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Beiträge von Elke Göß
Top-Rezensenten Rang: 95.057
Hilfreiche Bewertungen: 372

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Rezensionen verfasst von
Elke Göß

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Die Vatikanischen Gärten
Die Vatikanischen Gärten
von Vincenzo Scaccioni
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 49,90

5.0 von 5 Sternen sehr gutes Buch, empfehlenswert, 4. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Vatikanischen Gärten (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist das einzige Werk über dieses Thema und vom besten Fachmann geschrieben, den es dazu geben kann, dem Chefgärtner des Vatikans, sehr guter Zustand, schneller Versand


Jüdisches Gebetbuch Hebräisch-Deutsch: Schabbat und Werktage
Jüdisches Gebetbuch Hebräisch-Deutsch: Schabbat und Werktage
von Andreas Nachama
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen original eingeschweißt, schneller Versand, 4. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das original eingeschweißte Buch befindet sich damit in einem sehr guten Zustand, schneller Versand, alles, wie es sein soll, prima


Dogmatik, Bd.2: Der Weg Gottes mit dem Menschen.
Dogmatik, Bd.2: Der Weg Gottes mit dem Menschen.
von Wilfried Joest
  Taschenbuch

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Band 1 und 2 - super!, 4. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Inzwischen selten mehr erhältliches Dogmatik- Buch in einem für das Alter guten Zustand, Band 1 und 2, das ist super, schneller Versand, bin sehr zufrieden, gerne wieder


Wilfried Joest : Dogmatik BD: 1 Die Wirklichkeit Gottes
Wilfried Joest : Dogmatik BD: 1 Die Wirklichkeit Gottes

5.0 von 5 Sternen Band 1 und 2 - super !, 4. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Inzwischen selten mehr erhältliches Dogmatik- Buch in einem für das Alter guten Zustand, Band 1 und 2, das ist super, schneller Versand, bin sehr zufrieden, gerne wieder


Taufe, Eucharestie und Amt
Taufe, Eucharestie und Amt
von Günther Gaßmann
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen sehr seltenes Buch im guten Zustand, 4. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Taufe, Eucharestie und Amt (Taschenbuch)
Das Büchlein ist vor mehr als 30 Jahren erschienen, es befindet sich in einem guten Zustand, schneller Versand, alles bestens


Drehbuch schreiben und vermarkten. Praktische Filmdramaturgie und Vermarktung.
Drehbuch schreiben und vermarkten. Praktische Filmdramaturgie und Vermarktung.
von Claus Hant
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Konkret, klar, anschaulich - Schreiben und Vermarkten!, 18. November 2015
Sie haben eine interessante Geschichte zu erzählen? Mit dem Buch "Drehbuch schreiben & vermarkten" können Sie starten, ihre Geschichte in einen Film umzuwandeln. Das Buch besticht durch eine klare Sprache und knappe Beispiele. Man wird mit den Fachbegriffen vertraut und ist erstaunt, wie schnell man die Materie versteht. Das Buch kann als konkrete Anleitung zum Schreiben eines Drehbuches verwendet werden. Allerdings wird man noch zusätzliche Literatur hinzu ziehen müssen, die die Knappheit bedingt, dass man sich doch noch intensiver mit der Materie beschäftigen muss. Sehr gut ist, dass man sich aufgrund des Buches selbst als Regisseur vorstellen kann und damit gleich die Bilder im Kopf hat, wie der neue eigene Film aussehen könnte.
Das große Plus dieses Buches ist, dass man gleichzeitig Tipps für erste Kontaktaufnahmen mit dem Filmbusiness bekommt und dass man sich nicht nur auf das Schreiben, sondern auch auf das Vermarkten konzentrieren kann. Es gibt bisher kein anderes Buch, das beide Bereiche abdeckt.


Der neue Fischer Weltalmanach 2012: Zahlen Daten Fakten
Der neue Fischer Weltalmanach 2012: Zahlen Daten Fakten
von Redaktion Weltalmanach
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Warum man besser von "Internationalisierung" anstatt von "Globalisierung" spricht, 17. November 2012
Warum man besser von "Internationalisierung" anstatt von "Globalisierung" spricht, kann man nach der Lektüre dieses Weltalmanachs schnell beantworten. Wie in einem Kompendium wurden in dem neuen Fischer Weltalmanach 2012 die Zahlen, Daten und Fakten aller Nationen auf der Welt zusammen gesammelt. Es gibt sehr wenige Bücher, die einen solch universellen Anspruch erfüllen wollen und erfüllen können. Im Hauptteil von Seite 44-531 finden sich die Daten zu der Landesstruktur, zur Bevölkerung, zur Staatsform, zur Regierung, zu den Parteien, zur Wirtschaft und zur Chronik des Landes im abgelaufenen Jahr für die Länder von Afghanistan bis Zypern. Diesem Kapitel vorgeschaltet ist eine Jahreschronik (S. 9-20) und ein Kapitel über "Themen der Welt" (S. 21-42). An den Hauptteil schließt sich ein Kapitel über "Basisdaten, Flaggen, Karten" an (S. 532-560), bevor man das Wichtigste über die Europäische Union erfährt (S. 561-592). Auf 34 Seiten werden die "Internationalen Organisationen" vorgestellt. Über die "Wirtschaft" wird auf 82 Seiten referiert. Für die Umwelt sind 24 Seiten vorgesehen, für die Kultur 20 Seiten und für den Sport ebenfalls 20 Seiten. Acht Seiten sind verstorbenen Persönlichkeiten gewidmet. Ein umfangreiches Glossar und ein Register beenden das 800 Seiten starke Buch.
In dem Weltalmanach erfährt man, dass die Russische Föderation das flächenmäßig größte Land ist und die Volksrepublik China die meisten Einwohner weltweit zählen kann. Der kleinste Staat weltweit, sowohl bezüglich der Größe als auch bezüglich der Einwohnerzahl, ist der Vatikanstaat (S. 532f). Bereits Monaco ist viermal größer (S. 532) und die Inseln in Ozeanien Nauru und Tuvalu haben zwölf Mal mehr Einwohnerinnen und Einwohner (S. 533). Spielerisch kann man testen, wie viele Staaten man nicht kennt oder vielleicht sogar von wie vielen man noch nie etwas gehört hat. Auf einer Karte kann man nachsehen, ob sich die kleinen Inseln in Ozeanien oder in der Karibik befinden. Auch bei dieser Frage wird man sicherlich auf Wissenslücken treffen, außer man arbeitet beispielsweise im Außenministerium. Liest man sich in die Daten und Fakten von weitgehend unbekannten Staaten ein, so wird schnell klar, wie wenig man tatsächlich von der Welt weiss und wie wenige Staaten man wirklich kennt. Sofort schrumpft das in diesen Zeiten allseits so gern im Mund geführte und von Bundeskanzlerin Angela Merkel so häufig gebrauchte Wort der "Globalisierung", auf die man sich wirtschaftlich vorzubereiten habe, wie ein Luftballon, aus dem die Luft heraus gelassen wird. Will man wirklich die Staaten auf dieser Welt auch nur annäherungsweise erfassen, so lese man diesen Weltalmanach. Auch in diesem Buch wird die Aufmerksamkeit besonders auf Staaten wie Deutschland, die Vereinigten Staaten, China und die Schweiz gelenkt, indem diese Staaten gleich mehrere Seiten bekommen. Doch gibt es eben auch eine Gleichrangigkeit dadurch, dass alle Staaten nach dem gleichen Schlüsselprinzip zugänglich gemacht wurden. Die Fokussierung auf einige wenige, vermeintlich besonders wirtschaftlich potente Staaten erscheint einem dann wie ein Relikt eines evolutionistisch bestimmten Fortschrittsgedankens, der seinen Ursprung im 19. Jahrhundert hatte, der sich aber spätestens durch die Massenbewegungen des 20. Jahrhunderts (Faschismus, Nationalsozialismus, Kommunismus) und ihre katastrophalen Folgen selbst ad absurdum geführt hat.
In Zeiten der grenzenlosen Naivität und der euphorischen Erwartungen immer stetig steigender Wachstumszahlen bringt ein Blick in dieses Buch den nüchternen Realitätssinn zurück. Dieses Buch ist somit zur generellen Grundorientierung über alle Staaten dieser Welt ebenso gut geeignet wie als Nachschlagewerk für spezielle Fakten, die man sonst nur sehr schwer in einem internationalen Kontext recherchieren kann. Es eignet sich damit sowohl für Schülerinnen und Schüler, für Studierende, Forschende, Politiktreibende, Journalistinnen und Journalisten, Wirtschaftsfachleute als auch für diejenigen, die sich gerne generell über die heute in der Welt vorfindlichen Staaten informieren wollen.
Für alle diejenigen, denen das jährliche Erscheinen die Gefahr nicht aktueller Fakten zu bergen scheint, gibt es seit dem Jahr 2012 ein Internetportal, das man nach dem Kauf des Buches über einen PIN nutzen kann und aus dem man immer die aktuellsten Daten herauslesen kann. Da das Buch sehr präzise Fakten enthält, ist das Internetportal nur eine kleine Update-Möglichkeit. Es bleibt zu hoffen, dass die Planungen des Fischer-Verlages für die kommenden Jahre nicht dahin gehen, die gebundene Druckform des Buches durch die virtuelle Internetplattform ersetzen zu wollen.


Kunst des 19. Jahrhunderts
Kunst des 19. Jahrhunderts
Preis: EUR 6,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ästhetik und finanzelles Engagement sind hier auf angenehme Weise verbindbar, 17. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Kunst des 19. Jahrhunderts (Broschiert)
Ästhetische Ansprüche und finanzielle Ausgabenbereitschaft gehen oftmals nicht in eins. Bei diesem Buch liegt der Fall anders. Für nur 6,95 Euro bekommt man ein ästheisch in hohem Maße ansprechendes Buch mit 255 Seiten. Die Reproduktionen von Gemälden, Skulpturen und städtischen Bauten, die in ihrer Helligkeit und Bildschärfe sehr unterschiedliche Anforderungen an Fotographen stellen, sind durchwegs sehr gelungen. Besonders beachtlich ist dies, da der von der Scala Group in Florenz verantwortete Bildband in China gedruckt wurde. Dies ist ein Beispiel für globale Kunstreproduktion im Bildbandbereich. Ob es einer solch weitgefächerten, globalen Ausrichtung wirklich bedurft hätte, muss gefragt werden.
Der in der Reihe "Pocket Visual Encyclopedia" erschienene Band "Kunst des 19. Jahrhunderts" ist viersprachig gehalten: englisch, deutsch, niederländisch und spanisch. Somit reduziert sich der lesbare Inhalt auf ein Viertel des gesamten Buches. Seitenweise ist es mühsam, die anders sprachlichen Texte zu überspringen. Ebenso erscheint es seltsam, dass sich der Umschlagtext vorne wortwörtlich gleich in der Einleitung wieder finden läßt.
Wirklich inhaltliche Aussagen werden durch die Konzeption des Buches zwar angedacht, aber nur sehr leicht und oberflächlich durchgezogen. Vielleicht sind aber auch die Kunstströmungen des 19. Jahrhunderts zu facettenreich, als dass sie sich auf einen oder mehrere Nenner bringen ließen.
Das Titelbild ziert ein Gemälde, das Napoleon als Kaiser Frankreichs zeigt. Neben der Französischen Revolution hat wahrscheinlich vor allem der schnelle und unerwartete Aufstieg eines einfachen Mannes "aus dem Volk" zum französischen Kaiser, der sich innerhalb von wenigen Jahren vollzog, zu einer Neudefinition des 19. Jahrhunderts in Abgrenzung zu den vorhergehenden Jahrhunderten geführt. Diese These wird zwar nirgends in dem Buch ausgesprochen, unterschwellig durchzieht sie jedoch den Bildband. Während die Chronologie bereits mit den ersten Ausgrabungen in Herculaneum im Jahr 1738 beginnt und mit dem deutsch-französischen Krieg 1870-1871 endet(S. 6-9), bezieht sich der mit Bildern angereicherte inhaltliche Teil auf die Zeit zwischen 1787 und 1883 (S. 15-237). Das Bildmaterial ist in acht Kapitel unterteilt: 1. Das antike Vorbild, 2. Die Verbreitung des Neoklassizismus, 3. Die Napoleonische Ära und der Niedergang des neoklassizistischen Stils, 4. Die visionären Maler, 5. Die Romantik in England und in Deutschland, 6. Die Romantik in Frankreich und in Italien, 7. Die Präraffaeliten und 8. Die Entstehung des Realismus in Frankreich. Hierzu sollen acht Stilschaubilder die Charakteristika der einzelen Stilrichungen versinnbildlichen: Neoklassizismus, Imperialstil, Sturm und Drang, Romantik, die Nazarener, Biedermeier, die Präraffaeliten, Primitivismus, Neugothik und Realismus (S. 10-13). Diese Aufteilung der Stilrichtungen ist einleuchtend, dennoch stellt sich die Frage, ob man nicht auch den Impressionismus als neu aufkommende Ausdrucksform im 19. Jahrhundert nennen müßte und ob der Historismus sich im Primitivismus und in der Neugothik erschöpft oder ob er als eigene Kunstform eine stärkere Beachtung verdient hätte.
Vor allem ab der Hälfte des Buches häufen sich die Fehler. So wird auf Seite 104 der originale Titel "Witches' Sabbath" im Englischen nicht wortgleich in die anderen Sprachen übersetzt - ein Phänomen, dem man auf den folgenden Seiten noch öfters begegnen wird. Auf Seite 115 fehlt die Datierung des Bildes "Der Zaun" von John Constable. "Rüdiger befreit Angelika" soll das Bild von Jean-Auguste-Dominique Ingres auf Seite 147 heißen. Dabei erinnert "Rüdiger" doch eher an den Heiligen Georg, der den Drachen tötet. Wiederum eine Datierung fehlt bei dem Gemälde "Der Wald von Fontainebleau" von Théodore Rousseau auf Seite 165. Das Bild von Dante Gabriel Rossetti auf Seite 184 bekommt sogar in jeder der vier Sprachen einen anderen Titel. Auf der gleichen Seite wird der Titel "La Ghirlandata" des gleichen Malers erst gar nicht aus dem Italienischen in eine der vier Sprachen übersetzt. Auf Seite 193 ist die Übersetzung des englischen Titels "The Beguiling of Merlin" vom Englischen ins Deutsche ganz ausgefallen und der deutsche Titel hat simpler Weise den gleichen Wortlaut wie der Englische. Auf Seite 202 fehlt wieder eine Datierung zu dem Bild "Die Einnahme von Smalah des Abd-el-Kader" von Horace Vernet. Nur einen lateinischen Wortlaut trägt das Bild von Achille D'Orsi mit dem Titel "Proximus tuus" auf Seite 233, eine Übersetzung in die vier Sprachen ist entfallen.
Am Ende des Buches ist noch ein kurzes Glossar angefügt (S. 238-245) und die Biographien von 16 Künstlern des 19. Jahrhunderts. Diese Biographien lesen sich extrem schlecht, da jeder Satz in einer anderen Sprache geschrieben wurde und sich diese viersprachige Übersetzung dann in einem einzigen Fließtext wiederfindet.
Aufgrund der außergewöhnlichen und auch außergewöhnlich schönen Bilder lohnt sich der Kauf dieses Bildbandes auf jeden Fall. Dafür, dass die Korrekturen stellenweise nur sehr mangelhaft durchgezogen wurden und dafür, dass das Buch nur bis 1883 reicht und der Impressionismus gar keine Erwähnung gefunden hat, muss es leider einen Punktabzug geben. Ästhetisch ist das Buch, über alle Zweifel erhaben, ein Genuss.


Dürers Luther-Bücher: Ein Beitrag zur Dürer-Biographie (Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte, Band 21)
Dürers Luther-Bücher: Ein Beitrag zur Dürer-Biographie (Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte, Band 21)
von Martin Brecht
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Juwel in der Albrecht Dürer-Forschung und in der Martin Luther-Forschung, 15. November 2012
Ein sehr seltenes, kostbares Kleinod hat Gottfried G. Krodel der Nachwelt hinterlassen. Sein Buch über die Luther-Bücher Albrecht Dürers füllt eine Forschungslücke und die mögliche Reichweite seiner Rezeptionsgeschichte ist kaum zu ermessen, vor allem, da sein Schatz von den Geschichtsforscherinnen und Geschichtsforschern wie auch von den Kunsthistorikerinnen und Kunsthistorikern erst noch entdeckt und entsprechend gewürdigt werden sollte.
Gottfried G. Krodel ist kurz vor der Fertigstellung des Buches nach einer längeren Krankheit in Valparaiso im US-amerikanischen Bundesstaat Indiana am 27. Juni 2012 verstorben. Sein langjähriger Freund und Weggefährte, der emeritierte Münsteraner Professor für Kirchengeschichte, Martin Brecht übernahm die endgültige Fertigstellung bis zur Drucklegung des Buches. Im Vorwort schreibt Martin Brecht, dass er inhaltlich nichts mehr an der Fassung Gottfried Krodels verändert hat. Gottfried Krodel, der drei Jahrzehnte den Martin Luther Chair in Reformation History in Valparaiso innehatte, galt als einer der ausgezeichnetsten Kenner der Reformationsgeschichte in den Vereinigten Staaten und darüber hinaus. Im oberfränkischen Rodach geboren, studierte Gottfried Krodel Philosophie und Theologie in Erlangen und wurde zum Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern ordiniert, wie Christopher Boyd Brown von der Boston University School of Theology in seinem Nachruf hervorhebt. Sein frühes Interesse an der deutschen Reformationsgeschichte begleitete ihn sein Leben lang und er widmete sich besonders gerne dem fränkischen Protestantismus rund um Nürnberg. Hierbei erforschte er die Entstehung der protestantischen Kirche im Markgrafentum Brandenburg-Ansbach-Kulmbach. In den Jahren 1963, 1972 und 1975 brachte er eine amerikanische Ausgabe von Luthers Werken heraus.
Die lebenslange, akribische Kleinstarbeit eines Historikers kennzeichnet das Buch über Dürers Luther-Bücher, das unter den Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte erschienen ist. Dieses Buch liefert einen spezifisch protestantischen Beitrag zur Dürer- und zur Lutherforschung und ist somit besonders lesenswert in den Tagen, in denen sich die 11. EKD-Synode auf ihrer 5. Tagung vom 1. bis 7. November 2012 am Timmendorfer Strand zu dem Thema "Am Anfang war das Wort - Perspektiven für das Reformationsjubiläum 2017" von Matthias Drobinski von der Süddeutschen Zeitung vorschreiben lassen muss, dass das Reformationsjubiläum ja nicht zu einer Freudenfeier ausarten sollte, da man nicht zu vergessen habe, dass der Protestantismus auch Opfer in der Geschichte gefordert habe (Drobinski Matthias (2012): "Jedes Jahrhundert die gleiche Frage - Die Protestanten sind uneins, ob und wie sie gemeinsam mit anderen Christen 500 Jahre Reformation feiern sollen", Süddeutsche Zeitung vom 5. November 2012, S. 2). Matthias Drobinski zitiert als prominentesten Anwalt des katholischen Weltgeltungsanspruches Kurt Kardinal Koch, der als Präsident des Päpstlichen Einheitsrates die Nachfolge von Walter Kardinal Kasper angetreten hat, und der gerne möchte, dass die Protestantinnen und Protestanten nur von einem "Reformationsgedenken" sprechen sollten, nicht von einem "Reformationsjubiläum", schließlich habe Martin Luther nur eine Erneuerung der eigenen Kirche gewollt, sei aber mit dieser gescheitert. Gegen solches Kleinreden lese man die Ausführungen Gottfried Krodels zu Martin Luthers und Albrecht Dürers Verständnis der Reformation, beide sind als Zeitzeugen die besten Quellen für eine adäquate Einschätzung der Veränderungsbedürftigkeit der katholischen Kirche zu Beginn des 16. Jahrhunderts.
Neben einem historischen Beitrag zu einer profilierten Sicht der Veränderungsleistungen, die Martin Luther erbracht hat, und die Albrecht Dürer schwer beeindruckt haben, könnte das Buch von Gottfried Krodel erheblichen Einfluss auf die kunstgeschichtliche Erforschung des protestantischen Profils Albrecht Dürers haben. Bereits im Jahr 2007 erweckte die Ausstellung "Duerer e l'Italia" in der Scuderie del Quirinale in Rom das Interesse an der Erforschung des Einflusses des Nürnberger Künstlers auf die italienische Kunstszene seiner Zeit (vgl. Duerer e l'Italia (2007), herausgegeben von Kristina Herrman Fiore, Ausstellungskatalog Scuderie del Quirinale, Rom/Mailand). In Detailvergleichen wurde der Einfluss Albrecht Dürers auf seine italienischen Malerkollegen aufgezeigt. Man fragt sich, wie es denn sein kann, dass eine solche international anerkannte und renommierte Ausstellung in Rom so gänzlich beiseite gelassen werden konnte, als in diesem Sommer das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg zu seiner großen Dürer-Ausstellung lud. Das Nürnberger Ausstellungskonzept drehte die Fragestellung einfach um und suchte nach italienischen Einflüssen auf die Malerei Albrecht Dürers. Schon mit der Datierung seiner ersten Italienreise tat man sich gehörig schwer (vgl. Eser Thomas (2012): Materialien für eine Dürer-Matrix von 1471-1505, in: Hess Dieter/Eser Thomas (Hg.): Der frühe Dürer. Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum vom 24. Mai bis 2. September 2012, Nürnberg, S. 544). Obwohl Thomas Eser, der die Leitung der Sammlung Wissenschaftlicher Instrumente und Medizingeschichte im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg inne hat, mehrere Bilder nennt, die auf einen Aufenthalt Albrecht Dürers in Italien um 1494/1495 hinweisen könnten, kommentiert er diese Liste folgendermaßen: "Plausibel, dennoch spekulativ, da auch ohne Italien-Reise auf Vorlagenbasis möglich. In der großen Werksumme gleichwohl wichtigstes Argument für einen frühen Aufenthalt D.s im Veneto"(dass., S. 544). Ebenso spekulativ erscheint Thomas Eser, dass Albrecht Dürer im Sommer und Herbst 1494/1495 für Friedrich den Weisen, den Förderer und Schutzpatron Martin Luthers, gearbeitet haben soll. Thomas Eser kommentiert hierzu: "sehr unwahrscheinlich, da nur sehr spekulativ auf D. beziehbar" (dass., S. 544).
Vergleicht man die detailgetreue Erarbeitung der römischen Dürer-Ausstellung und die akribische Arbeit Gottfried Krodels bei der Erforschung der Luther-Bücher, die Albrecht Dürer besessen bzw. gelesen hat, mit der Ausstellungskonzeption der Nürnberger Dürer-Ausstellung, so haben alle drei Dürer-Forschungsbereiche gemeinsam, dass der sozio-historische Hintergrund und die persönlichen Netzwerke Albrecht Dürers wesentliche Bestandteile einer quellenbasierten Interdependenzanalyse bilden. Thomas Eser und Daniel Hess schreiben im Einleitungskapitel zum Nürnberger Ausstellungskatalog: "Im Zentrum unserer Fragestellungen und Erklärungsmodelle stehen weniger Person und Biographie des jungen Albrecht Dürer. Vielmehr treten wir gewissermaßen einen Schritt von ihm als Forschungsobjekt zurück und fragen nach dem künstlerischen, ökonomischen, technischen, sozialen und intellektuellen Klima, das zwischen 1480 und 1500 in Nürnberg, am Oberrhein und in den süddeutschen Kunstzentren herrscht und die beeindruckende Entwicklung Dürers verursacht hat. Das Projekt reagiert damit auf jüngere historiographische Verständnismodelle wie ,Konstellationsforschung' oder ,Spatial Turn', welche weniger die konkrete Einzelperson als ,historische Größe' oder den exakten Zeitpunkt als historisches Ereignis untersuchen, sondern vielmehr Ereignisraum und soziales Umfeld als historisch ebenso wichtige Faktoren würdigen. Untersucht werden dabei sowohl Beziehungen und Interaktionen von Menschen in einem bestimmten geographischen Raum als auch die gezielte Konzeption und Wahrnehmung dieses Raumes und seines Personengeflechtes, also die Selbstdarstellung etwa in Biographie, Topographie und Chronistik. Auf den ,frühen Dürer' bezogen bedeutet dies eine besondere Berücksichtigung der Rolle der Stadt Nürnberg, die sich in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts dem Verständnis ihrer Bewohner nach zum ,quasi Centrum Europae' aufschwang." (vgl. Eser Thomas/Hess Daniel (2012): Einleitung: in: Hess Dieter/Eser Thomas (Hg.): Der frühe Dürer. Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum vom 24. Mai bis 2. September 2012, Nürnberg, S. 14)
Gottfried Krodel hat seinem Buch keine wissenschaftsgeschichtliche Einführung in sein Werk vorangestellt. Dennoch kann man eine gleich geartete Herangehensweise erkennen. Bedenkt man dann, dass Christopher Boyd Brown in seinem Nachruf für Gottfried Krodel dessen starke Bindung an die evangelische Reformation in Nürnberg und der näheren Umgebung Nürnbergs betont hat, so könnte man fragen, ob Gottfried Krodel nicht gerade der Dürer-Forschung, wie sie in Nürnberg betrieben wird, neue, stärkere, weiterführende und korrigierende Impulse geben wollte.
Sogar in der neueren Geschichtsschreibung über Albrecht Dürer fehlen die frühen Jahre der Reformationszeit völlig. Ein Beispiel hierfür ist die Biographie Albrecht Dürers von der in Nürnberg ansässigen freiberuflichen Autorin und Historikerin Anna Schiener, die an der Universität Erlangen-Nürnberg, an der auch Gottfried Krodel studiert hat, Geschichte, Alte Sprachen und Archäologie studiert hat (vgl. Schiener Anna (2011): Albrecht Dürer. Genie zwischen Mittealter und Neuzeit, Regensburg). Sie behauptet auch, dass Albrecht Dürer keine Lateinschule, sondern nur eine Schreib- und Rechenmeisterschule besucht habe, und schreibt: "Ob Albrecht d.J. Latein beherrschte, wie oftmals in der Literatur behauptet wird, ist fraglich. Er war jedenfalls nicht in der Lage, Euklids ,Elemente der Geometrie' zu lesen, die er 1507 in Venedig kaufte." (dass., S. 14) Dem steht die eindeutige Aussage Gottfried Krodels entgegen: Dürer hat Latein gelernt und konnte Euklids Werk lesen (vgl. Krodel Gottfried G. (2012): Dürers Luther-Bücher. Ein Beitrag zur Dürer-Biographie (Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte, Gütersloh, S. 30-32)
Weitere Diskrepanzen zwischen der pseudo-wissenschaftlichen Geschichtsschreibung Anna Schieners und den linguistisch präzisen Analysen Gottfried Krodels ergeben sich. Während Anna Schiener zwar erkennt, dass Albrecht Dürer in einer Stadt lebte, die sich schon früh für die Reformation begeisterte (vgl. Schiener, Albrecht, S. 123), zeichnet sie doch bis weit in die 1520er Jahre hinein ein katholisches Bild des Nürnberger Malers (vgl. Schiener, Albrecht, S. 89-103). Erst in dem 1523/1525 entstandenen Holzschnitt "Das Abendmahl" will sie typisch protestantische Züge erkennen (vgl. Schiener, Albrecht, S. 104). Dies stellt die spätest mögliche Datierung dar, denn 1525 führte die Stadt Nürnberg die Reformation ein, die damit auch als offizielle Religion für Albrecht Dürer galt (vgl. Schiener, Albrecht, S. 123). Gottfried Krodel hingegen zeigt, dass Albrecht Dürer bereits zwischen 1492 und 1494 über den zeitgeistig üblichen Antiklerikalismus voll informiert war (vgl. Krodel, Dürers, S. 36). Es sei anzunehmen, so Krodel, dass sich Albrecht Dürer auf seiner Reise in die Niederlande Luther-Bücher gekauft hat (vgl. Krodel, Dürers, S. 34). Auf jeden Fall müsse festgehalten werden, dass Albrecht Dürer persönlich die Schriften Martin Luthers gelesen hat und nicht nur durch den allgemeinen Zeitgeist über dessen Inhalte vage und informell instruiert war (vgl. Krodel, Dürers, S. 29). Ob Dürers berühmte Klage über die Passion Martin Luthers (vgl. Krodel, Dürers, S. 33-35) auf einer eigenen Lektüre der Schriften Martin Luthers beruhte oder ob nicht doch Albrecht Dürer durch zeitgenössisches Hörensagen über das tragische Schicksal Martin Luthers informiert war, läßt sich nach Gottfried Krodel nicht mit Bestimmtheit sagen. Allerdings konnte, den Forschungen Gottfried Krodels zufolge, Albrecht Dürer bereits 1520 dezidierter als Martin Luther den Unterschied zwischen dem protestantischen Abendmahlsverständnis und dem katholischen Eucharestieverständnis formulieren (vgl. Krodel, Dürers, S. 39). Gottfried Krodel zeigt, dass Albrecht Dürer bereits 1520, also fünf Jahre bevor die Reformation offiziell in Nürnberg eingeführt wurde, besonders schätzte, dass Martin Luther den Menschen ein "klares Evangelium" nahe gebracht hatte (vgl. Krodel, Dürers, S. 39).
Äußerst feinfühlig und in der historischen Präzision valide stellt Gottfried Krodel immer wieder die Frage, ob sich die Bezüge Albrecht Dürers auf Martin Luther aus einer reformatorischen Öffentlichkeit heraus ergeben oder ob Albrecht Dürer die Schriften Martin Luthers gelesen hat (vgl. Krodel, Dürers, S. 41). Die Quellenanalyse Gottfried Krodels wird damit von ihm in einen sozio-historischen Hintergrund eingebettet. Zugleich referiert Gottfried Krodel über unterschiedliche Forschungsmeinungen zu den einzelnen Luther-Zitaten und Reformationsbezügen bei Albrecht Dürer. Nicht ganz ersichtlich ist, warum Gottfried Krodel manche Quellenangaben in seinen Text aufnimmt, andere Quellenangaben und Forschungsdiskussionen in die Fußnoten verlegt. Dadurch wird der Anhang mit den Fußnoten fast doppelt so dick wie die Textausführungen. Die oft sehr umfangreichen Fußnoten und die in den Text aufgenommenen Quellenverweise erschweren ein zügiges und flüssiges Lesen doch sehr. Dieses Hemmnis mag der raschen Fertigstellung des Buches angesichts eines nahenden Todes geschuldet sein. Man könnte versucht sein, zu fragen, ob Martin Brecht als langjähriger Freund des verstorbenen Autors und als eigenständiger Kenner der Materie in der Lage sein könnte, bei einer möglichen Neuauflage des Buches dieses Hemmnis zu beseitigen und einen alle Forschungsdiskussionen einschließenden Fließtext zu verfassen, bei dem alle Quellenangaben konsequent in den Fußnoten und nicht im Text wieder zu finden sind. Zudem wäre es wünschenswert, wenn fachspezifische Termina wie beispielsweise "Gravamina" kurz erläutert werden würden (vgl. Krodel, Dürers, S. 36).
Vor allem die äußerst komplexe und quellenanalytisch kleinteilige Aufschlüsselung des historischen Materials wie auch der einschlägigen Forschungsdiskussionen hierzu erschweren einerseits eine leichte Lesbarkeit. Sie bilden jedoch andererseits den Grundstein für eine äußerst reichhaltige Rezeptionsgeschichte, die diesem Buch bevorstehen könnte. Diese Rezeption könnte historische und kunstgeschichtliche Grabräuber und Schnäppchenjäger anlocken, die sich ihren Teil aus dem fein ziselierten Juwel heraus zu brechen versuchen. Will man sich aber adäquat dem Anspruch, den dieses Buch an einen Lesenden bzw. an eine Lesende richtet, stellen, so muss man in einer ebenso mühsamen Kleinstarbeit, wie sie der Autor selbst aufgebracht hat, sich die Hinweise erarbeiten, die der Autor in sein Werk eingebaut hat. Neben sehr viel Sachkenntnis ist hierbei die Geduld des Historikers bzw. der Historikerin gefragt, um die in dem Buch verborgen liegenden Schätze auch wirklich vollständig und hermeneutisch umfassend sichten und bergen zu können. Wird dieses literarische Kleinod richtig entschlüsselt, wird sein heuristischer Wert und der Erkenntnisgewinn, den dieses Kleinod vermittelt, auf sehr hohem Niveau liegen.


Albrecht Dürer: Genie zwischen Mittelalter und Neuzeit (kleine bayerische biografien)
Albrecht Dürer: Genie zwischen Mittelalter und Neuzeit (kleine bayerische biografien)
von Anna Schiener
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Anna Schiener hat die Copyright-Diskussion in die Dürerzeit eingetragen und selbst die Herkunft von Zitaten nicht ausgewiesen, 28. August 2012
Wodurch zeichnet sich ein Genie aus, das zwischen dem Mittelalter und der Renaissance gelebt hat? Der Untertitel des Buches "Albrecht Dürer. Genie zwischen Mittelalter und Neuzeit" faßt diese Fragestellung gleich in einen noch weiteren Rahmen, ohne allerdings im Mindesten zu beantworten, worin der Übergang eines Genies des Mittelalters zu einem Genie der Neuzeit bestehen könnte. Möchte man auf die Frage eine wissenschaftlich gesicherte Antwort bekommen, so sieht man sich durch den Klappentext des Buches in die Irre geführt. In der Vorstellung der Reihe "Kleine bayerischen Biographien", in der das Buch "Albrecht Dürer. Genie zwischen Mittelalter und Neuzeit" erschienen ist, heißt es auf dem hinteren Umschlagtext: "Die Autoren sind Fachleute, die wissenschaftlich Fundiertes auch für den verständlich machen, der zwar allgemein interessiert ist, aber nicht speziell vorgebildet ist"(S. 4). Anna Schiener hat Geschichte, Alte Sprachen und Archäologie studiert und arbeitet freiberuflich als Autorin und Historikerin in der Nähe von Nürnberg. Ihre Dissertation, die sie an der Universität Nürnberg-Erlangen eingereicht hat, erschien 2005 als Buch mit dem Titel "Die Städtische Sparkasse Amberg im 19. Jahrhundert". Ihr Buch über Albrecht Dürer kann jedoch einem wissenschaftlichen Anspruch nicht genügen. Man darf der Werbung zur Reihe "Kleine bayerische Biographien" nicht auf den Leim gehen. Durchgängig fehlen Fußnoten, die das Geschriebene belegen würden. Thesen werden zitiert, aber manchmal nicht mit ihrer Herkunft gekennzeichnet. Besonders auffällig ist, was auch eine andere Rezension hervorhebt, dass sich Anna Schiener stark an Anja Grebe anlehnt. Gleich zehn Mal setzt sie die Autorin des 2006 erschienen Buches "Albrecht Dürer. Künstler, Werk und Zeit" in Klammern hinter ihre Zitierungen (vgl. S. 35.43.72.81.82.118.124.128.130.138) Ob dies alle ihre Entlehnungen sind, könnte nur eine Textsynopse ergeben, doch dafür lohnt der Aufwand nicht.
Sehr auffällig ist auch, dass Anna Schiener die "Copyright-Problematik" in die Dürerzeit hineinträgt.(vgl. S. 8.33.44.67) Dürer sei schon zu Lebzeiten sehr viel kopiert worden. Nun denn, dies war bei Künstlern am Ende des Mittelalters absolut üblich, wollte man als Künstler einen eigenen Stil, eine große Eloquenz im Umgang mit Themen und mit dem zu bearbeitenden Material gewinnen und zu einem größeren Ruhm gelangen. Auch Dürer selbst hat bei Martin Schongauer (S. 23f), Giovanni Bellini (S. 59), den Bologneser Malerkollegen (S. 60) und anderen gelernt. Genies sind auch im Mittelalter nicht vom Himmel gefallen, sondern mussten sich ihr Können und ihren Ruhm hart durch ständiges Üben und Vervollständigen der eigenen Fähigkeiten erarbeiten. Zum Glück behauptet Anna Schiener nicht auch noch, Dürer hätte sein bekanntes Kürzel "AD" zum Zwecke der Abwehr von Raubkopien in seine Blätter und Bilder hinein genommen. Die um 1494/95 entstandene Graphik "Heilige Familie mit Libelle" sei die erste, die Dürer mit den beiden ineinander gestellten Buchstaben kennzeichnet.(vgl. S. 33) Dass bereits Malergesellen in der Dürer-Werkstatt mit dem Kopieren des Meisters ihren Arbeitslohn verdient hätten, scheint eine Vorstellung zu sein, die von anderen Künstler-Werkstätten auf Albrecht Dürer übertragen wurde.(vgl. S. 30ff) Vielleicht ist es nicht aufgrund der Existenz einer Künstler-Werkstatt, die Dürer selbst geleitet hat, schwierig, Werke dem Meister selbst zuzuschreiben. Vielleicht sind auch nicht die Raubkopien, die es bereits zu Dürers Zeiten gab, das Problem, sondern die fehlende direkte Familientradition nach dem Tod Albrecht Dürers und nach dem Tod seiner Frau Agnes (vgl. S. 133) und die mehrfachen Dürer-Renaissancen seither. Bereits um 1600 wurden die mit dem Kürzel versehenen Bilder und Graphiken in einer ersten "Dürer-Renaissance" hoch gehandelt.(vgl. S. 134) Zu Beginn des 19. Jahrhunderts brachte man in der Romantik dem Mittelalter erneut eine große Begeisterung entgegen und Nürnberg baute erstmals sein touristisches Programm um Albrecht Dürer aus.(vgl. S. 135f) Nicht vergessen werden darf die Zeit des Historismus ab der Mitte des 19. Jahrhunderts und in jenen Jahren die Mittelalter-Euphorie Richard Wagners.
Anna Schiener schreibt, Albrecht Dürer sei zwischen 1490 und 1494 auf Wanderschaft gewesen.(vgl. S. 21) 1494 habe er seine Frau Agnes geheiratet, die aus der Familie Rummel, "einer der angesehensten und reichsten Patrizierfamilien Nürnbergs entstammte"(S. 28). Die Heirat mit Agnes habe ihm seine erste Italienreise erst finanziell ermöglicht.(vgl. S. 35) Nach seiner Heirat sei er, vielleicht auf der Flucht vor der Pest, im September 1494 nach Italien aufgebrochen (vgl. S. 35). Fast erinnert diese Passage an die Abenteuerreise, die Siegfried nach seiner Hochzeit mit Brünnhilde in Richard Wagners "Götterdämmerung" antrat (vgl. Loriot erzählt Richard Wagners Ring des Nibelungen am Beispiel der Aufnahme von Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern (CD), 1993).
Vor allem die Aquarelle, die Dürer zugeschrieben werden, würden auf seiner ersten Italienreise einen Weg über den Brenner mit einem Aufenthalt in Innsbruck belegen.(vgl. S. 37f) An dieser Stelle nun übernimmt Anna Schiener ein originäres Forschungsergebnis von Anja Grebe und G. Ulrich Grossmann, ohne dessen Zitierung auch nur annähernd zu kennzeichnen. So muss der Eindruck entstehen, diese Begebenheit sei Anna Schiener selbst aufgefallen und dies ist mehr als wissenschaftlich unredlich. Anna Schiener schreibt: "Er konnte den Blick auf Innsbruck nicht vor Sommer oder Herbst 1496 festgehalten haben, weil der Bau des Turmes frühestens Frühsommer 1496 bis zum obersten Geschoss fortgeschritten war und der eingerüstete Turmhelm auf dem Aquarell erst 1496/97 aufgerichtet worden sein kann."(S. 38) Thomas Eser geht hier korrekt vor, wenn er in einer Aufstellung zu den wichtigsten Daten aus den frühen Jahren Albrecht Dürers Anja Grebe und G. Ulrich Grossmann als diejenige benennt, die für eine späte Datierung des Innsbruckaufenthalts Dürers diesen Beleg in die Diskussion um den realen geschichtlichen Ablauf eingebracht haben.(vgl. Eser Thomas (2012): Materialien für eine Dürer-Matrix von 1471-1505, in: Hess Dieter/Eser Thomas (Hg.): Der frühe Dürer. Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum vom 24. Mai bis 2. September 2012, Nürnberg, S. 542).
Für einen Aufenthalt Albrecht Dürers in Venedig auf seiner ersten Italienreise gibt es Anna Schiener zufolge keinerlei Belege (vgl. S. 35.36.38). Eingang in seinen Motivvorrat habe Venedig nicht gefunden.(vgl. S. 38)
Sozialhistorisch bringt Anna Schiener einige Details, die Verbindungslinien zwischen Italien und Nürnberg bzw. zwischen Dürer und Rom aufzeigen. Hierzu gibt es noch stärkeren Forschungsbedarf als man bisher annehmen durfte. Bereits um 1500, als Nürnberg wirtschaftlich auf dem Höhepunkt angelangt war, sahen sich die ca. 40.000 Einwohner der Stadt als Republikaner im römischen Sinne. Beispielsweise entlehnten sie aus dem antiken Rom die Kennzeichnung "SPQR" ihrer öffentlichen Einrichtungen mit einem Kürzel und markierten ihre wichtigsten Bauten mit "SPQN", übersetzt heißt dies "Senatus Populusque Norimbergensis" ("der Senat und das Volk von Nürnberg").(vgl. S.31) Bereits um 1500 wurden Dürers Graphiken schon in Italien durch Händler verkauft, da er sich beklagt, einer seiner Händler sei in Rom gestorben und er habe dadurch sein Eigentum verloren.(vgl. S. 33) Nicht nur zu Dürers Lebzeiten galt der Nürnberger Künstler der römischen Inquisition als unverdächtig. Auch im 17. Jahrhundert galt er, laut Anna Schiener, im Vatikan als "ehrbar" und "fromm"(S. 134).
Wie viel Albrecht Dürer von seinem Vorbild und Lehrer Martin Schongauer gelernt und übernommen hat, scheint ebenso ein Forschungsdesiderat zu sein. Anna Schiener erwähnt, dass Martin Schongauer "der erste bedeutende Kupferstecher"(S. 115) war und dass er bereits Kupferstichserien anfertigte.(S. 33) 1497/98 habe sich Dürer mit der "Haller-Madonna" "im italienischen Stil ... endgültig von den Mariendarstellungen, wie er sie bei Schongauer kennengelernt hatte"(S. 47) gelöst.
Sehr verstimmt bleibt man zurück, wenn man bedenkt, dass die Reformationszeit bei Anna Schiener fast gar nicht vorkommt. Auf Seite 88 fehlt somit ein ganzes Kapitel, in dem die Zeit zwischen 1517 und 1520 beschrieben hätte werden müssen. Zwischen 1518 und 1521 war Albrecht Dürer mit der Vorbereitung und Finanzierung seines "Großen Triumphwagens" beschäftigt (vgl. S. 75), den er an die Wand des großen Rathaussaales malen sollte (vgl. S. 105-109). Bei Restaurierungsarbeiten im 19. Jahrhundert wurde dieses Wandgemälde völlig zerstört.(vgl. S. 109) 1518 portraitierte Albrecht Dürer den Erzbischof von Mainz und Magdeburg, Kurfürst und Kardinal Albrecht von Brandenburg.(vgl. S.110) Konkreteres über diese ersten spannenden Jahre der Reformationszeit findet sich bei Anna Schiener nicht. Mehrfach erwähnt sie das gute Verhältnis Friedrichs des Weisen zu Nürnberg und seine Begeisterung für Dürer-Graphiken, die er auch sammelte.(vgl. S. 44.45.69.106.110.111) Mit seinem ersten Gemäldeauftrag soll Albrecht Dürer von Kurfürst Friedrich III. von Sachsen, den man "Friedrich, den Weisen" nannte, betraut worden sein.(vgl. S. 44) Albrecht Dürer habe "schon früh Kontakte zu reformatorischen Kreisen"(S. 102) unterhalten und sich um das Schicksal Martin Luthers gesorgt (vgl. S. 103). Anna Schiener meint, der 1523/1525 entstandene Holzschnitt "Das Abendmahl" zeige ein typisch reformatorisches Abendmahlsverständnis (vgl. S. 104). Tatsächlich schloss sich die Stadt Nürnberg im Jahr 1525 der lutherischen Reformation an.(vgl. S. 123) Martin Luther scheint Albrecht Dürer nicht selbst begegnet zu sein. Doch lernte er 1525/26 Philipp Melanchthon bei dessen Reisestopp in Nürnberg kennen und hielt den Gefährten Luthers in einem Kupferstichportrait fest.(vgl. S.113) Als Albrecht Dürer im Jahr 1528 mit 57 Jahren an einer schweren Krankheit plötzlich verstarb, betrauerten seinen Tod auch Martin Luther, Philipp Melanchthon und Erasmus von Rotterdam.(vgl. S. 131)
Versucht man, die Biographie "Albrecht Dürer. Genie zwischen Mittelalter und Neuzeit" von Anna Schiener für sich alleine zu bewerten, ohne je ein anderes Buch über Albrecht Dürer gelesen zu haben, so könnte man versucht sein, vier Sterne zu vergeben. Belletristisch gesehen ist das Buch sehr flüssig geschrieben und liest sich leicht. Würde man mit einem wissenschaftlichen Anspruch an die Biographie herangehen, so würden sich erhebliche Fehlstellen und Lücken zeigen, die in der Bewertung eigentlich gar keinen Punkt ergeben sollten. Da das Buch in der Reihe "Kleine bayerische Biographien" erschienen ist und somit einem wissenschaftlichen Anspruch genügen will, bleibt nur, es mit der niedrigsten Punktzahl zu bewerten und dies ist ein Punkt.


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