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Mark Letter "Letterman" (Stuttgart)
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Weltkrieg der Währungen: Wie Euro, Gold und Yuan um das Erbe des Dollars kämpfen
Weltkrieg der Währungen: Wie Euro, Gold und Yuan um das Erbe des Dollars kämpfen
von Daniel D. Eckert
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fundiertes Währungswissen auf der höhe der Zeit, 25. Juni 2012
Der Autor Daniel D. Eckert widmet sich in "Weltkrieg der Währungen" dem Geldsystem dieser Welt und seinen wichtigsten Währungen. Dollar, Euro und Yuan werden tief durchleuchtet. Besonderes Gewicht hat die These, dass der Dollar als Leitwährung langfristig seine dominierende Rolle auf der Welt einbüßen wird - wenn die Entwicklung wie bisher weitergeht. In diesem Zusammenhang spielt vor allem die zukünftige Rolle des chinesischen Yuan eine tragende Rolle!

Wurde noch in der einen oder anderen Rezension zu vergangenen Auflagen moniert, die Ausführungen zur chinesischen Währung Yuan seien teilweise oberflächlich und insgesamt zu kurz, so sehe ich dieses "Problem" inzwischen als beeindruckend gelöst an. Auch wenn ich die 'Vorläufer' des Buchs nicht kenne, kann ich für diese 5. Auflage sagen, dass Herr Eckert offensichtlich sehr akribisch nachgearbeitet und damit inhaltlich nachgelegt hat. Und es hat sich gelohnt. Auf fünfzig sehr starken Seiten wird die (noch) gefesselte Macht des Yuan überaus verständlich dargestellt. Dass nicht nur Shanghai als Finanzzentrum, sondern mit ihm auch die chinesische Währung in nicht allzu ferner Zukunft eine dominierende Rolle im Finanzgefüge der Welt spielen wird, steht für den Autor außer Zweifel. Die Gründe für seine Argumentation wiegt er, wie auch in den anderen Kapiteln, sehr gut nachvollziehbar ab und füttert sie mit einer Menge Faktenmaterial. Und doch lässt er sich gleichzeitig ein Hintertürchen offen. Das ist nur verständlich. Schließlich ist Eckert kein Prophet. Und will es auch nicht sein. Und da auch die chinesische Währung in die Bredouille geraten könnte, ist es nur recht und billig, sich auch mit den Gründen für dieses mögliche Szenario auseinanderzusetzen.

Bereits die Stoßrichtung der Gesamtargumentation des Buchs ist überzeugend: Die aktuell agierenden Funktionäre auf der politischen wie der Finanzweltbühne sind nicht immer aufrichtig, manche manipulieren Meinungen, andere die Weltwährungsordnung. Deswegen müssen wir uns mit Wissen wappnen. Die Zusammenhänge zwischen Einzelereignissen als Prozess zu sehen und in ein großes Ganzes zu denken, gelingt in diesem Finanzbuch auf wie ich finde vorzügliche Weise. Die Wechselwirkungen zwischen Wirtschaftshandeln, Geldstromlenkung und Finanzpolitik werden fein ziseliert und verständlich aufgearbeitet und sehr gut nachvollziehbar dargestellt.

Offensichtlich legte der Autor in dieser erweiterten Auflage besonderen Wert auf die Darstellung und Einordnung aktueller Entwicklungen auf dem internationalen Finanzmark. Über die historische Einordnung hinaus sowie die Darstellung finanzpolitischer Entwicklungen der Vergangenheit, gelingt es dem Autor Vergangenheitsaufarbeitung mit den Befunden und Analysen jüngster Entwicklungen zu verbinden (Stichwort: "Fiskalpakt", "Rettungsschirme", "Goldpreis"! und "Entwicklung des Yuan"). Davon profitiert der Wert des Buchs enorm!

Fazit: Dieses Finanz-Sachbuch ist im besten Sinne informativ und sein Inhalt absolut auf aktuellem Stand. Sie möchten wie ich die internationalen Verflechtungen des Geldes verstehen und Prognosen eines Kenners auf hohem Sprachniveau und mit bester Sachkenntnis geliefert haben? Dann kommen Sie meiner Meinung nach um die Lektüre dieses Buch nicht herum.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 2, 2015 2:36 AM MEST


Endspiel: Genie und Wahnsinn im Leben der Schachlegende Bobby Fischer
Endspiel: Genie und Wahnsinn im Leben der Schachlegende Bobby Fischer
von Frank Brady
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leben zwischen Genie und Wahnsinn. Ein stürzender Schachkomet zum Anfassen, 19. Mai 2012
Worum es geht: Robert James Fischer, bekannt als "Bobby Fischer", war ein Genie. Bereits mit 14 Jahren spielte er sich zum ersten Mal zum US-Schach-Champion. Zur Legende wurde er spätestens durch seinen Sieg in Reykjavik gegen den russischen Schachweltmeister Boris Spasski. Von den Medien wurde dieses Match des Jahrhunderts zum Kampf der politischen Systeme ins Gigantische hochstilisiert (USA gegen die UdSSR). Und dieses Erlebnis sollte Bobby Fischer tatsächlich tief beeindrucken. 1992 gewann er dann in einem inoffiziellen Schachtournier noch einmal gegen seinen einstigen Gegner von 1972 und inzwischen zum Freund gewordenen Spasski mit 17,5:12,5. Das im ehemaligen Jugoslawien ausgerichtete Turnier wurde international als Sensation gefeiert. Gleichzeitig bahnten sich politische Verwicklungen an, in deren Folge Bobby Fischer schließlich im Gefängnis landete ...
Später attestierte ihm einer seiner ehemaligen Schachspielerkollegen und Psychiater eine psychische Störung aufgrund starker, unverarbeiteter familiärer Konflikte. Andere Forscher gingen sogar von einer Form des Autismus aus, die einerseits Fischers Hochbegabung, andererseits seine Störung begründet habe. Was immer die genauen Hintergründe waren, wird wohl nie jemand erfahren. Jedenfalls vollzog sich im Laufe der Jahre in Bobby Fischer eine merkwürdige Entwicklung: Er bekam Angst vor mutmaßlich existierenden Mordplänen der Sowjets (Fischer vermutete solche Pläne aufgrund seines Sieges gegen Boris Spasski). Er begann, die Leute um sich herum mit seiner Begeisterung für die Mafia zu irritieren. Anderen wiederum teilte er seine teils antiamerikanischen, teils antisemitischen Gedanken mit.

Die Biografie spürt der Person Robby Fischer sehr gründlich nach. Das Buch zeigt nicht nur die Stationen in Fischers Schachleben, sondern beschreibt sehr eindrücklich Fischers psychische Entwicklung von der Wiege bis zur Bahre, vom Eröffnungszug bis zum "Schachmatt". Die Biografie zeichnet damit neben der beeindruckenden Karriere des Schachweltmeisters auch und vor allem das Psychogramm eines Genies in allen erdenklichen Facetten. Mag er sich Zug um Zug auch in ein Schachspiel gegen die Welt und gegen sich selbst verstrickt haben, das er nicht gewinnen konnte. Und mag die zitierte Selbsteinsicht Fischers im Nachwort auf S. 377 auch viel Wahrheit enthalten (ob sie nun aus der Erinnerung einer seiner großen Ex-Liebe Zita Rajcsanyi richtig erinnert wird oder nicht): "Im Spiel des Lebens bin ich solch ein Versager." Trotzdem gibt es viele gute Gründe, sich in einigen intensiven Lesestunden dem spannenden Leben dieses Mannes zu widmen.

Mein Gesamturteil: Diese faszinierende Biografie des Schachgroßmeisters Bobby Fischer habe ich mit großem Interesse gelesen. Die Auswertung von Briefen, Büchern, Interviews, Zeitungsartikeln und vielen Recherchen haben ein sehr buntes und differenziertes Bild der Person Bobby Fischer zutage gefördert. Ich habe mich über dieses Leben gewundert und habe viel gestaunt. Die Geschichte einer Schachlegende, deren Genialität in einer Welt des Wahnsinns verloren geht, stimmte mich nachdenklich und hat mich angefasst.

Also: Diese Biografie über den Sturz von Bobby Fischer vom Schach-Olymp in den Hades einer psychotisch anmutenden Schrulligkeit ist - auch wenn es eine Biografie und kein Schachbuch ist - für Schachfans ein Muss! Für andere ein menschlich lehrreiches Vergnügen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 22, 2012 8:27 AM MEST


Skagen Herren-Armbanduhr XL Analog Quarz Leder 331XLSL1
Skagen Herren-Armbanduhr XL Analog Quarz Leder 331XLSL1
Wird angeboten von Timepiece_Trading
Preis: EUR 146,19

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassisches Design und gute Qualität fürs schmale Männerhandgelenk, 22. April 2012
Vor einem halben Jahr bekam ich diese Uhr geschenkt und freue mich noch immer täglich daran. Für Menschen wie mich, die die meist tonnenschweren mechanischen Riesenarmbanduhren nicht nur als unpraktisch, sondern auch ziemlich aufdringlich empfinden, ist diese schlichte, schmale und dünne Quarzuhr perfekt. Das Ziffernblatt mit den gut aussehenden (bei Dunkelheit grün leuchtenden) silberfarbenen Minuten-/Stunde-Zeigern (der schmale silberfarbene Sekundenzeiger leuchtet nicht) und Stundenstrichen besticht durch sein klassisches Design. Die ins Ziffernblatt integrierten Tages- Monats- sowie die Vormittags-/Nachmittagsstundenanzeige verleihen der Uhr zusätzlichen Schick. Die Uhr läuft bei mir präzise und sekundengenau. Nach einem knappen halben Jahr Betrieb musste ich sie bisher nicht nachstellen. Lediglich die Monatsanzeige muss regelmäßig nachgestellt werden, da sie im 31-Tagerhythmus arbeitet und bekanntlich nicht jeder Monat 31 Tage hat.

Zur Robustheit der Uhr nach knapp einem halben Jahr täglicher Tragezeit: Als passionierter Radfahrer trage ich diese Uhr bei Wind und Wetter. Als Wasserdichtigkeitszertifizierung ist eine Wasserdichtigkeit bis 3 bar angegeben, was sie nach Herstellerangaben spritz- und regenwassertauglich macht. Dies kann ich sogar insoweit bestätigen, dass selbst bei Starkregen und auch nach einem versehentlichen Fall ins Wasser bisher keinerlei Anzeichen eines Wasserschadens (beschlagenes Uhrglas oder Ähnliches) zu sehen waren. Auch das Lederarmband trocknet nach Wasserkontakt ohne Fleckenbildung oder Ähnlichem ab. Die Qualität des Glases sowie des Stahlgehäuses stufe ich insgesamt als hoch ein. Entgegen manch anderen Erfahrungen sind bei mir noch nicht einmal Gebrauchsspuren an Glas oder dem mattierten Gehäuse erkennbar. Auch immer mal wieder kurzes "Entlangschrammen" an Reisverschlüssen o. Ä. haben bei meiner Uhr keinerlei Spuren hinterlassen. Besonders positiv ist in meinen Augen, dass das Gehäuse nichts von seiner Mattierung eingebüßt hat; das habe ich nämlich bei anderen Schmuckstücken schon beobachtet, die mit der Zeit ihre Mattierung an manchen Stellen verloren und dort dann sehr auffällig zu glänzen anfingen.

Zwei Punkte möchte ich nicht verschweigen, die andere Uhrenträger stören könnten, mit denen ich aber sehr gut leben kann: 1. Da das Armband auf beiden Seiten an der Verbindungsstelle zum Gehäuse innen jeweils auf die Länge von 2 cm verstärkt wurde, kann das Armband nicht flach ausgebreitet und die Uhr beim Ablegen nicht flach hingelegt werden, wie ich es sonst gewohnt bin/war. Das ist ungewohnt. Auch könnte man befürchten, dass durch das Legen auf die Seite Gebrauchsspuren an der Gehäuseseite oder der Krone auftreten. Etwas Derartiges ist bei mir nicht zu sehen. Und Gewohnheiten dürfen meiner Ansicht nach auch geändert werden. 2. Die Datumsanzeige springt bei meiner Uhr jeweils erst gegen 3 Uhr nachts um. Für Menschen, die auch noch um 2 Uhr nachts wissen wollen, welcher Tag ist, mag das ein Problem sein (weil ja bis 3 Uhr noch das Datum des Vortags angegeben wird), für mich ist es jedenfalls kein Problem und wird durch die Gesamtqualität und das gekonnte Design sowie die Material-Qualität mehr als ausgeglichen.

Mein Gesamturteil: Es muss wirklich keine ROLEX sein. Diese elegante Quarz-Uhr der bisher für mich unbekannten Marke SKAGEN ist fürs eher schmale Männerhandgelenk wie gemacht. Uhrenträger, die nach einem zeitlos-klassischen, schicken Design abseits des Modetrends suchen, die gleichzeitig gute Qualität wünschen und dafür nicht gleich mehrere Hundert Euro hinlegen möchten, werden diese Uhr für jeden Tag sicher gerne anlegen und sich an ihr erfreuen.


9 von 10 Kletterern machen die gleichen Fehler
9 von 10 Kletterern machen die gleichen Fehler
von Dave Macleod
  Taschenbuch
Preis: EUR 17,99

24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Raus aus der Kletterroutine. Lohnenswert!, 13. April 2012
Ein Buch zum Thema Klettern ganz ohne Bilder? "Kann das funktionieren?", dachte ich mir anfangs, als ich dieses Geschenk bekam. "Ja, tut es", sagt inzwischen der Saison- und Wochenendkletterer.

Denn das Buch handelt nicht von Klettertechnik im Sinne von Tritt- und Grifftechniken. Stattdessen geht es um eine Mental- und Gedankenschule, die die gängigsten Kletterfehler und Trainingsprobleme analysiert und beheben hilft. Die dargestellten Methoden und Gedankenanreize tragen nach meiner Erfahrung zunächst dazu bei, sich beim Lesen in Gedanken am Fels zu beobachten (siehe z. B. auch die interessanten Ausführungen zum Durchdenken von Klettersituationen in Kletterpausen unter dem Stichwort "Aufnehmen, abspielen, analysieren, S. 55/56). Ob Dave MacLeod mein praktisches Leistungsniveau wirklich verbessert hat, werde ich wohl erst bei den nächsten Klettergängen wirklich beurteilen können. Aus jetziger Sicht hat es mich zumindest mental bereichert.

Inhaltlich geht es im Buch darum, in vielen kurzen und bunten Kapiteln Grundlagen des Klettersports zu beantworten und darauf aufbauend Kletter-Gewohnheiten zu hinterfragen. Dabei geht Dave MacLeod Themen wie Trainingstechniken und Trainingspensum, Lebensstil und Taktik, Ausdauer, Motivation, mentale/psychologische Probleme/Sturzängste sehr unkompliziert und informativ an. Immer geht der Autor von seinen eigenen Erfahrungen aus. Auch dadurch werden die Ausführungen sehr glaubwürdig. Sein großes Verdienst ist es für mich vor allem, dass einem schon beim Lesen neue Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie man Gewohnheiten ändern kann und welche Gewohnheiten sich überhaupt überdenken lassen. Gerade für mich, der an das Klettern bisher eher intuitiv herangegangen ist, waren diese Gedankenanstöße sehr wertvoll.

Zusammengefasst: "9 von 10 Kletterern machen die gleichen Fehler" hat mir dabei geholfen, meine Klettergewohnheiten zu hinterfragen. Das Motto des Buchs kann man zusammenfassen: "Raus aus der Kletter-Routine!" Es hat mich bereichert und mir neue Impulse gegeben. Für Kletterer, die weiterkommen wollen, ist dieses 5-sterne-wertige Buch absolut empfehlenswert. Für mich jedenfalls war es eine sinnvolle Theorie- und Motivationsspritze, die mich angespornt hat, an Wand und Fels Neues auszuprobieren.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 8, 2012 7:59 PM MEST


Die Botschaft deiner Seele: Das 3-Säulen-Prinzip der emotionalen Entsäuerung
Die Botschaft deiner Seele: Das 3-Säulen-Prinzip der emotionalen Entsäuerung
von Kurt Tepperwein
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sei freundlich zu Deiner Seele, schlage neue Denkpfade ein ..., 13. Februar 2012
Mir gefällt, dass der Autor Tepperwein zum Thema "Seele" den richtigen Ton gefunden hat. Im Vordergrund steht nicht die körperliche, sondern die seelische Gesundheit. Da Körper und Seele aber bekanntlich engstens miteinander verbunden sind, darf man wohl von einem Buch mit dem Anspruch auf Ganzheitlichkeit sprechen.

Worum geht es? Das Buch möchte bei der Entsäuerung von Körper und Seele helfen. In kleinen Schritten führt es in die Thematik ein, zeigt, warum die Menschen vor allem in den westlichen Gesellschaften immer mehr übersäuern und welchen Einfluss dies auf unser seelisches Wohlbefinden hat bzw. welche Wechselwirkung zwischen geistiger und seelischer Übersäuerung besteht.
Während sich Säule 1 den Ursachen und Lösungsmöglichkeiten physischer Übersäuerung widmet, ergründet Säule 2 Faktoren für das mentale Ungleichgewicht. Im 3. Teil baut Tepperwein dann die dritte Säule auf. Dort stellt er viele konkrete Denk- und Handlungsübungen vor (z. B. meditative Denksätze), mit denen das Wissen aus Säule 1 und 2 dann in konkretes Agieren überführt und fehlgesteuertes Denken in neue Bahnen gelenkt wird.

Herr Tepperwein macht meiner Ansicht nach sehr anschaulich deutlich, dass neben der richtigen Ernährung auch eine gelassene und offene Lebenseinstellung zur Entsäuerung des Körpers beiträgt. Allerdings geht der Autor weit über das Thema "Übersäuerung" hinaus. Seine Botschaft lautet: Ergründe Deine eigene Lebensphilosophie, indem Du auf Dein Innerstes achtest und auf die Botschaften Deines Körpers hörst. Was sich hier etwas abstrakt anhört, wird im Buch mit viel anschaulichem Ideenmaterial angefüllt.
Immens viele interessante Fragen zum Leben und eigenen Sein werden mit konkreten Übungen und Verhaltensratschlägen zur Entsäuerung verbunden. Es mag vielleicht für manche etwas zu esoterisch klingen, wenn sie ihr Wasser 24 Stunden in die Sonne stellen sollen, um es mit positiver Energie anzureichern. Dass die richtige Vollatmung Körper und Geist beruhigt und Lebensenergie schenkt, leuchtet wohl schon eher ein.
Doch auch weit ab von solchen vielleicht etwas abseitigen Ideen und dem schon eher bekannten und akzeptierten Yoga-Atem-Wissen bietet Tepperwein eine Fülle von Tipps, die für den mental-seelischen Ausgleich einiges zu bieten haben, weil sie neue Denk- und Handlungspfade erschließen.

P. S. Die Idee, mit Checklisten den seelischen Ist-Zustand ermitteln halte ich übrigens für sehr sinnvoll.

INSGESAMT: Die Lektüre dieses Buchs lohnt sich meiner Ansicht nach. Für Menschen, die an der eigenen Fortentwicklung durch Selbstanalyse und die Widerherstellung des Säure-Basen-Gleichgewichts interessiert sind, ist das ein attraktiver Ratgeber. Dieses Buch für die seelische Gesundheit habe ich gerne gelesen. Man kann es immer wieder zur Hand nehmen und wird darin Inspiration finden, um das eigene Wohlgefühl zu steigern und eingefahrene Denkgewohnheiten und Handlungsmuster zu überwinden. Ich empfehle es gerne weiter und vergebe 4 Sterne.


Die ganze Welt des Denksports: Sudoku, Kakuro, Slither Link, Oktogon und viele andere Rätsel
Die ganze Welt des Denksports: Sudoku, Kakuro, Slither Link, Oktogon und viele andere Rätsel
von Andreas Findholt
  Broschiert
Preis: EUR 7,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Prima "Train your Brain"-Buch, 27. Dezember 2011
Geheimnisvolle Namen wie Euro-Tableau, Diago, Fyrtarn oder Slither Link hören sich nicht nur geheimnisvoll an und haben mir Lust auf konzentrierte Knobelei gemacht. Bei ihrer Lösung bieten sie auch tatsächlich anspruchsvolle Abwechslung. Die Aufgaben gehen weit über den mittlerweile allbekannten 'Rätselklassiker' Sudoku hinaus. (Auch wenn Sudokus glücklicherweise auch in diesem Buch nicht fehlen.)
Jeweils beim ersten Auftauchen eines neuen Rätseltyps (Sudoku, Voisinage, Cobweb, Mapa de Isla, Slither Link etc.) wird dieser in einer kurzen Einführung vorgestellt. Herkunft und vor allem Aufgabenstellung werden dabei erklärt und bereiten auf die Aufgaben vor. Und tatsächlich ist es eine kleine Weltreise, wenn man betrachtet, aus welchen Ländern all diese Rätseltypen stammen.

Die durchdachten Logikaufgaben sind zwar nicht nach Schwierigkeitsstufen geordnet. Da aber jeder unterschiedliche Rätsel verschieden schwer finden wird, macht eine solche Ordnung meiner Erfahrung nach oft auch wenig Sinn. Nicht die hohe Mathematik ist gefragt, sondern schlicht die Grundrechenarten Und viel, viel logisches Denkvermögen. Dabei darf dann auch mal mit Wörtern und Buchstaben gespielt werden oder sind gedanklich Wegstrecken auf Netzstrukturen zurückzulegen.
Mir hat dieses Buch auf Zugfahrten und an gemütlichen Feierabenden oder kurzen Zwischendurch-Entspannungsaugenblicken gleichermaßen viel abverlangt und viel gegeben.

Insgesamt: Meiner Meinung nach ist diese Fundgrube für Rätselschätze wie geschaffen für Gerne-Kopfarbeiter und Denkbegeisterte. Das Buch bietet Gehirnjogging für Anfänger und Anspruchsvolle. Mit ihm lässt sich die ganze Welt des Denksports erkunden, und man erlebt auf dieser Reise viele herausfordernde Überraschungen. Ich hatte daran viel Freude.


Feind im eigenen Land: Mein Doppelleben als CIA-Agent bei den Iranischen Revolutionsgarden
Feind im eigenen Land: Mein Doppelleben als CIA-Agent bei den Iranischen Revolutionsgarden
von Reza Kahlili
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für mich ein Höhepunkt des Lesejahres, 25. November 2011
Zum Inhalt: Kahlili ist eigentlich Mitglied bei den iranischen Revolutionswächtern. Er müsste regimetreu sein bis in den Tod. Doch was er in seinem Land im Namen der Gerechtigkeit und des Glaubens geschehen sieht, lässt ihn umdenken. All seine Hoffnungen, die er anfangs in die islamische Bewegung und die Revolution gesetzt hatte, sind zerstört. Seine Loyalität zum Regime bröckelt. Irgendwann ist er sogar bereit, seinen Treueschwur auf Ayatollah Khomeni zu brechen. Er läuft zum US-amerikanischen CIA über. Ein teuflisches Spiel beginnt.

Ich fand es nicht nur killerspannend, den vielen Verwicklungen und mörderischen Situationen zuzusehen, denen Kahlili sich aussetzt. Auch der Blick in seine zerrissene Seele macht für mich die Spannung und den Reiz dieser Geschichte aus. Er sieht sich nicht als Kämpfer für eine gute Sache. Wenn er in den Spiegel sieht, sieht er auch einen Landesverräter, der ja sogar bereit ist, seine regimetreuen (Kindheits-)Freunde zu hintergehen. Die psychische Folter, die der Gedanke an sein doppeltes Spiel treibt, ist bitter. Was würde sein Vater über ihn denken, wenn er von seinem Verrat wüsste, was würde die Großmutter tun? Sie würden ihn verachten und verstoßen. Die Angst vor dem Absturz ins soziale Abseits und die Selbstvorwürfe sind mörderisch und nagen an seinem ganzen Wesen. Und doch, so ist Kahlili klar, muss er tun, was er tut.

Ausgehend von der Situation des Überlaufens zur CIA, vom Gespräch mit seinem neuen Vertrauensmann und einem Lügendetektortest führt das Buch zurück in die Kindheit Kahlilis. Schon das zweite Kapitel lässt verstehen, welche Qualen es ihm bereitet haben muss, sich vom Regime zu lösen und sich ausgerechnet dem Erzfeind zuzuwenden. Weil er als Muslim erzogen wurde und sein Land liebt. Weil ihn tiefe Freundschaften und Verwandtschaftsbeziehungen mit Menschen verbanden, die anders sind als er.
Die Handlung wird um die Entwicklung vom regimetreuen Menschen zum Zweifler und Abtrünnigen aufgebaut und steigert sich immer weiter. Während mich grausige Details in die Zustände der Foltergefängnisse erschüttert haben, war ich von den Einblicken in die Kultur von Muslimen und in ein - wie mir scheint - innerlich zerrissenes Land begeistert. Es gibt sie eben nicht, DIE Muslime, es gibt solche und solche. Sie legen ihren Glauben ganz unterschiedlich aus. Sie bewerten ihre eigene Geschichte und die Entwicklungen in ihrem Land unterschiedlich. Sie haben trotz derselben Religion unterschiedliche Standpunkte. Die auftretenden und handelnden Personen werden immer als Menschen mit Vergangenheit, Gefühlen und unterschiedlichen Haltungen dargestellt. Beim Lesen wurden sie mir vor dem inneren Auge richtig lebendig. Die Konflikte in ihnen und in ihrem Land wurden mir auch dadurch sehr nah ...
Mich hat das Buch jedenfalls wegen seiner Vielseitigkeit und der Mischung aus Information und abwechslungsreicher Handlung in seinen Bann gezogen.

Fazit: Ich finde, dass dieses Drama rund um die Themen Loyalität, Verrat, Religion, Ideologie und menschliche Zweifel unglaublich gut gestrickt worden ist. Ich mag in solchen Fällen immer kaum glauben, dass normalsterbliche Menschen solche Situationen überstehen. Aber es scheint sie zu geben. Solche Geschichten jedenfalls finde ich gigantisch. Ein tolles Buch. Aktuelles, brisantes Thema. Aufwühlend bis zur letzten Seite. Informativ. Spannend. Für mich ein Höhepunkt des Lesejahres.


Die Information: Geschichte, Theorie, Flut
Die Information: Geschichte, Theorie, Flut
von James Gleick
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intellektuell, herausfordernd, faszinierend, überaus lesenswert, 23. November 2011
Informationen. Was versteht man eigentlich darunter? Und warum sind sie für die Existenz des modernen Lebens so essenziell? Welche historischen Entwicklungen führten überhaupt in die heutige Informationsgesellschaft?
James Gleick geht den Geheimnissen der Informationen nach und verknüpft sie mit unglaublichen Ausflügen in die Geschichte technischer Entwicklungen. Gleichzeitig erschließt er damit ihre Zusammenhänge mit dem menschlichen Sein. Die Erfindung des Transistors zusammen mit den revolutionären Erkenntnissen über das Zusammenwirken von Kommunikation, Information und Datenmengen - die Claude Shannon und seine Entdeckung beziehungsweise Erfindung des Begriffs der "Bits" zum Vater der Information Theory machten - werden für James Gleick zum Ausgangspunkt seiner Reise. Sie führt in die Welt der elektronischen Chiffriersysteme; sie zeigt Hybride aus mathematischer Logik, aus Schaltkreisen, (Sprach-)Codes, Genen UND: der Schrift.

Der Autor verknüpft mit philosophischem Tiefgang, historischem Weitblick und messerscharfer intellektueller Brillanz Themen miteinander, die auseinanderzuliegen scheinen. Doch seine Art der Gedankenpräsentation und der Verknüpfung wissenschaftshistorischer Fakten vor dem Hintergrund neuester Realitäten unseres Informations- und Computerzeitalters lässt ein faszinierendes Gesamtbild entstehen. Er zeigt: Egal ob es sich um die elektronische Informationsspeicherung- und -Verarbeitung in Computern handelt oder um die Speicherung und Verwandlung von Daten in unseren Körperzellen (Stichwort Gene und DNS), immer ermöglichen sie als Systeme einen wertvollen und kulturbildenden Informationsaustausch. Die Genese von Organismen der Informationsverarbeitung und ihre zugrunde liegenden Mechanismen deckt der Autor eloquent und gerade dadurch kreativ und eingängig auf. Stück für Stück stanzt er einzelne Puzzleteile heraus, nimmt sie wissenschaftsgeschichtlich unter die Lupe. Schließlich fügen sie sich zu einem Gesamtbild zusammen; und dieses zeigt die Entstehung, Bedeutung und Weiterentwicklung dessen, was wir "Information" nennen.
Den besonderen Wert des Buchs sehe ich in seiner Fähigkeit, Fakten zu liefern, die sich zu einem beeindruckenden Bedeutungsnetz verweben. Die Fähigkeit des Autors, den Blick tatsächlich über den Tellerrand hinaus schweifen zu lassen, ist für mich der Beweis dafür, dass sich aus interdisziplinärem Denken tatsächlich ein großer Mehrwert schöpfen lässt. Für sehr wertvoll halte ich es auch, dass hier theoretisch-abstrakte und dadurch eigentlich schwer verständliche Materie durch den Blick auf die Geschichte und ihre Geschichten lebendig und konkret gemacht wird: Afrikanische Buschtrommeln aus dem 18. Jhr. und ihr Kommunikationspotenzial bekommen ihren Platz innerhalb dieser 'Geschichte der Information' genauso wie die griechische Mythologie, die gigantischen Erfindungen vom Telegrafen bis hin zum Telefon und die Entstehung und Entwicklung der Schrift. Für mich wurde damit die Bedeutung von Sprache für die Weitergabe von Informationen aber auch ihrer Speicherung in Schriftzeichen und Symbole in einen ganz neuen, hochinteressanten gedanklichen Zusammenhang gestellt. Grundlegende Konzepte des Sprechens und Denkens werden so auf hohem Reflexionsniveau aufbereitet und überaus lesenswert mit dem Thema "Information" zusammengebracht. Zusammen mit den Kapiteln zu bedeutenden Mathematikern, Kryptoanalytikern und Erfindern und deren geistigen Errungenschaften ist ein abwechslungsreiches und tiefsinniges Werk entstanden. Der teilweise essayistische Stil des Ganzen macht für mich neben dem Inhalt einen weiteren besonderen Reiz dieser Darstellung aus.

INSGESAMT hat mich dieses überaus intelligent geschriebene Buch fasziniert. Und es fasziniert mich auch nach Abschluss der Lektüre beim Immer-wieder-Hineinblättern andauernd auf Neue. Jene Menschen, die Freude an der intellektuellen Herausforderung haben, werden meiner Meinung nach eine überaus unterhaltsame, erhellende und befriedigende Lektüre- und Denkerfahrung zum Thema "Information" erleben. Sich kompetent in unserer modernen Informationsgesellschaft bewegen zu können, bedeutet für mich: Bücher wie dieses wahrzunehmen. Diese Fundgrube an Wissen möchte ich in diesem Sinne gerne weiterempfehlen.


Die Boreout-Falle: Wie Unternehmen Langeweile und Leerlauf vermeiden
Die Boreout-Falle: Wie Unternehmen Langeweile und Leerlauf vermeiden
von Philippe Rothlin
  Gebundene Ausgabe

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles andere als boring, 31. Oktober 2011
Den Begriff "Burn-out-Syndrom" kennt inzwischen wohl jeder. Und jeder kennt jemanden, der an diesem Syndrom leidet; oder zumindest zu haben meint. Ich denke manchmal, dass es fast schon ein geflügeltes Allerweltswort geworden ist. Oft genug verwischen dadurch inzwischen meiner Meinung nach die Trennlinien zwischen "schlicht überarbeitet - aber mit einem Urlaub und ein paar inneren Veränderungen wird's schon wieder" und "ausgelaugt, depressiv, am Ende - ab zum Psychologen und das Leben komplett umkrempeln".
Wenn jetzt auch noch ein Begriff dazu kommt, hinter dem die Erkenntnis steckt, dass manche Arbeitnehmer durch Langeweile am Arbeitsplatz krank werden (und damit innerlich kündigen und letztlich auf eine ganz andere Weise ausbrennen), da sie zu wenig zu tun haben, wird es sicher noch ein bisschen komplizierter. Trotzdem, sogar gerade deshalb (!), ist es von großer Bedeutung, dass ein Buch, das mit dem neuen Begriff "Boreout" operiert, die Problemlage differenziert darstellt.

Sehr anschaulich zeigen die Autoren Rothlin und Werder, wodurch am Arbeitsplatz durch die Unterforderung von Mitarbeitern (und damit zusammenhängend manchmal Überforderung anderer Mitarbeiter!) Ressourcen und Potenziale verschwendet werden. Und es zeigt, wie es sein kann, dass es Mitarbeiter gibt, die nichts zu tun haben, aber dies verheimlichen und manchmal gerade deshalb so tun, als ob sie vor lauter Arbeit kaum mehr aus den Augen sehen können.
Auch wenn sich das Buch vordergründig an Arbeitgeber richtet, profitieren meiner Meinung nach Arbeitnehmer genauso davon: Arbeitgebern zeigen die Autoren sehr anschaulich, wie sie unterforderte Mitarbeiter erkennen (sehr gut eignet sich hierzu der sog. Quick-Check für Führungskräfte gegen Buchende). Vor allem aber zeigt es Arbeitgebern, was sie an der Führungskultur ihres Unternehmens strukturell (Organisation) und auch hinsichtlich ihrer Kommunikation verändern können. Dazu kommen die Themen Verbesserung von Teamgeist und Führungskultur (hier gilt: zielgerichtet und offen Gespräche führen!), um (zum Wohl des Betriebs) aus gelangweilten Mitarbeitern wieder engagierte Leistungsträger zu machen. Arbeitnehmern zeigen die Autoren wiederum, wo sie ansetzen können, um zu erkennen, ob sie in der Boreout-Falle stecken. Auch wenn die Autoren für die Arbeitgeber schreiben, können Arbeitnehmer - wenn sie sich unterfordert fühlen und daran etwas ändern wollen - gezielt darauf achten, ob und wenn ja, was ihr Arbeitgeber tut, um das Problem zu lösen. Und der Arbeitgeber kann selbst zur Lösung beitragen und sich notfalls in letzter Konsequenz um einen neuen Arbeitsplatz mit einem neuen Chef bemühen, dem er zutraut, in stetigem Prozess und zusammen mit seinen Mitarbeitern das richtige Maß an Anforderung und Belastung zu finden, weil er die richtigen Anreize setzt.

Den Autoren geht es nicht darum, den Faultieren unter den Arbeitnehmern Ausreden zur Verfügung zu stellen, warum es sich lohnt, faul zu sein ("Es gibt eh nix sinnvolles zu tun" oder (Däumchen drehend): "Ich arbeite doch wie ein Tier". Auch will es den Meckerern keinen Zündstoff zum Weitermeckern geben ("Mein Chef kapiert es nicht"). Genauso wenig wollen Sie so tun, als ob hinter dem Burnout meist ein Boreout steckt. Sie wollen stattdessen, aufzeigen, was Boreout ist und welche Lösungswege es aus der Langeweile-Falle gibt. Dies ist ihnen gelungen.

Sehr positiv an diesem Buch finde ich, dass es nicht mit Begriffsgeklingel arbeitet. Die theoretischen Grundlagen werden gut verständlich dargestellt, wobei alles präzise und trotzdem nicht langatmig ist. Durchgängig werden alle theoretischen Darstellungen durch angeführte Beispiele hilfreich veranschaulicht. Besonders das Augenmerk auf die Praxistauglichkeit des Ganzen macht die Lektüre wertvoll.

Fazit: Die "Boreout-Falle" setzt sich eindeutig von 0815-Psychoratgebern ab. Es ist alles andere als boring. Es ist: ein sinnvoller Beitrag von offensichtlich kompetenten Autoren zu einem interessanten Thema, das sicher weiter diskutiert werden wird.


Asiens Energiehunger: Rohstoffe am Limit
Asiens Energiehunger: Rohstoffe am Limit
von Karl Pilny
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen China und Indien? Kernenergie ist 'out'? Was ist 'in'? Die kommenden Herausforderungen. Probleme. Lösungen ..., 18. Oktober 2011
Schon seit einiger Zeit geistert der Begriff "BRIC-Staaten" durch Zeitungen und andere Medien. Und mit großem Interesse verfolge ich die Entwicklung eben jener BRIC-Länder. Gemeint sind vier aufstrebenden Staaten, die bisher (zumindest in der westlichen Wahrnehmung) in der zweiten Reihe der Wirtschaftsnationen standen. Will man vielen Experten-Stimmen aus allen möglichen Lagern glauben, werden gerade einige dieser ehemaligen Stiefkinder der Weltwirtschaft zu Weltwirtschaftsmächten. Und zu ihnen gehören neben Brasilien und Russland (eben das B und das R der 'BRIC-Staaten') auch und vor allem: Indien (I) und China (C). - China, daran besteht wohl kein Zweifel, hat diesen Sprung sogar schon längst geschafft. Auch wenn es in manchen Köpfen noch nicht angekommen zu sein scheint.

Die Autoren dieses Buches beschreiben sehr eindrücklich den möglichen "dramatischen Wendepunkt", der mit den längst angelaufenen und weiter anstehenden Wirtschafts-Entwicklungen in den genannten Staaten einhergehen wird und uns vor neue Herausforderungen stellt. Dass in dem damit einhergehenden eisenharten Wettbewerb um die fossilen Energiequellen Öl und Gas (und um diverse Rohstoffe) auch auf dem politischen Sektor ebenfalls mit beinharten Bandagen gekämpft werden wird (und wie diese Bandagen aussehen können) wird auf hohem Reflexionsniveau beschrieben. Die mögliche Bedrohung, so die Autoren: Ein Kalter Energie-Krieg. Aussichten, die nicht rosig, aber beherrschbar sind, so darf man weiterdenken - wenn die Welt im Innersten konstruktiv zusammenhält ...

Die Voraussetzungen und Formen bevorstehender Kämpfe um die Kontrolle über die natürlichen Rohstoffressourcen von Konzernen und Staaten werden von den beiden Autoren in meinen Augen sehr gründlich analysiert. Es ist klar, dass Neuentwicklungen in Sachen (sauberer und effizienter) Energiegewinnung durch den Ausbau innovativer Technologien (Sonnenenergie, Wasserkraft, Wind- und Sonnenenergie aber auch Energie aus Biomasse) die anstehende Misere auf dem Energiesektor verhindern könn(t)en.
Welche sind es und welche Chancen bietet ihr Ausbau? Wie kann dieser Ausbau unterstützt werden? Was lehrt uns die jüngste Geschichte?
Dieses Buch beantwortet solche Fragen nach meiner Leseerfahrung sehr differenziert und immer auf breiter Faktengrundlage.
Bleibt noch das Problem, dass Staaten und vor allem Unternehmen oft zu Investitionen in kluge (mittelfristige) Lösungen überredet werden müssen. Wie könnten die Lösungswege zum klugen Umgang mit den gewaltigen Herausforderungen aussehen, die auf uns zukommen? Wie könnten Mechanismen zur Unterstützung neuer Denkmodelle geschaffen werden und wie könnten aus solchen neuen Denkwegen neue Tatenautobahnen gemacht werden? Das Buch stellt auch solche Fragen. Und insgesamt widmet es sich in jeder Hinsicht allen Grundlagen, um einen fundierten Vorgeschmack auf die Zukunftsentwicklung zu bekommen.

Es ist zu hoffen, dass die Politik der Welt, aber auch die einzelnen Menschen auf unserem Globus die Bedeutung der in diesem Buch beschriebenen neuen Herausforderungen (knapper werdende Rohstoffe, Klimawandel etc.) erkennen und engagiert Maßnahmen für eine umfassende Energierevolution einleiten. Ich halte es für noch wichtiger, dass sie sich für die Umsetzung neuer Gedanken einsetzen und die Energie-Monopolisten in ihre Schranken weisen.
Dieses Buch leistet einen glänzenden Beitrag dazu, Politiker und Menschen zum Mitdenken und Mithandeln anzuregen.
Sich mit dem Thema erneuerbarer Energie zu beschäftigen, ist das Eine. Wirklich darüber Bescheid zu wissen, ist das Andere.

Zusammengefasst: Meiner Meinung nach ist "Asiens Energiehunger" ein fachmännisch geschriebener Rundumschlag, der schnell in die Lage versetzt, zu einem wichtigen Thema nachzudenken und sich auf guter Wissensgrundlage einzumischen.


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