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Beiträge von Judith Schmidt
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Hilfreiche Bewertungen: 1258

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Rezensionen verfasst von
Judith Schmidt "Bücherschreckse"
(REAL NAME)   

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Lilientod
Lilientod
von Anne Delseit
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,95

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der gute Wille war da..., 6. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Lilientod (Taschenbuch)
Vom Zeichnerischen her weckt "Lilientod" nicht gerade Begeisterung - es gibt zwar sehr gelungene und schön anzusehende Panels, aber es gibt auch eine Menge anatomischer und perspektivischer Fehler sowie des öfteren Hintergründe, die vor allem durch Abwesenheit glänzen. Die üblichen Anfängerschwierigkeiten halt, und was mich letztlich wesentlich mehr gestört hat, war die Geschichte selbst.
Die enthält nämlich gleich mehrere Logikfehler. Wie kann es bei so vielen Morden bisher niemandem außer Prinz Arin aufgefallen sein, dass die Opfer allesamt Adlige waren, die Streit mit dem König hatten? Warum ergreift niemand Schutzmaßnahmen, obwohl angeblich alle in Angst und Schrecken leben? Wieso erinnert sich Arin erst so spät an die Ereignisse der Vergangenheit? Aber vor allem: Weshalb jagt der Prinz dem maskierten Mörder zuerst erfolglos durch die ganze Stadt nach, um ihn nach ihrer ersten amourösen Begegnung (jetzt sage bitte keiner, das wäre ein Spoiler!) ständig in seinem Zimmer zu besuchen, das offenbar nur ein paar Schritte von seinen eigenen Palastgemächern entfernt ist?!
Apropos "amouröse Begegnung", ein weiterer Schwachpunkt des Mangas ist, dass die ganze Liebesbeziehung zwischen Arin und dem mysteriösen Attentäter unmotiviert wirkt. Zunächst wird nicht wirklich klar, warum der Prinz schmutzigen Fantasien über den Mörder nachhängt, den er mit allen Mitteln zu fassen versucht, und dann landen die beiden auch schon holterdipolter miteinander im Bett. Stimmung kam so für mich nicht auf...
Fazit: Die Autorinnen haben es offensichtlich nicht geschafft, die nette Yaoi-Grundidee zu einer zusammenhängenden und überzeugenden Geschichte auszubauen. Da auch der Zeichenstil noch stark verbesserungswürdig ist, gibt es von mir daher nur zwei Sterne.


Schwarze Serie
Schwarze Serie
von Mythic
  Broschiert
Preis: EUR 10,00

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Rubine in neuen grafischen Gewändern..., 5. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Schwarze Serie (Broschiert)
Im inzwischen schon zehnten Band der "Rubine"-Serie haben die Autoren offenbar beschlossen, den Zeichenstil zu verändern. Dieser soll nun wohl erwachsener und ernster wirken - was sich vor allem darin äußert, dass fast alle Personen unglaublich lang und dürr sind und obendrein oft auch noch sehr kantige Gesichter haben. Besonders schlimm hat es Shirleys Polizeikollegen und Freund Simon erwischt, der im wahrsten Sinne des Wortes einen Quadratschädel und dazu ein Knubbelkinn hat! Schmerzhaft ins Auge gesprungen ist mir unter anderem auch der Polizist auf Seite 21, dessen Beine fast doppelt so lang sein dürften wie sein Oberkörper, und auf Seite 44 Frau Blackwood, deren Gesicht und Oberweite in ihrer Eckigkeit einem Picasso-Porträt alle Ehre machen würden. Kurz gesagt, ich halte den neuen Stil für keine Verbesserung - eher im Gegenteil.
Dazu kommt noch, dass die Geschichte selbst nicht besonders gelungen ist. Die Auflösung ist nicht sonderlich originell und die "witzigen" Gespräche der etwas depperten Gangster zu gewollt, um wirklich lustig zu sein. Außerdem hatte ich mehrmals den Eindruck, dass zuviele gleichzeitige Ereignisse und damit Sprechblasen in ein Panel gequetscht wurden, was dem Lesefluss nicht eben förderlich war.
Fazit: Ich habe "Rubine" bisher gern gelesen, aber dieser Band war eine ziemlich böse Überraschung für mich. Ich kann nur hoffen, dass die Autoren das Experementieren schnellstmöglich einstellen. Was ist denn verkehrt am guten alten Semi-Funny-Stil?


Keyla 02, Bd 2
Keyla 02, Bd 2
von Nicole Klementz
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,00

2.0 von 5 Sternen Leider ein schwacher Abschluss, 4. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Keyla 02, Bd 2 (Taschenbuch)
Es tut mir leid, das zu sagen, aber der zweite Band ist eindeutig missraten. Ich hoffe, die Autorinnen fassen diese Rezension als konstruktive Kritik und nicht als persönlichen Angriff auf, denn ausschließlich im ersteren Sinne ist sie gemeint.
Das Hauptproblem von "Keyla 2" ist, dass viel zu viel an Stoff und Handlung in diesen Abschlussband gequetscht wurde. Dementprechend stürzt die Geschichte Hals über Kopf ihrem Ende entgegen, ohne auf die neuen Entwicklungen und Personen überhaupt vernünftig eingehen zu können. Schon die Entdeckung, die Keyla bezüglich der Vergangenheit ihres Volkes macht, würde allein für einen ganzen Band reichen. Ihr Abenteuer als Sklavin in einem reichen Außerirdischen-Haushalt trägt dagegen meiner Ansicht nach absolut nichts zur eigentlichen Geschichte bei. Zum Schluss müssen einige Zufälle und der Zeitraffer herhalten, damit es noch schnell zu einem Happyend kommen kann.
Da mich an den Zeichnungen außerdem weiterhin die sehr skizzenhaften und detailarmen Hintergründe stören, reicht es zusammen mit der überhasteten Handlung nur zu zwei Sternen.


V wie Vendetta (Einzel-DVD)
V wie Vendetta (Einzel-DVD)
DVD ~ Natalie Portman
Preis: EUR 4,97

12 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Achtung, hier droht Ihnen eine Überdosis politischer Korrektheit!, 29. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: V wie Vendetta (Einzel-DVD) (DVD)
"V wie Vendetta" beginnt vielversprechend: In dem düsteren und bedrückenden England einer keineswegs weit entfernten Zukunft herrscht ein autoritäres Regime, dem sich auch die junge Evey (Natalie Portman) ängstlich fügt, bis sie eines Nachts Zeugin eines Anschlags wird, den ein mysteriöser Maskierter verübt: V (Hugo Weaving, dessen Gesicht den gesamten Film über nicht zu sehen ist). Zunächst gegen ihren Willen wird sie in einen Rachefeldzug verwickelt, dessen Motive erst nach und nach klar werden...
Leider sehr viel schneller klar wird, dass hier ein durch und durch politisch korrektes Märchen erzählt wird, in dem alles hübsch in Schwarz (die ganz, ganz Bösen) und Weiß (die herzerweichend Guten) aufgeteilt ist.
Das unterdrückerische Regime bildet eine konservativ-christliche Partei, die von Großunternehmern und der Kirche unterstützt wird - die sprichwörtliche Achse des Bösen für alle linken Intellektuellen und politsch korrekten Weltverbesserer also. Dementsprechend gehen die hässlichen Kapitalisten für ihre Gewinne über Leichen, der verlogene Klerus verlustiert sich pädophil und der Parteichef der Konservativen ist ein homophober Fanatiker, der im ganzen Land Andersdenkende verhaften, foltern und verschwinden lässt.
Zwar foltert und mordet auch der maskierte Held - aber natürlich für einen guten Zweck. Und der heiligt ja bekanntlich die Mittel. Er quält also Evey tagelang psychisch und physisch, um sie "stark zu machen". Und siehe da - sie ist ihm hinterher nicht nur nicht böse deswegen, sondern bekehrt sich tatsächlich zu einer von nun an furchtlosen Mitstreiterin für das Gute. Viva la Revolucion - Byebye Logik und (Rest-)Sympathie für den Helden!
Entfacht wird dieser revolutionäre Eifer in Eveys Herzen neben Vs "Überzeugungsmethoden" übrigens auch durch eine lesbische Märtyrerin für die Sache, deren Leben und Lieben der Zuschauer allerdings in so unglaublich verkitschten Rückblenden erzählt bekommt, dass er eher lachen als über ihr Schicksal weinen möchte.
Zum Schluss kommt dann alles wie erwartet: Das bis dahin völlig passive Volk geht plötzlich massenhaft auf die Barrikaden, V beseitigt (Matrix-haft cool) die letzten Bösewichter, Evey findet zu sich selbst - und der Zuschauer hat das ärgerliche Gefühl, zwei Stunden lang indoktriniert worden zu sein.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 19, 2012 6:47 PM MEST


Schöner Denken: Wie man politisch unkorrekt ist
Schöner Denken: Wie man politisch unkorrekt ist
von Josef Joffe
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

61 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Humorvolle Demontage des politisch korrekten Sprachgebrauchs, 29. Juli 2009
Können Sie nur noch genervt stöhnen, wenn in den Medien wieder mal vom "Dialog der Kulturen" die Rede ist? Müssen Sie unkontrolliert kichern, wenn eine Feng-Shui-Expertin ihnen unbedingt erzählen möchte, wie sie durch Möbelrücken reich, schön und gesund werden können? Oder knirschen Sie vor Wut mit den Zähnen, wenn bestenfalls dümmlich-naive, aber linke Schriftsteller, Künstler oder Philosophen zu Geistesgrößen und moralischen Vorbildern verklärt werden?
Dann werden sie an "Schöner Denken" ihre Freude haben!
Hier haben nämlich vier Autoren in Form eines kleinen Lexikons Begriffe und Schlagwörter des politisch korrekten Sprachgebrauchs alphabetisch gesammelt und ironisch bis satirisch durchleuchtet. Dabei gelingt es ihnen, aus so mancher hohlen Phrase die Luft abzulassen, Naivität und Heuchelei bloßzustellen, einige Lichtgestalten des Gutmenschentums vom Sockel zu holen und so manche unbequeme Wahrheit auszusprechen.
Einige Einträge sind nicht länger als ein Satz und treffen den Nagel dennoch genau auf den Kopf. Das Stichwort "Konsens" wird zum Beispiel definiert als "Gemeinsame Position, hergestellt durch Ausklammerung sämtlicher Streitfragen". Die "Friedensmacht" ist ein "Gemeinwesen, dem im Angesicht einer Kalaschnikow die überzeugenden Argumente ausgehen". Und der "Dialog der Kulturen" wird folgendermaßen zusammengefasst: "Wenn die eine Seite Respekt predigt und die andere Botschaften anzündet."
Natürlich sind die Autoren stellenweise polemisch - schließlich soll hier auch durch Provokation aufgeschreckt werden. Vieles entspricht aber auch schlicht der traurigen Wahrheit (siehe "Dialog der Kulturen"). Einige Begriffe habe ich allerdings vermisst und andere hätte ich gerne etwas ausführlicher behandelt gesehen. Insgesamt hatte ich ein bisschen den Eindruck vieler kleiner und leckerer Appetithäppchen, die Lust auf mehr machen, ohne dieses "mehr" liefern zu können. Trotzdem ist "Schöner Denken" ein unterhaltsames und erfrischendes Buch, allein schon deshalb, weil hier (mit Humor) vieles ausgesprochen wird, das man selbst schon oft gedacht, sich aber nie laut zu sagen getraut hat.
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 13, 2014 4:16 PM CET


Tod im Roten Pavillon: Kriminalfälle des Richters Di, alten chinesischen Originalquellen entnommen
Tod im Roten Pavillon: Kriminalfälle des Richters Di, alten chinesischen Originalquellen entnommen
von Robert van Gulik
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mysteriöse Todesfälle im Las Vegas der Tang-Dynastie, 29. Juli 2009
Robert van Gulik verfügt als Schriftsteller über zwei beneidenswerte Talente. Er hat einen klaren und präzisen Schreibstil, der dem Leser die Menschen und das Leben der Tang-Dynastie lebendiger vor Augen führt als die ausufernden Beschreibungen und verschnörkelten Dialoge vieler anderer historischer Romane. Und es gelingt ihm immer wieder, mehrere anfangs scheinbar unabhängige Handlungsfäden zu einem nicht nur logischen, sondern auch spannenden Kriminalfall zu verbinden.
So auch in "Tod im Roten Pavillon", in dem Richter Di auf der Rückreise zu seinem Amtsposten auf der Paradiesinsel Halt macht. Eigentlich möchte er dieses staatlich kontrollierte Paradies des Glücksspiels und der käuflichen Liebe gleich am nächsten Morgen verlassen, aber er wird um Mithilfe bei der Aufklärung eines Selbstmordes gebeten. Kurz darauf wird auch Herbstmond, die schönste und begehrteste Kurtisane des Paradiesinsel, tot aufgefunden - in Richter Dis Zimmer! Es bleibt ihm also nichts anderes übrig, als die mysteriösen Vorgänge in der "Welt der Blumen und Weiden" genauer unter die Lupe zu nehmen...
Auch dieser Richter-Di-Fall ist also spannend und unterhaltsam mit lebendigen Personen sowie einer Prise Humor, da Lebemann Lo seinen Amtskollegen Di in eine peinliche Lage bringt und sein Gehilfe Ma Jung für ein unglückliches Liebespaar unfreiwillig zum Retter in der Not wird. Volle fünf Sterne gibt es nur deshalb nicht, weil Gulik sich in den späteren Bänden sogar noch steigert. Und weil ich mich bei den Illustrationen nie entscheiden kann, ob ihr Aussehen tatsächlich der Orientierung an alten chinesischen Holschnitten entspringt, oder ob Gulik einfach über bedeutend mehr schriftstellerisches als zeichnerisches Talent verfügt hat...
Auf jeden Fall kann ich Guliks Richter-Di-Romane allen Fans historischer Krimis nur wärmstens empfehlen!


Idol
Idol
von Stella Brandner
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nichts für Leser, die älter sind als 12, 23. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Idol (Taschenbuch)
Elle aus Dortmund ist ein Riesenfan der amerikanischen Rockgruppe Sub Four und unsterblich verliebt in deren Sänger Damien. Rein zuuufällig lernt sie ihn nach einem Konzert persönlich kennen und wird selbstverständlich vom Fleck weg eingeladen, die Jungs bei ihrer Tour zu begleiten. Die vier Superstars sind natürlich alle überhaupt nicht eingebildet, voll nett und sprechen anscheinend perfekt Deutsch. Es wird wohl keinen überraschen, wenn ich verrate, dass sich außerdem Damien sofort in die süße Elle verliebt...
Wie man sieht, handelt es sich bei "Idol" um ein naives Liebesgeschichtchen mit einer Prise (reichlich harmloser) Schwierigkeiten und einer Extraportion Zucker obendrauf. Zeichnerisch macht der Manga keinen schlechten Eindruck. Besonders angetan war ich davon, dass die Autorin sich im Gegensatz zu so manchen anderen Mangaka die Mühe gemacht hat, Hintergründe zu zeichnen - und das auch noch einigermaßen perspektivisch. Da mich die vorhersehbare Herz-Schmerz-Handlung aber schlicht gelangweilt hat, kann ich leider insgesamt nicht mehr als zwei Sterne vergeben. Ich vermute aber, dass der Manga Leserinnen um die 12 Jahre herum besser gefallen könnte.


Ontika: Das Vermächtnis des Drachen
Ontika: Das Vermächtnis des Drachen
von Manfred Theisen
  Gebundene Ausgabe

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kölle, das hast du nicht verdient!, 17. Juni 2009
Die durchweg positiven Rezensionen hier haben mich schwer erstaunt. Sicher, im Grunde hat "Ontika" alles, was eine ordentliche (wenn auch nicht besonders originelle) Fantasy-Geschichte braucht:
Eine verborgene Welt, die unter anderem von Zwergen, Elfen, Trollen und Drachen bevölkert wird. Einen jungen Helden, der laut Prophezeiung zum Retter dieser Welt bestimmt ist. Eine Gruppe von unterschiedlichen Freunden, die zusammen mit demselben auf Weltrettungsmission gehen. Und schließlich grausame und verschlagene Gegner, die alles daran setzen, den Heldentrupp aufzuhalten.
Nur leider ist diese Geschichte so schlecht geschrieben, dass es zum Heulen ist! Ich habe wirklich selten einen Fantasy-Autoren mit so wenig Fantasie und Erzähltalent gelesen. Die reichlich stereotypen Personen werden einem ohne irgendwelche Einleitungen einfach vor die Nase geknallt. Genauere Beschreibungen - ob nun der Charaktere oder der Umgebung - gibt es nur, wenn sie unbedingt notwendig sind, und auch dann gehen sie nie über die gängigsten Fantasy-Klischees hinaus. Das Schlimmste aber ist, dass die gesamte Handlung in einer Art Telegrammstil verfasst ist, der sich etwa so liest:

Maron stieg zusammen mit den Ältesten in die Höhle. "Endlich bist du da", begrüßte ihn der Drache. "Maron, du bist auserwählt und musst unsere Welt retten, wenn ich nicht mehr da bin." Der Drache unterbrach sich, um einen Schluck aus seiner Quelle zu nehmen. Doch was war das? Ein merkwürdiger Geschmack breitete sich auf seiner Zunge aus, er wand sich in Krämpfen und fiel kurz darauf tot um. Die Ältesten sahen sich erschrocken an. Dann wandten sie sich an Maron: "Du musst uns schneller retten als wir gedacht haben. Am besten du brichst sofort auf." "Das werde ich tun", sagte der Junge, verließ die Höhle, packte und brach auf.

Gut, ich übertreibe natürlich etwas, aber leider ist diese Parodie immer noch viel zu nah an der traurigen Realität. Verstärkt wird dieser Telegramm-Effekt dadurch, dass mehrere Handlungsstränge gleichzeitig verfolgt werden und der Autor nach manchmal nur drei, vier dürren Seiten schon wieder an einen anderen Ort springt. Dass so keinerlei Atmosphäre aufkommen kann, versteht sich von selbst. Von Spannung will ich gar nicht reden, schließlich weiß man dank der Schablonenhaftigkeit der Charaktere, Dialoge und Entwicklungen sowieso immer im Voraus, was passieren wird. Und spätestens auf Seite 50 ist einem dann herzlich egal, ob die Welt Ontika nun gerettet wird oder nicht.
Schade um die nette Grundidee einer unterirdischen Fantasy-Welt unter dem Kölner Dom - mit etwas schriftstellerischem Talent hätte sich daraus sicher ein richtig gutes Buch machen lassen.


Benjamin: Orange
Benjamin: Orange
von Bin Zhang
  Broschiert

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Pubertärer Weltschmerz in stylishen Bildern, 15. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Benjamin: Orange (Broschiert)
Dem Verlagstext zufolge möchte der chinesische Zeichner Bin Zhang in seinen Comics das Lebensgefühl einer "kranken chinesischen Jugend" einfangen. Mir erscheint die Geschichte unter der stylishen Oberfläche aber inhalts- und sinnlos und der pubertäre Weltschmerz der Heldin Orange sowie die Coolness ihrer Zufallsbekanntschaft Dashu wirken aufgesetzt. Das Nachwort des Autors, in dem er im Ton eines altklugen 16-Jährigen über das Leben und seine Ideale philosphiert, hat mich auch nicht unbedingt beeidruckt.
Was die Zeichnungen betrifft, ist Bin Zhang durchaus talentiert und offensichtlich ein Profi im Einsatz von Zeichenprogrammen, aber sein Zeichenstil hat nichts Originelles und ich mag es außerdem nicht, wenn mir jedes Bild förmlich zubrüllt: "Ich bin aus dem Computer!"
Fazit: "Orange" ist ein Comic über depressive und orientierungslose chinesische Teenager, der auf mich sowohl inhaltlich als auch grafisch gekünstelt und oberflächlich wirkt. Keine Kaufempfehlung.


Drei Schatten
Drei Schatten
von Cyril Pedrosa
  Broschiert

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine bewegende Geschichte von Liebe und Tod, 15. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Drei Schatten (Broschiert)
Schon lange hat mich kein Comic mehr so beeindruckt wie "Drei Schatten", der sowohl zeichnerisch als auch inhaltlich außergewöhnlich ist.
Die Bilder, die auf den ersten Blick an ein Kinderbuch erinnern und stellenweise unfertig und skizzenhaft wirken, entfalten eine solche Ausdruckskraft und eigene Schönheit, wie sie nur ein echter Zeichenkünstler zu Papier bringen kann.
Die Handlung bedient sich märchenhafter Elemente, um eine berührende Geschichte über elementare menschliche Erfahrungen zu erzählen, zu denen auch die Unausweichlichkeit des Todes gehört. Mehr darf (und möchte) ich nicht verraten. Das Ende ist zugleich traurig und tröstlich und bildet den perfekten Abschluss eines wunderbaren Comics, den ich nicht so schnell vergessen werde.


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