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Rezensionen verfasst von
HAAX "HAAX" (OZ)

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A
A
Preis: EUR 14,99

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen A WIE AGNETHA, 19. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: A (Audio CD)
heißt das zumindest von mir nicht mehr erwartete, dennoch lang erhoffte neue Album von Agnetha Fältskog, der einstigen Sanges-Hälte von ABBA. Ohne hier großartig aus zu schweifen und Rezensionsleser zu langweilen, hier nur ein paar Punkte, die mir auffallen:

Da steht: Produced by JÖRGEN ELOFSSON and PETER NORDAHL. Also, ich kenne diese Leute nicht, was nichts heißen muss. Wohl aber heißt es was, dass AGNETHA doch laut der Credits ausser auf I KEEP THEM ON THE FLOOR BESIDE MY BED keinen Ton komponiert und kein Wort getextet hat. Und das, obwohl sie ihre Fähigkeit dazu ja vor Ewigkeiten, als sie noch auf Schwedisch sang, bewiesen hat. Schade...

Fremd-Komponisten und Fremd-Texter also. Sowas kann EXTREMST in die Hose gehen, wie zum Beispiel die vorletzte Platte einer gewissen Frau FARMER, die sich mit einem gewissen MOBI als Komponisten/Produzenten das Ei des Jahrhunderts gelegt hat. Hier ist aufgrund einfühlsamer, sensibler, kurzweiliger Arrangements und nicht zuletzt durchweg geglückter Kompositionen Gott sei Dank ALLES anders. Operation geglückt und – Patient LEBT, und wie!

DAS GANZE
fängt mit zwei überaus melodischen Stücken an, die durch raffinierte Harmonie-Sprünge in den Refains und selbstverständlich AGNETHAs immer noch glasklarer, emotionaler, wundervoller Stimme bestimmt werden. Naja, singen konnte sie schon immer, und insofern ist es GARANTIERT kein Zufall, dass die Platte 1. A (AGNETHA oder doch ABBA?) heißt und dass 2. eben diesem A auch noch eine Krone aufgesetzt wird. Anlehnung an die ABBA-Krone mit vier Zacken oder doch nur ZUFALL? Na, wers glaubt...

I SHOULD HAVE FOLLOWED YOU HOME
ist das einzige Duett auf dieser CD und stellt für mich den überflüssigsten Beitrag überhaupt dar. Begründung: Ich bin nach wie vor ein Kerl und konnte gecastete Boy-Groups wie der, in der Mr. Barlow einst wirkte, noch nie ertragen. Keine Ahnung, was Mädels an solch lächerlichen Tanz-Bären geil fanden/finden, ich für meinen Teil halte solch Duette für kalkulierte Stimmungsmache/Geldschneiderei. Ich will sowas nicht hören, genau wie vor Jahren diese unsägliche Zwangs-Zusammenarbeit einer MYLENE FARMER und einem gewissen SEAL – unerträglich!

DANCE THE PAIN AWAY
wird hier ja regelrecht attackiert, aus welchen Gründen auch immer. Ja, ein Disco-Titel – na und? Disco war, ist und bleibt Teil ihres musikalischen Lebens, und dies ist eben ein Zitat, eine Erinnerung an genau jene Zeit. Außerden singt sie mehrmals die bedeutungsschwangeren Sätze: PAY NO ATTENTION, CREATE AN ILLUSION, DON'T GIVE THEM WHAT THEY'RE WAITING FOR. Genau das tut sie, nicht mehr und nicht weniger – wo ist das Problem?

BUBBLE
hab ich mir vom Titel her anders vorgestellt. Duriger, belangloser, schneller – genau das ist NICHT der Fall. Einer der schönsten, vielleicht auch traurigsten Sonx dieser CD, vielleicht ihrer gesamten Karriere, schluchz...

INSGEASMT
überwiegen die Balladen, was mir persönlich sehr gut gefällt. Und das, obwohl Dur und Moll sich einigermaßen die Waage halten. Muss nicht immer alles ACH SO TRAURIG sein, nein. Und vor allem: AGNETHA darf das, weil sies kann!

Ausserdem kann ich solche Leute nicht verstehen, die die NUR 10 Titel auf der Platte bemängeln. Also, mir ist es lieber, ein für heutige Verhältnisse kurzes, kompaktes, knackiges Album ohne großartige FILLER zu hören als eine auf Teufel komm raus künstlich verlängerte Prog-Produktion inklusive entnervend langer Gitarren- oder was auch immer Soli.

AGNETHA
war, ist und bleibt für mich DIE ABBA-Stimme (sorry, all Ihr FRIDA-Fans) und damit eine Wohltat nicht nur für meine Ohren. Hoffentlich hat sie ihren inneren Frieden mittlerweile gefunden und wenn nicht – hoffentlich findet sie ihn noch...

BEWERTUNG

Komposition: 4 Sterne

Arrangement: 5 Sterne
(hier besonders hervor zu heben: Das ROYAL STOCKHOLM PHILHARMONIC ORCHESTRA)

Performance: 5 Sterne
(hier besonders hervor zu heben: alle beteiligten Musiker)

Innovation/Experimente: 3 Sterne

Produktion/Sound: 4 Sterne

Cover: 3 Sterne (da hätte man mehr draus machen können)

Gesamt: (24:6=) glatte und voll verdiente 4 Sterne
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 19, 2013 8:54 PM MEST


Live Momentum
Live Momentum
Preis: EUR 20,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen MR. MORSE, 20. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Live Momentum (Audio CD)
ist und bleibt ein Phänomen. Was der während seiner BEARD-Zeit, bei TRANSATLANTIC und nunmehr seit ca. 10 Jahren als Komponist, Texter und nicht zuletzt Instrumentalist raus gehauen hat, ist einfach nicht von dieser Welt. Der Typ ist die personifizierte Musik, oder wie MR. PORTNOY einst sagte: a walking jukebox! Es scheint als kenne er jeden Song im Universum und nicht nur das – er kann ihn auch noch auf Anhieb spielen! Abgesehen davon ist er einer der charismatischten Sänger around mit seiner unverkennbaren Stimme (ähnlich vielleicht einem Herrn GABRIEL), ein außerordentlicher Instrumentalist (speziell Keys) und ein nicht zu stoppender Motor/Motivator für alle um ihn herum.

KENNENGELERNT
hab ich Neal und seine Mannen als sie zusammen noch SPOCK'S BEARD waren, so ca. 1999. Auf Empfehlung meiner damaligen Hamburger Band DROWNING IN REAL sind wir dann ins LOGO gepilgert, um SPOX zu hören und sehen. Mir wurde nur gesagt, das klänge so wie GENTLE GIANT meets THE BEATLES meets KING CRIMSON – also wenn das keine Gründe sind, zum Konzert zu gehen, dann weiß ich es auch nicht.

THE KINDNESS OF STRANGERS
war gerade raus, und ich werde die mir zu jenem Zeitpunkt unbekannte Ballade JUNE in der dargebotenen Live-Version nie vergessen. Mann, die konnten richtig singen! Abgesehen davon konnten sie auch richtig spielen. Kleiner Gag am Rande: Während der Pause stand ich doch tatsächlich neben NICK an der Piss-Rinne. Ich sagte ihm, dass ich seine Band reichlich cool fände und er sagte THANX, YEAH! NEAL hab ich live nie getroffen – naja, kommt ja vielleicht noch...

LIVE MOMENTUM
heißt der neueste Audio- und Video-Output dieses Ausnahme-Künstlers mit mal wieder partiell neuer Band. Die alten Haudegen PORTNOY und GEORGE sind Gott sei Dank mit von der Partie, aber was ist mit RANDY los? Der steht während des gesamten Konzerts wie eine Mumie links neben dem Schlagzeug und scheint sowas von keinen Spaß zu haben – so hab ich ihn noch nie gesehen. Davon völlig unbeeinflusst spielt er, was das Zeug hält und genau das wirft die Frage auf, warum dieser Mensch/Bassist nicht deutlich häufiger in Erscheinung tritt/die ihm zustehende Anerkennung erhält.

MR. PORTNOY
macht exakt das, was von ihm erwartet wird in seiner unnachahmlich technisch perfekten Art und Weise. Wahrscheinlich könnte er selbst heute noch ohne großartige Proben ein 10-stündiges DT-Set aus dem Ärmel schütteln, und insofern ist er an Genialität durchaus einem MR.MORSE gleich zu setzen, wenn auch NUR auf sein Instrument beschränkt. Was jedoch besonders auffällt, ist die Tatsache, dass die Arenen der Welt, auf denen sich PORTNOY einst bewegte, ganz offensichtlich zu Klein-Kunst-Bühnen mutiert sind und man ahnt, dass die GROSSE ZEIT vielleicht vorbei ist.

Und für alle, dies noch immer nicht wissen: CRAZY HORSES war ein Lied der OSMONDS, irgendwann Anfang 70. Die waren damals die Alternative zu der PARTRIGDE-FAMILY mit DAVID CASSIDY und seinen Geschwistern, ach was war das alles schön damals, genauso verlogen und unecht wie heute, nur unschuldiger verpackt.

DIE SET-LIST
bedarf keiner weiteren Erwähnung – MR. MORSE hat seinen eigenen Katalog hingelegt und der wird Jahr für Jahr größer. Es erscheint wie ein Wunder, dass immer neue Mucker sich solch eine Fülle an komplexem Material auswendig merken können, Oder hat irgendjemand von Euch irgendeinen gravierenden spieltechnischen Fehler entdecken können?

NEAL MORSE
kocht mit Wasser – wie alle anderen Köche auch. Und er macht Musik – wie alle anderen Musiker auch. Was der allerdings akustisch zusammen brät, stellt das Werk von ca. 95% aller selbsternannter Prog-Kapellen locker in den Schatten, qualitativ wie auch quantitativ.

Er weiß einfach, wie das geht, er hat seinen Baukasten an verschiedenen Elementen, harmonischen Regeln, rhythmischen Versatzstücken und nicht zuletzt textlichen Referenzen. Das heißt nicht, dass NEAL's Musik immer gleich klingt, sie klingt nur immer nach NEAL.

Wo NEAL drauf steht, ist auch NEAL drin, da kann man sich doch ziemlich sicher sein. Wem das nicht passt, kauft einfach was Anderes. Niemand wird gezwungen, NEAL MORSE zu hören/kaufen/toll zu finden – alles Geschmackssache.

NACHTRAG
Ich fühle mich gesegnet, NEAL MORSE und seine Musik kennen gelernt zu haben. In nicht wenigen seiner Kompositionen sind Parts and Pieces enthalten, die mir auf ehrfurchteinflößende Weise andeuten, dass da vielleicht DOCH irgendetwas GRÖSSERES auf uns wartet. Ist es DAS, wovon er die ganze Zeit redet/textet/singt, oder bin ich einfach nur ein sentimentaler Sack? Hm...

BEWERTUNG
Komposition: 5 Sterne
Arrangement: 5 Sterne
Performance: 5 Sterne
Innovation/Experimente: 2 Sterne
Produktion/Sound: 3 Sterne
Cover: 4 Sterne
Gesamt: (24:6=) glatte 4 Sterne

Tubular Beats
Tubular Beats
Preis: EUR 14,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen BEETz, more BEEtZ and even more BeeTZ, 2. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Tubular Beats (Audio CD)
BOXED
war mein erster OLDFIELD-Kauf, irgendwann so `76 oder `77. 4 LPs beinhaltete die Box: TUBULAR BELLS, HERGEST RIDGE, OMMADAWN und COLLABORATIONS, damals zu Zeiten der sogenannten Ölkrise auf papierhaft dünnem Vinyl. Was ich lange Zeit überhaupt nicht verstanden habe, war die Tatsache, dass die enthaltenen Platten vom Meister selbst REMIXED waren, und das zu einer Zeit, da 1. die Originale gerade mal ein paar Jahre alt (jung) waren und 2. der Begriff REMIX faktisch nicht existierte. Wenn man so will, war OLDFIELD also ein, wenn nicht DER Pionier des Remixings.

DIE ORIGINAL-PLATTEN
besaß ich NIE, dementsprechend auch keine Vergleiche. Ich hatte später sehr lange Zeit sehr viel Probleme mit Maxis, Dance-Remixes und Special Editions. Ich komme eben aus einer Ära, da ein Song exakt einen (veröffentlichten) Mix erfahren hat. Der stand dann für die Ewigkeit, aus heutiger Sicht kaum denkbar. Oder könnt Ihr Euch einen neuen Mix von LOCOMOTIVE, SMOKE, oder gar STAIRWAY vorstellen?

MIT DER ZEIT
hat sich all das gewandelt. Trends kamen und Trends gingen. Remixes waren beizeiten populärer als der eigentliche Mix. Was sagt uns all das über TUBULAR BEATS im Jahre 2013? Ja, alles remixed, reboxed, remade. Man kann sowas lieben oder hassen oder-ignorieren. Ich persönlich finde die Produktion soundwise erhaben-WOW, manch interessante Variante des einen oder anderen Klassikers. Besonders interessant finde ich z.B. LET THERE BE LIGHT, GUILTY oder auch OMMADAWN, aber eigentlich kann niemand einen 20-minütigen Klassiker auf 7 Minuten reduzieren, oder doch? Die den Endpart des Originals dominierenden AFRICAN DRUMS vermisse ich hier auch. Besonders schlecht gefallen mir dagegen MOONLIGHT SHADOW und TO FRANCE-viel zu schnell, viel zu hektisch, kaputt-gemixt. Auch der letzte, als NEUES Stück deklarierte Schnipsel auf das, was da demnächst kommen soll, klingt nach gepflegter langer Weile, egal wer da singt.

FRÜHER
waren der Inhalt, die KOMPOSITIONEN teilweise sehr gut, wenn nicht gar erhaben und der Sound-naja. Heute scheint es häufig genau ungekehrt zu sein: ein ums andere Mal perfekt produziertes, aufgeblasenes NICHTS!

REMIX & CO
Ich gehe sogar noch weiter: Aus heutiger Sicht, mit heutiger Erfahrung behaupte ich, dass es den DEFINITIVEN Mix schlicht und ergreifend nicht gibt. Als Ton-Ing. weiß ich selbst, was man im Studio alles machen kann und ja, wenn man nicht super-diszipliniert ans Werk geht, verliert man sich schon gerne mal in Spielereien.

SPIELEREIEN
sind das hier auf jeden Fall, aber warum auch nicht? Wenn das Kind spielt, ist es gesund, und OLDFIELD ist definitiv ein Kind (geblieben). Niemand braucht diese Platte, aber sie klingt einfach gut und zeigt, was mit dem Medium CD selbst zu Zeiten des MP3-Wahns technisch möglich ist.

SELBSTVERSTÄNDLICH
bin ich ein OLDFIELD-Maniac. Das heißt aber nicht, dass ich alles, was diesem ehemaligen Mega-Brain entspringt, gut, geil, genial finden muss. So auch hier: Mit Genialität hat das hier nur periphär zu tun. Das liegt nicht zuletzt an diesem mir vollkommen unbekannten YORK. Keine Ahnung, was der da gemacht haben soll, und es ist mir eigentlich auch WURSCHT. Ich mag diese neue Produktion, sie hat ordentlich WUMMS, vereinigt wohlbekannte alte Themen mit neuen Rhythmen und präsentiert sich zuweilen EXTREMST aufgebohrt. Früher hätte ich an Leichenschändung und Gotteslästerung gedacht, heute grinse ich nur noch blöde.

WAS
also kann ich hierzu abschliessend sagen? Neue OLDFIELD-o.k. NEU?-hm... FEEL I COULD DANCE-ahahaha... Also, ich kann hiermit hervorragend leben. Ich erwarte vom alten OLDFIELD eben auch nichts großartig NEUES mehr, was für eine Schande...

NACHTRAG
Ein neues OMMADAWN oder INCANTATIONS oder AMAROK wären natürlich der Über-Knaller. Wenn es auf dieser Welt eine Person gibt, die sowas vielleicht doch noch leisten könnte, dann ist es zweifelsohne Mr.OLDFIELD. Der Typ ist einfach wahnsinnig und zwar im positiven Sinne. Happy Birthday, Mike!

BEWERTUNG
Komposition: 4 Sterne
Arrangement: 4 Sterne
Performance: 4 Sterne
Innovation/Experimente: 4 Sterne
Produktion/Sound: 5 Sterne
Cover: 3 Sterne
Gesamt: (24:6=) glatte 4 Sterne
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 15, 2013 5:01 AM MEST


X (Limited Edition)
X (Limited Edition)
Preis: EUR 17,15

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen FOCUS X, 16. November 2012
Rezension bezieht sich auf: X (Limited Edition) (Audio CD)
MEIN FOCUS-EINSTIEG
waren natürlich HOUSE OF THE KING, HOCUS POCUS und SYLVIA. Mehr lief damals nicht im Radio und mehr war auch gar nicht nötig, mich süchtig zu machen. Meine erste FOCUS-LP war daraufhin irgendeine obskure BEST-OF-FOCUS von KARUSSEL, I think.

Der Inhalt dieser LP sollte Grund werden für den Kauf aller zu jenem Zeitpunkt erhältlicher FOCUS-LPs, später aller CD-Versionen und nicht zuletzt den Kauf des neuen Albums, schlicht FOCUS X betitelt.

Ich bin definitiv und ohne wenn und aber ein HARD-CORE-FOCUS-FAN. Habe die Band leider NIE live gesehen, was eine Schande ist, bin aber dennoch ziemlich vertraut mit deren Output.

Als ich also letztens mal wieder zum Plattenhändler meines Vertrauens lief, kam mir diese CD unter die Nase. Erst glaubte ich, da hätten sich irgendwelche Hei-O-Peis den Namen geklaut/gesichert, irgend so ein Rap-Dreck, doch weit gefehlt – das war doch tatsächlich DIE Band, nicht zu fassen!

TRACK 1: FATHER BACCHUS
Die erste und leider einzige Komposition des neuen Gitarristen MENNO GOOTJES, zumindest auf dieser Platte. Klingt irgendwie wie HOCUS POCUS für Arme (sorry) mit gelegentlichen harmonisch doch reichlich an VAN LEER erinnernden Zwischen-Parts und reingeblökten Zerrer-Vocals (kein Gesang).

Jeder ausser JACOBS (Bass) hat Solo-Spots und frickelt sich einen. Ist 'n guter Opener und macht live wahrscheinlich auch viel Spaß. Am Ende ein im Durchlauf ran geklebtes Fade-Out, welches mit dem Rest des Stücks kompositorisch leider nichts zu tun hat.

TRACK 2: FOCUS 10
setzt VAN LEER's Tradition der FOCUS No. xy-titulierten Sonx eindrucksvoll fort. Es war/ist und bleibt für mich unergründlich, wo der Ober-FOCUS seine zuckersüßen Melodien, seine immer wieder erstaunlichen Akkord-Verbindungen hernimmt! Orgel und Klavier (welches im Booklet NICHT angegeben wird) halten sich die Waage, weil natürlich die MELODIE am wichtigsten ist, die von Solo-Gitarre und dann wieder von der Flöte abwechselnd übernommen wird, wie so häufig bei FOCUS.

Ich glaube, ich brenn mir mal 'ne FOCUS 1-10-CD für den Hausgebrauch, natürlich in chronologischer Reihenfolge. Ich glaube ferner, dass diese Musik Klang für die Ewigkeit ist – und DAS schon in der Gegenwart, also Leute: Zieht Euch dieses Zeuch/diese Band rein, sofern Ihr das noch könnt und/oder noch nicht kennt!

TRACK 3: VICTORIA
Nach JANIS (MOVING WAVES) und SYLVIA (FOCUS 3) nun also eine Dame namens VICTORIA. Keine Ahnung, was VAN LEER diesmal bewogen hat, ein Stück nach einer weiblichen Person zu benennen, aber auch hier kann man schon fast von einer Art Tradition sprechen.

Sehr langsam und melodisch, zumindest anfänglich, MELODY RULES! Die Strophe klampft GOOTJES, die Refrains double-Tempo und von allen zusammen. Dann kommt ein mehr oder weniger improvisierter Rhythmus-Part, über dem sich VAN LEER flötistisch zusammen mit GOOTJES solistisch austobt und das wars eigentlich auch schon. By the way: VAN LEER ist und war NIE ein ANDERSON-Clone!

TRACK 4: AMOK IN KINDERGARTEN
lässt Schlimmstes vermuten, aber Gott sei Dank: SO kommt es nicht. Mal wieder das unerwähnte Klavier zusammen mit der Akkord-Orgel. Hat irgendwas vom HAMBURGER CONCERTO, also reichlich sophisticated. Unisono-Linien von Gitarren und Klavier, eingebunden in manch melodischem Zwischen-Part, stellen das vielleicht komplexeste Stück dieser CD dar – definitiv keine Single/kein Hit, haha...

TRACK 5: ALL HENS ON DECK
Eigentlich fast melodielos, für FOCUS-Verhältnisse recht rough. Gitarren-Solo über treibendem Bass/Schlagzeug-Groove. Dann, kurz vor Minute 3, Break und Übergang in einen umso melodischeren Part, wo VAN LEER endlich mal wieder tieffrequent und mit sich selbst unisono orgelt – immer wieder und immer noch ein Genuss!. Am Ende nicht nachvollziehbares Gekrächtze VAN LEER's, naja...

TRACK 6: BIRDS COME FLY OVER (LE TANGO)
ist auf FOCUS (der Platte, die VAN LEER und AKKERMAN irgendwann in den 80ern zu zweit verbrochen haben) schon mal aufgetaucht. Damals rein instrumental und mit einem fürchterlichen Drum-Computer unterlegt, heute mit Vocals und echtem Schlagzeug versehen, kommt dieses Stück medium-tempo und stimmungsmäßig recht zurück haltend daher. Macht auf mich den bisher geringsten Eindruck und stellt vielleicht das schwächste Lied der CD dar, mal sehen/hören...

TRACK 7: HOERATIO
Die erste und leider einzige Komposition des Bassisten BOBBY JACOBS, zumindest auf dieser Platte. Was soll ich sagen – Instrumental-Prog at it's best! Klingt fast so wie die Flowerkings seit Jahren NICHT mehr klingen: Akkord-Bombast vom Feinsten, harmonisch völlig eigenständig und entgegen jeglicher Norm, rhythmisch ziemlich schleppend und über allem zunächst lateinisch gesprochene Lyrix, dann ein ehrfurchteinflößendes Klampfen-Solo (watch out, Mr. STOLT!) – RESPEKT, meine Herren! VAN LEER zetert am Ende obskures Zeuch, keine Ahnung, worum es hier geht...

TRACK 8: TALK OF THE CLOWN
Für FOCUS-Verhältnisse doch reichlich ungewöhnlich: FOCUS goes Folk sozusagen. Gitarre und Flöte im Stereo-Bild schön getrennt wahrnehmbar, Grundstimmung Dur, also leicht, locker, fröhlich. Ja, DAS können die auch! Macht mächtig Spaß und stellt nur eine weitere Facette einer der unterbewertetesten Bands aller Zeiten dar.

TRACK 9: MESSAGE MAGIQUE
Die erste und leider einzige Komposition des Drummers PIERRE VAN DER LINDEN, zumindest auf dieser Platte. Nach SHIP OF MEMORIES (dem Song, nicht der Platte) endlich mal wieder was in Richtung Komposition dieses Menschen. Ja, er hat deutlich dazu gelernt, wobei natürlich unklar ist, ob und wo denn die anderen drei geholfen haben.

Egal – wir hören eine typische FOCUS-Instrumental-Ballade mit interessanten Akkorden und einer wunderschönen Melodie über langsam fließendem Schlachzeuch. Permanente Steigerung bis zum Schluss – mehr davon, Herr VAN DER LINDEN!

TRACK 10: CROSSROADS
Ganz offensichtlich eine Art Improvisation, die jedoch im Laufe des Stücks melodischer und insgesamt konkreter wird. Am beeindruckensten erscheint mir hier die hyperaktive Kuhglocke des bereits erwähnten VAN DER LINDEN, der einmal mehr eindrucksvoll verdeutlicht, dass er definitiv KEIN Groove-Drummer, wohl aber ein begnadeter Jazzer ist. Selbst sein Sound ist aus heutiger Sicht ja sowas von uncool: die Bass-Drum muffelt, die Toms klingeln, die Becken scheppern, dass es eine Freude ist. Jeder selbsternannte Hip-Producer würde ihn wahrscheinlich auf der Stelle aus dem Studio schmeißen, NICHT aber hier – GUT SO!

Selbstverständlich wird kein Takt identisch wiederholt, alles ist permanent in Bewegung und auf jeden Fall ein großer Abgang dieser unerwartet frischen Produktion. Ganz am Ende hören wir sogar noch einen englisch-sprachigen VAN LEER-Monolog, gefolgt von einem verzerrten Bass-Solo Herrn JACOBS', was den improvisierten Charakter des Stücks einmal mehr unterstreicht.

COVER:
Ich habe hier die sogenannte LIMITED EDITION vorliegen, also das Digipack mit mehrseitigem Booklet/vielen schönen Fotos der Recording-Sessions, gestaltet von einem gewissen ROGER DEAN. Anybody remember diesen Vogel? Ja, genau dieser Typ war vorzugsweise in den 70ern verantwortlich für fast alle YES-Cover, abgesehen von Umschlägen für LPs von URIAH HEEP, GREENSLADE, OSIBISA, BUDGIE und anderen.

Nun isser wieder da und allein DAS macht Freude! Klar, einem ROGER DEAN gebührt das Großformat der LPs vergangener Tage, insofern kommt das CD-Miniatur-Format doch irgendwie frustrierend rüber. Egal, meines Wissens wurde seinerzeit kein einziges FOCUS-LP-Cover von DEAN designed, obwohl die Gruppe genau DAS verdient hätte. Man könnte also sagen, dass dieser einzigartigen Band nach annähernd 40 Jahren eine späte, ihnen auf jeden Fall zustehende Ehre zuteil wird – na endlich!

FAZIT:
FOCUS im Jahr 2012:

THIJS VAN LEER: King of the house, organ, piano, flute and some "singing"?
PIERRE VAN DER LINDEN: King of sizzling cymbals and floating drums
BOBBY JACOBS: King of low frequencies (apart from producing)
MENNO GOOTJES: King of mean guitar

BEWERUNG:
Komposition: 4 Sterne
Arrangement: 4 Sterne
Performance: 5 Sterne
Innovation/Experimente: 3 Sterne
Produktion/Sound: 3 Sterne
Cover: 5 Sterne
Gesamt: (24:6=) glatte 4 Sterne
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 27, 2012 6:44 PM CET


Spiritual Movement No.3
Spiritual Movement No.3
Preis: EUR 17,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen FRAU DENNERLEIN, 23. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Spiritual Movement No.3 (Audio CD)
Es ist mir nicht nachvollziehbar, wie eine einzige Person (in diesem Fall Frau Barbara Dennerlein) SOOO spielen kann. Mit Händen und Füßen traktiert sie die Orgel wie keine zweite. Es ist einfach nicht zu fassen, was sie aus diesem Instrument rausholt.

Movements 1 und 2 hab ich natürlich schon und man könnte fragen: Was soll jetzt noch Movement 3? Hm, tja, vielleicht bin ich ja verliebt? Nein, ich bin nur überwältigt vom Klang, dieser Idee, die Kirchen-Orgel als vollwertiges Rock-Instrument zu nutzen. Und da gibt’s auf der Welt momentan keine Bessere als BARBARA, ich bewundere sie einfach!

Ihr Gitarrist setzt musikalische und teilweise lustige Akzente, aber sein wir ehrlich: Im Prinzip braucht BARBARA niemanden. Sie ist sich selbst genug.

Irgendwann war ich mit meiner Ex in Liverpool, in irgendeiner Kathedrale. Irgendjemand spielte irgendein Zeuch, und diese Kathedrale wurde immer größer, der Sound hat mich gekillt. Hier muss BARBARA hin, sie verdient den allergrößten Respekt!

BEWERTUNG
Komposition: 5 Sterne
Arrangement: 5 Sterne
Performance: 5 Sterne
Innovation/Experimente: 5 Sterne
Produktion/Sound: 4 Sterne
Cover: 4 Sterne
Gesamt: (28:6=) 4,6 also aufgerundet 5 Sterne

HAAX/Kiel

Genesis Revisited II (Limited Edition)
Genesis Revisited II (Limited Edition)

18 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen NEIN, NEIN, UND NOCHMALS NEIN!, 21. Oktober 2012
SAMSTAG
hielt mir mein Lieblings-Platten/CD-Händler so als Vorschlag HACKETT's neuesten Output unter die Nase. Als bekennender HACKETT-Fan habe ich dann ungehörter Weise zugeschlagen. Bei der Menge an Material, dem tollen Cover und nicht zuletzt dem Preis sollte ich nichts verkehrt machen können- dachte/hoffte/glaubte ich...

NEU?
Ja und nein gleichzeitig: Auf der einen Seite hören wir altbekannte GENESIS/HACKETT-Kompostionen in fast 1:1-Versionen. Ob man diese sportliche Fähigkeit bewundern oder vom Endresultat gelangweilt sein soll, ist mir NOCH nicht klar. Ich persönlich tendiere eher in die Richtung bzw. zu der Frage: Was soll das?* Ich meine, wenn ich die ORIGINALE hören will, dann lege ich eben GENAU DIESE auf bzw. werf sie ein. Obwohl ich zu STEVE's Ehren-Rettung sagen muss: Niemals zuvor habe ich eine so überzeugende GENESIS-Coverband gehört, haha! Und damit noch eins ganz klar ist: Ich bin definitiv keiner dieser ewigen Nostalgiker, für die nach '73 nix mehr kam, ganz im Gegenteil! Dazu aber später mehr.

IM GEGENSATZ
zu GENESIS REVISITED finden sich hier nur allerkleinste Veränderungen kompositorischer und arrangementmäßiger Art. Ja, CD1 (The chamber of 32 doors) und CD2 (Blood on the rooftops) beginnen mit einem jeweils neuen Akustik-Klampfen-Part. Und ja, HORIZONS wird zur Abwechslung mal wieder auf der Stahl-Gitarre gespielt. Viele verschiedene Sänger und eine Sängerin geben sich die Klinke in die Hand und interpretieren Altes mehr oder weniger neu. Manche kleben jedoch vollkommen mut- und gesichtslos am Original, siehe auch*.

Hier muss mal wieder schmerzlich festgestellt werden, dass ein Typ wie GABRIEL einfach nicht zu ersetzen war/ist. Vielleicht war er nicht so technisch perfekt wie der ebenfalls sensationelle, dennoch völlig andersartige COLLINS. Vielleicht war er zu unberechenbar, zu schräge, zu crazy. Dennoch: Keiner der hier agierenden Vokalisten kann ernsthaft an PETER's gesanglichen Ausdruck, seine stimmliche Flexibilität, seine chaotischen Eruptionen heran kommen. Vielleicht haben auch alle nur zu große Ehrfurcht vor dem Ober-SQUONK, wer weiß? So, jetzt zur anderen Seite, zum Thema NEU:

DER SOUND
spottet jeder Beschreibung! Wieder einmal wurde Roger KING als Ton-Ing. verpflichtet und wieder einmal hat er ganze Arbeit geleistet: Keine Ahnung, über welche Abhöre/mit welchen Programmen er arbeitet/mixt. Vielleicht hat er auch ganz einfach ein Fledermaus-Gehör. Fakt ist mal wieder: Im immer noch und immer elender werdenden MP-schieß mich tot-Zeitalter scheinen selbst HACKETT und Co. dem 2,5-Watt Computer-Sound mit synthetisch generierten Fantasie-Frequenzen zum Opfer gefallen zu sein.

Der eine oder andere Rezensent lobte gerade diesen SOUND (oder sollte ich lieber KLANG oder noch schlimmer GERÄUSCH sagen?) über den Klee. Ich kann nicht nachvollziehen, WAS Ihr da hört oder WIE Ihr es hört. Tatsache ist und bleibt: Der Bass ist einigermaßen akzeptabel, die Höhen/die feinsten Details/die HiHat bestenfalls erahnbar, irgendeine Art von Dynamik faktisch nicht vorhanden. Die gesamte Aufnahme mittet und quäkt ohne Ende, und die Becken (sofern überhaupt vernehmbar) klingen tatsächlich wie Blecheimer.

VOR 30 ODER 40 JAHREN
haben die das deutlich besser hingekriegt, haben stets versucht, das klangliche Optimum aus dem jeweiligen Medium heraus zu kitzeln, haben mit teilweise atemberaubenden Ergebnissen für den Musik/Klang/Audio-Gourmet produziert. Was ist seitdem passiert, wer hat sich MP3 und ähnliche akustische Vergewaltigungen ausgedacht und vor allem: WARUM? Wer hat den sogenannten LOUDNESS-WAR erfunden und vor allem: WARUM? Was soll dieser ganze DRECK und wie lange müssen Leute wie ich DAS noch ertragen?

SCHEINBAR
stehe ich mit meiner Meinung ziemlich alleine da, aber Leute: Ich kanns nicht ändern, ich empfinde solch NEUE Produktionen über eine wirkliche/richtige/fette Anlage der alten/analogen/anspruchsvollen Art als UNHÖRBAR! Ja, ich bin noch immer anspruchsvoll und weigere mich weiterhin beharrlich und kategorisch, Musik (die eigentlich ein GENUSS für die Ohren sein sollte) über In-Ears, Computer-Speaker (die diese Bezeichnung definitiv NICHT verdienen) oder irgendeinen anderen Neuzeit-Schrott zu konsumieren! Wenn das so weiter geht, muss ich wohl nur noch alten Kram hören oder konsequenter Weise zum Musik-Abstinenzler werden.

Das wäre mehr als schade, gibts doch auch in der Gegenwart interessante, kurzweilige, anspruchsvolle Produktionen, die einen professionellen Sound verdienen und aufweisen können, siehe z.B. fast den gesamten ACT-Katalog, das ECM-Label oder teilweise sogar Steven WILSON-Sachen. Hier STIMMT der Sound und genau SOOO muss es sein, Prost!

BEWERTUNG
Komposition: 5 Sterne
Arrangement: 5 Sterne
Performance: 5 Sterne
Innovation/Experimente: 1 Stern
Produktion/Sound: 1 Stern
Cover: 5 Sterne
Gesamt: (22:6=) 3,6 also aufgerundet 4 Sterne

Update 26.11.2012:
Nach mehrfachen Versuchen, dieses Werk akustisch zu konsumieren, hab ich es letztendlich aufm Flohmarkt verschrubbt. Ich will solch MÜLL-SOUND nicht mehr hören!

Abgesehen davon nutzt es nichts, wenn sich ein ehemaliger FANBOY in NO-ONE umbenennt, nur um unerkannt zu bleiben.

Dennoch: Wer diesen HACKETT-Output für genial oder was auch immer hält - kauft dieses Zeug und werdet glücklich damit. ICH auf jeden Fall nicht!

HAAX/Kiel
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 29, 2012 9:06 PM CET


Tank Goodness
Tank Goodness
Preis: EUR 16,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen SAUERKRAUT, 18. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Tank Goodness (Audio CD)
MOINSEN!

ABSOLUT SCHLEIERHAFT,
warum manch durchschnittlicher Output in den Himmel rezensiert wird, während Geniales (in diesem Fall PANZERBALLETT) mehr oder weniger ignoriert wird. Nicht nachvollziehbar...

UND
ich rede NICHT von PANZERBALLETT's absurden Cover-Versionen. Das eigene Material grenzt definitiv an Zappa und Co. und das will schon was heißen!

LEIDER
kommen die Mannen (so weit ich weiß) eher selten nach Norddeutschland/Kiel und das ist natürlich eine Schande. Vielleicht können sich Herr Zehrfeld und Co. ja mal irgendwann gen Norden bewegen - ich wäre auf jeden Fall ein Konzert-Besucher!

ANSONSTEN:
absolut unglaubliche CD, nicht zu fassen, wie Leute SOOO spielen können. Ich kann nur hoffen, dass da noch so Einiges kommt!

BEWERTUNG
Komposition: 5 Sterne
Arrangement: 5 Sterne
Performance: 5 Sterne
Innovation/Experimente: 5 Sterne
Produktion/Sound: 4 Sterne
Cover: 4 Sterne
Gesamt: (28:6=) 4,6 (also aufgerundet) 5 Sterne

HAAX/Kiel
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 18, 2012 9:17 PM MEST


Seventh Heaven
Seventh Heaven
Preis: EUR 19,99

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4.0 von 5 Sternen MUSIK VOM SIEBTEN HIMMEL, 25. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Seventh Heaven (Audio CD)
WOW!
DAS hätte ich SO nicht erwartet, ich bin mehr als beeinduckt! Von der Existenz dieser Doppel-CD erfuhr ich zufällig durch AMAZON und orderte spontan. Ein paar Tage später kam ich in den Genuss dieses Wohlklangs. Ja, anders kann ich das hier nicht nennen. Selbst nach 5-maligem Hören kann ich nicht eine einzige Dissonanz ausmachen, alles klingt einfach nur SCHÖN. Dabei macht es überhaupt keinen Unterschied, ob in Dur oder Moll, ob mit oder ohne Orchester, ob manchmal sogar nur solo - dies ist der PERFEKTE WOHLKLANG, wie ich bereits sagte/schrieb.

VORGESCHICHTE
Als nicht zwangsweise PHILLIPS-Hard-Core-Fan bin ich zwar Eigentümer so einiger seiner Werke, aber die PRIVATE PARTS & PIECES- bzw. die MISSING LINKS-Serien gingen doch recht eindruckslos an mir vorbei. Anders sein FRÜHWERK, also die ersten 4 oder 5 Platten der '70er und '80er, die ich mir so richtig REINGETAN hab - dazu aber später mehr.

ANTHONY PHILLIPS
war der erste GENESIS-Gitarrist und Gründungsmitglied dieser einzigartigen Band. Auf zwei Platten hat er gespielt: FROM GENESIS TO REVELATION und TRESPASS. Die erste war aufgrund des Produzenten und nicht zuletzt der Jugend/Unerfahrenheit der Musiker recht gesichtslos, die zweite dafür umso mehr - die HATTE Gesicht, das war GENESIS in ihrer Ur-Form: romantisch, harmonisch, melodisch, dynamisch, eruptiv und immer irgendwie nicht von dieser Welt, völlig eigenständig und definitiv NICHT im Sinne des Produzenten, geschweige denn Musik für die (S)Hit-Parade.

Der PHILLIPS- und RUTHERFORD-12-Saiten-Sound, dazu die leicht staubigen, teils schwülstigen Piano- und Orgel-Parts eines Herrn BANKS (Mellotron war noch nicht), nicht zu vergessen GABRIEL's Stimme dominierten diesen Einstieg in die RICHTIGE Musik. Dann konnte ANT nicht mehr und STEVE HACKETT kam.

SONX
gibt's haufenweise, allerdings eher fragmentarisch, soll heißen: Viele eher kurze Kompositionen mit fast ebenso vielen verschiedenen Themen, die meisten davon mit RICHTIGEM Orchester eingespielt - klein aber fein!. Dies steht PHILLIPS' Musik außerordentlich gut zu Gesicht und genau SO sollte er weiter machen, sofern es das Budget erlaubt.

Dur und Moll halten sich so ziemlich die Waage, was bei ANT schon mal eine Andeutung von KITSCH sein kann. Aber was, bitte schön, ist KITSCH? Wer will das allgemeingültig definieren/beurteilen? Ich für meinen Teil mag das Wort an sich ÜBERHAUPT NICHT, denn was gefällt, kann nicht schlecht sein, egal was drauf steht.

2 Vokal-Stücke gibt's auch und DIE gefallen mir persönlich fast am besten, ich könnte weinen vor Verzückung und Rührung, ach wat - ich heul einfach! Im Gegensatz zu einem anderen Rezensenten würde ich zukünftig in Richtung Opern-Gesang DEUTLICH mehr von ANTHONY hören wollen!

KURZ-CHECK
Track 1: erstes Stück, in Dur und mit besagtem Opern-Gesang - wie bereits erwähnt: zum heulen schön
Track 4: erinnert an DIE FABELHAFTE WELT DER AMELIE
Track 6: SLOW DANCE lässt grüßen
Track 8: ERIC SATIE lässt grüßen
Track 10: eine Eis-Wüste, totale Einsamkeit/Hoffnungslosigkeit, dann etwas Orient
Track 13: nur Klampfe(n), endlich mal Nylon
Track 14: das traurigste Lied aller Zeiten
Track 16: klingt wie ANNE DUDLEY/THE ART OF NOISE
Track 17: PHILIP GLASS?
Track 18: eine Art Reprise von Track 11

Und das war gerade mal CD1! CD2 müsst Ihr Euch selbst erschliessen - ich kann ja auch nicht ALLES allein machen.

VERGLEICHE
VANGELIS wird auch häufig unter der Rubrik UNERTRÄGLICHER KITSCH eingeordnet, was ich zwar nachvollziehen kann, mich aber in keinster Weise stört. Ich höre, was mir gefällt, was mir gut tut! Und das tut es hier, basta!

Ebenso OLDFIELD: harmonisch, melodisch und vor allem rhythmisch auf einem anderen Planeten, dennoch von Zeit zu Zeit krass KITSCHIG - sagen die Kritiker, auf die man sowieso NIEMALS hören sollte. Ansonsten gilt auch hier: siehe VANGELIS!

TOP 5
Für alle, die ein Interesse an diesem Künstler und an der Meinung anderer Fans haben, hier meine persönliche ANTHONY PHILLIPS-Top 5, wie sie sich momentan darstellt:

Platz 5: SIDES
Platz 4: SEVENTH HEAVEN
Platz 3: 1984
Platz 2: WISE AFTER THE EVENT
Platz 1: SLOW DANCE

FAZIT
Mal wieder eine PHILLIPS-Platte, die wahrscheinlich und bedauerlicherweise kein großes Publikum erreicht, PHILLIPS- und GENESIS-Fans mal ausgenommen. Klingt sehr häufig wie Filmmusik für einen nicht existierenden Film. Macht aber in meinem Falle überhaupt nix, ich stell mir den Film einfach vor, das so genannte KOPF-KINO. Ja, das geht, Ihr müsst Euch nur auf derartige Sentimentalität einlassen!

In diesem Sinne, all Ihr hoffnungslosen Romantiker: Viel Spaß beim träumen im SIEBTEN HIMMEL!

BEWERTUNG
Komposition: 4,5 Sterne
Arrangement: 4 Sterne
Performance: 4 Sterne
Innovation/Experimente: 3 Sterne
Produktion/Sound: 5 Sterne
Cover: 3,5 Sterne
Gesamt: (24:6=) glatte 4 Sterne

HAAX/Kiel

Alt
Alt
Preis: EUR 19,99

6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen KOLLEKTIVER SELBSTMORD?, 23. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Alt (Audio CD)
WAS
haben sich Hugh Banton, Guy Evans und Peter Hammil nur HIERBEI gedacht? Musste DAS sein und wenn ja - WARUM? Um Kohle kann's nicht gehen, denn mit solch einer Veröffentlichung kann niemand auch nur den minimalsten Reichtum anhäufen. Also, meine Herren GENERATOR: Ist das Euer kollektiver Selbstmord oder hab ich vielleicht irgendetwas komplett NICHT VERSTANDEN?

SONX
im traditionellen Sinne finden sich hier nicht. Keine Strophen/Refrains, keine erkennbaren Strukturen, kein Gesang, keine Lyrics, GAR NIX! Stattdessen 14 Soundschnipsel ohne jeglichen Zusammenhang, mal 'ne Minute lang, dann wieder so um die zehn. Es bräuchte auf dieser Platte eigentlich überhaupt keine Index-Punkte geben, alles könnte so ziemlich genau eine Stunde im Stück durchrattern und es machte KEINEN UNTERSCHIED!

DENNOCH
dachte ich nach den ersten drei oder vier STÜCKEN (ja, die haben sogar Titel) anfänglich, die seien so eine Art INTRO für das, was da noch kommt. Doch je länger die Platte lief, desto klarer wurde selbst mir, dass da GAR NIX mehr kommt, zumindest nichts, was auch nur annäherungsweise an VAN DER GRAAF erinnern würde. Habe dann aber todesmutig bis zum Schluss durchgehalten.

VERGLEICHE
fallen mir nicht sehr viele ein, spontan eigentlich nur GENESIS/The Waiting Room, TANGERINE DREAM/Rubicon oder eine der unzähligen KING CRIMSON-Atonalitäten. Alle genannten Beispiele sind 100%ige Improvisationen, wogegen ich ÜBERHAUPT nichts habe, im Gegenteil. Nur funktioniert das hier bei GRAAF irgendwie nicht, sind die STÜCKE doch niemals Teil irgendeines musikalischen Rahmens, eines Gesamtwerks, in dem sie Sinn machen könnten, sondern wie gesagt zusammenhangslose Sound-Schnipsel.

FAZIT
Keine andere Band der Welt außer eben VAN DER GRAAF darf/kann sich SOWAS im Jahre 2012 erlauben. Ich weiß nicht, was die Drei uns damit sagen wollen, ich weiß auch nicht, wer die Platte mehr als einmal hören/ertragen kann. Selbst die eingefleischtesten GRAAF-Fans dürften ihre lieben Schwierigkeiten damit haben.

Der Eine oder die Andere fühlt sich vielleicht sogar vereimert, aber hey - auch ich habe die CD gekauft, ohne sie vorher zu hören, weil ich wie alle anderen glaubte, ich bekäme die gewohnte GRAAF-Kost - weit gefehlt und dementsprechend selbst schuld! So richtig bereuen tu ich's interessanterweise trotzdem (noch) nicht. Mal sehen/hören, wie sich diese CD/VAN DER GRAAF entwickelt/entfaltet...

BEWERTUNG

Komposition: 0 Sterne (nicht vorhanden)
Arrangement: 0 Sterne (nicht vorhanden)
Performance: 3 Sterne
Innovation/Experimente: 5 Sterne
Produktion/Sound: 4 Sterne
Cover: 3 Sterne
Gesamt: (15:6=) 2,5 (also aufgerundet) 3 Sterne

HAAX/Kiel

Heads Or Tales:Live
Heads Or Tales:Live
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen NOBODY'S GONNA SHOOT ME DOWN, 21. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Heads Or Tales:Live (Audio CD)
LIEBE LEUTE,
ich weiß wirklich nicht, was es hier großartig zu maulen gibt. MORATTI ist nicht SADLER und jeder weiß das. Er weiß es selbstverständlich auch und gibt dementsprechend sein Bestes. Und das ist verdammt nochmal ziemlich viel und ziemlich gut!

Es will mir einfach nicht in meinen Schädel, wo denn genau seine Stimme qüäkig oder was weiß ich klingen soll - kann ich beim schlechtesten Willen nicht erkennen. Im Gegenteil: Anfänglich (die erste Minute oder so) ist mir der NEUE gar nicht aufgefallen, also weder positiv noch negativ. Dann erst wurde mir klar, dass ich nicht SADLER höre.

MORATTI kopiert SADLER fast perfekt, trifft selbstverständlich jeden noch so tiefen oder hohen Ton, hat bei Bedarf sogar ein angenehmes Vibrato und was, bitte schön, will man denn NOCH von einem Super-Sänger erwarten? Was Herr MORATTI hier abliefert, verdient in meinen Augen/Ohren allergrößten Respekt!

Ich möchte mal all die Negativ-Nasen, diese notorischen Nörgler bei einer SAGA-Sänger-Audition erleben, wenn sie versuchen, klassische Originale mitzuträllern. Dann wird ganz schnell ganz klar, was MORATTI geleistet hat.

SONX
Über die einzelnen Sonx muss nicht weiter geschrieben werden. Jeder SAGA-Fan hat/kennt/liebt die Original-Platte/CD. Hier nun wird fast 1:1 zelebriert, was damals reichlich innovativ daher kam. Kleinste Variationen (speziell im Rhythmus/Drum-Bereich) können dennoch nicht darüber hinweg täuschen, dass es sich bei vorliegender CD (leider nicht DVD) um eine COVER-Produktion handelt. Ja, SAGA covern sich selbst und das machen sie superb! Wer sonst kann/darf so etwas?

FAZIT
Warum spielt eine Band wie SAGA, die zu drei Fünfteln des Line-Ups original und zwei Fünfteln NEU ist, einen ihrer Klassiker live und in einem Stück? WEM wollen die WAS beweisen? WEN interessiert das? Warum machen die sowas ÜBERHAUPT? Ich weiß es nicht, aber eins weiß ich sehr wohl: HEADS OR TALES ist und bleibt eine außergewöhnliche Produktion und selbst mit anderem (nicht schlechterem) Sänger funktioniert das Ganze meiner Meinung nach ganz vorzüglich.

Es wäre interessant gewesen zu beobachten, in welche Richtung sich SAGA entwickelt hätten, wäre MORATTI auf Dauer dabei geblieben. Nichts gegen SADLER's Comeback, welches ich sehr begrüße, aber spekulieren darf ich doch, oder?

BEWERTUNG
Komposition: 4 Sterne
Arrangement: 4 Sterne
Performance: 5 Sterne
Innovation/Experimente: 2 Sterne
Produktion/Sound: 4 Sterne
Cover: 3 Sterne
Gesamt: (22:6=) 3,666 (also aufgerundet) 4 Sterne

HAAX/Kiel

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