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Der Philosoph

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The Final Frontier
The Final Frontier
Wird angeboten von hardliner-music
Preis: EUR 12,68

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer wagt, der gewinnt..., 8. September 2013
Rezension bezieht sich auf: The Final Frontier (Audio CD)
So oder so ähnlich ließe sich das aktuelle Maiden-Album in einer Zeile zusammenfassen. Doch da wir es hier mit einem sehr aufwändigen und komplexen Tonträger zu tun haben, würde eine „Drei-Zeilen-Rezension“ einfach etwas deplatziert wirken...

Iron Maiden ist eine Band, die man ganz einfach kennt, oder besser gesagt kennen muss. Egal, ob als kuttentragender Festivaljünger oder heranwachsender Metalfan – Maiden ist jedem ein Begriff. Nicht nur, weil man das Ausnahmeorgan des Sängers Bruce Dickinson selbst aus tausend anderen Stimmen heraushören würde, nein, auch, weil ihre Musik und ihr Stil ganz einfach einzigartig und meiner Meinung nach unübertroffen ist. Etliche Newcomer versuchen und versuchten in die Fußstapfen der aktuell sechs Veteranen zu treten – geschafft hat es bisher noch keiner..
Die Klassiker der Band sind selbst nach über 20 Jahren noch in aller Munde. Titel wie "The Number of the Beast" oder "The Trooper" haben nicht umsonst weltweiten Kultstatus erreicht.
Doch selbst eine so straighte und geradlinige Gruppe wie Iron Maiden entwickelt sich weiter. Es ist nun schon geschlagene 33 Jahre her, dass das Debüt der Eisernen Jungfrau auf den Markt geworfen wurde. Schon damals fiel auf, dass die Band ungewohnt viel Wert auf klare und anspruchsvolle Melodien legte. Dennoch ist von dieser Art der Musik, die auf dem Erstlingswerk zu hören war heutzutage nicht mehr viel übrig. Die Band ist erwachsen geworden. Zudem haben sie ihren Hang zur Progressivität entdeckt, was sich besonders aus dem aktuellen Album heraushören lässt. Zwar waren auch schon in früheren Alben einige progressive Elemente vertreten ("Seventh Son of a seventh Son"), doch erst seit 2003 und "Dance of Death" widmete sich die Band intensiv diesem progressiven Kurs. Dann, sieben Jahre später, bekommen wir das bisher unzugänglichste Maiden-Album vorgesetzt. "The Final Frontier" erinnert wirklich nur noch ansatzweise an die Band, die damals mit "Piece of Mind" oder „The Number oft he Beast“ aufwartete. Damals hörte man jene Lieder und war sofort in unglaubliche Maiden-Ekstase versetzt. Wie schon beim Vorgänger "A Matter of Life and Death" ist das hier ein bisschen anders. "The Final Frontier" verlangt dem Zuhörer viel ab. Es braucht etliche Durchläufe, um halbwegs Zugang zu den Songs zu bekommen… Aber hat man den Zugang, dann gibt es kein Halten mehr! Inzwischen empfinde ich dieses Album als das Beste, was die Band seit dem neuen Jahrtausend produziert hat. Besonders deshalb, weil die Songs wieder eine enorme Dichte und Atmosphäre besitzen, obwohl der Nostalgiefaktor ebenfalls zum Zuge kommt. Das heißt, es gibt auch hier wieder Songs, die schön an alte Zeiten erinnern (siehe Titelsong oder "The Alchemist") und daher für eine gesunde Abwechslung sorgen.

Das Songrepertoire ist, wie schon gesagt, relativ progressiv und komplex ausgefallen. Die meisten Titel können nicht gleich beim ersten Hören zünden, was leider zur Folge hat, dass das Album frustriert ins Regal gestellt wird und dort verstaubt. "The Final Frontier" wird jedoch mit jedem neuen Mal immer, immer besser! Die Songs entfalten neue Facetten, die davor vielleicht so gar nicht auffielen. Man beginnt zudem auch mehr auf die Texte zu achten, die wieder sehr poetisch und genial ausgefallen sind. Mir kommt es beinahe so vor, als würde sich die Band seit 30 Jahren permanent steigern... ;)

Aber nun zu den einzelnen Songs:

1. SATELLITE 15.....THE FINAL FRONTIER
Nun gut, oft kritisiert wurde hier das ewige Intro.. und sogar ich muss zugeben, dass ich es meistens immer schnell vorspule, obwohl es schon ziemlich stimmungsvoll und atmosphärisch ausgefallen ist. Etwas kürzer dürfte es trotzdem sein.
Der Titelsong ist dafür absolute Spitzenklasse. Ein sehr geradliniger Rocker, der jedesmal aufs Neue Spaß macht und nie langweilig wird. In diesem Sinne: Scream forme Bruce... THE FINAL FRONTIIIIEEER!:)

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2. EL DORADO
Das wirre Intro hier ist etwas gewöhnungsbedürftig, der darauf folgende Steve Harris-Basspart dürfte dann aber wohl jegliche Kritik im Voraus wegnehmen. So roh und present hat man ihn schon lange nichtmehr gehört. Spitze! "El Dorado" überzeugt vor allem durch sehr treibende Melodien, wodurch man ihm seine doch beachtliche Länge von fast sieben Minuten gar nicht anmerkt. Besonders der Gesang im Refrain gefällt mir sehr gut.
Einfach ein fetziger und saucooler Reißer!

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3. MOTHER OF MERCY
An dieser Stelle wird das Tempo etwas gedrosselt und ein ernsterer, melancholischer Song folgt. Bei "Mother of Mercy" überzeugt vor allem der geniale und gefühlvolle Gesang in den Strophen. Der Refrain mag beim ersten Mal etwas komisch wirken, inzwischen weiß er aber doch ganz gut zu gefallen. Der Song hat zwar nur eine vergleichbar kurze Spiellänge (ca. 5 Minuten), dennoch ist er bei Weitem nicht so kurzweilig wie beispielsweise der Vorgänger "El Dorado".

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4. COMING HOME
Dieser Titel hat einfach eine unbeschreibliche Magie! Hier stimmt wirklich alles! Schon von der ersten Sekunde nimmt einen der eingängige Gitarrenriff gefangen. Die Bridge und der Refrain zeigen erneut, dass Bruce Dickinson einfach einer der grandiosesten Sänger der Welt ist. Diese Gänsehaut kann wirklich nur er erzeugen. "Coming Home" lässt sich am ehesten als Power-Ballade bezeichnen, die wahrhaftig in fremde Zeiten und Galaxien vordringt. Ein absolutes Highlight!

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5. THE ALCHEMIST
Hier wird einfach rotzig von Anfang an durchgerockt. Dieser Song ist sehr typisch und daher der absolute Nostalgie-Hit. Treibende Instrumente und geradlinige Melodien. Er ist im Vergleich zu den bisherigen zwar etwas schwächer, insgesamt aber doch ein recht starker und druckvoller Titel.

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6. ISLE OF AVALON
So, in diesem Song findet die Progressivität des Albums ihren absoluten Höhepunkt! "Isle of Avalon" baut anfangs sehr viel Stimmung und Spannung auf, bis Bruce sehr zurückhaltend und geheimnisvoll einsetzt. Der Titel lebt von seinen kleinen Spielereien, Schnörkeln, Tempowechseln und mystischen Anklängen. Der Refrain ist dann eine enorme Bombe, die selbst beim ersten Hördurchgang einfach zünden muss! Ein weiteres Highlight!

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7. STARBLIND
Ähnlich progressiv geht's nun weiter, wobei "Starblind" vergleichsweise zu "Isle of Avalon" doch etwas abfällt. Dieser Song hier beginnt auch sehr ruhig und langsam, wird dann aber mit einigen Breaks und Wechseln weitergeführt. Problem hier ist, dass der Refrain nicht richtig überzeugt... wobei der Übergang zwischen Refrain und Strophe wieder absolut genial und eingängig ist. Nungut, trotzdem kein schlechter Titel.

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8. THE TALISMAN
Nun folgt ein erneut mystischer, aber doch sehr eingängiger Song. Das akustische Intro leitet diesen Monstrum sehr spannend und gefühlvoll ein. Bruce begibt sich mal wieder in stimmlich tiefere Gewässer, wobei er besonders im Verlauf des Liedes sein beinahe schon unglaubliches Stimmvolumen unter Beweis stellt. "The Talisman" geht nach dem ca. zweiminütigen Intro in weitere galoppierende Strophen über, bis man zum Höhepunkt des Stücks gelangt – dem Refrain. Hier kann man einfach nur zuhören und staunen.

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9. THE MAN WHO WOULD BE KING
Das nächste Stück beginnt mit sehr verträumten und keyboardlastigen Klängen, denen sich Bruce mit einer ebenfalls sehr melodisch-melancholischen Gesangsspur anpasst. Kurz drauf wird die Geschwindigkeit deutlich gesteigert und der ganze Song nimmt ordentlich an Fahrt auf. Atmosphärisch passt "The Man who would be King" sehr gut aufs Album, aber insgesamt liegt hier kein wirklicher Höhepunkt vor. Nur das sehr geniale Outro kann einige rausreißen. Naja, trotzdem in Ordnung.

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10. WHEN THE WILD WIND BLOWS
Ließ der vorherige Song den maidentypischen Wow-Effekt irgendwie vermissen, so bekommen wir ihn hier potenziert vorgesetzt. Dieses grandiose Monster-Epos ist einfach nur der schlichte Wahnsinn und gleichzeitig einer der besten Albumrausschmeißer überhaupt! Da ich euch den Spaß und die Spannung im Voraus nicht verderben möchte, verliere ich über dieses Stück nicht allzu viele Worte. Es bleibt nur zu sagen: Anhören lohnt sich!

Fazit: Ja, "The Final Frontier" ist ein anstrengendes, komplexes, aber dennoch absolut geniales Album. Es vereint sozusagen "Maiden-jung" mit "Maiden-alt". Auf der einen Seite finden sich Elemente, die typischer nicht sein könnten (siehe: galoppierende Rhytmik usw.).. andererseits liegt hier der Longplayer mit den bisher progressivsten und unzugänglichsten Songs vor. Diese verlangen ohne Frage viel Zeit und Kraft, doch nach diesem Prozess sind sie nicht mehr aufzuhalten. Deshalb gibt es für dieses Meisterwerk ganz klar die volle Punktzahl... und meine Hoffnung bleibt, dass die Geschichte der "Eisernen Jungfrau" noch nicht zu Ende geschrieben ist.
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A Night at the Opera
A Night at the Opera
Preis: EUR 11,99

4.0 von 5 Sternen In neuem Gewand, 1. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: A Night at the Opera (Audio CD)
Blind Guardian ist eine Band, die sich konstant von Album zu Album ins Positive weiterentwickelte. Fan streiten zwar darüber, ob ihre "neuen" Kompositionen wirklich mit dem bahnbrechenden Debüt "Battalions of Fear" und dessen Nachfolger "Follow the Blind" mithalten können, ich jedenfalls halte besonders "Somewhere Far Beyond" von 1992 und das sechs Jahre jüngere "Nightfall in Middle-Earth" für die klaren Meisterwerke der Band. Nach den ersten beiden sehr Speed-Metal-orientierten Alben fanden die Krefelder spätestens mit "Somewhere Far Beyond" im Power-Metal ihr Zuhause. Ihre Musik war stets mit beachtlichen Arrangements ausgestattet - epische Melodien, Refrains, die im Chor eingesungen wurden und Texte, die sich sofort ins Hirn fraßen. Typisch Power-Metal eben. Dann, im Jahre 2002 veröffentlichte die Band jedoch ein Album, dass von den Fans sehr unterschiedlich aufgefasst wurde. Zuerst wurde das Cover heftig kritisiert, da es angeblich in keiner Weise mit den vorherigen Covern der Band mithalten könne. Ich persönlich finde es wirklich großartig und perfekt zum Albuminhalt passend. Naja, Geschmäcker sind verschieden...
Musikalisch betrachtet stellt "A Night at the Opera" jedenfalls alles Bisherige in den Schatten. Nicht unbedingt wegen der Komplexität oder Genialität der Songs, sondern eher wegen den enormen Arrangements, zu den denen die der Vorgänger vergleichsweise eher spärlich ausfallen. Dieses Album ist ein echter Brocken!
Es ist vollgepackt mit lauten und kräftigen Epen, die auf den Zuhörer allerdings eine vollkommen andere Wirkung haben, als ältere Songs, wie zum Beispiel "The Bard’s Song" oder "Time what is Time". "A Night at the Opera" erschlägt den Zuhörer beinahe ein bisschen, dennoch liefert die Band hier ihre bisher am wenigsten eingängige Lieder ab. Die Songs sind zwar allesamt extrem kraftvoll, aber dennoch bleiben sie nicht ansatzweise so im Ohr hängen, wie bei früheren Alben. Blind Guardian zeigen sich an dieser Stelle in einem neuen, schon fast progressiv angehauchten Gewand. Harter Tobak für Fans der ersten Stunde. Da wundert es nicht, dass dieses Album bei den Fans und Kritikern stark polarisierte.

"A Night at the Opera" ist kein Album, dass man hören sollte, wenn man Lust auf unbeschwerten Power-Metal hat. Die CD ist ziemlich anstrengend, bietet aber gleichzeitig enorm viele Facetten und Überraschungen. Sie zündet nicht gleich beim ersten Mal, man muss das Album wirklich mehrmals hören und sich mit den Songs auseinandersetzen. Das ist sicherlich nicht jedermanns Sache, ich persönlich sehe "A Night at the Opera" trotzdem als ein interessantes und gelungenes Werk der Krefelder an.


Illud Divinum Insanus
Illud Divinum Insanus
Preis: EUR 9,16

4.0 von 5 Sternen Zwischen Begeisterung und Abneigung, 21. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Illud Divinum Insanus (Audio CD)
Dass die amerikanische Band Morbid Angel Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre den Death-Metal mit ihren ersten beiden Veröffentlichen "Altars of Madness" und "Blessed are the Sick" grundlegend bereicherte, prägte und definierte ist wohl kein Geheimnis mehr. So wundert es nicht, dass sie oftmals im gleichen Atemzug mit Bands wie zum Beispiel Death, Possessed oder Deicide genannt wird. Wobei ich sogar finde, dass die Jungs rund um den unvergleichbaren Frontmann David Vincent im Vergleich zu den eben genannten Szenengrößen etwas im Schatten stehen. Nungut, ist aber alles Ansichtssache...
Ich zähle mich jedenfalls zu einem zähen Mobid Angel-Fan, der mit (fast) allen ihren Alben etwas anfangen kann. So ging sicherlich nicht nur für mich ein Traum in Erfüllung, als sich das Quartett nach geschlagenen acht Jahren erneut mit einem neuen Album ankündigte. Zudem stand der zuvor ausgestiegene Publikumsliebling David Vincent wieder hinter dem Bass und Mikrofon. Einer gnadenlosen Death-Metal-Granate stand demnach nichts im Wege. Vielen eingefleischten Fans wurde die Vorfreude auf ein "Altars of Madness Part II" jedoch rasend schnell ausgetrieben. Denn die neue Platte war und ist anders. So ganz anders...

Schon kurz nach der Veröffentlichung wurde "Illud divinum insanus" ziemlich heiß diskutiert. Denn das Album hat musikalisch wenig mit der Band gemein, die im Jahre 1989 ein krasses Metal-Massaker namens "Altars of Madness" auf die Welt losließ.
Nein, "Illud divinum insanus" wartet mit Industrial-Elementen auf, die da so gar nicht zum einst rohen, ungehobelten Morbid Angel-Sound passen wollen. Mich würde es nicht wundern, wenn der Großteil der Zuhörer schon nach dem zweiten "Song" des Albums abgeschaltet hätte. Zugegeben, mir viel es anfangs wirklich nicht leicht ganz durchzuhalten.

Das Album startet mit einem durchwachsenen Intro, das schonmal irgendwie deplatziert wirkt und für mich mehr nach der Einleitung einer Grave Digger-CD klingt. Was die Band jedoch beim eigentlichen Opener "Too Extreme" geritten hat, ist mir wirklich absolut fremd! Das ist schlicht ein Song, den die Welt nicht braucht. Schreckliche Beats und eine nahezu gleichbleibende Melodie, die auf mehr als sechs Minuten gestreckt wurde. Ich war wirklich schockiert! Zum Glück sind die kommenden sieben Titel mehr als nur erträglich. Mit "Existo Vulgoré" und "Blades for Baal" kehrt den Band wieder zu altbekannter und altgeliebter Brutalität zurück. Puuuuh, an dieser Stelle war ich echt erleichtert. Nun kommen wir zur fast bekanntesten Nummer des Albums "I am Morbid". Zwar wird der Song ebenfalls vielseitig kritisiert, so gefällt er mir doch ganz gut. Er ist sehr eingängig und besitzt einen mächtigen Refrain. Nach Klischees muss man allerdings nicht lange suchen! "10 more dead" ist wieder eine klassische Komposition geworden. Eignet sich prächtig für eine spontane Headbangsession, bleibt aber nicht wirklich im Ohr hängen. Mit "Destructos Vs. The Earth/Attack" habe ich dann wiederum so meine Probleme. Die Band zeigt sich sehr experimentierfreudig, jedoch wirkt der Titel wieder gestreckt, was ihn letztendlich einfach langweilig macht. Dafür folgen nun mit "Nevermore" und "Beauty meets Beast" zwei absolute Übersongs! Das ist Morbid Angel, wie man sie gern hat. Aggressiv und abartig schnell! Naja, die letzten Ausklänge des Albums "Radikult" und "Profundis Mea Culpa" fordern wieder sehr viel Geduld. Beide Songs haben ihre Momente, können im Gesamtpaket leider nicht überzeugen. Schade.

Klarstellen will ich unbedingt, dass ich keineswegs ein Feind von Metalmusik bin, die sich mit Elektronik, Industrial oder ähnlichen Stilelementen kreuzt. So höre ich neben Bands wie Venom, Slayer, Morbid Angel, Annihilator (etc.) auch gerne Marilyn Manson, Samael oder Korn. Ich finde nur, dass dieser Stil zum Morbid Angel-Sound nicht passt. Trotzdem ist das neue Album keineswegs ein Totalausfall. Es kann trotz einiger schiefgelaufener Experimente mit der Zeit überzeugen und begeistern. Vielleicht trifft das nicht auf jeden Fan zu, auf mich schon.
Songs wie "Existo Vulgoré", "Nevermore" und "Beauty meets Beast" sind großartige Kracher, die man nicht einfach so abtun kann. Der Tonträger stellt die Frühwerke der Band niemals in den Schatten, trotzdem ist er eine klare Kaufempfehlung für Fans mit einer weiten Toleranzgrenze.

4 Sterne


Schwarz in Schwarz
Schwarz in Schwarz
Preis: EUR 9,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Licht in der Dunkelheit, 11. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Schwarz in Schwarz (Audio CD)
Nach zweijähriger Arbeit an neuen Kompositionen melden sich die "Mittelalter-Goths" von Subway to Sally erneut zurück. Ihr aktuelles Werk "Schwarz In Schwarz" stellt einen wirklich würdigen Nachfolger zum Vorgänger "Kreuzfeuer" dar. Dass sich die Geister hinsichtlich zu "Kreuzfeuer" deutlich schieden, ist und war mir bewusst. Die einen fanden die CD zu modern, zu oberflächlich, andere bezeichneten sie wiederum als Höhepunkt der Bandkarriere. Ich persönlich sehe "Kreuzfeuer" ebenfalls als ein spitzenmäßiges StS-Album an, da es einen sehr eingängigen Stil besitzt. Es war dafür ziemlich im Mainstream-Bereich angesiedelt, und wusste daher nicht jedem zu gefallen.
Naja, aus musikalischer Sicht hat sich "Schwarz in Schwarz" im Vergleich zum Vorgänger nicht großartig verändert. Die Band weiß es weiterhin zu verstehen Mittelalter- und Metalsound gekonnt zusammenzubringen. Dafür schon einmal ein Lob im Voraus. Lässt man seine Blicken allerdings über die dazugehörigen Texte schweifen, so fallen schnell einige Veränderungen auf. Bodenski, der Lyriker der Band, geht wieder mehr in die Tiefe. Seine Texte sind auf "Schwarz in Schwarz" zwar oftmals weniger oder zumindest schwerer zugänglich, stattdessen aber überlegter und emotionaler, als zu Kreuzfeuer-Zeiten. Er macht diesmal auch vor schwierigen und kontroversen Themen nicht halt. Diese Eigenschaft erinnert mich sehr an seine Texte vom schon etwas älteren Tonträger "Engelskrieger".

Es lässt sich sagen, dass die aktuelle CD ziemlich eingängig gehalten ist, aber dennoch den gewissen Funken an Tiefsinn besitzt. Diese Kombination finde ich sehr gelungen, da sie eigentlich das ist, was mich an der Musik von Subway to Sally schon von Anfang an begeisterte. Die Band setzt uns hier elf unheimlich facettenreiche Songs vor, die mich allesamt größtenteils überzeugen konnten. Dennoch möchte ich gern näher auf die einzelnen Titel eingehen.

1. DAS SCHWARZE MEER
Wow, was für eine Eröffnung! "Das Schwarze Meer" zog mich gleich von Anfang an in seinen Bann. Hiermit hat die Band wirklich eine wahrhaftige Lobeshymne an die schwarze Szene geschaffen, die mit einer bahnbrechenden Refrain-Melodie und einem schmeichelnden Text aufwartet;) Es könnte schwierig werden, das zu übertreffen. (5|5)
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2. SCHLAGT DIE GLOCKEN
Nach dem grandiosen Opener war ich wirklich gespannt auf das folgende Stück. Doch auch "Schlagt die Glocken" lässt keinen Qualitätsabfall zu. Der Track beginnt mit einem mysteriösen Glockenspiel, das Spannung aufbaut. Die Strophen sind ähnlich langsam und atmosphärisch gehalten, jedoch gleicht der Refrain dafür einem Vulkanausbruch. Hier stimmt einfach alles! Das Lied von Anfang an stimmig und besitzt klares Ohrwurmniveau. (5|5)
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3. KÄMPFEN WIR!
An dieser Stelle wird die Kriegsthematik auf eine besondere Weise behandelt. Die Brutalität des Songs ist weniger offensichtlich, sie verbirgt sich eher zwischen den Zeilen. Ansonsten ist "Kämpfen Wir!" eine grandioser Stampfer mit Härte und Melodie. Für mich ebenfalls ein Highlight! (5|5)
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4. BIS IN ALLE EWIGKEIT
Hinter dem folgenden Stück verbirgt sich einer meiner heißgeliebten Favoriten des Albums. Der Song wirft den Zuhörer unmittelbar ins Geschehen und hat eine sogartige Wirkung. Der Härtegrad wird hier sehr zurückgeschraubt. Es liegt eine traurige, berührende, vielleicht sogar etwas verstörende Halbballade vor. In diesem Sinne: Bis in alle Ewigkeit, Subway To Sally! (5|5)
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5. NICHTS IST FÜR IMMER
Dieser Track macht mir am meisten Mühe, da er ein waschechter Streitfall ist. Ich kenne einige, die ihn als Übersong des Albums bezeichnen, mir allerdings liegt er überhaupt nicht. Zugegeben, die Melodie frisst sich rasant ins Ohr, dennoch kommt das ganze Lied sehr gekünstelt und oberflächlich daher. Hier will der Funke bei mir zum ersten Mal nicht überspringen. Ist aber verschmerzbar. (3|5)
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6. INS DUNKEL
Gänsehautatmosphäre! Der kleine Ausreißer vorher gerät mit dieser wunderschönen reinen Ballade schnell in Vergessenheit. Ich halte "Ins Dunkel" für eine der emotionalsten und schönsten Kreationen der Band, besonders weil hier Eric Fish seine nahezu unglaublichste und beste Gesangsleistung darbietet. Das Stück wird akustisch mit Gitarren, Streichern und der Stimme des Frontmanns getragen. Eine berührende Angelegenheit, die mich gern an meinen früheren Allzeitfavorit "Wehe Stunde" denken lässt. (5|5)
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7. WO ROSEN BLÜH‘N
Jetzt folgt ein erneuter Stampfer, der sich sehr bedrohlich ankündigt. Kurz danach setzt ein kräftiges Riff ein und Eric Fish schmettert seine klagenden Worte direkt in das Herz des Zuhörers. Im Song verbirgt sich trotz des hohen Grads an Härte auch eine spürbare Verletzlichkeit. Die Trauer und Wut, die hier im lyrischen Ich gedeihen, kommen im überragenden Refrain perfekt zum Ausdruck. (5|5)
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8. TAUSEND MEILEN
Das Tempo wird nun etwas zurückgefahren, dafür finden jetzt orientalische Töne ihren Anklang. Diese passen wunderbar zur brisanten und hochaktuellen Thematik des Songs. Insgesamt besitzt das Lied eine ziemliche schwermütige Stimmung, die erneut durch den ausdrucksstarken Sänger geltend gemacht wird. Ich persönlich konnte mich erst Nach und nach an das Lied gewöhnen, inzwischen gefällt es mir allerdings sehr gut. (4|5)
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9. MIR ALLEIN
Jetzt kommen wir zum schwierigsten Teil des Albums. "Mir Allein" beginnt mit sehr ruhigen Klängen. Dennoch wird schnell klar, dass hier keine typische Ballade vorliegt. Erneut greift die Band das furchtbare, aber leider gegenwärtige Thema Kindesmissbrauch auf. Wie schon im "Engelskrieger" mit dem Titel "Abendlied" gelingt dem Septett an dieser Stelle ein unheimlicher Moment, der mir jedes Mal aufs Neue einen Schauer über den Rücken laufen lässt. "Mir Allein" steigert die Spannung bis ins Unermessliche und nach knapp fünf Minuten bleibt der Zuhörer nachdenklich, vielleicht auch etwas verstört zurück. Ein absolut beklemmender Titel, in dem nichts gut geredet oder unter den Teppich gekehrt wird. (5|5)
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10. AM ENDE DES WEGS
Auf diese Nummer könnte ich jedes Mal gerne verzichten. Zwar versprüht der Song eine wirklich ergreifende Melancholie, im Gesamtpaket kann er mich jedoch nicht überzeugen. Es fehlt ganz klar an Abwechslung und Wiederkennungswerk. "Am Ende des Wegs" bleibt nicht im Ohr hängen, obwohl er inhaltlich eigentlich perfekt auf das Album passt. Schade. (3|5)
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11. M.M.X.I.I
Es geht wieder bergauf! War der vorherige Song enttäuschend, so kann sich dieser doch als gekonnter Albumabschluss sehen lassen. Trotzdem muss ich sagen, dass ich mir auch an dieser Stelle etwas mehr gewünscht hätte. Das Lied ist klasse, ohne Frage, aber ich denke doch gern an den Abschluss von "Kreuzfeuer" ("Vater") oder "Nord Nord Ost" ("Seemannslied") zurück. Diese Titel waren einfach bombastischer und emotionaler als dieser hier. Aber nichts für ungut, die Band beendet "Schwarz in Schwarz" ebenfalls äußerst annehmbar. (4|5)

Fazit: Um alles zusammenzufassen sei gesagt, dass "Schwarz in Schwarz" einfach ein überwältigendes Album ist. Es hat seinen eigenen Charme, seine eigene Atmosphäre und bietet nach "Kreuzfeuer" auch mehr Überraschungen. Bei mir war es allerdings so, dass sich die Lieder erst nach und nach entfalteten, so war ich nach dem ersten Hören noch nicht so begeistert, wie ich es jetzt bin. "Schwarz in Schwarz" braucht Zeit, es lohnt sich aber allemal sich diese Zeit für solch ein Schmuckstück zu nehmen.

5 Sterne


Christ Illusion
Christ Illusion

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Reign in Blood" in der Moderne, 27. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Christ Illusion (Audio CD)
Nun, vielleicht habe ich mit diesem Titel etwas zu dick aufgetragen, aber mal ganz im Ernst: Dieses Album ist ein absolutes Highlight!

Lange Zeit wurden die Metal-Ohren mit keiner gewichtigen Belastung mehr konfrontiert, doch im Jahre 2006 ereignete es sich, dass die Thrash-Kumpanen Tom Araya, Kerry King, Jeff Hannemann und Dave Lombardo mit neuem Brennmaterial nachrückten. "Christ Illusion" ist der Titel ihres neuen Werkes und in traditioneller Weise wieder eine reine Prädestination für kontroverse Diskussionen. Das provokante Cover dürfte schon so manchen Kritiker gehörig vor den Kopf stoßen, auch wenn man von Slayer nach dreißig Jahren wirklich nichts anderes gewohnt ist. Wie das Artwork und der Albumtitel schon andeuten, beschäftigt sich der Tonträger größtenteils mit religiösem Extremismus. Weitgehend soll dies hauptsächlich durch die Texte kritisiert werden, wobei ich sagen muss, dass sich die Band hierbei zu sehr darauf versteift krampfhaft streitsüchtig, herausfordernd und "böse" zu sein. So erinnern mich die Texte in mancher Hinsicht nicht an eine ernstzunehmende Kritik, sondern eher an übertriebenes Pseudo-Satanismus-Getue. Ich hätte mir lieber öfters eine sachgemäße Kritik gewünscht, wie sie in Titeln á la "Cult" oder "Jihad" geäußert wird. Was bringt denn schon ewiges "Hail Satan-Gebrülle", wenn die eigentliche Botschaft ausbleibt? Provokation ist ja schön und gut, aber die Lyrics sind teilweise einfach übertrieben. Naja, auf musikalischer Ebene gibt es hier jedoch absolut Nichts auszusetzten! Ein krasses Monsterriff jagt das Nächste, jedes großartige Gitarren-Soli hängt sich an das Folgende. Komplettiert wird der Sound zusätzlich noch durch den typisch aggressiven und einzigartigen Tom Araya-"Gesang".

Meines Erachtens liegt hier ein wirklich sehr hochwertiges Trash-Album der alten Schule vor, das gleichzeitig frisch und unverbraucht klingt. Die fünf Jahre, die sich die Band für "Christ Illusion" Zeit gelassen hat, haben sich definitiv gelohnt. Rein musikalisch kann man hier von einer der ausgereiftesten, aber ebenfalls kompromisslosesten Slayer-CDs reden. Es bindet sich vor allem in Punkto Geschwindigkeit extrem an die Wurzeln der Band. Hier gibt es keine langsamen, melodischen Stücke - das ist Thrash seiner härtesten und ungemütlichsten Sorte. Slayer machen keine schöne Musik, allerdings Musik, die nahezu jedes Metalherz höher schlagen lässt. Von den Texten kann man schlussendlich halten, was man will. Trotzdem sehe ich "Christ Illusion" ganz klar als verdienter 5-Sterne Tonträger an.


Obsession
Obsession
von Simon Beckett
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Mit Schwächen, 7. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Obsession (Taschenbuch)
Den Namen Simon Beckett verbindet man als Bücherfreund an erster Stelle wohl mit Thrillern á la "Die Chemie des Todes", "Kalte Asche" oder "Leichenblässe". Zweifelsohne, die Geschichten rund um den forensischen Anthropologen David Hunter sind absolut genial und verdienen ihre Popularität ganz und gar. Im Gegensatz dazu fand ich es enorm erstaunlich, dass die Frühwerke des Autors hier in Amazon regelrecht zerrissen werden. Ich teile diese negative Meinung zwar nicht, dennoch kann ich die Enttäuschung einer Leser durchaus nachvollziehen.

Schon nach den ersten Kapiteln wird klar, warum das Buch so schlecht weg kommt. "Obsession" ist kein Bestseller, es reiht sich weder von der Thematik, noch vom Schreibstil in die David Hunter-Geschichten ein. Das sind Romane, die absolut Nichts miteinander zu tun haben! Und dennoch kann "Obsession" recht gut überzeugen. Der Thriller besitzt eine sehr vielversprechende, ausbaufähige Handlung. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass der Autor das mögliche Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft. Dies finde ich eigentlich schade, trotzdem bleibt die Spannung gut erhalten. Zwar weist das Buch einige Längen auf, die durch den flüssigen Schreibstil Becketts aber kaum auffallen. Der Roman wird zwar als Thriller vermarktet, in diese Schublade passt er aber nur ansatzweise. Ja, Spannung ist vorhanden, es passiert sogar ein Mord, das Grundthema ist dennoch ein anderes. Es geht in erster Linie nicht um dunkle Vergangenheiten oder tödliche Obsessionen, es geht vielmehr um einen verzweifelten Mann, der versucht seinen Stiefsohn aus den Händen zweier unpassender Pflegeeltern zu befreien. In diesem Bezug finde ich den Klappentext auch etwas irreführend.

Positiv bleibt noch, dass der Roman einige Wendungen zu bieten hat. Daher ist er auf alle Fälle lesenswert!

Und als Tipp: David Hunter gehört nicht hier her! ;)


The Clans Will Raise Again (Ltd. Digipak)
The Clans Will Raise Again (Ltd. Digipak)
Preis: EUR 19,59

5.0 von 5 Sternen Eine Quelle, die (hoffentlich) nie versiegt, 4. November 2012
Mit "The Clans Will Rise Again" liefern Grave Digger erneut ein sehr überzeugendes Werk ab. Das inzwischen sechzehnte Studioalbum reiht sich mit konstanter Qualität in die stetig wachsende Diskografie der Band ein.

Ich muss zugeben, dass ich das Quintett seit "The Last Supper" aus mir unersichtlichen Gründen vernachlässigt und aus den Augen verloren habe. Daher kann rein gar nichts zu den beiden Vorgängerwerken "Liberty Or Death" und "Ballads Of A Hangman" berichten. Weil ich "The Last Supper" jedoch absolut großartig fand, stand ich dem neuen Silberling sehr erwartungsvoll gegenüber. "The Clans Will Rise Again" ist eines dieser Alben, die gleich von Anfang an das Gaspedal durchtreten. Nahezu jeder Titel zündet, und sowohl im musikalischen, als auch soundtechnischen Bereich gibt es hier nichts auszusetzen. Das ist, was wohl ein jeder Grave Digger-Fan von seiner (Lieblings)-Band hören möchte. Die Gruppe bleibt ihrer Musik und ihrem Stil treu und kann dadurch auch weiterhin perfekt mitreißen.

Der Tonträger beinhaltet 13 reguläre Tracks, dazu kommt noch ein kleiner Bonus am Ende, der es allerdings in sich hat. Der Großteil der Songs ist kraftvoller wie eh und je und kann somit jedes "Metal Heart" in die höchste Gefühlsaufwallung versetzen. Zwar gibt es auch hier kleine Durchhänger, dann aber nur minimale, die das grandiose Gesamtbild der CD in keiner Weise trüben können.

1. DAYS OF REVENGE
Wie bisher jedes Grave Digger-Album beginnt ebenfalls "The Clans Will Rise Again" mit einem instrumentalen Intro. Das Stück wird ganz klar vom Dudelsack dominiert, wobei kurz darauf auch eine Trommel im Hintergrund zum Einsatz kommt. Insgesamt hört sich das Ganze sehr schottisch an. Ich fand jedes Intro einer jeden Grave Digger-CD bisher sehr passend. So auch hier. Gelungener Einstieg. (4|5)
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2. PAID IN BLOOD
Erwartungsgemäß legt das Quintett gleich im Anschluss einen ordentlichen Stampfer aufs Parkett. "Paid In Blood" ist ein waschechter Grave Digger-Ohrwurm, der mit einem krassen Riff voranpirscht. Besonders überzeugend finde ich den eingängigen Refrain, den man beim zweiten Hören problemlos mitgrölen kann. Klasse Nummer! (5|5)
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3. HAMMER OF THE SCOTS
Der folgende Titel fängt mit ungewohnt langsamen Klängen an, die jedoch gehörig Atmosphäre und Spannung aufbauen. Die Ruhe hält jedenfalls nicht lang an, denn schon nach circa 18 Sekunden poltern die Gitarren und Drums heftig los. Der Song entwickelt sich ähnlich wie sein Vorgänger zu einer Up-Tempo Nummer, die mich aber nicht ganz so sehr mitreißt. Nichtsdestotrotz ist auch bei "Hammer Of The Scots" Matte kreisen lassen angesagt! ;) (4|5)
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4. HIGHLAND FAREWELL
An dieser Stelle sorgt die anfängliche und überraschende Kombination aus Dudelsäcken und harten Metal-Gitarren für eine erfrischende Abwechslung im Songrepertoire. Der Track ist auch eher im Mid-Tempo angesiedelt, kann jedoch trotzdem sehr überzeugen. Die Dudelsäcke, die im Refrain erneut auftauchen finde ich sehr passend. Gefällt mir. (4|5)
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5. THE CLANS WILL RISE AGAIN
Hinter dem Titelsong des Albums hat sich wohl ein echtes Highlight versteckt. "The Clans Will Rise Again" ist wieder mehr ein düsterer Stampfer, in dem sich Sänger Chris Boltendahl besonders in den Strophen von seiner bedrohlichen Seite zeigen kann. Er trägt diese Atmosphäre gekonnt über zum harten Refrain, der zwar einfach, dafür aber sehr eingängig ausgefallen ist. Das grandiose Gitarrensolo am Ende komplettiert den Song. Hier stimmt einfach alles! (5|5)
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6. REBELS
Anschließend drückt die Band das Gaspedal abermals gnadenlos durch. "Rebels" legt von Anfang mit voller Geschwindigkeit vor und explodiert in einer sehr guten Bridge bzw. in einem sehr guten Refrain. Der Song versetzt mich jedes Mal in Ektase. (5|5)
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7. VALLEY OF TEARS
Hier sehe ich den ersten nur durchschnittlichen Song. In "Valley Of Tears" versucht die Band erneut die bedrohliche Atmosphäre aus dem Titellied einzufangen. Dies gelingt allerdings keineswegs, deshalb finde ich besonders die Strophen sehr misslungen. Ein Lichtblick bietet aber der gewohnt eingängige Refrain. (3|5)
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8. EXECUTION
Leider funktioniert der Versuch mit einer Halbballade zu punkten auch auf dem neuen Silberling nicht wirklich. Dieser Titel beginnt sehr ruhig, steigert sich dann jedoch stark in der Geschwindigkeit und Härte. Dennoch will der Funke hier einfach nicht richtig überspringen. Selbst der Refrain kann mich nicht überzeugen. Leider nur Durchschnitt. (3|5)
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9. WHOM THE GODS LOVE DIE YOUNG
Glücklicherweise kriegt die Band mit diesem überaus ordentlichen Mid-Tempo-Stampfer nochmal die Kurve. Dieser Song wird trotz seiner (Über-)Länge keineswegs langweilig. Die krasse Bridge leitet perfekt zum hymnischen Refrain über. Bravo! (4|5)
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10. SPIDER
Der folgende Track ist wieder extrem schnell gehalten und bildet dadurch den Kontrast zu seinem Vorgänger. Trotzdem fällt "Spider" eher unter die hohe Messlatte des Albums. Besonders der Refrain fällt ziemlich karg und textlich uninspiriert aus. Lückenfüller. (3|5)
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11. THE PIPER MC LEOD
Hier haben wir es mit einem kurzen Instrumentaltrack zu tun, über den ich keine großen Worte verlieren werde. Er ist passend an dieser Stelle, da er eine gute Überleitung zum nächsten Song darstellt. (4|5)
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12. COMING HOME
Denn hier lauert erneut ein echtes Highlight. Im hiesigen Song finden nochmal Dudelsäcke ihre Verwendung, weshalb bestimmt kurz zuvor das Instrumental "The Piper McLeod" zu hören war. "Coming Home" drückt aufs Gaspedal und steht ungefähr mit dem Übersong "Highland Farewell" auf einer Stufe. Hier kann man ganz klar den epischen Refrain loben. (5|5)
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13. WHEN RAIN TURNS TO BLOOD
Dies ist nun der vorletzte und längste Song des Albums. Es liegt ein erneuter Balladenversuch vor, der trotzdem nicht ganz gelingt. Der Titel leidet eindeutig unter seiner Länge, sodass ich mich etwas gelangweilt fühlte. Wie wir wissen können Grave Digger ja ebenfalls lange Songs erschaffen, die nicht ermüden (siehe "Whom The Gods Love Die Young"). An dieser Stelle istb dies leider nicht der Fall. (3|5)
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14. WATCH ME DIE
Ich persönlich finde den Bonustrack absolut großartig. "Watch Me Die" steckt noch voller Power und Härte. Er ist ein gekonnter Abschluss und überholt seinen Vorgänger um Längen. (5|5)

Fazit: "The Clans Will Rise Again" konnte und kann mich noch immer positiv überzeugen. An einigen Stellen sind zwar Lücken erkennbar, die früher so nicht vorhanden waren, aber damit kann ich sehr gut leben. Die Band existiert schließlich schon seit ein paar Jährchen. Der Tonträger bekommt von mir folglich 5 verdiente Sterne! Ich hoffe, die Band wird uns weiterhin Alben dieser Klasse bescheren.


Fear No Evil
Fear No Evil
Preis: EUR 14,98

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 20 Jahre im Geschäft, und immer noch umwerfend, 9. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Fear No Evil (Audio CD)
Ein Blick auf das Cover der neuen Doro Scheibe genügt, um zu erkennen, dass die blonde Metal-Legende mit "Fear No Evil" ein gewisses Eigentribut an vergangene Warlock-Zeiten präsentiert. So manches Fan-Herz könnte da in Nostalgie ausbrechen, aber wie steht's im musikalischen Bereich bei Frau Pesch? Im Voraus kann sie zumindest schon mit einem umwerfenden Artwork bezaubern. So war ich hier eigentlich schon von Anfang an auf Doro's Seite, dennoch wurde nun auch das Interesse nach dem Songmaterial geweckt. Nachdem die Künstlerin drei Jahre zuvor mit "Warrior Soul" sehr hochwertig vorgelegt hatte, stieg die Spannung bei "Fear No Evil" folglich umso mehr. Die Frage, ob Doro ihren Namen in Ehre hält oder, ob sie sich nun selbst abschießt, stand im Raum und benötigte dringend eine klare Antwort.

Das Album wird gleich mit dem längsten Track eingeleitet. "The Night Of The Warlock" beginnt mit einer Stimmfrequenz des "Warlocks höchstpersönlich", die mich persönlich jedes Mal aufs Neue nervt. Der Song selbst ist jedoch ein perfekter Opener, da er durch sein eingängiges Riff und den kurzen Refrain sehr großes Ohrwurmniveau besitzt. Nun, gleich am Anfang ein absolutes Highlight rauszuhauen kommt doch immer gut, oder?
Auch die nächsten vier Titel "Running From The Devil", "Celebrate", "Caught in a Battle" und "Herzblut" gefallen mir sehr gut. "Running From The Devil" ist ein düsterer Stampfer mit klasse Refrain, "Celebrate" eine großartige Party-Hymne, die einfach Spaß macht, "Caught in a Battle" zeichnet sich als krasse Uptempo-Nummer aus, bei der man die Matte so richtig sausen lassen kann. Danach kommt mit "Herzblut" eine grandiose und gefühlvolle Ballade genau richtig. Natürlich gibt es auch Ausreißer, die nicht so gefallen oder eben nicht der Rede wert sind ("On The Run", "It Kills Me", "25 Years"). Mich überzeugt dafür noch ganz besonders die reine Ballade "Walking With The Angels", bei der Doro im Duett mit Ex-Nightwish-Sängerin Tarja Turunen zu hören ist. Hervorzuheben sei auch das Lied "I Lay My Head Upon My Sword", welches mich irgendwie immer an Manowar erinnert, aber eine wirklich gute Melodie besitzt. Auch der vorletzte Titel "Long Lost For Love" ist sehr eingängig und überzeugt. Enttäuschend ist für mich nur der Abschluss "25 Years". Diesen "Song" (wenn man ich überhaupt als solchen bezeichnen kann) halte ich für komplett überflüssig. Belangloses Gedudel, in das Frau Pesch Wortfetzen wie "Thank You", "You’re My Family" oder "Für Immer" säuselt. Naja, kein Kommentar... ;)

Am Ende sehe ich "Fear No Evil" als wirklich umwerfendes Album an. Es besitzt mehr gute Songs als schlechte, und wie man weiß, war dies bei Doro ja einige Zeit nicht selbstverständlich. Man kann natürlich sagen, dass ihr Auftreten, ihre Musik und besonders ihre Texte teilweise an Pathos ersticken, ich finde das Gesamtergebnis allerdings absolut in Ordnung. Metal- und Hardrock-Fans sind mit "Fear Of Evil" jedenfalls bestens bedient.
Meinerseits gibt's vier Sterne.


Die Toten Hosen - MTV Unplugged: Nur zu Besuch, Unplugged im Wiener Burgtheater
Die Toten Hosen - MTV Unplugged: Nur zu Besuch, Unplugged im Wiener Burgtheater
DVD ~ Die Toten Hosen
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Ein großes Erlebnis, 2. Oktober 2012
Ach, lang ist's her, dass Die Toten Hosen mit ihrem 1983 erschienen Debüt-Album "Opel Gang" das Licht der Welt erblickten. Zu jener Zeit als ihrerseits mehr heftige Alkohol- und Drogenexzesse an der Tagesordnung standen, hätte weder ein Anhänger, noch ein Mitglied der Band, je davon geträumt einmal einem unplugged-Konzert beizuwohnen bzw. eines zu geben. So ganz ohne Risiko, ganz ohne Krawall, ganz ohne Ungezügeltheit.

Ja, man merkt doch, wie die Zeit vergeht. Die fast dreißig Jahre haben deutliche Spuren hinterlassen. Die Toten Hosen sind erwachsen geworden, und das ist auch gut so. Ich möchte keinesfalls arrogant klingen, Campino und seine Kumpanen begleiteten mich mit ihrer Musik bis jetzt durchs Leben und werden dies hoffentlich weiterhin tun. Auch fand ich ihre alten Klassiker ganz hervorragend, dennoch bin ich mehr als nur angetan von der Wandlung, die die Band vollzogen hat. Seit 1996 befindet sich das Quintett auf einem Höhenflug aus Reife und Entwicklung. Ich fand die Texte besonders auf "Opium fürs Volk", aber ebenfalls auf den Folgealben einfach nur exzellent. Es wurde eine sehr gute Abwechslung zwischen Songs getroffen, die sich sowohl mit sehr ernsten, politischen bzw. gesellschaftlichen Themen, als auch mit lustigem befassten. Und mal ganz ehrlich: Würden Titel, wie "Hofgarten" jetzt auch noch auf eine Hosen-CD passen. Ich denke nicht.

Allerdings ist mir erst seit dem Konzert im Wiener Burgtheater klar, dass Die Toten Hosen auch ohne riesige Bühnenshow ein wirklich sehr ansprechendes Live-Erlebnis präsentieren können. Ich war zwar nicht persönlich dabei, doch jedes Mal, wenn ich mir die dazugehörige CD anhöre bzw. den DVD ansehe, ärgere ich mich darüber. ;)
Zu loben sei auch die Set List. Die Musiker geben etliche Songs, aus nahezu allen Alben zum Besten. Das Repertoire reicht von "Opel Gang" über "Böser Wolf" bis hin zu "Eisgekühlter Bommerlunder". An Vielseitigkeit mangelt es folglich ganz und gar nicht. Die Gruppe zaubert teilweise auch einige Neuinterpretationen aus dem Ärmel, sodass dem Zuschauer der Überraschungseffekt ebenfalls nicht verwehrt bleibt. All das legen Die Toten Hosen mit einer musikalischen Überzeugung, Beherrschung und Präzession dar. Ich finde es sehr gut, dass dieses Konzert auf CD und DVD gebannt wurde, denn es ist jedes Mal aufs Neue ein großes Erlebnis, das sich lohnt gehört und gesehen zu werden. Und das gilt sicherlich nicht nur für Fans der Band. Ich war manchmal wirklich überrascht über das Können des Quintetts. Alle Achtung!

5 Sterne


The High End of Low
The High End of Low
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Noch nicht am Ende, 2. September 2012
Rezension bezieht sich auf: The High End of Low (Audio CD)
Zwei Jahre sind ins Land gezogen seitdem der umstrittene Ausnahmekünstler Marilyn Manson seinen sehr durchwachsenen Tonträger "Eat Me, Drink Me" veröffentlichte. Nun meldet er sich mit einem brandneuen Album im Kasten zurück. Ähnlich wie alle Vorgänger ist auch "The High End Of Low" ein ganz schön schwieriger Brocken. Zwar war die Musik dieser Gruppe noch nie einfach, dennoch finde ich es recht verzwickt hier eine Bewertung zu schreiben. Besonders nachdem "Eat Me, Drink Me" meiner Meinung nach wirklich enttäuschend war. "The High End Of Low" benötigt einige Hördurchgänge, um sich vollends zu entfalten. Ich finde es mit jedem Mal interessanter und auch eingängiger. Für mich steht außerdem fest, dass es seinen Vorgänger ganz klar übertrifft. Dennoch genehmigt sich Marilyn Manson auch hier einige Ausrutscher. Da dient meines Erachtens wohl das neunminütige Stück "I want to kill you like they do in movies" als bestes Paradebeispiel. So banal wie der Titel selbst, so ist auch der komplette Song einzustufen. Da merkt man doch ganz klar, dass die Kreativität an gewissen Stellen gehörig flöten ging. Ganz anders im Vergleich zu den alten Alben (Holy Wood, The Golden Age Of Grotesque, Mechanical Animals)... Da war für mich nahezu jeder Track ein absolutes Highlight, auch zeigte sich die Band/der Künstler oftmals abwechslungsreicher. Nungut, immerhin geht es hier um das inzwischen siebte Studioalbum dieser Gruppe, da habe ich nun auch nicht mehr die Erwartungen, wie seinerzeit bei "Holy Wood". Dennoch ist „The High End Of Low“ insgesamt ein recht gutes Album geworden. Wenn auch nicht perfekt, es geht aufwärts mit dieser Band, wie ich finde.

Fazit: "The High End Of Low" ist sicherlich nicht die schlechteste Manson-Veröffentlichung, dennoch ist die Enttäuschung einiger Fans durchaus verständlich. Sowohl musikalisch, als auch textlich kann das Niveau der alten Zeiten nicht mehr eingefangen werden. Der Tonträger bietet trotzdem einige Hits. "The High End Of Low" kann Spaß machen, man muss sich als Hörer jedoch ganz darauf einlassen. Am Ende bleiben vier Sterne übrig, mit denen eine nicht komplett überzeugende CD dieser Art, voll und ganz bedient sein dürfte.

Ps. Mir ist aufgefallen, dass es hier doch ganz schön an Abwechslung fehlt. Dieses Album enthält unzählige langsame Stücke und Balladen. Das soll nicht heißen, dass ich Herr Manson nicht auch mit ruhigeren Klängen sehr gern höre, dennoch vermisse ich so einen richtigen Kracher á la "The Fight Song“. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Das neuste Werk der Schock-Gruppe ist nun erschienen, eventuell wird mein Wunsch ja darauf erfüllt...


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