holidaypacklist Hier klicken Jetzt informieren Unterwegs_mit_Kindern Cloud Drive Photos TomTom-Flyout Learn More madamet HI_BOSCH_COOP Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic GC FS16
Profil für Mark Letter > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Mark Letter
Top-Rezensenten Rang: 556
Hilfreiche Bewertungen: 1070

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Mark Letter "Letterman" (Tübingen)
(TOP 1000 REZENSENT)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-16
pixel
Das Tradingtagebuch: So funktioniert echtes Trading in der Praxis
Das Tradingtagebuch: So funktioniert echtes Trading in der Praxis
von Thomas Vittner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Starkes Praxisbuch zum Systemtrading. Guckloch in den Werkzeugkasten und in die Hirnwindungen eines Tradingprofis, 20. Februar 2015
Das Tradingtagebuch ist eindeutig für erfahrenere Trader geeignet. Seine Lektüre erfordert Konzentration und auch Geduld. Wer aber bereit ist, mitzudenken und wer es gewohnt ist, sich mit viel Akribie in Finanzthemen einzuarbeiten, profitiert immens. Ich halte es für eine gute Idee des Autors, sich selbst beim Agieren an den Märkten über die Schulter schauen zu lassen. In seinem Experiment wird am Beispiel vieler Trades deutlich, welche Instrumente und Strategien man in der Praxis anwenden kann. Die Darstellung der Funktionsweise der Märkte wird verbunden mit einer intensiven Introspektion und den Blick auf Taktik, Trading-Instrumente und Denkmodelle.

Dieses Buch hilft meiner Meinung nach sehr gut dabei, das eigene Handeln zu beleuchten. Es wirft interessante Fragen auf und gibt gerade dadurch wertvolle Antworten. Es fragt danach, warum man auf welchen Märkten wie handelt, welchen Regeln und Strategien Trader aus welchen Gründen folgen und wie sie Risiken zu minimieren versuchen. Der Einstieg in einen Trade hat dabei einen genauso großen Stellenwert wie der Ausstieg. Über acht Wochen lang verfolgt man die Handlung des Autors an der Börse. Das Buch ist durchsetzt von Anmerkungen und so genannten "Insider-Tipps". Hier bietet Thomas Vittner Regeln und Hinweise, die er direkt aus dem eigenen Handeln ableitet oder mit ihnen verbindet. Dadurch werden Themen wie Brokergebühren, Renditen, Zins und Zinseszins aber auch Risikomanagement und Drawdowns sehr einleuchtend und anwendungsorientiert beleuchtet. Bei alledem darf der Leser keine Berührungsängste vor Zahlen und Grafiken haben. Eine einfache Sprache hilft dabei, auch komplexe Zusammenhänge gut nachvollziehbar zu machen. Trotzdem musste ich immer wieder ein paar Seiten zurückblättern, um das eine oder andere nochmals nachzulesen, weil insgesamt doch recht komplizierte Sachverhalte geschildert werden. Wenn man konzentriert liest und mit dem Buch richtiggehend "arbeitet", dann erschließen sich immer mehr Zusammenhänge.

Meine Gesamtbewertung: Dieses lesenswerte Grundlagenwerk funktioniert wie ein Guckkasten, durch den man in die Trading-Praxis und in das Gehirn eines Profis schauen kann. Theorie wird so dem Praxistest unterworfen und für den Leser transparent gemacht. Eine komplexe Thematik wird anhand der Praxisbeispiele greifbar. Für ambitionierte Akteure am Markt ist dieses Fachbuch nach meinem Eindruck eindeutig ein Gewinn. Es hilft Privatanlegern, das Wissen über das (Swing-)Trading zu vertiefen. Die Materie wird sehr gut aufbereitet. Trotzdem wird vom Leser einiges an Lesedisziplin verlangt – und die Bereitschaft, eine anspruchsvolle Darstellung zu akzeptieren. Wer sich darauf einlässt, wird einiges an (Lese-)Erfahrung und Strategiewissen gewinnen.


1945: Der beste Jahrgang
1945: Der beste Jahrgang
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessantes Kaleidoskop in Fotos und Kurztexten zu 1945 – die Zeit zwischen Zerstörung und Aufbruch …, 15. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: 1945: Der beste Jahrgang (Gebundene Ausgabe)
… begann sicher mit dem Jahr 1945. Dieses Jahr in einem (zumal schmalen) Bildband und mit kurzen Texten erschöpfend behandeln zu wollen, ist natürlich nicht möglich. Auch werden sich Geschichtsinteressierte mit tieferem Interesse sowieso auch ausführliche Monografien zulegen, um sich mit dieser Zeit intensiv zu beschäftigen. Als Ergänzung/Einführung für besonders Geschichtsinteressierte, aber auch als Einzelwerk für durchschnittlich Interessierte ist es eine gute Entscheidung, sich diesen Bildband mit kurzen Begleittexten zu besorgen.

„1945. Der beste Jahrgang“ vereinigt Fotos und Texte zu zentralen Ereignissen und wichtigen Personen aus Politik, Kunst und Gesellschaft, die prägend waren für das Jahr 1945. Der Band erzählt – und zeigt vor allem Fotos! – vom Ende des Kriegs mit seinen letzten Erschütterungen genauso wie vom Wiederaufbau Deutschlands durch die Trümmerfrauen. Er zeigt auch, wie eine stabile Demokratie in Deutschland entsteht und wie dieses Land mit den „Siegermächten“ in Berührung steht. Es erinnert an die Veränderungen im Radio genauso wie an die Entwicklungen im Film oder an interessante Schauspieler/innen und Musiker/innen. Ein kleiner Ausblick in die späten 40er und 50er Jahre rundet den Band ab.
In ihrer Gesamtheit sind Foto- und Texmaterialien ein buntes Kaleidoskop einer turbulenten Zeit nach dem Grauen des Zweiten Weltkriegs. Sie zeigen, wie sich Deutschland nach dem Krieg aufgemacht hat, eine bessere Welt entstehen zu lassen.

Das Buch bietet auf etwas mehr als 40 Seiten eine kleine Zeitreise durch Politik und Gesellschaft, die mit dem Ende des Schreckens des Zweiten Weltkriegs versucht, die Vergangenheit zu bewältigen, indem sie eine bessere Zukunft gestaltet. Wer sich mit dem Nationalsozialismus beschäftigt oder sich für Erinnerungskultur und Deutsche Geschichte interessiert, wird auch auch die Jahre nach dem Krieg im Blick haben. Er kann dieses schmale Buch als eine Art Einleitung für die Beschäftigung mit ausführlichen Geschichtsbüchern zur Nachkriegsgeschichte nutzen. Ausgehend von diesem populärgeschichtlichen Bild-/Textband wird man gut an das Thema „Nachkriegsgeschichte“ herangeführt und bekommt dabei eben nicht nur die politische, sondern besonders die soziale Dimension dieser Tage vor die Augen geführt. Wer sich jedoch fundiert mit dem Thema „Kriegsschuld“ und Verarbeitung der Kriegsschuld in der Nachkriegszeit auseinandersetzen möchte, muss sich wissenschaftliche Werke besorgen.

Insofern vorne die Möglichkeit für eine kleine Widmung gegeben ist und hinten im Buch noch ein paar vorgestaltete Seiten Platz für ein paar Fotos lassen, kann man dieses Buch auch gut an jemanden verschenken, der in dieser Zeit geboren wurde oder aufgewachsen ist.
Mein Bewertungsergebnis: Mit diesem schmalen Bild- und (Kurz-)Textband habe ich gerne durch die Geschichte der 40er-Jahre geblättert. Dieses Buch ersetzt ganz sicher keine Monografie zum Thema „Wiederaufbau“, „Kriegsschuld“ oder „Nachkriegszeit“. Auch verhandelt es das Thema des Umgangs mit den Schrecken des Nationalsozialismus sowie das Leben der Opfer- und Tätergeneration nur en passant (z. B. indem die Nürnberger Prozesse gestreift werden oder der politische Neubeginn sichtbar wird). Trotzdem bekommt man einen kleinen und interessanten Überblick über das Jahr 1945 (teilweise etwas später und früher). Das Buch ist nach meinem Dafürhalten nicht nur ein gutes Geschenk für Menschen mit Geburtsjahrgang 1945. Es bereichert auch bei geschichtlich interessierten Nachgeborene wie mich einen Samstagnachmittag (wie mich gestern). In ein paar stillen Minuten kann man so blätternd in eine andere Zeit abtauchen und sich auf dieser Basis bei Interesse dann einer (wissenschaftlich fundierten) historischen Monografie über die Nachkriegszeit widmen.


Midnight
Midnight
Preis: EUR 12,98

5.0 von 5 Sternen verflixt gute Scheibe – vom ersten bis zum letzten Titel ein Hochgenuss, 9. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Midnight (Audio CD)
In „What’s going on“ wird gleich schon Tempo und Temperatur dieser CD-Scheibe vorgegeben. Mit der gedämpften Trompete geht es dann in „Midnight“ in noch angenehmere ruhige und doch gefühlsgeladene und „fetzige“ Gefilde (wie ein anderer Rezensent schon schrieb). Es macht wenig Sinn, jeden Titel im Einzelnen zu beschreiben und glücklicherweise gibt es bei dieser Scheibe die Möglichkeit, in die Titel hineinzuhören und sich vor dem Kauf selbst ein „Ohrenbild“ zu machen. Insgesamt kann man jedenfalls sagen: Bei allen diesen Midnight-Stücken geht es nicht dumpf melancholisch, sondern mit gezügelter Leidenschaft zu. Mit jedem Stück gelingt es Till Brönner, mit seiner Trompete tiefe Emotionen zu wecken und unglaublich intensive Hörerlebnisse aus dem Trompetentrichter zu zaubern.

Funk, Soul und Jazz gehen in den folgenden Minuten auf eine ganz eindrucksvolle Weise Hand in Hand. Behutsam, „smoothie“ und doch (gebändigt) kraftvoll werden die Stücke angefasst und in die Gehörgänge transportiert. Ohne pathetisch klingen zu wollen, muss ich schreiben: Leidenschaft und virtuoses Könnertum (und geschickt eingesetztem Harmon-Mute-Klang) vereinigen sich hier ganz eindrücklich in einem urbanen, lässigen Sound mit Tiefgang. – Der Groove eines richtig talentierten Musikers und seiner Begleitmusiker überträgt sich von dieser CD jedes Mal aufs Neue auf mich, wenn ich diese Scheibe bei uns einlege. Till Brönner, dem einige zu Unrecht vorwerfen, er begebe sich mitunter zu sehr in die Niederungen des Kommerz-Jazz, zeigt in dieser Scheibe, woher er kommt und welche Potenziale er mit seinem Instrument auszuleben in der Lage ist. Die Aufnahmequalität tut für meinen Geschmack ihr Übriges, um diese Scheibe zum puren Hörvergnügen zu machen.

Sehr geschmeidig groovt man nach Feierabend zu Hause in Gesellschaft oder alleine, am Abendbrottisch, im Wohnzimmer oder in der Badewanne, mit Buch und/oder Rotwein in der Hand launig durch die dunklen Stunden. Mir macht es immer wieder Freude, mich so angenehm unaufgeregt abseits jeder Langeweile entspannt durch den Abend tragen zu lassen. Obwohl 12 Titel in dieser Qualität zum aktuellen fast schon geschenkt sind, gibt es Tage, da wünschte ich mir, die Scheibe hätte noch ein paar Stücke mehr dieser Art zu bieten. –

Mein Fazit: Das ist ruhiger, weicher und melodiöser Midnight-Jazz-Sound, den gerade Freunde gediegener Lounge-Musik schätzen werden. Man kann Till Brönner zu diesem Machwerk nur beglückwünschen. Und man/ich kann die Rezension zu dieser goldenen Silberscheibe mit 12 grandiosen Titeln im Brönner-Sound nur als 5-Sterne-Empfehlung einstellen!


BASICXL BXL-DR10 Badradio Ente mit Lautsprecher/Lautstärkeregler (UKW/MW)
BASICXL BXL-DR10 Badradio Ente mit Lautsprecher/Lautstärkeregler (UKW/MW)
Wird angeboten von nox divendo
Preis: EUR 11,75

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lustig, wasserfest, zuverlässig - ja, fünf Sterne, gerne, 8. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Man muss um den Kauf einer Radioente ja eigentlich keine großen Wellen machen. Da sie uns aber die Tage im Bad versüßt, ist es doch angebracht.

Die Ente dudelt nach einem kurzen „Klick“ los, sobald man ihr den Kragen umdreht. Durch Drehung des Kopfes reguliert man auch die Lautstärke. Durch Drehen hinten am Bürzel stellt man die Sender ein. Das war es an Funktionen. Mehr braucht es aber auch nicht.

Ansonsten: Die Ente ist zunächst einmal aus robustem Plastik und – zumindest der Vorgänger – hat einige kleine Stürze vom Waschbecken auf den Fliesenboden (zumindest über zwei Jahre) ohne Probleme überlebt. Der Klang des „Lautsprechers“ ist für die Verwendung im Bad völlig angemessen; niemand wird bei einem solchen Produkt zu diesem Preis einen High-End-Hifi-Stereo-Dolby-Sourround-Klang erwarten. Man kann während des Duschens oder auch Badens Musik in passabler Qualität hören, und auch für Sprechsendungen ist die Qualität des Lautsprechers völlig ausreichend. Voraussetzung ist allerdings, dass man den Sender sauber einstellt und (manchmal) auch den richtigen Platz für die Ente aussucht, weil sie an manchen Ecken unseres Bads die Sender nicht sauber findet und daher rauscht. Auch ist es nach unserer Erfahrung so, dass bei schwächer werdenden Batterien die Sendeleistung etwas herabgesetzt ist.

Zur Batterieleistung kann man insgesamt sagen, dass bei täglichem Mehrfacheinsatz der Ente für ca.  Stunde die Batterien nach ca. 2 Monaten ausgetauscht werden müssen. Dies geht, indem man das Batteriefach (3 AAA-Batterien werden benötigt) mit einem kleinen Kreuzschlitzschraubendreher öffnet. Das ist im Handumdrehen geschehen. Das Batteriefach schließt übrigens absolut dicht. Auch wenn man die Ente auf dem Wasser schwimmen lässt oder in der Nähe bzw. unter der Duschbrause stehen hat, waren bei uns beide Enten bisher absolut wasserdicht.

Einziges Manko – das letztendlich keines ist: Nach ziemlich genau zwei Jahren (fast) täglichem Einsatz im Bad – bei mehreren Duschern – hat die Vorgängerente vom gleichen Fabrikat leider ihren Geist aufgegeben. Das mag auch daran liegen, dass sie bei uns doch einiges mitmachen musste (Bade-Sessions, ständige Nässe in der Dusche und auch ein paar kleinere Stürze). Doch letztlich lohnte es sich bei dem Preis nicht einmal mehr, nach einer Garantie zu schauen – und wenn die Ente eben auch ruppig behandelt wurde, wäre es auch nicht fair, eine Garantie in Anspruch zu nehmen. Auch waren wir überrascht, dass sie den Strapazen in Duschkabine, auf dem Spiegelschrank und in Badewanne überhaupt so lange standhielt. Die NEUE behandeln wir jetzt jedenfalls pfleglicher, damit sie hoffentlich noch ein paar Jahre länger hält, und wir erfreuen uns weiterhin netter und lustig aussehender Radiobegleitung mit passablem Klang im Bad.

Meine Zusammenfassung: Diese Radioente ist jeden Cent des Preises wert. Sie liefert zuverlässig Musik in guter Tonqualität. Sie sieht lustig und absolut „badmäßig“ aus. Sie hält jeder Nässe (auch in der Badewanne) absolut stand. Von mir ein: Ja, fünft Sterne, gerne!


SEIKO Clocks Wecker QHE038T
SEIKO Clocks Wecker QHE038T
Wird angeboten von Clessitrada
Preis: EUR 30,00

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen zwiegespalten – doch letztlich: Dieser Wecker geht uns ziemlich auf den Wecker, 29. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: SEIKO Clocks Wecker QHE038T (Uhr)
Selten war ich bei einem Produkt so zwiegespalten, was ich darüber denke und in einer Produktbeschreibung sagen könnte. Das Problem ist in diesem Fall, dass man einen eigentlich robusten und gut aussehenden Wecker mit leuchtenden Zeigern hat, der allerdings andererseits einen unglaublich nervtötenden Klingelton von sich gibt und der außerdem einen schlecht funktionierenden Snooze-Knopf hat.

An der Größe und Optik dieses Produkts gibt es also nichts zu meckern. Wohl aber daran, dass die klapprige Snooze-Taste oben schon von der ersten Benutzung an nur dann funktioniert hat, wenn man sie mit starkem (und ich meine STARKEM) Druck bedient hat. Das nervt natürlich morgens zusätzlich, wenn man nicht schon vor dem Aufstehen erste Kraftübungen absolvieren will. Noch ein Grund, warum dieser Wecker bei uns nur noch als reiner Zeitgeber fungiert!

Letztlich wandert dieser Wecker jetzt einfach als Uhr immer mal wieder durch alle möglichen Zimmer. Dort zeigt er brav und zuverlässig die Zeit an – und das durch seine grünen Leuchtziffern auch bei Dunkelheit über mehrere Stunden. Die Weckfunktion bleibt bei uns allerdings nach Möglichkeit aus – es sei denn, es steht ein superunangenehmer Termin bevor, wegen dem man gerne auch mal verschlafen könnte. Deswegen steht der Wecker dann 2-3 Mal im Jahr doch noch im Schlafzimmer und reißt mich/uns am nächsten Morgen stark genervt und mit leichtem Herzrasen aus dem Bett …

Fazit: Optik und Größe des Weckers sind in Ordnung. Auch die im Dunkeln grün leuchtenden Ziffern und Uhrzeiger, die auch nach zwei Stunden noch sichtbar sind, bewerte ich klar positiv. Doch schon der knirschende Snooze-Knopf oben, den man mit Gewalt eindrücken muss, um für ein paar Sekunden Ruhe zu bekommen, ist nicht ideal. Den Klingelton jedoch empfinden wir als schrecklich! Ein sich in Lautstärke und Frequenz schnell steigernder Piepton schwillt zu einem nervtötenden Gedudel an, der selbst Tote erweckt. Der Wecker wurde bei uns deswegen zur reinen Uhr degradiert. Letztlich ist der Wecker damit ein Fehlkauf. Trotzdem aufgrund der genannten positiven Aspekte: großzügig drei Sterne.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 20, 2015 10:39 AM MEST


Das läuft schief in unserem Land: Ein Plädoyer für mehr Herz, Anstand und Verantwortung
Das läuft schief in unserem Land: Ein Plädoyer für mehr Herz, Anstand und Verantwortung
von Ulrich Meyer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ulrich Meyer bringt Probleme messerscharf auf den Punkt und wirbt für ein Wiedererstarken ethischer Werte in der BRD, 10. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Gestern kam „Das läuft schief in unserem Land“ von Ulrich Meyer hier bei mir per Post an. An diesem freien Tag habe ich es gleich komplett und mit wachsender Lesebegeisterung vertilgt. Hiermit schon heute mein taufrischer Leseeindruck:

Ulrich Meyer – Journalist und bekannter Moderator des Sat1-Reportagemagazins „akte“ – schreibt in „Das läuft schief in unserem Land“ mit derselben unaufgeregten und doch bestechenden Eindringlichkeit, in der er auch moderiert. Er greift darin Themen auf, die Deutschland bewegen – und die seiner Meinung nach unserem Land schaden. Fehlentwicklungen und Missstände in vielen Bereichen des gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Lebens werden kritisch unter die Lupe genommen. Ins Visier nehmen die Kapitel beispielsweise negative Entwicklungen im Bereich des Bankenwesens und das problematische Gebaren einzelner Akteure des Finanzsektors. Außerdem werden Themen wie die „Langsamkeit des Rechtswesens“ (S. 99) oder Fehlentwicklungen in der Versicherungsbranche journalistisch aufbereitet. Andere Kapitel beschreiben beispielsweise Probleme in der „Krankenhauswelt“ (S. 117), für die Meyer fordert: „Medizin muss […] wieder den Menschen in den Mittelpunkt stellen.“ (S. 126). In einem anderen Kapitel verweist Meyer auf das Unglück, das durch Behördenwahnsinn, Bürokratiemonster und Paragrafenreiterei über Menschen zusammenbricht.

Insgesamt übt der Autor Kritik an einer unsinnigen und letztlich destruktiven Mentalität allerorten. Er kritisiert, dass Denken und Handeln zu oft dem Drang zum „‘Größer-weiter-steiler‘-Wachstum“ (S. 49), einem ungesunden Hang zur Profitmaximierung und tiefem Egoismus untergeordnet werden.

Einen besonderen Wert hat das Buch für mich dadurch, dass Ulrich Meyer eine gute Mischung der Perspektiven schafft. Er verbindet den Rückblick in die Tage der jungen BRD und ihrer Entwicklung aus dem Blickwinkel der eigenen Familiengeschichte mit einer Bestandaufnahme heutiger Missstände. Gerade dadurch, dass Meyer Erfahrungen und Erlebnisse aus der eigenen Familie mit denen einer ganzen Nation zusammendenkt, wird der persönliche Einzelfall zum Bezugspunkt für die Bewertung vieler Dinge.

Mir gefällt der Aufbau der einzelnen Kapitel, bei denen jedes Thema immer nach demselben Schema leicht verständlich dargestellt wird: Zunächst fragt Meyer (mit persönlichen Beispielen aus der eigenen Kindheit und Familiengeschichte), wie es „früher“ war. Dann bewegt er sich jeweils im 2. Unterkapitel jedes Themas in die Gegenwartsbeschreibung und analysiert Probleme und Missstände. Und schließlich erläutert er drittens zu jedem Thema unter der Überschrift „Was muss sich ändern?“, welche Lösungsansätze er vorschlägt. Was dabei zustande kommt, ist ein kohärentes und nachvollziehbares Gesamtbild. Auf mich wirkt das im besten Sinne aufrichtig und authentisch. Viele seiner „Fälle“ aus der Praxis des „akte“-Alltags dienen als Beispiele, die seine Schilderungen und Bestandsaufnahmen plastisch wirken lassen (Stichworte: Immobilienhaie, Mietnomadentum, Handwerkerprobleme, Themen wie Internet, Familie, Beziehungen, Religion und Politik).

Dass Ulrich Meyer mit gewohnt journalistischer Akkuratesse arbeitet, hatte ich nicht anders erwartet. Doch abseits dieser erwartbaren Qualität mit gestochen scharfen Argumentketten und guter Darstellungskraft hat es der Autor geschafft, mich von seiner tiefen Betroffenheit über viele der erschreckenden Befunde zu überzeugen. Hier schreibt nach meiner Wahrnehmung jemand, dem die Missstände nahegehen. Und hier schreibt auch jemand, der mit Nachdruck daran mitarbeiten will, dass negative ethisch-moralische Fehlentwicklungen nicht den ökonomischen wie auch mentalen Wohlstand unserer BRD gefährden. Dies tut er offensichtlich nicht nur mit seiner kritischen Fernsehsendung seit vielen Jahren. Er tut es auch mit diesem Beitrag. Frömmlerisches Gutmenschentum habe ich dabei glücklicherweise nicht erkannt. Viel eher wird für mich hinter den Buchseiten, wie auch in der Fernsehsendung, ein Mensch sichtbar, der eine gesunde Wertvorstellung hat und diese verteidigt. Diese mögen auch aus einer vielleicht christlichen Prägung erspringen (?). Ganz sicher aber entspringt dies alles einer Haltung, die man als „gesunde Menschlichkeit“ beschreiben könnte. Ulrich Meyer geht es, soweit ich sehe, nicht nur um eine Bestandsaufnahme der geistigen Grundhaltung dieser Republik. Es geht ihm auch um die Verteidigung dessen, was er für unabdingbaren Kitt für unsere Gesellschaft hält. Dabei verzichtet der Journalist ganz auf das gängige und simplifizierende Politiker-Bashing. Stattdessen sagt er Dinge wie „Demokratie hat auch etwas mit Würde und Respekt vor den Ämtern zu tun.“ und: „Generell brauchen wir mehr Achtung vor dem Beruf des Politikers […]“ (S.276 und 277). Statt einseitig Politiker für die Miseren im Land verantwortlich zu machen, appelliert er an das Individuum in unserer Gesellschaft und fordert so Mut zum Umdenken von jedem Einzelnen von uns. Diesen Weg halte auch ich für den einzig Erfolg versprechenden.

Manche der hier beschriebenen Analysen und Lösungsansätze mögen von einigen als Kritik aus einer konservativen Warte gedeutet werden. Selbstverständlich. Denn viele unbequeme Wahrheiten laufen konträr zum gängigen Lebensstil. Die Realitäten, die Ulrich Meyer beschreibt, machen jedoch deutlich, wie wichtig ein Wiedererstarken alter Werte gerade für die heutige Gesellschaft sind: Empathie, Aufrichtigkeit, Solidarität, Anstand und Verantwortung. Meyer argumentiert nicht nach dem Motto: „Früher war alles besser“. Er macht jedoch eindrücklich deutlich, wo alte Werte in der neuen Realität durchaus heilsam auf unsere Gesellschaft wirken können. Es sollte allen einleuchten, dass es kein unbegrenztes Wachstum gibt und unser Konsumverhalten der Gesellschaft auf lange Sicht schadet (Stichwort „unersättlicher Konsumismus“ – S. 50). Es sollte auch allen klar sein, dass wir nachhaltig wirtschaften müssen – im Privaten wie im öffentlichen Raum. Meyer macht dies in jedem Kapitel aufs Neue deutlich und wirbt dabei für ein „gesundes Miteinander“ (S. 52). Damit leistet er einen wertvollen Beitrag zur Diskussion über eine Wertegesellschaft. Indem er die Gegenwartskritik mit Vorschlägen zu einem alternativen Verhalten verbindet, ist er ein „konstruktiver Mahner“ mit Visionen. Das macht ihn zu einem glaubwürdigen Kritiker und macht das Buch für mich zur lohnenswerten Lektüre.

Heute (m)eine etwas längere Zusammenfassung: Zivilcourage wird ja gerade aktuell in der öffentlichen Diskussion als eine Art demokratische Tugend hervorgehoben. Die „Fälle“ Tugce Albayrak und auch des Whistleblowers Edward Snowden und die öffentliche Diskussion darum sind ein Indiz dafür: Selbstloses Handeln und Mut, für andere da zu sein, stehen hoch im Kurs! Vielleicht liegt das auch daran, dass wir in einer immer egoistischeren Gesellschaft leben, wo gerade nicht das Wohl der „anderen“, sondern das eigene Wohlergehen im Mittelpunkt des Handelns stehen? Ganz im Sinne solcher Wahrnehmungen und der aktuellen öffentlichen Diskussion durchzieht diese Grundforderung nach solidarischem und uneigennützigem Handeln das gesamte Buch wie ein roter Faden.
Ulrich Meyer zeigt in „Das läuft schief in unserem Land“ beschämende Befunde über den (teilweise) Zustand dieser Republik. Er prangert weniger die Kurzsichtigkeit und Ignoranz vieler Macher und Lenker an, sondern die Probleme einzelner gesellschaftlicher Teile oder Berufsbranchen. Dem Egoismus und Eigennutzdenken Vieler stellt Ulrich Meyer Pro-Argumente für ein Wiedererstarken bewährter Werte entgegen. Die vielleicht wichtigsten: Fairness, Solidarität, Transparenz, Vertrauen … Der Weg führt den Autor von seiner Kindheit über die Darstellung der Gegenwart bis ins akte-Studio. Für mich ist das insgesamt viel mehr als eine kritische Stimme gegen das Erstarken egomanischer Züge unserer Gesellschaft. Es ist getreu dem Untertitel des Buchs ein glaubhaftes Plädoyer für ein Leben in einer Wertegesellschaft, die auf dem starken Fundament ethischer Grundhaltungen aufgebaut ist. Dem akte-Journalisten gelingt es nach meinem Lektüreeindruck, messerscharf zu analysieren und dabei persönliche, familiäre Vergangenheit mit seiner Bestandsaufnahme der Gegenwart zu verbinden. Darüber hinaus liefert er zu jedem Hauptthema in jedem Kapitel konkrete Änderungsvorschläge. Dadurch hat mir das Buch viele interessante Einsichten gebracht. Weil der Autor sowohl auch meine Haltung auf den Prüfstand stellt als auch den Finger in die Wunde unserer Gesellschaft legt, hat es meiner Meinung nach fünf Sterne verdient. Ich bin überzeugt davon, dass dieses Buch aus guten Gründen eine breite Leserschaft erreichen wird.


Nachdenken über Deutschland: Das kritische Jahrbuch 2011/2012
Nachdenken über Deutschland: Das kritische Jahrbuch 2011/2012
von Wolfgang Lieb
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Stück Gegenöffentlichkeit und Ausgleichgewicht in der Meinungswaage – mein Eindruck: hinterfragend, kritisch, bereichernd, d, 4. Dezember 2014
Auch wenn man ein Stück weit zum „Establishment“ gehört, auch wenn Konto und Beruf stimmen, auch wenn man eher konservativ denkt und die gängigen Medien konsumiert: Dieses Buch von Albrecht Müller und Wolfgang Lieb kann man trotzdem lesen. Nein, gerade dann sollte man es meiner Meinung nach sogar. Wieso?

Ab und zu schaue ich auf der kritischen Webseite NachDenkSeiten vorbei. Die erst kürzlich dort erschienenen Ausführungen zum „Verfassungsbruch in der Ukraine“ beispielsweise sind ein interessantes Korrektiv zur einseitigen Darstellung über den „Ukrainekonflikt“. Dieser Beitrag zeigt einmal mehr, dass es meist zwei Seiten einer Medaille gibt. Dogmatismus jedenfalls wird hier gerade gerückt. Wir sollten beide betrachten, bevor wir uns vorschnell eine Meinung zu einem Thema bilden. Ob dadurch tatsächlich die Wirklichkeit in unserem Lande abgebildet wird, kann keiner sagen. Denn ist „Wirklichkeit“ nicht immer auch etwas von uns Gemachtes? Ist Realität nicht immer überformtes Produkt, manipuliert (oder „verunreinigt“?) durch Sprache, durch die Form unserer Wahrnehmung, Erinnerung, Darstellung etc.?? Letztlich sind das philosophische Fragen. Doch selbst dann, wenn nichts „nur“ so ist, wie wir meinen, so hilft es doch, möglichst viele, differenzierte Fakten zu kennen, bevor wir uns vorschnell eine Meinung bilden. Dieses Buch ist ein guter Anfang in diese Richtung. Da ich mich demnächst auf den Rückblick 2013/2014 stürze und auf den von 2014/2015 freue, schreibe ich heute noch ein paar Zeilen zu diesem Buch, das ich als sehr bereichernd empfunden habe.

„Nachdenken über Deutschland“ ist sozusagen die Printversion der NachDenkSeiten. Sie sammelt wichtige Themen aus 12 Monaten. Renommierte Autoren vertreten zu verschiedenen Themen die Gegenposition zum jeweils zu oft praktizierten Einheitsbrei. In diesem Buch werden Kampagnen als solche enttarnt. Gezielte Falschbehauptungen aus Politik genauso als solche entlarvt wie die eindimensionale Meinungsmache mancher Medien. Dazu gehören Themen wie die Anti-Griechenlad-Kampagne aus verschiedenen Richtungen. Genauso gehört dazu aber auch die erstaunliche Wende der Bundesregierung in der Atomfrage nach den Ereignissen in Fukushima. Auch mantrahaft wiederholte Behauptungen wie die, die „freien, deregulierten Märkte“ können alles richten oder „Hauptsache Wachstum“ werden hier in ein anderes Licht gestellt. Persönlichkeiten aus Politik (Merkel, Kirchhof, zu Guttenberg, Steinbrück) und Wirtschaft (Carsten Maschmeyer) und deren Wirken werden außerdem genauer unter die Lupe genommen. Immer werden Wahrheiten als Halbwahrheiten oder Falschaussagen demaskiert (Stichwort: Horrorprognosen zum „demografischer Wandel“). Motiv für diese kritische Begleitung von Politik und Medien ist sicher der Respekt vor der Komplexität des Lebens. Zu oft wird sie in einfache Formeln verpackt und uns dann von Politikern und Meinungsmachern als bekömmliches Gericht serviert. Dieses Defizit auszugleichen ist sicher ein Ziel der Autoren und der Macher des Projekts NachDenkSeiten.

Für sehr positiv halte ich den insgesamt sachlichen Ton bei der Darstellung, der die klaren Worte bei den Darstellungen durchweg begleitet. Den Autoren gelingt es, den Wert einer berechtigten Kritik nicht durch polemische Formulierungen zu schmälern. Stattdessen wird auf mehr als 260 Seiten differenziertes Denken geschult, indem man den gängigen Nachrichten neue Fakten an die Seite stellt und mit einer Medienanalyse verbindet.

Fazit: Eine lohnende – weil tiefgängige – Lektüre! Mit diesem Buch kann man ein Jahr auf ganz eigene Art Revue passieren lassen. Außerdem zeigt es provokant aber seriös, dass Meinungsbildung eben ein Prozess ist (sein sollte). Und sie pflückt gängige Wahrheiten auseinander. Die Autoren des „Kritischen Jahrbuchs“ vertreten differenzierte Positionen zu öffentlichkeitsrelevanten Themen aus Wirtschaft, Gesellschaft und inter-/nationaler Politik. In ihren Beiträgen gelingt es ihnen meiner Ansicht nach, Schwarz-Weiß-Malerei von Politik und Medien in ein (Meinungs-)Bild aus vielen unterschiedlichen Farben zu verwandeln. Ihre Beiträge helfen mir dabei, eingefahrene Denkstrukturen durch einseitig dargestellte Informationen zurechtzurücken. Ich denke, dieses Buch korrigiert gängige Mainstreammeinungsbilder und setzt Vernunft vor Meinungsdiktat. – Freiheit entsteht für mich durch Vielfalt im Denken und den Austausch kontroverser Meinungsbilder. Dazu leistet dieses Buch einen wertvollen Beitrag. Ich mache mir gerne auf Grundlagen wie diesen mein eigenes Bild. Es ist gut, dass es solche Projekte gibt. Deswegen empfehle ich „Nachdenken über Deutschland“ an neugierige und vernünftige Geister, die gerne ihr kritisches (auch vom Mainstream abweichendes) Meinungspotenzial entdecken und/oder ausweiten möchten.


Die Herrlichkeit des Lebens: Roman
Die Herrlichkeit des Lebens: Roman
von Michael Kumpfmüller
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr anrührende, melancholische Liebesgeschichte in leisen Tönen – Kafkas letztes Jahr zum Anfassen, grandios, 16. November 2014
Selten schreibe ich eine Rezension über einen Roman. Und noch viel weniger hätte ich es mir träumen lassen, ausgerechnet einmal über einen „Liebesroman“ zu schreiben. Hier tue ich es aus guten Gründen: Mit der „Herrlichkeit des Lebens“ ist mir ein wunderbarer Roman auf meinen Nachttisch geflattert. In nur zwei Leseabenden habe ich dieses Buch gelesen. Dabei genoss ich eine wunderschöne, teils fiktive, größtenteils aber biografiegestützte Version des letzten Lebensjahrs des Prager Ausnahmeschriftstellers Franz Kafka in vollen Zügen.

Zum Inhalt: Franz (Kafka) und Dora (Diamant) lernen sich 1923 im Ostseebad Müritz kennen. Kafka befindet sich auf einem seiner vielen Kuraufenthalte dort. Dora arbeitet dort auf einer Kinderfreizeit des so genannten „Jüdischen Volksheims“ als Köchin. Die beiden verlieben sich ineinander. Sie beschließen, gemeinsam nach Berlin zu ziehen. Nachdem Kafka zunächst nach Prag zurückgeht, treffen sie sich schließlich tatsächlich in Berlin und nehmen sich in Berlin-Steglitz eine Wohnung. Zweimal müssen sie schon in kurzer Zeit umziehen. Schon seit der Begegnung der beiden wird Dora klar: Franz ist schwer krank. Seine Tuberkulose setzt ihm auch in Berlin immer mehr zu. In der von Inflation, Armut und Arbeitslosigkeit geschüttelten Stadt verschlechtert sich der Zustand des Dichters zunehmend. Sein Onkel (Arzt) rät ihm, die Stadt zu verlassen. Nach einer kurzen Zeit ohne Dora bei seinen Eltern in Prag findet er für sich ein neues Sanatorium in Österreich. Dort will er sich mit Dora treffen und erholen. Doch auch dort ist ihm keine Ruhe vergönnt. Immer wieder muss er die Sanatorien wechseln, verschiedene Behandlungen von Ärzten über sich ergehen lassen. Gut nur, dass er eine Frau an seiner Seite weiß, die er von Herzen liebt und die ihn liebt und für ihn da ist. Doch der Zustand des Dichters verschlechtert sich von Tag zu Tag. Obwohl er von vielen Ärzten betreut und von seiner jungen Liebe sowie dem Freund Robert umsorgt wird, schwinden die Kräfte. Auch Freunde und Verwandte, die zu Besuch kommen, müssen mit ansehen, wie Franz dünner und dünner wird und wie das Lebenslicht des Schriftstellers langsam verlischt.

Die Liebesgeschichte wird ganz zart und ohne großes Sprachbrimborium in der dritten Person erzählt. Trotzdem steht Doras Perspektive auf die Ereignisse oft im Vordergrund und gibt der Geschichte ihre poetische Kraft. Mit jedem Satz wird deutlich: Zwei zerbrechliche und doch starke Seelen haben sich gefunden und leben ein unspektakuläres und doch an Gefühlen reiches Leben. Dora Diamant hat es geschafft, was keine vor ihr schaffte: Sie lockte Kafka, in einer Stadt außerhalb Prags wirklich leben zu wollen. Auch wenn ihnen nur wenig Zeit vergönnt ist, genießen sie doch jeden Augenblick. Die Annäherung der beiden wirkt genauso vorsichtig wie der gesamte Umgang miteinander. Es sind nicht die großartigen Ereignisse, nicht die großen Worte, die die beiden verbinden. Es ist eine tiefe Zuneigung. Auf jeder Seite wird deutlich, wie sehr ein inneres Band zwei unterschiedliche und doch ähnliche, zerbrechliche Herzen verbindet. Zwischen Hoffnung und Angst, zwischen Lachen und Weinen bewegen sie sich gemeinsam durchs Leben.

Von besonderem Tiefgang halte ich nicht nur die Beschreibung der gemeinsamen Zeit in Berlin, sondern besonders die letzten Lebenswochen im letzten Drittel des Buchs in den Sanatorien um Wien. Ich wurde geradezu melancholisch, während ich lesen musste, wie die junge Frau um das Leben ihres lieben Franz bangt. Wie sehr sie sich um ihn bemüht, Ärzte besorgt, für ihn kocht, für ihn Briefe schreibt … Auch wenn jeder weiß, wie die Geschichte endet, beginnt man mit der jungen Frau zu hoffen, dass doch noch alles gut wird.

Meine Zusammenfassung: Dieser in leisen Tönen geschriebene Roman ist meiner Meinung nach ein ungemein gelungener Versuch, sich den letzten Lebensmonaten des berühmten Dichters außerhalb einer Biografie zu nähern. Selten ist mir ein Roman so ans Herz gegangen. Trotz einer insgesamt eher sehr überschaubaren Handlung fühlte ich mich auf jeder Seite unterhalten und bewegt. Das Buch besticht durch seinen ruhigen Erzählton und den zarten Umgang mit den Figuren, allen voran Franz und vor allem Dora. Durch eine sehr gute Sachrecherche und eine gute Verarbeitung der realen biografischen Daten wie Orten, Personen und Begebenheiten zusammen mit einem unprätentiösen poetischen Erzählton gelingt es dem Autor, den Prager Autor als liebenden und geliebten Menschen zu zeigen. Kafka zum Anfassen könnte man sagen. Für mich ist das ein grandioses Meisterwerk.


Der große Weltatlas der schönsten Vorurteile
Der große Weltatlas der schönsten Vorurteile
von Alexandra Reinwarth
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lustig-satirische Auseinandersetzung mit ernsten und abstrusen Absurditäten auf dieser Welt, 28. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer viel reist und/oder sich für andere Länder, Menschen und Kulturen interessiert, setzt sich auch mit Klischeedenken und Vorurteilen auseinander. Das kann man ernsthaft tun. Manchmal nützt es aber auch, wenn man sich über – auch mal abseits politischer Korrektheiten – humorvoll über Absurditäten dieser Welt lustig macht.

Dieses Buch bietet eine Vielzahl an Fotos und zugehörigen frechen und satirischen Randbemerkungen zu Gepflogenheiten und Bewohnern aus den verschiedensten Ländern dieser Welt. Mal machen sich die Autoren über kleine Portionen der Nouvelle Cuisine Frankreichs lustig. Dann wieder lassen sie einen erfundenen Anthropologen einen Text über das Münchner Oktoberfest schreiben, an dem sich Jahr für Jahr „unterschiedliche Stämme“ treffen, um „demütig und gottesfürchtig“ sich in einem „überfüllten, stinkenden Zelt“ zum Beispiel „gegenseitig anzugrölen“ oder in Achterbahnen „körperliches Leid zu erdulden“ ( S. 48). In manchen Bildkommentaren werden auch der Terrorismus, grausame Massaker (z. B. Ruanda) und religiöser Fanatismus sowie die Intoleranz mancher Menschen aufs Korn genommen. Da mag manchem das Lachen im Halse stecken bleiben. Doch die markigen Bildunterschriften und Kommentare geben gerade auch so ernsten Themen durch ihre unverfrorene „Verulkung“ ein neues Gesicht.

Auch Menschen und Politiker bekommen ihr Fett weg. So wird den finnischen Eisläuferinnen unterstellt, sie hätten Eiskunstlauffiguren auf der Toilette erfunden. Oder es wird die Kulinarik eines Landes rhetorisch durch den Kakao gezogen. Ein paar Seiten weiter ist laut Buch für die Politik des vielfach auch von Prominenten bewunderte Mao Zedong beispielsweise festzuhalten: „Was vielleicht nicht ganz so optimal gelaufen ist, war der Tod von 72 Millionen Chinesen, die an den Folgen seiner brutalen Diktatur starben (S. 152). Solche Kommentare werden vor dem Hintergrund der tatsächlichen Gräuel nicht allen Lesern genehm sein. Gleichzeitig provozieren gerade sie, sich mit gängigen Vorstellungen oder historischen Figuren und Ereignissen sowie mit politischen Entwicklungen der Gegenwart und ihrer Bewertung auseinanderzusetzen. An anderer Stelle wird ein Porträt der österreichischen Königin Elisabeth kommentiert mit den Worten: „Königin Elisabeth von Österreich regierte Österreich ohne Hals“. Politiker, Despoten, (vermeintliche oder echte) Geistesgrößen dieser Welt werden also genauso durch den Kakao gezogen wie ganze Völker. Grausamkeiten, Ungerechtigkeiten oder Besonderheiten dieser Welt finden der Autor und die Autorin in den USA genauso wie in Vorderasien, Afrika, Nord- und Osteuropa oder in der BRD. Ihnen mit desavourierenden Kommentaren zu begegnen ist sicher eine ganz andere Form der Auseinandersetzung. Ob das etwas nützt, die Gemeinheiten und Merkwürdigkeiten dieser Welt besser zu ertragen? Wer weiß das schon. Ganz sicher hilft es aber dabei, ernsthaftes Nachdenken und Handeln mit ironischem Witz oder satirischem Blick zu würzen. Das ist meiner Meinung nach allemal besser, als die Vorkommnisse auf der Welt und der Geschichte in der Flimmerkiste oder an sich vorbeiziehen zu lassen und sich dann mit wohlgesättigtem Bauch und kleinem Bedauern unter die kuschelige Daunendecke zu verkriechen.

Trotz (oder gerade wegen) mancher Überzogenheit ergötze ich mich immer wieder an vielen kleinen und großen Spitzen gegenüber anderen Ländern, ihren Menschen und Sitten. Gerade weil dabei auch der satirische Blick auf die Dummheiten und Merkwürdigkeiten der BRD und ihrer Bewohner nicht zu kurz kommt, wird etwas deutlich: Selbstironie genauso wie zwischen den Zeilen versteckte Kritik können manchmal der Schlüssel zum Verständnis der Anderen sein.

Fazit: Mit viel Satire und beißendem Humor nimmt dieses Buch andere Länder und Sitten aufs Korn. Die Autorin und der Autor beschäftigen sich humoristisch mit Kultur, Geschichte, Kulinarik, Bräuchen, Sport, Natur, Mentalität oder Tradition in Wirtschaft und Gesellschaft. Doch auch Deutschland und seine Einwohner werden gehörig auf die bissige Streckbank geschnallt. Gängige Denkklischees werden dabei genauso ironisch aufs Korn genommen wie tödliche menschenverachtende Kriegs- und Hungerrealitäten oder grausame Umweltsauereien. Einerseits wirkt der Mensch dabei manchmal nur wie ein Tier mit Bildungsüberbau, dessen animalische Triebe (zu) oft über den Geist siegen. Doch gleichzeitig wird deutlich, dass gerade die Fähigkeit, Grausamkeiten mit Humor zu begegnen, eine unserer wichtigsten Eigenschaften ist. Ein schönes (Bilder)-Buch zum Blättern, Nachdenken, Lächeln und doch Tiefernst-Sein.


moses. Verlag 81350 libri_x Reisenotizen klassisch
moses. Verlag 81350 libri_x Reisenotizen klassisch
Preis: EUR 10,51

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen hochwertiger, kleiner Reisenotizblock – attraktives Kleinod für Reise- und Schreiblustige, 28. Oktober 2014
Wir reisen gerne. Wir machen sehr gerne Bilder. Aber besonders gerne schreiben wir auf manchen Reisen auch Tageseindrücke auf oder einen schönen Ort, eine Idee, oder wir kleben Eintrittskarten ein … dazu hatten wir Hefte aller Art. Vor einiger Zeit hatten wir uns dann einmal für dieses für eine eigentlich unspektakuläre kurze Flugreise entschieden. Und tatsächlich ist dabei einiges an Erinnerungen in Schriftform zusammengekommen, mit dem wir gar nicht gerechnet hatten. Vielleicht hat daran auch die Attraktivität des Büchleins seinen Anteil. Auf jeden Fall halten wir es in Ehren und freuen uns, dass es als hübscher kleiner Reisebegleiter dabei war. 10 Seiten wären noch frei. Nun denn, wir werden wohl ein neues kaufen. Höchstwahrscheinlich noch einmal dieses …

Das kleine Büchlein in Ringbindung im Format 13,5 mal 17 Centimeter bietet 80 linierte Seiten zwischen einer Vorder- und Rückseite aus robuster Pappe. Das rote Flexi-Band hält die Seiten gut zusammen und hält zigfaches Öffnen und Schließen des Büchleins mühelos aus, ohne auszuleiern oder gar zu reißen. Ich halte es für eine gute Idee, dass es ein paar „Aufbewahrungsfächer“ (Steckfächer) gibt. Sie sind in Form von kleinen Umschlägen immer mal wieder in dickeren Pappseiten zwischen die normalen Schreibseiten „gestreut“. Dort kann man z. B. Eintrittskarten, Fahrscheine oder die Rechnung eines besonders schönen Restaurants einstecken. So lassen sich kleine Urlaubserinnerungen „archivieren“ (bei uns sind sogar ein paar Sandkörnchen und ein paar getrocknete Olivenbaumblätter dabei; vielleicht kitschig? Wir fanden/finden es nett). Am Ende des Buchs kann man in einer noch größeren Umschlagseite sogar gefaltete Prospekte oder Ähnliches „eintüten“. Für diversen Reiseerinnerungskrimskrams müssen natürlich noch immer diverse Schubladen, Kisten oder auch Wandflächen herhalten, aber trotzdem erfreuen wir uns immer mal wieder, in unseren Heften zu blättern.

Die Aufmachung ist schön und das Buch an sich robust und wertig. Das dicke Papier hat ebenfalls eine angemessen gute Qualität. Dass die Seiten liniert sind, fanden wir zum Schreiben sehr angenehm. Denkbar wären sicher auch karierte Seiten gewesen. Für unseren Zweck war es gut. Tatsächlich ist das Format des Buchs nicht so klein, wie in anderen Rezensionen geschrieben. Aber Größenwahrnehmungen sind natürlich subjektiv. Im Grunde genommen ist es von der Höhe etwas kleiner wie ein herkömmliches Taschenbuch und ungefähr genauso breit. Gemessen an einem Reclam-Buch jedoch, ist es insgesamt um einiges größer. In die Hosentasche passt es also nicht wirklich (manchmal in eine Seitentasche einer Outdoor-Hose), eher aber kann man es bequem in einen Rucksack oder eine Handtasche packen.
Angenehm ist auf jeden Fall auch das Gewicht, das ebenfalls im Rahmen eines dünnen Taschenbuchs liegt. Manche hatten die dicken, harten Ringe der Bindung kritisiert. Wir fanden das gerade gut, weil es eben robust ist und nicht so leicht verbiegt. Außerdem haben wir es dafür genutzt dort einen Kugelschreiber einzustecken, sodass wir auch immer einen Stift parat hatten. Alles in allem ist das ein gelungener Reisebegleiter. Der Preis für dieses schön aufgemachte und qualitativ gute Notizbuch mit dem hübschen Cover absolut angemessen.

Zusammenfassung: Dieser robuste Reisenotizblock mit Ringspiralheftung (es lassen sich also bei Bedarf Seiten mühe- und „rückstandslos“ ausreißen) ist ein attraktives Kleinod für Menschen, die gerne Reisen und nicht nur Fotos schießen. Wer nämlich auch (oder gar nur) Eindrücke ganz altmodisch und eher unüblich aufschreiben will, ist mit diesem Ringbuch sehr gut bedient. Besonders gut: die kleinen eingestreuten Einsteckseiten) sowie die buchformatgroße Tasche am Ende des Buchs), in denen man kleine Erinnerungen „eintüten“ kann. Das Reisenotizbuch hat sich in der Reisepraxis bewährt. Wir werden es uns nochmals zulegen und werden eine Ausgabe sicher an reisefreudige Bekannte verschenken. –


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-16