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Rezensionen verfasst von
Monja

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Enlightened - Die komplette 1. Staffel [2 DVDs]
Enlightened - Die komplette 1. Staffel [2 DVDs]
DVD ~ Diane Ladd
Preis: EUR 12,97

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht völlig daneben, 2. September 2014
Die Hauptfigur - Amy, 40 Jahre altjung, geschieden von einem Süchtigen und gekündigt wegen einer zu auffälligen Affäre mit ihrem Chef in einer großen Firma - erlitt einen Nervenzusammenbruch und kommt nun von einer Langzeitherapie für Süchtige von Hawai zurück, die sie mit 48.000 Dollars bezahlte, obwohl sie diese nicht übrig hatte; nun jedenfalls noch 24.000 Dollars abstottern muss.

Um Miete zu sparen nistet sie sich wieder bei ihrer Mutter ein.

Fängt auch wieder in ihrer alten Firma an zu arbeiten, die sich ihrer nicht entledigen kann, da Amy mit einem Anwalt drohte, weil ihr Fehlverhalten im Betrieb, das zur Kündigung führte, doch nachweislich krankheitsbedingt war UND sie sich doch nun auch helfen ließ und geheilt sei, jedenfalls Kündigungsschutz genieße.

Sie wird in eine dubiose Abteilung im Keller verbannt, deren Aufgabenbereich bis zum Schluss nicht nachvollziehbar ist- in der auch alle anderen dort so was wie Strafversetzte zu sein scheinen, alle jedenfalls verhaltensauffällig sind oder NERDS- und in der sie weder weiß, was sie da arbeiten soll, noch Interesse daran zeigt, für ihr Gehalt wirklich Leistung abzuliefern.

Sie will ohnehin nur noch die Welt verbessern, Liebe und Achtsamkeit unter die gefühlskalten Menschen bringen.
Und fängt damit eben erst mal im Kellergeschoss an.
Dringt mit ihrer hysterischen Mission aber auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit in die oberen Etagen ein, in die sie gerne wieder zurück möchte.
Was auf ihre Weise natürlich GAR nicht klappt, nicht klappen kann.
Sie beißt auch Granit, erntet im Besten Falle nur eisiges Schweigen.

Klar, denn sie ist extrem NERVIG = SÜCHTIG: überdreht, egozentrisch, unsensibel, distanzlos, bedürftig fordernd.
Dauernd WILL sie was von anderen; unverkennbares Merkmal von Sucht.
Erkennbar nur darum bemüht, sich den Trip dieser esoterisch angehauchten, sündhaft teuren "Therapiekur" zu erhalten, indem sie alle ihre dort gewonnenen Einsichten und Erkenntnisse weiterzugeben versucht.
An jeden, der nicht schnell noch die Bürotür zu verriegeln schafft, wenn sie im Anmarsch ist.

Sie manipuliert auch, auf typisch süchtige Weise.
Besonders den Tischnachbarn da im Keller, der ihre "Arbeit" noch mit macht, weil er verknallt in sie ist – was sie nicht mal bemerkt und nach seinem Bekenntnis und dass er so scheiß einsam sei sich ihm auch nicht zuwendet, sondern sich nur blöd entschuldigt und dann einfach weiter macht mit dem Missbrauch von ihm.

Dasselbe Verhalten legt auch eine andere Frau in dieser Staffel an den Tag, die sie von der Therapie kannte, und die sie nun mal besucht.
Wo nebenbei auch gezeigt wird, dass die beiden Frauen sich im Alltag und jenseits dieser "Therapiezeit" kaum noch wieder erkannten = sich auch dort nie wirklich kennen lernten, sondern nur gemeinsam die vorgegebenen Illusionen als Rauschzustand teilten.
Welche sie da jenseits der richtigen Welt auch, gruppendynamisch angefeuert, ausleben konnten, im Alltag aber gleich nicht mehr.
Auch gemeinsam nicht mehr, alles weg, nichts übrig geblieben von dem monatelangen sündhaft teuren Wachtraum inniger Verbundenheit.

___

Soll das alles nun eine Satire sein ?

Wohl nicht, denn dafür ist das alles doch zu tragisch und vor allen Dingen auch zu wahrhaftig.
Für eine Satire gibt es da zu wenig zu lachen: ich habe kein einziges Mal lachen können, schwankte nur zwischen Genervtsein und Mitleid.
Nicht nur mit Amy, sondern auch mit allen anderen .

Tragikkomödie ?
Auch dazu gab es zu wenig Witziges oder auch nur Lustiges.

Tragödie ?
Dazu plätschert dieser Dauernerv zu oberflächlich dahin und die wahren Problemen werden nun angedeutet, aber nicht ausgeleuchtet.

Jetzt am der ersten Staffel weiß ich immer noch nicht, auf welcher Seite der Film eigentlich steht.
Ob die Zuschauer diese Frau nun auch als erwacht, toll, liebevoll und gar noch "politisch bewusst geworden" ansehen und sie sympathisch und richtig finden sollen- und den Rest pervers und unsympathisch- und der Film gar noch den Zuschauer wachrütteln soll und ändern im Sinne von AMY als Vorbild ?
Oder ob es einer von den vielen derzeitigen amerikanischen Filmen ist, die sich befleißigen, diesen 12-Schritte- Krams jedenfalls in seiner Übertreibung mit wochen- bis monatelangem Rückzug in diese Esokliniken als das vorzuführen, was er ist: Wahnsinn.

Ich tippe eher auf das Zweite, und halte die Serie für eine Kritik an der derzeitigen Gesellschaftsform, zu der auch dieses ganze 12-Schritte-Eso-Gedöhns in den USA schon unabdingbar dazu gehört - was auch schon nach Deutschland übergeschwappt ist, wo solche Esokuren sogar auf Krankenschein zu haben sind, und zwar bis zu 3 Male pro Person !!! - als nur ein WEITERES Problem.

Genau dafür gebe ich nun auch- auf Verdacht- die drei Punkte.
Denn wenn das die Aussage sein sollte, dann ist sie einigermaßen gut gelungen.
Nicht völlig daneben.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 12, 2014 11:59 PM CET


Damages - Im Netz der Macht, Die komplette erste Season [3 DVDs]
Damages - Im Netz der Macht, Die komplette erste Season [3 DVDs]
DVD ~ Glenn Close

16 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Anstrengend, unwahrhaftig, langweilig, 23. Juni 2014
"Damages" heißt nicht nur Schadensersatz sondern neutraler "Schäden, Beschädigungen" ; auch psychische Schäden und Charakterfehler erfassend.

Um alles das geht es in dieser Serie.
Aber meiner Ansicht nach nicht gelungen.

Da ich selber Rechtsanwältin bin- wenn auch in dem deutschen, weit weniger thrillerhaften Rechtssystem- erkenne ich natürlich alle die vielen Unglaubhaftigkeiten beim Thema "Anwälte" sofort und kann mich da nicht so verstricken lassen wie z.B. in die Psychopathologie bei "Dexter" oder in den Chemieunterricht bei "Breaking Bad", oder die Welt der Werbung bei "Mad Men".

Nur drei Filme waren diesbezüglich - neben der Serie Ally McBeal, die eher eine innovative und bewusst verulkende Komödie war - glaubhaft für mich und mehr als genug für mein Informationsbedürfnis:
"Das Urteil" nach John Grisham, "Die Firma" ( ebenfalls nach Grisham, einem amerikanischen Rechtsanwalt, der Strafverteidigung und Schadensersatzklagen meist wegen Körperverletzung machte, und wirklich was von dieser Materie versteht); "Erin Brockovich" mit der genialen Julia Roberts, und den recht alten Film ( 1971) : " ... Und Gerechtigkeit für alle" mit u.a. Al Pacino, der für sein Schauspiel darin für einen Oscar nominiert wurde.

Diese Filme liefern echte und wahre Information, sind in sich schlüssig und sowohl spannend als auch unterhaltsam, mit viel schwarzem Humor gespickt und mit ganz vielen glaubwürdigen Figuren, mit denen der Zuschauer sich identifizieren kann.

Alles das lässt diese Serie hier meiner Ansicht nach leider vermissen.

Das amerikanische eher Unrechtssystem als Rechtssystem, in dem es nur um Macht und übertriebendst viel Kohle geht, kotzt mich ohnehin nur an.
Und so ist meine Perspektive auf diese Serie natürlich von Vornherein eher negativ eingefärbt.
Was ich besser mal voranstelle.

Trotzdem habe ich ihr eine Chance gegeben.
Zum einen da ich nach "Dexter" verzweifelt nach einem neuen Dauerkick suche, und zum anderen wegen Glenn Close als Hauptfigur darin; und da es hier um WEIBLICHE Macht und Ohnmacht geht.

Aber Glenn Close mit ihrem maskenhaften Pokerface und ihrer permanenten selbstherrlichen Süffisanz turnt mich hier noch mehr ab als die Männer dieser Sorte.
Interessant an ihr finde ich nur ihr Verhältnis zu ihrem defizitären Sohn, der mehr oder weniger ohne Mama und Papa aufwachsen musste, da er diese an ihre Machtkämpfe verloren hatte.
Zu ihrer Mutterschaft zeigt sie eine zynische Einstellung, und die Frau in ihr ist auch sonst kaum noch zu erkennen.
Nun, ich hätte nichts anderes erwarten sollen, denn sie spielt ja meistens solche Art von Frauenrollen.

Daneben agiert eine biedere und weichherzige junge Frau, die sehr familienorientiert ist, und zu der die Anwaltsrolle GAR NICHT passt.
Plausibel vielleicht, da sie nur aufgrund von Hintergedanken von "Glenn" angeheuert wurde, aber dennoch bleibt sie eine Fehlrolle.
Passt einfach nicht in "die Netze der Macht" , macht diese unglaubhaft.
Überzeugt weder in ihrer Naivität noch anders.
Anders als Erin Brockovich.

Und anders als z.B. Anne Hathaway in "Der Teufel trägt Prada", an den mich diese Serie - die Dynamik zwischen den dortigen beiden Hauptprotagonistinnen und die Männer um sie herum - noch am meisten erinnert.

Die Akteure hier sind insgesamt eindimensional, unglaubhaft und daher langweilig.

Die Serie fängt mit dem Schluss an, diesem angeblich fulminanten thrillerhaften Ende, das aus einer verwirrten und blutenden Junganwältin und einem ermoderten Arzt, ihrem Verlobten, besteht.
Auf die Aufklärung dieses Endes arbeitet sie sich dann mit diesem dämlichen: 6 Monate zuvor,
4 Monate zuvor, 3 Monate vorher ( ab und an dazwischen noch 3 Wochen zuvor ) mühsam und umständlich hin.
Der Hund wird vom Schwanz aufgezäumt, was nur selten gut gelingen kann.

Wäre die Serie auf chronologische Zeitfolge aufgebaut, würde vermutlich jeder merken, wie langweilig und auch unglaubhaft sie eigentlich ist.
Durch diesen Stil sollte sie wohl künstlich spannender gemacht werden als sie ist.
Aber leider ist sie dadurch immer noch nicht wirklich spannend, sondern nur anstrengend.

Ich persönlich brauche wohl Filme und Serien mit einem echten Lehrwert; die mir Einblick in mir noch wenig bekannte bedeutsame Fachbereiche gewähren und mich neben Spannung und Unterhaltung auch unterrichten, mir neues Wissen vermitteln.

NUR Spannung und Unterhaltung sind mir meine Zeit nicht wert.
Und hier kann nichtmal davon die Rede sein, meine ich.

Für bloßen Unterhaltungskonsum ist sie zu anstrengend, da zu verwirrend, und für etwas Lehrreiches zwecks Wissenerweiterung - was die in sie zu investierende hohe Konzentration rechtfertigen würde- ist sie nicht wahrhaftig genug.

Eben nichts Halbes und nichts Ganzes.
Ist aber natürlich wieder mal Geschmacksache.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 2, 2015 7:03 PM MEST


Dexter - Die achte Season [6 DVDs]
Dexter - Die achte Season [6 DVDs]
DVD ~ Michael C. Hall
Wird angeboten von Topbilliger
Preis: EUR 16,99

9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Thema der Serie, genial auf den Schlusspunkt gebracht, 16. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Dexter - Die achte Season [6 DVDs] (DVD)
ACHTUNG - enthält Spoiler
Besser erst NACH dem Anschauen ( das ich dringend empfehle) lesen.

_________

Erst an diesem Wochenende habe ich diese finale Staffel inhaliert.

Bei der 7. hatte ich es nicht abwarten können und sie ohne deutsche Sprachspur gekauft.
Dann aber Dexter sozusagen vergessen, weil ich gelesen hatte, dass die 8. Staffel erst in unabsehbarer Zukunft auf den Markt komme, und so habe ich sie erst jetzt per Zufall entdeckt.

Mich dabei gleich gefragt, wie er denn nun selber hinter diese Plastikplane geraten sein könnte und wer nun ihn auf seinem Tisch von seinem Sonderschicksal erlöst haben mag, denn auf dem Cover der Folgen 3&4 liegt er ebenfalls auf seinem Tisch.
Und wieso dieses Ende verraten wird.

Jetzt halte ich das für eine bewusste Irreleitung, die den besonderen Stil dieses genialen Finales, das dann doch ganz und gar anders war und endete, schon ankündigt.

Die Kritiker dieser Staffel haben nämlich recht darin, dass es hier viele Ungereimtheiten und krasse Brüche gibt.
In den vorigen Staffeln gibt es allerdings auch schon Ungereimtheiten, was man erst bei der zweiten Ansicht bemerkt; in der, in der auch Dexter diesen Professor auf der Straße sieht, obwohl der - wie sich später heraus stellte- schon lange in einem Gefrierfach ruhte, sofort.

Nur dass das gerade hier in der 8. Staffel kein schlampiger Schwachfug war, sondern Absicht - wie ICH meine.

Ich denke, dass das Ende - und auch die Figur Dexter- bis zum Schluss unklar bleiben SOLLTE, und sogar über diese Staffel hinaus auch unklar geblieben ist.

Und genau das- und NUR das- wird dieser Figur des Dexters gerecht, der nie ein wirklich klares, ungebrochenes Profil hatte; und auch zum Schluss nicht verpasst bekommen konnte ohne ALLES rückwirkend zu verderben.

Ich hatte mich immer mal wieder gefragt, wie das Autorenteam wohl diese Serie zu einem Ende bringen kann, und eine meiner Ideen war, dass er irgendwann doch mal der Schwächere sein und auf seinem eigenen Tisch landen wird.
Diese Vorausschau wurde von den Covern bedient, aber dann bei Weitem nicht erfüllt.

Alle Möglichkeiten, die sich der Zuschauer schon angedacht haben könnte, wurden kurz angetäuscht.
In jeder Folge eine- die es dann doch nicht war.

Zuerst die mögliche Heilung durch Wogel ( genial verkörpert durch Charlotte Rampling).
Dann das Happy End als Sieg des Liebedrangs über den Tötungsdrang, was ich für das denkbar schwächste Ende gehalten hätte, der Serie nicht würdig, nachträglich rückwirkend versoapend.

Dann auch die Frage ob alles nur ein Traum von Harry gewesen sein könnte - und,und,und.

Die letzte Szene dieser Staffel, die es dann endlich wirklich war, hat wohl kaum wer visioniert.
Eines der Stilelemente, um auch diese Staffel noch spannend zu halten bis zur letzten Sekunde.

Dieses Bild, dieser leere Blick - einfach herzbrechend.

Aber: dabei muss es nicht bleiben.
Denn selbst die Deklaration dieser Staffel als finales Ende kann genau so irreführend sein wie die Coverbilder von Dexter unter seiner Plane.

Es ist immer noch ein offenes Ende, und es kann immer noch weiter gehen.
Was ich persönlich erhoffe.
Wenn nicht, sind wir halt allesamt darauf angewiesen, uns selbst den Weitergang auszumalen.
Und noch einmal mehr: nachzudenken, selber zu denken.
Das Nachdenken wird besonders durch Verfremdungseffekte angeregt, und von denen ist diese
finale (?) Staffel voll.

Auch ich erachte diese Serie als eine der besten; für mich auf derselben Stufe stehend wie "Sex & The City"; auch wenn natürlich ein völlig anderes Thema.
Aber beide irgendwie der Durchbruch in dem jeweiligen Thema, und darin lehrreich in allen denkbaren Punkten; und ewig gültig.

Ich fand nur eine einzige Staffel nicht sonderlich gut, die 6., glaube ich.
Diese angeblich letzte mit Sicherheit nicht.
Sie ist Spitzenklasse.

Neben dem Obigen noch Folgendes:
Wogel, gespielt von der begnadeten Charlotte Rampling, hat eine neue Perspektive eingebracht.
Ihr missratener Sohn mag nicht der Bringer gewesen sein, aber SIE war doch ein Bringer, und zwar ausreichend.

Debras Verfall und dann Wiederaufrichtung war sehr spannend und bewegend, und ebenso ihr Tod, den ich irgendwie voraus gesehen und erwartet hatte ( ich verrate hier ja nichts, was nicht schon Vorrezensenten verraten hätten, und natürlich habe auch ich mich an die Faustregel gehalten, dass man zumindest bei Serien die Rezensionen erst nach dem eigenen Anschauen lesen sollte und nicht vorher; vorher nur das, was auf dem Cover steht.)

Ja, dass Dexter sie letztlich genau so entsorgte wie zuvor seine vielen Serienkiller- wenn auch in einer weißen statt einer schwarzen Hülle- hat natürlich auch mich schockiert.
Vorher dachte ich, dass er mit ihr in seinen Armen ins Meer springen wird, was "romantischer" gewesen wäre, und erstmal auch stimmiger = er und seine Schwester als das eigentliche große Liebespaar der Serie, in zu später Erkenntnis vereint.
Dann wären wir in Etwa bei Romeo und Julia gelandet.

Aber auch das Ende wäre dieser Figur genau so wenig gerecht geworden wie eine glückliche Patchworkfamilie in Argentinien.
Denn Dexter ist nun mal weder romantisch noch stimmig noch sicher zu profilieren; und daher immer für eine Wandelung und Überraschung gut.

Die Kernfrage der Serie blieb offen.

Die, ob er nun ein typischer Serienkiller war (= schwerste Traumatisierung in der Kindheit in der unerlässlichen Kombination mit einem nachweisbaren Hirnschaden) oder nur traumatisiert
- einer wie wir fast alle - und heilbar; dazu noch indoktriniert von zwei Menschen, die sich für sachverständiger hielten als sie waren.
Oder ob er einfach nur ein Vertreter der Todestrafe für unheilbare Massenmörder, denen die Justiz zu viele Maschen für Fluchten und weitere Tötungen von Unschuldigen bietet, war.

Seine Entscheidung, seinen Sohn Hannah zu überlassen, halte ich nicht für verantwortungslos.
Vor allen Dingen fragt sich ja immer noch, für wie lange ?
Er könnte ja schon ein paar Tage nach diesem Ende seine Meinung geändert haben und den beiden gefolgt sein.

Und: wem sonst hätte er ihn denn überlassen sollen ?

Abgesehen davon, dass er selbst ja wirklich bis zum Schluss nicht weniger gefährlich blieb als sie.
Sicher, Harrison wäre nie sein direktes Opfer geworden.
Aber, was er ja gerade erkannte: ein ihm nahe stehender Mensch nach dem anderen, der ohne ihn hätte normal alt werden können, war gestorben !

Außerdem war er ja ein geübter Profiler, und hielt Hannah nun mal für geheilt.
Zunächst. Er kann diese Meinung immer noch jederzeit ändern !

UND diese Serie soll doch wohl grundsätzlich auch zeigen, dass kein einziger Mensch bedingungslos vertrauenswürdig ist und die sog. Guten ( hier z.B. Wogel ) nicht weniger gefährlich sind als die sog. Bösen.

Genau um dieses Thema rankte sich diese Serie, und so war das Ende, welches es noch mal auf den Punkt brachte, das richtige Ende. Oder auch Nichtende.

Einfach klasse.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 17, 2014 6:49 AM MEST


111 Gründe, Männer zu lieben: Ein Lobgesang auf das starke Geschlecht
111 Gründe, Männer zu lieben: Ein Lobgesang auf das starke Geschlecht
von Victoria B. Robinson
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Die Wiederauferstehung des Märchenprinzen ?, 30. Mai 2014
Dieses Buch, das ich gerade durch Zufall gebraucht für 50 Cent erwarb, ist eines der schlechtesten, das ich jemals zum Thema Männer gelesen habe; und ich habe wohl so ziemlich alle gelesen.

Die Autorin schreibt in ihren beiden "Vorwörtern", dass sie - nach langen Jahres des Männerhasses- nun ein Exemplar dieser Spezies gefunden habe, mit dem sie glücklich ist und ihr Leben teilen wird, und dass sie in den letzten Jahren im Rückblick auch seine Vorgänger in einem anderen, positiveren Licht als damals zu sehen gelernt hat.

Sie ist diesem Buch nach selbst weitgehend vaterlos aufgewachsen, weiß nun aber in dieser neuen Verklärung dennoch viel von der ach so wunderbaren Väterlichkeit der Männer; von der ich als mit einem Vater aufgewachsen nichts mitbekommen habe, und auch sonst davon bisher nur in Romanen las oder nach Drehbuch etwas sah.

Ja, es ist nie zu spät dazu, sich eine positive Vergangenheit zu schaffen: die wahre Lebensgeschichte umzuschreiben und daran dann auch noch zu glauben.
Auch ich habe dazu geneigt, in Phasen der Verliebtheit in einen Mann, der mir sagen wir einmal ein bis zwei gute Gründe dafür gab, ihn zu lieben, diese Perspektive kurzfristig auf das gesamte starke Geschlecht, das er zu vertreten schien, zu übertragen.

Kann frau für sich selbst ja auch gerne tun.

Aber so eine in meinen Augen in ihrer Verallgemeinerung und Übertreibung haltlose Verfälschung dann als Wahrheit zu veröffentlichen geht meiner Ansicht nach zu weit.
Und obwohl bei einigen dieser 111 Gründe so was wie leichte Ironie durchblickt, soll es sich hier ja wohl um eine Art Doku, also um Wahres handeln, oder irre ich mich ?

Ich bestreite immer noch, dass es diese 111 Gründe, Männer zu lieben, gibt.
Ist ja auch nicht nötig, denn weniger ist bekanntlich mehr, und 1-3 gute Gründe FÜR etwas oder irgendwen reichen meist schon aus; auch in diesem Bereich hier.

Um ein Beispiel zu nennen: die angeberische dicke Spendierhose aller Männer.
Da würde ich erst mal seine Familie, seine Partnerin oder auch seine Gläubiger fragen wollen, ob er sich dieses Machogehabe auch wirklich leisten kann !

Hinzu kommt noch die Frage, ob sie diese Gründe dauerhaft und zuverlässig bieten, oder nur in den Umwerbungswochen, die bei jeder seriösen Bewertung als unmaßgeblich unbeachtet gelassen werden sollten.

Das Ergebnis dieser Auflistung ist jedenfalls im Vergleich zu meinen Erfahrungen unwahrhaftig, was auch die Widersprüche der Darstellungen zum selben Thema in den verschiedenen Kapiteln zu beweisen scheinen.
So z.B. sind die Männer mal die Verehrer und die bewundernden Kenner der Frauenkörper, und dann doch wieder die, die nichts von der Klitoris wissen und wenn sie sie mal finden, damit so wenig anfangen können wie mit einer Waschmaschine und einem Herd.
Ja, was denn nun ?!

Das Bild der wahllos anmutenden Zusammenstellung - weil die Zahl 111 derzeit so in ist und den Verkauf fördern könnte ? - wird noch dadurch verstärkt, dass die Autorin unter jeden "Grund" Zitate stellt, die meistens nicht zu der vorausgehenden Begründung der Liebenswürdigkeit der Männer passen, obwohl Zitate von geistigen Größen ( na ja, hier z.B. auch von Leuten wie Zaza Gabor, lach) doch wohl nur dann Sinn machen, wenn sie das Eigene bestätigen und in besseren Worten untermauern.
Hier aber meinem Eindruck nach wohl eher nur der journalistischen Schreibe einen literarischen Anstrich geben sollen ?

Die 111 Gründe, Männer zu lieben, schwanken zwischen einer unangemessenen Verherrlichung, die dem Männerbild entspricht, das mir meine Oma vorgegaukelt hat ( der Mann als Beschützer, Macher, Versorger, gutwilliger und unkaputtbarer Alltagslastenträger- der die Frau auf Händen trägt) und dem Entwurf des Mannes, den einst die Feministinnen gewagt haben, der aber meinen Kenntnissen nach leider nur Theorie blieb.
Wie z.B. dem, dass Männer gerne mit einer Frau zusammen sind, die studiert hat und schon zwei Bücher veröffentlichte.
Meiner Erfahrung nach sind das nicht mal die, die ebenfalls studiert und selbst schon 3 Bücher veröffentlicht haben, außer sie müssen von dem Geld der Frau leben.

Unangenehm aufgestoßen ist mir auch, dass die Spezies Mann hier nur in Bezug auf sein Verhalten DER Frau gegenüber bewertet wird - nur seine zahllosen Funktionen, die er im Zusammensein mit einer Frau zu erfüllen hat und angeblich neuerdings auch bestens erfüllt, als Gründe für seine Liebenswürdigkeit herbei gezogen werden, meist an den Haaren - und nicht der Mann als solcher in seinem eigenen Leben und Wirken, als Person.

Das Buch spiegelt also weit mehr eine egoistische Selbstverliebtheit der Frauen, als dass es eine umfassende Untersuchung der Männern als solcher genannt werden könnte.

Diese findet man bei männlichen Autoren noch am zutreffendsten; z.B. bei Schwanitz und Bittrich.

Obwohl ich selber diese Verherrlichungen hier als weit an der Realität vorbei gehend ansehe- hier nur den alten weiblichen Wunschtraum vom Traumprinzen gelesen habe, der egomanisch weit überzogen ist - tun mir die Männer bei so einer Instrumentalisierung dennoch noch Leid.

Denn sogar ich habe begriffen, dass Männer noch andere Aufgaben im Leben zu bewältigen haben als Frauen auf Händen zu tragen, was sie laut der Autorin aber wohl nicht nur tun müssen, um von ihnen geliebt zu werden, sondern angeblich mittlerweile auch tun und im Rückblick auch schon immer taten.

Für mich ist die Gründesammlung eine Weißmalerei, die der Schwarzmalerei entgegen gesetzt wurde.

Frau kann aber auch auf beiden Seiten vom Pferd rutschen.
Die Wahrheit dürfte wie immer in der Mitte liegen.


An Education [DVD]
An Education [DVD]
Wird angeboten von Telstar Entertainment
Preis: EUR 11,41

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Regen oder Traufe, 15. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: An Education [DVD] (DVD)
Der Film spielt in den sechziger Jahren in England und handelt von einem sowohl begabten als auch schönen und extrovertierten Mädchen im Alter von 16,5 Jahren; die Beste in der Schule, geliebtes aber kontrolliertes Einzelkind, literarisch und musikalisch unterwegs, strebsam und fleißig, aber auch romantisch veranlagt, erotisch neugierig und verführbar; hungrig nach pulsierendem Leben jenseits der Lehranstalten.

Genau der Typ einer jungen Frau, der eine große Karriere hinlegen, aber durch auch äußerliche Vorzüge und Reize ebenso eine frühe und steile Karriere als Ehefrau und Mutter durch eine Heirat in eine wohlhabende Schicht weit über dem Elternhaus machen könnte.

Jenny langweilt sich in der Schule und bevorzugt die supertolle Zeit mit einem weltgewandten und unternehmungslustigen doppelt so alten und attraktiven Mann, der sie flattiert und auf Händen trägt, sie auch materiell verwöhnt, für Spannung und Abwechslung und andere Formen auch geistiger Anregung sorgt als die Schule; und sie sehr langsam und einfühlsam verführte.

Allerdings fragte ich mich doch recht bald : wo ist der Haken.
Und zwar noch bevor heraus kam, dass diese beiden Geschäftsmänner - David und sein gleichaltriger
Freund - den größten Teil ihrer verballerten Knete mit dem Abziehen älterer Frauen verdienten, die sie Schatullen nennen und in ihre Häuser dringen, um ihnen da teure Kunstgegenstände billig abzuschwatzen oder auch zu entwenden.

Anders als eine Vorrezensentin fand ich ihn nicht schmierig und sah auch nicht das " Vorsicht, pervers" auf seiner Stirn leuchten.
Mein Verdacht machte sich nicht an dem Mann selbst fest, sondern nur daran, dass etwas, das zu schön ist um wahr zu sein in der Regel auch nicht wahr ist.
David entpuppte sich dann auch nicht als pervers im sexuellen Sinne, sondern als das Übliche zu jener Zeit : er war einfach bereits verheiratet, mit Kind- wovon in dem viktorianischen England auch sicher auszugehen war und Jenny und ihre Eltern nur aufgrund von euphorischem Wunschdenken leichtfertig nicht ausgingen- und pflegte nebenbei das Hobby, schöne junge Frauen zu verführen und dann zu entsorgen.

Ich persönlich finde nicht, dass der Film ein offenes Ende hat.

Klar wurde, dass Jenny den Kontakt zu diesem feigen Lügner abbrach und clever genug war, keinen Aufklärungsbedarf mehr bei ihm anzumelden; das Schuljahr nachholen durfte und nach Oxford ging.

Den weiteren Fortgang der Story kann jedenfalls ich mir mühelos selber denken, da mein Leben ähnlich begann - nur ca. 10 Jahre später in Deutschland - und ich ohne Möglichkeiten des späteren Entkommens genau da endete, wo die beiden Lehrerinnen von Jenny endeten: in einem Leben als bestausgebildete emanzipierte Frauen, die sich bis Mitte 30 nicht binden wollen und danach feststellen müssen, dass der Zug in ein erfülltes Frauenleben für immer ohne sie abgefahren war.

Die nun die Vorzüge eines geschulten Geistes und die Ausübung eines gehobenen Berufs genießen durften, aber jedenfalls in der Männerwelt keine Abnehmer mehr finden, da bei den meisten Männern dieser Wert bei Frauen eher gefürchtet als beliebt ist: je gebildeter und selbstständiger eine Frau, desto geringer die Heiratschancen jedenfalls in Bezug auf ebenfalls gut ausgebildete, wohlhabende und vor allen Dingen gleichaltrige Männer.

Das Wichtigste an dem Film waren für mich die Unterhaltungen von Jenny mit ihrer Lehrerin und der Schuldirektorin.

Beide wollten sie natürlich vor der Heirat bewahren.
Beide aber hatten ihr - was die schlaue und unbestechliche Jenny auch merkte und es ihnen auf den Kopf zusagte- als Alternative für ihre beabsichtigte auf dem Lustprinzip aufgebaute Ehe nur ihr eigenes einsames und langweiliges Leben anzubieten, bei dem ihre Daseinsfreude nur darin bestand, junge Mädchen vor dem Fehler des Verzichts auf eine eigene Ausbildung und ein eigenes, selbstständiges Leben bewahren zu wollen, obwohl sie längst die Schattenseiten eines Lebens als emanzipierte Frauen kennen gelernt hatten.
Längst wussten, dass sie den Mädchen mit dem Verzicht auf diesen Fehler nur einen anderen, ebenso nachteiligen Fehler anzubieten hatten.

Jenny brachte es in ihrer letzten Auseinandersetzung mit der Direktorin auch auf den Punkt, indem sie in Etwa sagte: "Sie geben doch zu, dass Sie keinen Spaß im Leben hatten und haben; dass sie sich während Ihrer Ausbildung nur anstrengten und langweilten, und sich nun hier als Lehrerinnen auch wieder nur anstrengen und langweilen bei Ihrem Versuch, junge Frauen wie mich vom Spaß und von Lebensfreude abzuhalten.
Sie haben sich also nur gelangweilt, und langweilen sich auch heute und sind asketisch und einsam.
Und das soll besser sein ?"

Nach dieser Ansage hatte Jenny sich für den Regen entschieden - denn sie wollte ihre Begabungen und Chancen wegwerfen für eine frühe Heirat mit David- und ist dann nur unfreiwillig in ein Leben in der Traufe, als sog. Blaustrumpf, verwiesen worden.

Ich persönlich bin unentschieden, ob ich sie dafür beglückwünschen oder bedauern soll.

Okay, es bleibt offen, ob sie später nicht doch noch den Sechser im Lotto gewann : einen guten und auch geistig ausfüllenden Beruf mit Anerkennung jenseits der Frauenrolle, UND einen guten in Etwa gleichaltrigen und partnerschaftsfähigen Ehemann auf Augenhöhe; und eigene Kinder.

Aber aufgrund meiner Erfahrungen und der Kenntnisse des Schicksals zahlreicher anderer Frauen aus ungefähr dieser Generation wird es wohl doch eher eine einsame und lustfreie Blaustrumpfexistenz geworden sein.

Mir gefällt der Film besonders deshalb, weil er dieses Dilemma der Frau subtil und sehr gut aufzeigt.
Zudem auch die Wahrheit: dass vermutlich alle Frauen in jungen Jahren eher die gute Partie und ein pulsierendes Frauenleben wählen würden, als eine gute Ausbildung; sofern sie wüssten, dass sie nur eins von Beidem haben können.
Was ich persönlich leider viel zu spät erkannte und die meisten meiner weiblichen Wegbegleiterinnen ebenfalls.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 17, 2014 8:08 AM CET


Der Stellvertreter
Der Stellvertreter
DVD ~ Ulrich Tukur
Wird angeboten von Online-Versand-Grafenau GmbH
Preis: EUR 8,85

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Naziregime- eine Zwickmühle für die ganze damalige Welt ?, 9. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Stellvertreter (DVD)
Dieser hervorragende Film wirft für mich immer wieder Fragen auf, auf die keine wirklichen Antworten zu finden sind.
So wie auch Hannah Arendt Fragen aufwirft, über deren Unbeantwortbarkeit sie selber nur staunen kann.

Das Monster des Hitlerregimes, an dem ich nur durch die Gnade nicht beteiligt war, dass ich zu jener Zeit das Dunkel dieser Welt noch nicht erblickt hatte, kann anscheinend gedreht und gewendet werden wie man will, und es taucht keine andere Erklärung dabei auf als dass die absolute Mehrheit aller Menschen nichts anderes sehen kann als ihren momentanen Eigennutz, ohne Blick über den eigenen Tellerrand, jedenfalls ohne Engagement auch gegen schlimme Verbrechen in der eigenen Nachbarschaft.

Völker, die ihre an nur Wenige übertragene Macht nicht mehr zu kontrollieren wagen.
Schon gar nicht, sich zu widersetzen, wenn diese Wenigen sich als mörderische Wahnsinnige entpuppen.

Auf die Geiselhaft, in die sich offenbar die ganze politische Welt von Adolf Hitler und seiner Bande genommen sah, erschien ihr ein sofortiger Eingriff- wie z.B. die von dem Hauptakteur Kurt Gerstein vorgeschlagene sofortige, gezielte Bombardierung des dem Abtransport der Juden in die Vernichtungslager dienenden Bahnschienennetzes, der Todesfabriken und der Zyklondepots - nicht die richtige Reaktion zu sein.

Auch die oberste religiöse Instanz der westlichen Welt wand sich wohl nur, wog Interessen ab, übte sich in Geduld - überließ mal wieder Gott selbst die letzte Verantwortung.
Wähnte sich durch die von Gerstein und seinem mutigen Helfer aus ihren Reihen geforderte beherzte Einmischung auf der moralischen Ebene- für die sie ja zuständig ist und ihre Daseinsberechtigung aus ihrer Moral und Nächstenliebeschaffung ableitet- selbst in Gefahr.
Sah sich der Abwehr des Kommunismus verpflichteter als dem jüdischen Volk, das aufgrund seines anderen Glaubens schließlich gar nicht zu ihren Schutz beanspruchen könnenden Schäfchen zählte; anders als die christlichen Geistesgestörten, deren weitere Vergasung sie zuvor durch eine klare Position beziehende Einmischung verhindern konnte.

Ich will jetzt nicht behaupten, dass Hochhuth, an dessen Stück sich dieser Film anlehnt, den damaligen Papst zurecht beschuldigt hat.
Aber Fakt ist doch wohl, dass alle die, die den Wahnsinn möglicherweise hätten stoppen können, das nicht rechtzeitig genug taten; es vorzogen, langsam und strategisch besonnen Hilter zu entmachten, statt einfach nur erstmal schnell den Juden zu helfen.
Mit der Folge, dass 6 Millionen von ihnen sozusagen in aller Ruhe umgebracht werden konnten.

Meiner Ansicht nach stellt der Film nicht so sehr auf den Papst ab wie Hochhuth.
Sondern z.B. auch auf die Amerikaner, das deutsche Volk mit auch der evangelischen Kirche, und auf alle freidenkenen Intellektuellen, die sich den Kopf über diese Pest zerbrachen, aber sich nicht deutlich positionierten.
Einer kommentierte: "Leider müssen wir in der Welt leben, die so ist wie sie ist, und nicht in einer, die so ist wie sie sein sollte."

Und richtet sich auch an uns, die heutigen Filmanschauer, die Hand auf ihr Herz legen und sich fragen müssen: wie hätte ich mich verhalten; wie werde ich mich verhalten, wenn sich so etwas wiederholt ?

Die Damaligen glaubten sich offenbar alle nur in einer unlösbaren Zwickmühle gefangen.
Was so meisterhaft transportiert wird in diesem Film, dass ich mich immer wieder frage, ob sie das nicht vielleicht auch wirklich gewesen sein könnten. Grundgütiger.

Definitiv in einer sehr körpernahen Zwickmühle befanden sich aber nur Kurt Gerstein - Leiter der sog. Hygieneabteilung der Waffen-SS - und sein katholischer Helfer.
Und ausgerechnet die waren zugleich die einzigen, die ihr Leben - Gerstein auch das seiner Familie - riskierten und dennoch handelten.

Gerstein - genial verkörpert durch den unnachahmlichen Ulrich Tukur - ist für mich die Hauptfigur in diesem Werk, und ich würde ihn auf eine Stufe stellen mit Stauffenberg.
Ist es nicht geradezu irre, dass die einzigen, die - neben Leuten wie dem deutschmährischen Großindustriellen Schindler - etwas unternahmen, um den Juden zu helfen und den Wahnsinn SOFORT und ohne Rücksicht auf Verluste zu stoppen versuchten, zuvor überzeugte Nazis waren; Gerstein sogar in der Waffen-SS ?!

Gerstein als gläubiger Protestant und vaterlandsliebender Soldat, der meinte, ein gutes Werk zu tun, indem der den Nazis erklärte, wie Typhus am effektivsten bekämpft werden kann; ohne zu ahnen, dass diese bereits die Juden "zu Typhus erklärt" hatten.

Der dann, als er merkte, was sie da mit seinem Zyklon machten, nicht mehr aus den Fängen der SS raus kam - bzw. nicht einfach mit seiner Familie floh, sondern wirklich ALLES versuchte, was an der Stelle, auf die es ihn nun mal verschlagen hatte, in seiner Macht lag, um den weiteren Völkermord zu verhindern.

Dabei sowohl auf den Vatikan als auch auf die Amerikaner setzte, und sie beide nicht in Bewegung bringen konnte.
Später dann von den sog. Siegermächten einfach nur als SS-Verbrecher abstempelt und für diesen Völkermord angeklagt wurde - in diesem Film darüber weinte und sich erhängte.

Falls er nicht umgebracht wurde.
Was in meinen Augen wahrscheinlicher ist, denn er wollte bei Kriegsende mit den Nazis erst richtig aufräumen und ihre Verbrechen aufklären, und hat dazu vor seinem Tod noch handschriftlich in verschiedenen Sprachen all sein Wissen zu Papier gebracht und Zeugnis abgelegt, ohne Rücksicht auf die möglichen Konsequenzen für ihn selbst.

Es sah also absolut nicht danach aus, dass er sich in 0,Nix in jemanden verwandeln würde, der sich seiner Verantwortung entzieht und so schnell klein beigeben würde.

Ein anderes kleines Reptil ( Mengele ? - genial verkörpert von dem großen Schauspieler Ulrich Mühe) schaffte es in der Zeit, sich mit Hilfe der katholischen Kirche nach Argentinien abzusetzen.

Während Kurt Gerstein erst 20 Jahre nach seinem Tod rehabilitiert wurde.
Und immer noch nicht im Knaurs Lexikon zu finden ist, sondern nur in der freien Enzyklopädie Wikipedia.

Noch ein Grund mehr dafür, diesen Film zu kaufen und ihn auch in der eigenen Wohnung jedem vorzuführen, der nicht bei 3 auf dem Baum ist.


Die unbarmherzigen Schwestern
Die unbarmherzigen Schwestern
DVD ~ Anne-Marie Duff
Wird angeboten von Online-Versand-Grafenau GmbH
Preis: EUR 8,45

5.0 von 5 Sternen Das ewige EVAsyndrom, 8. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Die unbarmherzigen Schwestern (DVD)
Durch Zufall bin ich vor einer Woche im Fernsehen auf diesen erstklassigen Film gestoßen, und habe ihn mir gleich danach hier bei amazon bestellt, denn er zählt zu den aufklärenden und sehr veranschaulichenden und wachrüttelnden Werken, die mensch in der Sammlung haben sollte.

Selbst nicht oft genug anschauen kann und auch jedem Freund, Verwandten und Bekannten und auch Gesinnungsfeinden vorführen muss, als Mahnmal für etwas Abscheuliches, was die meisten wohl für mit dem Mittelalter abgeschafft halten, obwohl es bis 1996 unentdeckt und ungestraft herrschte.
Und zwar in einem nordeuropäischen Land, dem streng katholischen Irland.

Nämlich die Abschiebung von jungen Frauen in sog. Magdalenenstifte, in denen sie mit schwerster unbezahlter Zwangsarbeit - vornehmlich dem Handwaschen von fremder Wäsche; diese Stifte wurden von Außen einfach nur als konkurrenzlos preiswerte Wäschereien angesehen ! - unter zuchthaushaften Bedingungen und Überwachungen, sowie übelsten Misshandlungen und Demütigungen von Sünden rein gewaschen werden sollten, die keine waren, und die sie oft auch noch nicht einmal begangen hatten.

Ihre Todsünden lagen alle im Bereich Sexualität, wobei sie meist Opfer männlicher Übergriffe bis hin zu Vergewaltigungen waren, an denen natürlich nur sie Schuld trugen, da es die Himmelsaufgabe auch christlicher Frauen ist, Männer mit - meist religiös bedingtem - Triebstau vor sich selbst zu schützen.

Die Hauptdarstellerinnen sind fünf frisch zwangseingewiesene junge Irinnen- unter 20 Jahre alt, liebevoll und unschuldig, aber leider auch reizvoll oder aufgrund von geistiger Schwäche williges Opfer; drei davon Mütter unehelicher Kinder, die ihnen gleich nach der Geburt entrissen worden waren, und zwei waren nur rebellisch und zu selbstbewusst, eine nichts weiter als lebendig und kokett.

Ihr jeweiliger sog. Sündenfall wird anfangs gezeigt, und danach immer der schwarze Wagen, mit dem sie in dieses Stift verfrachtet und dort weg geschlossen wurden, und sich da zu einer Leidensgemeinschaft zusammen fanden.

Im Hintergrund aber sieht man auch unzählige ältere und alte Frauen, von denen eine auch eine aktive Rolle spielt; in dem Film nach 40 Jahren Haft und Ausbeutung in dieser Wäscherei stirbt, und sich im Sterben noch angstvoll vorwirft, damals einfach zu nah an die Soldaten ran gegangen zu sein, obwohl man es ihr doch untersagt hatte.
Und dass sie ihren Sohn, den sie nie kennen lernen durfte, noch Freddie nannte, bevor man ihn ihr entriss und sie dann wegschloss, damit sie schon auf Erden so für ihre Todsünde leidet, dass ihr das Fegefeuer und die Hölle u.U. erspart bleiben, worauf sie bei ihrem einsamen Sterben bang hofft und darum betet.

Die verschiedenen Charaktere sind wunderbar authentisch inszeniert, und ebenso alle sich bietenden Möglichkeiten, auf ein solches Verbrechen zu reagieren um so ein Schicksal zu überleben; von Fluchtversuchen über Pseudoanpassung bis hin zum Stockholmsyndrom.

Eine Frau, der nach ihrem gescheiterten Fluchtversuch öffentlich die Haare abrasiert wurden und deren hinzu gerufener Vater sie nur noch mal verprügelt als Familienschande, die keine Eltern mehr habe, wird später Nonne in diesem "Orden" = Stockholmsyndrom.

Und ich vermute stark, dass diese Riege der sadistischen Nonnen, die die Gefallenen quälen und verhöhnen, ebenfalls mal Opfer waren, die in diese Reaktionsbildung des Stockholmsyndroms gingen.
Was bedeutet, dass sie ihre eigene Geiselhaft nicht nur irgendwann mal als gerecht und nur ihrem Wohl dienend anzusehen lernten, sondern sie dann auch inbrünstig an die Nachhut weiterzugeben und das für nur eine gute Sache zum Wohle der Sünderinnen zu halten für einzigst richtig befanden.
Anders ist diese einzigartige, weiblich perfide Grausamkeit kaum zu erklären.

Von den jungen Frauen trifft es die äußerst liebenswerte, aber unschöne und geistig etwas minderbegabte Crispina am schlimmsten.
Sie wird auch dort von dem leitenden Priester sexuell missbraucht, was sie eines Tages gutgläubig anprangert und auch öffentlich einen unwiderlegbaren Beweis für dieses Verbrechen liefert, den man sich besser nicht hätte ausdenken können.
Leider darf ich diesen genialen Einfall des Drehbuchautors hier nicht verraten, da ich keine Spoiler einbringen will.
Aber allein diese Szene, und wie sie danach in die Psychiatrie verschleppt und dort 4 Jahre lang unter Drogen gesetzt wird, und dort dann als Zombie an Magersucht stirbt, ist den Kauf dieses Filmes schon wert.

Denn bei so was muss hingeschaut werden, und entsprechend reagiert !

Dieser Film beruht auf wahren Begebenheiten, und stellt meiner Ansicht nach keine bösartige Verleumdung der katholischen Kirche dar, denn dass ca. 30.000 Frauen jahrelang bis Jahrzehnte lang in diesen Siften gefangen waren, ist leider Tatsache.
Und viele Insassinnen dieser Magdalenenheime sagten aus, dass es darin eher noch schlimmer zuging als in dem Film offenbart.


Holy Smoke!
Holy Smoke!
DVD ~ Kate Winslet

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jane Campion - man/frau muss sie erst mal verstehen, und ihre Message dann mögen oder nicht mögen, 20. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Holy Smoke! (DVD)
Ein typischer Campion-Film, den ich nirgendwo einordnen mag; weder in ein bestimmtes Genre, noch in das Genre "Genremix", weder als perfektes Kunstwerk noch als Trashfilm bezeichnen würde.
Es ist einfach ein Campion.
So wie ein "Seidl" nur ein Seidl sein kann, und sonst gar nichts.

Ja, sie bedient sich hier oft der Mittel des Trashfilms; aber mit Sicherheit beabsichtigt, also des GUTEN Trashfilms. Sie will überzeichnen und verfremden, um zu verdeutlichen, und sie will den Zuschauer auch irritieren und teilweise verarschen, denn so etwas hält wach und aufmerksam.
Meiner Sehart nach macht sie das meisterhaft.
Auch wenn zutreffend ist, dass der Streifen manchmal so wirkt wie eine Aneinanderreihung von übertriebenen, wirklichkeitsfernen Bildern, wie z.B. Ruth ( Kate Winslet), die ihrem vorgeblichen Retter (Harvey Keitel) als eine Devi erscheint, nachdem sie ihn in einem hysterischen Machtkampf besiegt und ihm etwas gezeigt hatte, statt er ihr.
Da diese Bilder aber gut und vielsagend sind: warum nicht ?

Auch hier wieder das Thema der weiblichen Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe, die oft bei Gurus in Indien endet, weil sie auf "normalem Wege" nun mal nicht zu finden ist, und weil Gurus das Talent haben, energetisch durchzudringen zu ihrem Gegenüber und es in den Glauben zu versetzen, dass zumindest ihr brennender Wunsch nach Wahrgenommenwerden und Angenommensein und Teil einer nur der Liebe dienenden Großgruppe werden zu können, erfüllt sei.
Hervorragend und meistens glaubhaft dargestellt von der unnachahmlichen Kate Winslet, die in dem ebenfalls sehr empfehlenswerten Film "Marokko" schon eine ähnliche junge Frau dargestellt hatte; dort auch einen Guru aufsucht, der sie ebenfalls zurück schickt in das richtige Leben.

Eine Suche, die dann doch oft wieder nur in Sex endet.
Hier überraschend nicht im indischen Ashram, sondern in der australischen Pampa; nicht mit dem Guru, sondern mit dem, der ihn "austreiben" sollte. Genial.

Zuerst aber war auch ich nur enttäuscht, immer wieder enttäuscht.

z.B. verärgert darüber, dass der holy smoke nur von kurzer Dauer war, und man in der Pampa landete, statt im sinnlichen Indien.
Weiter darüber, dass Ruth nur ein paar Filmchen über Gurus, die sexuell missbrauchten und später ihre geliebte und ach so liebende Ersatzfamile in den Massenselbstmord schickten, brauchte, um sich weinend von diesem holy smoke abzuwenden und sich wieder irdischen Themen - SEX- zuzuwenden.
Wenn es so einfach wäre, hätte auch ihre Mutter sie befreien können, oder sie wäre gar nicht erst in die Fänge des "aufgedunsenen Baba" geraten, denn diese Infos über die möglichen Auswüchse des Gurucula hat doch wohl jede/r.

Ihre bitteren Tränen in den Armen ihres untauglichen Deprogrammierers über den erneuten Verlust der LIEEEEEEBE fand ich zunächst nicht glaubwürdig und auch ich fragte mich, ob Jane Campion hier mal ordentlich daneben gehauen hat, sich alles zu einfach macht, sich in Klischees und Antiklischees ergeht.

Nein, hat sie nicht - recht verstanden. Genau das alles war Absicht, meiner Meinung nach.

Auch meine Erwartungen, hier etwas mehr zu erfahren darüber, wie ein Mensch, der süchtig ist nach der gefährlichsten nichtstofflichen Droge - dem Sektierertum- fachmännisch deprogrammiert und der Heilung zugeführt wird, sind bitter enttäuscht worden, und auch bei mir gab es den Impuls, ärgerlich abzuschalten.

Aber: schon die Wahl des Schauspielers Harvey Keitel als Deprogrammierer hätte mir vorhersagen können, dass keine professionelle Entziehung zu sehen sein wird, denn der Typ sieht ja schon aus wie ein ungenesener multipel Süchtiger mit gnadenlos ausgelebter Sex- und Drogensucht.
Als er dann hier auftrat, warf ich Jane Campion eine absolute Fehlbesetzung vor und wusste auch sofort, dass die Nummer gewaltig in die Hose gehen wird.

Ist sie dann ja auch.
Aber: nur für die Zuschauer, die es nicht schaffen, sich zu lösen vom Thema Liebe, Erleuchtung, Sucht, Deprogammierung und Heilung.

Nicht aber für die, die sehen, was meiner Ansicht nach gezeigt werden sollte: dass all das Obige
ohnehin nur eine Illusion ist, bzw. anders entsteht und anders wieder vergeht als mit dem eingreifenden herkömmlichen Zirkus.
Immer die Selbstheilung das ist, worauf es ankommt, die meist durch die Erkenntnis ausgelöst wird, dass wahre Liebe ebenso sehr eine zu hoch hängende Traube ist wie die Erleuchtung, in der viele einen Ersatz für das Erstere suchen; beides ein Ideal, eine mentale Erfindung, der nicht hinterher gejagt werden sollte, da das Leben ohne so hohe Ziele als Wunschverstellung und Fixierung auf ihre angeblich mögliche Erfüllung genau so viel Spaß und Freude bringen kann.

Der Trashelemente - wie z.B. dem Keitel als Transe in einem hellroten Kleid, von Ruth so angezogen und geschminkt, damit er im Spiegel mal prüfen soll, ob er Lust dazu hätte, sich zu küssen- bedient sich Jane Campion meiner Ansicht nach deshalb, damit wir rufen : Was für ein Unfug, alles Quatsch.
Dann aber miterleben, dass dieses Spiel, dieser Quatsch, Prozesse auslöst, und zwar die richtigen.

Meiner Ansicht nach soll der Film auf der ganzen Linie desillusionieren und uns zeigen, dass wir alle einfach nur unzulängliche Menschen sind und es auch bleiben werden, und daher unsere Ziele etwas niedriger stecken und den Ball flach halten müssen.

So wie hier am Ende Ruth und ihre Mutter in Indien leben, aber nicht in einem Ashram, sondern einfach und bodenständig, normal, sinnlich, fröhlich UND gestresst, krank UND gesund, spirituell UND menschlich. Wie es sich gehört.

Für mich kommt Jane Campion mit allen ihren Filmen rüber als eine abgeklärte Frau mit feministischem Ansatz, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Wahrheit hinter dem Schein zu zeigen- vor allen Dingen die Tatsache, dass die angeblich schöne soziale Realität nur eine mentale Konstruktion ist, die mit der Wirklichkeit meist nicht viel zu tun hat.

Und die wohl auch darüber belehren will, dass Frauen anders lieben als Männer und eine andere Sexualität haben als Männer, und die zu zeigen versucht, wie Frauen den Durchbruch schaffen hin zu etwas, was beiden Seiten etwas bringen könnte.
So schon in ihrem Meisterwerk "Das Piano", für den sie einen Oscar erhielt.
Aber auch in allen ihren anderen Werken, wie nun der Krimi-Miniserie "Top of the lake".

Und eben auch hier unter "Holy Smoke", bei dem wieder Sex einen sehr großen Raum einnimmt.
Weil es halt ihr Thema ist, so wie es auch das Thema von Ulrich Seidl ist,
Beide wohl in gewisser Weise "Freudianer", also das Menschsein mit der Sexualität fast gleichsetzend, als dominante Lebenstriebkraft, die sich aber leider nur die wenigsten Menschen gewinnbringend erschließen und ausleben können.

Deshalb von mir 4 Punkte und Kaufempfehlung.


Nett ist die kleine Schwester von Scheiße: Danebenbenehmen und trotzdem gut ankommen
Nett ist die kleine Schwester von Scheiße: Danebenbenehmen und trotzdem gut ankommen
von Rebecca Niazi-Shahabi
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unausgegorene Übung für das Folgebuch, 4. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem mich das spätere "Ratgeberwerk" dieser Autorin : "Ich bleib so scheiße wie ich bin", restlos überzeugt hat, habe ich mir auch dieses Buch hier bestellt, von dem ich teilweise auch sehr angetan bin, aber insgesamt NICHT überzeugt.

Sehr gut finde ich ihre Definitionen von Charme und von Charisma.
Von beiden Phänomenen hatte ich bisher ganz andere und möglicherweise falsche Vorstellungen.

Besonders mich selbst hielt ich bisher zwar für witzig, schlagkräftig, ehrlich, offen gefühlsbetont - eine Smalltalkverweigerin mit der eigenen Mission, Masken abzureißen und die Wahrheit hinter dem Schein nicht nur zu entdecken sondern auch zu vermitteln - aber als charmant hätte ich dieses mein abweichlerisches Benehmen niemals angesehen, sondern eher als das blanke Gegenteil davon.

Und: es gab zwar Mitbürger, die mir einen "herben Charme" nachsagten, und sogar Charisma, aber zumindest das Erstere hielt ich nur für Schleimerei.
Die meisten meiner Erfahrungen waren aber eher so, dass meine Mitmenschen Angst vor mir bekamen, MIR diese Art von Charme und Charisma mit Sicherheit keine Türen und Tore geöffnet haben, sondern wenn dann doch eher etwas in Richtung Hausverbot, wenn auch nie ausdrücklich erteilt.

So halte ich es auch nicht für Zufall, dass die Autorin hier fast nur männliche Charmeure und Charismatiker und deren paradox wirkenden Erfolg mit dieser Art oder dieser Masche vorstellt, ihre einschlagende Wirkung beschreibt und analysiert.

Erfolgreiche Frauen mit dieser Version von Charme und Charisma dürfte sie - außer ev. im Showbusiness, Verona Feldbusch und ihre Nachfolgerin in Blond, oder Kabarettistinnen - wohl auch kaum gefunden haben oder finden.
Jenseits von Bühnen und Filmwelten nämlich ist bei Frauen meiner Ansicht und Erfahrung nach das Danebenbenehmen immer noch eher eine Garantie für den Erhalt der gelben oder der roten Karte, und "Pretty Woman" ist und bleibt Kintopp statt Realität und dürfte auch keine Realitäten dieser Art geschaffen haben oder noch schaffen können.

Mein Leben mit dieser Art von in diesem Buch gelobtem Charme und Charisma - die mir irgendwie angeboren ist und die ich immer eher als Fluch erlebte - war nicht leichter als das der angepassten Frauen, bei denen der Charme aus Liebreiz, Anpassungswillen und geheuchelter oder tatsächlicher Naivität bestand, sondern schwerer. Wesentlich schwerer !
Jedenfalls privat. Beruflich habe ich durchaus Nutzen daraus ziehen können.

Ansonsten gab es für mich nur den einen Vorteil dieses Fluchs, den Frau Naizi-Shabani ebenfalls benennt: ich war immer immun gegen Hochstapler, die ich binnen 10 Minuten als solche erkannte.

Was ich sogar an einem Beispiel hier glaubhaft machen kann, das in diesem Buch über Seiten Raum findet : Gerd Postel.
Der hatte nämlich auch mich mal auf Kimme und Korn genommen.
In einer Hotelsauna, wo er schon an der Rezeption - zugleich auch die Bar, an der ich gerade saß-den Herrn Wichtig gab und tönte, er sei Chefarzt der psychiatrischen Abteilung der Charite, und habe Bereitschaftsdienst, so dass man ihn bitte jederzeit ans Telefon rufen wolle.
Ich gleich so zu mir : "Wie bitte ?!"
Dann fiel mir auf, dass er nicht einmal einen Bademantel hatte, jedenfalls keinen trug, sondern immer nur mit einem knappen Handtuch - eher als Lendenschurz zu bezeichnen- herum rannte.

Mag sein, dass viele Frauen auf so ein rüpelhaftes Benehmen eines Psychiaters mit Fasziniertsein reagieren; im Sinne von
" Na, das ist ja mal ein ganz herziger und volksnaher Psychiater".
Aber ich wusste eben noch, dass einem echten Chefarzt so etwas nicht passieren darf, und dass er deshalb auch keiner sein konnte.

Dann machte er mich auch auf die im Buch beschriebene Art an, stellte auch bei mit fest, dass da eine ganze Menge brach liege, und wenn er mich bei dem Spruch auch noch angefasst hätte, hätte er es kaum überlebt.
Nachdem ich darauf nur erwiderte, dass ich kein Feld sei, fragte er mich, was ich davon halte, vor dem Sex mit Ketschup beschmiert zu werden.
Und am Ende meinte er, dass ich ihn gerne noch auf ein Glas Wein einladen dürfe.
Woraufhin ich ihn mit einem kopfschüttelden : " Hääääääääää ?!" verabschiedete.
Nicht weil ich keine Männer einlade; das tue ich oft, pflege es aber selber zu bestimmen.
Und von einem Chefarzt erwarte, dass er sein Glas Wein selber bezahlt und mir ein etwaiges Kompliment, dass er mich für emanzipiert halte, anders ausdrückt.

In gewisser Weise war Postel wohl auch so was wie ein PUA ( Pick Up Artist), denn sein schlechtes Benehmen ist ja deren Masche.
Frauen aber kommen mit dieser männlichen Masche gewiss nicht weit.

Tja, Pech gehabt.
ICH nahm dieses schlechte Benehmen für das, was es in dem Fall dann ja auch war und meiner Ansicht nach nichts anderes sein konnte : ein untrügerisches Anzeichen dafür, dass er auf keinen Fall der oder das sein könne, was zu sein er vorgab.

Und als ich dann später in den Medien nachlesen konnte, wer da alles auf diesen Mann, dem meinem Eindruck von ihm nach die Primitivität und Dummheit aus allen Poren krauchte, reingefallen ist, fand ich immer noch nicht ihn stark, sondern seine Opfer schwach.
Extrem schwach sogar.

Gut, in einem Cafe oder beim Vorstellungsgespräch in den Kliniken war er u.U. nicht ganz so leicht zu entlarven wie in der Sauna.
Aber so plump wie der mir kam MUSS es auch da ein paar DEUTLICHE Anzeichen gegeben haben.

Falls nicht, bin ich eben wirklich eine Charismatikerin, die auf diese Art von Pseudocharismatiker nicht rein fällt.

Ich finde dieses Buch zwar nicht völlig unwahr, aber noch sehr unausgegoren.
In dem zweiten geht es dann ja nicht mehr darum, sich mit schlechtem Benehmen Türen zu öffen, sondern mehr darum, offene Türen in den Abwärtsstrudel hinein zu schließen.

DAS ist gereifter und DAMIT konnte und kann ich dann auch was anfangen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 27, 2013 12:35 PM CET


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Harry erkennt seine Fehldiagnose ?, 5. August 2013
Immer noch hochgradig spannend, fesselnd und überraschend.

Das alte Thema - Serienkiller - wieder interessant, weil dem Zuschauer hier eine Gruppe von vier Männern zugemutet wird, die seit Jugendzeiten gemeinsam den immer gleichen Frauentyp kidnappen, vergewaltigen ( nur zwei der vier Bestien), foltern und schlussendlich ermorden und entsorgen, was dem Vierten aus dem Bunde überlassen wird.
Eine Horrortruppe, die über jedes normale Vorstellungsvermögen hinaus geht.
Und wenn man bedenkt, dass auch das vermutlich auf eine wahre Begebenheit zurück geht, dann kann frau es wirklich mit der Angst zu tun kriegen.
Aber auch gewarnt sein vor GURUS - vor Menschen, die hysterische Massen angeblich ins Licht führen, aber selber Fürsten der Finsternis sind; schwerstkrank und gestört.

Eingebaut wurde auch - wenn auch leider nur andeutungsweise- das sog. Stockholmsyndrom.
Das erste Opfer dieser Truppe - das noch überlebte- hat sich in den Oberfreak verliebt und ihm noch 20 Jahre lang die bedingungslose Treue und "Loyalität" gehalten, und das Ganze mit Alkoholismus gedämpft.

Weiter dann ein neues Thema : Dexter als Gefühlsmensch, der Nähe aufbaut und zulassen kann.

Gut, ich dachte ohnehin während der gesamten Serie schon, dass wenn Dexter ein Mann ist, der mehr als alle anderen von seinen Gefühlen und auch von Empathiefähigkeit abgeschnitten ist durch sein Kindheitstrauma, was dann denn nur mit vielen der Normalmänner falsch gelaufen ist ? LOL.
Für mich kam er an sich immer sehr emotional und potenziell auch beziehungsfähig rüber.
Besser als seine Beziehung zu seiner Schwester Debbie kann eine Bruder-Schwester-Kiste doch wohl kaum laufen, oder ?

Aber in der 5. Staffel erkennt das alles auch Harry - als Geist - und sagt zu Dexter, dass er sich geirrt und ihn falsch behandelt habe.

Also : Heilbarkeit in Sicht ?!

Mehr will ich hier nicht verraten, denn die 5. Staffel haben bislang sicher noch nicht ganz so Viele selber gesehen wie die ersten schon betagten Staffeln.
Und so will es ihnen die Spannung nicht verderben.
Schaut es Euch an, es lohnt sich.


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