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Astrocreep2000

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Skyscraper (1988) [VINYL] [Vinyl LP]
Skyscraper (1988) [VINYL] [Vinyl LP]
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Preis: EUR 9,90

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Leider kein würdiger Nachfolger von "Eat 'Em And Smile", 25. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Skyscraper (1988) [VINYL] [Vinyl LP] (Vinyl)
Obwohl ich eher gar kein Fan von US-Rock und insbesondere US-Rock der 80er bin, ist David Lee Roths "Eat 'Em And Smile" eines meiner Lieblingsalben, dass ich seinerzeit als LP hatte und neulich für mich wiederentdeckte.

Man spürt in jedem Moment, dass DLR nach seinem Ausstieg bei Van Halen seinen alten Kollegen zeigen wollte, wo der Hammer hängt – das Können und die Spielfreude der Band mit den begnadeten Instrumentalisten Steve Vai und Billy Sheehan ist einfach umwerfend und die durchaus augenzwinkernde Attitude von David Lee Roth geben dem ganzen einen höchst unterhaltsamen Charme. Zudem ist das Album hervorragend produziert, klingt differenziert, druckvoll und (nicht nur für eine 80er-Produktion) sehr ausgewogen und "warm".

Anders "Skyscraper": Hier wollte David Lee Roth seine Van Halen-Kollegen offenbar nicht mehr musikalisch-kreativ überflügeln sondern offensichtlich vor allem kommerziell. Das Album ist sowohl sond- als auch soundtechnisch eine Anbiederung an den US-Mainstream-Rock der späten 80er ohne jegliche Ecken und Kanten.

Folgerichtig gab's mit "Just Like Paradise" den offenbar erhofften, stilistisch in bester Van-Halen-Tradition gehaltenen Single-Hit;
der Ideenreichtum von "Eat 'Em And Smile" war jedoch verschwunden. Die – natürlich immer noch technisch über jeden Zweifel erhabenen – Musiker zocken die Songs routiniert aber unsinpiriert runter. Kein Wunder, dass Sowohl Steve Vai als auch Billy Sheehan nach diesem Album eigene Wege gingen ...
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 24, 2014 10:01 AM CET


Reclaim the Beat
Reclaim the Beat
Preis: EUR 11,15

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Messlatte für aggressiven skandinavischen Thrash-Metal, 25. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Reclaim the Beat (Audio CD)
Für mich eine der wenigen Bands, die das Thrash-Genre – oder zumindest dessen Stilelemente – weiterentwickeln konnten und dabei eine Intensität erreichen, wie man sie sonst eigentlich nur von den frühen Slayer kennt. Blast- wechseln sich mit Trash-Beats, es wird eine extrem "atemlose", nach vorne treibende Atmosphäre erzeugt. Bei Müdigkeit ersetzt der Opener "Stripped to the bone" durchaus drei Tassen Kaffee ;-)

Der Gesamtsound der Band ist sehr eigenständig und unmittelbar wiedererkennbar – was kann man als Band mehr erreichen? Die Gitarrenriffs sind ebenfalls sehr prägnant, der Sound insgesamt sehr tight und fett – und klingt auch auf einer "gehobenen" Hifi-Anlage ordentlich und nicht nur im Auto ... Lediglich der Gesang ist nicht zu 100% mein Ding, eher "Death Metal"-typisches Geröchel und im Vergleich zur restlichen Musik vielleicht einen Tick zu extrem. Andererseits singt der Bassist und kein Solo-Sänger und da geht das schon in Ordnung,

Insgesamt sehr schade, dass es die Band nicht mehr gibt. Vermutlich, weil größerer Erfolg ausblieb? Na, für den interessierten Extrem-Metal-Hörer gibt es hier jedenfalls eine echte Perle zu entdecken.


In & Out of Focus
In & Out of Focus
Preis: EUR 11,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungenes Debüt, 25. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: In & Out of Focus (Audio CD)
Ich kannte die Nachfolger "Moving Waves" und "III" vor diesem Album und gegenüber diesen fällt das Debüt ab, bzw. zeigt einfach noch nicht die Reife und Rafinesse der späteren Scheiben. Dennoch finden sich hier schon alle "Focus"-Trademarks und wer sich für (seinerzeit) innovative und eigenständige ("Prog"-)Rock-Musik mit einflüssen von Klassik, Folk und Jazz interessiert, kommt an den ersten drei Focus-Alben nicht vorbei.

Soundmäßig wurde auch hier liebevoll remastered, wenngleich nicht ganz die phantastische Klangqualität von "Moving Waves" und "III" erreicht wird, bei denen das Ausgangsmaterial offensichtlich besser klang.


Spirit of Eden (LP+DVD) [Vinyl LP] [Vinyl LP]
Spirit of Eden (LP+DVD) [Vinyl LP] [Vinyl LP]
Preis: EUR 19,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterwerk, LP und CD auf Augenhöhe, 25. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zur Musik ist hier schon alles gesagt, deshalb nur ein paar Worte zu der LP- im Vergleich zur CD-Fassung:

Ich besitze beides in der aktuellen, remasterten Version und in beiden Fällen wurde dabei ein guter Job erledigt. Die LP ist definitiv eine der am besten klingendsten, die ich kenne – aber auch die CD überzeugt mit einem warmen, "analogen" Klangbild. Da das Album viele extrem leise Passagen hat, bei der man bei der LP doch einiges an typischen Nebengeräuschen zu hören ist, ist dies eines der (wenigen ...) Alben, wo ich beide Medien besitze und die digitale Fassung durchaus gleich gerne höre!


Metallica
Metallica
Preis: EUR 10,49

6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Metallicas Anbiederung an den Mainstream, 30. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Metallica (Audio CD)
Das "Black Album" gilt allgemein als Meilenstein in der Bandgeschichte Metallicas, sogar des Metals allgemein. Diese Bedeutung kann man der Scheibe wohl nicht absprechen. Meiner Meinung nach steht die Scheibe aber auch für den Startpunkt eine sehr zweifelhafte Entwicklung der Band und auch den (zwischenzeitlichen) Tod des 80er-Thrash-Metals, den die "alten" Metallica-Fans bis dahin so liebten:

Mitte bis Ender der 90er war Thrash-Metal, etabliert durch Bands wie Exodus, Slayer, Anthrax, Overkill und eben Metallica "das" heiße Ding in der Welt der harten Rockmusik. Die Gitarristen dieser Bands zierten sogar die Titelblätter von Fach-/Gitarren-Magazinen aus der "Nicht-Metal-Welt".

Oft wurde als Grund für den Anfang der 90er einsetzenden kommerziellen und populären Niedergang des Thrash-Metal die aufkommende "Grunge"-Welle genannt.

Für mein Empfinden war aber das "Black Album" der Tod des Genres. Danach richteten sich alle Thrash-Bands der 80er kommerzieller aus und versuchten, Metallica nachzueifern. Mit der Folge, dass sich diese Bands ihrer Stärken beraubten und unauthentisch wurden. Ironischerweise dauerte es dann fast 20 Jahre, bis die oben genannten Bands sich wieder ihrer musikalischen Wurzeln (und Stärken ') besannen, bzw. aus der Versenkung auftauchten und wieder relevant wurden.

Aber vielleicht genug (oberflächlich ') philosophiert, mal zum musikalischen:

Viele Ansätze der Platte finde ich gut: Der Opener "Enter Sandman" geht ok, wenn das Ziel war, einen mainstream-radiotauglichen Metal-Song zu schreiben. Das daruf folgende "Sad but true" schiebt langsam, aber mächtig und ist für mich das Highlight des Albums. Atmosphärische Songs wie "Wherever I May Roam", Halb-Balladen, bzw. Balladen wie "The Unforgiven" und "Nothing Else Matters" zeigen eine konsequente, nachvollziehbare Weiterentwicklung von Elementen, die es auch schon auf früheren Alben der Band gab. Während Metallica in diesen Songs aber zumindest ihre langsamen und ruhigeren Trademarks weiterentwickelt haben, haben sie kein bisschen der bisher vorhandenen Aggressivität und "Leck' mIch"-Attitüde der Vorgängeralben in Form von schnelleren, energischeren Songs hinübergerettet.

Die restlichen Songs (Holier than Thou, Through the Never, Of Wolf and Man, The God that Failed, My Friend of Misery , The Struggle Within) sind unentschlossene, belanglose Midtempo-Langweiler, alle nach einem ähnlichen Konzept zusammengestrickt.

Ich denke dennoch, dass Metallica eine ordentliche Scheibe abgeliefert hätten, wenn sie denn nicht Bob Rock als Produzenten verpflichtet hätten ... Insbesondere sein Einfluss auf Hetfields Art zu singen, jeden Refrain mit "Harmonielinien" zu unterlegen und jede Lücke mit einem "yeaaaaah" oder "ye-yeeeeeah" zu füllen, raubt dem Gesang jede Glaubwürdigkeit. (Mein Tipp: Mal in die Band "Beatallica" (Beatles + Metallica!) reinhören, deren Sänger/"Hetfield-Clon" diesen Gesangsstil total überzeichnet/parodiert ' bis man dann mal wieder das "Black Album" hört und realisiert, dass Hetfield selbst da schon wie die eigene Parodie singt.

Wie dem auch sei: Wer nicht (wie unsereins) mit den ersten Metallica groß geworden ist, und mit dem "Black Album" in das Thema einsteigt, mag es als das große Ding von Metallica empfinden und vermutlich auch die unsäglichen Nachfolgealben "Load" und "Reload" mögen.

Wer sich Metallica chronologisch annähert und die ersten vier Alben mag, wird vermutlich erst wieder mit das (gute) "Death Magnetic" als würdigen Nachfolger der Reihe "Ride The Lightning/Master Of Puppets/'And Justice For All" empfinden.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 17, 2013 12:07 PM CET


Brothers in Arms
Brothers in Arms
Preis: EUR 6,99

12 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schwächelndes Spätwerk, 17. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Brothers in Arms (Audio CD)
"Brothers in Arms" ist meiner Meinung nach eines der am meisten überschätzten Alben, sowohl musikalisch als auch klanglich. Ich will diese manchem gewagt erscheinende These gerne begründen ;-)

Musikalisch:

Ich muss etwas ausholen: Als die Dire Straits Ende der 70er ihr Debut veröffentlichten, bestand die Band aus Endzwanzigern, die jahrelang unentdeckt und entgegen der in den 70ern angesagten Musik-Trends ihren ganz eigenen Stil entwickeln konnten. Geprägt natürlich durch Mark Knopflers höchst eigenständiges, geniales Gitarrenspiel und seine unverkennbare 'Singstimme'.

Das Dilemma der Dire Straits besteht für mich darin, schon mit dem Debut das absolut perfekte Album einer bereits 'fertigen' und gereiften Band abgeliefert zu haben. Das Niveau konnte der Nachfolger "Communiqué" nicht ganz halten und mit "Making Movies" versuchte Knopfler dann durch Hinzunahme eines Keyboarders den Stil der Band weiterzuentwickeln. Die damit eingeleitete Entwicklung gipfelt in "Brothers In Arms", das abgesehen von Knopflers Gesang kaum noch wiedererkennbare Trademarks der ersten, stilbildenden Alben enthält.

Am ehesten an die "alten" gitarrenlastigen und von einer relaxten Grundstimmung getragenen Dire Straits erinnert hier noch noch der Opener "So Far Away". "Money For Nothing" geht als platte, aber immerhin eingängige Stadion-Rock-Nummer durch. Das Saxophon-Gedudel in "Your Latest Trick" mag man als dem Zeitgeist geschuldet verzeihen, in der albernen Gute-Laune-Uptempo-Nummer "Walk Of Life" verwurstet Knopfler erstmals seine 50s-Roots ' es sei ihm gestattet. Die restlichen Songs verschwimmen jedoch in Beliebigkeit.

Einsames Highlight des Albums: Das musikalisch und textlich sehr atmosphärische "Brothers In Arms". Wenn auch hier mit dem Abstrich "Sound", dazu gleich mehr ...

Klanglich:

Gehen einige der Tracks vom Songwriting her - gemessen am hohen Niveau der älteren Dire-Straits-Alben - zumindest noch als "ganz ordentlich" durch, verleiden mir spätestens Instrumentierung und Sound der Aufnahme den Spaß weitestgehend.

Ich habe den Hype um die Scheibe (" ... brilliante Produktion", " ... erstmalig wird das Potential der CD ausgereizt") damals in Echtzeit miterlebt und konnte es seinerzeit auch teilweise nachvollziehen. Aus heutiger Sicht empfinde ich sowohl die keyboardlastige Instrumentierung als auch den Sound als extrem zeitgeistig: Wenn ich Drums mit Hall und Kompression so aufblase, dass sie wie ein Drumcomputer klingen - dann kann ich auch gleich einen Drumcomputer nehmen. Klar: Digitale Hallprozessoren waren damals en vogue und wenn man die nagelneuen Geräte zum Preis von Mittelklasse-Autos im Studio hat, dann benutzt man sie eben auch ... Das verleidet mir dann letztlich sogar einen an sich schönen Song wie '"Brothers In Arms"', wenn die Rimshots der Snare eine Hallfahne bis übermorgen hinter sich her ziehen. Genauso die Keyboardsounds: Damals "'state of the art'", aus heutiger Sicht klingt das einfach alles nach Plastik. Der letzte Begriff passt eigentlich auf die ganze Produktion: Plastik. Ich weiß nicht, wie man so etwas für "audiophil" halten kann. Nur weil die Drum-Overheads viel höhenlastiger klingeln, als es ein Schlagzeug in natura je könnte?

Damit steht "Brothers In Arms" im krassen Gegensatz zu vielen Rock-Produktionen aus den 70ern, wo Drums eben so aufgenommen wurden, wie Drums klingen, Gitarren nach Gitarren klingen dürfen usw. Das sind dann wahrhaft zeitlose Aufnahmen, die auch 30, 40 Jahre später noch Spaß machen. Ein Beispiel dafür ist eben auch das Debut "Dire Straits" von 1978.

"Brothers In Arms" dagegen ist pure 80s. Wer's mag, ok, mir klingt das viel zu cheesy und selbst für damalige Verhältnisse und im Vergleich zu anderen "80s-Sünden" komplett überproduziert.

Fazit:

Mark Knopflers Entscheidung, das Kapitel Dire Straits nach "Brothers In Arms" ad acta zu legen (vom schwachen Rückfall "On Every Street" von 1991 mal abgesehen), war nur konsequent. Komplett im 80s-Mainstream angekommen und kommerziell nicht mehr zu toppen, befand sich die Band musikalisch in einer Sackgasse.

Der Stil der Band war 1978 schon komplett ausgereift, da die Band erst im fortgeschrittenen Alter 'entdeckt' wurde (schade, das es keine Vorgänger-Alben zum Debut gibt!). Nach diesem Meilenstein konnte es aus kreativer Sicht eigentlich nur bergab gehen. Die beiden Nachfolgealben sind ordentlich, "Love Over Gold" hat durch das epische "Telegraph Road" auch noch was. "Brothers In Arms" ist aber aus meiner Sicht die kreative Bankrotterklärung. Die Band hatte ihren Zenith lange, lange überschritten und Knopfler hatte das meiner Meinung nach auch erkannt - und mit einer für damalige Verhältnisse (siehe oben ...) beeindruckenden Produktion zu kaschieren versucht.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 4, 2013 12:29 PM MEST


Supertramp
Supertramp
Preis: EUR 6,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolles Frühwerk!, 14. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Supertramp (Audio CD)
Wer Supertramp ausschließlich (und eher negativ) mit tausendfach im Radio gedudelten Nummern wie "Breakfast in America", "Dreamer" und "The Logical Song" verbindet, dürfte sich wundern, dass dieses Supertramp-Debüt von 1970 eine wirklich gelungene Genre-Scheibe des damals in Großbritannien frisch aufkommenden Prod-Rocks ist!

Freunde der frühen Prog-Alben von Pink Floyd, Jethro Tull oder Genesis können hier bedenkenlos zugreifen. Näher an klassichen Songstrukturen orientiert als die zu der Zeit erschienenen Alben der eben genannten Bands, lässt die Scheibe schon viele Trademarks der späteren Supertramp erkennen: Eingängige Melodien, hier aber noch in einem absolut "schmalzfreien" Kontext.

Als überraschend gut empfinde ich übrigens den Sound der remasterten CD! Da wurde behutsam der warme, differenzierte Sound der Vinyl-LP getroffen, ohne den Höhen-/Präsenz-Bereich zu überzüchten, wie bei so vielen anderen digitalen Aufbereitungen.

Ich finde es geradezu erstaunlich, dass das Debut(!) einer Band im Jahre 1970 so gut klingt. Man vergleiche das mal mit den leblosen, plastikartigen, totkomprimierten, dünnen heutigen Produktionen ...
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 18, 2011 1:11 PM CET


Moving Waves
Moving Waves
Preis: EUR 11,99

16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wahre Prog-Rock-Perle!, 14. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Moving Waves (Audio CD)
Focus sind breiten Kreisen heute leider nicht (mehr) so bekannt, wie sie es verdient hätten. Wer sich der Rockmusik der frühen 70er auseinandersetzt und die Werke von Bands wie Pink Floyd, Genesis, Jethro Tull, ELP usw. mag, sollte sich unbedingt auch mit Focus aus den Niederlanden beschäftigen! Ein guter Einstieg dazu ist sicher das Album "Moving Waves", weil der Opener "Hocus Pocus" doch dem ein oder anderen schon bekannt sein dürfte und das Album die stilistische Bandbreite von Focus recht gut abbildet.

"Hocus Pocus" ist ein fulminantes Rock-Instrumental mit einem Jahrhundert-Gitarrenriff von Jan Akkerman und originellen "Jodel"- und Querflöten-Einlagen von Keyboarder Thijs van Leer. Die Band schäumt geradezu über vor Originalität und Spielfreude, alle Positionen sind mit herausragenden Musikern besetzt. Besonders beeindruckend ist die Solo-Arbeit von Gitarrist Jan Akkerman, der hier etliche E-Gitarren-Techniken der späten 70er und 80er vorweg nimmt. Es geht die Geschichte um, dass die Créme de la Créme der britischen Gitarristen der späten 60er/frühen 70er wie Page, Blackmore und Clapton zu Focus-Konzerten nach Holland gereist sind, um sich mit offenen Mündern anzuschauen, was Jan Akkerman da an der Gitarre abfeiert ...

Das das brillante "Hocus Pocus" ist erstaunlicherweise der einzige schnelle Rocktitel auf dem Album: Focus reizen hier anders als andere Bands etwas, was sie herausragend beherrschen nicht aus, sondern widmen sich dem Thema "Hardrock" praktisch nur im Vorbeigehen, um danach weitaus ruhigere, teils angejazzte oder klassisch inspirierte Instrumentalstücke zu entwickeln. "Clochard" ist ein ruhiges, von der Gitarrenarbeit Akkermans geprägtes Stück, "Janis" wiederum wird getragen von einem sehr schönen Flöten-Thema (um die Flöte kam Anfang der 70er offenbar keine Prog-Band vorbei ...), das puren 70s-Flair verbreitet. "Moving Waves" bietet zur Abwechslung mal etwas Gesang, "Focus II" und "Eruption" wiederum sind sehr abwechslungsreiche, teils ruhige, teils virtuose Instrumentals.

Die stilistische Vielfalt und Musikalität von Focus ist wirklich bestechend. Der große kommerzielle Erfolg blieb ihnen vermutlich auch deshalb verwehrt, weil sie sich eben nicht festlegen wollten. Eine reine Hardrock-Platte im Stile von "Hocus Pocus" dürfte mindestens so eingeschlagen haben wie vergleichbare Genre-Scheiben von Deep Purple oder Led Zeppelin. Allein: Focus waren halt einfach viel mehr als "nur" Hardrock oder nur "Prog", absolute Vollblutmusiker, die sich nicht eingrenzen lassen wollten.

Zum Sound: Ich kenne die Original-LP von 1971 aus der Sammlung meines Vaters und habe vor kurzem die remasterte CD erworben ' diese ist nunmehr eine der absolut bestklingenden Genre-Scheiben in meinem Repertoire! Da saßen schon 1971 richtig gute Ohren hinter der Konsole und auch beim neuzeitlichen Remastering wurde ein toller Job. Der druckvolle, warme, dennoch transparente und räumliche Sound der ' für 1971 wirklich Maßstäbe setzenden ' Produktion wird bestens transportiert. Während andere Produktionen aus der Zeit aufgrund der verwendeten, damals als modern empfundenen Sounds aus heutiger Sicht etwas "cheesy" klingen (Dark Side Of The Moon oder The Lamb Lies Down On Broadway nicht ausgeschlossen ...) empfinde ich den Sound von "Moving Waves" vergleichsweise zeitlos und "geschmackssicher".

Fazit: Pflichtkauf für Freunde des (im weitesten Sinne) Prog-/Hardrock der frühen 70er und/oder Gitarrenfreaks, die Jan Akkerman noch nicht kennen! Focus stehen ihren britischen Kollegen jedenfalls in nichts nach und dürften manchen unvoreingenommenen Neu-Entdecker in ziemliches Erstaunen versetzen.


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