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Rezensionen verfasst von
Judith Schmidt "Bücherschreckse"
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NANA 01
NANA 01
von Ai Yazawa
  Taschenbuch

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Besser als gedacht, 22. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: NANA 01 (Taschenbuch)
Ich habe mit keinen allzu großen Erwartungen angefangen, "Nana" zu lesen. Die Zeichnungen mit den stockdürren Punker-Models und verwaschenen Hintergründen aus verfremdeten Fotos gefielen mit nicht besonders und die Inhaltsangabe ließ eine Art melodramatischer Telenovela im japanischen Musikbusiness erwarten: Zwei Freundinnen im Großstadtdschungel, die Sängerin einer Punkband auf dem Weg zum Ruhm und eine niedlich-naive Heulsuse auf der Suche nach der großen Liebe - welche Steine mag ihnen das Schicksal noch in den Weg legen und werden sie schließlich ihr Glück finden?!
So in etwa lässt sich die Geschichte auch tatsächlich zusammenfassen, aber gleichzeitig hat sie mehr zu bieten als ich gedacht habe: Spannung und Dramatik natürlich, aber auch Humor und sogar ein gewisses Maß an Tiefgang. Ai Yazawa gelingt es, ihren Figuren Persönlichkeit zu verleihen und ihre Beweggründe, Stimmungen und Gefühle psychologisch glaubhaft - teilweise sogar poetisch - rüberzubringen. Was nicht heißt, dass sich manche von ihnen - Hachi vorneweg - nicht ganz schön dämlich benehmen würden.
Man fühlt jedenfalls stark mit den beiden Nanas und ihren Freunden und wird sofort in ihre Geschichte hineingezogen, von der man am liebsten einen Band nach dem nächsten lesen würde. Trotz der vielen Schicksalsschläge und großen Gefühle gibt es auch immer wieder herrlich witzige Szenen und so liest sich "Nana" sehr unterhaltsam. Klasse sind ebenfalls die Bonus-Seiten mit "Junkos Snack-Bar", in denen die Mangaka sich selbst und ihre Figuren auf die Schippe nimmt.
Bei allem Lob muss ich allerdings auch feststellen, dass die Handlung in den letzten Bänden doch etwas zu melodramatisch wird und anfängt, ein bisschen an "Verbotene Liebe" und Konsorten zu erinnern: Müssen wirklich alle Bandmitglieder tragische Geheimnisse und verkorkste Kindheiten mit sich herumschleppen? Und wie viele verflossene Liebschaften und neue Beziehungen sollen eigentlich noch auftauchen? Irgendwann hatte ich schon richtige Schwierigkeiten, mir zu merken, wer was mit wem hatte, haben wollte oder immer noch hat.
Daher gibt`s insgesamt nur drei Sterne für "Nana". Freunden guter Seifenopern mit hohem Suchtfaktor kann der Manga auf alle Fälle empfohlen werden - trotz der teilweise absolut albtraumhaften Outfits.


Emma - Eine viktorianische Liebe 04
Emma - Eine viktorianische Liebe 04
von Kaoru Mori
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Manga-Meisterwerk, 10. Januar 2009
"Emma" ist eine wunderbar stimmungsvolle Liebesgeschichte, die zu meinen absoluten Lieblingsmanga gehört. Die Handlung spielt im viktorianischen England des 19. Jahrhunderts: William, der Sohn eines reichen Unternehmers, und Emma, ein einfaches Hausmädchen, verlieben sich ineinander. Aber der Standesunterschied und damit die Vorurteile seitens Williams Familie und ihrer Bekannten stehen zwischen den beiden und drohen, ihre Liebe schon im Keim zu ersticken.
Das klingt abgegriffen und arg kitschig, aber "Emma" ist weder das eine noch das andere. Kaoru Mori lässt in detailreichen und liebevollen Bildern, denen man ihre gründliche Recherche ansieht, das damalige England wiederauferstehen und bevölkert ihren Manga mit einem ganzen Kosmos von Figuren, die alle ihre eigene Persönlichkeit haben. Witzige oder dramatische Momente wechseln sich ab mit der ruhigen Darstellung ganz alltäglicher Beschäftigungen und versetzen den Leser an Emmas Seite und in das Leben einer viktorianischen Maid. Die Mangaka nimmt sich Zeit für ihre Geschichte und für ihre Charaktere, die man nach und nach immer besser kennen lernt und deren Wünsche, Hoffnungen, Enttäuschungen und Ängste man mit durchlebt.
Besonders gefällt mir, wie viel Aufmerksamkeit Figuren gewidmet wird, die eigentlich nur Nebenrollen spielen. Dass nach dem Abschluss der Hauptgeschichte um Emma und William bislang noch zwei weitere Bände erschienen sind, die sich nur mit eben diesen Nebenfiguren beschäftigen und die man mit genauso großem Vergnügen liest, spricht für sich.
Zusammenfassend möchte ich behaupten, dass "Emma" wirklich ein einzigartiger Manga und ein Meisterwerk des romantischen Genres ist. Die volle Sternzahl vergebe ich nur deshalb nicht, weil mir mehrmals Schnitzer bei der Übersetzung aufgefallen sind - hauptsächlich falsch eingefügte Pronomen. Das sind zwar nur Kleinigkeiten, aber sie stören den Lesefluss und wären bei einer gründlichen Korrektur vermeidbar gewesen. Das ist aber auch schon alles, was ich auszusetzen habe. Lasst euch von "Emma" verzaubern!


Emma - Eine viktorianische Liebe 02
Emma - Eine viktorianische Liebe 02
von Kaoru Mori
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,50

4.0 von 5 Sternen Ein Manga-Meisterwerk, 10. Januar 2009
"Emma" ist eine wunderbar stimmungsvolle Liebesgeschichte, die zu meinen absoluten Lieblingsmanga gehört. Die Handlung spielt im viktorianischen England des 19. Jahrhunderts: William, der Sohn eines reichen Unternehmers, und Emma, ein einfaches Hausmädchen, verlieben sich ineinander. Aber der Standesunterschied und damit die Vorurteile seitens Williams Familie und ihrer Bekannten stehen zwischen den beiden und drohen, ihre Liebe schon im Keim zu ersticken.
Das klingt abgegriffen und arg kitschig, aber "Emma" ist weder das eine noch das andere. Kaoru Mori lässt in detailreichen und liebevollen Bildern, denen man ihre gründliche Recherche ansieht, das damalige England wiederauferstehen und bevölkert ihren Manga mit einem ganzen Kosmos von Figuren, die alle ihre eigene Persönlichkeit haben. Witzige oder dramatische Momente wechseln sich ab mit der ruhigen Darstellung ganz alltäglicher Beschäftigungen und versetzen den Leser an Emmas Seite und in das Leben einer viktorianischen Maid. Die Mangaka nimmt sich Zeit für ihre Geschichte und für ihre Charaktere, die man nach und nach immer besser kennen lernt und deren Wünsche, Hoffnungen, Enttäuschungen und Ängste man mit durchlebt.
Besonders gefällt mir, wie viel Aufmerksamkeit Figuren gewidmet wird, die eigentlich nur Nebenrollen spielen. Dass nach dem Abschluss der Hauptgeschichte um Emma und William bislang noch zwei weitere Bände erschienen sind, die sich nur mit eben diesen Nebenfiguren beschäftigen und die man mit genauso großem Vergnügen liest, spricht für sich.
Zusammenfassend möchte ich behaupten, dass "Emma" wirklich ein einzigartiger Manga und ein Meisterwerk des romantischen Genres ist. Die volle Sternzahl vergebe ich nur deshalb nicht, weil mir mehrmals Schnitzer bei der Übersetzung aufgefallen sind - hauptsächlich falsch eingefügte Pronomen. Das sind zwar nur Kleinigkeiten, aber sie stören den Lesefluss und wären bei einer gründlichen Korrektur vermeidbar gewesen. Das ist aber auch schon alles, was ich auszusetzen habe. Lasst euch von "Emma" verzaubern!


Emma - Eine viktorianische Liebe 01
Emma - Eine viktorianische Liebe 01
von Kaoru Mori
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Manga-Meisterwerk, 10. Januar 2009
"Emma" ist eine wunderbar stimmungsvolle Liebesgeschichte, die zu meinen absoluten Lieblingsmanga gehört. Die Handlung spielt im viktorianischen England des 19. Jahrhunderts: William, der Sohn eines reichen Unternehmers, und Emma, ein einfaches Hausmädchen, verlieben sich ineinander. Aber der Standesunterschied und damit die Vorurteile seitens Williams Familie und ihrer Bekannten stehen zwischen den beiden und drohen, ihre Liebe schon im Keim zu ersticken.
Das klingt abgegriffen und arg kitschig, aber "Emma" ist weder das eine noch das andere. Kaoru Mori lässt in detailreichen und liebevollen Bildern, denen man ihre gründliche Recherche ansieht, das damalige England wiederauferstehen und bevölkert ihren Manga mit einem ganzen Kosmos von Figuren, die alle ihre eigene Persönlichkeit haben. Witzige oder dramatische Momente wechseln sich ab mit der ruhigen Darstellung ganz alltäglicher Beschäftigungen und versetzen den Leser an Emmas Seite und in das Leben einer viktorianischen Maid. Die Mangaka nimmt sich Zeit für ihre Geschichte und für ihre Charaktere, die man nach und nach immer besser kennen lernt und deren Wünsche, Hoffnungen, Enttäuschungen und Ängste man mit durchlebt.
Besonders gefällt mir, wie viel Aufmerksamkeit Figuren gewidmet wird, die eigentlich nur Nebenrollen spielen. Dass nach dem Abschluss der Hauptgeschichte um Emma und William bislang noch zwei weitere Bände erschienen sind, die sich nur mit eben diesen Nebenfiguren beschäftigen und die man mit genauso großem Vergnügen liest, spricht für sich.
Zusammenfassend möchte ich behaupten, dass "Emma" wirklich ein einzigartiger Manga und ein Meisterwerk des romantischen Genres ist. Die volle Sternzahl vergebe ich nur deshalb nicht, weil mir mehrmals Schnitzer bei der Übersetzung aufgefallen sind - hauptsächlich falsch eingefügte Pronomen. Das sind zwar nur Kleinigkeiten, aber sie stören den Lesefluss und wären bei einer gründlichen Korrektur vermeidbar gewesen. Das ist aber auch schon alles, was ich auszusetzen habe. Lasst euch von "Emma" verzaubern!


Sleepy Hollow
Sleepy Hollow
DVD ~ Johnny Depp
Wird angeboten von MK-Entertainment
Preis: EUR 9,84

9 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Blutiger Blödsinn, 8. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Sleepy Hollow (DVD)
Nachdem ich die Inhaltsangabe zu "Sleepy Hollow" gelesen und einige Bilder gesehen hatte, erwartete ich, von Burton einen leicht versponnenen, aber feinen Gruselfilm serviert zu bekommen, eine Art Gothic-Gespenstergeschichte, die ihren Schrecken hauptsächlich aus der düster-unheimlichen Atmosphäre und dem Gefühl einer unsichtbaren Bedrohung beziehen würde.
Was ich dann aber zu sehen bekam, war in so ziemlich jeder Hinsicht das genaue Gegenteil: Ein fantasieloser "Rübe ab!"-Horrorfilm, in dem das Blut gleich eimerweise fließt und man beim Anblick der furchtbar übertriebenen Schockeffekte nicht weiß, ob man sich ekeln oder doch lieber amüsieren soll. Der kopflose Reiter, der als mörderischer Schatten im Nebel wesentlich effektvoller wäre, galoppiert ständig gut sichtbar durchs Bild und war damit für mich sehr früh entzaubert. Gern gezeigt werden auch die massakrierten Dorfbewohner und ihre abgetrennten Köpfe. Von subtilem Horror keine Spur. Dazu kommt noch, dass die Geschichte in abgegriffenen Klischees schwelgt und sich schließlich mit der Aufdeckung des wahren Übeltäters endgültig als dämlich entpuppt. Johnny Depp in seiner Rolle als hasenfüßiger Constable und Christina Ricci als blond gefärbte Unschuld vom Lande sind leider fast genauso dusselig und haben es mit ihrem kopflosen Verhalten eigentlich nicht verdient, ihre Häupter behalten zu dürfen.
Kurz gesagt, Blutfontänen statt gepflegtem Grusel, Klischees statt Fantasie und ernsthaft unterforderte (oder vielleicht auch überforderte?) Hauptdarsteller. Tim Burton hat mich mit "Sleepy Hollow" schwer enttäuscht.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 23, 2012 5:34 PM CET


Weiberregiment: Ein Scheibenwelt-Roman
Weiberregiment: Ein Scheibenwelt-Roman
von Terry Pratchett
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ist das wirklich von Terry Pratchett?, 17. Dezember 2008
Pratchetts "Weiberregiment" hat mich sehr überrascht - und das leider nicht im positiven Sinne. Ich bin hier nicht die erste Rezensentin, die feststellt, dass dieses Buch sich nicht wie Scheibenwelt-Roman liest. Das liegt meiner Meinung nach nicht unbedingt an dem eher ernsten Thema Krieg. Pratchett hat auch in anderen Bänden der Scheibenwelt-Reihe ernste Themen angesprochen - religiösen Fanatismus oder Rassismus und Diskriminierung zum Beispiel - aber er hat das immer auf seine eigene, besondere Art getan: mit einem klugen und fantasievollen Humor, der teils aberwitzig, teils hintergründig und oft beides gleichzeitig war.
In "Weiberregiment" ist dieser Pratchett-Humor jedoch nur noch in Restspuren vorhanden und die wenigen lustigen Einfälle und Witze werden nicht besser dadurch, dass sie ständig wiederholt werden. Die Idee der als Männer verkleideten Frauen, die alle jeweils glauben, die einzige weibliche Person in einem männlichen Heer zu sein, wird sogar dermaßen überstrapaziert, dass sie schließlich ins Lächerliche abgleitet. Die Hauptpersonen - das Weiberregiment eben - bleiben merkwürdig blass und die Handlung, die hier lediglich aus zwei Erzählsträngen besteht, ist über weite Strecken zäh, um nicht zu sagen langweilig. Ein Adjektiv, das ich bisher nicht im Traum mit einem Pratchett-Roman in Verbindung gebracht hätte!
Letzten Endes läuft alles darauf hinaus, dem Leser eine bestimmte "Moral" zu vermitteln: Kriege sind Wahnsinn und Frauen häufig nicht nur die besseren Männer, sondern auch Menschen. Sehr richtig, aber wer will das wissen, wenn diese Botschaft so platt und humorlos daherkommt?
Fazit: Pratchett hat bisher über 30 Scheibenwelt-Romane geschrieben. Vielleicht sollte er sich nun eine kreative Pause gönnen - nicht, weil ich nichts mehr von ihm lesen möchte, sondern damit er neue Kräfte und Ideen schöpfen kann, um dann wieder eine Scheibenweltgeschichte auf dem Niveau von "MacBest" oder "Wachen! Wachen!" zu schreiben. Auf solche Werke warte ich auch gerne etwas länger. "Weiberregiment" aber bekommt nicht mehr als zwei kümmerliche Sterne, denn von diesem Autor erwarte ich einfach mehr - viel mehr.


Lullaby: Die Suchende
Lullaby: Die Suchende
von Hector Sevilla
  Taschenbuch

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Uninspirierter amerikanischer Mix aus Comic und Manga, 11. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Lullaby: Die Suchende (Taschenbuch)
Ich habe die ersten beiden Bände von "Lullaby" gelesen und bin alles andere als begeistert. Sowohl die Charaktere wie die Handlung erinnern an ein mittelmäßiges Videospiel: Eine Gruppe ungeheuer cooler Helden trifft sich unterwegs zu Punkt A, wo sie gemeinsam und mit viel Kawumm den ersten Endgegner erledigen und prompt beschließen, Freunde zu werden. Von da aus ziehen sie weiter zu Punkt B, wo schon der nächste Gegner wartet, und dann zu Punkt C und so weiter und so fort - wahrscheinlich ad nauseam.
Bei den Helden handelt es sich um Gestalten aus Märchen und Romanen, unter anderem um Alice, Rotkäppchen, den Sohn des Rattenfängers von Hameln und Jim, einen jungen Piraten, aber natürlich haben sie hier alle besondere Fähigkeiten und Waffen, so dass sie eher wirken wie eine Ninja-Kampftruppe a la "Naruto".
Auch die Zeichnungen der Charaktere haben einen starken Manga-Einschlag - was durchaus nicht schlecht zu sein braucht, nur leider sehen die Figuren aus wie uninspirierte Kopien der gängisten Manga-Klischeetypen: die blonde Kämpferin mit den großen Möpsen (und einem total bescheuerten Kostüm), das kulleräugige und süße kleine Mädchen mit Katzenohren (und ewig roten Bäckchen), der düstere Krieger mit dem langen Mantel und der freche und obercoole Junge mit dem Riesenschwert. Stereotyper geht es also kaum. Dazu kommt noch, dass der Zeichner die Gesichter beziehungsweise die Mimik nicht immer gut hinbekommen hat.
Genauso unoriginell wie ihr Aussehen sind auch die Persönlichkeiten der Helden - wenn man hier überhaupt von Persönlichkeit sprechen darf. Alice` düstere Grübeleien über ihre ungewisse Herkunft wirken aufgesetzt und gehen einem mit ihrer Pseudo-Psychologie schnell auf die Nerven.
Fazit: "Lullaby" ist ein langweiliger Comic, der sich wie ein ideenloses Fantasy-Videospiel liest. Die Originalität des Autors erschöpft sich in der Grundidee von Alice als einsamer Kämpferin im Wunderland, die ihre eigene Welt vergessen hat - alles andere ist uninspiriert geklaut und ohne Herz und Verstand. Keine Empfehlung meinerseits.


Im Zauber des Highlanders (Die Highlander-Saga, Band 7)
Im Zauber des Highlanders (Die Highlander-Saga, Band 7)
von Karen Marie Moning
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen "Sie rieb sich an dem Sexgott und schmiegte sich eng an das knackige, feste Hinterteil.", 11. Dezember 2008
Erstaunlicherweise hat sich inzwischen offenbar ein eignes Genre etabliert, in dem gutherzige und vor allem gut gebaute Amerikanerinnen erst nach Schottland und dann in die Vergangenheit reisen, um sich dort von langhaarigen und überaus potenten Highlandern vernaschen zu lassen. Das erste Buch dieser Art war wohl Gabaldons "Feuer und Stein", das ich bisher für einen laienhaft getarnten Softporno gehalten habe. Bei der Lektüre von Karen Monings "Im Zauber des Highlanders" habe ich allerdings festgestellt, dass Frau Gabaldon in Wirklichkeit einen sehr subtilen und zurückhaltenden Schreibstil pflegt. Jedenfalls im Vergleich zu dem, in dem Frau Moning Jessicas und Cians Erlebnisse schildert.
Jessica ist die typische Archäologie-Studentin: jung, hübsch, naiv, mit Körbchengröße Doppel-D und ständig erregt. Sie begegnet in Chicago einem schottischen Highlander aus dem 9. Jahrhundert, Cian, einem riesigen, muskulösen, langhaarigen Sexgott, dessen Männlichkeit fast seinen Kilt sprengt. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass Cian Druide und damit eine Art Super-Magier ist, der von einem anderen Magier in einen Spiegel verbannt wurde, den Feen geschaffen haben, die in Wahrheit Außerirdische sind, die vor Jahrtausenden in Irland gelandet sind. Damit dürfte klar sein, dass sich dieses Buch nicht nach den gewöhnlichen Maßstäben für gute oder schlechte Literatur bewerten lässt, da hier jede Bewertungsskala im wahrsten Sinne des Wortes "unterlaufen" wird.
Seien wir ehrlich: "Im Zauber des Highlanders" ist ein mit etwas Kitsch und Zauberei verbrämter Porno. Und warum auch nicht. Auch solche Bücher haben ihren Platz und daher hätte Frau Moning auch durchaus mehr als einen mickrigen Stern von mir bekommen können, wenn sie zumindest die grundlegendste Voraussetzung dieses Genres erfüllt hätte: guten Sex. Aber auch wenn Jessica und Cian fast ständig nur an das eine denken und auch diverse Anläufe unternehmen, es zu tun, werden sie jedes Mal gestört. Und so gibt es auf über 400 Seiten nur eine einzige richtige Sexszene - und das ist entschieden zu wenig.
Mit irgendwelchen anderen Vorzügen kann die Geschichte jedenfalls nicht aufwarten, da die beiden Hauptpersonen reine Wunschprojektionen ohne jede Persönlichkeit sind, die Handlung wie bereits erwähnt völlig hirnrissig ist und der Schreibstil mitunter an die Selbstparodie grenzt. Und so heißt es Daumen runter für den Krieger-Druiden mit dem gewaltigen Schaft und die vollbusige Jungfrau mit dem Schmetterlings-Tanga.


Spider-Man 3
Spider-Man 3
DVD ~ Tobey Maguire
Wird angeboten von HAM GbR (Preise inkl. Mwst)
Preis: EUR 10,49

22 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ich glaub, ich spinne!, 10. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Spider-Man 3 (DVD)
Im dritten Abenteuer ist der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft offenbar mitten im Sprung der Faden gerissen - denn leider stürzt "Spiderman 3" völlig ab.
Okay, schon die beiden ersten Spiderman-Filme waren keine Meilensteine des Superhelden-Genres. Doch sie machten langweilige und kitschige Abschnitte mit Action und Humor wett und boten ordentliche Unterhaltung. Merkwürdigerweise beschlossen die Macher jedoch offensichtlich, im dritten Spiderman-Film den Humor durch unfreiwillige Komik zu ersetzen, die Action-Szenen stark einzuschränken und dafür nicht nur noch mehr Kitsch und Pathetik, sondern obendrein auch noch eine Reihe jedes Superhelden-Maß überschreitender Zufälle und Unglaubwürdigkeiten einzubauen. Man könnte Arachnophobie entwickeln bei dem, was man hier zu sehen bekommt:
1) Wenige Action-Szenen, bei denen man dann dank einer hektisch kreisenden Kamera und dem geballten Einsatz aller per Computer generierbaren Mätzchen kaum erkennen kann, was überhaupt los ist.
2) Eine oberzickige MJ und einen naiv-dümmlichen Peter, die zwischen den spärlichen Action-Szenen gefühlte zweieinhalb Stunden lang an ihrer Beziehungskiste herumbasteln - und zwar auf dem Niveau von Zwölfjährigen.
3) Einen Harry Osborn, der Spidey aus Rache zuerst töten, dann in Folge einer Amnesie am liebsten knutschen und schließlich doch wieder umlegen will.
4) Gleich drei Superschurken, von denen keiner Zeit hat, sich so richtig vorzustellen und somit bei den Zuschauern irgendeinen Eindruck zu hinterlassen. Einer opfert sich selbst, den anderen beseitigt Spiderman per "Glockenspiel" und der dritte kommt davon, weil er sich nett entschuldigt und beteuert, das alles nicht so gemeint zu haben. Ja, dann - nichts für ungut!
5) Die dunkle Seite von Spiderman, die so böse ist, dass Darth Vader bei ihm glatt Nachhilfestunden nehmen könnte: Peter legt sich einen flotten Seitenscheitel zu, lässt auf der Tanzfläche die Hüften kreisen, haut einen platten Anmachspruch nach dem anderen raus und belästigt die Tochter seines Vermieters, indem er sich von ihr Kekse backen lässt. Was für ein schlimmer Finger!
6) Einen tattrigen Butler, der meines Wissens vorher nie zu sehen war und nun plötzlich mit einer sehr wichtigen Information aus Teil 1 aufwartet - mit der er aber natürlich erst dann rausrückt, als es schon fast zu spät ist.
Ich könnte mich noch lange über die lustlosen Schauspieler, die vielen Ungereimtheiten und Peinlichkeiten dieses Films auslassen, aber ich denke, die oben genannten Punkte reichen aus, um meine Bewertung zu begründen. Hier können leider nicht einmal Tobeys blaue Augen noch etwas retten - "Spiderman 3" ist einfach schlecht.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 13, 2014 8:58 PM MEST


Der Ausreißer
Der Ausreißer
von Hideo Azuma
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Heiterer autobiografischer Manga über nicht ganz so heitere Erfahrungen, 7. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Ausreißer (Broschiert)
"Der Ausreißer" ist ein autobiografischer Manga. Hideo Azuma, ein erfolgreicher Mangaka, erzählt in ihm, wie er gleich zweimal - erst 1989 und dann 1992 - von seiner Arbeit und seiner Familie ausriss und sich längere Zeit als Obdachloser durchschlug. Schließlich wird er auch noch Alkoholiker und 1998 in die Psychatrie eingeliefert, wo er einen Entzug machen muss.
Der Autor hat also einiges durchgemacht - und dennoch ist dieser Manga weder deprimierend noch selbstmitleidig, sondern ziemlich unterhaltsam und nicht ohne Witz. Wozu neben dem optimistischen Grundton sicher auch der Zeichenstil beiträgt, der etwas altmodisch und eben sehr comichaft wirkt. Und so lesen sich Azumas Erlebnisse als Penner, der im Wald kampiert, als ausgebeuteter Mitarbeiter einer Tiefbaufirma und schließlich als alkoholkranker Insasse einer psychatrischen Anstalt leicht und oft sogar vergnüglich.
Trotzdem bleibt mir "Der Ausreißer" zu fragmentarisch. Hideo Azuma greift sich drei sehr schwierige Abschnitte aus seinem Leben heraus und erzählt wie er sie verbracht (oder vielleicht eher überlebt) hat, aber warum es überhaupt so weit kam und inwiefern diese drei Phasen zusammenhängen, erfährt der Leser nicht. Azuma nennt als Grund für sein Weglaufen zuerst allgemeine Arbeitsunlust und nachher Panikattacken und Depressionen, führt aber nicht weiter aus, warum er in diesen Zustand geriet - und das gleich zwei Mal. Man kann nur anhand der drei kurzen eingeschobenen Kapitel über seine Arbeit als Mangazeichner vermuten, dass es unter anderem an Überarbeitung und Stress lag. Auch die Reaktionen seiner Familie und Freunde werden nur ganz kurz und eher nebenbei erwähnt. Das letzte Kapitel bricht dann recht unvermittelt noch vor seiner Entlassung aus der Klinik ab, so dass man nicht erfährt, wie Azuma die Rückkehr in ein normales Leben geschafft hat.
So war ich zum Schluss trotz der humorvoll-sympathischen Art des Autors nicht ganz zufrieden und habe mich für drei Sterne entschieden.


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