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Rezensionen verfasst von
M. Deinert "M. Deinert" (Potsdam, Berlin)
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Offenbach: Hoffmanns Erzählungen (Gesamtaufnahme)deutsch) (Aufnahme Berlin 1946)
Offenbach: Hoffmanns Erzählungen (Gesamtaufnahme)deutsch) (Aufnahme Berlin 1946)
Preis: EUR 12,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen furchtbar dumpf! unanhörbar, 23. Februar 2014
Nein, dass die Tonqualität nicht besser zu machen war, stimmt nicht: Die Mitschnittverfahren nach dem Krieg (nämlich Magnettonband gerade für Klassikaufnahmen) waren zwar nur mono, aber klanglich vom Frequenzumfang ähnlich wie heute, also einwandfrei. Die schlechte Tonqualität DIESER Doppel-CD ist eindeutig das Verschulden des Herausgebers: Denn wie wunderbar klar und sauber die 1946er Bandaufnahme eigentlich klingt, lässt sich z.B. auf der CD "Peter Anders - Songs & Arias / Lieder und Arien" (in Auszügen) oder (als Gesamtaufnahme) auf der LP 22 21804-2 (BASF, 1973) nachhören.
Also hiervon bitte Finger weg! Ich weiß nicht, durch wieviele Tonfilter der herrlich klare 1946er Mitschnitt gejagt wurde... aber er ist auf dieser Doppel-CD nur noch als klangliche Ruine zu hören.


Amphitryon - Aus den Wolken kommt das Glück
Amphitryon - Aus den Wolken kommt das Glück
DVD ~ Willy Fritsch
Preis: EUR 8,99

40 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Film wunderbar, Bild wunderbar, Ton mies, 30. Dezember 2008
Zum toll gemachten Film muß man nicht viele Worte verlieren: Wem das Thema liegt, wer an spitzen Untertönen und guter Schauspielerei Gefallen findet, wer Musik aus den 1930er Jahren mag und auch den Humor aus dieser Zeit vertragen kann, dem wird diese locker gespielte und weitgehend in gereimten Versen gesprochene Geschichte in jeder Hinsicht gefallen.

Großes Manko dieser DVD-Herausgabe ist die Tonrestaurierung... die ist unterdurchschnittlich schlecht: Das Grundrauschen ist so sehr herausgefiltert worden, daß man leise gesprochene Passagen kaum versteht. Auch alle gesprochenen S-Laute und die Streicher-Filmmusik leiden stark darunter.

Wie stark die 'Restaurierung' den Klang verschlechtert hat, läßt sich anhand des "Film-Essays" überprüfen (das ist eine kurze Dokumentation, die man auf dieser DVD mitgeliefert bekommt). Darin werden kurze Ausschnitte der unrestaurierten Fassung eingespielt - und dort hört sich der Ton mit einem Mal klar, hell und scharf an, auch in den leisesten Passagen, z.B. beim Gebet der Alkmene zu Jupiter. Der Ton hat dort ein leises(!) Grundrauschen, das niemanden stört und das nichts überdeckt. Man fragt sich, warum solch ein harmloses Rauschen auf Kosten sprachlicher Deutlichkeit herausgefiltert werden muß.

Für diesen ärgerlichen Umstand gibt es leider zwei Punkte Abzug. Denn immerhin steht der scheußlich dumpfe Ton in Zusammenschau mit dem beachtlich gut restaurierten Bild und auch dem überdurchschnittlichen Preis, den man für diese DVD in jedem Laden bezahlen muß, in einem sehr störenden Verhältnis. Schade. Ich kann diese DVD-Ausgabe nicht empfehlen: Der S/W-Filmfreund ärgert sich über solche übereifrigen Bearbeitungen; und gerade S/W-Filmfreunde sind doch aber die Zielgruppe solcher Herausgaben.


Wie Einst Lili Marleen
Wie Einst Lili Marleen
Preis: EUR 54,99

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hörenswert!, 17. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Wie Einst Lili Marleen (Audio CD)
Was auf den ersten Blick nach dem Immergleichen aussieht, entpuppt sich als völlig neu restauriert! Die Electrola-Erstlinge auf CD 1 (LILI MARLEEN, PILOTEN, HEINEMANN usw.) sind nie zuvor so klangrein auf CD veröffentlicht worden: bei ihnen hört man teilweise NUN erst gewisse Instrumente wie Schlagzeug und Gitarre. (Man weiß ja zur Genüge, wie andere CD-Verlage diese alten Schellacklieder totfiltern, so daß mit dem Schellackrauschen auch die Musiktiefe verlorengeht! Das ist bei dieser Ausgabe gottlob nicht der Fall.)

Die Decca-Erstlinge dagegen auf CD 2 (und teilweise CD 3) sind seit ihrer Erst- oder Zweitausgabe gar nicht mehr veröffentlicht worden. Die Decca-Spätlinge (teilweise auf CD 3), die ja Telefunken bereits auf einer LP [und nachher CD] herausgegeben hatte, wurden für die CD-Box ebenfalls bereinigt, so daß man bei diesen späten Decca-Aufnahmen meint, Lale singe unmittelbar neben dem Zuhörer im Zimmer. Bisher unveröffentlichte Zweit-Einspielungen - von DENN DU WEISST und vom FELDMOHN - runden die Zusammenstellung mit ihrem Seltenheitswert ab.

Das Booklet ist seitenstark und bilderreich und hält eine ausführliche Diskografie aller kommerziellen Aufnahmen Lale Andersens von 1932 (!) bis 1953 bereit.

Zu einzelnen Liedern: Unbedingt gehört haben sollte man die RENNFAHRERBRAUT (ein freches Lied im Trümmerjahre-Dixie-Sound), das SCHÄFERLIED (vom Schriftsteller Peter Hacks getextet), den nachtruhigen Seufzer an den verschwundenen BILLY, das von Lale selbst ins Deutsche übersetzte BESAME MUCHO, das wunderbar nachwinterliche REGEN IM APRIL, die großstädtische SEHNSUCHT NACH DER FERNE ("Ich leb in der großen Stadt / wie ein Vogel, der gefangen ist"), das flotte Lied vom tätowierten PIET ROSE (von dem sich seitdem die Frauen schneller verführen lassen) und, und, und. Die allermeisten dieser Titel sind nie zuvor auf modernem Tonträger veröffentlicht worden und haben musikalisch eine ganz eigene, ganz den Nachkriegsjahren verhaftete Stimmung. Manche der Schellacklieder beginnt man erst nach mehrmaligem Hören zu lieben, weil sich ihre Text- und Musikauffassung stark von dem unterscheidet, was man ab den Wirtschaftswunderjahren sich dann im deutschen Schlager zu hören gewöhnte.

In diese (jedem gefällige) Richtung gehen eher die Aufnahmen zu Beginn von CD 3, doch auch dort noch mit eigenwillig schöner Poesie (so in GOLD'NER OHRRING [Golden Earring] und GRÜSS' MIR DAS MEER UND DEN WIND [Please, Mr. Sun] und DÄMMERZEIT [Twilight Time]) oder mit mitreißendem Tanzorchester-Sound (wie in dem Tango MEIN SCHIFF, HAB' GUTE REISE und dem Vico-Torriani-Duett FRAGT DICH JEMAND).

Man kann sich auch hörbar davon überzeugen, wieviel Esprit und Charme Lale Andersen in ihre selbstgedichteten Texte gelegt hat (wie in LA SEINE oder AM KAI) bzw. eine ganz eigene Art Chanson schafft, wo sie Lieder ihres 'Eidgenossen' Artur Beul singt (wie beim frechen Walzer SIGNORINA oder HE, HAST DU FEUER, SEEMANN? oder dem lokalpatriotischen Tango DIE FISCHER VON LANGEOOG). Dies sind keine Schlager: Dies sind Vortragslieder im besten Sinne, die von keiner anderen Interpretin so souverän und echt gebracht wurden.

Über die Klassiker ihrer künstlerischen Anfangsjahre (wie LILI MARLEEN, DREI ROTE ROSEN, ES GEHT ALLES VORÜBER, den HEINEMANN, die ROTE LATERNE VON ST. PAULI oder die PILOTEN usw.) muß man, glaube ich, kein Wort verlieren: Sie sind allesamt zeitlos schön. Und das nicht, weil Lale Andersens Stimme dort schon besonders ausgereift wäre (das scheint sie erst zu Beginn der 1950er Jahre zu sein), sondern weil die Stimme in diesen Jahren schon eine ganz "eigene Note" trägt: unbedarft und kabarettschön.


Lale Andersen - Wie einst Lili Marleen: Aufnahmen 1935-1953
Lale Andersen - Wie einst Lili Marleen: Aufnahmen 1935-1953

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hörenswert, 6. Oktober 2008
Was auf den ersten Blick nach dem Immergleichen aussieht, entpuppt sich als völlig neu restauriert! Die Electrola-Erstlinge auf CD 1 (LILI MARLEEN, PILOTEN, HEINEMANN usw.) sind nie zuvor so klangrein auf CD veröffentlicht worden: bei ihnen hört man teilweise NUN erst gewisse Instrumente wie Schlagzeug und Gitarre. (Man weiß ja zur Genüge, wie andere CD-Verlage diese alten Schellacklieder totfiltern, so daß mit dem Schellackrauschen auch die Tiefe des Liedes verlorengeht! Das ist bei dieser Ausgabe gottlob nicht der Fall.)

Die Decca-Erstlinge dagegen auf CD 2 (und teilweise CD 3) sind seit ihrer Erst- oder Zweitausgabe gar nicht mehr veröffentlicht worden. Die Decca-Spätlinge (teilweise auf CD 3), die ja Telefunken bereits auf einer LP [und nachher CD] herausgegeben hatte, wurden für die CD-Box ebenfalls bereinigt, so daß man bei diesen späten Decca-Aufnahmen meint, Lale singe unmittelbar neben dem Zuhörer im Zimmer. Bisher unveröffentlichte Zweit-Einspielungen - von DENN DU WEISST und vom FELDMOHN - runden die Zusammenstellung mit ihrem Seltenheitswert ab.

Das Booklet ist seitenstark und bilderreich und hält eine ausführliche Diskografie aller kommerziellen Aufnahmen Lale Andersens von 1932 (!) bis 1953 bereit.

Zu einzelnen Liedern: Unbedingt gehört haben sollte man die RENNFAHRERBRAUT (ein freches Lied im Trümmerjahre-Dixie-Sound), das SCHÄFERLIED (vom Schriftsteller Peter Hacks getextet), den nachtruhigen Seufzer an den verschwundenen BILLY, das von Lale selbst ins Deutsche übersetzte BESAME MUCHO, das wunderbar nachwinterliche REGEN IM APRIL, die großstädtische SEHNSUCHT NACH DER FERNE ("Ich leb in der großen Stadt / wie ein Vogel, der gefangen ist"), das flotte Lied vom tätowierten PIET ROSE (von dem sich seitdem die Frauen schneller verführen lassen) und, und, und. Die allermeisten dieser Titel sind nie zuvor auf modernem Tonträger veröffentlicht worden und haben musikalisch eine ganz eigene, ganz den Nachkriegsjahren verhaftete Stimmung. Manche der Schellacklieder beginnt man erst nach mehrmaligem Hören zu lieben, weil sich ihre Text- und Musikauffassung stark von dem unterscheidet, was man ab den Wirtschaftswunderjahren sich dann im deutschen Schlager zu hören gewöhnte.

In diese (jedem gefällige) Richtung gehen eher die Aufnahmen zu Beginn von CD 3, doch auch dort noch mit eigenwillig schöner Poesie (so in GOLD'NER OHRRING [Golden Earring] und GRÜSS' MIR DAS MEER UND DEN WIND [Please, Mr. Sun] und DÄMMERZEIT [Twilight Time]) oder mit mitreißendem Tanzorchester-Sound (wie in dem Tango MEIN SCHIFF, HAB' GUTE REISE und dem Vico-Torriani-Duett FRAGT DICH JEMAND).

Man kann sich auch hörbar davon überzeugen, wieviel Esprit und Charme Lale Andersen in ihre selbstgedichteten Texte gelegt hat (wie in LA SEINE oder AM KAI) bzw. eine ganz eigene Art Chanson schafft, wo sie Lieder ihres 'Eidgenossen' Artur Beul singt (wie beim frechen Walzer SIGNORINA oder HE, HAST DU FEUER, SEEMANN? oder dem lokalpatriotischen Tango DIE FISCHER VON LANGEOOG). Dies sind keine Schlager: Dies sind Vortragslieder im besten Sinne, die von keiner anderen Interpretin so souverän und echt gebracht wurden.

Über die Klassiker ihrer künstlerischen Anfangsjahre (wie LILI MARLEEN, DREI ROTE ROSEN, ES GEHT ALLES VORÜBER, den HEINEMANN, die ROTE LATERNE VON ST. PAULI oder die PILOTEN usw.) muß man, glaube ich, kein Wort verlieren: Sie sind allesamt zeitlos schön. Und das nicht, weil Lale Andersens Stimme dort schon besonders ausgereift wäre (das scheint sie erst zu Beginn der 1950er Jahre zu sein), sondern weil die Stimme in diesen Jahren schon eine ganz "eigene Note" trägt: unbedarft und kabarettschön.


Alles Steht in Den Sternen
Alles Steht in Den Sternen
Preis: EUR 14,49

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwarzer Samt, 11. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Alles Steht in Den Sternen (Audio CD)
Die Malkowsky hat eine Stimme wie weicher schwarzer Samt, und diese CD versammelt zum großen Teil Lieder von ihr, die mal nichts mit Seefahrt, Wind und Matrosen zu tun haben. Ein paar Ausnahmen gibt es freilich, aber diese vermitteln nicht die übliche Seefahrerromantik, sondern sind entweder chansonartige Weltmusik wie "Das Meer" (= 'La Mer' von Charles Trenet) oder tanzbarer solider 60er-Jahre-Schlager wie "In Santa Cruz steht ein Haus".

Die verbleibenden Lieder reichen von den 40er Jahren bis in die 60er Jahre. Das alberne, aber überaus hörenswerte jazzige "Ruggediguh" läßt die Tanzmusik der Trümmerjahre wieder hören, während das dunkle und schwermütige "Ein Zigeuner ist mein Herz", "Egal Cherie" oder "Das Lied vom Abschied" gediegene Barmusik sind. Das erfolgreiche "Bis ans Ende der Welt" konnte wohl nur die Malkowsky derart glaubwürdig singen, und die Hammond-Orgel, die anfang der 50er Jahre ja groß in Mode war, ergibt mit der übrigen spärlichen Instrumentierung ein zeitlos schönes Lied! Das schwermütige "Wenn ein Zigeuner weint" ist mit sehr viel Pathos gesungen, was solche Lieder von heutiger Musik derart unterscheidet, daß sie eine ganz eigene Stimmung heraufzubeschwören imstande sind.

Der Rest des Liedangebots gliedert sich in sehr tanzbare Stücke wie "Durch Paris, da fließt die Seine" (das Lale Andersen zuerst gesungen und auch ins Deutsche übertragen hat), "Amigo", "Der alte Hein", "Wohin du auch gehn wirst" oder das fetzige "Ausgerechnet du" -- und in soliden deutschen Melodie-Schlager wie "Alles steht in den Sternen", "Wie sich die Zeiger weiterdrehn" oder "Du fehlst mir all die Stunden".

Das letzte Lied "Man sagt adieu (und dreht sich um)" ist der schön-traurige, würdige Abschluß eines ausgewogenen Querschnitts durch das Repertoire der Sängerin. Für ein rundes Bild ihres Schaffens ist aber noch die zweite CD bei der Bear Family ("Sonntagnacht auf der Reeperbahn") zu kaufen: Sie versammelt nämlich fast ausschließlich die Seemannslieder, mit denen Liselotte Malkowsky so durchschlagenden Erfolg hatte.


Die Göttliche Komödie
Die Göttliche Komödie
von Dante
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,90

254 von 275 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Akademisch gestelzte Übersetzung, 24. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Göttliche Komödie (Taschenbuch)
Wer die GÖTTLICHE KOMÖDIE (gegen 1321 abgeschlossen) ins akademisch angehauchte Feuilletondeutsch bringen will, DER tut Dante Unrecht, so möchte ich behaupten. Hertz tut genau dies. Für mich bleibt am verständlichsten und doch sprachgewaltigsten immer noch die Übersetzung von Karl Eitner. Der reimt zwar nicht, behält aber den Versklang bei. Eitners Übersetzung ist nur noch antiquarisch zu haben oder -- unlektoriert -- im Internet.

Drei Übersetzungen (Fegefeuer/Purgatorium, 2ter Gesang) zum Vergleich nebeneinander:

"Es löste sich dann einer ab von ihnen, / mich zu umarmen mit SO großer Lust, / daß ich bewegt, mit Gleichem ihm zu dienen. / O eitle Schatten, nur dem Blick bewußt! / Dreimal versucht ich, diesen zu umfangen: / dreimal zog ich die Arme bis zur Brust!!" (Hertz)

"Und aus dem Schwarme sah ich neben mir, / so sehnsuchtsvoll, mich zu umfahn, die eine, / daß gleichen Sehnens Drang mich zog zu ihr. / O Schemen, wirklich nur dem Augenscheine! / Dreimal mit Armen wollt' ich ihn umfangen, / dreimal statt seiner Brust drückt' ich die meine." (von Falkenhausen)

Bei beiden Übersetzungen weiß man nicht, was der Erzähler genau mit dem Menschenschatten tut, der sich auf ihn zubewegt. Klar wird das erst durch die Eitnersche Übersetzung:

"Hervor aus ihnen sah ich einen schreiten, / mich zu umarmen mit so großem Drange, daß mich's bewog, das Nämliche zu tun. / O leere Schatten, nur zum Ansehn tauglich! / Dreimal umschlang ich ihn mit meinen Armen, / und dreimal kehrten leer zur Brust sie wieder." (Eitner)
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 20, 2013 2:08 AM CET


Die Göttliche Komödie
Die Göttliche Komödie
von Dante
  Taschenbuch

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zur Übersetzung, 24. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Göttliche Komödie (Taschenbuch)
Die Übersetzung des Freiherrn von Falkenhausen ist gewöhnungsbedürftig, weil erhaben in Wortwahl und durchgehend gereimt. Aber sie ist besser als die dtv-Übersetzung von Wilhelm G. Hertz, weil dieser nun alles andere ist als erhaben -- und damit dem Original nicht gerecht wird. Wer die GÖTTLICHE KOMÖDIE (gegen 1321 abgeschlossen) ins Zeitungsdeutsch bringen will, DER tut Dante Unrecht, so möchte ich behaupten. Für mich bleibt am verständlichsten und doch sprachgewaltigsten immer noch die Übersetzung von Karl Eitner. Der reimt zwar nicht, behält aber den Versklang bei. Eitners Übersetzung ist nur noch antiquarisch zu haben.


Beowulf: Das angelsächsiche Heldenepos über nordische Könige. Neue Prosaübersetzung, Originaltext, versgetreue Stabreimfassung
Beowulf: Das angelsächsiche Heldenepos über nordische Könige. Neue Prosaübersetzung, Originaltext, versgetreue Stabreimfassung
von Hans J Hube
  Gebundene Ausgabe

50 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Für Unkundige des BEOWULFs nicht empfehlenswert, 19. September 2006
Mir ist schleierhaft, wieso jemand, der das Beowulf-Epos nicht mag, unbedingt ein Beowulf-Buch herausgeben muß. Dr. Hans Hubes eitle Germanistenkommentare aller zwanzig Seiten können einem das Lesen wirklich verderben; aber sie sind ein schönes Beispiel für moderne Herangehensweisen an uralte Überlieferungen. Es geht nämlich nicht darum, was das älteste erhaltene Epos eines Germanenzweiges uns Heutige lehren kann (in Erzählweise und -perspektive, Mehrdeutigkeit, Sprachkunst, Bildkraft), sondern es geht stets nur darum, was wir Heutige an das Epos heranzutragen haben.

Dr. Hube z.B. findet zu viel Dialog im Epos langweilig; dichterische Schönheit kann er ihm nicht abgewinnen. Ebenso verwirren ihn Mehr- und Zweideutigkeiten (die aber eine QUALITÄT altenglischer Kunst sind, kein MANGEL). Weiterhin findet er die ständig variierenden Anreden und Kenninge „manchmal sehr penetrant“ (S. 493). Ja, überhaupt belächelt er den Beowulf-Dichter gern wegen seiner dramaturgischen Mängel – und entschuldigt sich bei den Lesern fast dafür, daß das Epos nicht bietet, was man von amerikanischen Action-Reißern gewöhnt ist. Seine Lieblingsnörgeleien sind „ausgewalzt“ und „verwässert“ (S. 86), „ungefüge, schlecht verbundene Redemassen“ (S. 131), „handlungsarm“ und „wie könnte es anders sein“ (S. 188), „ziemlich wenig zur Situation passend“ und „unbeabsichtigt komisch“ (S. 221), „oft penetrant“ (S. 421), „nutzlos“ und „ermüdend“ (S. 428) sowie „öde und langweilig, aber poetisch“ (S. 216).

Sätze wie der folgende sind in dem Buch keine Seltenheit und zeigen nicht etwa Dr. Hubes Gedankentiefe sondern Herablassung: „Überhaupt ist es psychologisch nicht ausgefeilt, daß Unferth nun zu einem ‚guten Helden‘ mutiert, obwohl kurz davor noch auf seine Feigheit angespielt wurde. Außerdem hatte Beowulf ihn als Brudermörder bezeichnet. Einen ‚negativen‘ Helden musste doch jede germanische Dichtung der Vorzeit haben!“ (S. 191) Hube findet nur lobenswert, was bereits andere vor ihm lobenswert gefunden haben: den Grendelkampf freilich, die Schilderung der Moorhöhle, das Schlußbegräbnis und solcherlei.

Nicht einmal die Übersetzung Hugo Gerings von 1906 läßt Dr. Hans Hube unbemäkelt. Mehr noch: er verändert sie fortwährend nach seinem Belieben. Hube beseitigt dabei „eine Reihe von altertümlichen Wendungen, etwa die Form ‚ward‘ statt ‚wurde‘ und nicht selten dem Beziehungswort vorangestellte Genitive, wie ‚des Königs Mannen‘ usw.“ (S. 425) ohne dem Leser zu verraten, daß schon der Beowulf-Text selber auf seinerzeit „altertümliche Wendungen“ zurückgegriffen hatte. Ob durch solche Bevormundungen „die Lesbarkeit dieses Textes“ (ebd.) erhöht wurde, wage ich zu bezweifeln; die Lesbarkeit wurde lediglich mehr einem heutigem Zeitungsniveau angeglichen.

Dr. Hubes eigene Prosaübertragung ist unkünstlerisch weitschweifig. Oft macht er aus bloßen Adjektiven des Originals ganze Relativsätze, und wo im Original EIN treffendes Wort steht, braucht Hube manchmal fünf. Er will dadurch freilich größtmögliche Genauigkeit erreichen. Doch wer so etwas tut, der komme mir nicht mit dem Richterspruch „erhöhter Lesbarkeit“ und urteile andere, bessere, künstlerischere Übersetzungen ab!

Ein Mangel, der von vielen Lesern sicher gar nicht bemerkt wird, ist die Wiedergabe des altenglischen Textes. Er ist nach moderner Gewohnheit umgebrochen und lesbarer gemacht (z.B. „HWAET WEGARDENA ingear dagum“ wird zu „Hwæt! Wé Gárdena [Abstand] in géardagum“), und es sind in die Lücken des Textes einige ‚Verbesserungen‘ des 19ten Jahrhunderts getreten (sog. „emendations“), die aber mit dem Originaltext nicht das geringste zu tun haben. Nach welcher Edition Dr. Hans Hube also seinen angelsächsischen Beowulf-Text wiedergibt, vermag ich nicht zu sagen.

Kurz und gut: Dieses Buch finde ich nicht empfehlenswert, auch als erste Annäherung an den Beowulf-Stoff nicht. Denn Hube verdunkelt mit seiner rücksichtslosen Art und mit seinen hopp-oder-topp-Beurteilungen einem unbefangenen Neuling alle noch unbeeinflußten Sinne. Nur wer bereits (durch eine Reclam-Ausgabe, durchs Altenglisch-Studium oder durch sonstiges) bereits eine erste Ahnung von der Reichhaltigkeit des Beowulf-Liedes bekommen hat, dem kann dieses Buch viel an neuer Erkenntnis geben: nicht viel Neues zum Beowulf zwar, wohl aber zur Geschichtlichkeit rund um den Sagenstoff und zur Betrachtungsweise alter Sprache und Texte durch überweise moderne Wissenschaftler.
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Seine Schönsten Aufnahmen
Seine Schönsten Aufnahmen
Preis: EUR 27,23

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nur für eingefleischte Körner-Fans!, 17. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Seine Schönsten Aufnahmen (Audio CD)
Diese Doppel-CD ist sicherlich ihr Geld wert; vereint sie doch viele unerhört seltene Schellackaufnahmen von Peter Renee Körner. Doch die Güte der Digitalisierungen hält sich in Grenzen: weil von Schellackplatten digitalisiert wurde, blieb bei jedem Titel ein Grundrauschen übrig, das vielfach nochmals abgesenkt wurde, wobei vom eigentlichen Lied für meinen Geschmack allzu viel verlorenging. Kurz gesagt: fast alle Lieder klingen nur noch dumpf und stören den Musikgenuß erheblich. Die Texte Körners sind zwar um Längen pfiffiger als bei so vielen anderen Schlagerstars seiner Zeit. Ob dieser Umstand allerdings die hörbaren Qualitätseinbußen wettmacht, muß jeder für sich selbst abwägen.
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Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Folge 2: Neues aus dem Irrgarten der deutschen Sprache
Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Folge 2: Neues aus dem Irrgarten der deutschen Sprache
von Bastian Sick
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

20 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Worauf beruhen Bastian Sicks Sprachregeln?, 17. August 2006
Hat Bastian Sick Tausende Listen des derzeit herrschenden Sprachgebrauchs ausgewertet? Schreibt er die Regeln aus dem DUDEN ab? Oder wachsen die Ratschläge allein aus seinem Gutdünken? Niemand weiß es. Doch ich wette, jeder zweite Leser übernimmt alles ungeprüft.

Sick mosert an vielen sprachlichen Erscheinungen. Und er mosert nur, weil er sie aus völlig eigenem Geschmack nicht leiden kann. Bezeichnend ist, dass Sick so gut wie NIE Gewährsleute für GUTEN Sprachgebrauch anführt: Bei GUTEM Sprachgebrauch nämlich ist er selbst sein bester Gewährsmann. Aber für schlechten Sprachgebrauch hat er tausend Zitate von fremden Schreibern parat. Was Sick nicht kennt, bezeichnet er als "veraltet" und "falsch". Wer oder was ihn zum Richter befähigt hat, verschweigt er natürlich.

Wer sklavisch Bastian Sicks Regeln folgt, tut der deutschen Sprache Unrecht, die weitaus mehr zulässt und weniger Schulmeisterei annimmt, als Bastian Sick glauben mag. Dieses Buch ist der richtige Leitfaden für jeden, der seine Mitmenschen gerne rüffelt. Alle anderen mögen die Finger von diesem Buch und seinen selbstherrlich aufgestellten Sprachregeln lassen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 11, 2007 11:10 PM CET


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