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Rezensionen verfasst von
Barclay

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Rattenkinder: Thriller (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher)
Rattenkinder: Thriller (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher)
von B.C. Schiller
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gute Idee, misslungene Umsetzung, 14. Februar 2016
„Rattenkinder“ ist der 6. Teil einer Serie, deren vorherige Bände im Selfpublishing-Verfahren als Ebook erschienen sind. Die Vorgänger kenne ich nicht, der Klappentext klang aber so interessant, dass ich neugierig auf das Buch wurde.

Den Anfang fand ich vielversprechend. Eine Frau sitzt tot auf einer Parkbank. Auf den Fundort hat der Insasse einer psychiatrischen Klinik die Polizei aufmerksam gemacht. Viktor Maly lebt dort seit einem Jahr und leidet unter retrograder Amnesie.
Recht schnell gelingt es, den Zusammenhang zwischen den einzelnen Handlungssträngen herzustellen und es wird deutlich, dass es um organisierten Kinderhandel geht. Der in der Tschechei liegende Nebenschauplatz zeigt ein Hintergrundmilieu, in dem es brutal und unmenschlich zugeht. Es ist klar, dass hier nicht zimperlich mit Menschen umgegangen wird. Doch der Detailliertheit, mit der die an Frauen und Kindern verübte brutale Gewalt geschildert wird, hätte es aus meiner Sicht nicht bedurft. Diese Szenen habe ich nur quer gelesen, obwohl ich normalerweise auch bei Thrillern härterer Gangart nicht zimperlich bin.

Viele Anspielungen auf ältere Fälle sind zu erkennen, deren Kenntnis einem vermutlich das Team rund um Tony Braun etwas näher gebracht hätte. Der Klappentext und auch die Autoren beschreiben ihre Protagonisten so, dass ich auf ihr hohes Leistungsniveau und Ermittlergeschick gespannt war. Dem wurden die Personen nicht gerecht. Das Verhalten und Vorgehen von Chefinspektor Tony Braun, seiner Kollegin Franka Morgen sowie des Staatsanwalts Schubert wirkten auf mich befremdlich und unrealistisch. Für keine der Personen konnte ich ein Gefühl, geschweige denn Sympathie entwickeln. Dadurch, dass sie sich lediglich wie Schachfiguren über das Brett bewegen, entwickeln sie sich nicht, erwachen nicht zum Leben. Ihr Handeln ist inkonsequent, manchmal unlogisch und nahezu emotionslos. Die Figur des Viktor Maly allerdings fand ich interessant genug, um meine Neugier auf den Ausgang der Geschichte zu stärken.
Es gibt nur eine sehr geringe Anzahl Verdächtiger und so ist die Enthüllung des Täters am Ende dann eine kleine Überraschung. Der Fall ist gelöst, das Motiv nachvollziehbar und doch wurden nicht alle Fragen zufriedenstellend beantwortet.

Die Idee zur Geschichte war ansprechend und gut, Umsetzung und Ausführung dagegen weniger gelungen. Sprachlich fand ich das Buch gewöhnungsbedürftig, was auch an der häufigen Verwendung von Adjektiven lag. Zu unrealistisch und konstruiert wirken Handlung und Figuren auf mich, zu überzogen und effekthascherisch die Gewaltdarstellungen. Ich werde kein weiteres Buch des Autorenpaars lesen.


Todesurteil: Thriller (Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez, Band 2)
Todesurteil: Thriller (Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez, Band 2)
von Andreas Gruber
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meine hohen Erwartungen voll und ganz erfüllt, 29. März 2015
Sabine Nemez hatte schon in „Todesfrist“ die Aufmerksamkeit des Fallanalytikers Maarten S. Sneijder auf sich gezogen, denn zusammen hatten sie einen Serienmörder gefasst. Nun ermöglicht es seine Fürsprache, dass Sabine beim BKA in Wiesbaden an der Akademie für Hochbegabte studieren kann. Sneijder ist dort als Ausbilder tätig und es dauert nicht lange, bis beide erneut gemeinsam in einem komplizierten Fall stecken.

Lange habe ich mich gefragt, wie die Wiesbadener Ermittlungen mit dem parallel laufenden Handlungsstrang um die 11-jährige Clara zusammenhängen, die sich aus einjähriger Gefangenschaft befreien konnte und von ihrem Entführer mit einem entsetzlichen Tattoo auf dem Rücken entstellt wurde.

Andreas Grubers wunderbar konzipierter Thriller hat mich von der ersten bis zur letzten Seite mit seinem geschickten Aufbau der beiden Handlungsstränge, seiner durchgehend vorhandenen Spannung, seinen überraschenden Wendungen und interessanten Charaktere bis zum schlüssigen Ende begeistert.

Mit Maarten S. Sneijder ist dem Autor ein faszinierender Charakter gelungen, er ist derzeit einer meiner Lieblingscharaktere unter den Ermittlern. Und egal, wie viel Mühe er sich gibt, seinem Ruf als Kotzbrocken gerecht zu werden, ich habe ihn unwiderruflich ins Herz geschlossen. Wo Sneijder zu scheitern droht, macht Sabine mit ihrem Ehrgeiz und ihrer Verbissenheit weiter. Die junge Kommissaranwärterin begegnet ihm inzwischen auf Augenhöhe, was sich nicht nur in ihren amüsanten Dialogen und Schlagabtäuschen zeigt und das lässt beide als unschlagbares Team auftreten. Doch auch die Nebencharaktere sollen nicht unerwähnt bleiben, schließlich hat der Autor auch auf sie viel Sorgfalt verwendet.

Ich bin erleichtert, dass der Thriller meine hohen Erwartungen voll und ganz erfüllen konnte und freue mich auf eine Fortsetzung mit dem ungleichen Ermittlerpaar.


Die Entdeckungen der Gwen Carrick: Roman
Die Entdeckungen der Gwen Carrick: Roman
von Martha Lea
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Seltsam, spröde und bizarr, 8. Februar 2015
Gleich zu Beginn des Buches werden wir damit konfrontiert, dass im Jahr 1866 eine Frau des Mordes an Edward Scales angeklagt wird. Sieben Jahre zuvor lernt die junge Gwen Carrick eben diesen Edward kennen.
Zwei gegensätzliche Schwestern, beide unverheiratet, die gemeinsam in einem Haus in Cornwall leben. Die eine, Gwen, ist Künstlerin, an Wissenschaft und Literatur interessiert, während sich die andere, Euphemia, ganz dem Spiritismus hingibt. Als Gwen den Arzt Edward Scales kennenlernt und sich in ihn verliebt, sieht sie ihre Chance gekommen, an seiner Seite ein eigenes, der Wissenschaft gewidmetes Leben führen zu können und begleitet ihn auf seinen Studien in die Regenwälder Brasiliens. Doch bald muss sie erkennen, dass sie sich in Edward geirrt hat und ein Netz aus Täuschung und Lügen sie umgibt, dem schwer zu entkommen ist.

Der Drang nach Wissenschaft und Forschung, Darwinismus und Spiritismus, das Verschweigen und das exzessive Ausleben der Sexualität, die Rolle der Frau aus männlicher Sicht und ihr stärker werdendes Bestreben nach Selbständigkeit und Selbstbestimmtheit, das sind die Themen des viktorianischen Zeitalters, die hier alle aufgebracht, aber dann nicht wirkungsvoll gegeneinander gesetzt werden. Statt dessen setzt die Autorin auf bizarre und verwirrende Szenen und Begegnungen. Sie lässt Figuren aus dem Kuriositätenkabinett auftreten, die in mir steckenweise das Gefühl weckten, ich befände mich in einem solchen.
Es ist nicht ganz einfach, der Handlung zu folgen. Vor allem gibt es einige verwirrende Nebenschauplätze, deren Bedeutung sich mir nicht erschlossen hat und die auch bis zum Ende hin nicht geklärt werden. Zu der seltsamen, oft bizarren Handlung kommen die merkwürdigen Charaktere. Die Frage nach der Sympathie hat sich mir hier gar nicht erst gestellt.
Was Gwen möchte, wird schnell deutlich. Dass ihre Möglichkeiten in der viktorianischen Zeit begrenzt sind, auch. Was Euphemia möchte, wird nicht deutlich. Sie nutzt alle ihre Möglichkeiten, auch die, die ihr nicht zustehen. Was Edward möchte, kann nicht deutlich werden, dazu ist sein Charakter zu widersprüchlich. Er hat alle Möglichkeiten und nutzt sie über Gebühr aus.

Martha Lea hat einen eigenwilligen Schreibstil. Während der Beginn das Ende bereits vermuten lässt und weitere Teile des Puzzles durch die Handlung offengelegt werden, bleiben andere der Phantasie des Lesers überlassen. Vieles steht zwischen den Zeilen und eine Menge davon spielt sich zwischen den Figuren ab, nur andeutungsweise erkennbar an den Aktionen und Reaktionen zueinander. Doch leider häufig so diffus, dass es große Fragezeichen in meinem Kopf hinterließ.

Ich liebe Bücher, die der Phantasie Raum lassen. Aber hier weigere ich mich, mehr in dieses Buch hinein zu interpretieren, als es selbst bereit ist, preiszugeben. Das ist es mir einfach nicht wert. Seltsame Menschen tun seltsame Dinge in einem seltsamen Buch. Es gibt keine Konsequenzen, schreckliche Taten werden begangen und bleiben ohne Folgen. Ich habe diese Aneinanderreihung merkwürdiger Szenen nicht genießen können. Immer, wenn so etwas wie Normalität in der Geschichte aufkam, machte die Autorin sie sofort wieder zunichte. Andeutungen, Bruchstücke, verrückte oder kranke Figuren, Mord, Betrug, merkwürdiger Sex an merkwürdigen Orten, das war mir dann doch alles zuviel des Guten. Eine höchst seltsame Geschichte mit teils bizarren Szenen und Details, von den Figuren ganz zu schweigen. Veilleicht hätte sie mir gefallen, wenn sie anders verpackt gewesen wäre, denn die Story an sich hätte ich interessant gefunden. Aber so, nein danke, keine Leseempfehlung von mir.

„Die Entdeckungen der Gwen Carrick“ ist der Debütroman der Autorin und ich bin nicht sicher, ob ich ein weiteres Buch von ihr lesen würde.

Ach ja: Das Cover ist wunderschön, passt aber nicht zum Inhalt. So zugeknöpft gibt sich niemand in diesem Buch. Ganz im Gegenteil.


Welt in Flammen
Welt in Flammen
von Benjamin Monferat
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Als Abenteuer beginnt es ..., 26. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Welt in Flammen (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich bereits das Vergnügen hatte, Hercule Poirot im Jahr 1934 auf seiner Reise im Orientexpress zu begleiten, gilt meine Aufmerksamkeit nun der letzten Fahrt des legendären Zuges von Paris nach Istanbul im Mai 1940.

Der Zug rast durch eine untergehende Welt, was immer dann besonders deutlich wird, wenn er an den verschiedenen Haltepunkten mit der Umgebung in Kontakt kommt.
Eine illustre Gesellschaft befindet sich an Bord, sich ihrer Konventionen absolut bewusst. Doch in Europa herrscht der 2. Weltkrieg und streckt seine Fühler auch im Zug in alle Winkel aus. Und so verlassen viele der Passagiere ihre anfänglich so klar erscheinenden Positionen nur allzu gern, manche aber auch widerwillig. Je weiter der Zug nach Osten fährt, desto mehr macht sich in ihm das Chaos breit, fallen Hemmungen und Masken, werden Gewalt und Hinterlist offensichtlich.

Mit dem 2. Weltkrieg als historischem Hintergrund erzählt Benjamin Monferat seine sichtlich sorgfältig recherchierte Geschichte fiktiver Personen und Szenarien. Seine detailreichen Kenntnisse über diesen Zug merkt man in jedem Kapitel.

Benjamin Monferat hat den Leser gekonnt im Griff, bietet ihm eine extreme Handlungsfülle und schafft eine zunehmend dramatische Atmosphäre, in der man ihm alles abnimmt, auch so manche Entscheidung oder Reaktion seiner Charaktere, die man auf den ersten Blick nicht glauben möchte. Aber es herrscht Ausnahmezustand, wir befinden uns im Krieg und hier und in der Liebe ist ja angeblich alles erlaubt.
Nicht nur Umfang und Inhalt des Romans, sondern auch der Erzählstil – für meinen Geschmack gelegentlich zu pathetisch -, sowie die Sprachgewalt des Autors lassen Begriffe wie Schmöker oder Schinken kaum vermeiden. Manchmal hatte ich das Gefühl, ich müsse das Buch ein wenig von mir weg halten, damit es mich nicht auffrisst.
Man ahnt ja schon, dass das alles nicht gut ausgehen kann. Doch wie der Zug und seine Passagiere enden werden, das konnte zu Beginn der Reise wirklich niemand vorhersagen.

Absolut kinotauglich, weil action- und effektreich, gespickt mit stereotypen Charakteren, die sich der Erwartungshaltung des Lesers geradezu aufdrängen, um dann doch für die eine oder andere Überraschung zu sorgen.


Die Berufene: Roman
Die Berufene: Roman
von M. R. Carey
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein beängstigendes Szenario, 21. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Berufene: Roman (Taschenbuch)
Ließ der Klappentext mich noch vermuten, dass es sich um eine Dystopie handelt, belehrte der Inhalt schon bald eines besseren: es ist ein Zombieroman. Und die sind zu Zeit sehr angesagt, auf der Erfolgswelle der amerikanischen Serie „Walking Dead“ mitreitend.

Eine Seuche, ausgelöst durch einen Pilz, hat die Menschheit befallen und macht aus den Infizierten die sogenannten Hungrigen: gnadenlose Fressmaschinen ohne Verstand mit unstillbarem Hunger auf Menschenfleisch. Nur noch wenige nicht infizierte Menschen gibt es und einige von ihnen versuchen in einem abgeschiedenen Militärstützpunkt verzweifelt ein Gegenmittel gegen die Seuche zu finden. In diesem Lager begegnen wir Melanie, ein zehnjähriges Mädchen, das genauso wie einige andere Kinder unter nahezu unmenschlichen Bedingungen lebt und als Versuchskaninchen dient. Denn die Kinder sind anders als die erwachsenen Hungrigen. Zwar wurden auch sie infiziert, die Seuche hat sie jedoch nicht ihres Verstandes beraubt. Solange sie kein Menschenfleisch riechen, jedenfalls. Als das Camp eines Tages von außen angegriffen wird, beginnt für fünf höchst unterschiedliche Menschen eine abenteuerliche Flucht, die sie nur dann lebend überstehen können, wenn sie sich zusammenraufen.

Das Buch spielt in der Zukunft im völlig verwüsteten England und ist im Präsens geschrieben. Zunächst erinnerte es mich an „Die 5. Welle“ von Rick Yancey, auch Ähnlichkeiten zum Fim „28 days after“ sind nicht von der Hand zu weisen. Doch die Geschichte entwickelt schnell ihre eigene originelle Handlung. Die Sprache ist einfach, die Sätze sind oft kurz und prägnant. Die Umgebung wird so beschrieben, dass man sich ein gutes Bild von dem schrecklichen Szenario machen kann. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, als stünde ich unmittelbar neben dem Protagonisten, aus dessen Sicht der Erzähler das Geschehen gerade betrachtet. So wurde ich schnell vertraut mit den Figuren, die die Geschichte tragen.

Mit der 10-jährigen Melanie hat der Autor eine Protagonistin geschaffen, die man einfach ins Herz schließen muss: intelligent, neugierig und liebenswert. An ihrer Seite Miss Justineau, die Lehrerin der Kinder, die voller Sympathie und Mitgefühl ihre Schützlinge betreut. Ganz anders tritt Dr. Caldwell auf, die skrupellose Wissenschaftlerin, die nur ihre Experimente interessieren. Sergeant Parks’ Interesse gilt der Sicherheit der Basis und der Überwachung der Kinder. Der junge Soldat Gallagher ist nett und unerfahren und ein typischer Befehlsempfänger. Diese fünf packt das Schicksal zusammen und schickt sie auf den Weg hinaus auf die Suche nach einer neuen, sicheren Zufluchtsstätte.
Die Charakterisierung der Protagonisten ist dabei recht simpel und gradlinig. Und doch ist es den Figuren gelungen, mich zu überraschen. Glaubwürdig dargestellt ist ihre Entwicklung, so dass ihre Handlungen nachvollziehbar und konsequent erscheinen. Ihre Interaktionen regen zu der Überlegung an, wie sich Menschlichkeit definieren lässt. Die kleine Liebesgeschichte zum Ende hin passt zur Entwicklung der Figuren und findet somit ihren Platz in der Geschichte.

M. R. Carey versorgt die Leser mit vielen Hintergrundinformationen über den Pilz und die Seuche, die das Szenario erstaunlich authentisch wirken lassen. Auf ekelige Szenen kann in einem Roman dieses Genres natürlich nicht verzichtet werden. Die Handlung entwickelt sich spannend, den Schluss finde ich absolut überzeugend und dabei nicht vorhersehbar.

Das Ende hat mir ausgesprochen gut gefallen und ich muss dem Autor meinen Dank und ein großes Kompliment aussprechen: hier gelingt es, eine spannende und phantasievolle Geschichte zu erzählen, die mit einem Band beendet ist und weder zu einer Trilogie aufgemotzt wurde noch in endlosen Fortsetzungen unterzugehen droht. Hervorragend.


Feuermann: Roman
Feuermann: Roman
von Torkil Damhaug
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Damhaugs 3. Thriller, 25. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Feuermann: Roman (Taschenbuch)
Synne ist 13 Jahre alt, als ihr Bruder spurlos verschwindet. Der 5 Jahre ältere Karsten ist ein Mathegenie und Außenseiter in seiner Klasse. Als er und seine pakistanische Mitschülerin Jasmeen sich ineinander verlieben, bekommt Karsten Ärger mit ihrer Familie, die die Ehre ihrer Tochter beschmutzt sieht. Zur gleichen Zeit legt ein Pyromane in der Gegend mehrere Brände. Acht Jahre später ist der „Feuermann“ noch immer nicht gefasst und Karsten noch immer verschwunden. Synne ist fest entschlossen herauszufinden, was damals tatsächlich mit ihrem Bruder geschah und beginnt Fragen zu stellen. Nichtsahnend, welche Lawine sie damit ins Rollen bringt.

Die ersten beiden Bücher des Autors haben mir ausgesprochen gut gefallen. Sie sind anspruchsvoll und nicht leicht zu lesen, aber sie konnten mich in ihren Bann ziehen. Ich brauchte zwei Anläufe, bis mir das auch einigermaßen mit dem „Feuermann“ gelang.

Damhaug erzählt seine Geschichte sehr distanziert und emotionslos. Zunächst folgen wir dem Einzelgänger Karsten und dem Feuermann, einem verrückten Brandstifter, dessen Identität wir noch nicht kennen und an dessen Gedanken und Handlungen der Autor uns eindringlich teilhaben lässt. Dieser Teil gipfelt in einer dramatischen Schlussszene, in der Karsten schließlich verschwindet.
Acht Jahre später, als wir Synne begleiten, stellen sich die Dinge ganz anders dar und aus der spannenden Handlung wird eine Geschichte mit psychologischer Tiefe. Durch das gekonnte Verschieben der Perspektive wirft Damhaug sowohl für die beteiligten Personen als auch für den Leser ein völlig neues Licht auf die Geschehnisse der Vergangenheit.

Die polizeiliche Ermittlungsarbeit verläuft gänzlich im Hintergrund, der Schwerpunkt liegt auf der psychologischen Betrachtung der Figuren. Seinem Hauptkommissar Viken aus Oslo (bekannt aus den beiden Vorgängern „Die Bärenkralle“ und „Die Neutzhaut“) gönnt der Autor zum Ende hin einen Auftritt in einer kleinen Nebenrolle.

Damhaug hat sich mit dem „Feuermann“ zu einem interessanten norwegischen Krimiautor entwickelt. Seine Sprache, die anspruchsvolle, komplexe Handlung und die ausgefeilte Charakterzeichnung gehen weit über das übliche Maß des Krimigenres hinaus. Ich hatte so meine Schwierigkeiten mit dem Buch, insbesondere weil aus meiner Sicht die Figuren keine Nähe zuließen und die Handlung ihre Glaubwürdigkeit an einigen Stellen doch sehr ausgereizt hat. Aber die Spannung nimmt zu und am Ende war ich positiv überrascht durch die sehr gelungene, unvorhersehbare Wendung, die zur Auflösung führt.


Provenzalische Verwicklungen: Ein Fall für Pierre Durand (Die Pierre Durand Bände, Band 1)
Provenzalische Verwicklungen: Ein Fall für Pierre Durand (Die Pierre Durand Bände, Band 1)
von Sophie Bonnet
  Broschiert

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein echter Wohlfühlkrimi!, 19. März 2014
Beschaulich und nett ist dieses fiktive Örtchen Sainte-Valérie, dort könnte man sich wohlfühlen, so fernab jeder Großstadthektik. Wäre da nicht der Tote, ertrunken in einem Weinfass im Keller des noblen Hotels „Domaine des Grès“.

Dank Sophie Bonnets leichter Hand entsteht eine angenehme Spätsommeratmosphäre, die sich stimmungsvoll durch die ganze Geschichte zieht und Farben, Gerüche und die kulinarischen Genüsse der Provence aus den Buchseiten aufsteigen lässt.
Der Buchtitel passt perfekt zum Inhalt, denn es gibt jede Menge Verwicklungen, auf beruflicher wie auch auf privater Ebene der Figuren. Pierre Durand, der Chef der örtlichen Polizei, kann schnell mit seinem sympathischen Wesen punkten. Die Ermittlungen allerdings schreiten nur langsam voran, da Pierre durch verschiedentlichste Vorkommnisse immer wieder ausgebremst wird. Die Autorin erfreut den Leser mit einer angenehm zu überschauenden Anzahl unterschiedlichster, teils skurriler, teils nerviger, teils sehr sympathischer Figuren, die sich realistisch und glaubwürdig durch die Handlung bewegen. Für ein Schmunzeln sorgt nicht nur der Auftritt einer Ziege namens Cosima, sondern ein leiser Humor durchzieht das gesamte Buch.

Ausgestattet mit allem, was einen Wohlfühlkrimi ausmacht, abgerundet durch eine schlüssige Auflösung – bietet dieses Buch beste Unterhaltung. Es sind alle Zutaten vorhanden, um eine dicke Leseempfehlung auszusprechen und sich auf die Fortsetzung zu freuen.


Drecksspiel: Thriller
Drecksspiel: Thriller
von Martin Krist
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Auftakt zu einer Serie um den „Problemlöser“ David Gross, 20. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Drecksspiel: Thriller (Taschenbuch)
Zu Beginn gibt es ein Personenregister, das schon darauf vorbereitet, dass wir es mit vielen Figuren zu tun bekommen werden. Die Beschreibungen sind aber so vage gehalten, dass sie keine Rückschlüsse auf den Buchinhalt zulassen.

Krist schreibt in sehr einfacher Sprache, kurzen Sätzen, die Dialoge sind häufig rudimentär, es wird hier oftmals nicht zu Ende gesprochen, geschweige denn zu Ende gedacht.
Aufgrund des Klappentextes hatte ich gedacht, dass Hannah und Philip eine zentralere Rolle spielen würde und nicht nur einen Erzählstrang bilden. In ungewöhnlich kurzen Kapiteln werden verschiedene Handlungsstränge nebeneinander gestellt, die zunächst nur eines gemeinsam haben: die Grausamkeit, mit der gequält, gemordet und gefoltert wird. Es geht um Entführung, Mord, Folter, Erpressung, Prostitution, Drogen … Viele Szenen machen dem Buchtitel alle Ehre. Die Handlungsstränge laufen lange parallel nebeneinander her, bis die Verbindungen zwischen ihnen erkennbar werden. Mir waren die Kapitel zu kurz, als dass ich mir wirklich ein Bild von den Personen machen konnte. Dieses Herumspringen zwischen mehreren Handlungssträngen ging für mich auch auf Kosten der Spannung.

Sehr unangenehm und den Lesefluss störend fand ich das inflationäre Verwenden von Flüchen und dass jedes Mal, wenn bei einem der Protagonisten das Handy klingelt, der Klingelton gleich mit angesagt wurde. Und das ständige Erwähnen irgendwelcher Anfangszeilen von Liedtexten, die nicht jeder zwingend kennt, hätte ich auch nicht gebraucht. Wenn ich mich ansonsten mit den Protagonisten nicht identifizieren kann, bringen Liedtexte sie mir auch nicht näher. Es gelang mir nicht, eine Beziehung zu den Figuren aufzubauen. Nahezu alle Personen in dieser Geschichte machen einen gestörten oder chaotischen Eindruck, benehmen sich merkwürdig oder sind kriminell. Außerdem sind sie extrem egoistisch.

Vieles erscheint mir auch nicht logisch und bei näherem Hinsehen nicht realistisch. Und dann das Ende! Einerseits werden einige der Handlungsstränge zu Ende geführt und viele Fragen dadurch beantwortet. Andererseits hatte ich das Gefühl, das Buch bricht mitten in der Handlung ab, wir stehen wieder am Anfang sozusagen. Mir persönlich gefällt dieser Cliffhanger überhaupt nicht, ich fühle mich, als würde mir eine Fortsetzung praktisch aufgezwungen.

Schade eigentlich, denn die Idee hinter der rasanten Geschichte und die Auflösung der Zusammenhänge haben mir gut gefallen, nur leider bin ich an so vielen Punkten mit dem Buch angeeckt, dass ich eine Fortsetzung nicht lesen werde.
Die "Mädchenwiese" hatte mich mehr gepackt und mir wesentlich besser gefallen.


Rieker Z1521-14, Damen Kurzschaft Stiefel, Blau (pilot/mogano/grau-beige / 14), 36 EU (3.5 Damen UK)
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Preis: EUR 50,25

5.0 von 5 Sternen Superschuh!, 18. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mir passt der Schuh perfekt, er fällt aber eindeutig kleiner aus. Normalerweise trage ich Größe 35 1/2. Er sitzt sehr bequem, wärmt ausgezeichnet durch das Futter, die dunkelblaue Farbe passt super zu Jeans. Durch den Reißverschluß an der Innnenseite lässt er sich bequem an- und ausziehen. Und an dem Preis gibt es auch nichts zu meckern. Bin rundherum zufrieden.


Die Springflut: Roman (Die Rönning/Stilton-Serie, Band 1)
Die Springflut: Roman (Die Rönning/Stilton-Serie, Band 1)
von Cilla Börjlind
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der 1. Fall für Olivia Rönning und Tom Stilton, 2. September 2013
Die junge Olivia Rönning, Studentin an der Polizei-Akademie in Stockholm, sucht sich als Aufgabe für die Semesterferien einen alten ungelösten Fall aus, an dem ihr verstorbener Vater, ebenfalls Polizist, vor 23 Jahren mitgearbeitet hat. 1987 wurde eine junge schwangere Frau ermordet und der Täter nie gefasst. Der damalige Leiter der Ermittlungen, Tom Stilton, schied aus persönlichen Gründen aus dem Dienst aus und scheint unauffindbar. Olivia sticht mit ihren Nachforschungen in ein Wespennest aus Industriellen, Obdachlosen, Prostituierten und jugendlichen Gewalttätern. Der reine Zufall lässt sie und Tom Stilton schließlich zusammentreffen und es beginnt eine Zusammenarbeit zwischen zwei völlig unterschiedlichen, unorthodoxen Charakteren, die am Ende zu einer dramatischen Auflösung führt.

Schwedische Drehbuchautoren, gerne im Doppelpack, die sich aufs Krimischreiben verlegt haben, sind derzeit in Mode. Jeder, der auf diesen Zug aufspringen will, muss schon etwas Besonderes bieten.

Leichte Irritation am Anfang: so einen Plot (Polizist zerbricht an nicht aufgeklärtem Mordfall) hatte ich doch gerade erst gelesen, auch von einem schwedischen Autor: „Der Mann im Park“ von Pontus Ljunghill. Aber zum Glück ist dies nur ein Thema in diesem vielschichtigen, spannenden und temporeichen Krimi.

Die Autoren brauchen Zeit, um sich frei zu schreiben. Am Anfang liest sich das Buch doch eher wie ein Drehbuch. Kurze Kapitel, kaum Beschreibungen von Umfeld und Schauplatz, schnelle Szenenwechsel, Dialoge ohne Zusätze, wer was gesprochen hat (hat mich nicht gestört, ist aber nicht jedermanns Sache). Im Verlauf der Handlung kommen die Autoren immer besser in Schwung, ca. nach der Hälfte haben sie den Bogen raus, es wird flüssiger, komplexer, dichter und die Spannung zieht richtig an.

Die Geschichte entwickelt sich sehr überraschend, damit hatte ich anfangs nicht gerechnet. Die Figuren bekommen nach und nach Konturen und als sich endlich alle von ihrer besten Seite zeigen (im positiven wie im negativen), wird es so richtig dramatisch. Einigen Entwicklungen kommt der Zufall kräftig zu Hilfe und es gibt eine Reihe von eher unwahrscheinlichen Szenarien, aber da zwischen den verschiedenen Handlungssträngen sehr schnelle Wechsel stattfinden und das Tempo immer mehr anzieht, hat man gar keine Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie unwahrscheinlich manches wirkt. Der Spannung tut es jedenfalls keinen Abbruch.

Toms Sturheit und Olivias Hartnäckigkeit gepaart mit einer Portion Naivität und Dummheit bilden ein interessantes Gespann, das neugierig macht, wie sie sich weiter entwickeln werden.
Es gibt noch mehrere interessante Charaktere im Buch, die es wert sind, sich näher mit ihnen zu beschäftigen. Da ist sicher noch Stoff für einige Geschichten drin. Neben dem unorthodoxen Team Olivia und Tom Stilton ist vor allem Abbas eine vielversprechende Figur. Über seinen Hintergrund werden wir wohl in der Fortsetzung mehr erfahren.

Ein spannender, temporeicher und dramatischer Schwedenkrimi mit einer Prise Humor, in dem der kritische Blick auf die Gesellschaft ebenso wenig fehlt wie die düstere Landschaft.
Insgesamt ist „Springflut“ ein gelungenes Debüt und ich freue mich auf weitere Bände.

Ach ja: Ein Punkt Abzug gibt es von mir für die Tierquälerei. Ich bin es leid, in Krimis vom Sterben unschuldiger Tiere zu lesen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 15, 2013 1:42 PM MEST


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