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Rezensionen verfasst von
Mario Pf. (Oberösterreich)
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Mythos Babylon: Die Wiege unserer Zivilisation
Mythos Babylon: Die Wiege unserer Zivilisation
von Anton Gill
  Gebundene Ausgabe

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Exkurs in Sachen Babylon, 19. September 2011
Genau genommen ist Anton Gill vor allem Schriftsteller (einer der unter dem Pseudonym Oliver Bowden übrigens auch bereits einige Romane für die erfolgreiche Videospiel-Reihe Assassins Creed veröffentlicht hat), dennoch ist ihm die Ehre zugefallen ein Buch über die Erkenntnisse einer überraschend jungen Wissenschaft vorzulegen, der Altorientalistik. Dass diese trotz der hohen Bedeutung der babylonischen Kultur für die Antike (und immerhin ist das alte Babylon doch auch durch das Alte Testament im Westen ein Begriff) noch fast in ihren Kinderschuhen steckt liegt auch daran dass die Ausgrabungsstätten im Irak durch die Kriege der letzten Dekaden schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die zivilisatorischen Leistungen des Zweistromlands kann das freilich nicht schmälern und Anton Gill hält fest, dass die Errungenschaften Babylons mindestens mit jenen der Ägypter mithalten können, nur die babylonischen Bauwerken haben sich über die Jahrtausende leider nicht so dauerhaft erwiesen.

Es ist der Alte Orient, Mesopotamien, in das Anton Gill seine Leser in "Mythos Babylon" entführt und dort die Entstehung einer der ersten Hochkulturen belegt, deren Entwicklung durch die Fruchtbarkeit des Landes eindeutig begünstigt wurde. So fasziniert die Geschichte des Alten Orients aber auf den ersten Blick wirken mag, den eklatanten Quellenmangel merkt man schon bei Anton Gills Ausführungen zu den Sumerern und Akkadern. Entweder weiß man doch noch zu wenig über diese Hochkulturen oder Gill spart unerklärlicherweise einiges an Wissen aus. Es waren jedoch die Akkader die bereits die ersten Zikurrats errichten ließen und deren Tontafeln akribisch Zeugnis davon ablegen, wie weit ihre Verwaltungsstrukturen entwickelt waren. In einem von Gills Beispielen wurden auf diesen sogar die Anzahl der Arbeiter in einem Kanalreinigungstrupp festgehalten.

Es sollte der Herrscher Schamschiadad V. (auch Šamši-Adad oder Schamschi-Adad) der militärischen Gesellschaft der Assyrer sein, der nach Anspruchnahme babylonischer Schützenhilfe bei der Neuordnung der Machtverhältnisse in seinem Reich den ehemaligen Verbündeten kurzerhand besetzen ließ. Erst der Untergang des assyrischen Reichs sollte Babylon zu neuem Glanz führen, unter Nebukadnezar II. (Babylons größten und bekanntesten Herrscher) sollte das Reich schließlich eine Phase der Expansion einschlagen, in deren Folge zur Sicherung der eroberten Gebiete auch Massendeportationen durchgeführt wurden (womit für die Isrealiten das babylonische Exil seinen Anfang nahm). Unter Nebukadnezar II. sollten schließlich auch die Hängenden Gärten entstehen (falls es sie überhaupt gab). Die unverzichtbare Stütze für Nebukadnezars Reich sollte jedoch auch die Armee werden, die aber am Ende die Eroberung durch die Perser nicht verhindern konnte. Kurzum, Gill bestätigt dem Leser dass Babylons Geschichte die eines Reichs und seiner Hauptstadt ist, die über die Zeit von unzähligen Herrschern erobert wurde, sich aber stets scheinbar eine eigenständige Bedeutung bewahren konnte.

Interessanter als der oft unter Quellenmangel leidende Geschichtsexkurs entpuppen sich die vorgebrachten Erkenntnisse zu Bildung, Sprache, Alltag, Künsten, Wissenschaft, Wirtschaft, Festen und Ritualen im alten Babylon. So erfährt man etwa dass der Aufstieg des Aramäischen anstatt des Sumerischen und Akkadischen möglich wurde weil es leichter zu erlernen war. Von den medizinischen Kenntnissen und den aus astronomischen Entdeckungen entstandenen Kalenderberechnungen der alten Babylonier weiß man meist bereits, nicht so jedoch davon dass Musiker in der babylonischen Gesellschaft hoch angesehen waren oder dass die babylonische Mathematik soweit entwickelt war, dass sich die Wirtschaft mit einem eigenen Geldwesen, Gewichten und Maßeinheiten, sowie Rechtsregelungen zum Schutz von Händlern auszeichnen konnte.

- Resümee -
Anton Gills "Mythos Babylon" ist wohl kaum der Weisheit letzter Schluss, doch für Interessierte zumindest ein Anfang. Leser bekommen jedenfalls eine bildreiche Geschichte über die Errungenschaften der alten Babylonier geboten, wovon das Buch auch gut leben kann, auch wenn die Ausführungen zu Herrschaftsperioden und Reichsabfolgen etwas dürftig wirken.


Star Wars(TM) Das Verhängnis der Jedi-Ritter 6: Im Vortex
Star Wars(TM) Das Verhängnis der Jedi-Ritter 6: Im Vortex
von Troy Denning
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Jedi gehen in die Offensive, 19. September 2011
Eigentlich hätten Lando Calrissian und Jaina Solo nach dem letzten Gefecht mit der Macht-Entität Abeloth nach Coruscant aufbrechen sollen, um den Jedi-Rat zu einem rascheren Handeln gegen die Sith zu drängen, doch nun treibt sich ein Saboteur auf Landos alten Schiff herum und das Eingreifen scheinbar machtsensitiver Piraten kann nur eines bedeuten - die Allianz mit den Sith ist beendet.

Davon können Luke und Ben im Schlund noch nichts wissen, als auch Hochlord Taalon die mysteriöse Vision einer Königin auf einem weißen Thron empfängt. Aber auch die Gefahr durch Abeloth scheint noch nicht gebannt zu sein und schon bald müssen die Skywalkers erneut mit Vestara Khai auf die Reise zu einem Planeten aufbrechen den Jacen Solo vor Jahren auf seiner Odyssee besucht hat, Pydyr, wohin die Jade Shadow entführt wurde.

Die Belagerung des Jedi-Tempels hält unterdessen an, obwohl der Bann der Macht-Psychose über die jungen Jedi-Ritter endlich gebrochen scheint. Staatschefin Daala weigert sich jedoch weder die Horns zu befreien, noch irgendwelche anderen Zugeständnisse gegenüber den Jedi zu machen. Doch seit die Staatschefin auch auf mandalorianische Söldner setzt um die galaxisweite ausgebrochenen Sklavenaufstände blutig zu ersticken sind auch die zögerlichsten Jedi Rats-Mitglieder nicht länger gewillt mitanzusehen wie ihnen in der Ex-Admiralin ein neuer Darth Caedus erwächst, nur der aktuelle Großmeister selbst steht einem Gegenangriff der Jedi im Weg, denn Kenth Hamner weigert sich mit Daala zu brechen...

Schon vom Cover her mutet IM VORTEX als einer der weniger anregenden Bände Verhängnis der Jedi-Ritters an. Ein Gefühl das einen leider auch über die erste Hälfte hin begleiten kann, denn allzu viel geschieht zunächst nicht. Die Jedi lavieren wie seit DER AUSGESTOSSENE zwischen ohnmächtiger Opferrolle und tatenlosem Groll, wobei Kenth Hamners Führungsschwäche immer mehr an die dunkelsten Stunden von Lukes Untätigkeit gegenüber dem Aufstieg seines Neffen Darth Caedus erinnert. Einige Nebenhandlungen, wie um die imperiale Verschwörung werden sogar ganz ausgeklammert. Wer sich also eine erste Bilanz offener Nebenhandlungen erwartet wird enttäuscht, Anhängsel wie der Prozess gegen Tahiri oder Enthüllungen um die Hintergründe der aus dem nichts entflammten Sklavenaufstände werden weiterhin verschleppt. Dafür versucht allerdings die zweite Hälfte VORTEX ausgiebig zu entschädigen. Die große Wende steht an.

Dennings VORTEX wird außerdem zur Glanzstunde für dessen in DAS ULTIMATUM eingeführte Jedi Meisterin Saba Sebatyne, die sich endlich der Rolle als Oppositionsführerin gegen den lethargischen Kenth Hamner annimmt. Mit Saba kommt endlich wieder Hoffnung auf. Doch zugleich weiß man, die Barabel ist eindeutig eine Kreatur Dennings (die er in DUNKLES NEST gar zur Meisterin Leias machte), was Erinnerungen an Wächter der Macht wach werden lässt, wo die Autoren sehr gerne ihre genuin eigenen Charaktere und Subplots aufwärmten. Fast fragt man sich wie wohl eine Karen Traviss die von Daala als Todesschwadronen eingesetzten Mandalorianern dargestellt hätte.

Was Denning jedoch eindeutig gelingt, auch als Vorgriff auf das nahende Finale, ist aus Admiralin Daala endgültig eine Schurkin zu machen, nachdem sie in den letzten Bänden ja oftmals nur den Eindruck einer Gestalt wie Borsk Fey'lya erweckte. Im VORTEX wird sie zu einer Antagonistin, die sich problemlos mit einem Darth Caedus messen kann. Somit summiert sich die Zahl der Gegenspieler für die Jedi mit den Sith, Abeloth und Daala gleich auf drei Fraktionen, die es zu bezwingen gilt.

Mit dem Abstecher nach Pydyr, wo sie die Fallanassi aufsuchen kehren Luke und Ben auch auf den ursprünglichen Pfad ihrer Odyssee zurück. Doch herauszufinden warum Jacen Solo sich im letzten Galaktischen Bürgerkrieg der dunklen Seite verschrieben hat spielt längst keine tragende Rolle mehr, seit man die Lösung in Abeloths einstigem Gefängnis ja eigentlich bereits gefunden hat. Selbst die ganz ähnlich gearteten Pläne der Sith, von den unterschiedlichen Machnutzergruppen zu lernen scheint sich erledigt zu haben. Als Ersatz bieten sich neue Erkenntnisse zur Abeloth und ihre Verbindung zum "Jedi Wahnsinn" an. Aber um an Jacen Solos tiefen Fall anzuknüpfen bringt Troy Denning auch Allana Solo neuerlich in Lebensgefahr, sodass es fast so wirkt als würde sie zum begehrlichen Ziel für die Vertreter der dunklen Seite avancieren.

Auf den Aufbau der großen Gamechanger verwendet Troy Denning in etwa die erste Hälfte des Romans und doch hält einiges davon nicht einmal bis in die nächsten Bücher der Reihe durch. So gleichmäßig es in Wächter der Macht noch dahinging, in Verhängnis der Jedi-Ritter gehen manche der Wandlungen jetzt erst richtig los, vielleicht aber ein wenig zu später. In den kommenden beiden Bänden (soviel sei auf Basis der englischen Originalausgaben schon verraten) wird sich der Stand der Dinge in der Galaxis noch derart verändern, dass man die Grundlagen für John Ostranders Comicreihe LEGACY bereits umso deutlicher erkennen kann.

Was dem Band jedoch (auch aus dem Bewusstsein über die Ereignisse in den folgenden Büchern heraus) neben seinem langsamen Start zum Verhängnis wird ist ein, wenn nicht "das" zentrale Ereignis, welches IM VORTEX seine Gestalt annimmt. Es geschieht einfach, wohl weil es geschehen muss. Doch so sehr man hofft diese spontane Tat würde nachher mit etwas mehr Tiefe ausgestattet und ergründet werden, es scheint wie bei Jacen Solos Wandel gelaufen zu sein, den ja auch erst eine weitere neunteilige Buchreihe zu ergründen gedachte.

- Resümee -
Ein Buch das zuerst nur langsam Fahrt aufnimmt, dafür aber in der zweiten Halbzeit ziemlich spannende Ansätze entwickeln kann. Den positiven Eindruck trübt aber dann doch das einige Handlungsstränge nicht weiterverwertet werden. Zentrale Entscheidungen innerhalb des Romans bringen die Reihe zwar insgesamt endlich weiter, anderes bleibt dafür wieder völlig unerklärt und lässt den Leser etwas enttäuscht zurück, muss man doch (manchmal auch vergeblich) hoffen Geschehenes würde in nachfolgenden Romanen aufgegriffen und vertieft werden. Je mehr man übrigens schon darüber weiß wie die Reihe weiterverlaufen wird desto mehr empfindet man IM VORTEX als einen der schwächeren Romane der Reihe, geschieht das wichtigste doch erst gegen Schluss und so sehr aus dem Moment heraus, das man sich fragt wozu das Nichtaufgreifen anderer Handlungsstränge gut gewesen sein soll, wenn Denning scheinbar keine bessere Umsetzung gelungen ist.

Fazit:
Langsamer Beginn, spannende zweite Hälfte, überraschende Wende im Finale.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 10, 2011 7:12 AM CET


Star Wars #88: Darth Vader und das verlorene Kommando, Teil 3 (2011, Panini)
Star Wars #88: Darth Vader und das verlorene Kommando, Teil 3 (2011, Panini)
von Rick Leonardi, Timothy Truman, Davide Fabbri Hayden Blackman
  Comic

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Abrechnung, 19. September 2011
Dass der Gespensternebel so heißt hat tatsächlich eine tiefere Bedeutung, wenn sie auch die Charaktere nicht ersichtlich ist, so zumindest für den Leser. Denn nun da alles schief gelaufen scheint wendet sich selbst Vaders Padme-Fantasie von ihm ab und versetzt den dunklen Lord in einen Zustand des Wahnsinns, der zugleich die letzte Chance für den verwundeten und seines Helms beraubten Sith-Lord sein könnte seine Ketten zu sprengen und lebend aus der ganzen Affäre zu entkommen...

Es waren also die Gespenster einer Vergangenheit die so nie stattfinden konnte, die Vader seit seinem Aufbruch in den Gespensternebel verfolgt haben. Und schlussendlich liegt es am dunklen symbolisch mit dieser Vergangenheit zu brechen. Das letzte Heft der Reihe erlaubt nun den vollständigen Rückblick auf diese Miniserie, die vielversprechend begann, um dann auch erzählerisch auf das Niveau der durchschnittlichen Zeichnungen zurückzukehren. Captain Shale will kein Sklave Palpatines mehr sein und hat mit dem Imperium gebrochen, Garoche Tarkin sich gar den Einheimischen angeschlossen und auch Lady Saro bemüht ein sentimentales Klischee. Nur konsequent wenn ein entfesselter Vader ihrer aller Leben ein Ende zu setzen droht, zumindest wenn es ihm gelingt sich von seinem eigenen emotionalen Tiefpunkt wieder aufzurichten und die herzlose Maschine zu sein, die alles verloren glaubt und daher auch all die Qualen zu ertragen fähig ist, die der Dienst als Vollstrecker des Imperators mit sich bringt.

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Das Ende von DARTH VADER UND DAS VERLORENE KOMMANDO hat Panini nun mit dem Beginn der JAGD AUF AURRA SING gepaart, einer Geschichte die überraschenderweise in der Heftreihe aufgelegt wurde, nachdem sie wie viele der anderen REPUBLIK Comics schon lange auf der Wunschliste der Star Wars Comicfans stand.

Ein Massaker an Angehörigen der republikanischen Friedenstruppen auf Coruscant führt 3 Jedi in eine Falle Aurra Sings und nur die Padawan-Schülerin lässt sie entkommen. Es soll ein Auftragsmord gewesen sein, doch der Jedi-Rat hat die Schandtaten Sings schon lange besorgt mitverfolgt und will diese Angelegenheit nun ein für allemal aus der Welt schaffen. Überraschend bietet sich für die Führung einer Aurra Sing-Taskforce auch ihre ehemalige Meisterin an, die unkonventionelle "dunkle Frau" alias An'ya Kuro. Doch anstatt ihr betraut der Jedi Kuros ehemaligen Schüler Ki-Adi Mundi und dessen Padawan A'Sharat Hett (dessen Vater Sing ermordet hat) mit den Ermittlungen, denen sich bald auch Adi Gallia anschließt, immerhin eine der besten Schwertkämpferinnen des Ordens...

Der The Clone Wars-Generation unter den Star Wars-Fans ist Aurra Sing vor allem als Kopfgeldjägerin vorgestellt worden, in den REPUBLIC Comics führte sie jedoch bis zu ihrer Inhaftierung während den Klonkriegen allerdings schon ein illustres Vorleben. Einer unbekannten Spezies angehörend wurde sie von den Jedi aufgelesen und von der Dunklen Frau (An'ya Kuros wohl wohlverdienter Spitzname) als Padawan angenommen. Doch anstatt diesen Weg weiterzubeschreiten landete Sing auf ihrem eigenen Pfad. Schon vor General Grievous sammelte diese meisterhafte Schwertkämpferin als Jedi-Killer Lichtschwerter. Und sie ist dabei gut genug es auch mit Jedi Meistern aufzunehmen.

Geschaffen wurde der Comic von Tim Truman (einem der Autoren welche den REPUBLIC Comics ihren Stempel aufdrücken konnten) und Zeichner Davidé Fabbri (auch er aus den REPUBLIC Comics wohlbekannt). Der Comic verrät zwar noch nicht wirklich viel über den weiteren Verlauf der Jagd, doch irgendwie bin ich geneigt ihn doch als besser zu bezeichnen als den Ausklang Haden Blackmans Darth Vader-Geschichte. Der Vergleich ist schwierig, zumal die Jagd nach Aurra Sing sich in einer gänzlich anderen Ära abspielt. Aber der Comic hat Atmosphäre, Sing demonstriert selbst auf knappem Raum bereits was sie kann und welche Gefahr sie darstellt und die Szenen im Jedi-Rat geben zu denken, ob nicht manches auf dieser Mission wegen persönliche Involvierungen katastrophal schief laufen könnte.


Star Wars #87: Darth Vader und das verlorene Kommando, Teil 2 (2011, Panini)
Star Wars #87: Darth Vader und das verlorene Kommando, Teil 2 (2011, Panini)
von Rick Leonardi Hayden Blackman
  Comic

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Konfrontation im Gespensternebel, 19. September 2011
Die Suche nach Garoche Tarkin geht weiter, doch allmählich plagen Darth Vader Zweifel dass Garoche entführt wurde oder gestrandet ist. Mit dem Imperator spricht der dunkle Lord sogar seinen Plan ab, Garoche zu töten, um Großmoff Tarkin damit zu einem verbitterten, seiner Doktrin und Arbeit noch enger verbundenen Vasall zu machen. Doch Garoches ehemaligen Vertrauten Captain Shale schwant bereits was Vader beabsichtigen könnte. Während die fantastischen Träumereien Vaders weitergehen gerät er immer tiefer in ein von Lady Saro gesponnenes Netz undurchsichtiger Intrigen. Da beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen und als Garoches Schicksal enthüllt wird steht Vader bereits alleine da...

Die Handlung kommt ihrem Siedepunkt immer näher, doch was Haden Blackman am Beginn des Comics noch mit interessanten Ansätzen (wie Vaders Was wäre wenn-Träumereien darüber wenn er nicht Palpatine sondern Mace Windu gerettet hätte) wettmachen konnte tritt nun immer deutlicher zu Tage, Blackman geht erzählerisch die Puste aus. Die anfänglich durch subtile Inszenierung sehenswerte Ausarbeitung der Gegensätze Vaders zu Tarkin weicht allmählich einem... nunja, das ist das Problem, sie weicht einem nichts. Weil Blackman den zu Beginn noch als Konflikt Vaders mit Tarkin inszenierten Plot nun in Richtung eines klischeeüberfrachteten Finales auflöst. Das Potential, das die Geschichte hatte geht jedenfalls verloren und an seine Stelle tritt ein 08/15-Ereigniss.


Star Wars #86: Darth Vader und das verlorene Kommando (2011, Panini)
Star Wars #86: Darth Vader und das verlorene Kommando (2011, Panini)

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vader und die Gespenster der Vergangenheit, 19. September 2011
DARTH VADER UND DAS VERLORENE KOMMANDO - nicht unbedingt der zugkräftigste Titel für Haden Blackmans Rückkehr in das Erweiterte Universum. Doch der vor allem für seine als Teil der REPUBLIC-Reihe erschienenen Klonkriegs-Comics hochgeschätzte Blackman hat sich mit seiner Beteiligung am erzählerisch nicht allzu brillant geratenen THE FORCE UNLEASHED in den letzten Jahren nicht unbedingt durch gut erzählte Geschichten neue Fans gemacht, da ist man vielleicht sogar noch dankbar, dass Blackmans Rückkehr mit einer Vader-Geschichte nicht pompös als "Vom Mastermind hinter The Force Unleashed 1 und 2" vorgestellt wurde, zu einem entsprechenden Hype kann die Geschichte nämlich nur in Ansätzen heranreichen.

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Nachdem Darth Vader bei der Verteidigung der AT-AT Fabriken auf Otavon XII (der dritte Star Wars Purge Comic THE HIDDEN BLADE, ebenfalls aus Blackmans Feder lässt grüßen; bei Panini in Heft 83 erschienen) wegen seiner Besessenheit von der Jagd auf Jedi versagt hat steht der Sith-Lord beim Imperator nicht gerade in der Gunst. Etwas das Großmoff Tarkins Stellung im inneren Zirkel Palpatines weiter stärkt. Nun ist jedoch ein Offizier Tarkins auf einer Mission in den Gespensternebel samt Schiff und Mannschaft verschollen und Vader soll dem nachgehen. Damit sieht sich die vermeintlich rechte Hand des Imperators einmal mehr hinter Tarkin zurückgesetzt und das wird der dunkle Lord wohl kaum so auf sich sitzen lassen. Doch Tarkin stellt Vader mit Captain Shale gar noch einen Vertrauensmann zur Seite, um Vader notfalls zu umgehen. Man ahnt bereits, der verschollenen Offizier ist jemand besonderes - Tarkins Sohn Admiral Garoche Tarkin, außerdem ein enger Freund Shales. Mit zwei Bataillonen der 501. brechen Shale und Vader auf, um nach einem brutalen ersten Gefecht an die Hohepriesterin Lady Saro zu geraten, die scheinbar einzige Bewohnerin des Gespensternebels, die ebenfalls Basic spricht und für ihre Kooperation Vaders Zusage verlangt vom Imperium als Königin des Nebels eingesetzt zu werden...

Haden Blackmans Partner bei DAS VERLORENE KOMMANDO ist Zeichner Rick Leonardo, den man bisher entweder als einen von vielen Zeichnern beim Ki-Adi Mundi-Comic OUTLANDER oder als alleinigen Zeichner des bei Panini in zwei Sondernummern zum Episode 3-Start erschienen Comics GENERAL GRIEVOUS erleben durfte. Nach eher unterdurchschnittlicher Arbeit an GRIEVOUS hat Leonardi auch in DAS VERLORENE KOMMANDO nicht unbedingt zur Creme de la creme aufgeschlossen, zumindest aber den Durchschnittslevel erreicht, so dass der Comic den Vergleich mit der Mehrzahl der REBELLION und IMPERIUM Comics nicht zu scheuen braucht.

Zeichnerisch sticht der Comic durch keine besonderen Initiaitven hervor, die Sturmtruppen treten in einer Mischung aus Rüstungen der Klonkriegs- und Imperiums-Ära an und nur Shales Sondereinheit mit ihren schwarzen Rüstungen, die er bis auf den Helm auch selbst trägt, setzt sich von der Masse der Truppe ab. Doch was wäre ein imperialer Captain ohne seine Offiziersmütze, auf die selbst der sonst in einem Ganzkörperpanzer steckende Shale nicht verzichten darf, wohl aus Angst man könnte ihn sonst unter dieser nicht mehr erkennen.

So liegt das Augenmerk also ganz auf Haden Blackmans Erzählung, die schon damit überrascht, dass die Einheimischen zwar mit menschlichen Antlitzt, aber ziemlich "unzugänglich" auftreten. Ihre Sprechblasen sind mit unleserlichen Kauderwelsch gefüllt und damit spielt Blackman darauf an, dass es in abgelegenen Gegenden der Galaxis eben doch auch Völker gibt, die das Imperium einfach nicht unterwerfen kann. Selbst Lady Saro spricht nur deshalb Basic weil sie ein besonderes Ritual angewandt hat, bei dem ein Trooper geopfert werden musste. Für solche Fälle greift Palpatines Imperium, wie Saro auch anmerkt, auf eine Strategie zurück, die schon bei alten Römern sehr beliebt war, die Einsetzung und Unterstützung von Klientelherrschern. Doch genau dieses pragmatische "politische" Denken ist etwas das bei Vader vorwiegend Abscheu erregt.

Man merkt auch Blackman sucht die Anbindung an die Klassische Trilogie, indem er die problematische Beziehung Vader-Tarkin aufs Tapet bringt und durchaus subtil die Gegensätze des Hofpolitikers Tarkin (der denn Sohn zum Admiral und dessen besten Freund zu Vaders zeitweiliger Anstandsdame gemacht hat) zum fanatischen Vollstrecker Vader. Während man diese Aspekte jedoch vor allem suchen muss springt einem etwas anderes an DARTH VADER UND DAS VERLORENE KOMMANDO regelrecht ins Auge. Der Fünfteiler (von Panini in zweieinhalb Hefte gebracht) spielt in Vaders "Träumen" mit einem Was-wäre-wenn-Konzept, wie man es vielleicht gerne in einer Infinities-Auflage (also einer Was wäre wenn-Adaption der Kinofilme) Episode III verwirklicht gesehen hätte. In seinen Träumen, dem einzigen was Vader noch Hoffnung gibt und ihn vorm Wahnsinn bewahrt, hat er Mace Windu gerettet und alles den idealen Verlauf genommen. Daraufhin wurde er zum jüngsten Vorsitzenden des Jedi-Rats, Jedi-Meister und Padme sogar Kanzlerin, die dann ihren gemeinsamen Sohn Jinn gebar.

Fazit:
Zeichnerisch durchschnittlich, erzählerisch interessante Ansätze.


Die Geschichte des Christentums: Glaube, Kirche, Tradition
Die Geschichte des Christentums: Glaube, Kirche, Tradition
von David Bentley Hart
  Gebundene Ausgabe

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte des Christentums lässt sich auch spannend erzählen, 15. September 2011
Natürlich eine jede "Geschichte des Christentums" kann stets nur ein Abriss sein, die verschiedenen Entwicklungslinien der christlichen Traditionen sind über die Jahrtausende längst zu weit verzweigt, um noch ohne Abstriche in einem Buch vereinigt zu werden. David Bentley Hart hat mit seinem Versuch das Unmögliche zu wagen jedoch sehr gute Arbeit geleistet. Der sehr bildreiche Band spannt den Bogen von den Heilserwartungen des Volkes Isreals bis zur Bestimmung eines möglichen Trends im 21. Jahrhundert, wo in Afrika, Asien und Südamerika pingstlerisch-charismatischen Bewegungen Erfolg beschieden sein dürfte.

Der prägende Aspekt für Harts Geschichte des Christentums, selbst umfangreiche Geschichten werden in einigen Seiten abgehandelt, träge und philisterhafte Episoden bleiben dem Leser also erspart. Dafür wird natürlich manch interessant-spannenderes auch nur kursorisch abgehackt. Auch inhaltlich ist in Harts ein Trend zu einem raschen und dabei überraschend spannend formulierten Geschichtsexkurs manifest. Die christlichen Märtyrer etwa, etabliert Hart als Opferkultverweigerer, die mit ihrem Verstoß gegen gesellschaftliche Konventionen die Dauerhaftigkeit eines auf drei Kontinente ausufernden Weltreichs auf die Probe stellen sollte. Ziemlich früh wagt es der orthodoxe Theologe und Philosoph sogar sich von der immer noch römisch-katholischen Perspektive der lateinischen "Kirchengeschichtsschreibung" abzusetzen und geht auch auf vom "Mainstream" abweichende Strömungen wie die theosophischen Anhänger der Gnosis ein. Abstecher in die Gelehrtenstadt Alexandria, die Religionspolitik Konstantin des Großen und die Entstehung des Mönchtums runden das von Hart gezeichnete Bild ab.

Wirklich faszinierend gestaltet Hart indessen die Geschichte der orientalischen Kirchen, wie in Äthiopien, Armenien und sogar Indien, zu denen man zwar nur grundlegendes erfährt, dieses Basiswissen wird jedoch gut vermittelt. Selbst die ersten Konzile und die unterschiedlichen Theorien zur Abstammung Jesus (wie den Adoptianismus) finden Erwähnung. Mit dem Jahr 410, in dem die arianisch-christlichen Westgoten bei ihrem Sturm auf Rom überraschenderweise doch die Kirchen weitgehend verschonten sieht Hart die Entstehung eines neuen westlichen Christentums gekommen. Die für lange Jahre global am weitesten verbreite Strömung waren jedoch die im Westen oft verdrängten Nestorianer, deren Missionare schon lange vor den Jesuiten nach China und Fernost gelangten. Das Schicksal der orientalischen Kirchen (darunter auch die Kopten) nimmt in Harts Darstellung überhaupt eine für das mitteleuropäische Auge überraschend prominente Stelle ein. Zugleich ist Harts Geschichte des Christentums auch eine der mit ihm untrennbar verbundenen Reiche, wie Blüte und Fall von Byzanz. Selbst dunkle Episoden der christlichen Geschichtsschreibung, wie die spanische Inquisition oder die Glaubenskriege werden nicht ausgespart und erhalten eigene Kapitel. Wobei außerdem erwähnt sei dass die Geburt neuer christlicher Religionsgemeinschaften durch die Reformation noch einmal zu einer Zunahme der "Erzählstränge" führt

Fazit:
Eine flüssig und spannend beschriebene Geschichte des Christentums, die nicht auf die lateinische Perspektive eingeschränkt ist.


Augustus: Prinzeps und Monarch
Augustus: Prinzeps und Monarch
von Dietmar Kienast
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der politische Augustus, 15. September 2011
Augustus Biografien gibt es viele, doch nur wenige genießen das Prädikat "Standardwerk" und noch weniger von diesen sind auch für historisch interessierte Laien (für die im Gegensatz zum akademischen Publikum erzählerische Qualitäten eine Rolle spielen) ein überragender Lesegenuss. Dietmar Kienstas "Augustus: Prinzeps und Monarch" ist eine solche überaus gelungene Augustus-Biografie, die mit ihrem politischen Zugang zu Leben und Taten des ersten römischen Kaisers regelrecht fesseln kann.

Die eigentliche Biografie Augustus macht indessen vor allem die erste Hälfte des Werks aus, während sich die zweite mit Themen um Augustus Herrschaft auseinandersetzt. Während der biografische Anteil sich bemüht vor allem die Transformation des Kriegsherrn zum "Friedensfürsten" und der Republik zur Monarchie nachzuzeichnen, wird im Themen-Anteil schließlich auf konkrete Fragen zur augusteischen Ära eingegangen, die dessen Reichspolitik, die Festigung seiner Herrschaft und das Verhältnis des Prinzeps zu Senat, Rittern und Volk.

Kienast verzichtet auf Verklärung, Verdammung und sonstiges "Zurechtrücken" eines bei seinen Lesern bereits bestehenden Augustus-Bildes, er (und das macht den Standardwerk-Charakter des Buchs aus) zeichnet sein eigenes. Bei ihm steht zunächst einmal die Frage im Vordergrund ob Caesars Testament wirklich dem Zweck diente eine Dynastie zu begründen oder war es doch privater Natur? Viele Fragen wie diese konnten bis heute nie wirklich beantwortet werden und auch der Althistoriker Kienast will sich eine definitive Antwort nicht anmaßen, er hält nur die Fakten fest. Tatsachen wie dass man allein aus Caesars Testament noch nicht schließen kann dass dieser sich in Octavius einen direkten Nachfolger heranziehen wollte. Der junge Oktavian wurde von Caesar zwar gefördert, was Kienast ausgiebig untersucht, doch erst seine Stellung als magister equtium des Diktators hätte ihm während des Partherfeldzugs die Chance und Bühne geboten sich als "der" Erbe Caesars zu etablieren. Ungeachtetdessen war die Förderung Oktavians auch längst nicht so aussagekräftig über die Pläne des Diktators für seinen Großneffen wie sie manch andere Biografen inszeniert haben. Rein technisch war Gaius Octavius sogar ein homo novus, der nur mütterlicherseits mit Pompeius und den Juliern verwandt war. Die Octavii gehörten gerade einmal dem munizipalen Adel Italiens an, doch der junge Oktavian wuchs durchaus in einer halbwegs privilegierten Bankiersfamilie auf, etwas was seine Beziehung zu Geld und Vermögen nach Kienast durchaus prägen sollte.

Oktavians Aufstieg sollte erst mit Caesars Tod seinen Anfang nehmen, entsprechend verbindet Kienast diesen Abschnitt im Leben des späteren Augustus mit einer Darstellung der Probleme vor denen sich der Senat bei Caesars Tod gestellt sah. Von da an gilt Kienast Augenmerk vor allem der Art und Weise wie Oktavian seine ihm durch Caesars Testament und die Anerkennung dessen Veteranen verliehene Macht zu festigen und gegen Antonius Stellung zu beziehen begann. Der "ewige Zweite" hinter den Caesaren entpuppt sich bei Kienast jedoch nicht als verhinderter Heilsbringer und Republikbewahrer, sondern als mit seiner Prunkliebe und dynastischen Planungen für seine Kinder mit der Ptolemäerin Kleopatra an einen hellenistischen König erinnernder Gegenpol.

Und nach etwa 150 Seiten über Aufstieg, Sieg und Tod des Augustus ist man bereits bei der Aufarbeitung der politischen Aspekte der Herrschaft Augustus angelangt. Beginnend mit dessen Verhältnis zum Senat. Dabei stellt Kienast schon früh fest dass zu Augustus Zeiten durch die Bürgerkriege der Republik das Aussterben der alten Geschlechter bereits eine vollendete Tatsache war, so oder so hätten homines novi diese Lücke naturgemäß geschlossen, durch die Klientelpolitik der Triumvirn und die auch von Augustus praktizierte positive Diskriminierung dem Ritterstand angehörender Anhänger fand jedoch eine raschere Erosion der patrizischen Vormachtstellung statt. Ein noch interessanteres Kapitel ist das der Herrschaftssicherung gewidmete, in dem Kienast nicht nur die Propagierung Augustus Prinzipats behandelt, sondern auch Aspekte wie dessen Religionspolitik, mit der er sich eine Aura des Sakralen verleihen konnte. Doch selbst der politische Durchbruch Augustus als Prinzeps gerät bei Kienast zu einem brüchigen Bild des Friedens und der Althistoriker lässt klar zu Tage treten wie unsicher sich Augustus Herrschaft ungeachtet dessen Machtakkumulation gestaltete.

Nach Ausführungen zur Hofhaltung Augustus beschäftigt sich ein ganzes Kapitel samt Unterteilungen schließlich Militärwesen und Außenpolitik Augustus. Dabei gerät schon früh die Frage in den Mittelpunkt, ob das Imperium nicht mit zu wenig Legionen ausgestattet worden war. Kienast stellt diesbezüglich die Möglichkeit in den Raum dass Augustus Militärpolitik Ausdruck eines messerscharfen Kalküls war, hatte der Prinzeps die Truppen doch lange aus eigener Tasche bezahlen müssen. Anlass für die drastisch wirkende Beschränkung der Kampfstärke des Imperiums dürfte aber vorwiegend das Anliegen gewesen zu sein, die Heere als politischen Faktor auszuschalten. Nach Ausführungen zur Wirtschafts- und Baupolitik setzt sich Kapitel VII. schließlich mit einem in anderen Biografien nur angestriffenen Thema auseinander, der Reichspolitik Augustus, die aus einer Republik mit verbündeten Vasallenstaaten ein wahres Imperium formen sollte.

- Resümee -
Eine überragende Biografie, die soviel mehr ist als nur ein Lebensbild Augustus. Dietmar Kienast zeichnet nicht nur Oktavians Aufstieg nach, sondern setzt sich auf diesem Weg und darüber hinaus mit virulenten Fragen zur politischen Geschichte hinter Augustus Triumph auseinander. Detailliert, umfangreich und durch Kienasts angenehm lesbaren Erzählstil, sowie den mehr politisch- als kulturhistorischen Zugang zur Materie ein höchst lesenswertes Werk. Der einzige Makel ist lediglich die Verwendung manch lateinisierter (in lateinischer Schrift abgedruckter) Bezeichnungen.


Österreicher entdecken die Welt: Forscher  Abenteurer  Pioniere
Österreicher entdecken die Welt: Forscher Abenteurer Pioniere
von Hanne Egghardt
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vergessene Helden der österreichischen Entdeckergeschichte, 14. September 2011
Vom Selbstverständnis her ist das moderne kleinstaatliche Österreich keine Entdeckernation, einen Thomas Cook, Christopher Columbus oder Marco Polo können jedoch auch nur wenige Länder vorweisen. Anstatt Cook Inseln kann die österreichische Entdeckergeschichte (zumindest bisher) nur Kaiser Franz Josef Land aufbieten und diese Inselgruppe im Nordpolarmeer wurde auch schon von den bekanntesten österreichischen Pionieren, Julius von Payer und Carl Weyprecht entdeckt. Nachdem es Payer und Weyprecht samt ihrer Payer-Weyprecht-Expedition 2010 bereits in das ebenfalls im Styria Verlag erschiene Werk "Österreichs Helden zur See" Helmut Neuholds geschafft haben, finden sie sich in Hanne Egghardts "Österreicher entdecken die Welt" ein weiteres Mal in einem nur vordergründig unwahrscheinlichen Buch verewigt.

Österreicher entdeckten die Welt - schon vor Payer und Weyprecht, deren Nordpolexpedition mit dem Kapitel Arktis auch erst den Abschluss des Buchs bildet. Gegliedert ist das Werk nämlich in die Kapitel Orient & Ferner Osten, Amerika, Afrika, Neuseeland & Australien, Rund um die Welt und Arktis. Den Beginnt als Fernostreisender macht somit der 1623 in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz geborene Johannes Grueber der auf seiner Reise nach China und zurück bis ins tibetische Lhasa vorstoßen konnte. Aber auch der 1661 in Brünn geborene Georg Joseph Kamel, Entdecker der Kamelie gehört zu den Österreichern die Geschichte schrieben. Gerade bei den Asienreisenden kristallisiert sich ein interessantes Muster heraus, den Jesuiten und katholischen Reisenden diente nämlich meist Portugal, dessen Kolonien Macao und Goa zum Ausgangspunkt für die weiteren Reisen in Asien wurden, als Sprungbrett für ihre Reise um die sprichwörtlich halbe Welt.

Aber es gibt österreichische Reisende mit klingenderen Namen, wie Alois Musil, den Großcousin des Dichters Robert Musil. Im ersten Weltkrieg avancierte Musil als Scheich Musa sogar zeitweise zum Gegenspieler Lawrence von Arabiens, doch wie so oft schreiben die Sieger die Geschichte und darin nimmt Musil eine winzige Rolle ein, so dass er im Gegensatz zu T. E. Lawrence fast vergessen ist.

Die meisten der von Egghardt vorgestellten Helden sind derart in Vergessenheit geraten dass man sie nur mit Vergleichen zu bekannteren Entdeckern samt ihren Entdeckungsleistungen wieder einordnen kann, wie den weltlichen Thaddäus Haenke, einen österreichischen Humboldt. Deutlich schillernder ist da schon die Karriere eines Freiherrn Rudolf Carl von Slatin, alias Slatin Pascha. Der Abenteurer, der vom kleinen österreichischen Leutnant im Dienste des britischen Empire mit 24 zum Bey aufstieg und im Sudan (was gewisse Erinnerungen zum Film Four Feathers weckt) das einheimische Aufgebot der Briten gegen die Mahdisten anführte. Dort trat er auch zum Islam über, um die Moral seiner Truppe im Kampf gegen die Rebellen zu heben. Doch der Bey scheiterte und fand sich 10 Jahre in den Fängen der Mahdisten wieder. Nach einem kurzen Intermezzo als entsprechend seines Ranges als ehemaliger Gouverneur ehrenvoll behandelten Mitglieds der Leibgarde des selbsternannten Mahdi wurde er sodann rasch in Eisen geschlagen, lebte 8 Monate im Kerker und dann als Haussklave Chalifa Abdullahs. Nach seiner Flucht stieg Slatin Pascha sogar in den britischen Adelsstand auf, schlug sich 1914 aber auf Seiten der Donaumonarchie und gehörte nach Kriegsende zur Friedensdelegation des zweimaligen Staatsgründers Karl Renner in St. Germain.

Gegenüber Slatin Paschas Lebensgeschichte verblassen natürlich die meisten anderen Kurzbiografien, abseits der obligatorischen Aufarbeitung der Leben von Julius Payer und Carl Weyprecht interessant sind aber noch der weiße Maorihäuptling Andreas Reischek (ein weiterer in Linz geborener) und die Weltreisende Ida Pfeiffer.

- Resümee -
Die Biografien der einzelnen Entdecker rangieren zwischen zwei und mehreren Seiten, entsprechend unterschiedlich ist auch der Informationsgehalt und Unterhaltungswert der Kurzbiografien ausgefallen. In Summe sind es jedoch faszinierende Lebensgeschichten die Hanne Egghardt zusammengestellt hat, von Reisenden, Forschern, Abenteurern und Entdeckern, die bis in die entferntesten Winkel der Erde vorstießen, dort manchmal sogar ihr Ende fanden oder auch die Rückkehr in die Heimat nicht verkrafteten.


Sklaverei: Im Inneren des Milliardengeschäfts Menschenhandel
Sklaverei: Im Inneren des Milliardengeschäfts Menschenhandel
von Lydia Cacho
  Gebundene Ausgabe

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf den Spuren der globalen Frauenhändler-Netzwerke, 14. September 2011
Sklaverei war schon in antiken Zeiten etwas das sich ebensoweit verbreiten konnte wie die Handelsbeziehungen von sklavenhaltenden Nationen reichten. In einer globalisierten Wirtschaft erstaunt es daher nicht, wenn wie Lydia Cacho beschreibt, chinesische Wanderarbeiter in Container gezwängt nach Mexiko geschmuggelt werden, um sich dort in den Fabriken mächtiger Kartelle zu Tode zu schuften. Um solchen globalen Netzwerken nachzuspüren muss man sich auf eine Weltreise begeben, um ihren Spuren zu folgen, etwas dass Lydia Cacho getan hat. Cachos Reise begann schon vor Jahren in Mexiko, als sich die engagierte Journalistin nicht unterkriegen ließ und die Machenschaften der ihre Geschäftsfeld längst über das Drogengeschäft hinaus ausdehnenden mexikanischen Kartelle aufdeckte. Ihre Enthüllungen haben Cacho Feinde gemacht und sie längst auch den verlängerten Arm der Organisierten Kriminalität spüren lassen.

Doch Cachos Weltreise auf den Spuren der Menschhändler (die erste Hälfte ihres Buchs) beginnt nicht im vom Drogenkrieg gebeutelten Mexiko, wo sich die Kartelle längst wie Krebs in die Sicherheitskräfte und Politik hineingefressen haben. Statt Mexiko City ist die erste Station Istanbul, wo sie sich mit dem Polizeibeamten Mahmut trifft. Mit einem zunehmenden Grad an Globalisierung hat nämlich auch der Menschenhandel einen Boom erlebt, der gerade auch die geostrategisch interessant gelegene Türkei nicht unberührt gelassen hat. Doch ist Prostitution in der Türkei eigentlich legal, anders in Israel/Palästina, der nächsten Station auf Cachos Reise, auf der sie nun schon sehr früh zu einem ersten Fazit gelangt. Je konservativer eine Gesellschaft desto akzeptierter scheint dort auch Gewalt sexueller Natur, was nicht einmal paradox ist, seit konservative Gesellschaften ja auch dazu neigen ihre Probleme unter den Teppich zu kehren und zu verdrängen. Nur so ist es vorstellbar dass Mädchen, sollte es ihn überhaupt gelingen sich zu befreien, ein noch schlimmeres Schicksal zustoßen kann, zumindest aus ihrer Sicht. Wird ihnen doch mit dem vollständigen Ehrverlust (und möglicherweise noch einer Ermordung durch Verwandte) gedroht, wenn Fotos oder andere aussagekräftige Beweise über ihr vermeintlich freiwilliges Tun an ihre Familien gelangen.

Frauenhandel und Zwangsprostitution nehmen weltweit zu und die offiziellen Erfolgsbilanzen wie in der Türkei, dürfen oft angezweifelt werden. Von der klassischen Zwangsprostitution einmal abgesehen trägt der Menschenhandel als moderne Sklaverei heute viele Gesichter, wie Organhandel oder illegale Beschäftigungsverhältnisse. Für letztere findet Cacho in Tel Aviv unter falschen Versprechungen ins Land gelockte ausländische Krankenschwestern, die für geringestmögliche Bezahlung in israelischen Altersheimen eingesetzt werden. Doch Menschenhandel ist kein Phänomen das nur die sich nach besseren Lebensumständen sehnende Bevölkerung von Entwicklungsländern in seine Klauen bekommen kann, auch in vermeintlichen Bei-uns-doch-nicht-Gesellschaften können junge Frauen (der große Schwachpunkt Lydia Cachos "Sklaverei" liegt wirklich darin dass sie sich allein auf den Frauenhandel konzentriert) in die Fänge skrupelloser Verbrecher gelangen. Cacho bringt dazu das Beispiel einer amerikanischen Sängerin ins Spiel, die sich auf ein Agenturangebot hin nach Japan begab. Mit dem Job als Club-Sängerin wurde es jedoch nichts, stattdessen durchlebte sie in den Händen der Yakuza ein wahres Martyrium. Nur sie konnte sich mit viel Glück befreien, andere Leidensgenossinnen konnten diese Gelegenheit gar nicht mehr ergreifen.

In Asien angelangt begibt sich Cacho nach Kamodscha, dem Hinterhof der Triaden, wo über die Jahre ein reger Pädophilen-Tourismus in Gang geraten ist. Der Handel mit Kindern, das wohl schändlichste Verbrechen der Menschenhändler nimmt jedoch schon in jüngsten Jahren seinen Anfang. Die betroffenen Jungen und Mädchen werden sogar regelrecht zu einem bestimmten Verhalten erzogen. Nur dadurch und das Drogengeschäft bleibt die kambodschanische Wirtschaft wohl überhaupt am Laufen und das Regime in Amt und Würden. Die chinesischen Triaden sind es auch, über die Cacho an dieser Stelle den globalen Blickwinkel ins Treffen führt, denn durch undurchsichtige "Investoren" werden chinesische Arbeiter und asiatische Frauen als Sex- und Arbeitssklaven bis nach Süd, Mittel- und Nordamerika geschmuggelt. Mit (schein)legalen Aufenthaltsgenehmigungen ausgestattet werden sie manipuliert, gebrochen und unter psychischen oder physisch verstärkten Druck gesetzt, woran sie früher oder später zugrundegehen. Die Mafia und ihre Klienten sind unterdessen in ihrem Zynismus kaum noch zu überbieten, nutzen sie doch den Diskurs um Feminismus und Sexarbeit, um ihre wenig lauteren Absichten dahinter zu verbergen.

In der systematisch aufgebauten Hälfte ihres Buchs geht Cacho schließlich auf die in den Reisen zu den Brennpunkten des Menschenhandels ausgesparten Themen ein. Hier untersucht Cacho nun welche Bedeutung der Menschenhandel für die Geldwäsche der Syndikate und Kartelle hat, aber auch wie die Mafia sich die Globalisierung zu Nutzen gemacht hat. Eine entscheidende Rolle spielt schließlich auch noch Cachos Auseinandersetzung mit den Zusammenhängen zwischen legaler und illegaler Prostitution, der Verschleierungstaktik der Menschenhändler und dem Diktum dass nur die Zivilgesellschaft eine Chance hat Menschenhandel zurückzudrängen.

- Resümee -
Der einzige Makel, Cacho beschränkt sich in ihrer Darstellung des globalen Menschenhandels vorwiegend auf den Frauenhandel, der immer noch den Löwenanteil der modernen Sklaverei ausmacht und auch das zugkräftigste Thema abgeben mag. Doch die engagierte Menschenrechtlerin führt auch aus, dass Zwangsprostiution nur eine Facette eines noch untere anderen erschreckenden Fratzen auftretenden Phänomens ist. Stilistisch ist Cachos Werk jedenfalls gut gelungen, weder setzt sie zu sehr auf moralische Entrüstung, wodurch das Buch nicht mit einem unnötigen Übermaß an Pathos überladen wirkt, noch stellt sie sich dabei durchwährend ins Rampenlicht. Eine Reportage ist es dennoch, aber eine sehr gute.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 31, 2013 12:23 PM CET


Ideale Welten: Die Geschichte der Utopie
Ideale Welten: Die Geschichte der Utopie
von Gregory Claeys
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Utopien von Platon bis Asimov, 14. September 2011
Utopia, Atlantis und der Sonnenstaat, schon lange vor der offiziellen Geburt der Science Fiction als Literaturgenre waren Utopien ein fester Bestandteil der Philosophie und sei es als nur als Sehnsuchtsfantasien nach einem gerechteren Staatswesen. Die moderne Science Fiction ist zwar mehr am Unterhaltungswert als Weitläufigkeit utopischer Szenarien interessiert, ihr Einfluss durch diesen Schritt zur Popularisierung aber größer als je zuvor. Umso interessanter erscheint es angesichts dessen wenn ein britischer Historiker und Professor für Politisches Denken sich einer Geschichte der Utopien annimmt, war es doch sein Landsmann Thomas Morus der mit Utopia (aus dem Griechischen: nirgendwo) den Utopien ihren Namen gab. Und wen überrascht es da noch, dass Gregory Claeys "Ideale Welten" seinen Anfang wirklich in dessen Beschäftigung mit Morus Utopia genommen hat.

Die Geschichte der Utopien als Vorstellung von einem gesellschaftlichen Idealzustand beginnt natürlich bereits im klassischen Zeitalter. In diesen ist die Utopie die Welt wie sie war, bevor Prometheus das Feuer stahl und Pandora Verderben über die Welt brachte. Auch Lykurg und die Reformen Spartas, sowie Platons Staat reihen sich in die antiken Utopien. Doch auch in der christlich-jüdischen Tradition existiert mit der Vorstellung vom Garten Eden und dem mit ihm verlorenen Paradies ein der griechischen Version ähnliches Konzept. Durch die Bibel schließlich wurden zahlreiche christliche Splittergruppen zur Ausschmückung ihrer Utopien inspiriert, etwa die Wiedertäufer oder auch die Puritaner.

Doch sind Utopien nur eine europäische Angelegenheit? Diese Frage stellt Claeys in Kapitel 3 und beantwortet sie sogleich damit dass es etwa bei Hindus und in den chinesischen Philosophie-Religionstraditionen (vor allem dem Konfuzianismus) durchs Vorstellungen vom idealen Herrscher gab. Selbst der Islam kennt mit der Stilisierung des Kalifats in Medina als Goldenes Zeitalter auch eine weltweit bekannte Utopie. Claeys führt seine außereuropäischen Utopien schließlich bis Mahatma Ghandi.

Gregory Claeys persönlichen Höhepunkt (und den Dreh- und Angelpunkt des Werks) bildet indessen die Darstellung der Utopie als definiertes Genre mit Thomas Morus Utopia und den Implikationen der Entdeckung der neuen Welt für spätere Utopien. In Kapitel 5 geht der britische Historiker anschließend einer etwas ungewöhnlichen Frage nach, nämlich Einfluss Daniel Defoes Robinson Crusoe und Johnathan Swifts Gullivers Reisen auf utopisches Denken entfaltet haben. Natürlich nach der Entdeckung der Neuen Welt als Zäsur beschäftigt sich der Autor auch mit der Auswirkung von Revolution und Aufklärung. Einen weiteren interessanten Ansatz verfolgt Claeys in Kapitel 8 über die Idealen Städte, vom Mittelalter bis in die Moderne. Der Verwirklichung utopischer Vorstellungen am nächsten kommt indessen Kapitel 9, Utopia als Gemeinschaft. Von den Shakers bis zu den Hippies, wobei Claeys konstatiert dass das Auftreten dieser sich auch zur Aufgabe gesetzt hatte ein verlorengegangenes Gemeinschaftsgefühl wiederzugewinnen oder etwas neues aus diesem zu schmieden. Doch Claeys geht noch weiter, über die Mormonen, bis zum britischen Sozialismus und den dem von Robert Owen geschaffenen 2000 Seelen-Ort New Lanark. Kapitel 9 zeugt erstmals von utopischen Konzepten die im Modell wirklich ausprobiert wurden. Den Abschluss bilden schließlich Ausführungen zu Sozialismus, Kommunismus und Anarchie, sowie den Weg zur Science Fiction.

Ein Buch voller großartiger Ansätze und Ideen wie man eine Geschichte der Utopien zeichnen kann, chronologisch aufgebaut und hie und da mit biografischen Anmerkungskästchen versehen. Doch entpuppt sich Gregory Claeys ambitioniertes Projekt überraschend schnell als wenig mehr als ein kommentiertes Literaturverzeichnis (das mit entsprechend kleinerer Schrift, um Bilder und Biografie-Kästchen gekürzt den Anhang hätte bilden können), denn meistens unternimmt der Historiker wenig mehr als ein entscheidendes Buch als Meilenstein vorzustellen und schon geht es weiter. Es ist gewissermaßen nur eine Chronik. Und entsprechend dürftig ist oftmals auch der Informationsgehalt, der sich in aller Kürze zudem kaum durch eine originelle Argumentation oder Verknüpfungsleistung auszeichnen kann. Nur einige (für meinen Geschmack viel zu wenige) Kapitel sind inhaltsstärker geraten, der Rest wird knappest abgehandelt und vermittelt einem gerade einmal einen Überblick, den man sich auch schon anders erworben haben kann, vielleicht war das auch Claeys Zielsetzung. Selbst Themen wie Revolution und Aufklärung bleiben unterbelichtet während die literaturwissenschaftlich angehauchten Ausführungen zur Wirkung von Gullivers Reisen und Robinson Crusoe deutlich mehr in der Gunst des Autors gestanden zu haben scheinen.

Fazit:
Faszinierende Ansätze, doch das Buch bleibt bis wenige Ausnahmen hinter den Erwartungen zurück mehr als ein kommentiertes Literaturverzeichnis zu sein, denn an der utopischen Literatur hat Gregory Claeys seine Chronik der Utopien ausgerichtet. Zumindest einen Überblick kann das Buch jedoch vermitteln.


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