ARRAY(0xa0f46f30)
 
Profil für Skatersally > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Skatersally
Top-Rezensenten Rang: 313
Hilfreiche Bewertungen: 4666

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Skatersally "skatersally"
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Acht Zimmer, Küche, Meer: Roman
Acht Zimmer, Küche, Meer: Roman
von Anna Rosendahl
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

3.0 von 5 Sternen Ein schweres Erbe, 18. April 2014
Marina Beckmann kann kaum glauben, was ihr in einem Brief mitgeteilt wird. Sie hat ein Haus auf Rügen geerbt, das sie schon als Kind kannte. Ungewöhnlich ist, dass der verstorbene Besitzer ihr nur als düsterer Mann in Erinnerung ist, der sie und ihre Schwester Katharina mal auf seinem Dachboden erwischt hat. Da Marina die Ostseeinsel liebt, macht sie sich von Frankfurt aus auf den Weg. Ihrem Freund Philipp verschweigt sie zunächst den Grund ihrer Reise. Erst als sie das Testament annimmt, muss sie sich zwischen dem neuen Wohnort Rügen und ihrer Beziehung zu Philipp entscheiden.

Für den Leser ist es keine Überraschung, dass Marina die Herausforderung auf Rügen annimmt und ihr bisheriges Leben hinter sich lässt. Anna Rosendahl legt ihrer Protagonistin obendrein ein paar Steine in Form einer wortkargen älteren Dame mit lebenslangem Wohnrecht und einer übereifrigen Mutter, die ihrem Sohn ebenfalls das Haus als Erbe sichern will, in den Weg. Zum Ausgleich gibt es aber noch einen hilfsbereiten Nachbar, der allerdings die erste Liebe von Katharina war. Immer wieder werden Erinnerungen an die damalige Zeit eingeflochten, die dem Leser das Heute verständlicher machen. Gespickt wird die Geschichte mit einem Familiengeheimnis um Marinas Mutter. Je mehr sie erfährt, desto verworrener scheint das Gespinst zwischen Lüge und Wahrheit.

Der Handlungsverlauf wirkt aus dem Leben gegriffen. Die Figuren passen zur Umgebung, die ebenfalls farbig ausgemalt wird. Leider haben mir die Dialoge nicht immer gefallen. Bestehende Probleme werden viel zu schnell gelöst, um einen glaubhaften Meinungsaustausch stattfinden zu lassen. Das fängt bei der Trennung zu Philipp an und setzt sich beim Erbstreit fort. Auch die Gewichtung zwischen rechtlichem und medizinischem Wissen ist einseitig. Während die Erbangelegenheiten gewieft abgehandelt werden, sträuben sich mir beim Vaterschaftstest die Haare. Als weiteren Kritikpunkt muss ich den zeitlichen Ablauf anführen. Marina jagt durch die Kapitel, um am Ende mitzuteilen, dass bereits die dritte Jahreszeit vergangen ist. Text und Gefühl differieren spürbar, was letztendlich nur zu drei Sternen führt. Die Geschichte ist spannend angelegt, jedoch konnte das hohe Niveau nicht beibehalten werden. Als Unterhaltung für entspannte Lesestunden ist es zu empfehlen.


Ein Jahr voller Wunder
Ein Jahr voller Wunder
von Karen Thompson Walker
  Audio CD
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Tage, die 72 Stunden andauern, 18. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Ein Jahr voller Wunder (Audio CD)
Karen Thompson Walker beschreibt in ihrem Debütroman den Untergang der Erde durch die stetige Verlangsamung der Erdrotation. Julia Joel lebt mit ihren Eltern in einer kalifornischen Kleinstadt. Eines Morgens wird die Nachricht über die Verlangsamung im Radio bekannt gegeben. Relativ ratlos versucht die Familie nun, ihren Alltag weiterhin zu organisieren und sich auf die nun langsam ausdehnende Zeit einzustellen. Schleichend nimmt auch das sich verändernde Magnetfeld der Erde Einfluss auf Flora und Fauna. Pflanzen, die nur bedingt Sonnenlicht vertragen, gehen schnell ein. Bald merken die Menschen das bei den Auslagen der Obst- und Gemüsestände. Auch die Tiere haben mit den anhaltenden Tages- und Nachtzeiten zu kämpfen. Vor allem aber verändern sich das Verhalten und Denken mancher Menschen.

Die amerikanische Autorin hat hier ein interessantes Thema aufgegriffen. Wohl jeder hatte schon den Wunsch, sein Tag möge einige Stunden mehr haben. Liegengebliebenes könnte noch erledigt werden und der Stress dadurch gemindert. Meist macht man sich bei dem Wunsch nach einem längeren Tag allerdings keine Gedanken um die Auswirkungen. Das Mehr an Zeit hätte wesentliche Nachteile für die Natur. Auch der menschliche Körper könnte sich nicht so schnell auf die veränderten Bedingungen anpassen. Wie bei Julias Mutter und einigen anderen Figuren in diesem Roman würde der Organismus unterschiedlich reagieren. Schnell bilden sich Gruppen, die ihr Leben unterschiedlich gestalten würden. Hier werden recht realistisch zwei Beispiele mit Menschen, die nach Echtzeit, und Menschen, die nach der Uhrenzeit leben genannt. Durch das jeweils offene Ende hat der Leser eine unbeeinflusste Möglichkeit der Meinungsbildung.

Die Frage nach dem was wäre wenn steht zentral über der Geschichte um Julia. In diesem Jugendbuch werden in abgeschwächter Form Möglichkeiten diskutiert, welche Auswirkungen eine langsamere Erdumdrehung hätte. Die latent vorhandene Angst vorm Weltuntergang lässt dabei das Kopfkino starten. Das Szenario wird plausibel erklärt und glaubhaft eingeführt. Eher ruhig als actionlastig wird der Anfang vom Ende eingeläutet. Eine Verfolgung der Themen bis zum Ende ist deshalb nicht möglich. Die Apokalypse lässt sich erahnen, soviel sei aber verraten, wird nicht durch diesen Roman erlebt. Auf manches wird vermutlich aus Rücksicht zur Zielgruppe verzichtet. Hervorzuheben ist der runde Erzählstil für ein dermaßen wissenschaftliches Thema.

Gelesen wird dieses Hörbuch von der Sängerin und Schauspielerin Winnie Böwe. Ihre Stimme klingt angenehm und passt zur Gedankenwelt der Protagonistin. Die Ich-Erzählung benötigt für die gekürzte Lesung 275 Minuten, die auf vier CDs verteilt sind.


Das Haus am Hyde Park: Roman
Das Haus am Hyde Park: Roman
von Monica McInerney
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Schicksalhafte Familiengeschichte, 17. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Haus am Hyde Park: Roman (Taschenbuch)
Ella O’Hanlon muss einen schweren Schicksalsschlag verkraften. Während sie mit ihrem Mann Aidan Zeit zu zweit verbringt, stürzt ihr zweijähriger Sohn Felix tödlich. Ellas Halbschwester Jess konnte das Unglück nicht verhindern. Das Verhältnis der Schwestern zerbricht an dieser Last. Auch Aidan kann nichts tun, um Ellas Schmerz zu lindern. Sie zieht sich komplett zurück und verlässt ihn, um mit kurzzeitigen Jobs durch Australien zu ziehen. Erst ihr Onkel Lucas kann sie dazu bringen, zu ihm nach London zu kommen. Sie soll ihm in seiner Villa im Haushalt helfen, einen Dieb zu entlarven.

Monica McInerney präsentiert wieder einmal eine komplexe Familiengeschichte, die ihre Wurzeln in Australien hat. Die Patchworkfamilie bietet durch die unterschiedlichen Charaktere großes Potential für Spannungen. Als Ellas Mutter zum zweiten Mal heiratet, vergrößert sich die Familie um Stiefbruder Charlie, der im gleichen Alter von Ella ist. Die beiden stehen sich oft bei, vor allem als ihre jüngere Schwester Jess geboren wird und die älteren eifersüchtig reagieren. Die Handlungen sind nachvollziehbar beschrieben, bedienen aber auch eine Vielzahl an Klischees. Die Geschichte verliert hier ihre Besonderheit.

Ganz anders ist hingegen der Strang um Lucas Fox, dem eigensinnigen Professor, der in seinem Haus Nachhilfe im großen Stil organisiert. Bei ihm leben immer einige Studenten, die ihre Miete in Form von Nachhilfe abarbeiten. Das soziale Engagement macht die Figur sofort sympathisch. Auch die Schilderungen Ellas aus ihrer Kindheit vermitteln ein warmes Ambiente. In Verbindung mit ihrer Verzweiflung, Wut, Trauer und Ohnmacht um den Tod ihres Sohnes wirkt Lucas wie ein Fels in der Brandung. Geschickt zieht er die Fäden in der Familie und gibt Ella eine Sichtweise auf ihr eigenes Verhalten. Behutsam führt er ihr vor Augen, dass nur das Verzeihen ihre Flucht beenden kann.

Den Vergleich zu den vorherigen Romanen muss dieser nicht scheuen. Die Figuren werden ausreichend tief gezeichnet und lassen Wendungen zu. Ihr Handeln wirkt authentisch und ihre Gefühlswelt nachvollziehbar. Immer gibt es eine Figur, in der sich der Leser wiederfindet und von Seite zu Seite mitfiebert. Das muss nicht immer die Protagonistin sein. In diesem Fall empfand ich Charlie als bodenständigen Menschen, dem das Leben nicht alles in den Schoß geworfen hat, am faszinierendsten. Wer sich mit einer Familiengeschichte berieseln und von ihr eingenommen werden möchte, kann hier zugreifen.


Die Kurtisane des Teufels: Roman
Die Kurtisane des Teufels: Roman
von Sandra Lessmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Zwischen Adel und Abschaum, 14. April 2014
Nachdem Kittys Eltern gestorben sind und sie ohne Mitgift keine Aussicht auf eine baldige Heirat hat, beschließt sie, ihrem älteren Bruder Thomas nach London zu folgen. Unter der bekannten Adresse kann sie ihn nicht finden. Kitty bleibt nichts anderes übrig, als sich in der großen Stadt auf die Suche zu machen. Dabei lernt sie den windigen Daniel kennen und lieben. Wenig später nachdem sie ihm von ihrer Schwangerschaft erzählt hat, ist er spurlos verschwunden. Die gemeinsame Tochter Helen wächst fortan ohne Vater auf, während ihre Mutter täglich erneut ums Überleben kämpft.

Sandra Lessmann hat sich erneut der Epoche des 18. Jahrhunderts in England gewidmet. Sie zeichnet dabei ein detailliertes und beeindruckendes Sittengemälde zur Zeit des Königshauswechsels von Stuart zu Hannover. Sie schildert die Zeit aus Kittys Sicht, einem nur geringfügig über Geld verfügendes Mädchen vom Land. Die unbedarfte junge Dame muss sich auf die Umstände in der Großstadt anpassen und sich dabei immer wieder Übergriffen widersetzen. Den stetig lauernden Gefahren wie Diebstahl, Vergewaltigung oder gar Mord steht sie anfangs recht naiv gegenüber.

Die Charaktere der verschiedenen Gesellschaftsschichten werden ausreichend genug ausgearbeitet, um die eine oder andere Wendung einzubauen. Sprachlich bewegt sich die Autorin dabei in einer verständlichen, der Zeit angepassten Weise, die den Lesefluss unterstützt. Zwischen den Handlungen der Figuren fließen deren Alltagsprobleme wie mangelnde Hygiene und Krankheiten wie Pocken oder Typhus ein. Die Perspektive aus der untersten Schicht, wie sie Kitty darstellt, steht im Kontrast zum ausschweifenden Leben des Adels. Die Kurtisane ist das Bindeglied dieser Gesellschaftsschichten, sodass der Leser einen umfassenden Blick genießt. Schonungslos werden diverse Wünsche erfüllt und gleichzeitig von anderer Stelle die seinerzeit übliche Sanktionen verhängt. Viele ertrugen ihr Schicksal nur mittels Alkohol, was die Gewaltbereitschaft zusätzlich erhöhte.

Die Geschichte nimmt die interessierten Leser vom ersten Kapitel an gefangen. Obwohl das Hauptaugenmerk auf den fiktiven Figuren liegt, kann man auch den Werdegang von einigen historisch belegten Persönlichkeiten nachverfolgen. Gerade in der Unterwelt gab es seinerzeit perfekt organisierte Verbindungen, mit denen sich Kitty immer wieder auseinander setzen muss. Die Einbettung des durchaus vorstellbaren Lebenslaufs einer jungen Frau in die reale Historie ist gelungen. Lediglich das dramatische Ende hätte dezenter sein können, führt aber nicht zum Punktabzug. Im Ganzen betrachtet ist es ein sehr lesenswerter historischer Roman, aus dem zwischen den Seiten die Geräusche und Gerüche des historischen Londons entströmen.


Leitz 45960037 Kollegeblock Bebop Get Organised, A4, kariert, PP, blau
Leitz 45960037 Kollegeblock Bebop Get Organised, A4, kariert, PP, blau
Preis: EUR 13,05

3.0 von 5 Sternen Hingucker, 13. April 2014
Kundenmeinung aus dem Amazon Vine - Club der Produkttester-Programm (Was ist das?)
Leitz ist aus den modernen Büros schon lange nicht mehr wegzudenken. Immer wieder werden neue, auf den speziellen Bedarf entwickelte Hilfsmittel angeboten. Die Produkte aus der Serie Bebop machen da keine Ausnahme und vereinen ansprechendes Design mit Funktionalität. Die optisch ansprechende Prägung verhilft dem Kunststopffeinfand zu einer griffigen Oberfläche, ohne an Eleganz einzubüßen. Aufgeschlagen ist der Kollegblock in DinA4-Größe stabil genug, um ohne weitere Unterlage beim Schreiben auszukommen. Der Block ist so konzipiert, dass er auch mal draußen zum Einsatz kommen kann. Es wurde zudem ein hochwertiges Papier mit glatter Oberfläche gewählt, das auch für Tinte geeignet ist, ohne unschöne Kleckse zu hinterlassen oder durchzuschreiben. Das Schreibgerät gleitet sehr leicht über das Papier, was zum einen der Ermüdung der Hand vorbeugt, zum anderen materialschonend für die Stifte ist. Die 80 Blatt kariertes Papier sind seitlich gelocht und mit einer Mikroperforation gestanzt, sodass die Mitschrift ohne weitere Umstände in andere Ablagen geheftet werden können. Eine Kopfzeile bietet Raum für das Thema oder den Namen.

Erwähnenswert ist auch die Möglichkeit, die 80 Blatt zwischen drei Register aufzuteilen. So hat man unterschiedliche Themen mit einem Griff zur Hand. Im rückwärtigen Einband bietet ein dreiteiliges Register genug Raum, separate Blätter zu sortieren. Handouts aus Besprechungen werden so sicher ins eigene Büro transportiert.

Mit diesem Hilfsmittel ist man wirklich gut organisiert. Warum gibt es dann nur drei Sterne? So hübsch wie der Block aussieht, so unpraktisch erweist er sich, wenn man viel unterwegs ist. Er bietet keine Möglichkeit des Nachfüllens. Sind die vorhandenen Blätter genutzt, muss man sich von seinem Plastikbegleiter trennen. Wer hier auf fachgerechtes Recycling Wert legt, muss sich nun die Mühe machen, die stabile Bindung vom Papier zu trennen. Da gibt es von anderen Herstellern weitaus bequemere und fingernagelschonendere Angebote. Als weiteren Minuspunkt habe ich das Preis-Leistungsverhältnis angesehen. Design und Qualität haben ihren Preis, was ich auch diskussionslos akzeptiere. Hier habe ich aber für relativ viel Geld letztendlich doch nur einen Kollegblock mit 80 Seiten erhalten, der hinterher noch mühsam entsorgt werden muss. Auch von der Firma Leitz gibt es durchaus annehmbare Alternativen, die ökologischer sind und trotzdem gut organisieren.


Der Tote am Hindenburgdamm: Ein Sylt-Krimi
Der Tote am Hindenburgdamm: Ein Sylt-Krimi
von Kari Köster-Lösche
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Ausflug in die Vergangenheit, 9. April 2014
Kriminalinspektor Niklas Asmus wird von Rostock auf eine neue Stelle nach Sylt versetzt. Schnell stellt er fest, dass die Insulaner ein eingeschworenes Grüppchen sind. Ebenso schnell bekommt er im neuen Job auch etwas zu tun. Zwischen den Strandkörben wurde ein toter Landstreicher gefunden. Die ansässige Polizei scheint daran allerdings desinteressiert. Auch ein Anschlag auf der Werft veranlasst sie nicht zu intensiven Ermittlungen. Erst als am Neubau des Hindenburgdamms eine weitere Leiche entdeckt wird, fangen die Nachforschungen an.

Kari Köster-Lösche platziert erneut eine historische Serie um einen Kriminalinspektor in Nordfriesland. Auf den ersten Blick erkennt man die Parallelen zu einem Inspektor, der in einer vierteiligen Serie auf einer Nachbarinsel ermittelt hat. Auf den zweiten Blick entdeckt man die Unterschiede. Asmus hat zwar auch einen Chef, der ihn nicht begeistert aufnimmt, und lernt nach einiger Zeit eine Frau kennen, die ihn interessiert, entwickelt aber ansonsten ein eigenständiges Dasein.

Wie gewohnt sind auch die historischen Ereignisse exakt recherchiert und das Handeln der fiktiven Figuren glaubhaft eingeflochten. Die Zeit der Weimarer Republik bildet nicht nur politisch eine besondere Kulisse, sondern zeigt durch den schnellen Wechsel der Regierungen auch Auswirkungen auf die Nordseeinsel auf. Die Zeit des Umbruchs regte vielerorts an, Geschäfte zu expandieren oder Neubauten zu errichten. Die aufkeimende Tourismusbranche verfolgt vehement ihr Ziel, Sylt durch einen Damm mit dem Festland zu verbinden. Zusätzlich hatten die Menschen mit der wandelnden politischen Ansicht und dem Druck durch die NSDAP umzugehen. All diese zeitgeschichtlichen Ereignisse spielen in diesem Roman zusammen und lassen einige falsche Fährten auf der Suche nach dem Mörder zu.

Dieser leise Kriminalroman bildet den Auftakt zu einer Serie um Niklas Asmus. Stimmungsvoll wird die herbe Landschaft der Insel beschrieben und das Leben der Bewohner. Ihr Alltag zwischen Ebbe und Flut wird ebenso bildhaft, wie ihre Kulturgeschichte und der damals schon präsente Umweltschutz. Die eingängigen Schilderungen gehen manchmal zu Lasten der Spannung, bevor sich die Ereignisse im nächsten Kapitel wieder überschlagen. Die nicht einmal 300 Seiten sind zwar schnell gelesen, aber dauerten eine Weile, bis sie verdaut waren. Mit "Mord in der Vogelkoje" löst der junge Kommissar einen weiteren Fall.


Die Prophezeiung der Nonne: Historischer Roman
Die Prophezeiung der Nonne: Historischer Roman
von Nancy Bilyeau
  Broschiert
Preis: EUR 14,90

4.0 von 5 Sternen Zweites Abenteuer für Joanna Stafford, 3. April 2014
Joanna Stafford trägt seit Jahren ein Geheimnis mit sich herum. Als junges Mädchen hörte sie die Prophezeiung der Nonne Elisabeth Barton. Sie war die erste von drei Sehern, die Joanna eine Aufgabe von großer Wichtigkeit übertragen. Wenn Joanna alle drei Vorsehungen empfangen hat, kann nichts mehr den Lauf der Dinge aufhalten. Diese Aufgabe bildet den Rahmen für diesen Roman.

Nancy Bilyeau führt ihre Leser erneut mit ihren Büchern in die Regierungszeit Heinrich VIII. 1538 wütete der König vor allem gegen die Kirche. Die Klöster wurden in England gerade aufgelöst und deren Schätze der Staatskasse zugeführt. Vom Papst exkommuniziert verlangte er von seinem Volk, den anglikanischen Glauben anzunehmen. Für die im katholischen Glauben erzogene Joanna sind die Zeiten gefährlich. Durch ihre adelige Herkunft muss sie sich immer wieder vor Intrigen schützen und sucht Zuflucht bei Verwandten. Aber auch dort wird sie von den Gesandten des Königs aufgespürt und bald sieht sie sich im Verhör dem einflussreichen John Dudley gegenüber.

Die amerikanische Autorin platziert ihre fiktiven Figuren mitten in die Zeiten der Reformation. Zum Ende seiner Regierungszeit ging der Tudor-König gnadenlos gegen die Verfechter des alten Glaubens vor. Joanna bekommt die schon aus dem ersten Band „Die letzte Nonne“ bekannten Bruder Edmund und Constable Geoffrey Scovill an die Seite gestellt, mit deren Hilfe sie aus einigen brenzligen Situationen entkommen kann. Die exakt recherchierten Begebenheiten bieten in diesem spannungsvollen Abenteuer eine bunte Kulisse. Die vergangenen Zeiten werden dem Leser näher gebracht und beschönigen vor allem nichts. Von Festen am Hof hält die ehemalige Novizin nicht viel, sodass die Zeiten des Umbruchs aus einer asketischen Sicht betrachtet werden können. Hilfreich ist zudem noch, dass Joanna als Ich-Erzählerin auftritt. Es ist gleichzeitig beruhigend, da ein Rückblick ja nur erzählt werden kann, wenn der Protagonist noch am Leben ist.

Auch die Romantik kommt in diesem Buch nicht zu kurz. Die beiden Herren bemühen sich beide um Joanna, die sich bald ihrer Gefühle nicht mehr sicher ist. Leider rückt dieser Strang wegen den Prophezeiungen ungerechtfertigt in den Hintergrund. Die Autorin hat so aber eine Chance, ein weiteres Abenteuer um Joanna zu kreieren, denn sie sollte schon entweder in Frankreich oder in England ihr Glück finden. Für mich ist der zweite Band um die Nonne weitaus spannender als der erste. Im Vorgänger werden allerdings die Verhältnisse der Figuren untereinander angelegt, sodass er nicht übersprungen werden sollte. Da Heinrich VIII. beim Ende des Buchs noch sieben Jahre regiert und Joanna ihren festen Platz auch noch finden muss, tippe ich mal mutig auf eine Fortsetzung.


Ein Tag im März: Roman
Ein Tag im März: Roman
von Jessica Thompson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Ein Moment, der alles verändert, 31. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Ein Tag im März: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein einziger Schuss trifft den jungen Mann beim Nachhauseweg in der U-Bahn-Station. Sein Leben wird dadurch beendet, das seiner Freundin Bryony und vieler anderer Menschen verändert. Bryony verliert in diesem Moment die Liebe ihres Lebens. Max und sie hatten noch so viele Träume, die sich nun nicht mehr erfüllen. Sie zieht sich über Monate zurück und hat nur noch sporadischen Kontakt zu Freunden und Familie. Viel Zeit verbringt sie in einem Café, in dem Adam arbeitet. Die junge Frau fällt ihm auf und sie kommen ins Gespräch. Bryony beschließt, ihm nichts von ihrer Trauer zu sagen und verstrickt sich immer mehr in ihren Unwahrheiten.

Gleichzeitig erfährt man Details aus dem Leben anderer Figuren, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Zum Zeitpunkt des Schusses entdeckt Sara, dass ihr Mann in einem Dating-Portal inseriert. Auch ihre Partnerschaft scheint zu Ende. Sie trauert genau wie Bryony um ihren Verlust, wenngleich sich ihre Wut auf ihren Ex konzentriert. Die Balletttänzerin Rachel findet Unterlagen, die ihre Adoption dokumentieren. In ihr entsteht die Enttäuschung auf ihre Adoptiveltern, dass sie ihr nichts gesagt haben und außerdem auf ihre leibliche Mutter. Auch die Mutter des Täters hat mit Wut und Enttäuschung zu kämpfen. Zu guter Letzt wird auch noch die Sichtweise von Keon geschildert, der lange darum bittet, dass ihm verziehen wird.

Das Thema Verzeihen ist das Hauptthema dieses Romans. Fünf Menschen haben zum selben Zeitpunkt in London ein einschneidendes Erlebnis. Für jeden bedeutet es eine veränderte Zukunft. In kurzen Kapiteln folgt der Leser nun ihren Weg und erfährt, wie die Figuren damit umgehen. Größtenteils wirken die Aktionen äußerst realistisch und auch die zeitliche Zuordnung passt ins Gesamtbild. Mit treffenden Attributen belegt die Autorin die Szenen, sodass die Handlungsweisen und getroffenen Entscheidungen nachvollziehbar werden. Man kann sich gut in die Situationen hinein versetzen, entwickelt Empathie und trauert, schöpft Hoffnung und fiebert mit, was als nächstes geschehen wird.

Im Ganzen betrachtet ist dieser Roman eine Darstellung der unterschiedlichsten Beweggründe, zutiefst verletzt zu werden. Jessica Thompson hebt immer wieder hervor, dass das Verzeihen eine geeignete Lösung darstellt, ohne jemals ein mitleidtriefendes Gejammer anzustimmen. Der Weg über das Verzeihen ist nicht immer leicht und erfordert das Zurücknehmen der eigenen Person. Diese Entwicklung wird einfühlsam beschrieben und öffnet den Blick für eine sonnigere Zukunft. Trotz des ernsten Themas ist auch ein gewisser Wohlfühlcharakter gegeben, der das Buch lesenswert macht.


Wolfsburg!: Ein Liebesroman
Wolfsburg!: Ein Liebesroman
von Tom Grote
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus Liebe zu vielerlei Dingen, 27. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Wolfsburg!: Ein Liebesroman (Broschiert)
Für Jan gibt es nur Line. Für sie ist der Berliner sogar bereit, nach Wolfsburg zu ziehen. Doch mit dieser Stadt verbindet er außer dem großen Automobilwerk nichts. Nicht nur er, sondern auch seine Freunde stellen immer wieder die Frage, ob man in der Unstadt wirklich auch leben und nicht nur wohnen kann. Doch Jans Liebe zu Line ist so groß, dass er sich auf dieses Abenteuer einlässt. Die beiden beziehen ein Haus, das inmitten von altem Baumbestand, fast schon im Grünen steht. Schnell stellt der toleranzverwöhnte Neu-Wolfsburger die Unterschiede in der Nachbarschaft fest.

Tom Grote kreiert in seinem Roman ein alltägliches Szenario mit liebevoll angelegten Figuren. Dem Protagonisten Jan werden eine übersichtliche Anzahl an Familienmitglieder, Nachbarn, Freunden und vor allem städtischer Beamte an die Seite gestellt. Alle tragen dazu bei, dass der Leser auf nahezu jeder Seite humorvoll unterhalten wird. Dabei lässt er sie umgangssprachlich einschlägig kalauern. Gerade die wortkargen Beiträge der Freunde Steffen und Bert veranschaulichen die neu entstandene Männerfreundschaft, in der es selbstverständlich auch um das Schrauben an Autos geht. Für Außenstehende mögen die beiden stark überzeichnet wirken, Insider erkennen das Typische an ihnen.

Für mich war die Lektüre dieses Buchs ein besonderer Anreiz. Die Heimatstadt mit den Augen eines Zugezogenen zu betrachten, gibt auch die Möglichkeit, einmal eine andere Perspektive einzunehmen. Wird man hier hineingeboren, gehören viele Dinge zum normalen Alltag. Man denkt auch nicht mehr darüber nach, warum enorme Kosten für Bauten ausgegeben werden, die im Nachhinein überdimensioniert wirken. So manche Investition ist ja auch vom Feinsten und erhöht den Wohnwert in dieser Stadt erheblich. Dass das alles nur finanziert werden kann, weil eben eine gutgehende Industrie ansässig ist, ist irgendwann aus dem Blickfeld verschwunden. Trotz des Hintergrundwissens konnte ich aber noch jede Menge Klischees entdecken, die mit einem Schmunzeln quittiert werden sollten. Alles hat seine zwei Seiten und der Autor schaut keinesfalls auf die Automobilseite.

In Interviews behauptet Grote immer wieder, dass dieser Roman komplett erdacht ist. Nach dem Lesen des Buches bleiben aber Zweifel an der Richtigkeit zurück. Zu detailgenau beschreibt er die Hürden, die jemand zu bewältigen hat, der neu dazu kommt. Das anfängliche Gejammer weicht zum Schluss der Neugier, was die Stadt noch alles zu bieten hat. Wolfsburg besteht nicht nur aus VWs und Plattenbauten, sondern legt auch Wert auf breit gefächerte Freizeitaktivitäten. In kaum einer Stadt bieten sich dafür so zahlreiche Grünflächen an. Sobald man sich aber auf die Stadt einlässt, kann man auch das Schöne zwischen Autostadt und Rathaushaus entdecken. Für Jan kam diese Erkenntnis nach unzähligen Schneeschaufeln und noch mehr Stunden Schrauben und Restaurieren am Porsche. Genau diese Veränderung macht ihn aber so sympathisch.

Das Buch bietet kurzweilige Unterhaltung. Als Leser steigt man direkt in das Geschehen Umzug ein und folgt dem Paar, wie sie sich in ihren Alltag einrichten. Dieser Alltag ist es auch, der die Bodenständigkeit zwischen all dem Überschwang hervorhebt. Am Ende blieb für mich die Botschaft, dass auch eine von den drei Wechselschichten geprägte Automobilstadt immer noch Überraschungen bereithalten kann. Man muss nur hingucken.


Provenzalische Verwicklungen: Ein Fall für Pierre Durand
Provenzalische Verwicklungen: Ein Fall für Pierre Durand
von Sophie Bonnet
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kommissar Durands erster Fall, 25. März 2014
Denkt man an die Provence, fallen einem gleich Städte wie Saint Tropez, Nizza oder Marseille ein, wunderschöne Küstenstraßen an der Côte d’Azur und vor allem außergewöhnlich kräftig duftende Gewürze. Diese Naturkräuter verbindet man sogleich mit den typischen kulinarischen Köstlichkeiten wie beispielsweise Coq au vin. Während dem Leser hier vielleicht noch das Wasser im Mund zusammenläuft, beschreibt Sophie Bonnet die Herstellung des Gerichts auf ihre eigene Weise. Sie lässt den Dorfcasanova in einem Weinfass ertrinken, ohne dass dieser grausame Tod einem den Appetit verdirbt. Das Verbrechen ruft auch den aus Paris in den kleinen Ort Sainte-Valérie versetzten Kommissar Pierre Durand auf die Bildfläche.

Die unter dem Pseudonym Sophie Bonnet schreibende Autorin schafft es in ihrem Debüt das Flair der Region durch die Buchseiten direkt zum Leser zu transportieren. Man fühlt das teilweise gemächlich dahinplätschernde Leben im warmen Gefilde, zu dem auch immer ein gutes Essen gehört, den lauen Wind über die Felder, den Geruch von Lavendel und gutem Wein. Zusätzlich werden auch immer wieder Besonderheiten der Region eingeflochten, dass man fast meint, das Dorf gäbe es wirklich. Vor dieser Kulisse passieren die unglaublichsten Mordfälle und Durand hat alle Hände voll zu tun, den nach Kochrezepten mordenden Täter zu überführen. Auch dieser Zeitdruck wird latent spürbar.

Verschnaufpausen bekommt der Leser lediglich, wenn das Privatleben des jungen Kommissars beschrieben wird. In wenigen aber aussagekräftigen Sätzen wird die bröckelnde Beziehung zur schönen Celestine umrissen. Man fühlt die Trauer und Enttäuschung mit ihm, um dann neue Hoffnung zu schöpfen, als er die selbstbewusste Köchin Charlotte kennenlernt. Die Zeichnung der Figuren ist so bildhaft, dass sie wie reale Nachbarn wirken. Ein facettenreiches Anlegen hat den Vorteil, dass auch für Folgebände überraschende Entwicklungen möglich sind. Bereits dieses Mal bestach der Krimiteil durch unvorhergesehene Wendungen. Es wurden verschiedene Hinweise auf Verdächtige gegeben, die zum Teil ins Leere führten. Bis nahezu zur letzten Seite wird die Spannung konstant aufgebaut, um den Leser erstaunt über die Auflösung zurückzulassen.

Dieser Fall reiht sich zwar aufgrund seiner Lokation und auch der Covergestaltung in die Riege der Frankreich-Krimis ein, bietet aber weit mehr als einen reinen Who-dunnit. Der sprachliche Stil wickelt ein, vermittelt Flair und setzt das Kopfkino in Gang. Die Autorin vermag den Krimi mit Anteilen von Gesellschafts- und Liebesroman zu verknüpfen. Das einzig Störende war, dass die Fälle so rasch aufgeklärt wurden und somit wieder die Beschaulichkeit in das provenzalische Dorf einzog. Zum Glück wird es einen weiteren Fall um Pierre Durand geben.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20