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Rolf Jung

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Besser leben mit dem Tod: oder Wie ich lernte, Abschied zu nehmen
Besser leben mit dem Tod: oder Wie ich lernte, Abschied zu nehmen
von Susanne Jung
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Tod als Begleiter im Leben, 9. April 2013
Susanne Jung beschreibt ihren Weg, wie sie „lernte, Abschied zu nehmen“ bis hin zu der Erkenntnis „Besser leben mit dem Tod“ – als ergänzendem Teil unserer Existenz –, und schließlich zu ihrem Beruf als Bestatterin, die nicht nur alles regelt, was bei einem Sterbefall erledigt werden muß.

Ich habe das Buch non-stop gelesen, nach anfänglichem Herausgreifen mich persönlich betreffend erscheinender Beiträge darin, und endlich von Anfang an in chronologischem Aufgreifen der Beiträge.

Die Verfasserin findet den Weg, beginnend mit der eigenen biographischen und langwierigen Suche nach Zugang, mit dem Erlebnis des Todes zurechtzukommen, die Befähigung zu einer Bestatterin, Sterbenden und Angehörigen beizustehen bei deren Erleben von Tod.

Erst nach eigener Erfahrung und Reifung kann sie selbst auf den Tod zugehen und leben lernen. Als verwundete Heilerin versteht sie Empathie, und das ist es, was sie für ihre Aufgabe als Bestatterin erachtet. Sie ist da für das letzte Geleit.

Wer Angst vorm Tod hat (nicht gleichbedeutend mit Sterben), kann nicht gut leben; also muß man hin und wieder Abschied nehmen, indem man einen Schritt zurücktritt und betrachtet, wo und wie man lebt. Versuche, auch während des vollen Lebens das Phänomen anzunehmen zur eigenen Reifung.

Ich selber habe am Totenbett meiner Mutter ihr Ende als beglückend erleben können, wie friedlich ein Mensch gehen kann, und habe auch am Pflegebett meiner Frau zuhause erlebt, wie man vor dem Leben keine Angst mehr zu haben braucht. Ich finde in dem Buch all die Erlebnisse wieder, die ich bei der Sterbebegleitung meiner Frau erfahren habe.

Das Buch ist eine Sammlung selbsterworbener Weisheit; eine Suche, Unbegreifbarkeit erlebbar zu machen, zu verstehen, was unverstehbar ist, Einverständnis zu finden mit dem Tod des Angehörigen und des eigenen.

Die Sprache des Buches ist aus dem Gemüt entstanden.

Das heutige Verdrängen von Tod aus unserer Lebenssicht verweigert ihm seinen gebührenden und uns gesundenden Platz. Wollen wir ihm den zugestehen zu unserem inneren Frieden.


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