich das natürlich: Es gibt ordentlich was auf die Ohren.

Das ist auch in Bezug auf die musikalische Begleitung so: Das Orchester hat sich ein wenig verändert, es gibt das Streichquartett (leider) nicht mehr, das mir auf der ersten Orchester-Platte eigentlich gut gefallen hatte, dafür sind Bläser dazugekommen - und die machen auch den ganz besonderen Sound dieser Platte aus. Sie und die ganze Art der mal ruhigen, und mal sehr kraftvollen Begleitung machen diese Doppel-CD zu einer ganz besonderen.
Ein Manko gibt es aber dabei: Die Instrumentierung ist teilweise dermaßen fett, dass bei einigen Tracks fast die Texte untergehen. Und gerade bei Rainald Grebe, bei dem es doch so wichtig ist, auch auf den Text zu achten, ist das besonders schade.

Der Inhalt an sich ist nämlich auch nicht schlecht: Die Beobachtungsgabe Grebes, seine Art und Weise, die Welt und ihre Menschen zu sehen und seine Ergebnisse intelligent und querdenkerisch in gelungene Worte zu packen, kommen hier wieder gut zum Vorschein, auch wenn sie - und deshalb sei diese Platte vielleicht auch Grebe-Neueinsteigern empfohlen - etwas massenkompatibler sind als sonst oft. Thematisch geht es aber wie immer quer durchs Gemüsebeet.
Jeder wird auf dieser Platte seine persönlichen Favoriten haben. Meine sind auf der ersten CD die "Bundestagswahl" und der "Fürst von Liechtenstein", auf CD 2 das wunderbar bissige "Das Ende des weißen Mannes", das ruhig-nachdenkliche "Loch im Himmel" und das hymnenartige "Handwerk".

Nun sind Grebes Texte auf dieser Platte nicht mehr so bissig wie vorher. Das ist ein wenig schade; zudem wiederholen sich zunehmend verschiedene Themen; den "Berater" hatte man schon so ähnlich bei "Der Kandidat" und "Der Präsident", das "Heimat"-Lied ist angelehnt an "Mitte des Lebens" und "Auf Tour". Dazu kommt wie gesagt, dass die Texte manchmal in der mächtigen Begleitung untergehen. Im Prinzip wären das 4 Sterne.
Da es aber endlich wieder eine Doppel-CD und eine Live-Aufnahme ist und die Begleitung so außergewöhnlich ist (und weil man im Booklet darauf verzichtet hat, die Texte wie sonst mitten in die Fotos zu schreiben, wodurch sie diesmal sogar alle leserlich sind ;) ), gibt's einen Stern extra obendrauf, und wir sind bei der vollen Punktzahl.

FAZIT: Ein sehr gutes Album für Rainald Grebe-Fans und auch für die, die es noch werden wollen, außergewöhnlich instrumentiert und solide getextet. Durchaus empfehlenswert.


Musicalballads - unplugged
Musicalballads - unplugged
Preis: EUR 20,89

5.0 von 5 Sternen Recht bekannte Musicalsongs großartig arrangiert, 5. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Musicalballads - unplugged (Audio CD)
Für Musicalfans (und die, die es werden wollen), ist diese CD äußerst empfehlenswert.
Vor Allem für diejenigen unter ihnen, die sanfte, verhältnismäßig sparsame Arrangements mögen, so wie ich. Die CD hält eben, was der Titel verspricht: Es sind Musicalballaden, unplugged. Also ohne große, aufbrausende Musikalbegleitung, die manche ja durchaus gut finden, sondern tatsächlich so, als würde ein kleines Orchester in der Wohnung sitzen und zu der wundervoll weichen und gefühlvollen Stimme von Mark Seibert spielen.
Gerade die beinahe nur vom Klavier begleiteten Stücke sind in meinen Ohren besonders schön - doch das ist wohl einfach Geschmackssache.
Die Stücke an sich sind alle recht bekannt, aber dafür wahrscheinlich auf eine einzigartig tolle Weise arrangiert. Absolut empfehlenswert; (fast) jedes Stück ein absoluter Knaller. Nur in "Gethsemane" für meinen Geschmack ein paar zu viele Seufzer im Gesang - aber was soll's? Bei einer so tollen Balladenkollektion ist das verzeihlich.


Global Fish
Global Fish
Preis: EUR 26,99

5.0 von 5 Sternen Gute Story großartig als Hörbuch umgesetzt, 21. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Global Fish (Audio CD)
Das Hörbuch gesellte sich nach dem Taschenbuch in die Regale meines Heims, in denen sich schon so manch anderes Werk von Rainald Grebe findet. Nachdem ich den Roman gelesen hatte, verfasste ich eine Rezension dazu, zum Printprodukt, welche die Story an sich rezensiert und die ich nun gekürzt auch hier wiedergebe:

Um auf Thomas Blume aufmerksam zu werden, muss man schon Rainald Grebe-Fan sein, denn sonst kennt man den Autoren nur als Klavierkabarettisten, als den verrückten Vogel mit Indianerfederschmuck, der mit seinen abstrusen, aber genial gesellschaftskritischen Texten den Zuhörer, der ihn verstehen will, begeistern kann.
In diesem Stil ist auch sein bisher einziger Roman verfasst: In seiner abgefahrenen Ausdrucksweise erzählt er die nicht weniger abwegige Geschichte von einem Abiturienten, der sich auf Reisen macht - und das Abenteuer seines Lebens hat. Nach und nach wächst sich die Geschichte aus, Blumes Entwicklung wird überzeugend, packend und emotional dargestellt.
Unterbrochen wird die Story immer wieder durch kleine Gedankenfetzen, die man mal gut und mal weniger gut der eigentlichen Geschichte zuordnen kann. Doch das gehört einfach zu Grebes Stil und macht den Roman zu einem wahrhaft einzigartigen Werk, in dem einige unappetitliche Szenen wie Blumes Amputation allerdings in einer Eindringlichkeit beschrieben sind, auf die man in ihrem Detailreichtum auch hätte verzichten können.
Schließlich bleibt der Leser dann mit einem ziemlich abrupten Ende stehen, das viel Platz für Interpretation lässt: War diese Reise letztendlich real? Es bleibt die Frage, was eigentlich real ist und was wir nur dafür halten, was wir vielleicht dafür halten wollen.
Es ist diese im Unterholz des Wahnsinns versteckte Tiefsinnigkeit, die Rainald Grebe und damit auch dieses Buch ausmacht. Für die, die ihn kennen, ist es darum absolut empfehlenswert. Denen, die auch mit seiner Musik nicht viel anfangen können, wird es aber wohl zu unkonventionell sein.

Nachdem ich die Story also gut fand, entdeckte ich, dass der Meister selbst sie auch als Hörbuch gelesen und veröffentlicht hat und war gespannt darauf, wie das wohl gestaltet wurde.
Nach 6 CDs kann ich nur sagen: Es ist großartig gelungen. Die Geschichte ist zwar ein wenig gekürzt, doch mit welcher Eindringlichkeit und Emotionalität Grebe sie vorträgt, wie gänsehauterregend er sie mit Instrumenten, Geräuschen und Effekten unterlegt, wo es passt, und mit selbst gesungenen Seemansliedern garniert, ist schlichtweg ein Erlebnis.
Seine Art, zu lesen, entwickelt einen noch größeren Sog auf den Hörer, als es in gedruckter Form der Fall war, und man wird unweigerlich hineingezogen in die Welt des Thomas Blume, der nach seinem Abitur in ein wahnwitziges Rollenspiel auf See gerät, dem er sich auf Dauer selbst nicht entziehen kann. Genauso wenig, wie der Hörer.

Aus einem guten Buch, das von mir 4 Sterne erhielt, wird so ein grandioses Hörbuch, dem ich seine 5 Sterne guten Gewissens geben kann. Dieses Hörbuch hat Grebe Spaß gemacht - und das merkt man ihm an.


Global Fish: Roman
Global Fish: Roman
von Rainald Grebe
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Abstrakte Story eines Querdenkers, 21. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Global Fish: Roman (Taschenbuch)
Um auf Thomas Blume aufmerksam zu werden, muss man schon Rainald Grebe-Fan sein, denn sonst kennt man den Autoren nur als Klavierkabarettisten, als den verrückten Vogel mit Indianerfederschmuck, der mit seinen abstrusen, aber genial gesellschaftskritischen Texten den Zuhörer, der ihn verstehen will, begeistern kann.
In diesem Stil ist auch sein bisher einziger Roman verfasst: In seiner abgefahrenen Ausdrucksweise erzählt er die nicht weniger abwegige Geschichte von einem Abiturienten, der sich auf Reisen macht - und das Abenteuer seines Lebens hat. Nach und nach wächst sich die Geschichte aus, Blumes Entwicklung zum überzeugten Mitspieler in dem seltsamen Rollenspiel wird überzeugend, packend und emotional dargestellt.
Unterbrochen wird die Story immer wieder durch kleine Gedankenfetzen, die man mal gut und mal weniger gut der eigentlichen Geschichte zuordnen kann. Doch das gehört einfach zu Grebes Stil und macht den Roman zu einem wahrhaft einzigartigen Werk, in dem einige unappetitliche Szenen wie Blumes Amputation allerdings in einer Eindringlichkeit beschrieben sind, auf die man in ihrem Detailreichtum auch hätte verzichten können.
Fraglich bleiben auch formale Normenbrüche wie der komplette Verzicht auf An- und Ausführungszeichen bei der wörtlichen Rede. Doch auch daran gewöhnt man sich nach einigen Seiten.

Schließlich bleibt der Leser dann mit einem ziemlich abrupten Ende stehen, das viel Platz für Interpretation lässt: War diese Reise letztendlich real? Es bleibt die Frage, was eigentlich real ist und was wir nur dafür halten, was wir vielleicht dafür halten wollen.
Es ist diese im Unterholz des Wahnsinns versteckte Tiefsinnigkeit, die Rainald Grebe und damit auch dieses Buch ausmacht. Für die, die ihn kennen, ist es darum absolut empfehlenswert. Denen, die auch mit seiner Musik nicht viel anfangen können, wird es aber wohl zu unkonventionell sein.


Die Besten Lieder Meines Lebens
Die Besten Lieder Meines Lebens
DVD ~ Rainald Grebe
Preis: EUR 20,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwischenbilanz eines ganz Großen, 3. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Besten Lieder Meines Lebens (DVD)
Nur ein einziges Mal hat Grebe bis zum Zeitpunkt der Entstehung dieser Rezension eine DVD veröffentlicht - dabei handelt es sich um dieses Best-Of. "Die besten Lieder meines Lebens" - das ist natürlich ein recht subjektiver Titel, denn angesichts der Vielfalt an Songs, die es bereits von Grebe gibt, hat sicherlich jeder andere Favoriten. Einige Klassiker sind aber auf jeden fall dabei - Lieder, die ihn zu dem gemacht haben, was er heute ist: Ein Meister der Kabarettkunst. Zu diesen Klassikern gehören wohl "Wortkarger Wolfram", die grandios Grebe-typisch anarchische Eröffnungsnummer, "Urlaub in Deutschland", "Familie Gold" etc...im Prinzip hat er sich schon die größten Klassiker herausgesucht, darunter auch einige seiner Länderhymnen.
Aber auch einige Insider-Songs wie "Mitte des Lebens" sind enthalten - damit findet Grebe eine gute Mischung zwischen -pardon- Mitsingnummern, und Liedern, die wohl noch nicht so viele kennen. Alles in Allem handelt es sich also um einen bunten Abend, der zwar thematisch ziemlich wirr daherkommt, weil er eben einen Querschnitt durch mehrere Programme darstellt, aber durchaus zu begeistern weiß.

Fast würde ich sagen, die DVD eignet sich dazu, auch Menschen, die Grebe noch nicht kennen, zum Fanwerden zu bewegen - doch dazu gibt es vielleicht einen Haken, der für Grebe-Fans wiederum gerade die besonders gute Seite ist: Das Konzert hat mit 155 Minuten eine ziemlich lange Spielzeit. Das führt dazu, dass der Abend für die, die noch nicht an Grebes sehr besondere Art und Weise des Kabaretts gewohnt sind, sicher gegen Ende hin ziemlich langatmig wirkt - der Mann gibt schließlich 8 Zugaben! Da diese dann auch nicht mehr durch Moderationen, sondern durch bloße Abgänge und erneute Auftritte verbunden sind, können diesen Teil dann wahrscheinlich wirklich nur noch die richtigen Fans genießen - dann aber auch wirklich.

Insgesamt wirkt Grebe zugegebenermaßen ein wenig angepasster als sonst - schließlich waren Kameras da und der Ablauf musste wohl weitestgehend klar sein und eingehalten werden. Das beißt sich ein kleines bisschen mit seiner leicht anarchischen Ader, die ja doch zu Zwischenbemerkungen und Improvisationen tendiert. Zumindest technisch (bezüglich des Schnittes) hat man sich in diesem Zusammenhang auch Einiges einfallen lassen - aber das sehe jeder selbst.

Rainald Grebe ist inhaltlich ein Künstler, der Gesellschaftskritik grandios mit Dadaismus vereinen kann. Er gehört zu den ganz Wenigen, die auf dem schmalen Grat zwischen Komik und Tragik wandeln können, ohne zu weit in die eine oder die andere Richtung abzudriften. Und er formuliert auf den Punkt, ohne unter die Gürtellinie zu gehen - und doch beißt seine Kritik und hält sich fest im Gedächtnis. Für diejenigen, die Grebes Kunst verstehen und mögen - und das ist bei ihm eben nicht grundsätzlich gegeben - für die ist diese DVD ein Meisterwerk, das seine bis dahin besten Songs endlich auch einmal auf einer audiovisuellen Platte vereint. Dass danach in den Programmen "Orchester der Versöhnung", "Zurück zur Natur" und "Das Rainald-Grebe-Konzert" natürlich auch weitere tolle Songs kamen, die hier noch nicht enthalten sind - dafür kann ja keiner was.

Dazu gibt es schließlich noch einge Extras wie ein Interview und einen uralten Auftritt von ihm - auch sehr amüsant anzusehen.
Lohnt sich für Fans auf jeden Fall - und Neulinge können das lange Werk ja aufteilen. Was soll es bei dieser Bandbreite an Vorteilen anderes geben als 5 Sterne?


Das Abschiedskonzert. 2 CDs
Das Abschiedskonzert. 2 CDs
Preis: EUR 15,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastisches Debüt eines heute ganz großen Künstlers, 26. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Abschiedskonzert. 2 CDs (Audio CD)
Rainald Grebes Namen kennt man heute, wenn man sich auch nur ansatzweise mit Kabarett beschäftigt. Er hat sich einen Namen gemacht mit seiner einzigartigen Kunst. Vollkommen zu Recht.
Dies ist das erste Album, das er einst herausbrachte, als er noch ein Geheimtipp war. Zugleich ist es mit 2 CDs das umfangreichste, denn es bildet, soweit ich weiß, tatsächlich einen kompletten Konzertmitschnitt ab. Das gab es danach erst wieder 2014. Grebe ist live unschlagbar, und zu seinem Irrsinn gehört es, dass er sein allererstes Werk als "Abschiedskonzert" betitelt, obwohl es zu dieser Zeit gerade erst losging. Das passt zu seiner Kunst. Er ist Dadaist, er ist Gesellschaftskritiker, er ist Musiker und er ist Sänger - alles zusammen ergibt jedes Mal einen kulturellen Hochgenuss für die, die ihn verstehen und seine teils wirren Gedanken in Zusammenhänge unserer Gesellschaft einordnen können. So verrückt er wirkt - er hält uns einen Spiegel vor. Seine Melancholie und seine im nächsten Moment ausbrechende Verrücktheit - wobei er immer Sinnhaftigkeit und vor allem vornehme Distanz bewahrt - das ist es, was ihn so einzigartig macht.

CD 1 bewegt sich eher in der witzigen, verrückten Richtung. "Theater" ist dafür das beste Beispiel. Vollkommen durchgedreht schreiend schafft er es noch, aufgeblasene und pathetische Theatermenschen gnadenlos zu parodieren. Darauf folgt gleich das nächste Highlight: "Thüringen", seine erste Landeshymne, die fast so berühmt ist wie "Brandenburg". Großartig nimmt er das Bundesland sarkastisch auf die Schippe, beißende Ironie und gleichzeitig die Liebe zur Ruhe in diesem Bundesland kommen hier zum Ausdruck.
Mit "Wortkarger Wolfram" und "Gelee.de" kommt seine dadaistische Note zum Vorschein - diese zeichnet sich bei ihm aber dadurch aus, dass sie trotzdem noch Sinn bewahrt.
In "Heimat" und "80er Jahre" folgt ein melancholischer Blick in die Vergangenheit, der in "Familie Gold" schließlich seine Art Resümee findet. Ein ganz großes, melancholisches Lied über ein Familienideal, das es heute nicht mehr gibt, das aber früher als das Non-Plus-Ultra galt: Das westdeutsche Reihenhaus. "Nimm 2-Familien". Großartig.
Mit "Meine kleine Stadt" wird dieses Thema noch einmal fortgesetzt, in "Hans Eichel" wird Grebe sogar politisch - was sonst eher selten vorkommt - und dann folgt noch sein Klassiker "Dörte", bei dem man tatsächlich laut lachen kann. Dann ist die erste CD schon zu Ende und man erfreut sich rückblickend noch an den tollen Songs und den frischen Moderationen, die dazwischen folgen und glücklicherweise auf der Platte mit vorhanden sind.

CD 2 wirkt dagegen deutlich melancholischer. Mit "Arbeitslos in Grönland" und "Faust" beginnt dieses Feeling, und es setzt sich im Magersuchts-Song "Pia", das ebenfalls heute sehr bekannt ist, fort. Im Prinzip ist Grebe ein Meister der Stimmungen, und die Melancholie, die er aufgebaut hat, setzt er weiter fort in "Miriam" und "Hermann und Dorothea". Diese Songs lassen zugegebenermaßen die Frische ein wenig vermissen, die er auf der ersten Platte noch zeigte, ebenso wie "Manfred", "Atlantik" und "Planeten". Trotzdem sind sie eben auf eine andere Art und Weise unterhaltsam. Sie zeigen den nachdenklichen Grebe.

Und vor allem eins ist wichtig: Grebe zeichnet sich dadurch aus, dass er immer auf einer Art Schwebebalken zwischen Komik und Tragik hin und her tanzt - ein Grat zwischen Dadaismus und Sinn, den jeder anders empfindet. Das merkt man auch in "Blaues Blut" und "Apachenjunge Lukas". Das ist auch die Stärke von "Familie Gold": Einige lachen beim Hören - andere weinen.
Auch in diesen Zugaben hält Grebe durch: "Drei Hymnen", "Alles was man tut ist gut", "Say Goodbye to the Nil", "Wenn's am schönsten ist" und sein legendäres "Es ist gut". Alles bildet diese Stimmung ab.
WICHTIG: Man höre immer auf den Text. Tut man das nicht, schweift man bei der andauernden Melancholie der zweiten CD womöglich ab. Grebe singt hier nun mal allein am Klavier. Schnörkellos und schlicht. Aber genau das macht den Charme dieser Platte aus.

Doch auch tolle gesprochene Texte wie "Ich bin ein Wochenendseminar" und "Ohne Rotwein wäre mir das nicht passiert" sind hier vorhanden. Man bekommt hier wirklich viel für sein Geld - das Werk ist sehr umfangreich und in einem Wort einfach grandios und auch besonders geeignet für die, die Grebe noch nicht kennen sollten.

5 Sterne für das Erstlingswerk eines Künstlers, der heute zu Recht zu den ganz Großen der Kabarettbranche gehört.


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