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5.0 von 5 Sternen
Traum von der unendlichen Liebe, 4. April 2003
„Die Auslöschung der eigenen Person im Namen der Liebe - das ist mehr oder weniger die Geschichte aller Frauen." M. B. Dieser Satz der Autorin auf der Rückseite des Taschenbuches hat mich eher provoziert als überzeugt, aber ich wurde neugierig auf Gilles' Frau. Schon auf den ersten Seiten begreift man die unendliche Liebe, die Elisa für Gilles empfindet. Die beiden führen mit ihren Kindern ein einfaches Arbeiterleben in einer tristen Industriestadt, aber sie sind glücklich - ein Glück, das auf Elisas überströmender Liebe beruht. Dieses Buch hat mich ganz zwiespältig berührt: Einerseits ist für mich diese totale Selbstaufgabe Elisas schwer nachvollziehbar, andererseits glaube ich, dass es gerade das ist, was ihre Stärke ausmacht. Um das Gefühl dieser Liebe und dieses Glücks ist sie zu beneiden.
Dieses Glück wird jäh zerstört, als Elisas oberflächliche und leichtlebige Schwester Gilles herausfordernd küsst. Danach führt kein Weg mehr zurück. Durch ihre Feinfühligkeit spürt Elisa sofort die Veränderung in ihrer Beziehung, aber sie schweigt und leidet. Sie leidet sogar noch mit Gilles, mit dem die Schwester rücksichtslos spielt. Sie weiß, dass es Leidenschaft ist, was Gilles zu ihrer Schwester treibt und hofft, dass, wenn die Leidenschaft verblasst, alles wieder wie früher wird. Als Gilles sich Elisa anvertraut, muss sie die ganze Last schließlich für ihn und sich tragen. Elisa strapaziert die Geduld des Lesers manchmal in fast unerträglichem Maße und man fragt sich, was diese Frau für ihre Liebe noch alles ertragen will. Erst als ihr plötzlich bewusst wird, dass sie nicht nur Gilles' Liebe, sondern auch, was für sie viel schlimmer ist, ihre Liebe für ihn verloren hat, ist sie fähig zu handeln.
Dieser Roman ist weder schnulzig noch kitschig, sondern von unglaublicher Intensität. Er hat mich sehr beeindruckt.