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Rezensionen verfasst von
Mario Pf. (Oberösterreich)
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Blut für Öl: Der Kampf um die Ressourcen
Blut für Öl: Der Kampf um die Ressourcen
von Hans Kronberger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Rohstoff der mit Blut Geschichte schreibt, 19. Oktober 2011
Als Dr. Hans Kronbergers "Blut für Öl" 1997 erstmals erschien entwickelte sich diese Weltgeschichte des blutigen Ringens um das schwarze Gold rasch zu einem Bestseller, der 2011 nach der Veröffentlichung von Kronbergers neuestem Werk "Geht uns aus der Sonne" in einer aktualisierten Auflage neu veröffentlicht wurde. Seitdem hat sich die Welt freilich stark verändert. Die 97 noch von Kronberger vertretene These dass der steigende Beschaffungsdruck zu militärischen Interventionen führen wird hat sich traurig bewahrheitet, sodass der ehemalige EU-Parlamentarier und Solarenergie-Vorkämpfer anmerkt um sein Buch aktuell zu halten müsste es wohl jährlich aktualisiert werden. Heute wie bereits vor schon über 10 Jahren tritt Kronberger daher für den Umstieg auf erneuerbare Energien ein, denn sein Rückblick auf die Petro-Weltgeschichte macht eines deutlich, die Energiewende ist eine unabdingbare Voraussetzung zur Setzung friedenspolitischer Akzente.

Welche Botschaft Kronberger mit "Blut für Öl" vermitteln will wird bereits im vom 2010 verstorbenen Hermann Scheer, seines Zeichens SPD-Bundestagsabgeordneter, Präsident von EUROSOLAR und einst federführend am deutschen Erneuerbare Energien Gesetz beteiligt. Unter dem Titel "Her mit der solaren Sicherheit" formuliert Scheer in klaren Worten worauf Kronberger sein neuestes Werk "Geht uns aus der Sonne" aufgebaut hat, dass das Weg vom Öl nicht bloß eine Option sondern eine Notwendigkeit ist, auch wenn sich diese bis zum Verbrauch des letzten Tropfens noch ignorieren ließe. Solartechnologien sind der Ausweg aus der Dauerkrise, sie können von außenpolitischen Zwängen, einem permanenten Inflationstreiber und Störfaktor für die Wirtschaft befreien. Zentraler ist für das vorliegende Buch allerdings Scheers Botschaft "Friede durch Sonne", den das genaue Gegenteil "Krieg durch Öl" zeichnet Kronberger hier nach.

Die Rechnung ging nicht auf. Als die USA mit ihrer Irak-Invasion den Weg zur militärischen Ressourcenbeschaffung beschritten überwogen schlussendlich doch die Verluste dem Nutzen dieses Unternehmens. Doch der Krieg um die versiegenden Ölquellen der Welt tobt weiter und ist aktueller denn je. Ein Etappensieger ist derzeit Russland, das sich mit seiner strategischen Lage ideal zwischen Ost- und West positionieren kann. Mit Öl, Gas und Pipelines ist aus der Russischen Föderation innerhalb von Jahren aus einem der höchstverschuldeten Länder Europas einer der BRIC-Staaten avanciert und noch dazu einen der bereits eindrucksvoll bewiesen hat, dass er ohne weiteres gewillt ist die Energiewaffe auch einzusetzen. Da tragen die russischen Pläne künftig auch in Ostasien Öl- und Gas-Deals abzuwinkeln kaum zu einem beruhigenden Einfluss auf die europäische Energiesicherheit bei.

So modern der Einsatz von fossilen Ressourcen auch wirken mag, schon in der Antike verwendete man etwa Erdöl als Bestandteil des berühmten griechischen Feuers. Einfluss auf die Weltpolitik zu nehmen begann das heutige schwarze Gold bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Der Bau der deutschen Bagdad-Bahn etwa stand ganz im Zeichen dem deutschen Kaiserreich eine vom Seeweg unabhängige Ölversorgung aus dem Nahen Osten zu sichern, konnten die Briten doch im Kriegsfall mit einer Seeblockade sonst stets die deutsche Rohstoffversorgung empfindlich abwürgen. Die Umstellung der britischen Kriegsmarine von Kohle auf Öl ist noch ein anderes, vergleichsweise erfolgreicheres Projekt, welches Geschichte geschrieben hat. Dieselmotoren in Flugzeugen, Panzern und Schiffen sollten diese Kriegsmaschinen erst effektiv machen und es verwundert wenn sich nach Ende des Ersten Weltkriegs selbst Lord George Curzon zu den Worten hingerissen sah "die alliierte Sache ist auf einer Woge von Öl zum Sieg geschwommen".

Der britische Schluss dass die Erschließung der Öllager im Nahen Osten höchste Dringlichkeit besitzt schlug sich anschließend auch auf die Zerstückelung des Osmanischen Reichs in alliierte Mandatsgebiete durch. Doch der gut geölte Triumph der Briten sollte schon bald von den aufstrebenden USA zunicht gemacht werden, die ein wahres Ölwettrennen mit dem Empire lostraten. Sogar noch interessanter als Kronbergers Ausführungen zur Bedeutung des Öls im Ersten Weltkrieg sind jene zum Zweiten. Hitlers Griff nach Baku und den sowjetischen Ölfeldern ist natürlich bereits oft und breit dokumentiert worden, doch dass die Blitzkriege auch Ausdruck einer energieschonenden Kriegsführung waren ist durchaus originell. Welche Bedeutung Ölreserven mittlerweile für jede Kriegsführung entwickelt hatten macht auch das Beispiel Pearl Harbor deutlich, wo es dem japanischen Überraschungsangriff zwar gelang der US Flotte einen massiven Schlag zu versetzen, doch der materielle Verlust ließ sich noch leicht ausgleichen, immerhin wurden die Öllager der Marine vom Angriff verschont.

Hatte das Öl seinen Wert im Feuer des Zweiten Weltkriegs bewiesen setzte nach Kriegsende ein neues Ringen um die Kontrolle der Quellen ein. Aus Furcht vor dem langen Arm Moskaus und einer Annäherung des Irans und Premierminister Mossadegh an die Sowjetunion wurde etwa die Operation Ajax inszeniert, um den britischen Zugriff auf die persischen Ölfelder gewahrt zu wissen. Beschämender für die westliche Energiepolitik sollte sich schließlich nur der Umgang mit dem postkolonialen Afrika gestalten, in welchen die dominierenden Großmächte erst recht Diktatoren als Handlanger bei der Ausbeutung von Rohstoffquellen umwarben und sich für kein schmutziges Geschäft zu schade waren. Sehr kritisch hinterfragt Hans Kronberger erst recht den Zweiten Golfkrieg und Saddam Husseins Wandel vom Günstling des Westens zum Tyrannen, dessen militärische Möglichkeiten von willfährigen Medien gezielt übertrieben dargestellt wurden, um eine Diskussion über womöglich nicht so lautere Absichten der USA hinter der Kriegsführung gleich im Keim zu ersticken.

Man merkt bei der Lektüre sehr deutlich, Hans Kronberger vermittelt hier ein Geschichtsbild das eindeutig, aber manchmal vielleicht zu sehr, die Bedeutung des Öls für den Verlauf der Weltgeschichte hervorhebt. So mag manches Detail in Kronbergers Geschichtsrezeption vielleicht umstritten sein, doch eine gewisse Dramatik in der Argumentation tut der Faszination der von ihm erzählten politischen Petro-Weltgeschichte keinen Abbruch. Im großen und ganzen ist das Werk nämlich eine äußerst lesenswerte auf die Bedeutung des Erdöls gemünzte Geschichtsdeutung, die sich eben nicht nur auf die prominentesten Beispiele wie den deutschen Griff nach Baku oder die Biafra-Krise beschränkt. Kronberger nennt Dinge beim Namen und erweist sich auf diesem Weg auch immer wieder als politisch unkorrekter Denker, der aufzeigt mit welcher Gewaltbereitschaft und Rücksichtslosigkeit in der Vergangenheit Blut für Öl getauscht wurde. Im Angesicht sich verknappender Ressourcen und steigender Preise, die allmählich auch die Förderung schwer erschließbarer Quellen lukrativ erscheinen lassen etwas das Böses für die Zukunft erahnen lässt.

- Resümee -
Zweifel daran, dass die skrupellose Jagd nach dem schwarzen Gold längst zur Geißel der Menschheit geworden ist, versteht Hans Kronberger durch diesen auf den Einfluss des Erdöls auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts gemünzten Geschichtsexkurs eindrucksvoll auszuräumen.


Schönheit: Die Versprechen der Beauty-Industrie - Nutzen, Risiken, Kosten
Schönheit: Die Versprechen der Beauty-Industrie - Nutzen, Risiken, Kosten
von Hans Weiss
  Taschenbuch
Preis: EUR 17,90

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hauptsächlich eine Aufstellung über allerlei Schönheitsbehandlungen und -operationen, 18. Oktober 2011
Der investigative Journalist Hans Weiss hat schon einer ganzen Reihe von erfolgreichen Schwarzbüchern (Bittere Pillen, Schwarzbuch Markenfirmen, Korrupte Medizin, Schwarzbuch Landwirtschaft) mitgearbeitet, unter anderem auch mit Kurt Langbein und EU-Parlamentarier Hans-Peter Martin. "Schönheit: Die Versprechen der Beauty-Industrie - Nutzen, Risiken, Kosten" fällt da einigermaßen aus dem Rahmen, schon allein weil seine Co-Autorin Ingeborg Lackinger-Karger bis dato eher als Ratgeberautorin aufgetreten ist. Und dann beschränkt sich Weiss Mitarbeit anscheinend vor allem auf das vergleichsweise mit bescheidenen Umfang glänzende Kapitel 2 (Schönheitssuche, S. 24-49) über einen Besuch in der Bodenseeklinik des Society-Chirurgen Prof. Dr. Dr. Werner L. Mang und die als Wundermittel angepriesenen Hormonkuren des Wiener Primars Univ. Prof. Dr. Erich Müller-Tyl beschäftigt. Das scheint es dann auch mit Hans Weiss Beteiligung gewesen zu sein, jedenfalls lässt der Rest des Buchs dessen doch markanten Stil vermissen und anderenorts wird seine Mit-Autorenschaft auch nicht ausgewiesen. Es bleibt also der Anschein als hätte Weiss Name nur den Zweck der Werbetauglichkeit zu erfüllen.

Dass das Buch nicht unbedingt zu den scharfzüngigeren Schwarzbüchern gehört wird allerdings schon zuvor in der Einleitung deutlich, wenn der "Schönheitswahn" als gar nicht so virulent dargestellt wird und dazu Zahlen ins Feld geführt werden, dass rund 70% der Frauen und 80% der Männer in Österreich oder Deutschland ohnehin keine Schönheits-OP an sich vornehmen lassen würden. Die Zahl der OPs selbst beläuft sich dann auch nur auf einige Zehntausend. Alles also gar nicht so dramatisch? Leserinnen und Leser können sich das zumindest fragen, wenn unklar ist worauf die Autorin und ihr Co-Autor hinaus wollen.

Auf die eingangs noch erwähnte Beliebtheit von TV-Shows über Schönheits-OPs, die bereits von Klinken angebotene mediale Vermarktung, falls Journalisten für solche Sendungen anfragen würden, wird später nicht mehr eingegangen. Ebenso wenig wie auf die im Jahre 2005 vom deutschen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz veröffentlichte Studie, nach der bereits 17% der Schönheitsoperierten an einer krankhaft gestörten Körperwahrnehmung leiden. Oder dass die Zahl der Schönheits-OPs zwar stagniert, stattdessen aber ein wahrer Boom der "sanften" Schönheitsmedizin (Botox & Co.) eingesetzt hat. Darum geht es nur in der ersten Hälfte der fast 50 Seiten "Einführung", zu denen noch Weiss interessante (wenn auch höchst polemische) Berichte über die Bodenseeklinik, Dr. Mang und das Wiener Anti-Aging Institut Primar Müller-Tyls gezählt werden dürfen. Mehr davon hätte dem Buch insofern gut getan, weil es ihm eine Richtung und Ziel verliehen hätte.

Den Rest der rund 320 Seiten machen anschließend die 15 Kapitel über Haut, Kopf und Hals, Zähne, Haare, Brust, Bauch/Hüfte/Po, Hände und Füße, Arme und Beine, Genitalien, Diäten und Schlankheitsmittel, Anti-aging, Arztsuche und Beratung, Risiken und Nebenwirkungen, "Betäubung, Anesthesie und Narkose", sowie ein abschließendes "Dies und das" aus. In diesen reihen sich Basic Facts zur Haut wie die Tests von diversen Hautcremes an allerlei Operations- und Eingriffsarten von Botox bis zur Laserbehandlung. Also durchaus typisches, wie man es auch ohne allzu ausgeprägtes Schönheitsbewusstsein (beispielsweise die Entfernung eines Muttermals) an sich vornehmen lässt, neben ausgefallenerem wie Faceliftings und Faltenbeseitigung via Botox.

Zu jedem Eingriff erhält man außerdem eine Art Factsheet, also Infos dazu ab wann man wieder Sport betreiben darf, wie endgültig und haltbar die Behandlung ist, ob man ambulant oder stationär behandelt wird, wie lange die OP meist dauert, welche Art der Betäubung angewandt wird, wann man sich wieder in die Sonne begeben darf und noch ein bisschen mehr. Als Kurzinfos werden auch Alterantiven zur Behandlung, sowie mögliche Risiken/Nebenwirkungen und ein kleiner Kostenüberblick bereitgestellt. Gelegentlich enthalten bestimmte Kapitel auch mehrseitige Tabellen, wie zum Thema Haarausfall, in denen verschiedene Mittel sich gegenüberstellt werden.

Gerade aber bei den abschließenden Kapiteln, wie den Tipps zur Arztsuche wird allerdings teilweise bereits im Vorwort und von Hans Weiss festgehaltenes wiederholt. Etwa dass nur der "plastische Chirurg" als Bezeichnung gesetzlich geschützt ist. Die Risiken und Nebenwirkungen des Kapitels 15 sind sogar höchst allgemeines wie ein Hinweis auf die Gefahren von Wundinfektionen und kleinen Nachblutungen, nichts wovon man als moderner Mensch nicht schon gehört hätte.

- Resümee -
Als Ratgeber/Nachschlagewerk vielleicht durchaus noch interessant, als Schwarzbuch allerdings gänzlich unbrauchbar. Sieht man auf den Ruf des noch vor Ingeborg Lackinger Karger angeführten Hans Weiss würde man ein ganz anderes Buch hinter dem Cover erwarten. In diesem Fall verrät die Verpackung allerdings doch einmal mehr über den Inhalt. Weiss Beitrag beschränkt sich allem Anschein nach auf gerade einmal ein Kapitel und dezenten Einfluss auf die Einleitung. Also bleibt ein schwieriges Urteil, einerseits glaubt man sich nach 50 Seiten in einem völlig anderen Buch wiederzufinden, andererseits liegt das vielleicht daran dass man sich von Weiss Beteiligung hat in die Irre führen lassen. Themenverfehlung oder Fehlerwartung? Dieser Rezensent möchte es beim Hinweis darauf belassen was wirklich in diesem Buch steckt und damit verbunden der Warnung was es nicht ist.


Alles, was Sie über gutes Benehmen wissen müssen
Alles, was Sie über gutes Benehmen wissen müssen
von Andreas Augustin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von A wie Accessoires bis Z wie Zyniker - Der definitive Elmayer, 17. Oktober 2011
Nach "Früh übt sich..." und "Der Business Elmayer" hat Österreichs Benimm dich-Papst Thomas Schäfer-Elmayer (einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden als Juror bei den Dancing Stars) beim Ecowin Verlag seinen mittlerweile dritten Etikette-Ratgeber vorgelegt und diesmal als regelrechtes Lexikon des guten Benehmens. Von A bis Z, mit allerlei Querverweisen und nach knapp 200 Seiten einem ausgedehnten Anhang, ist "Alles, was Sie über gutes Benehmen wissen müssen" nun der ultimative Elmayer.

Aufgebaut ist das Buch tatsächlich wie ein Lexikon und mit diesem Konzept hat man sich auch sehr ausführlich auseinandergesetzt. In jedem Abschnitt wie bereits bei ACCESSOIRES findet sich all das in Großbuchstaben geschrieben was sich weiterführend finden lässt. Abschnitte wie zum Thema ESSEN führen daher schon zu einer Vielzahl anderer Kapitel weiter, wie SITZEN, BESTECK, KINDER, TAFELFREUDEN oder VISITENKARTEN. Aber der jüngste Elmayer glänzt nicht nur dadurch seine beiden Vorgänger zusammengeführt und ergänzt zu haben, er ist auch aktueller und wenn man will sogar allgemeiner angelegt. Selbst Ausführungen zur Internetnutzung (mit Maß und Ziel) lassen sich finden. Wer allerdings ausführlichste Erläuterungen zu allem erwartet wird wohl enttäuscht, Feng Shui oder die Farce sind etwa äußerst geraten. Ergänzt werden Elmayers Erläuterungen zudem von Zeichnungen des Karrikaturisten Thomas Wizany.

Fast noch wichtiger als das 200seitige Etikette-Lexikon erweist sich vielleicht für manchen das was in den Anhängen zu finden ist, etwa eine konkrete Liste mit Anreden für Aristokraten, Akademiker und Co (in Englisch und Deutsch).

Einen kleinen Geschichtsexkurs dazu warum ausgerechnet Tanzschulen und Tanzmeister sich für die Belehrung in Sachen Etikette verantwortlich zeichnen hat Elmayer seinem Lexikon vorangestellt. Dabei erwähnt der Erbe der legendären Wiener Tanzschule Elmayer aus Bescheidenheit wohl nicht in welcher Tradition er selbst steht. Die Tanzschule Elmayer kann sich nämlich auf eine lange Tradition und einen exzellenten Ruf stützen (auch wenn dieser durch Elmayers Publicity-Auftritte der letzten Jahre angeschlagen sein soll), wurden doch selbst die Söhne von Ministern und Bundeskanzlern (prominentestes Beispiel ist sicher Kurt Schuschnigg jun.) der Ersten Republik bereits durch sie in die Wiener Gesellschaft eingeführt.


Tödliche Fracht: Das heimliche Geschäft mit Waffen und Drogen
Tödliche Fracht: Das heimliche Geschäft mit Waffen und Drogen
von Matt Potter
  Broschiert
Preis: EUR 18,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Moderne Schmuggler, 17. Oktober 2011
Als Osteuropa-Korrespondent war Matt Potter dabei als der Eiserne Vorhang fiel und der Oberkommandierende der nunmehrigen GUS Streitkräfte, Marschall Jewgeni Iwanowitsch Schaposchnikow, als selbst ehemaliger Pilot seinen Kameraden in der gerade zerfallenden Roten Armee Tür und Tor öffnete nicht wenige der gigantischen Ilyushin und Antonow Frachtmaschinen der sowjetischen Luftflotte nach kleinen Lackierarbeiten (weg mit dem roten Sowjetstern) zu "privatisieren" und damit die bis dahin wohl größte private und unabhängige Luftfrachtflotte der Welt zu schaffen. Heute sind diese russischen Giganten der Lüfte kaum noch wegzudenken, wenn es um Hilfseinsätze für die UNO, NGOs und allerlei Krisengebiete geht. So verwundert es nicht dass sich manche der alten Frachtmaschinen mit ihren Crews plötzlich an Einsatzorten in Zentralasien wiederfinden, die sie zuletzt vielleicht während dem Afghanistan-Krieg angeflogen haben. Beliebt sind die oft allerdings nur noch von Klebeband und guten Willen zusammengehaltenen Maschinen vor allem weil sie selbst auf den marodesten Landeplätzen noch landen können und mit einer Vielzahl von Witterungen zurande kommen, an denen manch andere Modelle kläglich scheitern.

Die Piloten dieser oftmals ziemlich heruntergekommenen Frachtmaschinen bewegen sich jedoch seit ihrem Aufbruch in die weite Welt meist in einer ausgedehnten Grauzone, von der Matt Potters "Tödliche Fracht" ausgiebig zu berichten weiß. Der Titel und die Werbung des Buchs klingen reisserischer als der Inhalt, denn dem britischen Journalisten ist es bei seiner Reise mit und auf den Spuren der ex-sowjetischen Frächter und ihrer Luftflotte vor allem darum gegangen einen Einblick in deren Geschäft und Leben zu vermitteln. Und so wie sich die von ihm vorgestellten Piloten und Crews in einer Welt von Grau auf Grau bewegen unterlässt auch Potter Verdammung und Glorifizierung seiner "Protagonisten". Denn die "Biznesmeny" mögen zwar auch für manch humanitäre und staatlich organisierte Hilfsunternehmen zu haben sein, doch eine Il-76 (mit der Potter eingangs sprichwörtlich zu seiner Welt- und Zeitreise aufbricht) bietet Platz für 15 Tonnen zusätzliche Last, die in Hohlräumen untergebracht werden kann.

Das Geschäft der zwischen humanitären Hilfslieferungen und Waffenschmuggel operierenden Luftfrächter gestaltet sich daher meist wie es auch Dokumentarfilmer Hubert Sauper 2004 in seinem preisgekrönten Werk "Darwins Nightmare" dokumentiert hat. Dort flogen ehemals sowjetische Frachtmaschinen am ostafrikanischen Viktoriasee Waffen ein und Fisch wieder aus. Legales und Illegales geht Hand in Hand. Auf Film wie Hintergründe kommt Potter sogar explizit in einem Kapitel kurz zu sprechen. Indessen gestaltet sich das Frachtgeschäft für Piloten und Crews, sofern sie nicht ihre eigenen Nebengeschäfte abwickeln und längst zu den eigenen Herren ihrer Frachtriesen geworden sind, als erschreckend uneinträglich. Nur 120 Dollar beträgt etwa des Tagessatz für Piloten und da überrascht es auch kaum wenn die entwurzelten und angesichts des desolaten Zustands ihrer Maschinen mit jedem Start sprichwörtlich in Lebensgefahr schwebenden nicht selten auch zur Flasche greifen, was dann auch ganz gut erklärt weshalb ungesunder Lebenswandel wohl zur Haupttodesursache der Frachtcrews gehört. Aber nicht nur Abstürze infolge von "Pilotenfehlern" (Potter überraschte es immer wieder wie man mit nicht unbeträchtlichen Alkoholspiegel überhaupt den Start schaffen konnte) führend hie und da zu Kurzmeldungen in internationalen Medien, auch die höchst fahrlässige Instandhaltung der Maschinen trägt ihr Scherflein zu den Gefahren des "unabhängigen Frachttransports" bei.

- Resümee -
Matt Potter schafft es mit "Tödliche Fracht" eine Gratwanderung zu vollziehen, die einem wenn schon noch Sympathien so doch Verständnis für das Handeln der von ihm porträtierten modernen Schmuggler vermittelt. Durch diesen objektiven Standpunkt fern von Verdammung und Verklärung gelingt es Potter die Aufmerksamkeit der Leser auf das Wesentliche zu lenken. Etwas störend entpuppt sich nur manchmal der sehr sprunghafte journalistische Stil des Autors, der von Ereignis zu Ereignis quer durch die letzten 20 Jahre und von Ort zu Ort springt, aber nur so lässt sich manchmal begreifbar machen dass er eben den Routen der Frachtunternehmungen folgte. Dabei sollte man anmerken dass Potter seine Story nicht von außen her schreiben musste, sondern einen Gutteil seiner Reisen an Bord und im Umfeld der Frachtcrews unternehmen konnte.


Cicero: Redner, Staatsmann, Philosoph
Cicero: Redner, Staatsmann, Philosoph
von Wilfried Stroh
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Rhetoriker und Philosoph Cicero, 17. Oktober 2011
Für eine Cicero-Biografie die nicht den Politiker Marcus Tullius Cicero sondern dessen Verdienste als Rhetoriker und Philosophen gewidmet ist, kann man sich kaum einen besseren Autor vorstellen als Wilfried Stroh, der sich in den letzten Jahren mit Werken wie "Die Macht der Rede" oder "Latein ist tot, lang lebe Latein!" als profunden Kenner antiker Redekunst und ihrer philosophischen Fundamente etabliert hat. Entsprechend erahnen lässt sich vor diesem Hintergrund bereits worauf sich Strohs Cicero-Biografie konzentriert, den "politischen Platoniker" Cicero.

Bereits im Vorwort eröffnet Stroh Lesern was das herausragende an der Persönlichkeit Ciceros ausmacht. Der Rhetoriker, Anwalt, Politiker und Schriftsteller hat uns mit seinen Reden und Briefen ein Lebenswerk hinterlassen, das ihn bis ins 16. Jahrhundert hinein zur wohl am besten bekannten Person der Menschheitsgeschichte macht, hat er doch etwa in seinen Atticus-Briefen selbst intime Details an seinen Freund und Verleger preisgegeben. Entsprechend erhalten hat sich so auch die Vielgestaltigkeit Ciceros, bei dem die politische Tätigkeit Hand in Hand mit seiner philosophischen Überzeugung und rhetorischen Engagement einher ging. Die unterschiedlichen Aspekte der Person Ciceros machen es nach Stroh auch kaum möglich ihn auf einen solchen zu reduzieren, wie den Politiker, auch wenn eine solche Beschränkung oder positiver formuliert eine Konzentrierung auf einen Aspekt, wie eine vorwiegend auf den Politiker Cicero zugschneiderte Biografie, für gewöhnlich den O-Ton der ihm gewidmeten Biografien ausmacht.

Stroh versucht daher das Gegenteil, er ordnet den Privatmann (den Rhetoriker und Philosophen) nicht dem Staatsmann Cicero unter, sondern versucht beide in Einklang zu bringen, allerdings indem er seinen Cicero vor allem anderen zum Philosophen erklärt. Ciceros politische Karriere wird damit zu einer philosophischen Überzeugungstat, sein rhetorisches Können zum Werkzeug zur praktischen Verwirklichung seiner Ideale. In einer vor allem auf den "praktischen" Philosophen Cicero gemünzten Darstellung eines Experten für antike Rhetorik ist klar dass die zeitgenössischen Geschehnisse da durchaus etwas in den Hintergrund treten. Das ist für eine Kurzbiografie die ja dem Zweck dienen soll ein grundlegendes Verständnis zu vermitteln zwar bereits fast zu hochgegriffen, doch besitzt für sich bereits mit Cicero vertrauten Lesern einen gewissen Reiz.

- Resümee -
Für das grundlegende Verständnis Ciceros vielleicht schon etwas zu spezialisiert. Für Kenner von Wilfried Strohs jüngsten Werken ("Die Macht der Rede", "Latein ist tot, lang lebe Latein!") allerdings durchaus interessant, setzt er sich trotz geringen Buchumfangs doch sehr intensiv mit dem Rhetoriker Cicero auseinander und bringt seinen ganz besonderen Verve und Einsatz für die Sache (Rhetorik) ein. Dabei hat die Begeisterung im Einklang mit dem begrenzten Platz allerdings wohl auch etwas überhand genommen und es verwundert nicht wenn Cicero im vorliegenden Büchlein nicht allzu kritisch angegangen und in der Würdigung als Philosoph und Redner fast verklärt wird. (3,5 Sterne)


Terror und Traum. Moskau 1937
Terror und Traum. Moskau 1937
von Karl Schlögel
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

10 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Moskau am Höhepunkt des Großen Terrors, 3. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Terror und Traum. Moskau 1937 (Taschenbuch)
Ein preisgekrönter Autor mit klingenden Namen und ein Thema das lange genug zurückliegt um mit reichen Quellen gesegnet zu sein. "Terror und Traum. Moskau 1937", ein Buch das zumindest über weite Strecken nicht vermuten ließe dass sein Autor Historiker und nicht professioneller Literat ist. Schlögel beantwortet die Rätselhaftigkeit des Desasters mit einer diffus anmutenden, nur an Raum und Zeit (Moskau 1937) festgemacht scheinenden Aneinanderreihung von teils gar trivialen Fakten. Dem kann auch der Stil des Autors nicht mehr wirklich helfen und die reichlichen Zitate erzeugen eher das Zerrbild eines Fiebertraums, der eben die sprichwörtliche Klarheit des Anliegens vermissen lässt.

Schlögels Auseinandersetzung mit Terror und Traum ist wohl noch am treffendsten als "kulturwissenschaftlich" zu bezeichnen, was ja auch eine unterschiedliche Kontonation zulässt. Er beginnt sein erstes Kapitel bereits wortreich damit dass er sich mit Michail Bulgakows Roman Margaritas Flug beschäftigt, ehe er auf Alexander Medwekins Film "Das Neue Moskau" zu sprechen kommt. Wer dem Autor als eher nüchterne zeitgeschichtliche Lektüre gewohnter Leser bis dahin nicht verloren gegangen ist wird dann erstmals belohnt. Schlögel zeichnet ein Bild der Großbaustelle Moskau, der Stalin ein sozialistisches Antlitz zu verleihen bemüht war. Prestige und Propaganda als Ziel, brachte der Umbau der Stadt zumindest einen bis dahin ungekannten massiven Urbanisierungsschub und tausende bäuerliche Migranten. Im Zusammenhang mit dem rasanten Wandel Moskaus ist Schlögel auf eine findige Idee gekommen, er zieht das Moskauer Adressbuch "Wsja Moskwa" ("Ganz Moskau") als zeitgeschichtliches Dokument und Spiegelbild der Veränderungen dieser Zeit heran.

Man nimmt an ein Buch über Moskau am Höhepunkt des Großen Terrors wäre auch stark von diesem Hintergrund geprägt, dem ist allerdings nicht so. Die Stalinschen Säuberungen und der Massenmord führen in Schlögels "Terror und Traum" tendenziell ein überraschendes Schattendasein, zumindest bis zu fortgeschrittener Seitenzahl. Stattdessen spielen Ereignisse wie die gescheiterte Volkszählung 1937 eine prominente Rolle, nach der die Volkszähler als angeblich trotzkistische oder bucharinische Spione und Volksfeinde weggeschlossen wurden. Oder das Puschkin Jubiläum vom 10.2.1937 das auch bei der New York Times damals Eindruck zu schinden vermochte. Die Instrumentalisierung der Feierlichkeiten. Unaufregender wiederum geraten die Schilderungen des Geologen- oder Architektenkongress des Jahres. Interessanteres wie die steigenden Kinderselbstmordraten infolge der Trennung von toten oder verhafteten Eltern, Selbstmorde der Mörder (Der Apparat verschlingt sich selbst) werden bestenfalls gerade noch nebensächlich behandelt.

Natürlich ist die Frage wie man mit einem so engen Bezugspunkt wie Moskau 1937 umgeht etwas womit von Anfang an bereits jeder Leser seine eigenen, möglicherweise mit dem Werk des Autors divergierende, Vorstellen mitbringt. Positiv festzuhalten ist daher im Sinne eines möglichst fairen Urteils dass es Schlögel großartig gelingt all seine literarischen Streifzüge eng mit Moskau und 1937 zu verbinden. Jahr und Ort sind der rote Faden, der die oftmals scheinbar völlig willkürlich zusammengefügten Themen verbindet. Das Augenmerk Schlögels mag dabei weniger der Geschichtsvermittlung als literarischen Ansprüchen gegolten haben, denn dem Abstrakten und meist "kulturellen" wird der höchste Stellenwert verliehen. "Terror und Traum" ist kein Buch über persönliche Schicksale, die Stalinschen Säuberungen oder den Wandel der Stadt und doch irgendwie ein Amalgamat aus all dem.

Fazit:
Ein Geschichtswerk mit eher literarischen Ansprüchen, die aber für Anhänger einer nüchternen eher sozio-politischen Geschichtsaufarbeitung missfallen kann, um es sehr vorsichtig auszudrücken.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 7, 2012 5:55 PM MEST


Soldaten: Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben
Soldaten: Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben
von Sönke Neitzel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

23 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen (Wehrmachts-)Soldaten, 3. Oktober 2011
Harald Welzers und Sönke Neitzels SOLDATEN ist kein Buch für eine zart besaitete Leserschaft, eröffnen die "Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben" doch einen weitschweifigen Blick auf die Grauen eines Krieges. Entstanden ist das Werk aus einer Zusammenarbeit des Zeithistorikers Sönke Neitzel mit dem Sozialpsychologen Harald Welzer, beides Experten für die Ära des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus.

Seinen Anfang nahm dieses Werk im Herbst 2001 als Neitzel gerade als Gastdozent in Glasgow weilte und bei einem London-Besuch, inspiriert durch das Buch Michael Gannons über die Wende in der Atlantikschlacht, nach Abhörprotokollen deutscher Kriegsgefangener im britischen Nationalarchiv zu stöbern begann. Doch das dort gehobene 800 Seiten starke Aktenbündel sollte nur der Anfang sein, 2003 veröffentlichte er erste Auszüge, zwei Jähre später eine Edition mit Abhörprotokollen 200 deutscher Generäle, ehe er in den US National Archives einen weiteren Großfund entdecken konnte. Nun waren es schon hunderttausende Seiten, deren Auswertung sich als äußerst langwierig gestalten sollte. Doch anstatt seinen "Schatz" eifersüchtig alleine zu verwalten holte Neitzel schließlich Harald Welzer hinzu, um die Protokolle nicht nur zu erschließen sondern mit Hilfe dessen Referenzrahmen-Analyse auch gleich zu untersuchen.

Zwar ist Welzers Anteil am Buch immanent und zieht sich wie ein roter Faden durch die Kommentare zu den Protokollen, doch wer sich spätere Wiederholungen lieber gleich erspart, erhält von den Autoren bereits im Vorwort den Vorschlag präsentiert auf Seite 83 weiterzulesen, womit man die Einführung Welzers zum Referenzrahmen (nicht weniger als die sozialen, psychologischen und historischen Hintergründe) überspringen und direkt zu den Protokollen gelangen kann. Wer dann noch die Kommentare ausklammern will, der kann sich auf die durch ihre Arial-Schrift vom Rest des Textes abgesetzten Dialoge konzentrieren. Je nachdem was man von Neitzels und Welzers Buch eben will.

Für Neitzel und Welzer ist SOLDATEN jedoch nur die Fortsetzung bereits geschriebener Werke der letzten Jahre, die einigermaßen hinter den Erwartungen an dieses Buch zurückbleiben kann, falls man diese Werke schon kennt. Für Neitzel ist es der Anschluss zu seinem Buch "Abgehört: Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft 1942-1945", für Welzer (weil er dadurch wohl auch Neitzels Aufmerksamkeit erregt hat) eine Gelegenheit an "Täter: Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden" anzuknüpfen. Dabei hat eindeutig der Zeithistoriker Neitzel die Richtung vorgegeben, nämlich dass sich das Buch vorwiegend einmal mehr mit den Gewaltexzessen der Deutschen Wehrmacht beschäftigt, genau das Thema anhand dessen der Soziologe Welzer mit TÄTER sein bis dato größter Publikumserfolg gelungen ist. Ihre Gemeinschaftsarbeit teilt sich nun das Problem mit Welzers Bestseller, der Titel führt in die Irre und es geht "wieder nur" um die Kriegsverbrechen der Wehrmacht und wie diese möglich geworden sind. Dabei hat Welzer bereits in TÄTER und vor allem KLIMAKRIEGE gezeigt wie sich die Analyse mittels Referenzrahmen auch auf andere Konflikte anwenden lässt, in TÄTER noch den Vietnamkrieg und in KLIMAKRIEGE etwa den Massenmord an den ruandischen Tutsi. Auch in SOLDATEN beweist Welzer anhand eines Beispiels aus dem Irak-Krieg wie sich eine Referenzrahmen-Analyse auch auf modernere Konflikte anwenden lässt.

Nun sollte Kritik an Neitzel und Welzers Buch bitte nicht einfach als Verleugnung der im zweiten Weltkrieg begangenen und hier aufgezeichneten Kriegsverbrechen verstanden werden, sondern dass es durchaus technische Aspekte gibt an denen sich etwas aussetzen lässt. Das fängt schon beim Titel an, der unter "Soldaten: Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben" eben mehr als nur die hundertste Aufarbeitung von Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht erwarten ließe, gerade auch weil die akademischen Hintergründe der Autoren durchaus ein breiteren geschichtlichen Ansatz zulassen würden. Insofern lässt sich festhalten, dass der Titel durchaus irreführen und für an einer weiter gefächerten geschichtlichen Aufarbeitung der Frage "Wieso handeln Soldaten wie sie handeln?" zur Enttäuschung geraten kann. Zu dem gesellt sich dann noch dass die Protokolle thematisch oft scheinbar ineinanderzufließen beginnen und selbst kurze Passagen oftmals schon ausführlichst kommentiert werden, ohne ähnliche Dialoge zum Vergleich hinzuzufügen. So entsteht auch in manch kritischen Augen der Eindruck man hätte hier zu wenig für die Quellenauswertung getan und nur ein stark gekürztes Best-of vorgelegt. An den ausführlichen Kommentaren ist ja grundsätzlich nichts auszusetzen, aber die in Arial gehaltenen Protokollauszüge geben doch oft zu wenig her. Es ist dann beispielsweise die Aussage einer Person an die ein ganzes Thema angehängt wird. Kommt noch hinzu dass die Gestaltung durch Schriftbild, inhaltliche Gliederung und die Art und Weise wie sich Protokollauszüge an Kommentare fügen eher durchschnittlich gelungen ist. Das klingt nun schlimmer als es ist, soll jedoch nur heißen dass die Buchgestaltung in mancherlei Hinsicht vielleicht auch besser hätte gelingen können.

Wovon man natürlich beruhigt ausgehen darf ist, dass Neitzel und Welzer mit SOLDATEN erst begonnen haben gemeinsam dieses fruchtbare Feld zu bearbeiten und noch zahlreiche Publikationen folgen werden. Darunter sicher auch solche die sich auf Spezialgebiete konzentrieren werden.

So wünschenswert es für einen Wissenschaftler wohl sein mag ein Feld mit ergiebigen Quellen gefunden zu haben über das man die kommenden Jahre publizieren kann, so schade wäre es wenn Welzer den durchaus immer wieder unterstrichenen allgemeingültigen Geltungsanspruch der Referenzrahmen-Analyse zu marginalisieren, indem er sich nur noch auf Wehrmacht und Nationalsozialismus konzentrieren würde.

In diesem Sinne interessant und vielleicht weiter auszubauendes Thema künftiger Publikationen ist Welzers Aussage "Menschen sind keine Pawlow'schen Hunde." Womit er festhält dass zwischen Reiz und Reaktion stets auch eine genuine Identität besteht, die sich nie ganz verdrängen lässt. Auch wenn man die Limitationen des Buchs bemängelt, so ist man doch auch geneigt die positiven weil sicher auch auf breites Interesse stoßenden Aspekte hervorzuheben. Ein solcher ist etwa die Reduzierung des Tötens auf etwas wie "Counts" und "Skills", also das Prahlen mit Tötungskunst und Opfer- oder vielmehr Abschusszahlen. Ein Thema das ja auch angesichts heute medial stark kritisierter Kriege wie in Afghanistan und Irak Niederschlag gefunden hat, wenn in Berichten von der Abgebrühtheit mancher US Soldaten dramatisch hervorgehoben wird. Die "Vergangenheitsbewältigung" als Schlüssel zum Verständnis von Handlungen in der Gegenwart ist jedoch leider kein Konzept das hier bei Welzer und Neitzel Verwendung findet, es bleibt den Lesern überlassen aus den Berichten der Wehrmachtssoldaten Lehren zu ziehen, die sich auch als Erklärungen für manch "skandalträchtiges" Verhalten moderner Soldaten verwenden lassen. So kann SOLDATEN zwar helfen die deutschen Soldaten des Zweiten Weltkriegs besser zu verstehen, doch bleibt die Perspektive durch die Quellen sehr eingeschränkt. Einen Gegenwartsbezug erhält SOLDATEN erst mit einem vergleichsweise kurzen Abstecher in das Bagdad des Jahres 2007 wo eine Gruppe Zivilisten Opfer eines US Helikopterangriffs wurde, in dessen Zuge sogar ein zu Hilfe kommender LKW unter Beschuss geriet und zwei Kinder starben.

Die Autoren haben ihr Buch zwar auch in der Vorbereitung darauf geschrieben das manche Leser sich nur für einen Teil davon interessieren werden (die Protokolle ohne dazugehörende Kommentare) doch designtechnisch wurde dieser Überlegung nicht wirklich Rechnung getragen, außer durch eine andere Schriftart der Protokollauszüge. Womit man allerdings auch hätte rechnen können ist das Leser unter dem Titel "Soldaten" mehr erwarten dürften als nur Schilderungen damaliger Wehrmachtsangehöriger. Dessen ungeachtet ist Neitzel und Welzer ein sicher interessantes Buch gelungen, drüber wie zivilisierte Männer unterschiedlichster Herkunft durch einen Referenzrahmen zu den abscheulichsten Taten getrieben werden können. Es sind Zeugnisse des Grauens und doch auch einer erschreckenden Alltäglichkeit mit der die Überwachten sich etwa zu sexueller Gewalt, Massenmord und semi-öffentlichen Massenerschießungen äußerten.

Harald Welzers Referenzrahmenanalyse ist seit jeher eng mit seiner Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus verbunden, die Chance nun über diese hinauszugehen und auf "Soldaten" im Allgemeinen hin auszuweiten und anzuwenden wurde vertan. Kurzum, man hat einen zugkräftigen Titel einfach mal verbraten, denn schon Sönke Neitzels Forschungshintergrund ließe zumindest erahnen dass sich das Werk vor allem auf die Ära des Zweiten Weltkriegs beschränkt. Natürlich bleibt das Werk dessen ungeachtet ein erschreckendes Porträt des Grauens, aber etwas Kritik sei dennoch erlaubt und an den folgenden Punkten festgemacht:

- Der Titel ist irreführend,
- weil die Untersuchung zeitlich und personell eingeschränkt ist(Wehrmachtsangehörige und Zweiter Weltkrieg)
- Die Gestaltung hätte besser gelingen können.

In anderen Worten, einige der scharfsinnigen Analysen haben bei mir als Leser durchaus einen bleibenden Eindruck hinterlassen, doch in der Gesamtheit hat mich das Buch auch zu oft wieder verloren. Es sind immer wieder brillante Ansätze die nicht weiter verfolgt werden und eine Gliederung die kaum der Rede wert ist. Die Protokolle stehen im Mittelpunkt, nicht zentrale Erkenntnisse, die als Dreh- und Angelpunkt mit Auszügen fundiert werden. Und das ganze leidet unter einer historisch auf fast allein die deutsche Seite des Zweiten Weltkriegs eingeschränkten Perspektive.


Am Anfang war die Perversion: Richard von Krafft-Ebing, Psychiater und Pionier der modernen Sexualkunde
Am Anfang war die Perversion: Richard von Krafft-Ebing, Psychiater und Pionier der modernen Sexualkunde
von Heinrich Ammerer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine detailreiche Aufarbeitung von Leben und Werk des Schöpfers der Psychopathia sexualis, 26. September 2011
Richard von Krafft-Ebing mag zwar von Brett Wood 2006 eine Filmbiografie (ebenfalls unter dem Titel Psychopathia sexualias) gewidmet worden sein, doch der Vater der modernen Sexualwissenschaft genießt in Österreich bis dato nur eine höchst bescheidene Erinnerungskultur, ganz im Gegensatz zu seinem Nachfolger Wagner-Jauregg. Dass die Grazer Landesnervenklinik nicht nach Krafft-Ebing benannt wurde ist wohl das bezeichnendste Beispiel dafür wie stark Krafft-Ebing ungerechterweise marginalisiert wurde. Vielleicht wird Heinrich Ammerers Krafft-Ebing-Biografie, die der Autor 2010 als Dissertation in Kulturgeschichte an der Universität Salzburg eingereicht und später zu einer publikumstauglichen Biografie umgearbeitet hat, in dieser Hinsicht eine Trendwende bewirken können, denn leider war Krafft-Ebing ein Arbeitstier und kein Medienstar, man muss ihn also durchaus "entdecken".

Mit reichlich noch an den Ursprung als Dissertation erinnernden Quellenverweisen gespickt vollzieht Ammerers Biografie Lebensweg und Wirkung Krafft-Ebings nach. Von Krafft-Ebings Geburt am 14. August 1840 in Baden bei Mannheim, über seine Erziehung unter den Fittichen des Großvaters, die Bestellung zum Direktor der Grazer Irrenstalt mit 20. März 1873 bis zum Durchbruch als Vortragender beim 12. internationalen medizinischen Kongress in Moskau, und den auf seine Pensionierung im März desselben Jahres folgenden Tod am 22. Dezember 1902 zeichnet Heinrich Ammerer ein faszinierendes und höchst lesenswertes Bild der Lebensgeschichte Krafft-Ebings und geht dabei auch einigen interessanten Fragen nach. Wie gestalte sich etwa Krafft-Ebings Identitätsaufassung als Adeliger? Ammerer argumentiert überzeugend, dass der große Psychologe durchaus Wert auf Anerkennung seines Standes gelegt hat, was ihm auch einige Börsen geöffnet haben dürfte.

Schon der lebensgeschichtliche Anteil Ammerers Werks brilliiert, indem der Autor Detailliebe mit einem sehr lesenswerten Stil verbindet. Dass das Buch so detailreich geraten ist mag an der ursprünglichen Gestaltung als Dissertation liegen, dass es so lesenwert geworden ist, ist schlicht und einfach der Verdienst des Autors.

Mit dem Ende von Krafft-Ebings Lebenslaufs beginnt die Auseinandersetzung mit den von diesem abgtrennten Teilbereichen, wie der Nachwelt. Schon das auf Krafft-Ebings Leben folgende Kapitel widmet sich daher ganz Krafft-Ebings Kindern, Sohn Friedrich der nach einer Offizierskarriere als Gutsherr lebte, den Juristen Johann, der auch das ergiebige Familienarchiv schuf und Tochter Margarethe, die einen Schriftsteller ehelichte, der auch kurz als Diplomat reüssierte.

Darauf folgt bereits zumindest anfangs weniger "persönliches" Kapitel unter dem Titel "Der Irrenarzt". Ammerer eröffnet mit einem Abschnitt über die verschiedenen Anstalten und Anstaltstypen im späten 19. Jahrhundert, wie Illenau in der Steiermark, die Wiener Anstalten, aber auch das mit 2 Assististenten von Krafft-Ebing selbst gegründete Santorium Mariagrün. Auf diese Einführung aufbauend setzt Ammerer schließlich mit Krafft-Ebings Tätigkeit als Lehrer und Forscher auseinander, wobei man auch in die Grundlagen dessen Forschungstätigkeit eingeführt wird und von seinen vielzähligen Publikationen erfährt. Der Psychopathia sexualis ist sogar ein eigenes Kapitel gewidmet, in dem sich der Biograf mit Inhalten, Grundlagen und Thesen beschäftigt.

Die Beschäftigung mit Krafft-Ebings populärsten Werk ist aber auch bereits das Vorspiel zum Ende und das Kapitel "Der umstrittene Krafft-Ebing". Hier geht Ammerer auf den an Krafft-Ebing begangenen Rufmord ein und auch die Frage warum die Landesnervenklinik der Steiermark nicht nach ihm benannt wurde. Die Antwort liegt im Syphilis-Skandal, den Krafft-Ebing am Höhepunkt seiner Karriere beging, als er Patienten mit progressiver Paralyse absichtlich mit Siphyilis infizierte, um zu beweisen dass die progressive Paralyse eine Folgekrankheit von Siphylis ist. Krafft-Ebings Nachfolger in der Grazer Nervenklinik ging zwar nicht weniger radikal vor, um für seine Heilung von Malariainfektionen sogar mit dem Nobelpreis ausgezeichnet zu werden, doch Krafft-Ebing hatte sich dadurch unter anderem seinen guten Ruf ruiniert. Aber auch Krafft-Ebings hypnotische Experimente und zeitgenössische Kritik an der Psychopathia sexualis nehmen in diesem Kapitel eine prominente Stelle ein. Und doch endet das Werk mit einer optimistischen Note, dem Kapitel "Der gefeierte Krafft-Ebing" über dessen Anerkennung und eine bescheidene Erinnerungskultur.

- Resümee -
Was als Manko doch immer wieder mal ins Auge sciht sind kleine Datumsfehler, ansonsten ist Heinrich Ammerer eine faszinierend umfangreiche und tiefschürfende Biografie gelungen, die durch ihren trotzdem angenehm lesbaren Schreibstil zu begeistern versteht.


Im Bann der Pharaonen: Die Abenteuer eines außergewöhnlichen Archäologen: Die Abenteuer eines außergewöhnlichen ArchÃologen
Im Bann der Pharaonen: Die Abenteuer eines außergewöhnlichen Archäologen: Die Abenteuer eines außergewöhnlichen ArchÃologen
von Donald P. Ryan
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Autobiografie des Entdeckers der Mumie Pharaonin Hatschseputs, 26. September 2011
Dass Donald P. Ryan maßgeblich dadurch bekannt geworden ist, dass er im Grab 60 im ägyptischen Tal der König die Mumie der legendären Pharaonin Hatschseput entdeckt hat ist etwas, ist etwas das einem dieser außergewöhnliche Archäologe in seiner Autobiografie überraschenderweise so gar nicht unter die Nase reibt. Ryan spielt sogar ein wenig mit dieser großen Entdeckung und hält sich äußerst bedeckt. Seine Autobiografie soll nicht seine größte Entdeckung und sich als Helden zelebrieren, sondern einem ganz anderen Zweck dienen.

Ryan weiß und verleiht dem auch Ausdruck, dass er ein Leben führt und einem Beruf nachgeht, von dem viele Menschen nur träumen können. Aber wir können ja nicht alle Archäologen sein und umso mehr ist Ryan daher bereit durch seine Bücher Interessierte an seinen Erlebnissen als Archäologe teilhaben zu lassen. IM BANN DER PHARAONEN ist die Geschichte davon wie Ryan überhaupt zum Archäologen werden sollte, der eines Tages im KV 60 eine (KV für Kings Valley) eine schicksalhafte Entdeckung machen konnte.

Als Kind interessierte Ryan allgemein für weit vergangene Zeiten, etwas woraus sich im Verlauf seines Heranwachsens ein immanentes Interesse an Archäologie entwickeln sollte. Nur war ihm sein Karriereweg keineswegs prädestiniert. Kaum aufs College gelangt entpuppte sich das Studienfach Archäologie als derart fad, das Ryan sich seinen ersten Abschluss in internationalen Politikwissenschaften verdiente und so nebenbei zum begeisterten Bergsteiger avancierte. Doch so ganz lassen wollte er seinen Kindheitstraum nicht und schrieb sich an einer größeren Universität für ein Masterstudium der Anthropologie ein.

Zwischendurch absolvierte Ryan auch seinen ersten Besuch in Ägypten, auf den später sogar Ausflüge auf eigene Faust folgen sollten. Mit seinem zweiten Abschluss in der Tasche galt es nur noch eine Frage zu klären, sollte er wirklich auch noch seinen Doktor machen? Die Entscheidung fiel ihm leicht, denn nur dann würde er selbst Ausgrabungen leiten können dürfen.

Das wirklich abenteuerliche an Ryans Lebenslauf ist, dass er seine Leser an einem Leben teilhaben lässt das geprägt von einem Traum war, den es ihm zu verfolgen und sogar verwirklichen gelang. Ryans Erzählungen entführen den Leser in seine unzähligen Reisen und Erlebnisse auf dem Weg zur größten Entdeckung seines Lebens. Dabei steht der Fund Hatschseputs gar nicht wirklich im Mittelpunkt, sondern ist etwas fürs große Finale. Was das Werk wirklich ausmacht ist der Bann in den Ryan seine Leser zu schlagen vermag, man fühlt mit ihm, wozu sich sein Schreibstil überdies sehr gut eignet.

Fazit:
Die höchst lesenswerte Lebensgeschichte eines Archäologen aus Leidenschaft.


Heir to the Empire: Star Wars: The 20th Anniversary Edition (Star Wars (Del Rey))
Heir to the Empire: Star Wars: The 20th Anniversary Edition (Star Wars (Del Rey))
von Timothy Zahn
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,80

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 20 Jahre Thrawn-Trilogie - 20 Jahre Timothy Zahn in einer weit weit entfernten Galaxie, 25. September 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Es war einmal vor langer Zeit (am 6. November 1989) in einem US-Bundesstaat namens Illinois, als ein gewisser aufstrebender Science Fiction Autor an einem Montagnachmittag gerade an seinem nächsten Roman (Anglemass) arbeitete, als er einen Anruf von seinem Agenten erhielt, der das Leben Zahns und tausender Star Wars-Fans verändern sollte. Nach einigen Jahren "Sendepause" hatte sich Lucas Licensing daran gewagt das Star Wars Franchise wiederzubeleben und im Bantam Verlag einen interessierten Partner gefunden, der auch mit etablierten Autoren aufwarten konnte. Und der erste den man für das Projekt gewinnen konnte war gleich Timothy Zahn, der mit der Thrawn-Trilogie, deren erster Band eben 1991 erschien, die Geschichte um eine weit weit entfernte Galaxie fortführen sollte. 20 Jahre später hat Zahn mit Choices of One den vorläufigen Schlusspunkt seiner Thrawn-Saga vorgelegt und die Fühler bei Del Rey (dem Verlag der nach Bantam die Lizenz für Star Wars-Romane übernahm) nach neuen Projekten ausgestreckt, die in einer gänzlich neuen Ära spielen sollen. Anlässlich dieses Jubiläums hat Del Rey ein Special Edition HEIR OF THE EMPIREs aufgelegt und diese mit Kommentaren Zahns und seiner damaligen Lektorin Betsy Mitchell ausgestattet, sowie eines Vorworts von Lucas Licensing Präsidenten Howard Roffman und der Kurzgeschichte CRISIS OF FAITH die Zahns CHOICES OF ONE mit HEIR OF THE EMPIRE verbindet und damit das finale Puzzlestück in dessen mittlerweile Jahrzehnte umspannender Saga bildet.

- Zahl sich die 20th Anniversary Edition überhaupt aus? -

Eines gleich vorweg, das Format der Jubiläumsausgabe macht es sehr unwahrscheinlich dass sich eine Taschenbuchausgabe jemals ergeben wird, denn diese würde am Rand nicht den Raum für Anmerkungen bieten. Denn um Zahns Kommentare nicht als Fußnoten oder Anhang zum Nachschlagen anbringen zu müssen hat man eine elegante Alternative gefunden, man rückte den Text etwas ein und nutzte den nun vergrößerten Raum die in kleinerer Schrift abgedruckten Kommentare am äußeren Rand der Seiten anzubringen. Aber Sparefüchse unter den Zahn-Fans sind ohnehin nicht die Zielgruppe dieser Ausgabe. Angemerkt sei auch dass selbst eine deutsche Übersetzung (wegen des Formats zweifellos als Paperback wie schon die letzten Zahn-Romane) davon abhängig sein wird wie gut sich die englischsprachige Hardcover-Edition verkaufen wird. Aber nicht nur deshalb müsste man als Fan eine unbedingte Kaufempfehlung aussprechen, denn den Rest der Thrawn-Trilogie als Jubiläumseditionen wird es auch nur dann geben wenn sich Band 1 schon entsprechend gut verkauft. Soviel dazu warum die Kritiken für die Neuauflage zweifelsfrei stets überragend positiv ausfallen. Inhaltlich bietet einem die Neuausgabe mit den Kommentaren allerlei interessante Ein- und Ansichten Zahns, wie man sie sich sonst bestenfalls aus dutzenden Interviews auch nur annähernd zusammenbasteln könnte. Sicher, die "Regiekommentare" sind das Kernstück der Jubiläumsauflage, doch auch die Kurzgeschichte CRISIS OF FAITH ist nicht zu verachten und schließt die Handlung CHOICES OF ONEs eigentlich erst wirklich ab. Dass sie mitunter wohl die beste Kurzgeschichte Zahns ist (imho) spielt da auch noch eine Rolle, dazu an anderer Stelle noch mehr.

- Was bringen die Kommentare wirklich? -

Joruus Sa-bay-oth - Hätte Zahn gewusst welche Schwierigkeiten es seinen Lesern bereiten wird den Namen Joruus C'baoths auszusprechen, er hätte ihn anders genannt. Zahns Kommentare zum wahnsinnigen Jedi-Meister, den er ursprünglich als Klon Ben Kenobis konzipierte, lassen gleich zweierlei erkennen, einerseits wie intensiv sich Zahn (man wagt zu behaupten im Gegensatz zu einigen seiner Nachfolger) noch mit den Details der von ihm erzählten Geschichte beschäftigt hat und andererseits wie überraschend für ihn manche der Reaktionen, Adaptionen und Retcons danach waren. Seine Idee C'baoth als Klon Kenobis einzuführen, so erfährt man, wurde von Lucas Licensing etwa sofort vom Tisch gefegt. Dass C'baoth jedoch über den Verlauf der Geschichte hin gänzlich undurchschaubar und diffus bleibt war gewollt, er sollte aufgrund seines Wahnsinns schlicht schwer zu deuten sein. Anders verfuhr Zahn etwa bei Mara Jade, Großadmiral Thrawn oder Talon Karrde, die er allesamt mit einer mysteriösen Vergangenheit erschuf, um später allmählich mehr über sie enthüllen zu können (auch in diversen Kurzgeschichten).

Neben den Einblicken die Zahn zu vermitteln versteht nehmen auch die Reaktionen eine wichtige Stelle ein, etwa dass ihm die Erwähnung einer "hot chocolate" ihm erbitterte Feindschaft eingebracht hat, aber auch dass er von einer Corvette schrieb, was allerdings sehr amüsant ist, da diese klagenden Leser nicht zu wissen schienen dass eine Corvette schon lange vor der Verwendung dieses Namens für einen Fahrzeugtyp GMs ein realer Schiffstyp war. Aber was Zahn an Kommentaren so zu Papier brachte ist nicht immer nur eitel Sonnenschein, der Autor enthüllt auch einige Inkonsistenzen und logische Fehler, die ihm unterlaufen sind, aber auch dass er sich zur Benennung einiger Planeten und Personen des Mittels der Tuckerzitation bedient hat (der Verballhornung der Namen realer Bekannter), was uns etwa Sluis Van eingebracht hat.

Neben Zahn selbst mischt auch dessen einstige Lektorin mit Kommentaren mit und verrät, mit meist überschwänglich lobenden Worten, was das Faszinierende am Werk Zahns war und ist. Durch sie erfährt man auch, an welchen Stellen sich etwa Zahns akademischer Hintergrund eingeschlichen. Der Science Fiction-Autor war nämlich drauf und dran sich einen PhD in Physik zu erwerben, als er aufgrund einer Erkrankung seines Doktorvaters dann doch einen anderen Weg einschlug. Bis dahin hatte er bereits seinen Bachelor und Master in Physics in der Tasche. Unter entsprechenden Licht kann man dabei auch Zahns später verworfenes Hyperraumflug-Konzept betrachten oder generell die in der Thrawn-Trilogie etablierte Physik der weit weit entfernten Galaxis.

- Um was geht es in der Kurzgeschichte? -

CRISIS OF FAITH ist der Schlusspunkt hinter CHOICES OF ONE, quasi ein knapp 50seitiger Epilog den Zahn beim Finale der Hand of Judgment-Duologie ausgespart hat. Es ist der Wendepunkt in Thrawns Karriere und spielt 8 Jahre nach der Schlacht um Yavin 4. Der Imperator ist tot und das Imperium zerfällt. Doch Großadmiral Thrawn steckt immer noch in den Unbekannten Regionen fest, der Krieg mit dem ihm an strategischen Talent ebenbürtigen Alien-Kriegsherrn Nuso Esva zieht sich hin.

Doch nun ist Esva zu den Insektoiden Quesoth geflohen und sitzt in der Falle. Thrawns Empire of the Hand hat längst die Überhand, doch Esva ist unmöglich tot zu kriegen und selbst auf der Flucht eine erhebliche Bedrohung. Eine Belagerung der Quesoth würde die Ressourcen Thrawns zu lange binden und Esva die Chance geben erheblichen Schaden anzurichten, entsprechend drängen der Großadmiral und sein Stab auf eine rasche Entscheidungsschlacht, in der es zu einem Aufeinandertreffen von Titanen kommt...

Es ist Nuso Esvas letztes Gefecht und doch ist genau diese Kurzgeschichte soviel mehr. CRISIS OF FAITH ist von Umfang und Substanz her in etwa das woraus Zahn in CHOICES OF ONE um einige Szenen erweitert einen seiner vielen Handlungsstränge gemacht hat. Die Kurzgeschichte ist das was sich manche von Zahn vermutlich finalen Thrawn-Roman gewünscht hätten, eine Geschichte in der das Imperium der Hand und sein genialer Primus die Rolle der Helden einnehmen können und Thrawn sich mit einem Meisterstrategen messen muss, der ihm ebenbürtig ist. Das war zwar auch bereits eines der Themen von CHOICES, aber eben nur eines und in der Menge erweckten die darin gesammelt abgearbeiteten Handlungsstränge (die diversen Fanwünsche) auch etwas den Eindruck jeweils zu kurz gekommen zu sein und dass das Gesamtwerk eben nicht das ist was man sich gewünscht hätte.

In CRISIS bringt Zahn auch erstmals Voss Parck, Baron Fel mit dem Großadmiral und einem ihrer Alien-Verbündeten zusammen an einen Tisch, an dem auch Commander Balkin der 501st Platz nehmen darf. Es gibt wohl kein stärkeres Bild davon worin die Qualitäten des Empire of the Hand lagen, wenn sich der beste Jäger-Pilot, der größte Stratege und nachdem er Thrawn einst entdeckt hat wohl auch der fähigste Talentscout des Imperiums in einem Kriegsrat treffen, um den größten Feind der Hand beizukommen und der Liste ihrer Verbündeten ein neues Volk hinzufügen zu können. Die Hand of Thrawn-Duologie hat dereinst vermuten lassen dass Fel und Parck zu Thrawns innerstem Zirkel gehörten und die Entwicklung der Idee von einer Hand of Thrawn zum Empire of the Hand hat aus der Gruppe abtrünniger Imperialer und Chiss ein eigenes kleines Reich gemacht, das sich in den Unbekannten Regionen mit allerlei Verbündeten zu einer Art NATO zusammenschloss.

Man darf aber nicht nur die Hand in ihrer vollen Blüte erleben, sondern auch ein faszinierendes Ringen Thrawns mit Nuso Esva, bei dem man durchaus an einen Punkt gebracht, an dem eine Niederlage des Großadmirals möglich scheint, zumindest was den Verlauf dieser Schlacht anbelangt. In der Planung des letzten Gefechts hat sich Zahn allerdings eines eher durchschaubaren Charakterspiels bedient, so dass Thrawn und Konsorten zunächst einmal die letzten Ereignisse (im Krieg mit Nuso Esva, seit CHOICES) Revue passieren lassen und dann tritt gerade der Abgesandte Nysama quasi als advocatus diaboli auf, der Thrawn bei jedem Schritt seines rasch skizzierten Plans daran erinnert, dass er scheitern kann.

Die Geschichte die den Abschluss der schon Jahre dauernden Nuso Esva-Kampagne symbolisiert wartet allerdings mit einem Hintertürchen auf, falls Zahn sich in bisher noch nicht konkretisierten künftigen Projekten in einer neuen Ära (was von einem Zeitabschnitt den nur Zahn bisher nicht genutzt hat, über eine gerade aktuelle Ära wie The Old Republic oder Legacy bis hin zu einem gänzlich unerschlossenen Zeitraum alles bedeuten kann) vielleicht doch mit Thrawn oder viel eher dessen Erbe auseinandersetzen will. Denn seit dem achten Fate of the Jedi-Band ASCENSION ist die für geraume Zeit als aufgelöst wirkende Hand of Thrawn wieder auf Bühne der galaktischen Politik zurückkehrt und hat scheinbar eine gewisse Nähe zum Fel-Imperium entwickelt, was angesichts Jagged Fels Vorgeschichte nicht überraschend ist. Denn auch Nuso Esva hinterlässt der Galaxis etwas, das wie schon die corellianische Krise (aus der Corellia-Trilogie) Jahre später (in Legacy of the Force) Anstoß für einen neuen intergalaktischen Konflikt werden könnte.

Gut möglich, dass es CRISIS OF FAITH eines Tages als E-Book zu kaufen geben wird, aber angesichts der Überlegungen Del Reys nach einem möglichen Erfolg des Lost Tribe of the Sith-Sammelbandes 2012 wieder einmal Kurzgeschichtensammelbände wie die Tales from/of-Bücher (Mos Eisley, the new Republic, the Empire, Jabbas Palace, Bounty Hunters) wäre ein kostengünstigerer Sammelband wünschenswerter und es gibt ja noch und mittlerweile wieder genügend Geschichten um etwa einen Tales of the New Jedi Order oder Tales of the Old Republic/the Clone Wars zu füllen.

- Die Bedeutung HEIR OF THE EMPIRES für das Expanded Universe -

Es ist wie es Howard Roffmann in seinem Vorwort zur Jubiläumsausgabe bereits beschrieb, mit der Thrawn-Trilogie hat Timothy Zahn ein Ideenknäuel formuliert, aus dem wenig später in einem wahren Urknall das Erweiterte Universum hervorgehen sollte, mit einer Flut von Romanen, Comics und Videospielen. Und wenn man sich die Kommentare so durchliest, vor allem jene darüber wie Zahns Ideen später aufgegriffen wurden und plötzlich bemerkt was Zahn da wirklich alles geschaffen hat, wovon Jahre später noch manche EU-Autoren zehren, dann ist man umso geneigter HEIR OF THE EMPIRE als die Geburtsstunde des Expanded Universe anzuerkennen. Roffmann ist es auch der Fans eine interessante Argumentationsgrundlage verschafft was Behauptungen betrifft auch das Star Wars Merchandising müsse sich demografischen Druck beugen und vielleicht auch etwas mutiger gegenüber den alternden Fan-Generationen erweisen. HEIR OF THE EMPIRE entstand nämlich nicht als unseliges Jugendbuch, sondern gezielter Versuch die längst aufs College gewechselte erste Fangeneration wiederzugewinnen, die sich schon mit dem Konzept der Ewoks in RETURN OF THE JEDI nicht mehr so recht anfreunden konnte. Natürlich 2011 und damit 20 Jahre danach steht man bei Lucas Licensing vor ganz neuen Herausforderungen, das Franchise lebt. Mit The Clone Wars rekrutiert man laufend eine neue Fan-Generation und einen Relaunch der Romane braucht man auch nicht, die Versorgung mit diesen ist ja über Jahre hin gesichert.

Zwar war es ein großartiger Erfolg mit HEIR OF THE EMPIRE einst sogar den gerade durchgebrochenen John Grisham samt Debütroman THE FIRM vom Thron der New York Times-Bestsellerliste gestoßen zu haben, doch als New York Times-Bestseller werden einem heutzutage ja viele Star Wars-Romane verkauft (die dann tatsächlich meist nur eine Woche irgendwo auf der Liste gestanden haben). Zahns Star Wars-Erstling schaffte es allerdings auf Platz 1, eine Leistung die für sich schon die Mehrzahl der anderen "NYT Bestseller" unter den Star Wars Romanen in den Schatten stellt und Zahn schaffte das gegen John Grisham als dieser gerade zum Weltstar wurde. Der Erfolg der Thrawn-Trilogie ist unbestreitbar, ihren Einfluss auf das EU kann man nach der Lektüre der Kommentare auch kaum noch unterschätzen, wobei sich dieser Einfluss noch umso ausgiebiger ergründen ließe wenn eben die Verkaufszahlen stimmen und Del Rey sich auch heranwagt DARK FORCE RISING und LAST COMMAND in Jubiläumseditionen zu fassen.

Nicht vergessen sollte man ebenfalls das Zahn sich seinen ersten Hugo Award schon 1984 verdient hatte, womit er sich in eine Reihe mit Joanne K. Rowling und Arthur C. Clarke stellen darf. Zwar steht Zahns Hugo in keiner Beziehung zu seinen "Verdiensten" um das Star Wars Universum, aber es ist halt doch ein Qualitätsmerkmal mit dem sonst nur CRYSTAL STAR-Autorin Vonda N. McIntyre aufwarten konnte und ihr einziges Star Wars-Werk hat kaum den bleibenden Eindruck Zahns hinterlassen.

Noch wichtiger als allerlei Ehrungen für Zahns Thrawn-Trilogie ist allerdings, dass die eben als Fortsetzung der klassischen Filmtrilogie gedachte Reihe das Stimmungsgefühl der Filme genau zum richtigen Zeitpunkt einfangen konnte. Der hohe Stellenwert im Fandom kommt auch daher, dass eine ganze Fan-Generation mit diesem Buch aufgewachsen ist, es war für viele der Einstieg und selbst später geborenen Fans der Original Trilogy konnten sich mit dieser Einstiegslektüre in überwiegendem Ausmaß identifizieren. Die Thrawn-Trilogie ist nicht irgendein Versuch die aus Fan-Sicht oft besser im Dunkeln zu belassende Vorgeschichte auszuleuchten, sondern genau das zu tun was sich Fans seit eh und je in ihren Köpfen auszumalen und zu wünschen versucht sind, dass die Geschichte weitergeht.

- Anmerkungen zum Wiederlesenswert -

Die Jubiläumsausgabe HEIR TO THE EMPIREs kann einem ungeachtet des Bonus-Contents schlicht und einfach auch eine ideale Ausrede bieten dieses Stück klassischer Star Wars Geschichte noch einmal zu lesen und mancher vielleicht zum ersten Mal im englischsprachigen Original, es zahlt sich aus, denn der besten Übersetzung zum Trotz, in Englisch ist das Werk doch um einige Nuancen reicher und in einer Fremdsprache verzeiht man Autoren auch vieles leichter. Wie auch immer, die von Zahn damals zu Papier gebrachte Geschichte hat bis heute nichts an ihrer Faszination verloren und nach Legacy of the Force, Fate of the Jedi und allerlei anderen Projekten kann es umso erholsamer sein sich wieder einmal auf diesen Klassiker zu stürzen, als Cast und Handlungsstränge noch überschaubarer und Star Wars-Romane an Themen der klassischen Trilogie ausgerichtet waren. Mit Großadmiral Thrawn hat Zahn damals einen Schurken geschaffen der nicht ein bloßer Vader-Aufguss war und sich so raffiniert wie anständig erwies, auch wenn er seine Kanten hatte. Eine Wohltat für von allerlei Megalomanen gequälte Leser. Thrawn war eben anders, das Genie brauchte keine überübermächtigen Machtkräfte, Superwaffen, Nanoviren, einen Planeten voller Sith oder die größte Kriegsflotte der Galaxis, für den Großadmiral reichten zunächst eine handvoll Schiffe und sein überlegender Intellekt, um die neue Republik an den Rande der Vernichtung zu bringen. Kaum ein neuerer Star Wars-Schurke weist noch jene Zielstrebigkeit und Anpassungsfähigkeit auf wie einst Thrawn, nur in manchen Darstellungen des verschlagenen taktierenden Imperators (vor allem jenen James Lucenos) wird man an Zahns größten Wurf erinnert.

-- Resümee --
Vom Preis-Leistungs-Verhältnis her ist die Jubiläumsausgabe wohl der Albtraum der Kommerzkritiker und Sparefüchse unter den Star Wars-Fans, das Taschenbuch zur normalen Edition gibt es ja fast schon zu einem Viertel des Preises und draufgelegt werden "nur" eine Kurzgeschichte und seitenweise Autorenkommentare. Aber vielleicht sollte man die Sache anders sehen, ein Hardcover (und das ist das einzige Format in dem die Special-Editon mit ihren Kommentaren wirklich funktionieren kann) kostet im Neuzustand fast immer schon seine rund 20 Euro und neuerdings gerne auch mehr, auch wenn Star Wars Hardcover im Gegensatz zu den Werken mancher Bestsellerautoren preislich noch fast begünstigt sind und auf Amazon ohnehin gerne schwanken.

Will man dass der Rest der Trilogie auch als Jubiläumsediton aufgelegt wird geht der Weg am Kauf von HEIR OF THE EMPIRE ohnehin nicht vorbei, von daher muss man als Fan auch wohl eine uneingeschränkte 5-Sterne-Empfehlung aussprechen, womit man sich auch die überaus positiven Wertungen großer Star Wars-Portale erklären darf. Selbst Fans bei denen die Geldbörse etwas lockerer sitzt denken ja nicht ganz ohne Eigennutz.

Fazit:
Schlussendlich bietet einem die Jubiläumsausgabe vor allem eines, eine gelungene Ausrede einmal mehr in diesen faszinierenden ersten Akt der großartigsten Star Wars Romantrilogie so far einzutauchen. Und die Bonusinhalte samt dem angenehm lesbaren Hardcover-Format sind ja auch nicht zu verachten.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 29, 2011 9:48 PM MEST


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