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Rezensionen verfasst von
Dürwald, Katrin "kxray"
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Das geschlossene Rund
Das geschlossene Rund
von Henry Morton Robinson
  Gebundene Ausgabe

3.0 von 5 Sternen Kriegsheimkehrer gewinnt neue Zuversicht, 14. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Das geschlossene Rund (Gebundene Ausgabe)
Im Frühjahr 1947 wird Kriegsveteran Wakefield O’Reilly aus dem Lazarett entlassen. Geschwächt und seelisch gebrochen durchstreift er Jersey mit einem klaren Ziel vor Augen: in einer Kleinstadt namens Catswyck will er ein verrottetes Karussell restaurieren und es wieder zum Laufen bringen. Seine Motivation gründet sich dabei auf zwei Zeilen aus einem Gedicht von Browning „Auf Erden zerbrochene Bögen, im Himmel ein geschlossenes Rund“. Wake will sich beweisen, dass er nach den schlimmen Taten im Krieg auch imstande ist, etwas Gutes auf Erden zu bewirken. Das Karussell steht dabei für einen Kindertraum von einer perfekten Welt.
O‘Reilly begegnet auf seinem Weg interessanten Charakteren: einem Flussschifferehepaar namens McVitty, dessen Sohn noch vermisst wird, einer alten Textilverkäuferin, einem Eremiten aus dem Ersten Weltkrieg namens Rise Adams und schließlich einer Holzkünstlerin namens Olivia, die ihn auf den ersten Blick fasziniert und der er schüchtern und wagemutig zugleich bald näherkommt.
Doch nicht alle sind O’Reillys Idee von einem Wiederaufbau des Karussells gegenüber aufgeschlossen. Da gibt es Veranstalter von illegalen Hahnenkämpfen und ihre lukrativen Wetten, kleinliche Polizisten und einflussreiche Juristen, die das Recht zu beugen versuchen. Unvermittelt wird O’Reilly zum Spielball zerstörerischer Kräfte.
Henry Morton Robinson schrieb den Roman 1947, drei Jahre vor seinem Welterfolg „Der Kardinal“. Er ist in deutscher Fassung erst post mortem 1963 erschienen. „Das geschlossene Rund“ trägt autobiografische Züge. Sowohl O’Reilly als auch Adams sind Kriegsveteranen wie Robinson selbst. Das Priesterthema ist in diesem Roman bereits skizzenhaft angelegt. Robinson hat es drei Jahre später thematisch ausgearbeitet.
Der Roman wurde von Richard Carr zu einem Theaterstück umgeschrieben und 1981 in „Americana“ mit David Carradine verfilmt.
Das Buch liest sich 65 Jahre nach Entstehung immer noch leicht. Die Liebesgeschichte mag um 1947 noch Grenzen überschreitend gewesen sein, für heutige Verhältnisse drückt sie ein traditionelles Rollenverständnis aus. Die inneren Gedankenspiele des Protagonisten wirken manchmal etwas antiquiert, aber die Darstellungen der Charaktere sind durchweg figurativ und machen den Roman lesenswert.


Abd-el-Kader
Abd-el-Kader
von John Knittel
  Gebundene Ausgabe

3.0 von 5 Sternen Rebellion im Atlasgebirge, 31. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Abd-el-Kader (Gebundene Ausgabe)
Der Roman schildert den Unabhängigkeitskampf des marokkanischen Stammesführers Abd-El Kader, der zwischen kompromisslosem Kampf gegen die französische Oberherrschaft und dem Erwägen diplomatischer Mittel schwankt. Autor John Knittel versetzt diesen Freiheitskampf in die Zeit der 1920er Jahre und nutzt den Namen des Abd-El Kader, eines bekannten algerischen Freiheitskämpfers aus dem 19. Jahrhundert für den Helden seiner Geschichte.
Überzeugend schildert Knittel die Überheblichkeit der Franzosen gegenüber den barbarischen Stammesfürsten und die daraus resultierende Aussichtslosigkeit von Verhandlungen.
Abd-El Kader oder auch "Le Roux" - wie er von den Franzosen angesichts seiner Haarfarbe genannt lockt eine französische Division in einen Hinterhalt und lässt den französischen General de Sonloupe und seine Tochter in Aussicht auf eine Verbesserung seiner Verhandlungsposition entführen. Während er die Tochter Renée in seinem Harem unterbringt, landet der General in einem Kerker. De Sonloupe und Abd-El Kader weisen Ähnlichkeiten in Mimik und Haltung auf, die sowohl ihnen selbst als auch Renée augenfällig werden. Über die Erinnerungen Abd-El Kaders Mutter erfahren wir, dass sie in ihrer Jugend eine folgenreiche Beziehung zu dem französischen Soldaten de Sonloupe geführt hatte, dass sie das Kind nach dem Fortgang des Franzosen aber erfolgreich einem arabischen Stammesfürsten untergejubelt hatte. Weder Abd-El Kader noch de Sonloupe erfahren von dieser Verbindung. Auch Renée, die sich im Laufe ihrer Haremszeit mit den Arabern und Berbern zu solidarisieren beginnt, ahnt nicht, dass ihr Entführer in Wahrheit ihr Halbbruder ist. Aber sie fühlt sich zu ihm merkwürdig hingezogen. Renée und Abd-El Kader entwickeln eine zwiespältige Freundschaft zueinander. Zuweilen bringt sie ihn dazu zu glauben, er könne mit den Franzosen verhandeln. Dann wieder misstraut er ihren Reden und fühlt sich durch die Europäerin korrumpiert. Als Renée letztlich direkt auf die französischen Generäle trifft, wird ihr klar, dass diese die Marokkaner nicht als ebenbürtige Verhandlungspartner betrachten. - Die Verhandlungen scheitern, ein Krieg steht unmittelbar bevor.
Abd-El Kader kehrt in seine Kasba zurück, um Vorkehrungen gegen französischen Bombardements zu treffen. Dort, in Chechrell hat sich sein Vater mithilfe seiner Jugendliebe aus dem Kerker befreien können. Die Lage spitzt sich zu.
Die Vater-Sohn-Geschichte wird bis zum Schluss nicht aufgelöst. Auch Renée bleibt ahnungslos. Es wird aber klar, dass Renée nach diesen Erfahrungen an die Ehrbarkeit ihrer eigenen Nation nicht mehr rückhaltlos glaubt, dass eine Rückkehr nach Frankreich unmöglich ist.
Es ist das Spätwerk von John Knittel. Er schrieb es Mitte der 1970er Jahre. Es liest sich flüssig und weist eine ordentliche Ortskenntnis Marokkos und des Lebens der Araber und Berber im Atlasgebirge auf. Die fortwährenden und sich wiederholenden Gedanken an eine Einigung der Stammesfürsten auf eine nationale Idee, um die Abd-El Kader kreist, führen etwas zu Langatmigkeit. Die Beziehung zwischen Abd-El Kader und Renée ist nicht allein geschwisterlich, aber Knittel zögert wohl, die Anziehungskraft zwischen den Beiden stärker herauszuarbeiten. Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn es zuweilen Krieg und Gewalt als Normalität darstellt.


Dezemberkälte
Dezemberkälte
von Simon Voß
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von der wahren Natur der angeblich vaterlandslosen Gesellen, 16. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dezemberkälte (Broschiert)
In den ersten Nachkriegswochen des Jahres 1918 ist der Kieler Werftischler August Guerin arbeitslos und die meiste Zeit damit beschäftigt, Lebensmittel zu organisieren. Zur schönsten Zeit des Tages gehören die regelmäßigen Begegnungen mit seiner Freundin Lotte. Eines Tages treffen er und sein Freund Fiete auf einen Kleingauner, der auf magische Weise Butter und Korn herbeischaffen kann und die Waren in einer Baracke einer Schrebergartenkolonie verkauft. Sie bieten ihm gegen Deputat ihre Mithilfe an, doch dann taucht der Gauner nachts nicht am verabredeten Ort auf. Die beiden stoßen in der näheren Umgebung auf einen erleuchteten Schuppen und erkennen, dass es sich dabei um das Vorratslager des Gauners handelt. Sie beobachten durchs Fenster eine Gruppe hochrangiger Militärs und eine Unmenge Waffen, und inmitten dieser merkwürdigen Ansammlung den gefangenen Schwarzmarkthändler. Der Marinekapitän von der Groende ist einer von ihnen und verhört den Dieb, will Namen von Mitwissern erfahren. Dieser gibt verängstigt Personenbeschreibungen von August und Fiete preis, doch das rettet ihn nicht; von der Groende ermordet ihn eigenhändig. August wird klar, dass hier etwas Größeres verheimlicht werden soll, doch nun geraten August und Fiete selbst ins Visier.
Tischler August Guerin ist kein Held. Er ist Anhänger der Sozialdemokraten, steht sogar weiteren Umbrüchen positiv gegenüber, sympathisiert mit Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Aber Politik spielt für ihn nur eine untergeordnete Rolle - er ist jung und auf der Suche nach seinem privaten Glück. Doch seine reaktionären Gegner zwingen ihn, die Geschehnisse in einem größeren Zusammenhang zu betrachten und sich politisch einzubringen – mit ungewissem Ausgang.
Das Buch lässt die Marinestadt Kiel mit ihren Gegensätzen zwischen dem Arbeiterviertel Gaarden und dem reichen Westufer zur Zeit der Novemberrevolution lebendig werden. Voß schildert glaubwürdig die teils verwirrenden Verhältnisse der einfachen Leute kurz nach Ende des Krieges und der Kaiserzeit. Die Geschichte ist spannend erzählt und macht Lust auf mehr. So verzeiht man ihm gern die manchmal etwas hölzern wirkenden Gefühlsbeschreibungen¬. Der Roman hebt sich wohltuend ab von der Reihe stereotyper Regionalkrimis und ist gut recherchiert.
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Aber das Wort sagte ich nicht
Aber das Wort sagte ich nicht
von Alan Paton
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Menschliche Abgründe der Apartheid, 1. September 2013
Es ist der zweite Roman des Autors, der in den 50er Jahren ins Deutsche übersetzt wurde und der die menschlichen Abgründe der Apartheid in Südafrika zum Thema hat.
Eine Rezension aus dem Erscheinungsjahr 1954 kann man bei der „Zeit“ abrufen: [...]

Die Hauptfigur des Romans ist der Leutnant Pieter van Vlaanderen, der im ländlichen Grasland vor den Toren Johannesburgs seinen Dienst bei der Polizei verrichtet. Er ist ein begnadeter Rugby-Spieler, entstammt einer altehrwürdigen Burenfamilie, hat Frau und Kinder und hat während des Zweiten Weltkriegs in der britischen Armee gedient.

Seine Geschichte erzählt im Nachhinein seine ältere, unverheiratete Tante, mit der er aufgewachsen ist, und die ihn wie einen Sohn liebt. Die Tat des Neffen habe ihn und seine Familie vernichtet, verkündet sie gleich zu Beginn. Einen breiten Raum nehmen die Beschreibungen seiner Schwermütigkeit, seiner Großherzigkeit anderen gegenüber, seine ungestillte Sehnsucht nach Liebe und sein (oder ihr?) Ringen mit Gott ein.

Aus heutiger Sicht wirkt die Erzählweise aus der Perspektive der Tante nicht mehr authentisch. Der Generationskonflikt zwischen Pieter und seinem kalvinistisch geprägten Vater und seine ungesetzliche Tabu-Beziehung zu einer Schwarzen stehen für einen Leser des 21. Jahrhunderts unverbunden nebeneinander. Für die Tante aber hat das strenggläubige Elternhaus Pieters Schwermut als auch seine unstillbare Sehnsucht nach Liebe hervorgerufen. Allein deswegen kann ihm seine Ehefrau nicht das geben, wonach er sich sehnt, und er beginnt des Nachts die „Lokasie“, das benachbarte Dorf der Schwarzen, aufzusuchen.

Die Beziehung zur schwarzen Stephanie wird widersprüchlich und lapidar abgehandelt. Die Tante kann ja auch nicht wirklich wissen, was sich zwischen Pieter und Stephanie abgespielt hat, hier hat die Erzählweise ihre Grenzen. Dafür spielt die gläubige und latent rassistische Lebensauffassung der Tante die größere Rolle. Sie bewertet also seine Liebschaft als Reaktion auf seine prüde und rassistisch geprägte Ehefrau, sie deutet die Beziehung wie einen Besuch bei einer Prostituierten, sie beschreibt, wie dreckig er sich danach fühlt, wie er sich und seine Kleidung danach reinigt, und dass er Gott um Vergebung bittet. Wofür er sich schämt – für die Fremdgeherei als solches, oder für seinen Umgang mit einer Schwarzen, das geht aus den Schilderungen nicht hervor.

Pieter wird von einem ihm untergebenen Kollegen wegen Verstoß gegen das Sittlichkeitsgesetz von 1927, welches den sexuellen Umgang zwischen Weißen und Schwarzen verbietet, angezeigt. Als sein Vater davon erfährt, verstößt ihn dieser aus der Familie, enterbt ihn, verbietet jedem Familienmitglied, Kontakt zu Pieter aufzunehmen und alle Mitglieder der Familie müssen ihre Ehrenämter in der Gesellschaft aufgeben. Diese Sippenhaft ist das, was die Tante als „Vernichtung der Familie“ beschreibt. Der Vater rechtfertigt sein Verhalten mit der Bibel. Für die südafrikanische Gesellschaft der 50er Jahre scheint seine Reaktion angemessen, für einen Leser rund 60 Jahre später wirkt sie befremdlich. Natürlich spitzt sich das Drama auf diese Weise noch stärker zu. Die Tante deutet an, dass Pieter mit Frau und Kindern nach seiner Entlassung nur noch ins Ausland gehen kann, und dass die Ortsansässigen nur hoffen können, dass Gras über die Sache wächst.

Das Buch atmet den Zeitgeist der 50er. Es macht deutlich, was für ein großes Tabu der Umgang zwischen Schwarz und Weiß in Südafrika zu der besagten Zeit war. Der biblische Pathos wirkt etwas abschreckend. Insgesamt lässt sich das Buch aber flüssig lesen und lässt den Leser teilhaben am südafrikanischen Alltag der Zeit.


Geschichten vom Herrn Keuner
Geschichten vom Herrn Keuner
von Bertolt Brecht
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,00

2 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Literarischer Anspruch, doch jenseits unsres Zeitgeistes, 2. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Geschichten vom Herrn Keuner (Taschenbuch)
Inhalt: Die zu Klassiker gewordenen Parabeln des Herrn Keuner

Bewertung: Ich sehe Brecht immer noch als Modeerscheinung seiner Zeit; das aufkommende Bürgertum und die Bildung des Bürgertums bzw. im Sprachjargon des Sozialismus des Proletariats. Die überhebliche Abkehr von Gott wirkt auf mich unsympathischer als Goethes 'Prometheus'. Viele der Parabeln sind für mich heute nicht nachvollziehbar, auch wenn -wie gesagt- Klassiker darunter sind.


Der Verehrer
Der Verehrer
von Charlotte Link
  Gebundene Ausgabe

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Deutscher Krimi auf Wallander Niveau!, 2. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Der Verehrer (Gebundene Ausgabe)
Als in einem Waldstück die Leiche einer erst kürzlich ermordeten jungen Frau gefunden wird, stehen die Polizei und die Angehörigen vor einem Rätsel, denn die Frau galt seit sechs Jahren als spurlos verschwunden. Der Telefonanruf einer ehemaligen Urlaubsbekanntschaft liedert den ersten Anhaltspunkt für die Ermittlungen - aber erst ein weiteres Verbrechen, das in Art und Ausführung dem ersten auffallend ähnelt, führt auf eine konkrete Spur. Alle Fäden scheinen bei einer Frau zusammenzulaufen: bei der 40jährigen Leona Dorn, deren Leben seit einiger Zeit völlig aus den Fugen gerät. Durch einen tragischen Zufall ist sie Zeugin eines Selbstmordes geworde, ohne ihn verhindern zu können; zudem hat ihr Mann sie wegen einer anderen Frau verlassen.Leona kann dies alles kaum verkraften.

Fazit: guter Krimi aus Deutschland. Zum Schluss etwas überzeichnet, aber insgesamt auf Wallander-Niveau.


Familiengeheimnisse: Roman
Familiengeheimnisse: Roman
von Margaret Forster
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

7 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Familiengeschichte: So wie Margaret Forster ihre sieht, 2. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Familiengeheimnisse: Roman (Taschenbuch)
Margaret Forster hat sich auf die Suche nach dem verschwiegenen Leben ihrer Großmutter gemacht und sie erzählt Familiengeheimnisse.

Fazit: oberflächlich in der Thematik von der Überwindung des Konfliktes Frau - Mutter - Karriere. Von der Familiengeschichte hat sie nichts herausgefunden, worauf der Leser gespannt gewesen wäre. Schlecht recherchiert, nicht an die Grenzen gegangen. Traurig als Zusammenfassung. Letztlich sehr ich-bezogen und flach, auch in der Auseinandersetzung zwischen ihr und ihrer Mutter. Nie mehr Margaret Forster!


Totengebet: Roman
Totengebet: Roman
von Faye Kellerman
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,00

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Etwas flachbrüstige Geschichte um ein Familiendrama, 2. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Totengebet: Roman (Taschenbuch)
Ein berühmter Chirurg ist ermordet worden. Die Spur führt Lieutenant Decker zu seiner eigenen Familie und den Geheimnissen, die der Sohn des Ermordeten, ein katholischer Priester mit Deckers Frau Rina Lazarus zu teilen scheint..

Fazit: 'Totengebet' scheint nicht die Nummer 1 in dieser Krimiserie zu sein, wird aber als Kellermans bester gehandelt. Das macht dann nicht gerade Lust, die vorhergehenden zu lesen. Kein schlechter Krimi, nur ist der Plot etwas platt.


Das achte Gebot: Roman
Das achte Gebot: Roman
von Anne Holt
  Gebundene Ausgabe

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Komplott aus Blutfehde und Familienvergangenheit, 2. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Das achte Gebot: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Frau eines bekannten Staatsanwalts wird enthauptet aufgefunden, und alle Spuren deuten darauf hin, dass ihr Mann der Mörder ist. Doch es riecht geradzu nach einem Set-up, findet Hauptkommissarin Hanne Wilhelmsen. Leider ist es nur schwer zu durchschauen, und dazu kommt, dass Hanne privat eine schwere Zeit durchmacht.

Ein guter Krimi, wobei mir die Hauptkommissarin nicht besonders sympathisch war (spröde!). Ich frage mich, ob dieser Krimi vielleicht die Fortsetzung von irgendwas bildete, denn er schien Wissen um die Heldin vorauszusetzen. Jedenfalls macht er Lust auf einen weiteren Roman von Anne Holt.


Neununddreißig neunzig: 39.90. Roman
Neununddreißig neunzig: 39.90. Roman
von Frédéric Beigbeder
  Taschenbuch

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Viel Lärm um Nichts!, 2. November 2002
Der Preis ist der Titel ist die Message dieses Skandalromans aus Frankreich, der seinen Autor Frédéric Beigbeder den Job in einer bekannten Werbeagentur kostete und ihn auf Platz eins der Bestsellerlisten katapultierte. Er ist ein wildes Pamphlet gegen den Totalitarismus von Medien und Werbung und gegen die neoliberale Pervertierung der Demokratie.
Octave Parango, verhätschelter Ideenproduzent und Konzeptredakteur einer noblen Pariser Werbeagentur, hat einen Topjob, massig Luxus, Geld und einen solchen Überdruss an seinem Gewerbe, dass ihm davon schlecht würde, gäbe es nicht den Koks, die Frauen und den Zynismus. Schamlos verdammt er sich und seine Welt, weil alles darin käuflich ist - am billigsten ist er selbst. Zugleich bringt ihm der Erfolg einer Kampagne für einen Null-Fett-Joghurt näher an die Spitze der Agentur. Doch eines Nachts, bei den Dreharbeiten zu einem Werbespot in Florida, entlädt sich Octaves ganzer Hass in einer blutigen Gewalttat.

Fazit: wie meist bei Skandalromanen aus Frankreich: viel Lärm um Nichts. Dabei ist er nicht schlecht geschrieben. Teilweise recht moralisierend und in einem Kapitel mit einer auf mich viel zu intim wirkenden Du-Ansprache des literarischen Ichs. Aber ansonsten recht kurzweilig, wenn auch nicht tiefschürfende Gedanken hinterlassend.


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