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Rezensionen verfasst von
Judith Schmidt "Bücherschreckse"
(REAL NAME)   

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Restart
Restart
von Shoko Hidaka
  Taschenbuch

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gemischte Gefühle, 23. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Restart (Taschenbuch)
So wie "Not Enough Time" und "Geliebter Freund" besteht auch "Restart" wieder aus mehreren Geschichten - expliziten Yaoi-Geschichten, falls das jemand noch nicht mitbekommen haben sollte.

Das titelgebende "Restart" umfasst fünf von den insgesamt sieben Kapiteln dieses Mangas und handelt von Tadashi und Aki, die als Dressmen, also männliche Models, arbeiten. Aki ist noch neu in dem Beruf, aber bereits ein echter Star und inzwischen viel gefragter als Tadashi, was diesen mehr verunsichert, als er zuzugeben bereit ist. Weiter verkompliziert wird seine Einstellung zu Aki dadurch, dass die beiden nach einer feuchtfröhlichen Feier zusammen im Bett gelandet sind, Aki ihm seitdem aber ostentativ die kalte Schulter zeigt. Tadashi, dessen Erinnerungen an diese Nacht alkoholbedingt ziemlich lückenhaft sind, kann sich darauf keinen Reim machen und ist von der ganzen Situation mehr als frustriert.
Alles in allem ist die Geschichte um die beiden Dressmen und den holprigen Start ihrer Beziehung ganz nett, allerdings hat Tadashi mehr Charakter abbekommen als der durchgehend blasse Aki, dessen häufig kindisches Verhalten auf mich eher nervig als niedlich wirkt. Schade ist auch, dass die Mangaka sich ausschließlich auf die beiden Hauptpersonen konzentriert und so interessante Nebenfiguren wie Noguchi-san, die Chefin der Model-Agentur, zu reinen Stichwortgebern degradiert.

Auch die zweite Geschichte ("Für Dich") spielt im Model-Mileu. Hier geht es um den Highschool-Schüler Shunsuke, der schon seit seiner Kindheit modelt und bei seinem neuen Projekt an einen ziemlich merkwürdigen Fotografen namens Kishida gerät. Dieser erklärt Shunsuke beim gemeinsamen Shooting aus heiterem Himmel, dass er ihn liebt, um dann begeistert Aufnahmen von seinem fassungslosen Gesicht zu machen. Shunsuke hält das zuerst für einen dämlichen Scherz, aber Kishida versichert ihm, es völlig ernst zu meinen...
Diese Geschichte ist eindeutig die schwächste des ganzen Bandes. Erstens sind das engelsgesichtige Jungmodel und sein Fotograf das reinste Klischee-Paar, wie Shoko Hidaka im Nachwort selbst gesteht, und zweitens finde ich es alles, nur nicht erotisch, wenn in einer Geschichte mit Sexszenen einer der Beteiligten aussieht wie ein Zwölfjähriger.

In der dritten und letzten Geschichte ("Es soll sich fügen") geht es mal nicht um ein Model, sondern um den Studenten Tatsumi, der im Bus plötzlich Shinozaki, seine erste große Liebe, wiederzuerkennen glaubt - was allerdings völlig unmöglich ist, da dieser tot ist. Und tatsächlich handelt es sich nicht um Shinozaki, sondern um seinen jüngeren Bruder, der ihm zwar äußerlich ähnelt, aber unfreundlich und abweisend auftritt. Tatsumi, der über Shinozakis Tod nie wirklich hinweggekommen ist, zieht es dennoch wie gegen seinen Willen immer wieder in dessen Nähe, bis es an einem flirrendheißen Sommertag zu einer folgenschweren Konfrontation zwischen den beiden kommt.
"Es soll sich fügen" ist für mich die mit Abstand beste der drei Geschichten. Auf nur 32 Seiten gelingt es der Mangaka hier besser als in "Restart", ihren Protagonisten Persönlichkeit und emotionale Tiefe zu verleihen und eine glaubwürdige und berührende Liebesgeschichte zu erzählen.

Summa summarum: Dieses Werk von Shoko Hidaka besteht aus einer eher durchschnittlichen ("Restart"), einer schlechten ("Für Dich") und einer sehr guten Geschichte ("Es soll sich fügen") und erhält somit von mir die Gesamtnote drei. Ob sich der Kauf lohnt, muss anhand obiger Zusammenfassungen jeder selbst für sich entscheiden.


Krähen 02
Krähen 02
von Marie Sann
  Broschiert

2.0 von 5 Sternen Eine unausgegorene Horror-Fantasy-Geschichte in schönen Bildern, 29. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Krähen 02 (Broschiert)
Beginnen wir mit dem Positiven - mit Marie Sanns Zeichnungen, die sich seit der Veröffentlichung ihres Mangadebüts "Sketchbook Berlin" (2006) stark weiterentwickelt haben. Ihre beeindruckend detaillierten Bleistiftzeichnungen sind nicht nur schön anzusehen, sondern lassen auch deutlich erkennen, dass die Zeichnerin solche Dinge wie eine überzeugende Raumperspektive, korrekte Proportionen und die realistische Darstellung von Bewegung beherrscht.

Die in Zusammenarbeit mit Guido Neukamm entstandene Geschichte selbst enttäuscht jedoch leider. Was sich im ersten Band noch düster-geheimnisvoll anließ, entpuppt sich nun im zweiten als wenig innovatives und eher schwach umgesetztes Horror-Fantasy-Allerlei.
Die drei Hauptpersonen Ice, Cassandra und Rif sind fast die gesamte Handlung über damit beschäftigt, von einem blutigen Kampf zum nächsten zu laufen - wenn sie nicht gerade so sinnvolle Dinge tun wie Reizwäsche anzuprobieren, mit einer alten Flamme in die Kiste beziehungsweise in die Badewanne zu hüpfen und auf der Gitarre weltschmerzgetränkte Liedtexte zu klimpern. Das soll wohl jugendlich-cool wirken, kam mir aber eher albern vor. Zusätzliche Abzüge gibt es dafür, dass hier allzu viele Unbeteiligte um des reinen Schockeffekts willen von den bösen Krähen-Wesen umgebracht werden, ohne dass diese grausamen "Intermetzel" für die eigentliche Handlung von Bedeutung wären.

Und so komme ich zum Schluss zu dem bei Comic-Rezensionen schon häufiger gezogenen Fazit, dass selbst die schönsten Zeichnungen eine schwache Geschichte nicht wettmachen können. Vielleicht sollte es Marie Sann mal mit einem anderen Co-Autor versuchen?


Cappuccino: (Einzelband)
Cappuccino: (Einzelband)
von Wataru Yoshizumi
  Broschiert
Preis: EUR 6,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Beziehungsgeschichte als Josei-Manga, 14. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Cappuccino: (Einzelband) (Broschiert)
Mit "Cappuccino" legt Wataru Yoshizumi einen weiteren Josei-Manga vor - also einen Manga, der sich nicht an junge Schulmädchen, sondern an erwachsene Frauen richtet. Die beiden Hauptprotagonisten, Ari und Sosuke, sind ein Paar, das nach dem Studium zusammenzieht und nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten seitens Aris Eltern sehr glücklich ist. Aber erst schleicht sich nach und nach der Alltag in ihre Beziehung ein und dann begeht Sosuke einen verhängnisvollen Fehler...

Mehr will ich nicht verraten und fasse daher nur noch einmal kurz zusammen: "Cappuccino" ist eine erwachsene Beziehungsgeschichte, die stellenweise recht traurig ist, ohne je übertrieben dramatisch zu werden, und die neben Ari und Sosuke noch mit einer ganzen Reihe sympathischer Nebencharaktere aufwartet. Die Handlung ist gut durchdacht, die Spannung steigert sich die sieben Kapitel hindurch konsequent bis zum Höhepunkt, um dann eine interessante Auflösung zu bieten, und die Zeichnungen sind in Yoshizumis gewohnt gefälligem Shôjo-Stil gehalten. Was soll ich noch mehr sagen? Kaufen!


Brokeback Mountain: Roman
Brokeback Mountain: Roman
von Annie Proulx
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Wenn man`s nicht ändern kann, muss man`s aushalten", 7. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Brokeback Mountain: Roman (Taschenbuch)
Zuerst eine kurze Warnung an alle, die "Brokeback Mountain" bisher nur aus dem Kino kennen: Dies ist kein sogenanntes Buch zum Film, sondern die Neuauflage einer Kurzgeschichtensammlung, die ursprünglich unter dem Titel "Weit draußen" erschienen ist. Die Erzählung "Brokeback Mountain" ist zwar in diesem Band enthalten, aber eben nur eine Geschichte von mehreren und insgesamt nicht mehr als 43 Seiten lang. Was aber nicht heißen soll, dass es sich nicht lohnt, sie zu lesen. Man sollte es sogar unbedingt tun! Einerseits, um ermessen zu können, wie kongenial Ang Lee die schriftliche Vorlage in bewegte Bilder umgesetzt hat, andererseits, um eben auch die kleinen Unterschiede im Sprachton und Handlungsaufbau von Proulx` Original zu entdecken. Der das Buch abschließende Bericht der Autorin darüber, wie und warum sie "Brokeback Mountain" geschrieben und wie sie die Verfilmung erlebt hat, ist ebenfalls sehr interessant.

Das Buch besteht jedoch, wie bereits erwähnt, aus noch zehn weiteren Erzählungen, denen nur das gemeinsam ist, dass sie alle in dem dünn besiedelten und kargen Bundesstaat Wyoming spielen. Proulx beschreibt menschliche Schicksale, die geprägt sind von einer ganz besonderen Landschaft und ihrem häufig beinahe lebensfeindlichen Klima sowie wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen. Ihre Protagonisten sind brutale Rancher, für die nur ihr eigenes Recht gilt, selbstzerstörerische Rodeoreiter, die sich auf dem langsamen, aber sicheren Weg in den Abgrund befinden, einsame und desillusionierte Frauen, die es irgendwann einfach nicht mehr ertragen können, oder eben zwei junge Schafhirten, die sich ineinander verlieben und deren Leben letztendlich dadurch zerstört wird.

Wie man an dieser Aufzählung unschwer merken kann, handelt es sich hier also um alles andere als fröhliche Cowboy-Geschichten mit Lagerfeuerromantik und Happyend. Im Grunde zeichnet Proulx` mit ihren Erzählungen ein Panorama vom Niedergang des Wilden Westens und des damit verbundenen Mythos. Ihre fast durchgängig negative Darstellung der in Wyoming lebenden Menschen erscheint allerdings übertrieben und macht das Buch stellenweise richtiggehend deprimierend.
Trotzdem muss man einfach zugeben, dass Annie Proulx eine verdammt gute Schriftstellerin ist. Ihr Schreibstil hat mich auch dann gefesselt, wenn ich in Vorahnung der bösen Dinge, die noch geschehen würden, eigentlich gar nicht weiterlesen wollte, und passt ideal zu den hier erzählten Geschichten: trocken und lakonisch, direkt bis zur Grausamkeit und ungeheuer prägnant. Dazu überrascht sie immer wieder mit ungewöhnlichen Metaphern, an deren Fremdartigkeit man im ersten Augenblick hängenbleibt und die dennoch unfehlbar genau das Bild vor einem entstehen lassen, dass die Autorin vermitteln will.

Und so lautet mein abschließendes Fazit: Annie Proulx` Kurzgeschichten sind keine leichte Kost und strapazieren die Nerven (und mitunter auch den Magen), aber das Lesen lohnt sich - und sei es nur wegen der 43 Seiten kurzen, aber lange nachwirkenden Geschichte von Ennis del Mar und Jack Twist.


Heath Ledger. Die unbekannte Seite des Hollywood Stars
Heath Ledger. Die unbekannte Seite des Hollywood Stars
von Brian J Robb
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schludrig herausgegebene und größtenteils belanglose Biografie eines tollen Schauspielers, 6. Juli 2010
Wenn die zahlreichen 5-Sterne-Rezensenten Recht haben und dies hier tatsächlich die derzeit beste Heath-Ledger-Biografie ist, dann möchte ich wirklich nicht wissen, wie sich die anderen lesen. "Heath Ledger - Die unbekannte Seite des Hollywood-Stars" besteht nämlich zu 90% aus Interview-Schnipseln, letztlich nichtssagenden Nettigkeiten von Familienmitgliedern, Bekannten und Schauspielerkollegen sowie Robbs ganz persönlichen (und meist höchst klischeehaften) Vermutungen über Ledgers jeweiligen Seelenzustand. Mit den übrigen 10% kann man zumindest eine detaillierte Filmografie des Schauspielers aufstellen. Und das war`s denn auch schon.

Unangenehm aufgefallen ist mir außerdem die Voreingenommheit des Autors zugunsten Heath Ledgers. Ich habe sicher nicht zu diesem Buch gegriffen, um die Demontage eines auch von mir für sein Talent bewunderten Schauspielers zu lesen, aber Robbs völlig kritiklose und teils beschönigende Art ist nicht nur unprofessionell, sondern auch kontraproduktiv. Schließlich sollte es in einer guten Biografie darum gehen, eine Person möglichst vollständig, also sowohl mit ihren postiven als auch negativen Seiten darzustellen. Und dass Heath Ledger durchaus kein Heiliger war und in seinem Privatleben auch einigen Mist verzapft hat, muss selbst Robb stellenweise zugeben. Allerdings erweckt er dabei deutlich den Eindruck, als würde er etwa die Beziehungsprobleme gerne komplett Michelle Williams und Ledgers erwiesenen Drogenmissbrauch seinem kreativen, aber bedauerlich unausgeglichenem Künstlertemperament anlasten.

Zahllose Tippfehler und Wortauslassungen sowie ein oft unübersichtliches Layout mit aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten vervollständigen schließlich das negative Gesamtbild, das diese oberflächliche und hoffnungslos subjektive Biografie abgibt. Ich möchte nicht unbedingt von Geldschneiderei reden, denn dafür scheint der Autor doch zuviel an Herzblut hineingesteckt zu haben, aber gut wird dieses Buch dadurch leider auch nicht. Der viel zu früh verstorbene Heath Ledger hat jedenfalls etwas Besseres verdient.


Cherish
Cherish
von Wataru Yoshizumi
  Broschiert
Preis: EUR 6,50

4.0 von 5 Sternen Zwei ganz alltägliche Liebesgeschichten, 21. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Cherish (Broschiert)
Ihre älteren Manga-Reihen wie "Handsome Girl" oder "Marmelade Boy" mögen bekannter sein, aber mir gefallen Wataru Yoshizumis neuere, an ein etwas älteres Publikum gerichteten Werke eindeutig am besten - und begonnen hat diese neue Schaffenphase der Mangaka eben mit dem in Japan 2006 erschienenen "Cherish".
Völlig kitschfrei und ohne übertriebene Dramatik werden hier zwei Liebesgeschichten erzählt:

In der ersten, dem titelgebenden "Cherish", trifft Chihiro, eine Studentin mit etwas ungewöhnlichem familiären Hintergrund, nach Jahren ihre große Liebe aus der Mittelstufe wieder. Damals hatten sich sich im Streit getrennt und nun weiß sie nicht, wie sie sich verhalten soll. In der zweiten Geschichte namens "Happiness" verliebt sich der Verlagsangestellte Akatsu in eine Illustratorin, die als Alleinerziehende lebt. Sie wurde erst vor kurzem wegen einer anderen von ihrem Mann verlassen und möchte daher keine neue Beziehung eingehen.

An und für sich geht es also um ganz alltägliche Erlebnisse und Erfahrungen ganz normaler Menschen, in die man sich problemlos hineinversetzen kann - eines der Dinge, die mir an Yoshizumis Manga so gut gefallen. Hinzu kommt die spürbare Zuneigung der Mangaka zu ihren Figuren, die keine kulleräugigen Shojo-Stereotypen sind, sondern tatsächlich eine eigene Persönlichkeit besitzen, sowie die bei allem Realismus immer auch optimistische Grundeinstellung, die in den Geschichten zum Ausdruck kommt. Abgerundet wird das Ganze von Yoshizumis unspektakulären, aber schönen und klaren Zeichnungen, die ich als klassischen Shojo-Stil bezeichnen würde.

Einen Stern ziehe ich nur deshalb ab, weil mir Akatsu-sans Verhalten in der "Zoo-Szene" selbst für japanische Verhältnisse arg unglaubwürdig erscheint. Mehr will ich im Voraus nicht verraten, aber jeder halbwegs normale Mitteleuropäer würde alles andere tun, als die betreffende Dame freundlich zu trösten...
Das tut meiner positiven Gesamtbewertung aber keinen Abbruch, so dass ich allen Shojo-Freunden, die gerne mal erwachsenere, deswegen aber nicht weniger berührende Beziehungsgeschichten lesen möchten, "Cherish" nur wärmstens empfehlen kann.


Private Prince 01
Private Prince 01
von Maki Enjoji
  Broschiert

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zeitverschwendung, 14. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Private Prince 01 (Broschiert)
Das Handlungsgerüst von "Private Prince" ist schnell zusammengefasst:
Prinz Wilfred aus Estoria verbringt ein Austauschsemester in Japan. Die gut gebaute, aber eher schüchterne Studentin Miyako schreibt gerade an ihrer Abschlussarbeit, deren Thema ausgerechnet die japanische Urgroßmutter des Prinzen ist. Hoffnungsfroh bittet sie den Thronfolger also um Quellenmaterial, aber Wilfred interessiert sich mehr für Miyakos üppige Formen als für ihr Forschungsvorhaben und will ihr nur dann helfen, wenn sie sich in ihn verliebt - und ihn an ihre "Melonen" ranlässt. Was soll die Arme nur tun? Soll sie ihre wissenschaftliche Karriere auf- oder sich dem blonden Prinzen hingeben?

So weit, so däml... äh, lustig also. Jeder, der mehr als drei Shojo-Manga gelesen hat, wird sich denken können, wie es mit Miyako und dem Prinzen weitergeht. Leider hat "Private Prince" aber nicht nur einen, vorsichtig ausgedrückt, wenig innovativen Plot mit eher tieffliegendem Humor, sondern auch noch zwei Hauptpersonen, von denen die eine unsympathisch (Wilfred) und die andere langweilig (Miyako) ist.
Und was kommt dabei heraus, wenn man eine vorhersehbare Handlung mit uninteressanten Figuren kombiniert? Verschwendete Zeit, in der man sich lieber unterhaltsameren Dingen widmen sollte.


Das gesprengte Mieder
Das gesprengte Mieder
von Susanna Kubelka
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eine letztlich eher seichte Geschichte mit pseudo-emanzipatorischem Anspruch, 9. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Das gesprengte Mieder (Gebundene Ausgabe)
Hauptperson und Ich-Erzählerin des Romans ist Minka Hübsch, die 1860 als Tochter eines Fes-Fabrikanten in Wien geboren wird - zur Zeit der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie also. Sie genießt eine ausgezeichnete Ausbildung, wobei sie jedoch selbstverständlich auch nach den zu ihrer Zeit und besonders in ihrer Gesellschaftsschicht vorherrschenden Ansichten über Anstand, Moral und die untergeordnete Stellung der Frau erzogen wird. Daher ist sie immer noch ein furchtbar naives Mädchen, als sie mit 15 Jahren in Begleitung ihrer Gouvernante für einen Sommer zu ihrer Tante Juliana in die Garnisonsstadt Enns zieht. In diesem "Klein-Paris" von Österreich-Ungarn verliebt sich Minka allerdings nicht nur zum ersten Mal und über beide Ohren, sondern beginnt auch an so einigen der ihr beigebrachten Grundsätzen zu zweifeln.

Die Autorin hat den geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergrund jener Zeit augenscheinlich gut recherchiert und beschreibt das fidele Treiben der Ennser High Society sehr anschaulich. Gleichzeitig sind die meisten der im Roman auftretenden Figuren jedoch ziemlich offensichtlich nach bestimmten Klischees und zu einem bestimmten Zweck konstruiert worden und verfügen über wenig bis gar keine eigenständige Persönlichkeit. So ist Minka die typische Jungmädchen-Heldin, der trotz mangelndem Selbstvertrauen stets alles gelingt und die sich immer wieder niedlich-naiv über die ungleichen Erwartungen an Männer und Frauen wundert und über die geheimnisvollen "unmoralischen" Vorgänge zwischen den Geschlechtern staunt. Ihre Gouvernante Hermine hat die Rolle der gestrengen, ihren Schützling aber treu liebenden Ziehmutter, während Tante Juliana die nicht unsympathische, aber doch vor allem ans Geld denkende Geschäftsfrau spielt. Ihrer polnischen Tortenköchin Lizzi fällt die Gegenrolle der ungebildeten, aber lebenserfahrenen jungen Frau aus dem "einfachen Volk" zu, die mit den sprichwörtlichen Attributen einer großen Klappe und eines goldenen Herzens ausgestattet Minka einen Blick hinter die Kulissen der feinen Gesellschaft erlaubt.

Trotz dieser Stereotype liest sich "Das gesprengte Mieder" durchaus unterhaltsam und hätte daher durchschnittliche drei Sterne für leichte, aber gut geschriebene Unterhaltung bekommen können, wenn... ja, wenn die Inhaltsangabe auf dem Einband und die Autorin selbst nicht mehr versprechen würden, als die Geschichte tatsächlich halten kann. Angeblich geht es in dem Buch nämlich nicht nur um eine vergnügliche Liebesgeschichte zur Zeit der k.u.k Monarchie, sondern auch um die Rebellion gegen die damaligen Konventionen und vor allem das Schönheitsideal der Wespentaille, die man nur durch ein erstickend eng geschnürtes Mieder erreichen konnte.
Dieser Anspruch erschöpft sich jedoch in der Schilderung der durch das Miedertragen verursachten Beschwerden und einigen plakativen emanzipatorischen Aussagen. Minkas Weg in ein selbstbestimmtes Leben und ihre Erfindung der "Brusttaschen" als Mieder-Alternative finden praktisch außerhalb der eigentlichen Handlung statt und werden im Epilog lediglich kurz zusammengefasst. So wie auch alle übrigen Figuren zum Schluss kurz abgehandelt und mit aufgesetzt wirkenden Happyends bedacht werden.

So hört die Geschichte für mich in genau dem Moment auf, wo es erst wirklich interessant wird - beziehungsweise werden könnte. Das hat mich enttäuscht und zu dem Eindruck beigetragen, dass "Das gesprengte Mieder" letztlich eine doch eher seichte Wohlfühlgeschichte ist, die lediglich vorgibt, mehr zu sein. Zu mehr als zwei Sternen reicht es daher nicht.


Not Enough Time
Not Enough Time
von Shoko Hidaka
  Taschenbuch

26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Shoko Hidakas erster Manga, 7. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Not Enough Time (Taschenbuch)
"Not Enough Time" ist in Japan 2005 als Shoko Hidakas erster Manga erschienen und besteht aus insgesamt sechs kurzen Geschichten, von denen nur zwei unmittelbar zusammenhängen.

Der Band beginnt mit der Geschichte "Anzeichen von Gefühlen" (32 Seiten), in der das bisher wenig aufregende Leben des Musterschülers Mikami aus den Fugen gerät. Mit Shibuya tritt nämlich ein Konkurrent auf den Plan, der es nicht nur auf seinen Platz als Schulbester, sondern auch auf Mikami selbst abgesehen hat.

Darauf geht es in dem titelgebenden "Not enough time" (31 Seiten) um Mikamis und Shibuyas Lehrer Tanigawa, der eine merkwürdige und ziemlich anstrengende Beziehung mit seinem ehemaligen Klassenkameraden Yosuke führt. Yosuke bleibt nämlich jeweils nur für einige Tage bei Tanigawa, bevor er genauso plötzlich wieder verschwindet, wie er gekommen ist. Die beiden scheinen einfach zu verschieden zu sein, um wirklich zusammenleben zu können.

In "Kompliziert und einfach" (30 Seiten) erkennt der Angestellte Kadokawa völlig überrascht in seinem neuen Chef Nishino den Mann wieder, den er bei einem Ausflug ins Tokioter Schwulenviertel getroffen hat. Nishino tut allerdings so, als wüsste er von nichts und tritt als überaus korrekter und strenger Vorgesetzter auf. Kadokawa weiß daher zuerst nicht, woran er ist, aber dann küsst ihn sein Chef eines Abends plötzlich...

Danach können in "Rechts oder links?" (32 Seiten) Eiji und Keigo nicht ohne einander, aber leider auch nicht miteinander leben. Der Kunststudent Keigo liebt Eiji nämlich leidenschaftlich, hasst aber gleichzeitig dessen unentschlossene und nachgiebige Art, während Eiji sich nach Keigo sehnt, sich gleichzeitig aber auch von ihm bedrängt fühlt.

Der Staatsanwalt Hazawa und der Polizeiinspektor Seo sind in "Fernbeziehung" (32 Seiten) ein Paar, müssen diese Tatsache aber geheim halten, so dass sie sich nur selten treffen können. Als Hazawa dann auch noch versetzt werden soll, will er ganz verzweifeln...

Zum Schluss geht es in "Stay" (15 Seiten) noch einmal um Tanigawa und Yosuke, denen es endlich gelingt, einander so zu akzeptieren, wie sie sind und eine echte Beziehung zu wagen.

Positiv fallen auch an diesem Band von Shoko Hidaka der recht realistische und zugleich ästhetische Zeichenstil und die Ausrichtung auf eine erwachsene Leserschaft auf.
Weniger gut finde ich das Kurzgeschichtenformat an sich. 30 Seiten sind einfach zu wenig, um glaubwürdig eine Beziehung und ihre Entwicklung darzustellen. Es reicht nur für eine Art "Momentaufnahme", die mich persönlich einfach nicht befriedigt. Außerdem fällt auf, dass gleich mehrmals einer der Partner den anderen mehr oder minder zum Sex nötigt. Das kommt in Yaoi-Manga ja leider nicht gerade selten vor und soll wohl ein Ausdruck besonders starker Liebesgefühle sein, deutet meiner Ansicht nach aber eher auf das genaue Gegenteil hin.
Insgesamt vergebe ich daher durchschnittliche drei Sterne und hoffe, dass der für August angekündigte nächste Manga von Shoko Hidaka wieder eine längere Geschichte im Stil von "After A Storm" erzählt.


Stupid Story 1
Stupid Story 1
von Anna Hollmann
  Broschiert
Preis: EUR 6,50

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Avanti dilettanti!, 18. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Stupid Story 1 (Broschiert)
Ja, ich weiß, dass "Stupid Story" ein Erstlingswerk ist. Und nein, ich habe keine sadistische Freude daran, junge deutsche Mangaka mit fiesen Rezensionen gleich zu Beginn ihrer hoffnungsvollen Zeichnerkarriere zu traumatisieren. Im Gegenteil, meistens drücke ich in so einem Fall eher mal ein Auge zu - aber hier müsste man schon alle beide Augen zudrücken, um den Manga nicht als "äußerst schwach" zu bewerten.
Die Zeichnungen leiden an den typischen Anfänger-Schwächen: Schwierigkeiten mit der Darstellung von Bewegung, Perspektiv- und Proportionsfehler, rudimentäre bis gar nicht vorhandene Hintergründe. Was das betrifft, bin ich aber am ehesten bereit, das besagte Auge zuzudrücken. Schließlich ist bekanntermaßen noch kein Meister vom Himmel gefalllen.
Das Hauptproblem ist jedoch, dass die Geschichte von "Stupid Story" nicht über das Niveau einer dilettantischen Fanfiction hinauskommt. Die Handlung ist teils zusammenhanglos, teils sprunghaft und selbst nach den großzügigen Maßstäben des Yaoi- beziehungsweise Shonen-Ai-Genres einfach viel zu unglaubwürdig.
Das gilt ganz besonders für die beiden Hauptcharaktere, Alan und Yanik.
Ich bin nun wirklich die Letzte, die etwas gegen feminin angehauchte Bishônen hätte, aber wenn ein angeblich männlicher Charakter nicht nur so aussieht, sondern auch so denkt und sich so verhält wie eine niedlich-naive 13-Jährige, dann kann man auch gleich ein Mädchen aus ihm machen. So macht das blonde und blauäugige Hascherl Yanik jedenfalls stark den Eindruck einer nur unzureichend getarnten Wunschvorstellung der Autorin von sich selbst - sprich einer sogannten Mary Sue. Der dunkelhaarige Alan wirkt auch nicht viel realistischer, wenn er sich in Null Komma nichts vom Frauenherzen brechenden Macho in einen schwulen Softi verwandelt. Und die übrigen Personen, allen voran die Frauen, sind nichts als herumkreischende Staffage.
Kurz gefasst, als Dôjinshi wäre "Stupid Story" ganz nett, aber druckreif ist die Geschichte deshalb noch lange nicht. Das hätte eigentlich auch dem Lektor auffallen müssen, aber in letzter Zeit scheint bei einigen Verlagen vor lauter Eifer, deutsche Nachwuchsmangaka zu lancieren, bedauerlicherweise öfter mal die Qualität unter den Tisch zu fallen...


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