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Skatersally "skatersally"
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Der verbotene Fluss: Roman
Der verbotene Fluss: Roman
von Susanne Goga
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mystery, Liebesgeschichte und Krimi in einem, 9. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der verbotene Fluss: Roman (Taschenbuch)
1890 verlässt Charlotte Pauly ihre Heimat Berlin, um eine Stelle als Gouvernante für die achtjährige Emily Clayworth anzutreten. Deren Vater berichtet in aller Kürze, dass das Mädchen über den Verlust ihrer kürzlich verstorbenen Mutter nicht hinwegkommt. Diese sei bei einem Unfall in den reißenden Fluss gestürzt. Ein schwieriger Job scheint auf Charlotte zuzukommen, doch Emily fasst schnell Vertrauen zu ihr. Jedoch scheinen vorwiegend nachts seltsame Dinge auf dem Anwesen Chalk Hill vorzugehen, die es Charlotte schwer machen, sich dort heimisch zu fühlen. Emily behauptet wiederholt, ihre Mutter sehen zu können. Sie erwacht öfter durch Alpträume und redet verwirrende Sätze. Sir Andrew Clayworth zieht in seiner Not den Rat eines Gelehrten einer spirituellen Gruppe hinzu. Dieser schickt den Journalisten Tom Ashdown, der Erfahrungen als Geisterjäger hat, um den Grund für Emilys Leiden herauszufinden.

Susanne Goga platziert ihren dritten historischen Roman in das romantisch verwunschene Surrey. Dichte Nebelschwaden wabern über die See nahe Hügellandschaft von Dorking und machen es leicht, sich auch eine Begegnung aus dem Jenseits vorzustellen. Ende des 19. Jahrhunderts war die Forschung in der Naturwissenschaft gerade im Umbruch, sodass zwar noch der Aberglaube bei einigen Älteren verwurzelt war, jedoch auch schon nach belegbaren Ergebnissen für aufgestellte Theorien geforscht wurde. Das Übersinnliche wurde damit Stück für Stück als Sinnestäuschung entlarvt. Die Autorin kreiert ihre Geschichte um ausgeprägte Wünsche, unbändiges Verlangen und hilflosem Agieren. Die gesellschaftlich hochgestellte Familie soll nach außen hin in jedem Fall ihren tadellosen Ruf behalten. Diese mit Strenge eingeforderte Order an die Bediensteten bildet den Zeitgeist ab, der die damalige Klassengesellschaft umgab.

Der Fokus liegt in diesem Buch auf den übersinnlichen Visionen, die die Achtjährige ihrer Gouvernante, ihrem Kindermädchen und später auch dem Journalisten mitteilt. Sie bilden den Mittelpunkt des Geschehens. Gewürzt wird die Geschichte mit einer ominösen Familiengeschichte und dem Kennenlernen von Charlotte und Tom. Immer wieder wird die Frage aufgeworfen, ob es zwischen Himmel und Erde nicht noch mehr gibt, das der Geist nicht erfassen kann. Diese Frage wird auch in diesem Buch nicht beantwortet. Belohnt wird der Leser mit einer fesselnden Geschichte und einem Einblick in die Lebensweise der vergangenen Zeit. Eine detaillierte Recherche überzeugte die Beschreibung des zwanghaften Verhaltens und Abhängigkeit zwischen Mutter und Tochter. Obwohl sich diese für die Mehrzahl der Menschen ungewöhnlich anmutet, ist sie am Ende doch nachvollziehbar und weckt auch beim Leser Mitgefühl.

Die bereits 2012 mit dem DeLiA-Preis ausgezeichnete Autorin lässt ihre Leser am Ende des Buches auf einem ihrer Spaziergänge in London teilnehmen. Zeitgenössische Abbildungen der Umgebung, in der sich Ashford bewegte, lassen zusätzlich die richtige Stimmung aufkommen. Die Mischung von Mystery, Liebesgeschichte und Krimi bietet auch diesmal wieder ein nachhallendes Lesevergnügen.


6. Schuljahr, Stufe 2 - Mary, Queen of Scots - Neubearbeitung: Reader - Stage 1 (Oxford Bookworms Library: Stage 1)
6. Schuljahr, Stufe 2 - Mary, Queen of Scots - Neubearbeitung: Reader - Stage 1 (Oxford Bookworms Library: Stage 1)
von Tim Vicary
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,59

4.0 von 5 Sternen Eine Königin zwischen den Fronten, 5. Januar 2014
Leichte Lektüren eignen sich vor allem für Anfänger, die sich einer neu erlernten Sprache nähern wollen. Der Verlag Oxford Bookworms Library bietet hierfür eine Serie mit wahrer Historie in sechs Schwierigkeitsgraden an. Im vorliegenden Buch geht es um die schottische Königin Maria Stuart. Tim Vicary lässt sie in den letzten Tagen ihrer Gefangenschaft einen Brief an ihren Sohn James schreiben, in dem sie ihr Leben darstellen darf. Es ranken auch knapp 450 Jahre nach ihrer Hinrichtung noch Gerüchte, dass sie bei der Ermordung ihres zweiten Gemahls Verantwortung trug. Mit einem Wortschatz von nur 400 Vokabeln können sich auch Sprachneulinge nun ein eigenes Bild dieser tragischen Figur machen.

Die Geschichte ist verständlich erzählt und kann bereits im ersten Lehrjahr behandelt werden. Die Ansprüche an grammatikalischen Zeitformen oder Konjunktionen ist entsprechend gering. Zusätzlich werden die Kapitel mit Federzeichnungen illustriert, sodass der Verlauf der Handlung nochmals verdeutlicht wird.

Die Erzählung umfasst 39 Seiten. Daran schließen sich zwei Seiten schwierigerer Vokabeln an, bevor es zu diversen Übungen des Textverständnisses geht. Es werden Aktivitäten vor, während und nach Beenden des Lesens angeboten. Durch Lückentexte, Auswahl an richtigen und falschen Aussagen zum Text oder Anregungen zu Konversationsübungen festigt man sowohl die Geschichte als auch den Sprachgebrauch. Da keine Lösungen angegeben werden, ist eine Autodidaktik nahezu ausgeschlossen, was zum Punktabzug führte. Als Gruppenarbeit ist die Lektüre eine interessante Abwechslung vom herkömmlichen Lernstoff. Empfehlenswert ist dieses Buch allen, die sich mit der Englischen Sprache beschäftigen wollen, jedoch über das übliche Einstiegsalter hinaus sind.


Tausche Schwiegermutter gegen Goldfisch: Roman
Tausche Schwiegermutter gegen Goldfisch: Roman
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Strangers in the Night, 3. Januar 2014
Elisa Wennel steht im Alter von über 30, aber bestimmt unter 40, an einem Wendepunkt ihres Lebens. Ihr vierzehnjähriger Sohn Rick benötigt ihre Fürsorge nicht mehr so üppig wie noch vor einigen Jahren und ihr Mann Alexander arbeitet als Selbstständiger quasi rund um die Uhr. Die einzige, die Elisa mehrmals am Tag anruft und sie offenbar ganz nötig braucht, ist ihre Schwiegermutter Margret. Dabei formuliert sie ihre Wünsche und Anregungen nicht immer so freundlich, dass man sie auch gerne erfüllt. In Margrets Vorstellung scheint die Familie Wennel zum alten Adel zu gehören. Genial scheint daher der Vorschlag von Margrets Schwester Helga, ein Doppelappartement in einer Seniorenresidenz zu beziehen. Auch Schwägerin Cassie ist angetan, kann sich aber leider nicht persönlich um den Umzug kümmern. Da muss Elisa mal wieder ran. Dabei hat sie doch schon genug um die Ohren. Seit Alex’ Handy einen neuen Klingelton hat, vermutet sie dahinter eine neue Frau. Tatsächlich hat er zu ungewöhnlichen Zeiten diverse Besprechungen mit seiner neuen Marketing-Assistentin. Nach diesen Erkenntnissen kann sich Elisa nur noch damit trösten, dass ihr neuer Chef ein appetitlicher Anblick ist.

Sabine Zett hat sich für ihr Debüt im Genre Frauenroman gleich drei bewegende Themen vorgenommen. Gerade das Alter zwischen 30 und 40 lässt viele Frauen noch einmal darüber nachdenken, ob sie im Leben nicht noch mehr wollen. Wie Rick im Roman entwachsen die Kinder langsam der permanenten Betreuung und man kann die Zeit mit anderen Dingen füllen. Viele stellen jetzt fest, dass sie sich vom Partner entfernt haben, oder wollen das herannahende Alter nicht wahrhaben. Wer obendrein noch eine impertinente Schwiegermutter zur Familie zählt, flüchtet sich verständlicherweise ab und zu aus seinem Alltag. Diese Ausflüge sind mit allen Pannen, die sich dabei ergeben können, geschildert, wirken dennoch glaubhaft. Wer nach mehr als einer Dekade wieder eine in grellbuntes Licht getauchte Tanzfläche aufsucht, stellt diverse Änderungen zu früher fest.

Die Figuren sind insgesamt authentisch geschildert. Sie harmonieren trotz aller Querelen miteinander und wirken wie aus dem Leben gegriffen. Ihre Wünsche, Sorgen und Befürchtungen werden vor allem bei Elisa, ihrer Freundin Karina und sogar Margret nachvollziehbar gezeichnet. Im Nachwort behauptet die unter Pseudonym schreibende Autorin, dass ihr Buch nur unterhalten soll und keinesfalls Problemlösungen beinhalte. Vielleicht ist gerade das das Geheimnis, dass dieser Roman so erfrischend kurzweilig ist. Die Mehrzahl der Leserinnen werden sich in einem Punkt wiedererkennen, zustimmend nicken und im Idealfall sogar laut auflachen. Man fühlt sich quasi heimisch, auch wenn die eigene Schwiegermutter eine ganz liebe ist und die eigenen Kinder auch während der Pubertät mehr als Ein-Wort-Sätze gesprochen haben. Das Tauschangebot enthält alles, was ein humorvolles Lesevergnügen haben sollte. Witz, Esprit, Leid, Hoffnung und Matthew McConaughey.


Das Kastanienhaus: Roman
Das Kastanienhaus: Roman
von Liz Trenow
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leicht und strapazierfähig wie Seide, 1. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Kastanienhaus: Roman (Taschenbuch)
Lily Verner wohnt schon ihr gesamtes Leben im Kastanienhaus. Die inzwischen 80-jährige ist nach der Beerdigung ihres Mannes dabei, ihre Sachen zu ordnen als ihr eine vergessene Kiste voller Erinnerungsstücke in die Hände fällt. Die nun als Rückblick erzählte Lebensgeschichte ist emotional und fesselnd zugleich. Die Tochter eines Seidenfabrikanten hatte zunächst andere Pläne für ihr Leben, beugte sich aber 1938 dem Willen ihres Vaters und arbeitete im Familienunternehmen. Diese Firma spielt vor allem im Krieg eine wichtige Rolle, da sie Seide für die Fallschirme der Luftwaffe liefert. Zunächst aber ist im ländlichen Essex kaum etwas vom Ausbruch des Krieges zu spüren. Ihren Vater konnte sie davon überzeugen, drei jüdischen Kindern aus Deutschland ein Zuhause zu geben. Die drei bekommen eine Ausbildung und finden schnell Anschluss an die Familie. Den ältesten von ihnen, Stefan, lernt Lily bald kennen und lieben. Diese verbotene Liebesgeschichte sorgt im Fortgang des Krieges für tragische Momente, wenn Stefan als feindlich gesinnter Ausländer verhaftet wird. Lily vermutet Verrat von einem zurückgewiesenen Verehrer, was der Geschichte Spannung verleiht. Nicht nur die Hauptpersonen, sondern auch die Nebenfiguren wie die Angestellte Gwen, mit der sich Lily anfreundet, werden durch ihre detailreiche Beschreibung lebendig und bekommen Tiefe.

Währenddessen hat sich Lilys Bruder John freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet. Er will sein Leben einsetzen, um das Naziregime zu stoppen. Die Autorin bleibt bei diesen Beschreibungen ganz bei der Familie, um die Angst um den Bruder hervorzuheben. Politische Hintergründe erfährt der Leser nur durch eingestreute Meinungsbekundungen der Figuren oder durch Beschreibungen des Umfelds mit Erwähnung von Zeitungsschlagzeilen oder Radiodurchsagen. Dennoch werden die Ausmaße am Beispiel der wirtschaftlichen Situation der Fabrik und der Außenstelle in London deutlich. Der Zweite Weltkrieg wird hier aus der Perspektive der Briten geschildert. Es wird nachfühlbar, wie viel Verantwortung für den Ausgang des Krieges gerade in den Produktionsbetrieben lag. Der Verkauf eines nicht ganz einwandfreien Stoffballens entschied über Leben und Tod. Das Arbeiten in der Seidenfabrik wirkt lebendig und authentisch. Die Autorin weiß, wovon sie schreibt. Ihre Familie diente in dieser Hinsicht als Vorlage dieses Debüts.

Liz Trenow erzählt in diesem Roman die Geschichte der Familie Verner. Emotional berührend mischt sie Familien- und Liebesgeschichte mit Historie. Sie beschreibt große Gefühle, Glück genau wie Leid, und fügt sie in einen Alltag am Rande des bombardierten Londons ein. Sie lässt ihre Leser die Angst der Familie vor dem alle Hoffnung nehmenden Telegramm spüren, ohne dass sie zu sehr im Vordergrund steht. Sie lässt die Frage nach Schuld zu, ohne zu verurteilen. Sorgen und Nöte während des Krieges klingen immer wieder hoffnungsvoll, ohne elementare Dinge auszulassen. Beim Lesen hat man immer wieder das Gefühl, dass sich Lilys Welt eben auch weitergedreht hat und sie mit den gegebenen Umständen umgegangen ist. Die Geschichte um diese starke Frau ist rundum gelungen und verdient die volle Punktzahl auf der Unterhaltungsskala.


Der Teufelsfürst
Der Teufelsfürst
von Silvia Stolzenburg
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die unbekannte Sicht auf Vlad Draculea III., 1. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Teufelsfürst (Gebundene Ausgabe)
Seit der irische Autor Bram Stoker Ende des 19. Jahrhunderts sein Buch über Graf Dracula veröffentlichte, verbinden Leser diesen Namen mit dem bekanntesten Vampir in der Literatur. Dass der zweitälteste Sohn des Woiwoden der Walachei eine gänzlich andere Lebensgeschichte hatte, verdrängt man dabei vollkommen. "Der Teufelsfürst" von Silvia Stolzenburg ist der Auftakt einer Trilogie um den vermeintlichen Fürsten der Finsternis lässt einen detaillierteren Blickwinkel zu, von dem man den Menschen hinter dem Namen Draculea erkennen kann. Der mit seinem jüngeren Bruder Radu als Geißel von Sultan Murad II. gefangen gehaltene 16-jährige musste Folter und Missbrauch über sich ergehen lassen. Während sich Radu mit der Zeit den Bedingungen des Sultans fügte, um seine Qualen zu mindern, unterwarf sich Vlad nur scheinbar. Seine innere Zerrissenheit gipfelte in der Schlacht gegen die Feinde der Osmanen, in der er als Mitglied des Drachenordens eigentlich Widerstand gegen die Türken leisten müsste. Diese Erfahrungen prägen den jungen Mann. Sein Hass gegen Mehmet wird immer größer, bis er nach dem Tod seines Vaters als Woiwode in seine Heimat zurückkehren darf.

Silvia Stolzenburg verbindet in diese historisch belegte Biografie mit der fiktiven Geschichte um die Familie von Katzenstein. Die Ulmer Kaufmannstochter Zehra, deren Familie bereits aus der Trilogie um das Ulmer Münster bekannt ist, muss sich gegen den Vorwurf, ihren Vater ermordet zu haben und eine Hexe zu sein, zur Wehr setzen. Ihr Bruder Utz versucht alles, um die Verbannung gegen seine Schwester zu verhindern. Doch mehrere Falschaussagen führen zur Verurteilung. Utz verhilft Zehra nach der Folter zur Flucht und sie erreicht mit letzter Kraft eine Gruppe der Sinti. Das heilkundige Wissen des fahrenden Volks lässt sie genesen. Als Zehra nun wieder ihren eigenen Weg gehen will, verlangt Sintifürst Michel eine Gegenleistung von ihr. Zehra arbeitet ihre Schulden als Schreiberin ab und reist so mit dem Volk nach Transsilvanien. Geschickt wird auch hier der Spannungsbogen gezogen, weil Utz stets ein Quäntchen zu spät von Zehras Aufenthaltsort erfährt.

Die beiden Handlungsstränge scheinen komplett voneinander gelöst, fast wie in einer anderen Welt spielend. Doch die Schicksale der beiden Hauptfiguren ziehen sich dennoch stets an, um sich in einer erst spät zu erahnenden Art zu verbinden. Die Szenen im Ulm des 15. Jahrhunderts ist geprägt von Kaufleuten, Rittern und der täglichen Arbeit zum Lebenserhalt. Die Würze gibt hier die Intrige zwischen den Handelsfamilien von Katzenstein. Nicht nur die Gutgläubigkeit und Ahnungslosigkeit von Zehra und ihrer Familie lassen sofort Empathie aufkommen. Die ungerechte Behandlung schreit förmlich zum Himmel und man möchte dem armen Mädchen umgehend helfen.

Diese fiktiven Abschnitte wechseln sich mit den detailliert recherchierten Szenen im fernen Osmanischen Reich ab. Sie wirken trotz der teilweise recht groben Behandlung von Zehra ausgleichend zu den äußerst anschaulich geschilderten Kriegs- und Folterszenen, denen Vlad ausgesetzt ist. Gerade bei den Folterungen durch Pfähle bekommt der Leser eine Ahnung, wodurch Bram Stoker inspiriert wurde. Die relativ kurzen Kapitel ermöglichen rasch wechselnde Perspektiven auf die Schauplätze, lassen aber auch immer wieder Verschnaufpausen zu. Die Autorin versteht es, die Geschehnisse so zu schildern, dass ein farbenprächtiges Bild entsteht und man fast meint, die jeweiligen Klimawechsel zu spüren. Ebenso authentisch und glaubhaft werden die Charaktere gezeichnet. Selbst nur kurz erscheinende Nebenfiguren haben genügend Tiefe und einen Wiedererkennungswert. Ihre Handlungen berühren damit auch die Leser und vereinfachen das Einfühlen in diese vergangene Zeit.

Brutalität und Liebe gehören in Stolzenburgs Büchern offenbar untrennbar zusammen und machen sie zu spannenden historischen Schmökern mit Anspruch. Die Ausstattung des Hardcovers erfüllt ebenfalls sämtliche Wünsche. Der passend gestaltete Umschlag mit dem Konterfei des Fürsten, das Lesebändchen, ein Personenregister und eine Karte der Landesgrenzen der damaligen Zeit runden das Leseerlebnis ab. Dieser erste Band wird im Frühjahr 2014 mit "Im Reich des Teufelsfürsten" fortgesetzt.


Dreikönigsmord (Zeitreisekrimi, Band 1)
Dreikönigsmord (Zeitreisekrimi, Band 1)
von Bea Rauenthal
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Zeitreise mit Kapitalverbrechen, 20. Dezember 2013
An ihrem freien Sonntag wird Hauptkommissarin Jo zusammen mit ihrem Kollegen Lutz zu einem Tatort gerufen. Bauarbeiter haben ein Skelett gefunden, das offensichtlich schon einige Jahrhunderte in der tönernen Erde liegt. Zu allem Unglück haben die beiden Kommissare auf dem Rückweg einen Autounfall und finden sich zwei Tage später im ausgehenden Mittelalter wieder. Jo glaubt zunächst noch an einen sehr intensiven Traum, als ihre Magd ihrem Gedächtnis wieder auf die Sprünge hilft. Doch offenbar scheint sie nun im Jahre 1380 die Identität ihrer Ahnin angenommen zu haben, die als Witwe eines Webers in der Nähe vom Dom in Ebersheim lebt. Obendrein berichtet die Magd auch vom Erbstreit mit den Brüdern ihres Mannes, der Jos Problem noch verstärkt. Beim ersten Zusammentreffen kann ihr noch der ortsansässige Wirt helfen, der ihrem Kollegen verblüffend ähnlich sieht. Schnell finden die beiden heraus, dass sie unbedingt den heimtückischen Mord sühnen müssen, um wieder in ihr altes Leben zurückfinden zu können.

Ein Zeitreiseroman ist immer ein interessantes Gedankenspiel. Wie würden wir uns mit unserem heutigen Wissen in der vergangenen Zeit verhalten? Menschliche Grundbedürfnisse wie Hunger oder ein warmes und trockenes Zimmer waren nicht selbstverständlich zu stillen. Die oft nur schemenhafte Vorstellung der damaligen Gebräuche und vor allem Rechte würden uns in arge Bedrängnis bringen. Die Gelehrten hatten seinerzeit noch keine Kenntnis über viele geologische und physische Zusammenhänge, weswegen sie ihre Erklärung im Aberglauben suchten. Auf der anderen Seite war die Ablenkung vom Wesentlichen des Lebens auch nicht geboten, sodass sich die Frage nach dem Sinn des Lebens bei den meisten gar nicht stellte.

All diese Überlegungen scheint Bea Rauenthal auch angestellt zu haben. Sie hat daraus eine ungewöhnliche und spannende Geschichte entstehen lassen, die bereits im Prolog die Neugier weckt. Das uralte Skelett weist auf eine Tat im 14. Jahrhundert hin und verbindet die beiden Zeiten wieder miteinander. Für mich scheint es ein gelungener Genremix, bei dem ein historischer Fall mit neuzeitlichem Vorgehen aufgeklärt wird. Die natürlich nicht ernstzunehmende Handlung bedient sich einem humorvollen Sprachstil. Die historische Kulisse ist nur notdürftig beschrieben, sodass der Fokus auf das Verhalten der Kommissare liegt. Stets müssen sie vorsichtig sein, da es seinerzeit überhaupt nicht schicklich war, sich als Witwe mit einem windigen Gastwirt nach der Sperrstunde zu treffen. Auch stellte man in diesem gesellschaftlichen Rang keine Fragen zu Vorgängen in Lusthäusern oder gab gar dem Bischoff Widerworte. All das fügt sich aber zu einem unterhaltsamen Kriminalfall zusammen, der für eine rasante Handlung mit Lesespaß sorgt. Dieser erste Teil einer Serie hat bereits zwei Nachfolger, die demnächst erscheinen. Wir Leser dürfen uns also auf weitere Zeitreisen zu den ungeklärten Mordfällen der Vergangenheit freuen.


Braun Oral-B Professional Care Center 2000 Munddusche und elektrische Zahnbürste
Braun Oral-B Professional Care Center 2000 Munddusche und elektrische Zahnbürste
Preis: EUR 113,98

5.0 von 5 Sternen Saubere Sache, 14. Dezember 2013
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Das Professional Care Center 2000 besteht aus einer elektrischen Zahnbürste von Oral B mit drei verschiedenen Bürsten und einer Munddusche mit vier Aufsteckdüsen. Die Munddusche ist mit einem dünnen Kunststoffschlauch mit der Basisstation verbunden, die Zahnbürste ist natürlich abnehmbar und wird in der Station aufgeladen. Für den Betrieb der Munddusche muss die Station am Strom angeschlossen sein.

Das ganze Care Center ist sehr gut durchdacht. Im Center selbst ist Platz für vier Bürsteneinsätze und vier Düsen der Munddusche. Klappt man den Deckel auf, sind die einzelnen Einsätze leicht zu entnehmen. Der Wassertank ist aus hellblauem Kunststoff und das zentrale Element des Geräts. Von außen ist der Füllstand leicht an der Skala abzulesen. Die Maßeinheit ist dabei in Millilitern angegeben. Um den Tank zum Befüllen zu entnehmen, muss der Deckel der Station aufgeklappt sein.

Die Munddusche ist einfach zu bedienen. Nachdem der Wassertank mit lauwarmem Wasser befüllt und die Aufsteckdüse auf die Munddusche aufgesteckt ist, wählt man noch den gewünschten Druck zwischen 1 und 5, bevor die Basisstation eingeschaltet werden kann. Den Wasserfluss startet und stoppt man direkt an der Munddusche. Ein moderates Brummen der Pumpe signalisiert, dass nun mit der Mundhygiene begonnen werden kann. Das Geräusch ist nicht sehr leise, aber auch nicht so laut, dass es stören würde.

Die Basisstation benötigt deutlich mehr Platz als eine elektrische Zahnbürste mit Ladestation und sollte im Idealfall nicht zu weit vom Waschbecken entfernt sein. Der Schlauch bietet für circa 70 Zentimeter Bewegungsfreiheit. Das Gerät kann entweder auf einer Ablage abgestellt oder auch mit einer Halterung an der Wand befestigt werden. Benötigte Dübel und Schrauben liegen der Packung bei.

Die Reinigung der Zähne mit einer Munddusche ist nach dem Zähneputzen durchaus empfehlenswert, um Bakterien aus den Zahnfleischtaschen zu spülen. Das wirkt Paradontose vor. Wer zusätzlich noch Zahnseide einsetzt, hat das Bestmögliche gegen Zahnerkrankungen getan.


Die guten Frauen von Christianssund: Sommerdahls erster Fall
Die guten Frauen von Christianssund: Sommerdahls erster Fall
von Anna Grue
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sieben Tage für die Aufklärung eines Verbrechens, 14. Dezember 2013
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Die dänische Kleinstadt Christianssund ist ein kleines Paradies, glaubt man Anna Grues Krimi „Die guten Frauen von Christianssund“. Dan Sommerdahl, Kreativdirektor einer Werbeagentur, musste seinen Job wegen einer schwere Depression für einige Zeit aussetzen. Kurz bevor er wieder mit seiner Arbeit beginnen möchte, wird in seiner Firma die Putzfrau ermordet. Mit diesem Mord beginnt der spannende Krimi. Das Verbrechen wird dabei aus einer ungewöhnlichen Perspektive geschildert. „In ein paar Stunden werde ich ein Mörder sein“ verheißt der erste Satz. Der Leser lauscht den Gedanken des Mörders, der schon seit Stunden im Schrank auf sein Opfer wartet. Er wird exklusiv in seine Planung und Absichten eingeweiht. Während noch die grausame Stimmung aufgebaut wird, wird aber auch eine vielbekannte Auswirkung von beengtem Sitzen beschrieben: Dem Mörder schlafen die Beine ein.

Anna Grue hat in ihrem Krimidebut viele Verbrechen verarbeitet. Es geht um Mord, Erpressung, Frauenhandel, Prostitution und Schwarzarbeit. Durch Dan Sommerdahl und seinen Freund Flemming Torp darf man der Ermittlungsarbeit im beschaulichen Dänemark folgen. Da die Arbeitsweisen der beiden Herren zum Teil sehr konträr sind, kommt es auch zu manchem Disput zwischen ihnen. Der Schreibstil ist fesselnd und spritzig mit überraschenden Wendungen. Auch die Handlung wirkte nie einfach konstruiert. Sie fängt die dänische Lebensart ein und verpasst dem Krimi einen gemächlichen Anstrich. Erst am Ende fügt sich alles logisch zusammen, sodass keine offenen Fragen nach Täter und Motiv bleiben.

Die dänische Autorin versteht es, relativ unblutige Krimis zu kreieren. Dan Sommerdahl löst hier seinen ersten Fall, dem hoffentlich noch einige folgen werden. Normalerweise entwickeln sich in den Folgebänden auch die Protagonisten. Das wäre hier auch wünschenswert. Trotz allem konnte mich dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite fesseln.


Was uns glücklich macht: Roman
Was uns glücklich macht: Roman
von Mike Greenberg
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

3.0 von 5 Sternen Leben am Wendepunkt, 14. Dezember 2013
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Brooke ist seit 17 Jahren mit Scott verheiratet. Sie führen eine glückliche Ehe, in der sie sich die Faszination des Verliebtseins bewahrt haben. Samantha hingegen war genaugenommen nur zwei Tage mit Robert verheiratet. Durch einen Zufall findet sie heraus, dass ihr Gatte sie mit einer deutlich älteren Frau betrügt. Auch Katherine versucht, mittels Meditation über eine Trennung hinwegzukommen. Sie ist beruflich sehr erfolgreich und lebt in New York. Drei Frauen, die an verschiedenen Orten in den Staaten wohnen und sich nicht einmal kennen, bis sie ein gemeinsames Schicksal zusammenführt.

Mike Greenberg greift in seinem Romandebut ein ernstes Thema auf. Eine Krebsdiagnose verändert ein Leben schlagartig. Jeder geht anders damit um. Während die einen sofort andere ins Vertrauen ziehen, schweigen die anderen zunächst. Die drei Frauen stehen stellvertretend für moderne Lebensformen, die im ersten Teil des Buches eingehend beschrieben werden. Der Autor stellt damit dar, dass es wirklich jeden treffen kann. Über ein Internetforum geben sich die drei so unterschiedlichen Charaktere Kraft und Unterstützung, um die großen Hürden des Lebens zu überspringen. Aus Leidensgenossen werden Freunde. Dieses Thema gemeinsam mit Familie und sozialem Umfeld scheint Greenberg auch sehr wichtig zu sein. Zwischen den Zeilen wird immer wieder dargestellt, wie wichtig ein harmonischer Umgang mit seinen Mitmenschen ist.

Das schwere Thema lässt sich dennoch leicht lesen. Der Sprachstil ist leicht und mindert damit ein wenig die aufkommende Traurigkeit. Durch die umfassende Einführung der Umstände, empfindet der Leser sofort Empathie für die Patientinnen. Mancher Entscheidung von ihnen stimmt man sofort zu, andere erscheinen abwegig. Dennoch wirkt am Schluss alles rund. Dieses Buch wird vermutlich nicht jeden Leser glücklich machen. Das verständlicherweise amerikanisierte Herangehen hat auch mich in manchen Abschnitten ermüdet. Wer Frauenbücher mit Problempotential nicht scheut, wird hier auf seine Kosten kommen.


Das Licht zwischen den Meeren: Roman
Das Licht zwischen den Meeren: Roman
von M. L. Stedman
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn Sehnsucht die Moral verdrängt, 14. Dezember 2013
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Tom und Isabel lernen sich in dem kleinen Ort Partageuse kennen. Schnell erkennen sie, dass sie ihr Leben miteinander verbringen wollen. Als Tom für den Job des Leuchtturmwärters auf der Insel Janus Rock ausgewählt wird, holt er Isabel zu sich. Das Glück scheint perfekt, wird aber immer wieder durch Fehlgeburten getrübt. Als eines Tages nach einem Unwetter ein Boot angetrieben wird, in dem die Leiche eines Mannes und ein greinender Säugling sind, nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Isabel schließt das kleine Mädchen sofort in ihr Herz und überredet Tom, den Vorfall nicht der Behörde zu melden. Sie nehmen das Kind als ihr eigenes an. Während sich Isabel keine Gedanken über die Herkunft des Kindes macht, regen sich in Tom die Zweifel, ob sie richtig gehandelt haben.

Margot L. Stedman bringt ihre Leserschaft mit ihrem Debut zum Nachdenken. Im ersten Teil ihres Romans beschreibt sie das Paar in einer wildromantischen Umgebung. Die beiden sind Sympathieträger und man gönnt Isabel die Erfüllung ihres sehnlichsten Wunsches nach einem Kind. Die moralischen Bedenken von Tom werden kaum registriert, da er zunächst schweigt. Erst bei der Rückkehr auf das Festland droht das Kartenhaus aus Lügen zusammenzubrechen. Die Medaille hat auch hier zwei Seiten. Die Freude der einen, ist gleichzeitig das Leiden der anderen. Die leibliche Mutter kommt fast um vor Sorge nach dem Verbleib ihres Kindes. Die Gefühle werden so plastisch wiedergegeben, dass man nicht unbedingt selber Mutter sein muss, um diese Qual zu verstehen.

Die aus Australien stammende Autorin setzt in ihrem Buch auf Moral und Emotionen. Die Geschichte behandelt zudem die Zeit zwischen den Weltkriegen vor der Küste Australiens mit den seinerzeit vorherrschenden wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten. Sie wirft die Frage auf, ob ein dritter überhaupt über das Wohl eines anderen entscheiden kann. Der Säugling hätte ohne Hilfe nicht überlegt, aber hätte man nicht mit allen Mitteln versuchen müssen, ihn wieder seiner leiblichen Mutter zurückzugeben? Es ist nicht leicht, eine derartige Entscheidung zu treffen, wenn nicht alle Aspekte bekannt sind. Der Roman ist weit mehr als eine historische Familiengeschichte.


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