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Rezensionen verfasst von
Kaleb McCormack

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Kliniken und Nebenwirkungen: Überleben in Deutschlands Krankenhäusern
Kliniken und Nebenwirkungen: Überleben in Deutschlands Krankenhäusern
von Paul Brandenburg
  Broschiert
Preis: EUR 13,99

1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nichts für schwache Nerven, 21. September 2013
Daß in unserem Gesundheitssystem vieles im Argen liegt, ahnt man auch als klinikfremder Bürger seit langem. Details und Ausmaße, wie sie hier in ironischer Manier beschrieben werden, erschrecken dennoch. Da möchte man lieber nicht krank werden. Sollte es sich jedoch nicht umgehen lassen, hat man lieber zuvor besagtes Buch gelesen. Vor allem auch Berufsanwärtern und Entscheidungsträgern ist dessen Lektüre stark zu empfehlen – wie auch die der pikierten Kommentare sich ertappt fühlender Mediziner. Letztere sprechen Bände.


I Sleep in Hitler's Room: An American Jew Visits Germany
I Sleep in Hitler's Room: An American Jew Visits Germany
von Nicholas Frankovich
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,04

12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Tenenbom Shmenenbom, 3. Januar 2013
One might as well simply ignore this book… – and already the reviewer should look to himself, since he is just typing a comment. How quickly is one trapped in that dimension in which there are only wrong answers. Tuvia Tenenbom knows this phenomenon very well. And he also knows: By putting the question right and by putting it to the right person, you can prove almost any sociological assumption (vulgo: prejudice). You just must not hesitate to generalize your findings until they fit.
The book's author wishes to prove how antisemitic Germans still are (especially today). Effortlessly he finds his witnesses among Neonazis, Christian fundamentalists, Muslim immigrants and other fringe characters – whilst ignoring the vast majority of German society almost entirely except for anecdotes about fear of draughts and obsessive waste separation. Try hard enough and you can read a Nazi tenor into anything. That's because the author also knows: The German is obsessed with the Jew. One only needs to ask him what he thinks about Jews and he will answer. And whatever he says will be antisemitic – not only antisemitic answers. Somehow also philosemitism is. Same goes for any position on the Arab-Israeli conflict, as well as for general disinterest or wilful ignorance. Also assumed ingratiation (such as traveling to Israel or speaking some words of Hebrew) is understood as closeted antisemitism.
Sure enough one could write this same book about any European country; find the same 'evidence' anywhere. But one would hardly find such grateful recipients anywhere but in Germany. Certain German media rejoice that finally somebody "holds a mirror up to us". Indeed: Finally. It was high time. Suppose it would be antisemitic if we held it ourselves like over the last 70 years. Oddly those jubilant media are the same the book's author would probably rank as anti-Zionist and hence antisemitic.
Would such a book about any other country even be noticed? The French –at best– would proclaim that their own crazy dictator who once tried to conquer Europe really was a great statesman; that Vichy was only a mineral water; and that nobody remembers the Dreyfus affair anyways; henceforth they'd point out that La France is so much more interesting in so many other ways that nobody needs to worry about such old stories. End of story. Not a good audience. Nor would be the Americans, who think of themselves as great heroes for eventually having stopped slaying Indians, holding slaves and reserving bus seats for Caucasians.
But we Germans are so glad about any biased, any subjective judgement of our nation, anybody who tells us we will never change. Don't get distracted by 20,000 Israelis living in Berlin, by hearing Hebrew spoken on our streets more frequently than French, by Germany having the fastest growing Jewish communities in Europe. Never mind the big hanukah menorah set up in front of Brandenburg Gate every year, never mind the street named after Yitzhak Rabin that goes right by the Reichstag, never mind 'Café Berlin' in Tel Aviv – because Mr. Tenenbom drew some antisemitic slander out of some featherbrained right-wing hinterland bumpkin.
Please ignore this book!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 8, 2013 7:08 PM CET


Allein unter Deutschen: Eine Entdeckungsreise (suhrkamp taschenbuch)
Allein unter Deutschen: Eine Entdeckungsreise (suhrkamp taschenbuch)
von Tuvia Tenenbom
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,99

155 von 214 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Tenenbom, Shmenenbom., 18. Dezember 2012
Man könnte dieses Buch auch einfach ignorieren... und schon muß sich der Rezensent an die eigenen Nase fassen – tippt er doch gerade einen Kommentar dazu. Wie schnell ist man gefangen in jener Dimension, in der es irgendwie nur falsche Antworten gibt. Tuvia Tenenbaum kennt dieses Phänomen. Und er weiß: Wenn man nur richtig und vor allem die Richtigen fragt und nicht davor zurückscheut, die Ergebnisse ordentlich zu verallgemeinern, läßt sich jede soziologische These (vulgo: jedes Vorurteil) beweisen.
Der Buchautor möchte gerne zeigen, wie antisemitisch die Deutschen immer noch (und gerade heute) sind und findet seine Zeugen spielerisch leicht unter Neonazis, fundamentalistischen Christen, radikalmuslimischen Einwanderern und anderen Randgestalten der Gesellschaft – die breite Mehrheit, die Mitte der Gesellschaft klammert er lieber aus und streut nur ein paar Anekdoten über Angst vor Zugluft und wahnhafte Mülltrennung ein. Notfalls kann man ja aus allem eine nazistische Grundhaltung deuten. Denn der Autor weiß auch: Der Deutsche ist besessen vom Juden. Man muß ihn nur fragen, was er von Juden halte, schon fängt er an, davon zu sprechen. Dabei sind nicht nur antisemitische Ansichten antisemitisch. Auch Philosemitismus ist irgendwie antisemitisch. Gleiches gilt für jedwede Position zum Nahostkonflikt, sowie für grundsätzliches Desinteresse oder Ignoranz. Auch Anbiederung (etwa durch Urlaubsreisen nach Israel oder das Beherrschen einiger Brocken Hebräisch) kann nur als höchst fragwürdig eingestuft werden.
Nun könnte man dieses Buch über jedes europäische Land schreiben; könnte überall ähnliche 'Beweise' finden. Aber man fände keine so dankbaren Rezipienten. Bestimmte deutsche Medien überschlagen sich vor Freude, daß "wir endlich mal den Spiegel vorgehalten bekommen". Ja endlich. Wurde aber auch Zeit. Komischerweise sind es gerade jene Blätter, die sich nur zu gern in dem ergehen, was der Buchautor wohl als Antizionismus einstufen würde.
Nähme man ein solches Buch über ein beliebiges anderes Land überhaupt wahr? In Frankreich würde man allenfalls erklären, der eigene verrückte Diktator mit Welteroberungsplänen sei ein großer Staatsmann gewesen, Vichy sei ein Mineralwasser und an die Dreyfus-Affäre könne sich niemand erinnern; im Übrigen sei doch die Grand Nation auf so viel Art viel interessanter, als gerade in diesen Belangen. Die Amerikaner halten sich gar für besondere Helden, da sie irgendwann von selbst mit der Sklavenhaltung, der Rassentrennung und den Indianermorden aufgehört haben. Auch kein dankbares Publikum.
Doch wir Deutsche freuen uns über jede noch so subjektive, noch so tendenziöse und vorurteilsbelastete Beurteilung unserer Nation. Daß allein in Berlin fast 20.000 Israelis leben, daß man öfter Hebräisch auf der Straße hört als Französisch, daß vor dem Brandenburger Tor gerade ein großer Chanukkah-Leuchter steht, daß es direkt vor dem Reichstag die Yitzhak-Rabin-Str. gibt und in Tel Aviv das Café Berlin und daß der Rezensent gerade Hummus im Supermarkt gekauft hat, wird völlig irrelevant, wenn ein amerikanischer Herr Tenenbom in irgendeiner deutschen Kleinstadt irgendeinem verwirrten Rechtsextremisten ein paar dümmliche Äußerungen entlocken konnte.
Bitte! Ignorieren Sie dieses Buch oder verstehen sie es als Satire auf sich selbst!
Kommentar Kommentare (39) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 6, 2014 7:14 PM MEST


Bildung - Alles, was man wissen muß
Bildung - Alles, was man wissen muß
von Dietrich Schwanitz
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Perfide Falle., 15. September 2012
Herr Schwanitz richtet sich mit seinem Buch an ein bestimmtes Publikum, das sich seiner Bildungslücken bewußt ist und nun auf möglichst effizientem Wege gegen die vorgehen möchte. Eher die Ausnahme dürfte der Leser sein, der bereits umfangreiche Kenntnisse hat und diese mit vorliegenden Darstellungen vergleichen kann. Alle anderen tappen in die Falle: Hier werden Meinungen als Fakten verkauft – ohne daß man's merkt (zumindest, wenn man zu Schwanitz' avisierter Leserschar gehört).

Die Meinungen des Autors sind recht klar: Besonders England, Amerika und Frankreich sind toll. Und da, wo sie mal nicht so toll waren, war das ein Ausrutscher und sie sind trotzdem toll. Deutschlands Geschichte hingegen ist laut Schwanitz "verfehlt", eine einzige "Tragödie", eine "Unglücksgeschichte". Deutschland sei ein Komposthaufen. Preußen der Maulwurfshügel in dessen Mitte. Friedrich der Große sei eine "Enttäuschung für die ganze Welt" gewesen. Bismarck habe uns "in die Sch***e" geführt. Der Autor ist um Kraftausdrücke nicht verlegen, wenn es darum geht, dem Leser einzutrichtern, daß er sich für so viel mehr schämen kann, als nur für die Nazizeit. Was in der deutschen Geschichte hingegen gut war, gilt es zu relativieren oder zu verschweigen.

Das bezieht sich auch auf die Kultur. Die deutsche Sprache sei der englischen und französischen Unterlegen behauptet Schwanitz. Es gäbe keine große deutsche Kultur, weil das Land so lange zersplittert gewesen sein und nicht ein Zentrum wie Paris oder London gehabt habe. Daher gäbe es keine Bürger von Kultur und Bildung. Doch es hatte viele Zentren (wie Italien)! Und jedes dieser hatte ein Theater und eine Universität – anders als im zentralistischen Frankreich. Gerade dies bescherte Deutschland eine vielschichtige Kulturlandschaft, die Schwanitz zu ignorieren bemüht ist. Lieber versucht er zu erklären, daß nur in einem Zentralstaat wortgewandte Bürger leben können. Und auch da erkennt sich der erwünschte Rezipient wohl wieder und denkt: Ganz schön schlau, dieser Herr Schwanitz.

Durch die Kunstgeschichte hetzt der Autor in einem skurrilen Schreibstil, der den Leser wohl einen imaginären Museumsbesuch erleben lassen soll. Die Schwerpunkte werden gesetzt, wie sie zu den historischen Ausführungen passen. Und irgendwann geht dem Autor die Puste aus und er beschreibt die jüngeren Kunstepochen zunehmend lustlos und driftet schließlich vollends in ein substanzloses Geplänkel ab.

Umso minuziöser beginnen die Ausführungen zur Musik: Zunächst werden Tonleitern, Harmonien und deren Wirkung so wissenschaftlich aufgedröselt, als wolle Schwanitz das Fehlen aller Ausführungen zu den Naturwissenschaften ausgleichen. Doch dann versteigt sich Autor in gewagte Aussagen, die die "Techno-Musik" in eine gerade Traditionslinie mit der Klassik setzen. Damit ist er dann wieder ganz bei seiner Zielgruppe.


Lampe mit Dimmer, schwenkbar 25 Watt G9 Halogen Steckerleuchte Steckdose 37cm ArtNr. 37291
Lampe mit Dimmer, schwenkbar 25 Watt G9 Halogen Steckerleuchte Steckdose 37cm ArtNr. 37291
Wird angeboten von *Kortenbrede*info
Preis: EUR 18,50

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, 3. Februar 2012
Gutes Produkt. Gute Verarbeitung. Sitzt fest in der Steckdose und sieht edel aus. Stufenlose Dimmfunktion funktioniert einwandfrei. Leider Schirm der Schirm die Lampe nicht wirklich ab: Wenn man sie als Arbeitsleuchte einsetzt und auf volle Lichtleistung dreht, leuchtet sie auch durch den Opalglasschirm so hell durch, daß man geblendet wird. der kleine Arm zum Verschwenken ist zwar eine gute Idee, leider wird er aber so heiß, daß er seiner Funktion nicht mehr nachkommen kann.
Für €14 sind allerdings beide Makel verschmerzbar ' ähnliche Produkte können ein Vielfaches kosten.


Wusitta Lebensmittelfarbe rot - 1 x 1000 ml
Wusitta Lebensmittelfarbe rot - 1 x 1000 ml

1.0 von 5 Sternen Rot?, 5. November 2011
Daß sich der verwendete Farbstoff seit vergangenem Jahr geändert hat, wurde leider nicht deutlich gemacht. Früher wurde Cochenillerot für "Wusitta rot" verwendet: Die Farbe war satt und kräftig - und rot! Nun wird stattdessen irgendein Karottenextrakt benutzt, daß ein blasses Violett erzeugt (kein Rot!). Auch die Ergiebigkeit des Färbemittels hat durch die Änderung der Rezeptur stark nachgelassen.


Wusitta Lebensmittelfarbe rot - 1 x 250 ml
Wusitta Lebensmittelfarbe rot - 1 x 250 ml

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Rot?, 5. November 2011
Daß sich der verwendete Farbstoff seit vergangenem Jahr geändert hat, wird leider nicht deutlich gemacht. Früher wurde Cochenillerot für "Wusitta rot" verwendet: Die Farbe war satt und kräftig - und rot! Nun wird stattdessen irgendein Karottenextrakt benutzt, daß ein blasses Violett erzeugt (kein Rot!). Auch die Ergiebigkeit des Färbemittels hat durch die Änderung der Rezeptur stark nachgelassen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 23, 2013 12:30 PM MEST


Die Lichtung
Die Lichtung
von Jean Hegland
  Gebundene Ausgabe

11 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Romantisiertes Neolithikum., 16. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Lichtung (Gebundene Ausgabe)
Zwei junge Amerikanerinnen und ein Säugling leben im Wald. Sie leben in einer Baumhöhle, umringt von Wildschweinen und Bären. Vor knapp zwei Jahren war die eine Harvard-Anwärterin und die andere stand kurz davor, Primaballerina zu werden. Jetzt sind sie Kräuterhexen und ernähren sich von Eicheln und Feldampfer.

Warum nun leben die beiden im Wald? - Sie haben freiwillig ihr eigenes Haus niedergebrannt.

Warum haben sie ihr Haus in Brand gesteckt? - Sie hielten es für eine gute Idee.

Und warum das? - Nun, zum einen hatte das Haus Löcher im Dach. Und außerdem fanden sie eines Morgens fremde Fußspuren in der Nähe.

Und darum brennen die beiden ihr eigenes Haus ab? - Ja, denn die eine Schwester war ein knappes Jahr zuvor vergewaltigt worden. Nun war sie sicher, daß diese frischen Fußspuren nur von eben jenem Mann stammen konnten, der ganz offensichtlich nach einem Jahr zurückgekommen war.

Warum war sie da so sicher? - Weibliche Intuition vielleicht, oder weibliche Paranoia. Dazu könnte beigetragen haben, daß die beiden seit einem Jahr keinen anderen Menschen gesehen haben.

Wie kann das denn sein? - Die beiden Mädels haben ihr Haus so lange nicht verlassen, weil sie gerade erst genialisch in kürzester Zeit die Landwirtschaft erlernt hatten und nun Pfirsiche einwecken und Tomaten trocknen mußten.

Das nahm ihre gesamte Zeit in Anspruch? - Ja. Weil sie vorher über ganzes Jahr langsam ihre Speisekammer leer gefuttert hatten.

Sie lebten aus der Vorratskammer? - Ja, denn ein Jahr zuvor war die Zivilisation untergegangen...

Moment, was? Die Zivilisation war untergegangen? - Ja, aber das ist nicht so wichtig. Wie es dazu gekommen war, wußten sie nicht. War auch nciht so spannend. Sie hatten sich auch vorher nicht für Nachrichten ineteressiert. Politik ist eh langweilig. Daß gleich die Welt untergeht, konnte ja keiner ahnen... Egal... jedenfalls sind die beiden losgefahren und haben die letzten erhältlichen Lebensmittel in ihr Haus geschafft, als die Stadt bereits in gewalttätiges Chaos verfallen war. Dann haben sie langsam alles aufgegessen und haben gewartet, daß draußen die Dinge wieder in Ordnung kommen. Sie haben sich die Zeit mit lesen, baden und tanzen vertrieben. Dann war die Speisekammer leer und die Zivilisation war noch immer untergegangen.

Und was haben sie dann gemacht? - Sie haben die Reste rationiert. Und sie haben es abgelehnt mit einer Gruppe junger Menschen zusammen einen Ort zu finden, an dem die Infrastruktur noch funktioniert. Sie wollten lieber kein Risiko eingehen. Man weiß ja nie.

Lieber blieben sie also allein in einem Haus ohne Lebensmittel? - Ja. Das war auch so eine Intuition...

Warum so viele absurd dumme Entscheidungen? - Weil die beiden Mädchen in diesem Haus mitten im Wald aufgewachsen sind. Weil sie hier von ihrem Spät-Hippie-Vater und ihrer töpfernden und webenden Mutter mit antiautoritärem Heimunterricht und im anthroposophischen Geist aufgezogen wurden. Nie haben sie eine Schule gesehen oder andere Kinder kennengelernt. Dennoch müssen die beiden Mädchen wohl Genies sein. Die eine besteht den Eignungstest für Harvard, die andere bringt sich selbst den Ballettanz bei. Doch kaum gehen Strom und Telephon aus, dauert es nur knapp zwei Jahre, bis die beiden Jahrtausende der Menschheitsgeschichte (Sesshaftigkeit, Ackerbau, Viehzucht) rückgängig machen und das für eine gute Idee halten, weil Indianer schließlich auch Jäger und Sammler waren. Sie geben bewußt und freiwillig die gerade erlernte Landwirtschaft wieder auf, das Handwerk, ein Haus mit Brunnen, Ofen, Webstuhl und unzähligen Büchern. Sie brennen es nieder, um zusammen mit Wildschweinen in einem hohlen Baum zu wohnen und dort ein Baby aufzuziehen, dessen Name übersetzt "Wurzel" bedeutet.

Was will uns die Autorin damit sagen?

Wenn überhaupt etwas, ist dieser Roman eine eindringliche Warnung vor anthroposophischer Erziehung - nicht nur der Protagonistinnen. Das gilt wohl vor allem für die Autorin!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 29, 2014 2:39 AM MEST


Kaisertag
Kaisertag
von Oliver Henkel
  Taschenbuch

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mal was anderes..., 9. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Kaisertag (Taschenbuch)
Als Alternate-History-Roman hebt sich "Kaisertag" angenehm von den fast schon zwanghaften ständigen Rotationen um NS-Themen ab. Es gelingt Henkel gut, ein glaubwürdiges Bild von diesem fiktiven Deutschland und dessen Mentalität zu zeichnen, in dem die Monarchie nie untergegangen ist und die Weltkriege nie stattgefunden haben. Ein paar unschöne Ausreißer von seiner fast beiläufigen Art, diese kontrafaktische Realität zu beschreiben, unterlaufen dem Autor jedoch: Einige Szenen wirken arg konstruiert und unterbrechen den Erzählfluß erheblich. So amüsant die Idee ist, Personen unserer Realität in die seine zu versetzen und diesen dort andere Rollen zuzusprechen - der Autor hätte sich nach dem Prinzip "weniger ist mehr" etwas zurückhalten können. Es wäre dem Lesefluß und der Glaubwürdigkeit der Geschichte zuträglich. Der Spannungsbogen ist jedoch gekonnt konstruiert und durchaus nicht vorhersehbar. Der unvermeidliche Showdown ordnet sich in seiner Klischeehaftigkeit in die Genrekonvention ein. Man kann es dem Autor nachsehen: Auch bekannteren Kollegen gelingt in aller Regel keine innovativere Auflösung des jeweilgen Hauptkonfliktes, als durch eine Verfolgungsjagd mit Schießerei.

Allgemein überwiegen m.E. jedoch die Stärken der Geschichte. Der Plot ist zwar nicht in Gänze durchdacht - einige Nebenfrage bleiben ungelöst, einige Handlungselemente wirken unausgegoren. Dennoch fesselt die Gesamthandlung und die Charakteren nehmen den Leser für sich ein, wiewohl sie wie in Thrillern üblich eher stereotyp sind - man liest ein solches Buch ja auch nicht wegen des enormen Facettenreichtums der Protagonisten. Vergleicht man Henkels Buch etwa mit Werken des bekannteren und etablierteren Christian von Ditfurth, überzeugt Henkel vom Schriftstellerischen deutlich mehr. Seine Schreibe ist viel angenehmer und eleganter - von besagten inhaltlich holperigen Stellen abgesehen.


Der 21. Juli
Der 21. Juli
von Christian von Ditfurth
  Taschenbuch

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gibt sich Mühe..., 1. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Der 21. Juli (Taschenbuch)
Es ist fast rührend, wie Ditfurth sich müht, Romanschriftsteller zu sein. Hat er einmal eine gelungene Formulierung gefunden, läßt er mindestens zwei Kapitel Abstand, bevor er sie erneut verwendet. Auch seinen Protagonistenprototyp hat er hier mit ein paar neuen doch gängigen Klischees des tragischen Helden ausgestattet, um ihn ja nicht wie einen Klon seiner früheren (und späteren) Hauptfiguren erscheinen zu lassen. Versuche, Zeitgeist und Lokalkolorit einzufangen unterläßt Ditfurth in vorliegendem Buch dankenswerterweise.

Ein wenig Tadel sei jedoch gestattet: Die politische Couleur des Herrn von Ditfurth scheint auch hier wieder allzu deutliche durch die Zeilen. Zwar müht er sich, die realexistierende Sowjetunion nicht zu verherrlichen, jedoch sind sämtliche Sympathieträger seiner Geschichte Kommunisten. Und nicht genug damit. So faszinierend die Romanidee, Stauffenbergs Attentat auf Hitler gelingen zu lassen, auch sein mag - wie Dirfurth die Geschichte weiterspinnt kann man problemlos erraten, wenn man andere seiner "Alternate History"-Romane kennt. Daß sich die Situation in Deutschland durch einen Putsch von konservativ-bürgerlicher Seite (Stauffenberg, Goerdeler) zum Besseren gewendet haben könnte, paßt weder in Ditfurths Geschichtsbild, noch in den Spannungsbogen seines Buches. Und so wird hier Werner Heisenberg der Vater einer deutschen Atombombe, Carl Friedrich Goerdeler zu einer politischen Marionette der im Hintergrund noch immer herrschenden Nazis und Ludwig Erhard wird zum Sympathisanten der nationalsozialistisch-konservativen grauen Eminenzen, die Dirtfurths Deutschland nach dem 20. Juli 1944 diktatorisch beherrschen.

So faszinierend die Ausgangsidee dieses Romans ist, so enttäuschend sind die sich erfüllenden Erwartungen angesichts der Autorenschaft.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 4, 2011 5:41 PM MEST


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