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Miu Miu (Saarland)

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Live Raw: Raw Food Recipes for Good Health and Timeless Beauty
Live Raw: Raw Food Recipes for Good Health and Timeless Beauty
von Mimi Kirk
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,31

55 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines meiner absoluten Lieblingsbücher über Raw Food, 7. August 2011
Vorweg zur Autorin: Mimi Kirk, Jahrgang 1938, wurde Anfang der 1970er zur Vegetarierin. Ab 2007 bestritt sie den Weg zur veganen und rohköstlichen Ernährung. Mit der Konsequenz, dass sie mit 71 Jahren von der Organisation PETA zur 'Sexiest Vegetarian Over 50' gekürt wurde. Diese Ereignis machte sie schlagartig in der amerikanischen Raw Food Szene berühmt und auch die US-Medien rissen sich um Interviews mit ihr. 5.000 Freunde und Fans auf Facebook folgten, bestärkten und begleiteten Mimi Kirk auf dem Weg zu ihrem ersten Buch 'Live Raw'.

AKTUELLE NEWS: Voraussichtlich im April 2012 wird ihr Buch in der deutschen Übersetzung unter dem Titel "Rohköstlich Leben" im Nietsch Hans Verlag erhältlich sein!!! -> Edit: der Erscheinungstermin hat sich lt. Verlag auf den 22. Oktober 2012 verschoben.
Nachtrag: der Termin hat sich abermals verschoben und zwar auf Montag, den 14. Januar 2013! Es bleibt also weiterhin spannend ;-)

Zum Buch 'Live Raw':
Es gliedert sich in zwölf Kapitel, welche ich hier einzeln nacheinander kurz vorstellen werde. So kann der geneigte Leser hoffentlich einen besseren Einblick gewinnen was ihn hier erwartet.

- Im Ersten erzählt Mimi Kirk von ihren Anfängen und ihrem Lebensweg und wie sie zur veganen, rohköstlichen Ernährung kam. Sie hebt die Vorzüge und das Lebensgefühl dieser Ernährung hervor, erklärt was Raw Food genau bedeutet und welche positiven Auswirkungen diese auf unseren Körper haben kann. Sie wirft einen kritischen Blick auf die konventinelle Ernährung mit ihren hochverarbeiteten Produkten, die oft keinerlei Nährwert für den Körper mehr bieten und zeigt u.a. auch die Nachteile von Milchprodukten auf.

- Es folgt das zweite Kapitel 'What to eat and why'. Hier beschreibt Mimi Kirk welche Körperregionen (Augen, Herz, Haut, Muskeln etc.) welche Nährstoffe in der Hauptsache benötigen, um optimal funktionieren zu können und listet jeweils die dazu passenden Lebensmittel auf, welche besonders reich an jenen Stoffen sind. Gefolgt von einer kleinen Einkaufsliste für den Start in die vegane Rohkosternährung. Diese bildet eine Grundlage für die ersten drei bis fünf Einstiegstage. Sie nennt es 'detoxifiying'. Diese Tage dienen der Entlastung. Es folgen speziell dafür zugeschnittene Rezepte für vielerlei Smoothies und Salate, Dressings und rohköstliche Suppen.
29 Tipps wie man in jedem Alter jung bleiben kann runden alles ab - sie beinhalten Themen wie das Abnehmen, ein gesunder Schlaf, Stressbewältigung, Meditation und vieles mehr, was neben einer guten Ernährung im Leben wichtig sein kann.

- Im dritten Kapitel dreht sich alles um die Vorbereitung. Es geht um spezielle Zutaten der roh-veganen Küche (Süßungsmittel, Saaten etc.), um die praktischten Haushaltsgeräte und wie man roh 'kocht'. Hier findet man auch gute Online-Shops gelistet (einige davon liefern auch nach Deutschland). Mimi erzählt welches Equipment sie persönlich gerne benutzt und gibt Tipps, wie man bestimmte Lebensmittel am besten aufbewahrt.

- Das vierte Kapitel gibt eine kleine Einführung in die Welt der frischen Kräuter und Gewürze. Sie stellt einige DIY-Gewürzmischungen vor, Basisrezepte für Mayonaise, Senf, Ketchup oder auch roh eingelegte Gurken.

- Das fünfte Kaptitel widmet sich den unterschiedlichsten Getränken. Hier finden wir viele wundervolle Rezepte für Smoothies, Säfte, diverse Nussmilchrezepte, leicht erwärmte Getränke und alkoholfreie Cocktails.

- Im sechsten Kapitel geht es schon ein wenig tiefer in die vegane Rohkostküche: Frühstücksrezepte, Brote und Cracker. Die Rezepte reichen von Blaubeerpfannkuchen, über Granolas, Sprossenmüsli, Bagels, Kräuterbrot usw.

- Kapitel Nummer sieben hält eine kleine Auswahl schöner Suppen bereit - u.a. aus Kürbis, Champignons, frischem Mais, Avocados...

- Im nächsten stellt Mimi Kirk ihre liebsten Salate und Dressings vor. Und nebenbei erklärt sie, wie man Sprossen zieht, welche ebenfalls in den Salaten Verwendung finden.

- Selbstgemachte roh-vegane Käsesorten wie Parmesan, Kräuterkäse, Mozzarella und diverse Dips für allerlei tolle Wraps folgen im neuten Kapitel. Hier finden sich auch schöne Rezpte für Hummus, Sour-Cream, Aufstriche etc.

- Das Zehnte dreht sich rund ums Gemüse. In erster Linie um Vorspeisen und kleinere Gerichte, z.B. gefüllte Zucchiniblüten, Ratatouille, Kale Chips, Pommes, Nachos oder Tabouleh.

- Zu den Hauptgerichten kommt Mimi Kirk im elften Kapitel. Angefangen von Chili, Käse-Maccaroni, bis hin zu einem tollen Raw-Burger, Falafel, Quiche, gefüllte Weinblätter, Patties, Pizza, Lasagne mit diversen Soßen darin oder Pasta, Gnoccis, Enchiladas und vieles, vieles leckere mehr....

- Im zwölften folgen dann die Desserts. Hier findet man Rezepte für Eis, wundervolle Kekse, Schokolade, Puddings, Schokoladenriegel, Apfelkuchen. Sie stellt diverse Nuss-Tortenböden vor, welche mit unterschiedlichen Füllungen serviert werden, gefolgt von gerollten Frucht-Crepes. Als eins der Highlights ist hier auch der Brombeer-Käsekuchen mit Walnusscreme hervorzuheben!

Abschließend möchte ich sagen: Man sieht, wieviel Zeit und Herzblut Mimi Kirk in dieses wunderschöne Buch gesteckt hat! Und gerade das macht es zu etwas ganz Besonderem. Die Aufmachung ist sehr ansprechend, das Format großzügig und die vielen Farbphotos machen so viel Lust auf mehr! Die Autorin schreibt von ihren eigenen Erfahrungen und lässt immer wieder kleine wie hilfreiche Tipps zwischendurch einfließen, was das ganze sehr lebendig macht. Es ist sowohl ein sehr persönliches Buch, aber ebenso ein wundervolles Rezeptbuch. Und es lässt sich sehr gut lesen, selbst wenn die alten Schulenglischkenntnisse vielleicht schon ein wenig eingerostet sein mögen. Also keine Scheu, es lohnt sich!
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 30, 2013 4:16 PM MEST


GEFU Spiralschneider Spirelli 13460
GEFU Spiralschneider Spirelli 13460
Wird angeboten von Edelstahlstyling
Preis: EUR 19,95

444 von 492 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nur ein Dekogerät mit anschließend (zu)viel Gemüseabfall, 16. August 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ausgehend von den vielen guten Rezensionen ließ ich mich dazu hinreißen, mir besagten GEFO Spiralschneider zu bestellen. Ich freute mich schon sehr darauf auch endlich diese tollen Gemüsespaghetti herstellen zu können, wurde dann aber leider doch ein wenig von diesem Gerät enttäuscht.

1. Das Ganze funktioniert nur gut, wenn man wirklich kerzengerades, dickes und langes Gemüse parat hat. Ist das Gemüse mal ein klein wenig gebogen, funktioniert das Prinzip eines "Bleistiftspitzers" nicht mehr wie es soll. Die Spiralen brechen nahezu bei jeder halben Umdrehung ab und sind demnach arg kurz.

2. Selbst die feine Seite der Schneidemesser empfinde ich persönlich noch als zu grob. 2 mm x 3,5 mm geschnittenes Gemüse ist nicht unbedingt "gabelfreundlich" sondern ziemlich störrisch zu handhaben. Auch sensorisch sind diese dicken eckigen Dinger nicht gerade ein Leckerbissen - Gut, aber das ist letztlich wohl Geschmackssache.

3. Kürzere Gemüsesorten wie zum Beispiel rote Beete eigenen sich gar nicht für diesen Spiralschneider: mehr als max. 3-5 Umdrehungen schafft man damit nicht - auch nicht mit dem Restehalter.

4. Dünnes Gemüse wie z.B. junge Karotten eigenen sich ebenfalls nicht für dieses Gerät, da allein das Loch in der Mitte des Spirellis schon einen Durchmesser von 6-7 mm aufweist (nur alles was dicker ist, wird vom Spirelli erfasst und tatsächlich auch zu Spiralen geschält).

5. Zudem empfinde ich es als eine unnötige Verschwendung von Gemüse.
Da ich es mal genau wissen wollte, habe ich einen Versuch gestartet und zwei nahezu identische Karotten gesucht - also gleiches Gewicht, gleiche Länge und beide kerzengerade (je 91 g, ca. 3 cm breit und 17 cm lang)
Die erste Karotte drehte ich durch den Spirelli, bei der zweiten verwendete ich einen Sparschäler mit Keramikschneidemesser von Kyocera. (entsprechende Photos zum Vergleich habe ich eingestellt und sollten in Kürze freigegeben werden.)

Ergebnis Spirelli:
längste Spirale lag bei knapp 1,5 m, Dicke: 2x3,5 mm, tatsächliche Gemüseausbeute: 52 g, Abfall: satte 39 Gramm!

Ergebnis Sparschäler:
durchgängig 16-17 cm lang, Breite lag durchschnittlich bei ca. 4-5 mm, jedoch hauchfein bei einer Dicke von nur etwa 0,25 - 0,5 mm, tatsächliche Ausbeute: 87 g, Abfall: nur 4 Gramm - Was für ein Unterschied!

Mein Fazit daraus:
Der Spirelli produziert um fast das 10-fache(!!) mehr "Gemüseabfall" als der Sparschäler. Die langen groben Spiralen sind weder praktisch, noch fühlen sie sich schön auf dem Gaumen an. Und mal ernsthaft: Wer braucht schon 1,5 m lange Spiralen, es sei denn man will sie sich irgendwo als Girlande aufhängen? *gg*
Die im Vergleich dazu relativ "kurzen" Streifen beim Sparschäler sind zwar minimal breiter, dafür aber hauchfein und damit nicht nur "gabelfreundlich", sondern auch auf dem Gaumen ein Genuß. Auch optisch sind sie übrigens sehr ansprechend gewesen. Und für Gemüsespaghetti sind auch 16 cm ausreichend - je nach verwendetem Gemüsestück, das zudem auch mal etwas gebogen sein darf.

Zugegeben, für rote Beete eignet sich der Keramiksparschäler ebenfalls nicht besonders. Ich werde daher weiter nach einen guten Spiralschneider mit überzeugenderen Ergebnissen suchen müssen. Nur eins kann ich schonmal sagen: Der Spirelli ist es für mich nicht.

Edit:
- Da meine Rezension ja doch so einige Fragen aufgeworfen hat, möchte ich gerne an dieser Stelle hinzufügen, dass ich die Gemüsereste natürlich nicht wortwörtlich mit Abfall gleichsetze. Ich verwende die Reste natürlich weiter. Allerdings empfinde ich es als nervig, wenn ein Spiralschneider um ein vielfaches mehr Gemüsereste produziert als unbedingt nötig! Da gibt es wirklich bessere Alternativen. Und wenn ich für eine Portion Gemüsespaghetti 4-5 Karotten statt sparsamen 1-2 Stück benötige, dann bleibt nunmal zuviel an Resten übrig, über deren sinnvolle Weiterverwendung man sich dann jedesmal Gedanken machen müsste. Wer wie ich mehrmals pro Woche Gemüsespaghetti isst, wird das sicher nachvollziehen können.
- Zum Begriff "Dekogerät": Das ist für mich in diesem Fall einfach ein Gegenstand, der zu seinem eigentlichen Zweck wenig taugt und daher nur noch ungenutzt und "dekorativ" in der Küche rumsteht. ;-)
Kommentar Kommentare (33) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 30, 2014 6:22 PM MEST


Mehr Streicheleinheiten: Von Austernpilzbutter bis Zwiebelschmalz - Fantastische Brotaufstriche für jede Gelegenheit
Mehr Streicheleinheiten: Von Austernpilzbutter bis Zwiebelschmalz - Fantastische Brotaufstriche für jede Gelegenheit
von Ilse Gutjahr
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,50

45 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ganz wundervolles Buch..., 8. Mai 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
... welches eine so mittelmäßige Bewertung in meinen Augen etwas zu Unrecht bekommen hat. Beinahe ärgere ich mich, dass ich es deswegen nicht schon viel früher gekauft habe. Aus diesem Grund will ich im Rahmen dieser Rezension mehr eine ausführliche Gegendarstellung einnehmen und diverse Kritikpunkte aufgreifen.

Zunächst zur Ästhetik:
Die Photos in dem Buch zeigen im Gegensatz zu seinem Vorgänger erstmals die Brotaufstriche selbst! Sie sind sehr ansprechend, etwas moderner und mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. Es wird auf Farbkontraste und -familien gesetzt, wo es angebracht ist. Die Bilder zeugen von der Farbenprächtigkeit der Aufstriche, welche lt. den Autorinnen übrigens nicht im geringsten nachgebessert oder geschönt wurden.

Die großzügigen Bilder lockern das Buch zudem auf angenehme Weise auf, und wecken vor allem die Lust, die Rezepte baldmöglichst ausprobieren zu können. Sie machen Appetit, und gerade das ist doch sehr wichtig daran. Ich bin zugegebenermaßen kein Freund von kargen und zusammengestauchten Layouts... Ein wenig Raum darf schon sein, denn es zeugt bereits im Buch von Genuss und Freude am Essen.

Die Farbeinteilung ist überaus praktisch ausgefallen: Es wurden lediglich die Überschriften und Seitenzahlen farbig gesetzt. So weiß der Benutzer sogleich, in welchem Kapitel er sich überhaupt befindet. Keine Sorge, das ist kein bunter Zettelkasten, sondern schön dezent gehalten. Weniger ist hier oftmals mehr!
Ein alphabetisches Rezepteverzeichnis ist hier absolut nicht notwendig. Denn die Rezepte sind bereits durchs ganze Buch hindurch alphabetisch geordnet!

Zu den Rezepten selbst will ich anmerken:
Generell ist ja jedes Rezept eine Abwandlung von Zutaten... Doch: Gerade die geschickten und feinen Kombinationen machen stets von neuem den Reiz aus. Zudem hat vermutlich nicht jeder die Zeit und die Muße, den halben Tag lang in der Küche zu stehen und ewig selbst herum zu experimentieren. Da muss es schnell gehen! Die Aufstriche müssen erprobt, gelingsicher und vor allem lecker sein. Und das sind sie - In diesem Buch absolut!

Ilse Gutjahr und Erika Richter haben ganze Arbeit geleistet, ihre Rezeptesammlung zu erweitern, ohne dass es langweilig wird. Sie haben viele neue wundervolle Kreationen und ebenso leichtere sowie interessantere Variationen gefunden. Während der Vorgänger 'Streicheleinheiten' die Basis bildet und man dort eher klassische Aufstriche findet, darf man sich hier auf zartere Nuancen sowie auf sehr raffinierte Sachen freuen.
Die Liste reicht von marokkanischem Auberginenaufstrich, bis hin zu Hokkaido-Aufstrich, Pinien-Tomate, Rosenkohlaufstrich, Sesampaste, sowie Blaubeeraufstrich mit Kokosnuss, Himbeerbutter, Dattelcreme, usw...

Es ist kein Manko, wenn ein Buch über Brotaufstriche ein paar sehr bewährte Brot- & Brötchenrezepte nebst Sauerteiganleitung beinhaltet. Ich sehe es als sinnvolle Ergänzung. Ebenso die Basics: Neben Varianten in der Herstellung von Gemüsebrühen (getrocknet, flüssig, eingelegt...) findet man auch Meerrettichwürze, Harissa und lernt, wie man Oliven, Knoblauch und Tomaten einlegt.

Zudem kann ich die Aufregung wegen ein paar einzelnen Zutaten nicht nachvollziehen: getrocknete "vollwertige" Tomaten wird man sowieso nirgends finden können - es gibt sie schlicht nicht! Man sollte das vielleicht nicht so engstirnig sehen, sonst müsste man sich Kakao oder andere Zutaten konsequenterweise ebenso verkneifen - und dies ist kann sicher nicht im Sinne der Vollwertkost sein, so wie sie Dr. Bruker bekannt gemacht hat.

Fazit:
Das Buch ist auf jeden Fall eine Bereicherung für die Tafel! Für Neueinsteiger zeigt es, wie genussvoll und vielfältig die Vollwertkost sein kann, und selbst die "alten Hasen" kommen auf ihre Kosten...
Als kleines Schmankerl haben Gutjahr/Richter übrigens noch ein wahnsinns-Backrezept in der Hinterhand: Die Knabberstangen sind ja sowas von lecker - allein dafür lohnt der Kauf des Buches schon!


Die schönsten Balkone und Terrassen für intelligente Faule
Die schönsten Balkone und Terrassen für intelligente Faule
von Karl Ploberger
  Gebundene Ausgabe

63 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der Titel ist leider irreführend, 8. Februar 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Unter einem wundervollen Balkon"Garten", welcher nicht viel Arbeit mit sich bringen soll, stelle ich mir etwas gänzlich anderes vor. Der Autor spricht zunächst von einem kleinen, üppigen Garten Eden, den man sich gerne erträumt und holt den Leser dann wenig später buchstäblich zurück auf den Boden: bitte keinen Dschungel wuchern lassen und auch keine groß wachsenden Pflanzen kaufen. - Ja, was denn nun??

Die Pflanzvorschläge haben zudem wenig mit einem zeit- und arbeitssparenden Arrangement zu tun. Monokultur statt lebendige Mischkultur drängt sich den Kapiteln bei näherer Betrachtung auf (>>Blumen zu Blumen, Gemüse zu Gemüse...). Statt den Schwerpunkt auf eine naturnahe, abwechslungsreiche und dennoch alltagstaugliche Dauerbepflanzung zu setzten, widmet sich der Autor nicht nur ausgiebigst den tropischen Kübelpflanzen - nein, es finden sich auch sonst darin viel zu viele anspruchsvolle und pflegeintensive Blumen und Blattpflanzen wieder. Viele davon benötigen einen mäßig temperierten Winteraufenthaltsort im Hause, was in meinen Augen völlig an der Zielsetzung des Buches vorbeigeht. Mal im Ernst: Wer hat denn in einer Mietwohnung schon den Platz und die Möglichkeit das vorgeschlagene Dutzend Orangenbäumchen artgerecht unterzubringen und bei soundsoviel Grad überwintern zu können?
Jede Menge weiterer pflegebedürftige und nicht-winterharte Pflanzenporträts helfen dem "intelligenten faulen Balkongärtner" dann auch nicht weiter. Auch drängeln sich zum Teil mehr als sieben(!) üppige Pflanzen in einem(!) kleinen Balkonkasten - Sowas kann einfach nicht gut gehen...

Nicht zuletzt ist auch die Bebilderung der Vorschläge etwas daneben gegangen: Zu jedem neuen Pflanzvorschlag findet der Leser eine undefinierbare und krakelige Buntstiftzeichnung eines simplen Balkonkastens mit Nummern versehen vor. Auf der nächsten Seite sind dann tatsächlich auch mal Photos von den Pflanzen selbst zu sehen - aber leider so klein und winzig, so dass man kaum erkennen kann, wie die Pflanze denn nun tatsächlich aussieht. Dies darf sich der geneigte Leser dann wohl im Internet "ergoogeln"...

Ich vermisse in dem Buch in erster Linie mehrjährige, robuste, anspruchslose, aber dafür wunderschöne Sträucher oder überhaupt wilde Arten, sowie mehr Laub- und Nadelgehölze in unterschiedlichen Größen, so dass die Bepflanzung der eigenen kleinen Oase nicht zum geheimnisumwobenen Spießrutenlauf wird. Weniger überzüchtete Arten, sondern gerne auch mal "einheimische" Blüten- und Blattpflanzen und neue wechselseitige Nutzkombinationen untereinander. (denn Lavendel zu Rosen kennt ja wohl längst ein jeder...)

Richtet man sich dagegen nach den Buch-Tipps darf der faule Gärtner mitunter ganz schön ackern und sich schlimmstenfalls jedes Jahr eine neue Bepflanzung anschaffen gehen. Mal abgesehen von den wenigen gelungenen Beispielen bei den Obst- und Gemüsepflanzen.

Auf meinem kleinen 4 qm Balkon tummelt sich jedenfalls eine prächtige Felsenbirne von stattlichen 2 m Höhe. Sie lässt sich problemlos zurückschneiden, ist robust und witterungsbeständig, blüht mit tausend weißen Sternen im Frühjahr, trägt im Spätsommer kleine essbare Beeren und das Laub entspringt im Herbst zu einem wahren Feuerwerk. Ebenso die kleinen Stauden wie die winterharte Blaublattfunkie, der samtige Frauenmantel und viele mehr kommen ohne besondere aufwändige Pflege aus und treiben wieder neu. Im Sommer ein wenig düngen, im Winter/Frühjahr abgestorbenes Laub und Ästchen entfernen - fertig. Mehr ist nicht nötig!
Wer sich zusätzlich auf alte Pflanzen oder auf Wildsorten einlässt, darf sich aufgrund ihrer Robustheit gegenüber Krankheiten usw. freuen. Eine wilde Clematis wächst bei mir nun schon Jahre am kleinen Rankbogen neben einer alten, anspruchslosen Duftrosensorte hoch. Walderdbeeren leisten treue Dienste und vermehren sich eigenständig zwischen den Kräutern. Alte Tulpenzwiebeln zwischen Himbeerstauden kommen jedes Jahr von neuem und vermehren sich ebenso willig. Und dies alles ohne großen zeit-, arbeits- und finanziellen Aufwand. - ein Buch wie dieses hier war dazu übrigens nicht nötig. Mal abgesehen davon, hätte ich viele meiner pflegeleichten Pflanzen darin nicht mal wiedergefunden!

Schade, denn ich hatte mir von dem Werk so viel mehr und vor allem neues über naturnahes und damit unkompliziertes Gärtnern erwartet. - Eine weitere Insprirationsquelle also. Für den Preis ist die Umsetzung schlicht zu dürftig und oberflächlich ausgefallen. Hier vergebe ich trotzdem 2 Punkte, da sich wenigstens gute Anfänger- und Pflegetipps darin befinden und es zumindest als eine erste Orientierung ausreicht.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 21, 2009 11:37 AM MEST


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