Profil für Barclay > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Barclay
Top-Rezensenten Rang: 19.899
Hilfreiche Bewertungen: 141

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Barclay

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4
pixel
Feuermann: Roman
Feuermann: Roman
von Torkil Damhaug
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Damhaugs 3. Thriller, 25. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Feuermann: Roman (Taschenbuch)
Synne ist 13 Jahre alt, als ihr Bruder spurlos verschwindet. Der 5 Jahre ältere Karsten ist ein Mathegenie und Außenseiter in seiner Klasse. Als er und seine pakistanische Mitschülerin Jasmeen sich ineinander verlieben, bekommt Karsten Ärger mit ihrer Familie, die die Ehre ihrer Tochter beschmutzt sieht. Zur gleichen Zeit legt ein Pyromane in der Gegend mehrere Brände. Acht Jahre später ist der „Feuermann“ noch immer nicht gefasst und Karsten noch immer verschwunden. Synne ist fest entschlossen herauszufinden, was damals tatsächlich mit ihrem Bruder geschah und beginnt Fragen zu stellen. Nichtsahnend, welche Lawine sie damit ins Rollen bringt.

Die ersten beiden Bücher des Autors haben mir ausgesprochen gut gefallen. Sie sind anspruchsvoll und nicht leicht zu lesen, aber sie konnten mich in ihren Bann ziehen. Ich brauchte zwei Anläufe, bis mir das auch einigermaßen mit dem „Feuermann“ gelang.

Damhaug erzählt seine Geschichte sehr distanziert und emotionslos. Zunächst folgen wir dem Einzelgänger Karsten und dem Feuermann, einem verrückten Brandstifter, dessen Identität wir noch nicht kennen und an dessen Gedanken und Handlungen der Autor uns eindringlich teilhaben lässt. Dieser Teil gipfelt in einer dramatischen Schlussszene, in der Karsten schließlich verschwindet.
Acht Jahre später, als wir Synne begleiten, stellen sich die Dinge ganz anders dar und aus der spannenden Handlung wird eine Geschichte mit psychologischer Tiefe. Durch das gekonnte Verschieben der Perspektive wirft Damhaug sowohl für die beteiligten Personen als auch für den Leser ein völlig neues Licht auf die Geschehnisse der Vergangenheit.

Die polizeiliche Ermittlungsarbeit verläuft gänzlich im Hintergrund, der Schwerpunkt liegt auf der psychologischen Betrachtung der Figuren. Seinem Hauptkommissar Viken aus Oslo (bekannt aus den beiden Vorgängern „Die Bärenkralle“ und „Die Neutzhaut“) gönnt der Autor zum Ende hin einen Auftritt in einer kleinen Nebenrolle.

Damhaug hat sich mit dem „Feuermann“ zu einem interessanten norwegischen Krimiautor entwickelt. Seine Sprache, die anspruchsvolle, komplexe Handlung und die ausgefeilte Charakterzeichnung gehen weit über das übliche Maß des Krimigenres hinaus. Ich hatte so meine Schwierigkeiten mit dem Buch, insbesondere weil aus meiner Sicht die Figuren keine Nähe zuließen und die Handlung ihre Glaubwürdigkeit an einigen Stellen doch sehr ausgereizt hat. Aber die Spannung nimmt zu und am Ende war ich positiv überrascht durch die sehr gelungene, unvorhersehbare Wendung, die zur Auflösung führt.


Provenzalische Verwicklungen: Ein Fall für Pierre Durand
Provenzalische Verwicklungen: Ein Fall für Pierre Durand
von Sophie Bonnet
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein echter Wohlfühlkrimi!, 19. März 2014
Beschaulich und nett ist dieses fiktive Örtchen Sainte-Valérie, dort könnte man sich wohlfühlen, so fernab jeder Großstadthektik. Wäre da nicht der Tote, ertrunken in einem Weinfass im Keller des noblen Hotels „Domaine des Grès“.

Dank Sophie Bonnets leichter Hand entsteht eine angenehme Spätsommeratmosphäre, die sich stimmungsvoll durch die ganze Geschichte zieht und Farben, Gerüche und die kulinarischen Genüsse der Provence aus den Buchseiten aufsteigen lässt.
Der Buchtitel passt perfekt zum Inhalt, denn es gibt jede Menge Verwicklungen, auf beruflicher wie auch auf privater Ebene der Figuren. Pierre Durand, der Chef der örtlichen Polizei, kann schnell mit seinem sympathischen Wesen punkten. Die Ermittlungen allerdings schreiten nur langsam voran, da Pierre durch verschiedentlichste Vorkommnisse immer wieder ausgebremst wird. Die Autorin erfreut den Leser mit einer angenehm zu überschauenden Anzahl unterschiedlichster, teils skurriler, teils nerviger, teils sehr sympathischer Figuren, die sich realistisch und glaubwürdig durch die Handlung bewegen. Für ein Schmunzeln sorgt nicht nur der Auftritt einer Ziege namens Cosima, sondern ein leiser Humor durchzieht das gesamte Buch.

Ausgestattet mit allem, was einen Wohlfühlkrimi ausmacht, abgerundet durch eine schlüssige Auflösung – bietet dieses Buch beste Unterhaltung. Es sind alle Zutaten vorhanden, um eine dicke Leseempfehlung auszusprechen und sich auf die Fortsetzung zu freuen.


Drecksspiel: Thriller
Drecksspiel: Thriller
von Martin Krist
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Auftakt zu einer Serie um den „Problemlöser“ David Gross, 20. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Drecksspiel: Thriller (Taschenbuch)
Zu Beginn gibt es ein Personenregister, das schon darauf vorbereitet, dass wir es mit vielen Figuren zu tun bekommen werden. Die Beschreibungen sind aber so vage gehalten, dass sie keine Rückschlüsse auf den Buchinhalt zulassen.

Krist schreibt in sehr einfacher Sprache, kurzen Sätzen, die Dialoge sind häufig rudimentär, es wird hier oftmals nicht zu Ende gesprochen, geschweige denn zu Ende gedacht.
Aufgrund des Klappentextes hatte ich gedacht, dass Hannah und Philip eine zentralere Rolle spielen würde und nicht nur einen Erzählstrang bilden. In ungewöhnlich kurzen Kapiteln werden verschiedene Handlungsstränge nebeneinander gestellt, die zunächst nur eines gemeinsam haben: die Grausamkeit, mit der gequält, gemordet und gefoltert wird. Es geht um Entführung, Mord, Folter, Erpressung, Prostitution, Drogen … Viele Szenen machen dem Buchtitel alle Ehre. Die Handlungsstränge laufen lange parallel nebeneinander her, bis die Verbindungen zwischen ihnen erkennbar werden. Mir waren die Kapitel zu kurz, als dass ich mir wirklich ein Bild von den Personen machen konnte. Dieses Herumspringen zwischen mehreren Handlungssträngen ging für mich auch auf Kosten der Spannung.

Sehr unangenehm und den Lesefluss störend fand ich das inflationäre Verwenden von Flüchen und dass jedes Mal, wenn bei einem der Protagonisten das Handy klingelt, der Klingelton gleich mit angesagt wurde. Und das ständige Erwähnen irgendwelcher Anfangszeilen von Liedtexten, die nicht jeder zwingend kennt, hätte ich auch nicht gebraucht. Wenn ich mich ansonsten mit den Protagonisten nicht identifizieren kann, bringen Liedtexte sie mir auch nicht näher. Es gelang mir nicht, eine Beziehung zu den Figuren aufzubauen. Nahezu alle Personen in dieser Geschichte machen einen gestörten oder chaotischen Eindruck, benehmen sich merkwürdig oder sind kriminell. Außerdem sind sie extrem egoistisch.

Vieles erscheint mir auch nicht logisch und bei näherem Hinsehen nicht realistisch. Und dann das Ende! Einerseits werden einige der Handlungsstränge zu Ende geführt und viele Fragen dadurch beantwortet. Andererseits hatte ich das Gefühl, das Buch bricht mitten in der Handlung ab, wir stehen wieder am Anfang sozusagen. Mir persönlich gefällt dieser Cliffhanger überhaupt nicht, ich fühle mich, als würde mir eine Fortsetzung praktisch aufgezwungen.

Schade eigentlich, denn die Idee hinter der rasanten Geschichte und die Auflösung der Zusammenhänge haben mir gut gefallen, nur leider bin ich an so vielen Punkten mit dem Buch angeeckt, dass ich eine Fortsetzung nicht lesen werde.
Die "Mädchenwiese" hatte mich mehr gepackt und mir wesentlich besser gefallen.


Rieker Z1521-14, Damen Kurzschaft Stiefel, Blau (pilot/mogano/grau-beige / 14), 36 EU (3.5 Damen UK)
Rieker Z1521-14, Damen Kurzschaft Stiefel, Blau (pilot/mogano/grau-beige / 14), 36 EU (3.5 Damen UK)
Preis: EUR 64,95

5.0 von 5 Sternen Superschuh!, 18. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mir passt der Schuh perfekt, er fällt aber eindeutig kleiner aus. Normalerweise trage ich Größe 35 1/2. Er sitzt sehr bequem, wärmt ausgezeichnet durch das Futter, die dunkelblaue Farbe passt super zu Jeans. Durch den Reißverschluß an der Innnenseite lässt er sich bequem an- und ausziehen. Und an dem Preis gibt es auch nichts zu meckern. Bin rundherum zufrieden.


Die Springflut: Roman
Die Springflut: Roman
von Cilla Börjlind
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der 1. Fall für Olivia Rönning und Tom Stilton, 2. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Springflut: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die junge Olivia Rönning, Studentin an der Polizei-Akademie in Stockholm, sucht sich als Aufgabe für die Semesterferien einen alten ungelösten Fall aus, an dem ihr verstorbener Vater, ebenfalls Polizist, vor 23 Jahren mitgearbeitet hat. 1987 wurde eine junge schwangere Frau ermordet und der Täter nie gefasst. Der damalige Leiter der Ermittlungen, Tom Stilton, schied aus persönlichen Gründen aus dem Dienst aus und scheint unauffindbar. Olivia sticht mit ihren Nachforschungen in ein Wespennest aus Industriellen, Obdachlosen, Prostituierten und jugendlichen Gewalttätern. Der reine Zufall lässt sie und Tom Stilton schließlich zusammentreffen und es beginnt eine Zusammenarbeit zwischen zwei völlig unterschiedlichen, unorthodoxen Charakteren, die am Ende zu einer dramatischen Auflösung führt.

Schwedische Drehbuchautoren, gerne im Doppelpack, die sich aufs Krimischreiben verlegt haben, sind derzeit in Mode. Jeder, der auf diesen Zug aufspringen will, muss schon etwas Besonderes bieten.

Leichte Irritation am Anfang: so einen Plot (Polizist zerbricht an nicht aufgeklärtem Mordfall) hatte ich doch gerade erst gelesen, auch von einem schwedischen Autor: „Der Mann im Park“ von Pontus Ljunghill. Aber zum Glück ist dies nur ein Thema in diesem vielschichtigen, spannenden und temporeichen Krimi.

Die Autoren brauchen Zeit, um sich frei zu schreiben. Am Anfang liest sich das Buch doch eher wie ein Drehbuch. Kurze Kapitel, kaum Beschreibungen von Umfeld und Schauplatz, schnelle Szenenwechsel, Dialoge ohne Zusätze, wer was gesprochen hat (hat mich nicht gestört, ist aber nicht jedermanns Sache). Im Verlauf der Handlung kommen die Autoren immer besser in Schwung, ca. nach der Hälfte haben sie den Bogen raus, es wird flüssiger, komplexer, dichter und die Spannung zieht richtig an.

Die Geschichte entwickelt sich sehr überraschend, damit hatte ich anfangs nicht gerechnet. Die Figuren bekommen nach und nach Konturen und als sich endlich alle von ihrer besten Seite zeigen (im positiven wie im negativen), wird es so richtig dramatisch. Einigen Entwicklungen kommt der Zufall kräftig zu Hilfe und es gibt eine Reihe von eher unwahrscheinlichen Szenarien, aber da zwischen den verschiedenen Handlungssträngen sehr schnelle Wechsel stattfinden und das Tempo immer mehr anzieht, hat man gar keine Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie unwahrscheinlich manches wirkt. Der Spannung tut es jedenfalls keinen Abbruch.

Toms Sturheit und Olivias Hartnäckigkeit gepaart mit einer Portion Naivität und Dummheit bilden ein interessantes Gespann, das neugierig macht, wie sie sich weiter entwickeln werden.
Es gibt noch mehrere interessante Charaktere im Buch, die es wert sind, sich näher mit ihnen zu beschäftigen. Da ist sicher noch Stoff für einige Geschichten drin. Neben dem unorthodoxen Team Olivia und Tom Stilton ist vor allem Abbas eine vielversprechende Figur. Über seinen Hintergrund werden wir wohl in der Fortsetzung mehr erfahren.

Ein spannender, temporeicher und dramatischer Schwedenkrimi mit einer Prise Humor, in dem der kritische Blick auf die Gesellschaft ebenso wenig fehlt wie die düstere Landschaft.
Insgesamt ist „Springflut“ ein gelungenes Debüt und ich freue mich auf weitere Bände.

Ach ja: Ein Punkt Abzug gibt es von mir für die Tierquälerei. Ich bin es leid, in Krimis vom Sterben unschuldiger Tiere zu lesen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 15, 2013 1:42 PM MEST


Der Mann im Park: Roman
Der Mann im Park: Roman
von Pontus Ljunghill
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

4.0 von 5 Sternen Historischer Schwedenkrimi, 12. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Mann im Park: Roman (Broschiert)
1953: Hauptkommissar John Stierna hat sich mit 59 Jahren in den Ruhestand versetzen lassen. Er beginnt gerade, sich in seinem neuen Leben einzurichten, da tritt ein Journalist an ihn heran, der über einen 25 Jahre alten Fall schreiben möchte, einen Fall, der trotz sorgfältiger Ermittlungsarbeit nicht aufgeklärt werden konnte und der Stierna nie losgelassen hat.
Ihn und sein Team traf keine Schuld. Sie haben alles getan, um den Mörder der kleinen Ingrid zu finden. Das wird in Sienas Gesprächen mit dem Journalisten deutlich, in denen er den Fall noch einmal Revue passieren lässt. Stierna rafft sich auf und beginnt erneut zu ermitteln, denn der Mord verjährt in wenigen Tagen. Was also kann er heute tun, um die Tat doch noch aufzuklären?

In eher nüchterner Sprache und gemächlichem Schreibstil beschreibt Ljunghill das Geschehen. Obwohl der Roman auf zwei Zeitebenen spielt, 1928 und 1953, wirkt er wie aus einem Guss geschrieben. In einem Interview beschreibt der Autor, wie ausführlich er über das Stockholm der 20er Jahre recherchiert hat und das merkt man dem Roman deutlich an. Man kann wieder einmal ausführlich über die Hand- und Fußarbeit staunen, die die Polizei damals leisten musste.

Auf dem Cover wird das Buch als Thriller bezeichnet, ich würde es als Krimi einordnen, als ruhigen, typischen Schwedenkrimi. Wie es sich für einen solchen gehört, fehlt es nicht an Sozialkritik und melancholischer Stimmung. Action sucht man vergeblich, dagegen gibt es viel polizeiliche Ermittlungsarbeit und leider finden sich ein paar Längen, die an manchen Stellen zum Querlesen einladen. Die Passagen aus der Sicht des Mörders machen dessen Handeln nachvollziehbar. Spannung erhält der Roman nicht nur aus der Jagd nach dem Täter im Jahr 1928, sondern auch daraus, welchen Einfluss Stiernas Arbeit auf sein Berufs- und Privatleben hat. Der Fokus des Romans liegt eindeutig auf der Person Stierna, aus dem die zermürbende Polizeiarbeit, die vergebliche Täterjagd und das vernachlässigte Privatleben schließlich einen desillusionierten Polizisten gemacht haben.

Über das Ende hatte ich eine gewisse Vorahnung, die Bestätigung kommt aber erst auf den letzten Seiten und bringt der Geschichte einen würdigen Abschluss. Wer die besondere Atmosphäre der Schwedenkrimis zu schätzen weiß, für den ist dieses Buch ein Muss.

Anm.: Bis zum 1. Juli 2010 galt in Schweden eine Verjährungsfrist von 25 Jahren für Mord. Diese wurde abgeschafft, so dass ab dem 1. Juli 1985 begangene Morde nicht mehr verjähren.


Rod - Die Autobiografie
Rod - Die Autobiografie
von Rod Stewart
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein charmanter Filou ..., 24. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Rod - Die Autobiografie (Gebundene Ausgabe)
Ich bin kein ausgewiesener Rod Stewart-Fan und habe keinerlei Interesse an Biografien, die jemand schreibt, um sich zu entschuldigen oder selbst zu beweihräuchern oder einfach nur Kohle zu machen. Hier haben wir es mit der interessanten Lebensbeschreibung eines erfahrenen Menschen zu tun, nicht mit der heute gängigen Ghostschriftstellerei einer/s endpubertierenden Zwanzigjährigen.

Rod Stewarts Musik hat mich seit den 1970er Jahren begleitet, ich erkannte viele der im Buch angesprochenen Songs wieder. Auch die meisten Namen der in der Autobiografie vorkommenden Personen sagen mir etwas. Sehr interessant, wem Rod auf seinem turbulenten Weg durchs Leben so alles begegnet, von Musikern, Schauspielern und Models bis hin zur englischen Königsfamilie.

Schon der Anfang hat mich angenehm überrascht. Ich hatte mit einem wesentlich einfacheren Schreibstil gerechnet, aber weit gefehlt. Rod Stewart weiß sich auszudrücken.
Sein Gesichtsausdruck auf dem Cover spiegelt sich im Buch wieder: verschmitzt und ein ganz kleines bisschen provozierend. Er schreibt witzig, amüsant und unterhaltsam, mit einer beachtlichen Prise Selbstironie, und das Schöne: er wird dabei nie verletzend oder zielt unter die Gürtellinie, hier brauchen keine Seiten nachträglich geschwärzt zu werden. Auf sehr wohlerzogene Art räumt er auch mit so manchem Gerücht auf.

Er erzählt chronologisch von seiner Familie, die ihm sehr wichtig ist, seinen Anfängen als Sänger, seinen Erfolgen und Niederlagen, seiner Angst vor leeren Rängen zu spielen oder dem Versagen seiner Stimme, von seiner Leidenschaft für den Fussball, seinem Hobby, dem Modelleisenbahnbauen und seiner Vorliebe für italienische Autos. Natürlich darf auch ein Kapitel über seine Frisur nicht fehlen und seine Stylingprobleme in den später 60er und frühen 70er Jahren, als es noch keine Hilfsmittel wie Wachs oder Gel gab. Er lässt nichts aus, seine Alkohol- und Drogenexzesse beschreibt er ebenso wie seine Bindungsängste, seine Frauen- und Bettgeschichten, ohne jedoch allzu Intimes zu verraten. Es gibt viele nette Anekdoten, die mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht haben. Zu meiner Überraschung las ich, dass er Kunstsammler ist und über 100 Bilder der Präraffaeliten besitzt.

Rod Stewart ist ein charmanter Filou, ein guter Freund und durch und durch ein Familienmensch, der am Ende des Buches hin einen ausgeglichenen und glücklichen Eindruck hinterlässt. Ich freue mich, dass ich ihn hier so kennenlernen durfte.

Aufnahmen aus dem Privatalbum von Rod, eine Diskografie und Register im Anhang machen ein Buch komplett, das mich schwer begeistert hat.


The Vampire Journals - Verwandelt: Band 1
The Vampire Journals - Verwandelt: Band 1
von Morgan Rice
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Fehlkauf!, 6. August 2012
Die 18-jährige Caitlin ist gerade mit ihrer Mutter und ihrem jüngeren Bruder nach New York gezogen, als sie sich körperlich stark zu verändern beginnt. Der versierte Vampirbuchleser weiß natürlich sofort, was da mit ihr passiert. Als Caitlin den ersten Menschen, dessen Blut sie trinkt, umbringt, ist nicht nur die Polizei hinter ihr her, sondern auch zwei miteinander verfeindete Vampirclans, die glauben, dass sich jemand unrechtmäßig in ihr Revier eingeschlichen hat.

Es soll sich hier um das Werk eines bekannten US-Autors handeln, der unter einem Pseudonym schreibt. Das ist wahrscheinlich auch gut so, denn bei der Qualität dieses Buches bleibt die Identität des Verfassers besser im Dunkeln. Auf mich wirkt es wie der Anfängerroman einer sehr jungen Autorin. Die einfache Sprache und die kurzen Sätze sowie die häufigen Wortwiederholungen wirken unausgereift.

Die Grundidee ist nicht einmal schlecht und die ersten Seiten lassen sich noch ganz gut lesen, doch dann entwickelt sich die recht blutrünstige Geschichte auf eine unglaublich haarsträubende und dümmliche Weise. Und vor allem, nach 172 Seiten ist Schluss. Und dass, nachdem man praktisch erst die Einleitung hinter sich hat. Es gibt keine plausiblen Handlungsabläufe, keine Chance, sich wirklich in eine Geschichte hineinzufinden, nur hastig eingefangene Momentaufnahmen. Es gelingt dann aber nicht, sie zu einer sinnvoll zusammenhängenden Geschichte zu verarbeiten. Dieses Buch wirft nur Fragen auf und beantwortet keine einzige davon. Einige grobe Schnitzer hätten dem Lektorat eigentlich auffallen müssen. Der Bruder ist erst 14, ein paar Seiten später 15 Jahre alt. Ein Handy, das gar nicht da sein kann, wird aus der Tasche gezogen. Eine gründliche Überarbeitung wäre hier wirklich wünschenswert gewesen.
Alles geschieht irgendwie völlig emotionslos. Die Charaktere bleiben (natürlich sind sie schön anzusehen) blass und oberflächlich. Caitlin wundert sich nicht besonders darüber, dass ihr Körper sich verwandelt und erst recht nicht darüber, dass es Vampire gibt und gleich auch noch so viele davon. Sie lernt Jonah kennen, verliebt sich in ihn. Ein paar Stunden später trifft sie auf einen Vampir und verliebt sich in ihn und er sich auch gleich in sie. Das geht alles furchtbar schnell und entbehrt jeglicher Glaubwürdigkeit. Romantik Fehlanzeige.

Dies ist mit Sicherheit keine neue Vampirserie, die sich lohnt, weiterverfolgt zu werden. Zu dümmlich, zu platt, einfach nur ärgerlich. Und mit 7,99 Euro für 172 schnell gelesene Seiten überteuert. Wer nach Twilight eine neue Vampirserie sucht, sollte hiervon auf jeden Fall die Finger lassen. Da empfehle ich lieber die 'Vampire Academy'-Reihe von Richelle Mead.

Ach ja: Ich wollte wenigstens wissen, wie es am Ende ausgeht und habe die Rezensionen zum 8. und letzten Band des amerikanischen Originals gelesen. Die Auflösung ist dermaßen absurd und peinlich, das bestärkt mich sehr darin, von dieser Serie abzuraten.


Kreuzzug: Thriller
Kreuzzug: Thriller
von Marc Ritter
  Broschiert

4.0 von 5 Sternen Hoch droben auf dem Berg ..., 4. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Kreuzzug: Thriller (Broschiert)
Ausgerechnet Deutschlands höchsten Berg, die Zugspitze, haben sich Terroristen als Ziel ausgesucht und nehmen über 5000 Menschen auf dem Gipfel als Geiseln.
Aus dieser Ausgangssituation entwickelt sich in überwiegend nur drei, vier Seiten langen Kapiteln ein Szenario mit vielen verschiedenen Schauplätzen, in dem man sich erst zurechtfinden muss. Es entsteht eine über weite Strecken temporeiche und spannende Mischung aus Katastrophenthriller und Politsatire. Dank der umfangreichen Recherche des Autors erfährt man Erstaunliches über die Zugspitze. Hilfreich sind das Glossar am Ende des Buches und die Karte vorne und hinten im Klappendeckel.

Zunächst etwas unübersichtlich sind die vielen Schauplätze und Personen, die es sich zu merken gilt. Die Figuren sind recht klischeehaft, haben dadurch aber einen hohen Wiedererkennungswert. Marc Ritter legt mehr Gewicht auf Handlung und Beschreibung des Schauplatzes als auf die Ausarbeitung seiner Charaktere, wodurch diese eher oberflächlich bleiben. Die Figuren erscheinen in keinem allzu freundlichen Licht, Egoismus und Geltungssucht, wohin man sieht. Die Frage nach Sympathie oder Antipathie hat sich für mich hier gar nicht erst gestellt. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn der Autor geht recht ruppig mit seinem Personal um.

Ausgehend vom Klappentext hatte ich einen anderen Handlungsverlauf erwartet und so lauerte ich die ganze Zeit vergeblich darauf, dass eine bestimmte Figur in Aktion tritt. Das tat der Spannung aber keinen Abbruch, die von Anfang bis Ende vorhanden ist. Obwohl einige Szenen deutliche satirische Züge tragen, empfand ich die geschilderten Abläufe in den verschiedenen Handlungssträngen als sehr realitätsnah. Actionfans und Freunde großer dramatischer Szenen kommen auch auf ihre Kosten. Lediglich die Auflösung hat mir nicht so gut gefallen, zuviel bleibt der Interpretation des Lesers überlassen.

Eine insgesamt gelungene Mischung aus Fiction, Satire und Thriller mit einem aus meiner Sicht leicht unbefriedigenden Ende. Es bleiben einfach zu viele offene Fragen übrig. Sollte dieses Buch je verfilmt werden, könnte ich mir gut vorstellen, dass das Ende umgeschrieben wird, um sich besser verkaufen zu lassen.


Final Cut
Final Cut
von Veit Etzold
  Audio CD

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend!, 4. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Final Cut (Audio CD)
Ein Serienkiller, der sich selbst "Der Namenlose" nennt, sucht sich seine Opfer online aus. Da kommt ihm die neue Internet-Casting-Show von Medienmogul Albert Torino sehr gelegen. Trotz intensiver Bemühungen bleiben die Ermittlungen des Teams um Hauptkommissarin Clara Vidalis erfolglos. Auf die Kommissarin aufmerksam geworden, nimmt der Täter Kontakt zu ihr auf.

Veit Etzold hat an dem Sachbuch "Dem Tod auf der Spur: Dreizehn spektakuläre Fälle aus der Rechtsmedizin" von Michael Tsokos mitgearbeitet. Seine gewonnenen Kenntnisse auf dem Gebiet der Forensik breitet er hier sehr ausführlich in vielen langen Sequenzen aus.

Das Cover finde ich gelungen, die Kurzbeschreibung klingt interessant und vielversprechend und weckte meine Neugier. Doch schon nach der ersten CD machte sich Enttäuschung breit.
Vor allem im ersten Drittel des Romans gibt es massenhaft widerwärtige Szenen. Ekelige Beschreibungen der Morde und Leichen wechseln sich mit der eintönigen Ermittlungsarbeit der Polizei und einer höchst obskuren Version von "Germanys Next Topmodel" ab. Das wiederholt sich im Laufe der Handlung mehrfach, ellenlange, langweilige Ermittlungen, zwischendurch wieder Tote, Ekelszenen usw. Dadurch lässt sich kaum Spannung aufbauen oder Tempo erzeugen. Der moderne Täter benutzt das Internet, um an seine Opfer heranzukommen. Das ist ein aktuelles Thema, das sich gut in einen Thriller einbinden lässt. Hier wirkt die Geschichte recht realistisch, einer der wenigen Pluspunkte aus meiner Sicht.

Am Ende kommt es, wie es kommen muss, das war vorhersehbar. Ärgerlich fand ich auch die Nachlese, die aus dem kleinen Psychologiehandbuch stammen könnte. Ich weiß nicht genau, warum ich dieses Hörbuch überhaupt zu Ende gehört habe. Vielleicht weil ich dachte, da muss doch noch was kommen. Nach Klappentext und Aufmachung hatte ich viel mehr erwartet. Das war leider nichts.

Figuren, die einen normalen Eindruck machen, sind in diesem Roman eine seltene Ausnahme. Die meisten sind abartig, psychopathisch oder zumindest schwer traumatisiert. Die Personen bleiben blass und emotionslos, ohne Tiefe, eine Annäherung war mir nicht möglich. Hintergrund und Motiv des Serienkillers: nichts Neues. Nur ein weiterer Kandidat, der sich mit einem ermittelnden Kommissar messen will, das Thema ist nicht neu. Wenn Krimikommissare Bücher lesen würden, könnten sie so einiges lernen. Dass man nicht alleine in fremde Häuser geht zum Beispiel. Aber auch hier folgt die Handlung eisern bekannten Mustern und natürlich tappen die Ermittler in die immer gleichen Fallen.

Ich kann nur sagen: Augen auf bei der Berufswahl! Wer will denn noch zur Kripo, wenn er da ständig in Lebensgefahr gerät? Langsam mache ich mir Sorgen um diesen Berufsstand. Wenn die Krimilandschaft auch nur halbwegs realistisch abbildet, dann gibt es so gut wie keinen gesunden Ermittler, der nicht mindestens ein Trauma mit sich herumschleppt. Als könnte man ansonsten diesen Job nicht ausüben.

Franziska Pigulla gibt ihr Bestes und legt sich voll ins Zeug. Ihr Engagement, ihre perfekte Betonung sind wie immer ein Genuss. Das kann die Geschichte zwar nicht retten, macht sie aber hörbar. Anfang und Ende jeder CD wurden mit einer markigen Musikeinspielung unterlegt, die passend zum Inhalt gewählt wurde.

Womöglich liegt es auch an der (unglücklich?) gekürzten Fassung, dass ich keinen besseren Eindruck von dem Roman gewinnen konnte.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4