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Rezensionen verfasst von
Mario Pf. (Oberösterreich)
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Talleyrand: Virtuose der Macht 1754 - 1838
Talleyrand: Virtuose der Macht 1754 - 1838
von Johannes Willms
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,95

12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Politischer Wendehals, Frauenheld, Staatsmann - die vielen Gesichter des Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord, 25. August 2011
Bischof, Abgeordneter, Exilant, Außenminister und Diplomat und doch ist Charles-Maurice Talleyrand vor allem in letzteren beiden Funktionen in die Geschichte eingegangen. Neben seinen Verdiensten die er sich als Diplomat und Vermittler erwarb ist der Nachwelt aber vor allem auch die Kontroverse um Talleyrand erhalten geblieben, ein Disput den der Lebemann schon zu Lebzeiten selbst anzufachen begann. Er hat die Revolution unterstützt, ist vor dem Großen Terror geflohen, als Außenminister zurückgekehrt, hat sich auf die Seite Napoleons geschlagen, nur doch am Ende dessen Absetzung und die Restauration der Bourbonen in die Wege zu leiten.

Vorgesehen wäre der Erstgeborene einer verarmten hochadeligen Familie jedoch für den Militärdienst gewesen, wie schon Charles-Maurice Vater. Als sich jedoch abzeichnete dass der junge Talleyrand wohl lebenslang an einem Klumpfuß leiden würde schied diese Möglichkeit aus und der Junge wurde für eine klerikale Karriere bestimmt. In einer Zeit als Ämter und Pfründe innerhalb der französischen Kirche, die immerhin gut 25% des Landbesitzes ihr Eigen nennen durfte, oftmals noch von Onkeln auf ihre Neffen vererbt wurden und Verwandtschaftsbeziehungen einen raschen Karriereaufschwung garantierten konnte sich Charles-Maurice glücklich schätzen die Protektion des Erzbischofs von Reims zu genießen, Alexandre-Angélique de Talleyrand-Périgords.

Nach eigenen Aufzeichnungen hatte sich Charles-Maurice bald mit diesen Karriereaussichten abgefunden, denn seine sozialen Kontakte beeinträchtigten sie ja nicht. Im Gegenteil der junge Priesterseminarist und spätere agent général (der oberste Repräsentant des Klerus gegenüber der Regierung) entpuppte sich als wahrer Salontiger, dessen Aufstieg durch wohlwollende Damenbekanntschaften noch zusätzlich befeuert wurde. Mit einem Bischofssitz in Aussicht begann sich der Generalbevollmächtigte Talleyrand jedoch auch mit der prekären Situation des niederen Klerus auseinanderzusetzen, der mit 500 livres im Jahr auskommen musste, während die Bischöfe mit ihren Pfründen ein mehr als luxuriöses Auskommen fanden. Der in der allgemeinen Bevölkerung spürbare Druck wurde auch in der Kirche spürbar, doch auch Talleyrand konnte nur eine Erhöhung des Solds auf 700 livres durchsetzen.

Schließlich zum Bischof aufgestiegen sollte auch die politische Karriere Charles-Maurice ihren Anfang nehmen und so wurde als Deputierter zu den Generalständen entstand, um dort als Abgeordneter des Ersten Standes zu fungieren. Und damit begann Talleyrands revolutionäre Karriere, indem er sich in eigenen Worten den Ereignissen zur Disposition stellte. Zwei Wochen sollte er dabei sogar als Präsident der Nationalversammlung amtieren dürfen. Doch die Eskalation der Revolution brachte auch allmählich ihn, wie viele seiner Standesgenossen, in letale Gefahr. Glücklicherweise konnte er sich als Diplomat in London bereits seine ersten Sporen verdienen, auch wenn er dort noch vehement gemieden wurde. Über London gelang ihm aber die Flucht ins Exil und danach auch in die USA, der vorläufige Tiefpunkt und Durchhänger seiner Karriere.

Die Rückkehr aus dem Exil als mittlerweile 11. Außenminister eines geläuterten Direktoriums sollte ihm schließlich zum Durchbruch verhelfen. Rechtzeitig zurückgetreten und auf die Seite des ehrgeizigen Generals Napoleon Bonaparte geschlagen trotzt er dem nachmaligen Ersten Konsul das Privileg ab als einziger dessen Minister stets Zugang zu ihm zu haben. Auch wenn sich Talleyrand gerne damit schmückte für den korsischen Aufsteiger ein Mentor zu sein, so sollte dessen Expansionismus doch zu einem Streitpunkt zwischen den beiden Männern werden, denn Napoleons imperiale Begehren hielt Talleyrand für verderblich. Er präferierte eine französisch-österreichische Achse, gegen Russland.

Trotz allem ging der spätere Kaiser der Franzosen mit Talleyrand allerdings unerwartet schonend um, was Johannes Willms als der Bewunderung des korsischen Artillerieleutnants für den weltgewandten Außenminister deutet, dessen Verhandlungsgeschick zum Erfolg und damit der Festigung des Mythos Napoleons schließlich auch beigetragen haben. Das Faszinosum Talleyrand sollte aber auch den Niedergang Napoleons besiegeln, denn der zum Vice-Grand Electeur bestellte sollte es sein der im Senat die Absetzung des Kaisers der Franzosen orchestrierte und die Restauration der Bourbonen unter Louis XVIII. ermöglichte, was ihn unter diesem sogar die Rückkehr als Außenminister und Frankreichs Vertreter im Wiener Kongress erlauben sollte.

Talleyrands Karriere ist faszinierend und nimmt daher auch einen prominenten Platz in der Biografie Johannes Willms ein, auch wenn sich der Autor bei den über die Jahrhunderte besonders heiß diskutierten Themen auch auf das Privatleben des Diplomaten konzentriert. Dabei erlebt man ein Phänomen das man auch in Willms Napoleon-Biografie stellenweise erleben kann, an fortgeschrittener Stelle verirrt sich die Biografie ein wenig in diesen Affären. Ähnlich wie bei Willms Napoleon-Porträt hat auch bei seiner Talleyrand-Biografie den Eindruck die Betrachtung der Person erfolge eher von außen, auch wenn sich Willms weitgehend sehr stark auf Talleyrands Memoiren und Aufzeichnungen stützt. Diese durchaus objektive Distanz schafft einen speziellen Blickwinkel, der aber zeitweise auch einen Keil zwischen Leser und dem porträtierten "Objekt" treibt. Was Willms zudem versucht ist die Widersprüchlichkeit und Besonderheit der Person Charles-Maurice Talleyrand festzuhalten und enthält sich daher einer immanenten Deutung, nur gelegentlich wagt sich der Biograf daran Aspekte des Handelns und Lebens seines Porträtierten zu interpretieren. Was aber auch etwas irritierend wirken kann, vor allem weil Willms Talleyrands Bereitschaft sich "den Ereignissen zur Disposition zu stellen" als erzählerisches Motiv einsetzt, ob unbewusst oder auch nicht. Der Fokus liegt also auf einem Talleyrand der von den Ereignissen hin und her getrieben wird, nicht so sehr auf dessen Ziele, Visionen und so weiter. Es ist sogar ein Manko dass die Biografie auf nebenher betriebene Darstellung der französischen Außenpolitik eher ausgespart bleibt, vielleicht auch um ein wenig die tatsächlich eingeschränkte Machtbefugnis Napoleons Chefdiplomaten zu bezeugen.

- Resümee -
Mit Johannes Willms hat sich für die Abbildung der Lebensgeschichte der schillernden Persönlichkeit Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord ein erfahrener Biograf gefunden, dessen Napoleon-Biografie schon mehrere Auflagen erlebt und den Ruf des Autors als Kenner der französischen Geschichte untermauert hat. Lorbeeren auf denen sich Willms auch hätte ausruhen können, doch statt mit seiner Talleyrand-Biografie Resteverwertung von Rechercheerkenntnissen zu betreiben ist ihm ein eigenständiges Lebensbild gelungen. Eine Biografie die sich und das sollte man Leser besser vorher wissen, aber auch sehr stark auf das Biografische konzentriert und nicht so sehr die Ereignisse der Zeit. Der Blickwinkel ist eng gefasst und so scheint Willms "Talleyrand: Virtuose der Macht" tendenziell eher als Vertiefungsliteratur zum Leben des facettenreichen Außenministers in einer turbulenten Epoche empfehlenswert.

Napoleon: Eine Biographie
Napoleon: Eine Biographie
von Johannes Willms
  Broschiert
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Aufstieg und Fall des kleinen Korsen, 24. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Napoleon: Eine Biographie (Broschiert)
Neben Alexander den Großen und Cäsar gilt Napoleon Bonaparte als einer der größten Feldherren der europäischen Geschichte und hat dabei mit Cäsar unter anderem gemein dass sein Aufstieg zu imperialen Würden als Schulbeispiel für den Willen zur Macht eingegangen ist. Doch wer war dieser Mann, der vom wenig begüterten Leutnant und korsischen Patrioten zum Kaiser der Franzosen und Schrecken der europäischen Großmächte werden sollte.

In seiner Napoleon-Biografie versucht Johannes Willms nicht nur die historischen Taten Napoleons nachzuzeichnen, sondern einen Blick auf die Persönlichkeit des kleinen Korsen zu ermöglichen. Dazu nutzt er die Korrespondenzen Napoleons und seiner Zeitgenossen ebenso, wie dessen literarischen Gehversuche. Gelungen ist ihm der Blick auf Napoleons Persönlichkeit vor allem in dessen jungen Jahren, als der Zweitgeborene nach dem Verlust des Vaters die Rolle des Familienoberhauptes übernahm und schon als junger Offizier den Großteil seines Lohns in die Heimat an seine Familie zurückschickte. Als Korse des Französischen nur mit Akzent mächtig fand sich der junge Napoleon in Willms Darstellung in der Militärschule als klassischer Außenseiter wieder, was er jedoch mit einem glühenden korsischen Patriotismus und entsprechenden erträumten Ambitionen als künftiger korsischer Befreier zu kompensieren versuchte.

Unwillkürlich fragt man sich bei den Schilderungen Willms wie aus diesem fast mittellosen Jungoffizier, dem keineswegs automatisch eine große Karriere möglich schien, zu "dem" Napoleon werden konnte, vor allem weil diesem jungen Mann Korsika zunächst mehr als Frankreich zu bedeuten schien. Eine konkrete Antwort darauf kann Willms nicht bieten, doch er verweist auf die Umstände, wie Napoleons Erkenntnis dass er alles was er bis dahin schon erreicht hat Frankreich zu verdanken hat und dass die korsische Nomenklatura Paolis den Bonapartes keineswegs jenen Platz einräumen würde, den sich Napoleon für sie gewünscht hätte. Zudem kam Napoleon ein eklatanter Offiziersmangel zu Hilfe, nachdem viele adelige Offiziere nach der Revolution ins Ausland geflüchtet waren. Dank dieses Umstandes blieb Napoleon mehr als nur einmal die Entlassung aus der Armee erspart und so war es ihm auch möglich überraschend schnell die Rangleiter nach oben zu steigen, nachdem er seine korsischen Ambitionen beiseite gelegt hatte. Nun konnte Napoleon beweisen welches Talent er wirklich besaß und so machte er sich für das Direktorium schon bald unverzichtbar.

Eine der Stärken von Johannes Willms Napoeleon-Biografie liegt in meinen Augen darin, dass sich der Historiker darauf verstanden hat gerade dem jungen Napoleon dem sonst eher weniger Raum gewidmet worden wäre Leben einzuhauchen und durch ihn bereits manche der Eigenschaften verständlich zu machen, die er in späteren Jahren vorweisen sollte. Willms verfällt jedoch gerade bei der Darstellung von Napoleons Jahren als General und politischem Aufstieg auf eine Außenperspektive des großen Strategen. Was jedoch auch einen Anreiz bieten kann, Napoleons Motive weiter zu ergründen. Interessant ist auch das Willms sehr geschickt Napoleons Zeitgenossen und einiger seiner Gegenspieler porträtiert, was einerseits mehr Leben in die Biografie bringt, zugleich aber manchmal auch von Napoleon ablenkt. Zugutehalten lässt sich Willms Biografie auch dass man wirklich eine gewisse Faszination für den Aufstieg Napoleons verspürt, denn so oft hätte er auf seinem Weg scheitern und nur als eine Fußnote in die Geschichte eingehen können. Dieser Aspekt ist für mich auch der wichtigste und das was mich an Willms Porträt des kleinen Korsen am meisten fasziniert hat. Als Abstriche empfinde ich jedoch dass sich die Erzählung manchmal regelrecht zu überschlagen scheint, es fehlt dann doch in manchen Passagen die Klarheit, was unter anderem aber am sehr lebhaften Erzählstil liegen mag.

Fazit:
Eine betont menschliche Biografie einer faszinierenden historischen Persönlichkeit.

Choices of One: Star Wars
Choices of One: Star Wars
von Timothy Zahn
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,80

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Thrawn: Reunion - Der vorläufige Schlussstrich unter der erweiterten Thrawn-Saga, 24. August 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Choices of One: Star Wars (Gebundene Ausgabe)
Als der Gouverneur des Candoras-Sektors den Rebellen das Angebot unterbreitet sich auf ihre Seite zu schlagen und eine neue Operationsbasis zur Verfügung zu stellen soll sofort ein Unterhändler aufbrechen, um die Situation zu evaluieren. Doch der Verrat des Gouverneurs ist dem Imperator nicht verborgen geblieben und so soll sich Mara Jade um den Abtrünnigen "kümmern". Angesichts der Sicherheitsmaßnahmen vor Ort und der Beteiligung der Rebellen glaubt die Hand des Imperators aber mit mehr Feuerkraft aufwarten zu müssen und begibt sich zunächst auf die Suche nach den einzigen fünf Soldaten die ihr fähig und erpressbar genug erscheinen bei dieser Operation auszuhelfen - die Hand of Judgment, der nach ihren vigilanten Umtrieben allmählich auch Geld und Munition ausgehen.

Während Luke den Leibwächter des Rebellen-Unterhändlers mimt und Han auf eigene Faust zu ermitteln beginnt, ob das Angebot an die Allianz nicht einen unerwarteten Haken haben könnte, nimmt der Sternenzerstörer Chimaera am Rande der Galaxis einen mysteriösen VIP auf, der sogleich das Kommando über das Schiff übernimmt und wegen seiner verschleierten Identität das Interesse des dritten Offiziers Gilad Pellaeon weckt. Zugleich wird Senior Captain Thrawns Bitte um sechs zusätzliche Sternenzerstörer für seinen Kampf gegen den Alien-Kriegsherrn Nuso Esva vom Imperator rundheraus abgelehnt, genauso wie Thrawns Vorschläge zur Verteidigung Endors und damit des Zweiten Todessterns...

CHOICES OF ONE führt 20 Jahre Thrawn-Trilogie und darauf aufbauende Spin-offs zusammen. Die vermeintliche ALLEGIANCE-Fortsetzung ist daher mindestens genauso ein Brückenroman für die Thrawn-Trilogie, die Hand of Thrawn- und Outboud Fligh-Duologien. Und das in die Ära der klassischen Filmtrilogie versetzt. Daher sei schon vorweg daraufhingewiesen dass die "Gastauftritte" bekannter Charaktere wahrhaft Legion sind. Dafür versucht das Buch ein wenig all das zu sein, was in den letzten Jahren an Fanwünschen eingebracht wurde, ein Roman der Gilad Pellaeon in den Mittelpunkt rückt, ein Roman über Thrawns Jahre als imperialer Offizier in den Unbekannten Regionen, eine neues Buch über Mara Jade bzw. die Hand of Judgment oder auch ein Timothy Zahn-Roman in der klassischen Ära. Mit CHOICES OF ONE hat Zahn die Entscheidung getroffen diese Wunschliste vorerst abzuhacken und auch wenn es einen wurmen vielleicht wird dass gerade der eigene Wunsch in der vorliegenden Form sprichwörtlich zu kurz gekommen ist, so ist doch die typisch zahnsche Verknüpfungsleistung bewundernswert.

Mit der Einführung des Kriegsherrn Nuso Esva schafft Zahn in CHOICES OF ONE gewissermaßen einen Anti-Thrawn, dessen perfider Plan nicht die Eroberung der Galaxis aber zumindest die Expansion in imperialen Raum und Thrawns Vernichtung umfasst. Mit welchen ausgeklügelten Manövern sich die beiden Meisterstrategen jedoch an den Kragen gehen wird erst allmählich enthüllt, denn nichts in CHOICES OF ONE tatsächlich so wie es scheint. Nesva und Thrawn haben ein Netz von Intrigen gesponnen, indem die Rebellen nur Schachfiguren Schachfiguren sind und mit so einigen überraschenden Wendungen zu rechnen ist. Wie schon in ALLEGIANCE geraten Luke, Han und Co. bestenfalls zu Nebendarstellern, auch wenn sich Han noch einer interessanten Interpretation Zahns erfreuen darf.

Der Rebell wider willen befindet sich in CHOICES OF ONE nämlich an einem persönlichen Scheideweg, zwar unterstützt er schon sei geraumer Zeit die Rebellen, doch bisher hatte er es geflissentlich vermieden sich formell um eine Aufnahme zu bewerben. Entsprechend wurden ihm bei den letzten Missionen auch Informationen vorenthalten, die ihm als "Zivilisten" nicht anvertraut werden konnten. Das nagt nun an ihm und die Mission in das Poln-System könnte ihn zwingen seine neutrale Haltung endgültig aufzugeben. Ein anderer Corellianer gerät hingegen an Bord der Chimaera ins Rampenlicht. Commander Pellaeon, der nun weniger vor einer schicksalsträchtigen Entscheidung steht als viel mehr dem Rätsel wer oder auch was Lord Odo ist, der das Kommando über den Sternenzerstörer an sich gerissen hat. Mit seinem Scharfsinn und unkonventioneller Einstellung erkennt man schnell warum Pellaeon dereinst zu Thrawns gelehrigen Schüler und rechter Hand werden konnte.

Etwas blass bleibt hingegen der mit Thrawn reisende Jorj Car'das, der seine Schmuggler- und Informationsmaklerorganisation in den fähigen Händen Talon Kaardes zurückgelassen hat, angesichts seines angegriffen Gesundheitszustands im Verlauf des Buchs aber jene Entscheidung treffen muss die ihn dorthin bringen wo er sich in der Hand of Thrawn-Duologie befindet. Aber Car'das hatte mit OUTBOUND FLIGHT ja auch schon "sein" Buch, in dem sich Zahn ausgiebig beschäftigt hat. Der gleichen Logik folgend nimmt sich auch Maras Part sehr bescheiden aus, ähnlich der Hand of Judgment. Dass die fünf Deserteure Mara so bereitwillig folgen liegt auch daran, dass ihre Karriere als Star Wars-Äquivalent eines A-Teams an der schieren Realität zu scheitern droht dass ihnen langsam sogar die Rüstungen zum Wechseln und Tarnidentitäten für ihr Schiff ausgehen, ungeachtet der knapper werdenden Geldmittel für die einfachen Dinge wie Munition oder Feldrationen. Nach ALLEGIANCE ahnte man schon, die am Rande des Imperiums und damit in relativer Nähe zu Thrawns Operationsgebiet agierenden Trooper irgendwann zu den Namensgebern des Empire of the Hand werden könnten. CHOICES OF ONE ist nun der Roman in dem das passiert.

Was Timothy Zahn für seinen auch im Zeichen des 20jährigen Jubiläums HEIR OF THE EMPIRE's stehenden Brückenroman wirklich gelungen ist, ist noch ausstehende Wendepunkte und Fundamentlegungen zusammenzufassen, es ist der Schlussstein einer Saga die vor bereits 20 Jahren begann. Daran wie Zahn mit einem Riesen-Cast wie in CHOICES OF ONE umzugehen versteht reichen nur wenige Autoren des Expanded Universe heran, kein Wunder, Zahns Qualitäten als Autor (unabhängig von seinen Leistungen für das EU) wurden ja bereits einmal mit einem prestigeträchtigen Hugo Award belohnt. Nach den Rätseln und Wendungen die Zahn einmal mehr gekonnt orchestriert ist es sogar irgendwie dass man nicht mehr über Thrawns Kampagnen in den Unkown Regions zu lesen bekommt. Aber Zahn hat wieder einmal sehr subtil jene Grundstimmung der Thrawn-Trilogie wiederaufleben lassen in der ein geläutertes Imperium durchaus auch sympatische Seiten zeigt, so dass man hofft, dass wenn, dann sich schon .Zahn eines Tages an einen Roman über das aufstrebende Rest-Imperium Jagged Fels heranwagen wird.

Dass Zahns große Reunion auch Schwachstellen vorzuweisen hat sei an dieser Stelle nicht verschwiegen. Wer sich anstatt eines Lückenfüllers, in dem empfundermaßen alles etwas zu kurz kommen kann, nämlich einen eigenständigen Thrawn-, Pellaeon-, Mara Jade--, Hand of Judgment- oder OT-Ära-Roman erwartet hätte wird wie bereits erwähnt tendenziell enttäuscht sein. Man kann nur betonen dass die gewählte Form als Crossover die am einfachsten zu realisierende Form war (ansonsten wären manche Handlungsfäden einfach unter den Tisch gefallen) und Zahn dieses es auch gekonnt inszeniert hat, doch dem sich über Jahre selbst ausgemalten kann Zahns Szenerie sicher nicht immer das Wasser reichen. Deutlicher wird das noch in der reduzierten Charakterdarstellung bei manchen ehemaligen Sympathieträgern. CHOICS OF ONE ist irgendwie zwiespältig, einerseits bietet es Momente auf die man seit Jahren gewartet hat und lässt immer wieder die Atmosphäre der Thrawn-Trilogie aufleben, doch zugleich ist es doch auch immer so anders als man es sich erwartet hat.

- Resümee -
CHOICES OF ONE ist nicht makellos. Wen das pflichtschuldige Auftreten der Großen Drei in ALLEGIANCE schon gestört hat wird an den noch einmal drastisch erhöhten Gastauftritten des Nachfolgers wohl verzweifeln. Und wer sich einen eigenständigen Roman über einen seiner Lieblingscharaktere erwartet auch. CHOICES OF ONE ist der krönende Schlussstein in Zahns 20jähriges Opus und verbindet als Crossover nun die Geschichten der Hand of Judgment mit Outboud Fligh, der Hand of Thrawn und der Thrawn Trilogie selbst. Entsprechend reich ist das Buch daher an Anspielungen und Verknüpfungen. Durch die Gegenwart des späteren Großadmirals und eines mindestens ebenso verschlagen Alien-Warlords kommt es zu so einigen Thrawn-Momenten, die schon Zahns Kultwerke ausgezeichnet haben. Und das Netz der Intrigen ist so dicht dass die Handlung auf lange Zeit unvorhersehbar bleibt.

Fazit:
Der Zahn der alles verbindet und wieder einmal für richtige Thrawn-Momente sorgt.

Star Wars: Blood Ties: Jango and Boba Fett
Star Wars: Blood Ties: Jango and Boba Fett
von Tom Taylor
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,20

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Väter und ihre Söhne, 23. August 2011
Gerade noch lehrt Jango Fett seinen Sohn wie der seine Angst überwinden kann, indem er mit dem Jetpack Fetts ausgestattet einem Balyeg seinen Zahn entfernen kann, da ruft bereits die Pflicht. Count Dooku hat einen neuen Auftrag für den Kopfgeldjäger und bei diesem darf ihm Boba sogar assistieren. Auf Atzerri droht ein helmtragender Unbekannter zur Gefahr für die Geheimoperation auf Kamino zu werden und die Fetts sollen ihn aus dem Verkehr ziehen. Nachdem Boba den unbekannten mit einem Scharfschützengewehr niedergestreckt hat, will Jango auf Nummer sicher gehen und entdeckt im Handgerangel mit dem noch nicht so toten Unbekannten dessen Geheimnis...

Jahre später erfährt Boba von seinem Bankier dass sein Vater einem gewissen Connor Freeman einen Fond gestiftet hat und nun ist auf Freeman ein bescheidenes Kopfgeld ausgesetzt worden, das dennoch das Interesse einiger Mitglieder der Kopfgeldjägergilde erregt hat...

Dark Horse Umbau seines Comicprogramms und auch die Verzögerung weiterer Dark Times-Ausgaben hat dazu geführt dass es in Sachen Star Wars Comics durchaus interessante Impulse zustande gekommen sind. Wie auch das Konzept der Blood Ties Comics, deren erster Ableger sich mit einer um Geschichte um Vater und Klon Fett beschäftigt. Die Idee hinter den Blood Ties Comics, gewissermaßen ein Crossover im kleinen inszenieren, indem verschiedenen Ären und damit zwei Generationen verbunden werden. Ein Ansatz den schon die Jude Watsons Jedi Apprentice und Jedi Quest Crossover verfolgt haben und der auch sehr interessant in Dark Horse eigenem Jabiim-Crossover "In the Shadows of their Fathers" verfolgt wurde. Die Entscheidungen des Vaters prägen da das Leben des Sohnes und ähnlich muss sich der Sohn entscheiden entweder den Fußstapfen seines Vaters zu folgen oder einen neuen Weg einzuschlagen.

Dass ausgerechnet Tom Taylor (Star Wars: Invasion, Purge 3 The Hidden Blade, The Will of Darth Vader, Luke Skywalker and the Dragon Snakes) den Auftrag erhalten hat den ersten Blood Ties Comic aus der Taufe zu heben überrascht nicht, Taylor gehört in Sachen Star Wars bei Dark Horse gerade zu den viel beschäftigten Autoren. Die besondere Vorliebe Taylors auf die Erzählboxen zu setzen passt aber diesmal vor allem ganz gut zum wortkargen Boba. Die fotorealistischen Zeichnungen Chris Scalfs sind angesichts des düsteren Tons der meisten "Fett-Stories" durchaus atmosphärisch.

- Resümee -
Inhaltlich gibt der Comic allerdings nicht allzu viel her, außer der ganz gut umgesetzten Idee Boba einmal mit einem Sohn eines Klon-Deserteurs zusammenzubringen und Jangos Verantwortungsgefühl für die Kinder seiner Klone. Ein Thema dessen man sich in einem Roman passenderweise viel ausführlicher hätte annehmen können, aber für Interessierte sei nun eben auf diesen Comic verwiesen. Und was wäre eine Boba Fett-Geschichte in der der prominenteste Kopfgeldjäger der Galaxis nicht mit dem vollen Arsenal seines Anzugs auftrumpfen kann.

Mass Effect, Bd.2: Evolution
Mass Effect, Bd.2: Evolution
von Omar Francia
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Unbekannte und die Anfänge von Cerberus, 23. August 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mass Effect, Bd.2: Evolution (Broschiert)
In Drew Karpyshyns dritten Mass Effect Roman VERGELTUNG wurde es bereits angedeutet, zu Zeiten des Erstkontaktkrieges stand der Unbekannte im Dienste des Allianz-Militärs und genoss eine entsprechende Ausbildung. Mac Walters (der Lead Writer hinter Mass Effect) und John Jackson Millers (Knight Errant, Knights of the old Republic) EVOLUTION entführt nun genau in diese Ära und gibt Antworten darauf wer war der Unbekannte bevor er zum Mastermind hinter Cerberus wurde.

Es begann auf Shanxi. Während des legendären Erstkontaktkrieges der in der Aufnahme der Allianz in den Citadel-Rat und zu fortwährenden Feindseligkeiten mit den Turianern führen sollten kämpfte Jack Harper mit seiner Partisanengruppe gegen die turianischen Bodentruppen. Unterstützt von General Williams sollte Harpers Truppe vor allem herausfinden wonach die turianischen Patrouillen fieberhaft suchten. Während Williams zum Rückzug gedrängt wird gibt er Harper, dem es zumindest gelungen ist einen turianischen Offizier gefangen zu nehmen, noch 20 Stunden und einen Panzer, um das Geheimnis der Turianer zu lüften. Und tatsächlich trotz ihres wenig hilfreichen Gefangenen, der sich als turianischer General entpuppt, gelingt es Harper in einer Höhle ein uraltes Relikt freizulegen und dabei eine Gruppe in dunkle Kutten gewandter weiterentwickelter Turianer zu überwältigen. Doch bei der näheren Untersuchung des Artefakts wird Harpers Partner getötet und der Söldnerführer durch die Strahlung in ein mehrwöchiges Koma befördert, aus dem er erst in einem turianischen Labor wieder erwacht...

EVOLUTION verrät vieles und deutet vielleicht auch bereits an warum Cerberus ausgerechnet den größten Helden der Menschheit verfolgt, während die Erde zu einem der ersten Ziele der Reaper-Invasion wird. Ähnlich wie der erste Mass Effect Comic ERLÖSUNG die Vorgeschichte zum Shadow Broker-DLC geliefert hat scheint EVOLUTION nun die Hintergrundgeschichte des Unbekannten zu beleuchten, um dessen Mysterium ein Stück zu lüften und doch den Mythos auszubauen. Jack Harpers Verbindungen zum Allianz-General Williams, der den ersten Cerberus-Kämpfern eine militärische Ausbildung ermöglicht hat, erlauben nun Rückschlüsse warum Cerberus in Mass Effect 1 noch als Black Ops Division der Allianz gedeutet wurde. Während Williams jedoch in Ungnade fiel formte der Unbekannte aus Harpers anti-turianischen Widerstandskämpfern das Cerberus-Netzwerk und konnte damit auch tief in die Ränge der Allianz vorstoßen.

Interessant sind auf jeden Fall die Parallelen zu Commander Shepard die Walters und Miller in EVOLUTION inszenieren. Wie beim großen Held der Menschheit auch Jack Harpers Aufstieg mit dessen Kontakt zu einem Alien-Artefakt, nur anders als bei Shepard keinem protheanischen sondern einer Kreation der Reaper, die Harper nicht nur Visionen von kommenden Ereignissen sondern auch neue Fähigkeiten schenken sollte. Und genau wie Shepard ist Harper davon beseelt die drohende Katastrophe zu verhindern, nur bei der Wahl der Mittel liegt dem Freiheitskämpfer/Terroristen das Agieren aus dem Schatten und über moralische Grenzen hinweg näher als Shepards Handlungen als Allianz-Marine und Spectre. Dafür steht am Beginn der Karrieren der beiden ein Turianer mit dem Nachnamen Arterius, in Harpers Fall der General und ältere Bruder von Shepards Gegenspieler Saren, Desolas. Und wie dereinst Saren, der die Ereignisse noch aus der Rolle des skeptischen Adjutanten erleben muss, ist auch Desolas davon überzeugt die Reaper-Technologie meistern und für die eigenen Machtbegierden einsetzen zu können.

Was sich in Omar Francias Zeichnungen außerdem langsam abzeichnet ist die Entwicklung von Harpers aus Mass Effect 2 sehr bekannten seltsamen Augen, wobei diese Entwicklung nicht eindeutig erklärt wird. Außerdem schwanken Francias Zeichnungen manchmal doch in der Qualität, was zu den wenigen Mankos des Comics gehört. Im Endeffekt läuft es jedoch auf das gleiche hinaus wie bei ERLÖSUNG oder Karpyshyns Romanen, die Autoren lassen der Geschichte ihre Freiräume und den Lesern ähnlich wie den Spielern im Game die Freiheit sich manches selbst auszumalen.

Mit einem Besuch der turianischen Heimatwelt Palaven stößt EVOLUTION zudem bereits in Bereiche vor, die Mass Effect 3 nachweislich besuchen wird, also wohl doch ein Prolog wie ERLÖSUNG zum Shadow Broker-DLC. Mit INVASION ist übrigens bereits der dritte Mass Effect Comic in Produktion und wird sich ab Oktober 2011 mit einer von Cerberus entfesselten Bedrohung auf Omega beschäftigen, der sich gerade die ungekrönte Königin Omegas Aria T'Loak entgegenzustemmen hat. Und Jänner 2012 führt William C. Dietz das Romanwerk Drew Karpyshyns (Mac Walters Kollege als Schöpfer der Mass Effect-Story) fort, mit der Invasion der Reaper, einer Rückkehr Kahlee Sanders und einer Vendetta des biotischen Wunderkinds Gillian Grayson, die nach der mutwilligen Ermordung ihres Vaters als Versuchsperson für Reaper-Technologie noch eine offene Rechnung mit Cerberus offen hat. Über die Zukunft des Franchise nach der Invasion der Reaper ist außerdem noch lange nicht entschieden und eine Fortsetzung nicht auszuschließen.

Fazit:
Dank des hochklassigen Artwork Omar Francias und der zahllosen Hintergrundinfos zum Unbekannten und Andeutungen in Richtung Mass Effect 3 ein Stück Mass Effect-Geschichte in das man als Fan unbedingt einen Blick riskieren sollte.

Ascension: Star Wars (Fate of the Jedi)
Ascension: Star Wars (Fate of the Jedi)
von Christie Golden
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Rückkehr der Hoffnung und die Nacht der langen Messer, 22. August 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Noch während die Lords des Lost Tribes darüber beraten, wie und ob man mit der Macht-Entität Abeloth ein für die Sith vorteilhaftes Bündnis schmieden kann, kündigt diese ihren Besuch auf Kesh einfach selbst an. Doch der Plan der Sith sich Abeloths zu bedienen, um die Mysterien ihrer Macht zu ergründen und sie dann zu entsorgen entpuppt sich als trügerisch und ehe sie sich versehen legt die Kreatur einen guten Teil der Sith-Hauptstadt in Trümmer und verleitet Gavar Khai und dessen Flotte mit dem Lost Tribe zu brechen.

Noch haben die Jedi aber ihre Jagd auf Abeloth noch nicht aufgegeben und mit Jaina Solo und der übergelaufenen Sith Vestara auf ihrer Seite hetzen Luke und Ben Skywalker noch einmal von ehemaliger Sith-Welt zu Sith-Welt, um die Spur Ships und damit Abeloths wiederaufzunehmen. Für Vestara bedeutet dies allerdings auch sich ihrem zum Verräter an den Sith avancierten Vater stellen zu müssen.

Währenddessen ist Moff Lecersen einmal mehr ins Zentrum des Geschehens gerückt und plant mit seinen Mitverschwörern fleißig am Sturz Jagged Fels und des Triumvirats. Unerwartet gerät Lecersen jedoch unter Druck, als jemand sein schmutziges Geheimnis aufgedeckt hat und mit der entflohenen Admiralin Daala samt ihrer persönlichen Flotte eine neue Bewerberin um Fels Posten ins Spiel zurückgekehrt ist...

Abstecher nach Kesh waren in FATE OF THE JEDI bis jetzt eher die Seltenheit, doch gerade Christie Golden, die den Lost Tribe of the Sith in OMEN überhaupt erst eingeführt hat, versetzt die Handlung in ASCENSION auf den ersten 50 Seiten gleich nach Kesh, um "ihren" Sith-Handlungsbogen die längst überfällige Wende zu verleihen. Der Lost Tribe gespalten und Gavar Khai damit als rechte Hand Abeloths ein Verräter am eigenen Volk, während sich seine Tochter über ihre Loyalitäten ganz und gar nicht mehr sicher ist, aber früher oder später in klassischer Star Wars-Manier wohl ihrem geliebten Vater stellen und eine schicksalshafte Entscheidung treffen muss. Dazu hätte es freilich schon früher kommen können, doch besser zu spät als nie oder erst in einem überfrachteten Finale.

Die Odyssee der beiden Skywalkers auf den Spuren Jacen Solos war ein Thema das sich vor allem in den ersten drei Bänden Fate of the Jedis manifestierte, um in die Jagd nach Vestara und schließlich Abeloths überzugehen. In ASCENSION findet sie nach einer letzten Beschleunigung ihr Finale, das sich für den einen oder anderen allerdings etwas enttäuschend ausnehmen könnte. Die Suche nach der Wahrheit, bei der der Weg eigentlich schon das Ziel war, kulminiert auf Seite 195. Egal was Troy Denning für sein Finale noch aus dem Hut zaubert, die Entscheidungen welche Luke nach seiner stillschweigenden Rückkehr als Großmeister im Alleingang beschließt besiegeln gewissermaßen das Schicksal der Jedi-Ritter, wohl um dem Reihentitel gerecht zu werden, der bisher nur durchblicken ließ dass das "Fate" der Jedi ihre wohl fortwährende Anfeindung ist.

Im Vorspiel zum Finale in Troy Dennings APOCALYPSE ist es Christie Goldens größter Verdienst lose Enden abzuschließen und somit "a little bit of closure" zu vermitteln. Vor allem die zeitweise völlig untergegangene royalistische Verschwörung Lecersens und seiner Möchtegern-Imperialen in Militär und Senat der Galaktischen Allianz wird zu einem natürlich blutigen Ende gebracht, in dem sich plötzlich auch Admiralin Daala wieder einzumischen beginnt und Freedom Flight eine Rolle spielt. Mit dem Abschluss dieser mehr flatterhaften als schattenhaften Handlungsbögen wird es allerdings noch einmal so richtig spannend, so dass man sich durchaus wünscht Golden und ihre beiden Autorenkollegen hätte sich genau so schon früher an diesen Subplot herangewagt.

Allgemein gesprochen, auf 350 Seiten bringt Golden die verschiedenen Subplots entscheidend voran, mehr als in einigen der vorigen Romane. Dadurch wird es noch einmal richtig spannend, wodurch auch einige Mängel in Hinsicht auf den Spielraum für die Charakterzeichnung verdeckt werden. Vestara Khai, immerhin Goldens Schöpfung, samt ihrer inneren Konflikte steht ganz eindeutig im Rampenlicht und stiehlt manch anderen Charakter auch den Raum. Das wirklich ärgerliche neben manch handwerklichen Mankos und vielleicht ein wenig rückwirkender Enttäuschung über das verspielte Potential mancher Subplots ist allerdings dann das einzig auf die Einleitung Dennings APOCALYPSE abzielende Finale in den letzten 50 Seiten. Nach der zugkräftigen Aufbruchsstimmung und den Hoffnungsschimmern die Golden vor diesen durchscheinen ließ wird dann noch einmal alles auf den Kopf gestellt. Das macht die Beurteilung des Bandes umso schwieriger, weil einerseits wirklich viel vorangebracht, doch dann wieder vieles auf ziemlich unglaubwürdige Weise rasch noch gekippt wird, während manche Plotauflösungen durchaus unbefriedigend erscheinen und an Charakterzeichnung allein Vestara in der Gunst Christie Goldens zu stehen scheint. Als Leser bleibt man also mit zwiespältigen Eindrücken zurück.

- Die Handlung -

Womit ASCENSION aufzuwarten weiß sind Turns und Twists, welche die Handlung nun ein entscheidendes Stück voranbringen. Für die einen wahrscheinlich zu spät, für die anderen nicht dramatisch oder atmosphärisch genug umgesetzt. Bei allem Lob sieht man sich doch gezwungen anzuerkennen dass den Ereignissen eine gewisse Rasanz innewohnt, die schon in Aaron Allstons CONVICTION einige Zeitsprüngen notwendig gemacht hat. Das Hinauszögern der großen Entscheidungen hat jedoch schlussendlich seinen Zweck erfüllt, nämlich die letzten drei Bücher nicht zu einem schwachen Epilog sondern dem entscheidenden Moment der Reihe zu machen. Was bei Allston aber noch geschmeidiger vonstatten ging fällt bei Golden deutlich mehr ins Gewicht, etwa wenn man plötzlich feststellen muss dass Wynn Dorvan zum neuen Triumvirn erhoben wurde. Auch die Wiederaufnahme einiger loser Handlungsfäden geschieht nur mit nachgereichter Erklärung für die längere Verzögerung.

- Das Wiederaufleben der Hoffnung -

Einer der prägendsten Eindrücke die ASCENSION vermitteln kann ist dass es doch nicht umsonst wahr sich diese neunteilige Reihe angetan zu haben. Nachdem die Reihe gewissermaßen mit der Aufgabe ins Rennen ging einige Mankos LEGACY OF THE FORCE' wieder auszubügeln und so nebenbei die Motivation für Jacen Solos tiefen Absturz nachzuliefern bekommt man nun die Resultate vorgelegt. Rückblickend hat es eine gefühlte Ewigkeit gedauert, bis die Jedi sich endlich dazu durchringen konnten endlich wieder einmal aktiv für ihre Ideale einzutreten und schlussendlich gar Daalas Repression abzuschütteln. Mit dem Eingreifen der Jedi in die Sklavenrevolten und dem Sturz Daalas haben die Jedi sich und die Allianz aus Civil War und Dark Reign in ein neues Heroic Age katapultiert und plötzlich ist alles möglich. Der mal mehr, mal weniger ins Rampenlicht gerückte und lange undurchschaubare Stabschef Daalas, Wynn Dorvan, wird nun zum neuen Hoffnungsträger stilisiert. Seine moralische Integrität hat er schon mit Einwänden gegen Daalas Vorgehen und der freundschaftlichen Beziehung zum rehabilitierten Raynar Thul bewiesen. Mit dem Rücktritt des ohnehin blass gebliebenen Verschwörers Merratt Jaxton erscheint Dorvan dann auch als logische Wahl für die alleinige Amtsübernahme bis zur endgültigen Wahl eines neuen Staatschefs. Durch die Ernennung neuer aus den Rebellionen hervorgegangenen Senatoren kommen sogar neue politische Figuren hinzu, die in der GA einen Silberstreif am Horizont erkennen lassen. Als Triumvirin Saba Sebatyne sich zudem Leias als Berater bedient scheinen die Weichen für ein Happy End gestellt. Auch auf der Seite des geläuterten Imperiums unter Jagged Fel kehrt mit Admiral Vitor Reige (möglicherweise dem unehelichen Sohn Gillad Pellaeons) ein Hoffnungsträger zurück, der sich an der Seite seines Regenten doch zunächst noch mit einer nach dem Imperium greifenden Daala und dem in die Defensive geratenen Lecersen auseinandersetzen muss. Und Abeloths nicht wieder gutzumachender Bruch mit den Sith schwächt sogar die dunkle Seite, dass nach Bürgerkrieg und Jedi-Verfolung endlich wieder ein glücklicher Ausgang der Ereignisse möglich scheint.

- Charakterzeichnung -

Die Aufbruchstimmung schmälern kann Christie Goldens etwas nachlässige Charakterzeichnung zwar nicht, doch sie nagt an einem sonst positiven Eindruck. In ASCENSION schwingen sich plötzlich Charaktere zu Hoffnungsträgern auf, von denen vorher entweder nur am Rande oder gar nicht die Rede war. Zumindest bei den frischgebackenen Senatoren, die nun als jüngste Inkarnation der Rebellen und der Ideale der einstmaligen Rebellen-Allianz in den Senat einziehen. Andere hingegen sind nie wirklich in den Mittelpunkt gerückt worden und zeitweise wieder verschwunden, wie die Verschwörer aus dem Umfeld Moff Lecersens. Ihre Motive bleiben bis zuletzt auf die persönliche Bereicherung im Falle der Installation einer neuen rassistischen Monarchie beschränkt, in der sie als Menschen und Revolutionäre der ersten Stunde noch weiter ins Zentrum der Macht vorrücken könnten. Ob sich das für Oberbefehlshaber der Allianz-Streitkräfte aber überhaupt noch auszahlen würde sei einmal dahingestellt, man belässt es in ihren Fällen also bei längst überkommen geglaubter Ressentiments gegen Nicht-Menschen, ohne allerdings eine glaubwürdige Begründung einzubauen (etwa die im letzten Bürgerkrieg so verräterisch agierenden Spezies).

Wusste man bei Wynn Dorvan lange nicht wozu dieser Charakter überhaupt geschaffen wurde, in ASCENSION baut man ihn urplötzlich zum neuen Cal Omas auf, dafür hat man ihn also so lange mitgeschleppt. Eine wirkliche aktivere Rolle wird ihm dennoch nicht zugestanden. Er bleibt in seiner Darstellung trotz des Aufrückens zum Co-Staatschef doch irgendwie ein Charakter der zweiten Reihe. Was Dorvan an charakterlichen Fortschritten über die Reihe hinweg gefehlt hat findet man bei Vestara Khai, die sich von einer ambitionierten Sith Schülerin zur Doppelagentin gemausert und bei der die Frage nach ihrer wahren Loyalität ein wiederkehrendes Thema war. In ASCENSION legt Christie Golden endlich fest was man von Vestara erwarten kann. Was bei Vestara wie eine klischeehafte Effekthascherei wirkte trug bei Abeloth durchaus noch zu ihrem Mysterium bei, man wusste nicht wonach die geheimnisvolle Macht-Entität aus dem Maw gierte. Man konnte zwar vermuten dass es das übliche wäre, also einmal galaktische Domination bitte, doch schien es so als würde die Komponente Gedankenkontrolle dabei eine wichtige Rolle spielen. Anstatt allerdings auf diese Karte zu setzen und damit eine Wiederauflage der Dark Nest Crisis zu liefern spielt der Jedi Wahnsinn in ASCENSION gar keine Rolle. Es ist sogar so dass Valin und Jyseela Horn nach CONVICTION gänzlich verschwunden sind. Stattdessen reduziert Christie Golden Abeloth auf die kaum vorstellbar banalste Weise zu einem armen missverstandenen Wesen, das doch nur geliebt werden möchte. Man mag schon den mangelnden Einfallsreichtum bei der Ausarbeitung von Jacen Solos Motiven bemängeln können, wie Golden jedoch Abeloth umdeutet ist beinahe schmerzhaft peinlich.

- Die Jedi -

Schon in CONVICTION ließ Aaron Allston durchscheinen dass mit Daalas Absetzung auch der Weg für Lukes Rückkehr geebnet sei. Allerdings nicht unbedingt legal, wurde Luke doch von einem Gericht und nicht der Staatschefin verurteilt. Nichtsdestotrotz kehrt der Großmeister nun ungehindert zurück und beendet das kurze Zwischenspiel Saba Sebatynes als Großmeisterin und Triumvirin. Angesichts der ewigen Querelen mit der Regierung beschließt Luke sogleich seinen Jedi Orden näher an dessen Wurzeln heran- und damit fern von Coruscant zu führen. Man glaubt fast den Einfluss Troy Dennings zu erkennen, der im großen Jedi Konklave während DARK NEST schon die gesamte in THE NEW JEDI ORDER geschaffene Nachkriegsordnung zum Einsturz brachte, wenn sich Lukes erste Amtshandlung als großer Rückzug aus allen Angelegenheiten der galaktischen Politik entpuppt. Natürlich weiß man schon aus den LEGACY Comics, dass der Jedi Orden bei Zeiten auf Ossus sein Lager aufschlagen wird, noch ist davon aber wenig zu sehen. Hatte Saba Sebatyne die Jedi mit ihrem mutigen Schritt Daala zu stürzen wieder in jene Machtstellung gebracht die sie schon am Ende der NJO inne hatten und im Zuge der Dark Nest Krise wieder aufgaben. Zumindest was das anbelangt bleibt Luke also konsequent, ähnlich wie in seinen Vorbehalten Vestara Khai trotz ihrer Liebe zu Ben weiterhin zu misstrauen, auch wenn der Feuer und Flamme für die Idee scheint die Sith zu einer Jedi auszubilden.

Nachdem FOTJ zunehmend die Weichen für Ostrander und Duursemas Legacy Comics stellt zeichnet sich mit Tahiri Veilas neuen Job als Leibwächter Jag Fels auch allmählich die Gründung der Imperial Knights ab. Und angesichts Tahiris Hintergrund als Vollstreckerin des Möchtegern-Imperators Darth Caedus, der nun von ihrem neuen Wohltäter eine zweite Chance eingeräumt wurde scheint auch das ideologische Fundament der Imperial Knights durchaus glaubwürdig, sofern es dabei bleibt dass Tahiri zur Ordensgründerin wird.

- Die Kenth Hamner-Affäre -

Ein Ereignis das seit VORTEX seiner Aufarbeitung harrt ist freilich der Mord an Kenth Hamner, der sich dem vom Jedi Rat forcierten Aufbruch von Coruscant in den Weg stellte, auch wenn dies als einzige Chance erschien die Flotte des Lost Tribes rechtzeitig in seine Schranken zu weisen. Mit seiner Lethargie stand Hamner zwar allein gegen den Rest des Rats, doch war er damit noch lange nicht der dunklen Seite verfallen und wenn man schon Jacen Solo als Mörder und Folterer so lange gewähren ließ, wieso dann gerade den auf den Ausgleich mit Daala besonnenen Hamner, der dem Orden nur schlimmeres ersparen wollte? Bis jetzt ist Sabas Mord ohne Konsequenz geblieben, die geschäftsführende Großmeisterin hat den Orden sogar noch näher an die politische Macht herangeführt und scheint nicht korrumpiert worden zu sein, wohl weil sie ein Alien ist und Menschen viel einfacher zu korrumpieren sind, wenn man sich der TALES OF THE JEDI entsinnt. Mit Lukes Rückkehr muss Saba sich jedoch vor dem neuen alten Großmeister rechtfertigen und der... überrascht, so dass der große Sündenfall der Kurzzeit-Großmeisterin auch weiterhin ohne Folgen bleibt.

- Das Ende der Odyssee -

Sieht man zurück auf die NJO meint man dass Chewbaccas Tod auf die Solos einen weit größeren Impact hatte als noch der Heldentod Anakin Solos. Der tiefe Fall und Tod Jacens hingegen scheinen deutlich besser verwunden worden zu sein. Warum er allerdings der dunklen Seite anheimfiel war lange ein großes Mysterium. Man durfte sich selbst zusammenreimen dass es wohl an einem fehlgeleiteten Idealismus lag, der ihn in angesichts seiner Machtvielfalt denken ließ gerade er wäre dazu berufen die Zukunft zu verändern und müsse in Übereinstimmung mit Vergeres Lehren vom Umarmen des Schmerzes notfalls alles opfern, um die Zukunft zu verhindern die da drohte. Christie Golden fasst das Resümee Lukes und Bens Odyssee auf Seite 195 zusammen und siehe da, es läuft auf das gleiche hinaus, Jacen steckte im selben Dilemma wie einst sein Großvater, nur dass für ihn die Machtvision aus ABYSS der Anlass für seine Taten war. Zwar hatte Anakins Sinneswandel in REVENGE OF THE SITH zwar bereits Grund für Kritik geliefert, doch das scheint keine Rolle zu spielen, obwohl sein ebenfalls vom Weg abgekommener Enkel weit friedliebender und freier von Komplexen war, nur ihr schleichendes Ohnmachtsgefühl selbst trotz ihrer herausragenden Kräfte nichts an der Zukunft ändern zu können haben sie gemein.

- Die Khais -

Originär von Christie Golden geschaffen spitzt sich in ASCENSION die Vater-Tochter-Beziehung Gavar und Vestara Khais auf einen letalen Konflikt zu. Eine Wendung die durchaus klassische Züge aufweist, auch wenn sie eher überraschend kommt und nicht allzu intensiv vorbereitet wurde. Es muss wohl einfach so sein, um die Handlung endlich voranzutreiben. Allzu dramatisch nimmt sich das Duell Vater vs. Tochter allerdings auch nicht aus, es kommt noch in der ersten Hälfte des Romans dazu und wie sehr Khai von Abeloth korrumpiert wurde wird wieder einmal eher nur angedeutet. Für welche Seite sich Vestara schlussendlich entscheiden wird bleibt bis zum wirklichen Finale offen, nur eine Allianz mit Abeloth scheint derzeit als Szenario wirklich aus dem Rennen zu sein.

- Die Galaktische Politik auf dem Prüfstand -

Mit dem Triumvirat als Übergangsregierung erinnert FOTJ bereits an jene fernen Tage der LEGACY Comics, auf die alles hinauszulaufen scheint und die GA nur noch ein Schatten ihrer selbst ist. Angesichts dessen wie sich die GA schon Jahrzehnte zuvor präsentiert nur verständlich dass das mit den Sith verbündete Imperium den Sieg davontragen konnte. Nach dem Putsch gegen Daala kommt es in ASCENSION gleich zu drei Regierungswechseln an der Spitze der GA und es ist aufgrund der gewalttätigen Natur des letzten nicht auszuschließen, dass es in APOCALYPSE zu weiteren Umstürzen kommen könnte. Und im bis dahin aufgrund seiner Stabilität und des liberalen Regierungsstils Jagged Fels attraktiver erscheinenden (Ex-Rest-)Imperium wittert nun die Geburtshelferin der Neuordnung des Moff-Rats ihre Chance gekommen, den Kandidaten von Skywalkers Gnaden aus dem Verkehr zu ziehen und so nebenbei ihren aktivsten Mitbewerber kalt zu stellen. Die Galaktische Innenpolitik war wohl nie turbulenter.

Bananenrepublik Galaktische Allianz? Nach einem von "rechten" Hardlinern forcierten Bürgerkrieg, in dem man die Unabhängigkeit des corellianischen "Südens" nicht wahrhaben wollte, der Herrschaft eine Militärdiktatur aus der einstigen Oberkommandierenden und des Chefs der Geheimpolizei, die zur Folge hatte dass es sogar noch als Erleichterung empfunden wurde eine verhinderte Massenmörderin und Kriegherrin ins Amt der Staatschefin zu berufen erscheint es ganz und gar nicht mehr verwunderlich wenn es zu Anschlägen auf amtierende Staatschefs, Putsche und die Berufung von symbolischen Hoffnungsträgern kommt. Seit Dark Nest ist die Galaktische Innenpolitik ein einziges großes Drama, dem es aber oftmals auch noch an Darstellern zu mangeln scheint. Man vermisst schon die Zeiten einer Neuen Republik oder auch frühen GA in der die Inkarnation der einstigen Rebellen-Allianz noch von einem als Regierung fungierenden Hohen Rat geführt wurde. Ein solcher fehlt seit dem Beginn der Legacy-Ära und ähnlich wie Lukes Jedi Orden von einem mit "starken Präsidenten" geführt wird, der sich wenig um Ratsbeschlüsse scheren müsste hat auch die GA ihrem Staatschef Tür und Tor geöffnet mit autoritärer Gewalt zu regieren. Ja man hat die Lektionen aus Palpatines Aufstieg und dem letzten Bürgerkrieg nicht nur nicht gelernt, sondern alles mögliche getan, damit sich dieses Schicksal auch noch wiederholen kann.

- Der Schlussstrich unter Legacy -

Seit vorerst noch keine weiteren Projekte nach FATE OF THE JEDI geplant sind markiert diese Reihe vorerst den Schlussstrich unter den in Dark Nest begonnenen Ereignissen und fungiert zugleich als Überleitung in John Ostranders LEGACY Comicreihe. Was an Weichenstellungen nötig ist geschieht. Man hat schon den Beginn der Fel-Dynastie und die Rückbenennung des Imperial Remnant in Galactic Empire erlebt. Dazu gesellt sich nun die wohl fortdauerende Staatskrise der GA, die Abwendung des Jedi Ordens von Coruscant und womöglich die Keimzelle aus der sich einst die Imperial Knights entwickeln werden. Möglich dass da noch mehr kommt, denn der Subplot um Fels Imperium ist in ASCENSION definitiv noch nicht abgeschlossen, auch wenn er mit Vitor Reige, dem Imperium der Hand und Tahiri Veila außer der imperialen Mission alles ins Feld wirft was zum Aufstieg des erneuerten Imperiums und seines künftigen Imperators führen wird. Fehlt nur noch dass Fel endlich den Thron besteigt.

Doch Fate of the Jedi markiert nicht nur den Übergang zum von John Ostrander gestalteten Teil der Legacy-Ära sondern auch das Ende einer Geschichte die in Dark Nest ihren Ausgang nahm. Das Drama Jacen Solos wird abgeschlossen und vielleicht ist es die in der ganzen Reihe sehr deutliche Handschrift Troy Dennings, die einerseits für manche Schwächen, aber auch diesen roten Faden verantwortlich ist. Wie schon bei der Leseprobe zu APOCALYPSE deutlich wird, für Denning sind Dark Nest, Legacy of the Force und Fate of the Jedi ein einzig großer Zyklus, dessen Fundamente er schon während The New Jedi Order in STAR BY STAR gelegt hat. Dass er dennoch nicht mehr daraus machen konnte ist oft enttäuschend, aber in FOTJ hat er mit seinen Co-Autoren noch einmal alle Register gezogen und alles aufgeboten was er an Charakteren seit Tatooine Ghost so geschaffen hat. Man kann sogar behaupten er wäre mehr als Aaron Allston daran interessiert gewesen "seine" altbekannten Charaktere immer wieder auftauchen zu lassen, da man bei Allston gerne vergisst dass seine legendären X-Wing-Romane jene ohne Corran Horn und die Rogues waren. Zwar spielte Allston in den NJO-Romanen REBEL DREAM und REBEL STAND souverän mit den Kultcharakteren Wedge Antilles und Co, die auch in seinen LotF-Romanen noch eine prominente Rolle spielten, doch in FotJ vermisst man ihre starke Präsenz.

Was zudem überrascht ist dass ASCENSION ohne die One Sith auskommen muss, obwohl Korriban auf der Liste jener Planeten steht welche die Skywalkers auf ihrer letzten großen Tour aufsuchen, um eine Spur Abeloths und gerade auch ihres Gefährts Ship zu finden. Nachdem ausgerechnet Christie Golden in OMEN noch die Suche der One Sith nach Ship aufgegriffen hat etwas enttäuschend, zumal Paul S. Kemps beide Jaden Korr-Romane kein Problem damit zu haben scheinen die Präsenz der Jünger Darth Krayts auf Korriban aufzugreifen und auch deren verdeckte Aktivitäten darzustellen.

- Resümee -

ASCENSION fair zu bewerten ist eine schwierige Aufgabe. An ALLIES Tempo und Faszination reicht Christie Goldens letzter Fate of the Jedi-Roman nicht heran. Wie Aaron Allston in CONVICTION bemüht sie sich die Dinge voranzubringen und notfalls auch auf Zeitsprünge zurückzugreifen, nur weniger geschmeidig. Dabei fällt ihr die undankbare Aufgabe zu lose Handlungsfäden nach einigen Romanen wieder aufzugreifen, zu verknüpfen und diverse Sublots zum Abschluss zu bringen, stets mit der Gefahr dass die Auflösung nicht mehr allen Lesern gefällt. Ungeachtet solcher Differenzen lässt sich ASCENSION zu Gute halten dass der Roman die Reihe wirklich vorangebracht hat und schon ein paar Abschlüsse bietet, was sehr erfreulich ist. Auch ist es Golden gelungen nach all den Jahren zwischen Del Reys eigener Version eines Marvel'schen CIVIL WAR und damit verbundener DARK REIGN in einem einzigen Roman die Stunde der Hoffnungsträger einzuleuten, nur um diese auf den letzten Seiten wieder notwendigerweise abzuschwächen, damit das Spannungslevel für das Finale erhalten und ein seit Legacy of the Force auf sich warten lassendes Happy End weiterhin auf sich warten lässt. Diese Hoffnungsschimmer sind neben den zahlreichen Plotturns und Abschlüssen der größte Pluspunkt ASCENSIONS, gewisse Probleme mit der Charakterzeichnung und vor allem logische oder zumindest künstlerische Schwächen fallen allerdings trotzdem ins Gewicht. Wie Golden Abeloth umdeutet ist schmerzhaft peinlich und ihre finale Positionierung des Lost Tribes zeugt von Erklärungsbedarf, wobei man skeptisch sein muss, ob sich Troy Denning aller offenen Fragen überhaupt annehmen kann, falls er überhaupt will. Kurzum, es gibt endlich wieder Hoffnung auf einen guten Ausgang und das sichert ASCENSION trotz aller Makel die Bewertung als guten vorletzten Band dieser Reihe.

Fazit:
Das nahende Finale macht sich bemerkbar und zwar indem auf den letzten 50 Seiten noch einmal ein Cliffhanger konstruiert werden muss, nachdem viele lose Fäden endlich wieder aufgegriffen und manche Subplots endgültig abgeschlossen wurden.

Star Wars Sonderband 63: Knight Errant I - In Flammen
Star Wars Sonderband 63: Knight Errant I - In Flammen
von John Jackson Miller
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine fahrende Ritterin gegen die Herren der Finsternis, 21. August 2011
Ein Jahrtausend vor der Rache der Sith und eine Generation vor Darth Bane herrschen die Sith Lords mit eisernen Faust über weite Teile des Äußeren Rands. Doch Republik und Sith sind zu sehr mit ihren eigenen Problem beschäftigt als einen neuen Krieg vom Zaun zu brechen. Während eine Jedi als Kanzlerin der im permanenten Krisenzustand zu versinken drohenden Republik fungiert tobt auf Seiten der Sith ein latenter Bürgerkrieg zwischen den rivalisierenden Lords. Ein Zustand der es Jedi-Rittern wie Vannar Treece erlaubt immer wieder kleine Nadelstiche gegen das Reich des Bösen durchzuführen und immer wieder zumindest einige Tausend Sklaven von der Herrschaft der Sith zu befreien. Zu einer solchen Mission sind Treece, seine jüngst zur Jedi-Ritterin erhobene Schülerin Kerra Holt und ein Korps Freiwilliger auch gerade aufgebrochen als alles schief zu laufen scheint...

Das ist er also, der Auftakt zu John Jackson Millers Nachfolgeprojekt zu Knights of the Old Republic und ähnlich wie bei der Erfolgsreihe, die damit beworben wurde die Mandalorianischen Krieg und damit den Aufstieg des künftigen Darth Revans abzudecken, wirbt man für Knight Errant damit, dass nun die turbulente Ära verfeindeter Sith Lords und zurückgezogener Jedi Ritter aufgearbeitet werden soll. In beiden Fällen entpuppte sich diese vermeintlich epische Geschichte jedoch nur als Hintergrund, war es in Knights of the Old Republic Zayne Carrick so ist es nun Kerra Holt die im Mittelpunkt der Erzählung steht. Es geht also einmal mehr um die Entwicklung eines von seinem Meister und gewohnten Umfelds abgeschnittenen Jedis, nur dass die Parallelen damit auch schon enden.

Die schon mit 18 zur Jedi-Ritterin avancierte Kerra Holt ist gewissermaßen die Musterschülerin ihres Meisters, der sie vor Jahren auf einer gerade von den Sith überrannten Welt aufgelesen und als Schülerin adoptiert hat. Entsprechend lässt ihr John Jackson Miller auch eine vom Gedanken der Pflichterfüllung ihrem Meister gegenüber besessene Charakterzeichnung angedeihen, zumindest in diesem ersten Handlungsbogen. Die von Miller Vorfeld und zu Beginn Knight Errants überhöht dargestellte Frage danach was es für eine Jedi bedeutet auf sich allein gestellt in einer Welt der Finsternis gegen eine allgegenwärtigere Maschinerie des Bösen anzutreten spielt zumindest noch eine eher periphere Rolle. Ebenso ist von den durch Miller tiefsinnig anmutend angepriesenen verschiedenen Macht-Philosophien der Sith Lords Odion und Daiman - der eine ein alles zu vernichten suchender Nihilist, der andere ein sich an seinem Götterkomplex weidender Möchtegern-Weltenschöpfer - kaum etwas zu bemerken, im Gegenteiler Miller selbst bricht die Philosophien auf die einfach Formel herunter dass der große Bruder einfach alles zerstören will was der jüngere als sein beansprucht und da der meint die Galaxis erschaffen zu haben, eben die. Auch bildlich erscheinen die beiden Hauptantagonisten Kerra Holts vorerst eher possenhaft, der jüngere Daiman in weiß und gold gekleidet mit seinem Vokuhila und zwei verschieden färbigen Augen (eines normal, das andere in Sith-reptilienfärbig) und der glatzköpfige Panzeranzugsfetischist Odion mit seinem Hightech-Monokel.

Zur zeitlichen und auch inhaltlichen Einordnung interessant ist schon einmal dass IN FLAMMEN der Auftakt zur Reihe ist, wobei dieser durch den (bisher nur auf englisch erhältlichen) KNIGHT ERRANT Roman ergänzt wird. Gut möglich dass dieser aber im Laufe des Jahres 2012 auch seinen Weg in eine bei Panini erscheinende Übersetzung finden wird, um zeitig die Lücke zum nächsten KNIGHT ERRANT Sonderband zu schließen. Bis zum nächsten Handlungsbogen unklar wird auch bleiben in welche Richtung Knight Errant wirklich gehen soll, zumal Dark Horse als Reaktion auf die sinkenden Verkaufszahlen von Comics schon vor geraumer Zeit seine "Serien" auf Übertitel reduziert hat unter denen nun vorwiegend 4-6 sechsteilige Story-arcs ausgearbeitet werden, um sich Situationen wie bei Knights of the Old Republic oder Legacy zu ersparen, bei denen entweder der Schluss mit Nummer 50 zu einem überhasteten Ende führte oder gar nicht umsetzbar war, so dass man ein 6teiliges LEGACY - WAR nachliefern musste, um diese Ära überhaupt zu einem akzeptablen Ende bringen zu können. Mit der Gliederung in in sich geschlossene Handlungsbögen soll es nun einfacher möglich sein Reihen bei Bedarf einzustellen oder kreativ neu auszurichten.

Von den irreführenden und cartoonartigen Covern Knight Errants sollte man sich überdies nicht täuschen lassen. Die Zeichnungen Federico Dallocchios und Ivan Rodriguez sind deutlich realistischer und bewegen sich zeitweise auf dem Niveau Dark Times oder auch besonders herausragender Knights of the old Republic-Nummern. Auch der Zeichnerwechsel von Dallocchio zu Rodriguez der zwischendrin stattfindet sorgt aufgrund des ähnlichen Stils für keine allzu großen Irritationen. Vom Design her ist es den beiden gutzuhalten dass sie es sich anders als die Schöpfer des Multimedia-Projekts THE OLD REPUBLIC nicht so leicht gemacht haben einfach klassische Designs wiederzuverwerten, sondern sich nach Möglichkeit abzusondern. Ihre Sturmtruppen etwa laufen nicht in strahlend hellem Kalkweiß sondern einem tiefdunklen grau herum und sind so bullig wie sonst nur Klonkommandos. Zumindest zeichnerisch könnte Knight Errant also die Erwartungen all jener Fans erfüllen, die das allzu offensichtlich anbiedern an die klassische und Prequel-Trilogie an TOR so störte, vor allem nachdem die JEDI CHRONIKEN und nicht zuletzt noch die beiden Knights of the Old Republic Games durchaus noch demonstrierten dass man Star Wars Feeling auch ohne die ewig gleichen Tie-Fighter, Sternenzerstörer und Strumtruppen-Designs erzeugen kann. Es bleibt zu hoffen dass es in diese "unkonventionelle" Richtung weiter geht.

- Resümee -
Knight Errant ist ziemlich eindeutig "nur" ein Prolog, wie die Reihe endlich aussehen wird, die sich aus diesem entspinnt wird man erst nach den nächsten Handlungsbögen beurteilen können. Zumindest zeichnerisch sollte man sich von den cartoonlastigen Covern nicht abschrecken lassen, der Inhalt ist eine Kreuzung aus Dark Times und John Jackson Millers Vorgängerreihe Knights of the old Republic. Wohin die Reise geht oder wie lange sie überhaupt dauern wird ist die große Frage die bereits über diesen Band schwebt, denn allzu sympathisch hat Miller seine Kerra Holt noch nicht präsentiert, fast ein wenig zu kühl. Deutlich sympathischer erscheint einem da die Kaye Galfridian eines Tom Taylor in INVASION, immerhin ebenfalls eine starke weibliche Persönlichkeit, die zudem genau jenes Feuer erkennen lässt, das sich unter Kerra Holts Schale verbergen dürfte. Mit ihrer Vorgeschichte als Waise einer Sith-Invasion und Schülerin eines rebellischen Jedi-Meisters der seine privaten Feldzüge gegen die Sith organsierte könnte Kerra allerdings auch die eine oder andere Begegnung mit ihrer eigenen dunklen Seite bevorstehen.

Fazit:
Ein solider Auftakt zu einer vielversprechenden und unverbrauchten Ära in einer weit weit entfernten Galaxie.

Die rätselhaften Vorfahren der Inka
Die rätselhaften Vorfahren der Inka
von Michael Zick
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,95

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geheimnisvolles Amerika, 18. August 2011
Als die Spanier in Peru einfielen und das dort in seiner Blüte stehende Inka-Reich vernichteten, beendeten sie nicht nur jäh dessen Expansion der letzten 98 Jahre sondern schufen auch einen gewaltigen kulturellen Bruch in der Geschichte Südamerikas. Doch man sollte nicht dem Trugschluss erliegen dass die Entwicklung peruanischer Hochkultur erst mit den Inka ihren Anfang nahm. Jene Reiche die von den spanischen Konquistadoren in ihrer Suche nach den Schätzen Südamerikas zerschlagen wurden fußten bereits auf einer über 5000jährigen zivilisatorischen Entwicklung.

Diesen Vorfahren der Inka nachzuspüren hat sich Wissenschaftsjournalist Michael Zick in "Die rätselhaften Vorfahren der Inka" zur Aufgabe gemacht und setzt dabei zu einem interessanten Streifzug durch die vorkolumbische Geschichte Südamerikas an. Das faszinierende daran, die präkolumbischen Kulturen haben sich fast gänzlich unabhängig von europäischen Einflüssen entwickelt und doch schon vor den Ägyptern etwa Monumentalarchitektur geschaffen. Völlig isoliert und unberührt von asiatischen und europäischen Gedankengut entstanden in Südamerika Hochkulturen, die den Vergleich mit ihren Gegenstücken auf anderen Kontinenten nicht zu scheuen brauchten. Mit seinem Buch tritt Wissenschaftsjournalist Michael Zick dafür ein die südamerikanischen Hochkulturen eindeutig als solche zu bezeichnen und ihr Licht nicht länger unter den Scheffel zu stellen, denn auch wenn sie kein Schriftgut entwickelt haben sind ihre Leistungen angesichts der räumlichen und kulturellen Isoliertheit umso beeindruckender. Will man die vorkolumbischen Kulturen verstehen, so rät einem Zick sich von einem europäischen Kontext zu befreien und sich die Rahmenbedingungen vor Augen zu führen, in denen diese erblüht sind. In Peru etwa trotz fortwährender Naturkatastrophen.

Es ist kein Wunder dass Michael Zick sein Buch über die Vorfahren der Inka mit der Ankunft der Spanier und dem Untergang der letzten eigenständigen peruanischen Hochkultur beginnt. Ist doch genau dies die große Zäsur in der peruanischen Geschichte. Nur wo lagen die Wurzeln jener Kulturen denen die Spanier bei ihrem Vordringen in Südamerika begegneten und irrevisibel zerstörten? Aufschluss darüber geben, wie Zick vorführt, die Ausgrabungen der peruanischen Archäologin Ruth Shady in Caral. Quasi im Alleingang und gegen die Widerstände der amerikanischen Fachwelt die damals noch die Clovis-Kultur vehement als älteste Ansiedlung am amerikanischen Kontinent verteidigten ist ihr eine Sensation gelungen.

Wie bei Shady befasst sich Zick auch bei anderen von ihm vorgestellten Ausgräbern sehr genau mit der Fundgeschichte, aber auch den Empfindlichkeiten und Richtungskämpfen innerhalb der Fachwelt über die Deutung und Bedeutung der Funde. Das kann manchmal wie ein Schuss am Ziel vorbei wirken, da es zu einem tieferen Verständnis der Thematik nicht wirklich beiträgt. Es liegt wohl an Zicks Berufung als Journalist dass er sich zumindest in "Die rätselhaften Vorfahren der Inka" daran versucht durch solche zutiefst menschliche Auseinandersetzungen ein wenig Spannung zu erzeugen. Das hätte aber auch anders sehr gut gelingen können, etwa wenn er sich stattdessen vielleicht mehr auf einen chronologischen Aufbau seines Buchs oder eine Konstruktion als Überblickslektüre konzentriert hätte. Stattdessen kommt es zu oft nicht ganz nachvollziehbaren Standortwechseln. Über die Lebenswelt und Geschichte der präkolumbischen Hochkulturen erfährt man vorwiegend durch Einschübe und Ranbemerkungen mehr. Im Fokus stehen vor allem die Ausgrabungsstätten, Bauwerke und der Blick auf die Entdeckungsgeschichten und ihre Implikationen. Deutlich handfester erweisen sich da schon Kapitel in denen Zick der Frage nachgeht, ob die Südamerikaner vielleicht gar die ersten sesshaften Amerikaner waren. Nicht allzu eindeutig und für den Leser schlüssig erweist sich zudem, dass "Die rätselhaften Vorfahren der Inka" eigentlich ein Buch sein soll dass sich auf Peru konzentriert.

- Resümee -
Es kommt wohl ganz drauf an was man sich von "Die rätselhaften Vorfahren der Inka" erwartet. Südamerika ist durchaus nicht arm an Hochkulturen, die Inka und ihre Vorfahren sind jedoch jene derer sich Michael Zicks vorliegendes Buch gewidmet hat. So faszinierend die Ausführungen Zicks zur Besiedlung Südamerikas und dem Aufkeimen der präkolumbischen Hochkulturen auch sind, so wenig wird schließlich der Übergang von dieser allgemeinen zur spezifisch peruanischen Geschichtsschreibung vollzogen, man erfährt es gerade noch am Rande dass es sich jetzt "nur" noch um Peru dreht. Ein Manko ist auch dass die Aufarbeitung der peruanischen Geschichte vor den Inka vorwiegend nebenbei aufgearbeitet wird, so dass zeitweise die großen Fundorte und die Empfindlichkeiten ihrer Entdecker im Mittelpunkt stehen und nicht was diese womöglich über die Lebenswelt frühen Peruaner verraten könnten. Das mag zwar auch mit dem Fehlen von Schriftzeugnissen zu begründen sein, nichtsdestotrotz kann es sein dass man entsprechende Passagen vermisst. Zwar sind Zick einige der erläuternden und einführenden Passagen sehr gut gelungen, doch um dem Leser wirklich einen soliden Überblick zu vermitteln fehlt doch manchmal etwas der erklärende Überbau.

Fazit:
Eher eine Ergänzungslektüre für Leser die schon ihren Einstieg in die südamerikanischen Hochkulturen gefunden haben - daher nur eingeschränkt empfehlenswert.

Das grüne Wirtschaftswunder: Wie die Energierevolution funktioniert und wie jeder davon profitiert
Das grüne Wirtschaftswunder: Wie die Energierevolution funktioniert und wie jeder davon profitiert
von Rudi Anschober
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Stunde der Green Economy, 25. Juli 2011
"Das grüne Wirtschaftswunder" ist gewissermaßen ein zu spät erschienenes Buch zur oberösterreichischen Landtagswahl 2009, in der Rudi Anschober mit dem "Anschober-Faktor" und der Schaffung tausender Green Jobs, durch ihn als Landesrat der GRÜNEN, warb. Der wahlarithmetische Erfolg blieb aus, doch ist Anschober als Landesrat im Amt geblieben. Mit dem Sujet Wirtschaft warb indessen vor allem die ÖVP für sich, so dass Anschobers Prononcierung des Aufschwungs der Green Economy auf eher wenig Resonanz stieß. Dass Anschober auch als Regierungsmitglied eine Affinität zur journalistischen Arbeit behalten hat liegt zum Teil sicher auch an seiner Lebensgefährtin Petra Ramsauer, mit der er 2007 das Buch "Die Klimarevolution. So retten wir die Welt" vorgelegt hat und bereits 2004 verfasste er über sein erstes Jahr als grüner Landesrat das Resümee "Grün regiert". "Das grüne Wirtschaftswunder" ist nun gewissermaßen die Fortsetzung dieser beiden Bücher und ein wenig wohl auch das Manifest Anschobers.

Für sein neuestes Werk hat Anschober indessen durch die von Deepwater Horizon im Golf von Mexiko ausgelöste Ölpest einen geeigneten Aufhänger gefunden, wenn auch die nukleare Katastrophe in Fukushima 2011 einen ungleich stärkeren Aufhänger geboten hätte. Denn der Ausstieg aus fossilen Energieträgern ist schließlich das Credo der Green Economy und ihrer politischen Vorkämpfer, zu denen sich Anschober zählen kann. So beginnt der Landesrat sein Buch mit gleich zwei Katastrophen, Deepwater Horizon und dem an seinen Aufgaben wieder einmal gescheiterten UN-Klimagipfel, 2010 in Cancún.

In seiner Einführung, in der er den Lesern die Verantwortungen und Herausforderungen des Klimawandels vor Augen führt versteht es Anschober wirklich einen packenden Stil umzusetzen und sprichwörtlich ein Gefühl für den Ernst der Lage zu vermitteln. Denn während es Katastrophen wie im April 2010 im Golf von Mexiko in die Schlagzeilen schaffen gehen die "alltäglichen" Fakten meist unter, wie die 1,5 bis 9 Millionen Rohöl die alljährlich in die Meere gespült werden, durch leckende Bohrplattformen oder auch Frachter die teilweise sogar legal ihre Tanks mit Meerwasser ausspülen dürfen. Ein anderer triftiger Grund Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu erlangen ist allerdings dass jedes Grad "globaler" Erwärmung regional völlig unterschiedlich ausfallen und damit auch im Durchschnitt sinkenden Temperaturen einher gehen kann, während anderenorts Dürreperioden heraufbeschworen werden. Anschobers anschauliche Beispiele sind kurz, aber eingängig.

Der anfängliche Verve geht dem Werk aber schon bald etwas verloren, als Anschober anfängt mit Zahlen und Statistiken um sich zu werfen, um beispielsweise Oberösterreichs Vorreiterrolle, aber auch Nachbesserungsbedarf in manch anderen Bereichen zu bezeugen. Dazu kommt noch dass die Themen oft bunt gemischt sind. So sind Klima- und Umweltschutz zunächst kaum voneinander zu trennen und dienen nur dem Zweck ein Miserien-Amalgam zu schaffen, aus dem nur die Green Economy einen Ausweg bieten kann. Auch problematisch erweist sich, dass Anschober zwar früh mit Ankündigungen wie Ankündigungen aufwartet, dass Energieautarkie etwa möglich ist, doch bleiben diese oft nur Schlagwörter. Wann auch immer "Das grüne Wirtschaftswunder" etwas zusammengestückelt wirkt, spricht das aber auch für die Authentizität der Autorenschaft Anschobers, der ja wie andere seiner Politikerkollegen problemlos einen willigen Ghostwriter mit der Schreibarbeit hätte beauftragen und sich nur für ein paar Gespräche bereithalten hätte müssen. Wenn nun manchmal die Flicken erkennbar werden, weist das vielleicht darauf hin dass Anschober ab und zu an seinem Buch gearbeitet und dabei Gedanken verfolgt hat, die ihm möglicherweise wieder entglitten sind, als er das nächste Mal Zeit fand seine Arbeit (neben der zeitaufwendigen Politiker-Tätigkeit als Regierungsmitglied) fortzuführen.

Inhaltlich greift Anschober gerne auf globale Vergleiche mit Oberösterreich zurück, wo ja immerhin auch sein persönlicher Wirkungsbereich liegt. Zwar berichtet Anschober nicht ganz ohne Stolz über die diversen Vorreiterrollen die Oberösterreich in den letzten Jahren einnehmen konnte, doch er spart lobenswerterweise sehr stark mit Eigenlob. Im Gegenteil, Anschober gewährt den Pionieren der Green Economy sein Rampenlicht und stellt diese und ihre Projekte vor. Aber was die Präsentation vielversprechender grüner Projekte betrifft ist "Das grüne Wirtschaftswunder" eine halbe Weltreise, die von den USA bis in die Wüsten Nordafrikas und China führt. Zu Gute kommt Anschober dabei seine nun schon jahrelange Tätigkeit als grüner Landesrat, in der er auf diversen Konferenzen auch die Kapazitäten und Pioniere der grünen Wirtschaft kennen gelernt hat. Persönlichkeit den israelischen Solarpionier Shai Agassi, den Inder Tulsi Tanti, Franz Asbeck oder auch Zhengrong Shi. Diese stellt Anschober natürlich kurz vor. So ist "Das grüne Wirtschaftswunder" auch ein wenig eine Geschichte über die Begegnungen Anschobers mit internationalen und regionalen Vorkämpfern der grünen Wirtschaft, die genau die von ihm politisch vertretene Energiewende verkörpern.

- Resümee -
Anschobers "Das grüne Wirtschaftswunder" ist eine Art journalistische Reise durch ein weites Themenfeld, bei der der grüne Landesrat gewissermaßen als Fremdenführer fungiert und weniger sich und seine Politik als mehr das eben grüne Wirtschaftswunder in Szene setzt. Allgemein erinnert das Buch an eine Art Artikelsammlung, an deren Stil eindeutig auch der ehemalige Journalist Anschober zu erkennen ist, der einerseits durchaus interessant zu berichten weiß, manchmal aber auch die von ihm dargebotenen Statistiken und Zahlen etwas zu undurchschaubar präsentiert. Wer sich für die grüne Wirtschaft (in Oberösterreich und anderswo) interessiert oder gerne einfach wissen möchte was der grüne Landesrat zum Thema Green Economy zu sagen hat, der könnte in "Das grüne Wirtschaftswunder" eine nicht ganz uninteressante Lektüre finden.

Reformen ohne Tabu: 95 Thesen für Österreich
Reformen ohne Tabu: 95 Thesen für Österreich
von Herbert Paierl
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 95 Thesen für ein besseres Österreich, 25. Juli 2011
Es scheint zu den läuternden und heilsamen Eigenschaften der 2008 über die Welt hereingebrochenen Finanzkrise zu gehören, dass nun auch in Österreich der Reform-Gedanke wiederbelebt werden konnte. Die Publikation entsprechender an wirtschaftlichen, sozialen und politischen Aspekten orientierter Reform-Literatur hat jedenfalls deutlich zugenommen. Schon 2010 ist bei Styria etwa Herwig Höseles "Was ist faul im Staate Österreich?" erschienen, ein Werk mit überaus prominenten Mit-Autoren, wie Gerd Bacher, Erhard Busek oder Heinrich Neisser. 2011 sind es Herbert Paierl und Markus Heingärtner die mit "Reformen ohne Tabu" in die gleiche Kerbe stoßen. Und der große Unterschied, beide haben sogar noch mehr Beitragende versammelt, deren Beitrag zum Gesamtwerk größer ist als nur verschiedene Vorwörter beizustellen.

Die von Heingärtner und Paierl präsentierten 95 Thesen umfassen verschiedenste Lebensbereiche, vor allem ist den Autoren jedoch daran gelegen ihre Erläuterungen knapp und damit übersichtlich zu halten. Was die Stoßrichtung der Thesen betrifft so sind sie auch eine Art Best of der Debatten der letzten Jahre, jedoch ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Bei der Lektüre des AutorInnen-Verzeichnis sticht auf jeden Fall bereits ins Auge, dass Ökonomen und Persönlichkeiten mit Wirtschaftshintergrund deutlich in der Mehrheit sind. Wobei das höchstrangige an Vertretern der Politik bereits der ehemalige steiermärkische Landesrat und Kabinettschef Josef Krainer juniors, Herbert Paierl und Ex-ÖH-Vorsitzender Markus Heingärtner sind. Also kein Buch in dem noch ein Parteiprogramm zum Besten gegeben wird.

Der zunächst eher wirtschaftliche Schwerpunkt, in dem Unternehmer, Manager und Ökonomen zu Papier bringen was es an Reformen brauchen würde um den Mittelstand zu stärken, kommt als provokativste These zur Sprache dass es überlegenswert wäre zu Gunsten einer Steuersenkung für die KMU auf Förderungen zu verzichten, da der Förderungsdschungel ohnedies unübersichtlich und nur mit großen Zeitaufwand zu durchschauen sei.

Darauf folgt schließlich ein anderes Thema, auf dass die Wirtschaft in den letzten Jahren zunehmend Einfluss zu nehmen versucht hat, die Bildungspolitik. Vom Schulunterricht bis zur Universität reichen hier die Thesen, bereichert sogar um einen Exkurs in Familienpolitik bzw. Kinderbetreuung. Ein großer Wurf ist in diesem Kontext die These alle parteipolitisch besetzten Gremien im Schulwesen zu Gunsten echter Autonomie für die Schulen abzuschaffen. Dahinter versteckt sich nicht nur der Gedanke einer Qualitätsverbesserung durch eine gesunde Wettbewerbssituation, sondern auch dass Lehrern und Direktoren damit die Möglichkeit eröffnet würde bessere und auf die Schüler abgestimmte Unterrichtskonzepte zu entwickeln. Möglich wäre das allerdings nur wenn die Rahmenbedingungen dafür eben geschaffen würde, wie auch das Zwei-Lehrer-Prinzip.

Erheblich provokativer und wohl auch umstrittener sind allerdings Thesen wie jene den Pensionsantritt für Frauen angesichts deren deutlich höherer Lebenswartung zumindest anzupassen, wenn nicht sogar auf spätere Lebensjahre zu verlegen. Die größte Aufregung dürfte allerdings den Überlegungen zu einem am Sozialjahr für Jugendliche orientierten "Öffentlichen Dienst" für eine nicht klar umrissene Gruppe (wohl sind Langzeitarbeitslose gemeint) garantiert sein. Vor allem da die These noch dazu mit der Begründung, dass schließlich der Steuerzahler auch für den Fiskus arbeitet, fundiert wird.

Als Exot unter den Beitragenden hat der FAZ-Ressortleiter für die "Geisteswissenschaften", Jürgen Kaube, These 30 unter einen Titel gestellt, der deutlich provokativer ist als dass das was danach folgt. "Mit sozialer Kälte" leben betitelt er nämlich sein ganzes Kapitel und geht auf die Frage ein, ob wir wirklich erst über unsere Staatsausgaben nachzudenken beginnen, wenn ein Sparzwang existiert. Kaubes These ist einfach, wir sollten uns nicht alles leisten, was wir uns leisten können, sondern einen sinnvolleren Umgang mit Staatsausgaben entwickeln, auch in Zeiten ohne Krise.

Neben den schon eingangs präsentierten und in der Öffentlichkeit auch zugkräftigeren Themen entwickeln die Autorinnen und Autoren allerdings auch Gedanken zu weniger populär und breit diskutierten Anliegen. Etwa der Ausbildung von genau jenen Beamten, Politikern und ihren Beratern, denen das Schicksal des Landes in die Hände gelegt wird. So wird moniert dass in Österreich eine eigene Government Schule, wie in anderen Ländern, fehlt und angehenden Ökonomen zwar fantastische Berechnungsmethoden beigebracht werden, sie allerdings in ihrer akademischen Ausbildung kaum über die politischen Implikationen ihres Handeln unterrichtet werden.

Natürlich kommen auch "staatsrechtliche" Themen, die sich in den Bereichen Politik, Staatsreform und Föderalismus verorten lassen, nicht zu kurz. Die gegenwärtige föderale Ordnung Österreichs, basierend auf der Kelsen-Verfassung, war schon zum Zeitpunkt ihrer Entstehung ein fauler Kompromiss, unter dem der Bundesrat heute noch leidet. Mutige Schritte zur Reform wären angebracht, wozu vielleicht Dänemark als Vorbild fungieren kann. Dort wurden nämlich großflächig Gemeinden und sogar Regionen zusammengelegt, um neue effizientere Verwaltungseinheiten zu schaffen. In Österreich wäre dies ein Modell für die Zusammenlegung von Bezirken und ihren Bezirkshauptmannschaften, sowie auch Gemeinden. Etwas das durchaus auch im Bereich des Möglichen liegt, denn angesichts der finanziell angespannten Lage von Ländern und Gemeinden werden Kooperationsprojekte von Gemeinden immer beliebter.

Anderes erscheint jedoch unmöglich zu reformieren, worauf auch These 67 hinausläuft und den schon von vielen anderen Autoren frustrierend zur Kenntnis genommenen Fakt umreißt: "Das aktuelle politische System ist aus sich heraus unfähig zur Reform. Es braucht dazu einen externen Schock." Und ein solcher wäre wohl ein denkbar unerfreuliches Ereignis. Ein wenig überraschend betont auch der ehemalige Styria-Boss und nun Geschäftsführer der Red Bull Mediahouse GmbH die "Notwendigkeit eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks" und setzt sich mit der Lage der Medien in Österreich auseinander.

Zum Schluss kommen also die weniger umstrittenen und provokativen Dauerbrenner zum Einsatz. Und es sind weniger Ökonomen und Vertreter der Wirtschaft am Zug, wodurch eine gewisse Diversität eingebracht wird. Passenderweise hat man etwa zum Thema Korruption mit Hubert Sickinger genau jenen bekannten Politologen gewonnen, der sich in den letzten Jahren auf Parteienfinanzierung konzentriert hat. Zu ihm passt auch Korruptionsstaatsanwalt Walter Geyer sehr gut, der mit handfesten Vorschlägen zur Anti-Korruptionsreformen aufwarten kann. Die erste seiner Thesen ist gleich eine Abschaffung oder Abspeckung des Amtsgeheimnisses, um es Beamten leichter zu machen als Kronzeugen auszusagen. Und entsprechend muss die zweite These auch das Faktum behandeln dass das österreichische Strafrecht endlich eine Whistleblower-Regelung braucht.

Mit Harald Mahrer (Die Macht-Formel, Österreich 2050, Mehr Freiheit. Mehr Verantwortung) und Matthias Strolz (Warum wir Politikern nicht trauen) kommen im "Finale" dann gar zwei Organisationsforscher zu Wort, die eine Reform des Parteiensystems und des Politikerberufs betreffende Thesen aus ihren Werken präsentieren können.

- Resümee -
Man sollte die Zielsetzung Paierl/Heingärtners "Reformen ohne Tabu" nicht missverstehen, dem Werk ging es nicht darum 95 Thesen in aller Detailiertheit auszuarbeiten, sondern sie zu präsentieren und zur Diskussion anzuregen. Wer mit einer Reihe von Anti-Thesen aufzuwarten versteht sollte also angeregt sein diese zu sammeln und in einer Gegendarstellung zu Papier zu bringen. Was nun "Reformen ohne Tabu" als Buch betrifft, die beiden Herausgeber haben es wirklich verstanden einen Autorenstab aufzustellen, der die gesammelten Beiträge nicht wie ein wildes Sammelsurium aussehen lässt, sondern so etwas wie einen roten Faden aufzuweisen hat. Wenn auch nicht direkt auf dem Titelblatt damit beworben, so hat man doch auch einige halbwegs prominente Beitragende (wie ÖNB-Präsident Claus J. Raidl oder Horst Pirker) gewählt, wenngleich es eher deren Experten-Qualitäten ausschlaggebend sind und nicht klingende Namen (wie beim ehemaligen Chef-Ökonomen der Deutschen Bank, Prof. Norbert Walter), die den Reiz des Büchleins ausmachen.

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