|
|
Beiträge von Jameson
Top-Rezensenten Rang: 1.727
Hilfreiche Bewertungen: 351
|
|
Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".
|
Rezensionen verfasst von Jameson "Jameson" (Birstein)
|
|
|
|
|
|
|
4.0 von 5 Sternen
Comic Adaption eines Klassikers, 10. Januar 2011
Vampire sind und bleiben ein zeitloser Stoff auch für die Neunte Kunst. Der Klassiker dieses Genres ist wiederum Graf Dracula, der schon allzu oft in den diversen Medien sein Unwesen trieb. Als Beispiel für das Medium Comic sei Gene Colans Dracula genannt, der ebenfalls bei Panini erstmals komplett auf Deutsch veröffentlicht wurde. Im Film gibt es auch zahllose Beispiele, wobei sich wohl die Coppola Verfilmung am engsten an der literarischen Vorlage von Bram Stoker hielt. Mit dem vorliegenden Band wird eben dieses Original des Iren Bram Stoker für die Neunte Kunst adaptiert. Harker, ein junger Anwaltsgehilfe, befindet sich bei Graf Dracula, er Grund in London erwerben möchte. Harker ist mit den Vorbereitungen beauftragt. Doch schon bald muss er erkennen, dass der Graf kein Mensch im herkömmlichen Sinne ist. Darüber hinaus leidet Harker immer mehr unter der Isolation, die der Graf für ihn vorsieht. Auch Mina, seine Verlobte, die nur selten Post erhält, sorgt sich um ihren Verlobten. Schließlich erhält Harker die Gelegenheit, nach London zurückzukehren. Dort begegnet er zufällig dem Grafen. Gleichzeitig leidet eine Freundin Minas an einer rätselhaften Krankheit, so dass Helsing herbeigerufen wird, der aber ihren Tod nicht verhindern kann. Die vorliegende Adaption setzt sehr auf eine atmosphärische Adaption des Romans. Diese Atmosphäre wird beispielsweise durch den Kontrast eines zunächst freundlichen Londons und durch das düstere Schloß mit seinen hohen Mauern des Grafen erzeugt. Übernommen wird dabei die für die damalige Zeit unübliche Art, den Roman in Briefform zu erzählen. Beim Lesen der Adaption fällt rasch auf, dass gewisse Handlungssprünge nicht zu übersehen sind, so dass es für den Leser von Vorteil ist, wenn er die Handlung in ihrer Grobstruktur kennt. Mit der Ausweitung seiner Macht verändert sich auch die Atmosphäre Londons. Plötzlich wirkt die Stadt nahezu bedrohlich. Gerade diese Passagen sind in der vorliegenden Adaption besonders gut gelungen. Sehr behutsam wird van Helsing ais Gegenspieler zu Dracula aufgebaut, was wiederum die zögerliche Handlungsweise der Protagonisten erklärt. Genau dieser Aspekt ist auch ein Kernstück in Stokers Roman, der damit Kritik an der Gesellschaft übte. Ein Schwerpunkt der Adaption ist dann die Verfolgungsjagd des Grafen, die gleichzeitig das Erzähltempo steigert. Das Ende, das in Roman und auch in der Coppola Verfilmung sehr episch erzählt werden, wirkt in dieser Adaption etwas abrupt. Fast scheint es so, als seinen den Künstlern ein wenig die Seiten ausgegangen. Der Zeichenstil spiegelt gekonnt den fast schon dokumentarischen Stil der Erzählung wieder, so dass man aufgrund des Artworks und der eigenen Schwerpunktsetzung von einer außergewöhnlichen Adaption reden kann.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Interessanter Spin Off, 10. Januar 2011
Illyria hat die Rolle von Fred eingenommen. Gemeinsam mit Gunn wird sie zu einer Beerdigung gerufen. Dort treffen sie auf Dämonen, unter denen sich auch ihr Haustier befindet, die ihre Rollen einnehmen wollen. Im Hause IDW wird die TV-Serie Angel zurzeit erfolgreich als Comic fortgesetzt. Ergänzt wird diese Fortsetzung von Spin Off Bänden, um den es sich auch bei dem vorliegenden Band handelt. Mit diesem Band werden dem Leser mit Illyria und Gunn 2 Nebencharaktere näher gebracht. Mit dem Plot wird dargestellt, wie fremd Illyria eigentlich Menschen sind. Dennoch will sie die Menschen studieren. Betont wird dabei, dass Illyria durchaus eine Furcht einflößende Wirkung auf die Menschen ausübt. Jeder kann ihre Macht bzw. die Gefahr spüren, die grundsätzlich von ihr ausgeht. Neben der Charakterstudie gibt es im Kampf gegen die Dämonen natürlich auch reichlich Action, so dass beim Leser auch nicht ein Ansatz von Langweile aufkommen dürfte. Hierfür sorgt insbesondere David Messina, dessen dynamisches Artwork in diversen Full Splash Pages wunderbar zur Geltung kommt. Der Band spricht inhaltlich natürlich vorrangig die Angel Fans an, aber der eigentümliche Humor und das Artwork Messinas dürfte jedermann gefallen.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Mehr über CIRCAT, 7. Januar 2011
Jean van Hamme ist spätestens mit seiner Serie XIII berühmt geworden. Mit Lady S. hat er nun eine weitere Serie geschrieben, die im Agentenmilieu spielt. Lady S. erscheint sowohl im Zack Magazin, als auch zeitversetzt in der Zack Edition. Die CIA ist unzufrieden, weil ihr zu wenige Informationen über die Geheimorganisation CIRCAT vorliegen. Da die CIA jedoch eine Verbindung zwischen CIRCAT und Suzan vermutet, fingieren sie die Entführung ihres Vaters. Auch dem vorliegenden Band drückt van Hamme deutlich seine Handschrift auf. Nichts ist so, wie es scheint und viele Wendungen charakterisieren die Handlung. Auf ihrer Flucht entlarvt Lady S. harmlos aussehende Typen als gefährliche Agenten und vermeintlich verwegene gestalten als harmlose Zeitgenossen. Doch im Grunde dreht sich der Plot um die Geheimorganisation, CIRCAT, über die der Leser endlich mehr erfährt. Dabei gibt es aber auch wieder Einblicke in die Vergangenheit von Lady S. als Diebin an der Cotè D'Azur. Bei Lady S handelt es sich um eine Agentenserie, die gut unterhalten will und dies auch tut. Im Gegensatz zu Ausgabe # 2 und # 3 bewegt sich Lady S. diesmal weniger auf diplomatischem Parkett, sondern in der Welt der Agenten. Lady S. macht nach wie vor Spaß und unterhält hervorragend.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Enorm Spannend!, 29. Dezember 2010
Völlig überraschend ist Lynch aus seinem Koma aufgewacht und sucht den Kontakt zu Holden. Holdens Vertrauen zu Lynch ist jedoch gestört, so dass er mehr und mehr auf seiner eigenen Seite unabhängig von Tao und Lynch steht. Mit dem Start von Season # 2 schafft Brubaker mit der Rückkehr von Lynch neue Verhältnisse und neue Situationen. Schnell wird klar, dass Lynch und Tao nicht einfach nur auf verschiedenen Seiten stehen, sondern dass sie auch etwas Persönliches verbindet bzw. trennt. Ihren Krieg tragen sie wie zwei Schachspieler aus, die ihre Positionen auf dem Spielfeld positionieren und jederzeit bereit sind, auch Bauern oder gar Offiziere zu opfern, solange es ihren Zielen dient. Dabei offenbaren sie sehr viele Ähnlichkeiten. Um die unterschiedlichen Charaktere und ihre Gegensätze oder auch Gemeinsamkeiten zu erklären oder zu untermauern, greift Brubaker immer wieder auf Rückblenden zu. Lynch wirft dabei einiges, wenn nicht alles, in dien Waagschale, um Holden wieder auf seine Seite zu ziehen. Auch dies führt dazu, dass sich Holden eine Vertrauensperson sucht und sich ihr anvertraut. Auch mit Band # 3 wird Sleeper ungemein spannend fortgesetzt, so dass man sich als Leser auf den Abschlussband freuen darf.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
5.0 von 5 Sternen
Spektakuläre Fortsetzung, 29. Dezember 2010
Der Titel des zweiten Bandes lautet Die Schlinge zieht sich zu". Liest man dann den Band, kann man nur sagen normen est Omen. Die Lage für Holden wird immer schwieriger. Lynch hat noch vor seinem Attentat einen Plan B geschmiedet und entsprechende Vorkehrungen getroffen. Auch der vorliegende Band, der die Ausgaben # 6-12 zum Inhalt hat und die Season 1 abschließt, besticht durch viele überraschende Wendungen, die den Plot dominieren. Holden verstrickt sich immer mehr zwischen den Fronten und kämpft ums Überleben. Absolut überraschend und genau so stimmig erzählt Brubaker die Origin von Tao, die voller Zynismus ist. Seine Absichten und Pläne garantieren aufgrund der Art, wie sie erzählt werden, Unterhaltung auf hohem Niveau. Superkräfte spielen auch in diesem Band eine Rolle. Sie beherrschen aber nicht die Handlung, sondern dienen vielmehr als Mittel zum Zweck und stehen folglich auch nur in Actionsequenzen im Mittelpunkt. Season # 1 wird von Brubaker mit einem klug gesetzten Cliffhanger abgeschlossen. Sleeper setzt auch mit diesem Band neue Maßstäbe mit einem genialen Mix aus Hardboiled Roman, Crime Noir und einer Story mit Superkräften. Ein neues Genre ist geboren.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Spannende Fortsetzung, 23. November 2010
Nach dem Erfolg von Band # 1, der erstmals zum diesjährigen Comic-Salon Erlangen vorlag, veröffentlicht Zwerchfell nun die Fortsetzung. Auch diesmal besteht der Band aus 3 Teilen, und die Autoren bleiben dem bewährten Konzept treu. Die Einzelstories beschränken sich auf 3 deutsche Städte. So handelt die erste Story vom Überlebenskampf der Bewohner eines Altenheims in Hamburg. Allein dieser Ansatz ist eine brillante Idee. Der Leser sieht in diesem Band eben nicht jungen bzw. jugendlichen Helden, die sich auch physisch der Zombies erwehren können, sondern Rentner, die sich mit Bastelstunden fit" halten müssen. Erst, als sich durch den Ausbruch des Virus die Welt komplett verändert, werden die Bewohner des Altenheims wieder aktiv und müssen eigenständig für ihren Lebensunterhalt sorgen, denn auch die Vorräte eines Altenheims gehen irgendwann einmal zu Neige. Mit einem gehörigen Schuss Ironie, wie er gerade älteren Leuten wunderbar zu Gesichte stehen kann, wird die Story erzählt. Als Leser merkt man rasch, wie die Bewohner des Altenheims trotz der lebensbedrohlichen Situation wieder lebendig werden. Herausragend ist das Artwork von Till Felix, der für diese Story eine ganz eigene, teilweise beklemmende Atmosphäre schafft. Die zweite Episode ist von Stefan Dinter geschrieben und spielt in Stuttgart. Dort schlägt sich Martin, der jedes Risiko und Wagnis haarklein berechnet, durch. Er hat sich sogar eine eigene Infrastruktur geschaffen, die ihm ein relativ komfortables Leben ermöglicht. Dabei stößt er auf Caro, die bisher auch nicht infiziert wurde. Dinters Story bietet ebenfalls beste Unterhaltung. Als Stuttgarter ist es leicht für ihn, einen regionalen Bezug zur Story herzustellen. Mehr noch als die Straßennamen scheint er auch die schwäbische Mentalität, geizig zu sein und den Besitz zusammenzuhalten, mit einem Augenzwinkern ein wenig auf die Schippe zu nehmen. Dies muss zwangsläufig zur Auseinadersetzung mit der ebenso dickköpfigen Caro führen. Schließlich ist Martin sogar zu geizig, Patronen gegen die Zombies zu verschwenden. Stattdessen spart er diese lieber und erschlägt die Untoten. Die abschließende Story spielt in Heidelberg. Dort findet ein junge bei Fotoaufnahmen ein Geschäft, das unversehrt ist und in dem er noch Nicht-Infizierte vermutet. Er rast mit seinem Fahrrad dorthin und findet dort tatsächlich ein Mädchen vor, das noch nicht in einen Zombie verwandelt wurde. Natürlich befinden sich die Zombies dicht auf seinen Fersen. Die vorliegende Story kommt gänzlich ohne Worte aus. Dass sie funktioniert, ist also primär Ingo Römling zu verdanken, der es immer wieder versteht, Emotionen ins Gesicht des Protagonisten zu zaubern. Dabei versteht er es auf die komplette Bandbreite, von Emotionen zurückzugreifen Wut, Hoffnung, Entschlossenheit, Trauer, Angst, Liebe und Hass sind dem Jungen deutlich vom Gesicht abzulesen. Dieser Verzicht auf Worte schafft eine unglaublich erdrückende Atmosphäre und zeigt die bedrohliche Lage, in der sich die Nicht-Infizierten befinden. Band # 2 steigert den Spaß-Faktor an den Toten noch einmal. Da bereits der erste Band beeindruckend war, war dies nicht ohne weiteres zu erwarten. Etwas Wasser muss ich dann doch in den Zombie Wein gießen. Die dritte Story spielt nach meinem Verständnis so, wie es auch im Band selbst angekündigt ist, in Heidelberg, während auf dem Buchrücken Hannover als Kulisse angekündigt ist. Doch bei dem Spaß, den man an dem vorliegenden Band hat, fällt das auch eigentlich nicht weiter ins Gewicht. Die Toten muss den Vergleich mit Kirkmans The Walking Dead keineswegs scheuen, im Gegenteil, die Toten ist atmosphärisch ähnlich dicht, aber inhaltlich einen Tick geschlossener und stimmiger.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Vampire - Back to the Roots, 23. November 2010
Scott Snyder und Stephen King wissen, dass Vampire weder Romantiker noch Privatdetektive sind. Vampire sind blutrünstige Mörder und machtbesessen. Dies ist die Basis für Scott Snyders und Stephen Kings American Vampire. Pearl Jones ist eine ehrgeizige Schauspielerin, die auf den großen Durchbruch wartet. Als sie auf eine Party eines berühmten Hollywood-Produzenten eingeladen wird, überlegt sie nicht lange und nimmt sie gemeinsam mit ihrer besten Freundin an. Die Warnung eines Landstreichers schreibt sie in den Wind. Mit American Vampire führen Snyder und King Vampire wieder ihrer ursprünglichen Bedeutung zu und verneinen eindeutig aktuelle romantische Varianten. Da ist eine wie Pearl Jones natürlich das ideale Opfer. Doch auch Snyder und King setzen dem Vampirmythos ihren eigenen Stempel auf. Ihr American Vampire ist gegen Tageslicht unempfindlich und somit die nächste Stufe der Vampir-Evolution. Dieser Kniff schafft den Autoren natürlich mehr Freiräume und stellt gleichzeitig Konfliktpotential gegen die Vampire dar, die diese Evolutionsstufe noch nicht durchlaufen haben. Der vorliegende Band umfasst die ersten 5 Ausgaben und eine abgeschlossene Story. Die Einzelstories sind in zwei Plots unterteilt. Der Teil von Snyder beinhaltet die aktuelle Story, während King die Origin von Skinner Sweet, dem Vampir, erzählt. Dabei bewegen sich die Stories aufeinander zu und verdeutlichen, dass für die untoten Vampire der Faktor Zweit keine Rolle spielt. Der Dissens zwischen Skinner Sweet und den traditionellen, europäischen Vampiren steht für die Kluft zwischen Amerika und Europa, zwischen Alter und Neuer Welt und somit zwischen Bürgern und Adel. Der Vampirismus dehnt sich ähnlich dynamisch aus wie Amerika besiedelt wird. Natürlich gibt es auch Rückschläge, aber Skinner Sweet gibt niemals auf und weiß, dass die Zeit auf seiner Seite ist. Als Bindeglied zwischen den Epochen, die die beiden Autoren beleuchten, dient der Autor, der vor den Vampiren warnt und in der Snyder Erzählung sichtlich gealtert ist. Die Story ist durchweg spannend und atmosphärisch dicht erzählt. Nach all den Irrungen der aktuellen Vampir-Sagen macht es einfach Spaß, Vampire mal wieder böse, hinterhältig, verschlagen, blutrünstig und machthungrig zu erleben.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Gelungener Abschluss einer langen Strecke, 22. November 2010
Während der Punisher einen Gefangenen überführt, hält er an einer Tankstelle im tiefsten Louisiana. Dort führt er ein kurzes Gespräch mit jungen Leuten, die ihn kurz zuvor überholt haben. Als er weiterfährt, wundert er sich, dass sie ihn nicht erneut überholen. Frank hört auf sein Bauchgefühl und ermittelt. Die vorliegende Punisher-Story ist ganz deutlich von The Texas Chainsaw Massacre inspiriert. Natürlich wurde sie für den Punisher umgeschrieben und auch neu erfunden. Natürlich findet man auch hier eine Menge skurrile Charaktere und wie es sich für das MAX-Label gehört, geht es auch ordentlich zur Sache. Die hieraus entstehenden Effekte sind gewollt und gut getimt, gerade auch weil sie das Splatter-Genre nahezu persiflieren. Eben deswegen funktioniert auch die Handlung und macht Spaß. Insbesondere die Auflösung rundet den Lesespaß ab. Die fünfte Story des Bandes schließt nicht nur die aktuelle Punisher MAX-Serie ab. Sie zeigt fünf verschiedene Episoden, die Frank teilweise als Familienvater zeigen, teilweise Bezug auf seine Origin nehmen oder wie Frank auch mit einem Familienvater umgeht, der auf kriminelle Art und Weise sein Geld verdient. Mit diesem Band wird die MAX-Serie, die eigens für Garth Ennis, der diese Serie bereits verlassen hat, gestartet wurde, nach 75 Ausgaben eingestellt. Diese erstaunlich lange Strecke zeigt, dass das Konzept aufgegangen ist, obwohl sich Punisher Puristen wohl oft die Haare gerauft haben. Unabhängig hiervon hat Punisher im MAX Label gute Unterhaltung abgeliefert, was nicht zuletzt den harten Stories geschuldet ist. Längst ist es beschlossene Sache, dass der Punisher ins MAX-Label zurückkehren wird.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Genialer Mix aus Realität und Fiktion, 19. November 2010
Im Jahr 1957 ist Kuba so etwas wie der Vergnügungspark der USA. Es ist billiger und noch freizügiger als in Las Vegas. Regiert wird Kuba von Batista, einem Diktator, aber unter dem Einfluss der Revolution, die von Fidel Castro aus seinem Exil in Mexiko angeführt wird, beginnt seine Macht zu bröckeln. In diesen Strudel der Ereignisse wird Nero Macanti, ein Seemann, der auf Kuba entspannen will, hineingezogen, als er bei Hernan Olivera Mieter wird. Mit Hasta La Victoria (zu Deutsch: Wir siegen!) legt Stefano Casini eine überaus gelungene Mischung aus Fiktion und realen geschichtlichen Ereignissen vor. Der Titel des vorliegenden Bandes war der Schlachtruf Che Guevaras. Casini greift auf historische Figuren wie Manuel Fangio zurück, der 1958 tatsächlich von Revolutionären der Bewegung des 26. Juli entführt und unversehrt wieder freigelassen wurde. Ebenso real ist der tragische Unfall, der sich beim zweiten Grand Prix Rennen auf Kuba ereignete. Die Mafia hat auf und mit Kuba zu der damaligen Zeit eine Menge Geld verdient. Auch hierauf geht Casini ein. Sämtliche Mafia-Bosse New Yorks und des Chicago Outfits der damaligen Zeit werden bei einer Razzia festgenommen. Interessant ist aber auch der fiktive Teil des vorliegenden Bandes. Casini nutzt einen Spaziergang von Olivera und Macanti, um den Lesern den Zustand des damaligen Kubas, aber auch Havannas, zu beschreiben. Dabei wird klar, dass diese Ausbeutung der perfekte Nährboden einer Revolution war. Man darf als Leser auf die Fortsetzung gespannt sein.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Wunderschöner Trip in die Vergangenheit, 19. November 2010
Natürlich beginnt Manuel Tiranno seine Erzählungen mit der Gründungssage als Grundvoraussetzung" für die folgenden Sagen, die allesamt in Frankfurt oder der nächsten Umgebung spielen, und den Enthusiasmus an der Sache, die er mit leichter Hand zum Leser transportiert und so selbst Interesse beim Leser zu wecken. Man kann sich als Außenstehender nur schwer vorstellen, wie intensiv der Autor in Bibliotheken, Archiven und im Internet recherchiert hat und auch aktuell recherchiert. Sagen leben per se zunächst von der mündlichen Überlieferung, bei der schon einmal etwas dazu gedichtet und dafür an anderer Stelle etwas weggelassen wird, so dass sie am Ende akzentuiert verändert weitergegeben, bevor sie irgendwann mal aufgeschrieben wird. Liegen dann also einer Sage unterschiedliche Quellen zugrunde, muss Manuel Tiranno als Künstler seines Zeitungsstrips erneut entscheiden, welche Variante den Vorzug erhält. Schließlich gilt es den vorliegenden Text als Comic umzuschreiben. Besonders schwierig und das ist ein Aspekt, der sagenhaft Unnerwegs zu lesen, so spannend macht, ist das Herausarbeiten des Lay Outs und der Paneleinteilung unter den Formatvorgaben der F.A.Z. Ursprünglich hatte der Künstler die Auflage, eine Sage innerhalb von 2 Wochen abgeschlossen zu haben. Mittlerweile dürfen es 4 Wochen sein, was ihm die Gelegenheit gibt, auch komplexere Erzählungen für seinen Zeitungsstrip zu adaptieren. Nicht zu unterschätzen sind natürlich auch die technischen Schwierigkeiten, die einem kolorierten Zeitungsstrip naturgemäß unterliegen. Das qualitativ minderwertige Zeitungspapier nimmt einfach nicht so viel Farbe an, so dass Manuel Tirrano gezwungen ist, abgedämpfte Farben einzusetzen. Aus der Not kann eine Tugend werden. Die gewählte Art der Kolorierung erweckt den Eindruck, dass sich der Leser auf eine Reise in längst vergangene Zeiten befindet. Erzähltechnisch greift Manuel Tiranno auf einen interessanten Kniff zurück. Ein Großvater und seine Enkelin unternehmen einen Rundgang durch Frankfurt. Wenn sie dabei an eine Stelle gelangen, an der es etwas zu erzählen gibt, bleiben sie stehen. Neben der paritätischen Besetzung von Großvater und Enkelin verfügt Sagenhaft Unnerwegs so über Gastgeber und Charaktere mit einem Wiedererkennungswert, was gerade für einen Comic Grundvoraussetzung ist. So treten die Gastgeber", die darüber hinaus das verbindende Element zwischen Gegenwart und Vergangenheit, also zwischen Wahrheit und Dichtung, verkörpern, jeweils am Anfang und am Ende einer Story auf. Den Rundgang, den Großvater und Enkelin unternehmen, kann man als Leser auch tatsächlich nachvollziehen. Die Ecken und Stellen, die Manuel Tiranno ins Auge gefasst und folglich aufs Papier gebracht hat, sind leicht wiederzuerkennen. Das zeigt, dass er über ein hervorragendes Auge für Architektur und Perspektive verfügen muss. In einer Stadt mit einem Stadtbild (als Beispiele seien hier die Umgestaltung des Westhafens und der Abriss des Frankfurter Rundschau Gebäudes mit Neubau des Zeil Palais genannt), das sich schnell verändert ist dies ein nicht zu unterschätzender Aspekt, dessen historische Bedeutung erst mittel- und langfristig erkennbar sein wird. Die Sagen selbst spiegeln die komplette Palette einer rund zwölfhundertjährigen Stadtgeschichte wieder. Sie sind mal heiter, mal ernst, mal mit moralischer Keule und auch schon mal grausam oder gar martialisch wiedergegeben. Auch historische Figuren, Helden, Schurken und gar Fabelwesen begegnen sich in diesen Sagen. Eben diese Palette spiegelt wieder, was die Bevölkerung historisch beschäftigt hat, so dass es zu diesen Sagen gekommen ist. Natürlich darf in einem Bundesland wie Hessen der Wald als natürliche Umgebung nicht fehlen, obwohl oder auch gerade weil er beim Rundgang von Großvater und Enkelin an diesen Stellen nicht mehr oder nicht mehr in diesen Ausmaßen vorhanden ist. Hierzu führe ich die Sage Karl und die alten Götter" an. Eine klassische Sage, die auch viel über das Selbstverständnis Frankfurts im historischen Zusammenhang aussagt, ist dagegen Die erste Königskrönung".
|
|
|