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Benedictu
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[AHISTORY OF BOMBING BY LINDQVIST, SVEN]PAPERBACK
[AHISTORY OF BOMBING BY LINDQVIST, SVEN]PAPERBACK
von Sven Lindqvist
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Mit den rassistisch motivierten Kolonialverbrechen begann der Bombenkrieg im 20. Jahrhundert, 17. Mai 2013
Der schwedische Schriftsteller Sven Lindqvist hat sich in seinen dokumentarischen Werken vor allem mit Themen wie Imperialismus, Kolonialismus, Rassismus und Krieg auseinandergesetzt. History of Bombing, auf schwedisch 1999 erschienen, gehört zu seinen bekanntesten Werken. Es wurde 2001 ins Englische und 2012 ins Französische übersetzt, aber noch nicht ins Deutsche, obwohl Themenstränge wie
► HAMBURG, AUSCHWITZ, DRESDEN
► THE SPLENDID DECISION (Britischer Startschuß für die Bombardierung der deutschen Städte)
hierzulande auf besonderes Interesse stoßen würden.

DIE LESEPFADE oder Themenstränge - Ways into the Book
Lindqvist macht praktischerweise Lektürevorschläge, auf welchen Lesepfaden man sich durch seine 399 chronologisch geordneten, numerierten, maximal halbseitigen Buchabschnitte bewegen könnte.

In den Lesepfaden
►BOMBING THE SAVAGES
und
►BOMBING INTO SAVAGERY
geben sich die die Praktiker der Kolonialherrschaft und die Theoretiker der Vernichtungstheoretiker ein Stelldichein.

►FROM CHECHAOUEN TO GUERNICA
Auf dem Lesepfad zu den Anfängen der Städtebombardierung "(#9, 119, 389, 120 etc.) erinnert der Autor an die vergessene Bombardierung von Durango nicht weit von Guernica, das auch einige hundert Tote zu beklagen hatte, aber halt nicht wie Guernica die bekannte heilige Stadt der Basken war. Vor allem aber erfährt man, daß das zwölf Jahre zuvor bombardierte marrokanische Chefchaouen die größten Parallelen zu Guernica aufwies. Beides waren heilige Städte für ihr Land, waren mit etwa 6000 Einwohnern ähnlich groß und wurden beide von Legionärsverbänden bombadiert, Chefchaouen von amerikanischen unter französischem und Guernica von deutschen unter spanischem Kommando.

► TOKYO
Der Lesefaden zu Tokio (#19, 197,198, 219-222, 165, 223-228, 231) beginnt 1941 mit der zufälligen Entdeckung der klebrigen Vorstufe von Napalm in einem Labor der Firma DuPont, das den deutschstämmigen Harvard-Chemiker Fieser gleich auf die fiese Idee bringt, den Stoff für nicht-löschbare Brandbomben vorzuschlagen. Die Lektüre führt über den Brandangriff auf Tokio mit über 80000 Toten innerhalb eines Tages bis zum beunruhigenden Abschnitt # 231, in der vom Desinteresse der USA an Kapitulationsverhandlungen die Rede ist, ein Monat vor Hiroshima. Aber bereits vorher überstiegen die Zerstörungen in Japan in unfaßbarer Weise die in Deutschland:
# 228: « 1945 … Nagoya, Osaka, Kobe, and Nagoya once again - in ten days nearly half of the destruction that the whole bombing war had caused in Germany was visited in Japan. Then there was a forced break in bombing, because the napalm had run out. This pause was not used to forward a peace initiative, either. The firebombing started up again in the middle of April when the napalm production caught up. Germany’s surrender on May 8 came and went without an Allied peace offers to Japan. The bombing continued. At the end of May, 3,258 tons of napalm were dropped on the undamaged parts of Tokyo, causing greater damage than any other single air attack in history. LeMay: "We knew we were going to kill a lot of women and kids when we burned that town. Had to be done." No one counted the human cost anymore; damage was rneasured in surface area, square miles. In all of Germany, seventynine square miles had been destroyed in five years - in Japan 178 square miles in a half-year. »

FAZIT
Das Buch ist eine herausragende Einführung in die Geschichte des Bombenkriegs im 20. Jahrhundert. Wichtig sind Lindqvist seine kolonialen Anfänge, die von Rassismus geprägt die Suche nach einer moralischen Legitimation ersparten. Dies war letztlich das Eintrittstor für die völkerrechtswidrigen Vernichtungsangriffe auf zivile Ziele.

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Preis: EUR 132,89

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 3 Jahre in Betrieb, funktioniert noch bestens und ..., 15. Mai 2013
… zeigt zwar noch keine Verschleißerscheinungen wie abgeriebene Tastenbeschriftungen oder gar defekte Tasten, jedoch ist es ärgerlich für ein Gerät dieser Preisklasse, daß die rückseitige dünne Plastikabdeckung nicht mehr überall richtig einrastet und knarzt, und das obwohl man die nie abnehmen muß.

Ein weiterer kleinerer Kritikpunkt ist der, daß bei eingeschaltetem Bluetooth zur Verbindung eines Kopfhörers wie Plantronics M155 Marque Bluetooth Headset schwarz der Akku sich überraschend schnell entleert. Das passiert natürlich dann, wenn man einmal vergißt das Telefon in die Ladestation zurückzustecken. Letztere hat keine ganz perfekte Formgebung, denn es gibt zwei stabile Positionen für das Telefon. Nur bei einer wird es dann auch geladen :-(.

Das Telefon war seinerzeit das hochwertigste (und auch das teuerste), das zu kriegen war; ganz nach dem Motto: Wer sparen muß, kann sich billigen Kram nicht leisten. Und in der Tat folgen darin immer mehr qualitäts- und umweltbewußte Konsumenten dem sog. Manufactum-Prinzip (s. Ausgegeizt!: Wertvoll ist besser - Das Manufactum-Prinzip). Bei Elektronikprodukten ist das auch der beste Weg, gegen den zunehmenden Elektroschrott in der Welt anzugehen: Die Produkte kosten mehr, sind dafür besser verarbeitet, halten länger und müssen nicht so schnell durch ein neues ersetzt werden, wie das eben bei Billigprodukten der Fall ist.

Mangels Alternative hätte ich das Gerät wieder gekauft, aber richtige Hochwertigkeit ist etwas, das die Hersteller ja offenbar noch lernen müssen, um ihren Beitrag zum Prinzip der Werthaltigkeit und Langlebigkeit zu leisten.

Nizza Monaco Cannes St. Tropez: MERIAN live! - Mit Kartenatlas im Buch und Extra-Karte zum Herausnehmen
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von Gisela Buddée
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Côte d'Azur Tips von einer Autorin, die sich auskennt, 13. Mai 2013
Dieser Reiseführer für die Französische Riviera ist schön kompakt und voller nützlicher Tips. Da darf man sich von der leicht reißerischen Aufmachung "■ Palme d'Or > Filmfestspiele von Cannes und ■ Monte Carlo > Luxuriöses Casino in Monaco" nicht täuschen lassen. Wer wegen dieser Dinge an die Azurblaue Küste kommt, bräuchte einen solchen Ratgeber ja kaum mehr ;-).

Die Autorin Gisela Buddée läßt die Luxushotels der Haute-Volée aber nicht unerwähnt. Sie ist sich wohlbewußt, daß der Normalbürger kaum 900-6000€ für eine Nacht im legendären Hotel du Cap-Eden-Roc am Cap d'Antibes zwischen Nizza und Cannes ausgeben wird und empfiehlt daher charmanterweise einen Besuch an der Hotelbar, wo man schon für 9€ einen Espresso und für 19€ einen Aperitif bekäme.

Ein bißchen peinlich sind die zwei Seiten französisches Notvokabular in einer schlimmen Lautschrift: je suis de [schö süi dö], je m'appelle [schö mapäl], de rien [dö rjän] etc. Den Platz hätte Merian der Autorin besser für ein erweitertes Glossar für Speisen und Gerichte eingeräumt.

Ziemlich witzlos ist der Hinweis auf S. 110, Flugreisen würden bereits ab 29€ inkl. Steuern und Kerosinzuschlag angeboten. Aus eigener Erfahrung ist das für Reisen zwischen März und September unrealistisch. Eine schnell durchgeführte Internetsuche bestätigt Hinflüge für 33€ von ein oder zwei deutschen Flughäfen im November. Wer aber zöge naßkalten Regen dem azurblauen Meer und dem Sonnenschein vor?

Männer, die auf Ziegen starren
Männer, die auf Ziegen starren
DVD ~ George Clooney
Preis: EUR 6,05

3.0 von 5 Sternen Subversiv-surreale Satire auf die psychologische Kriegsführung der US-Armee, 12. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Männer, die auf Ziegen starren (DVD)
Zweifellos muß man den Film schon wegen seiner hervorragenden Besetzung mit George Clooney, Ewan McGregor, Jeff Bridges und Kevin Spacey , seiner perfekten Inszenierung unter Nutzung digitaler Technik und wegen seines guten Soundtracks einmal gesehen haben. Dieser Film ist etwas Besonderes, allerdings auch nicht leicht einzuordnen. Er enthält zuviele ernste, die Realität vielleicht auch verharmlosende Sachverhalte, als daß man ihn als reine Satire ansehen könnte. Als richtige Tragikkomödie kann er auch nicht gelten, da er zwar das Scheitern einer halbfiktiven parapsychologischen Sondereinheit der US-Armee erzählt, aber seine realgeschichtlichen tragischen Elemente keine zusammenhängende Erzählung ausmachen.

PSYOP - DIE PSYCHOLOGISCHE KRIEGFÜHRUNG DER US-ARMEE IN DER REALITÄT
Im Film wird nach den Erfahrungen des Vietnam-Krieges eine parapsychologische Sondereinheit in Fort Bragg (Nord Carolina), dem größten amerikanischen Militärstützpunkt, aufgestellt. In der Realität war das mindestens eine Schule für die psychologische Kriegführung und ihre Etablierung geschah schon infolge des Koreakrieges. In jedem Falle paßt der Ort: Dem "Army Special Operations Command" (ASOC) in Fort Bragg sind die Psychologie- und Ausbildungseinheiten der US-Armee zugeordnet: Das ist die "Psychological Operations Group" (PSYOP) und das "John F. Kennedy Special Warfare Center and School".

Nebenbei bemerkt erreicht Fort Bragg traurige Berühmtheit bei Noam Chomsky in How the World Works, wo er u.a. die Grausamkeiten eines berüchtigten salvadorianischen Sonderbatallions beschreibt, das mehrfach zur Ausbildung in Fort Bragg war: "This has been a pattern throughout the battalion’s existence—some of Its worst massacres have occurred when it was fresh from US training."

Am Anfang des Films wird in der Rückblende auf die schicksalhafte Vietnam-Erfahrung von Bill Django (Jeff Bridges) der Sachverhalt präsentiert, daß Soldaten gerne zu hoch schießen, um den Gegner nicht zu verletzen. Mit dieser dokumentarischen Botschaft ist natürlich eine der entscheidenden Aufgabenstellungen für die Militärpsychologie verknüpft, nämlich dem Soldaten seine natürliche Tötungshemmung abzugewöhnen. In Philosophie fürs Leben: ... und für andere gefährliche Situationen erfährt man, für wie wichtig die US-Armee Psychologieprogramme für die Resilienz ihrer Soldaten hält. Auch ein Blick in das First Earth Battalion Operations Manual: Reprint of Original Manual from the 70's lehrt, den Realitätsgehalt des Films nicht zu unterschätzen.

NICHT ALLE AMERIKANER SIND SO
In einem zerschossenen Haus in dem von amerikanischen Truppen und Söldnern diverser Sicherheitsfirmen besetzten Irak entschuldigen sich George Clooney und Ewan McGregor bei seinem Eigentümer, dem sie geholfen hatten, mit den Worten, daß nicht alle Amerikaner so seien. Im Unterschied zum Slapstick vieler Action-Szenen und zum parapsychologischen Klamauk wirkt das so unvermittelt ernst und aufrichtig, daß man es jenseits aller Satire für die unverschlüsselte Botschaft des Film halten kann. Dazu paßt auch die Gefangenenbefreiuung am Schluß.

DIE FREILASSUNG DER GUANTÁNAMO-HÄFTLINGE?
Die Filmhelden sind trotz ihres Hippie-Hintergrundes und ihrer New-Age-Erfahrungen in die dunklesten Seiten der amerikanischen Kriegführung, nämlich die Folterung von Gefangenen, verstrickt. Der absurde Erfindungsreichtum der Folterer wird karikiert, wenn der Zuschauer Einblick in eine Zelle erhält, in dem ein erwachsener Iraker sich tagelang amerikanische Kindermusik anhören muß. Erst spät, am Ende des Films, und erst unter dem Einfluß von LSD entläßt die "Psych-Unit" die irakischen Gefangenen aus den Folterzellen. Es ist schwer einzuschätzen, wieviele Zuschauer in den roten Overalls der befreiten Häftlinge die Kleidung der Guantánamo-Gefangenen wiedererkennen. Für die, die sie erkennen, ist das ein Leuchtzeichen. Für sie tritt die Parodie (auf was auch immer) augenblicklich in den Hintergrund und die politische Botschaft wird sichtbar. Die parapsychologischen Jedi-Krieger brachen militärische Normen, um mit der Konzentration auf neue Methoden die alten militärischen Ziele zu erreichen. Mit der Häftlingsbefreiung geben sie auch einen Teil der Ziele auf.

FAZIT
Der Film ist zweifellos sehenswert. Allerdings ist es für Außenstehende sowohl schwer als wohl auch müßig in dem ganzen Militärklamauk die parodistischen von den dokumentarischen und die surrealen von den realen Elementen zu trennen. Letztere dürften aber einen höheren Stellenwert haben, als manchem Zuschauer lieb ist. Unstrittig scheint mir das explizite Farbzeichen der roten Overalls für die Vergessenen von Guantánamo zu sein.

Aileen Wuornos: Life and Death of a Serial Killer
Aileen Wuornos: Life and Death of a Serial Killer
DVD ~ Nick Broomfield

3.0 von 5 Sternen Fakten ohne Analyse führen nicht zum Erkenntnisgewinn, 12. Mai 2013
Der bekannte Dokumentarfilmer Nick Broomfield liefert mit seinem Interview mit Aileen Wuornos vor ihrer Hinrichtung zwar eine Menge von Fakten, entläßt den Zuschauer aber mit mehr Fragen als er vorher schon hatte.

FRAGEN ÜBER FRAGEN
• Sind Frauen möglicherweise genauso gewalttätig wie Männer, greifen aber meist nur zu anderen Mitteln?
• Sind Gewaltverbrechen von Frauen immer nur eine Reaktion auf zuvor beobachtete oder erlittene männliche Gewalt? Wie verhalten sich dabei Mißbrauchsopfer ?
• Kann man sich angesichts häufiger Fehleinschätzungen der Einsichtsfähigkeit von Serientätern überhaupt auf psychologische und psychiatrische Urteile verlassen oder muß man objektivere Meßmethoden suchen?
• Sind Interviews mit Delinquenten auch für einen normalen Zuschauer aufschlußreich oder höchstens für Psychologen?
• Unter welchen Bedingungen darf man annehmen, daß Delinquenten in einem Interview authentisch anworten, unter welchen, daß sie sozialangepaßte Antworten geben? Können das Frauen - bedingt durch ihre andere Sozialisation - besser als Männer oder sind die Hauptfaktoren andere, wie z.B. daß der Delinquent über Jahre seiner Haft sich bewußt oder unbewußt an Sprache und Erwartung der Gutachter und Therapeuten anpaßt?
• Und schließlich: Wie muß man Aileen Wuornos einschätzen?

Wenn man weiß, wie Nick Broomfield seine Methode beschreibt, wundert man sich nicht, daß der Film es nicht darauf anlegt, Fragen zu beantworten. Broomfield stellt fest: “What's important is the interaction between the filmmakers and those being filmed, and that the audience is aware of that interaction so they can make decisions of their own.” Anders als die DVD mit "die wahre Story zum Erfolgsfilm" (der Verfilmung des Stoffs mit Charlize Theron in Monster) behauptet, erfährt der Zuschauer zwar einiges, aber die wahre Geschichte muß er sich selber zusammenreimen.

SELBERDENKEN
Immanuel Kant hat das Selberdenken ja in Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? propagiert. Dem zuzustimmen hieße aber nicht, von Zeitungen, Büchern und Filmen immer nur Fakten erwarten zu wollen. Dieser Idealismus hat nämlich ein Problem: Die Fakten zu einem Sachverhalt zu bündeln und weitere zu recherchieren sowie interpretativ zu einer begründeten(!) Analyse zu verbinden ist de facto jeweils ein kleines Projekt zu jedem wichtigen Thema. Das schafft der einzelne ja nicht für alle möglichen Themen. Helmut Schmidt hat das in seiner Medienkritik in Verstehen Sie das, Herr Schmidt? auf den Punkt gebracht. Viele Fakten zerstreuen und verwirren am Ende nur, immer kommt die Analyse zu kurz. Rolf Dobelli (Autor von Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen) meint, daß man auf die Fakten der Nachrichtensendungen ganz verzichten kann und überhaupt nur aus längeren Artikeln und Büchern einen Gewinn zöge. Damit ist auch die größte Schwäche dieses Dokumentarfilms umrissen. Wer keine Zeit für 's Weiterstöbern via Internetrecherche o.ä. hat, wird mit dem Amnesty International DOEN Award prämierten Film allein nicht weiterkommen. Er ist als Faktensammlung aber zumindest eine Basis, auf der Erkenntnisse gewonnen werden könnten.

FAZIT
Fakten und Authentizität : 5 Sterne
Analyseleistung: 1 Stern
Gemittelte Gesamtbewertung: 3 Sterne

Aberwitziges Amerika: Eine Entdeckungsreise durch Small-Town-America
Aberwitziges Amerika: Eine Entdeckungsreise durch Small-Town-America
von Bill Geist
  Taschenbuch

2.0 von 5 Sternen Wer dieses Buch über Hinterwäldler durchhat, sehnt sich nach dem Mainstream der großen Stadt, 12. Mai 2013
Dies ist kein alternativer Reiseführer, um die ländlichen USA kennenzulernen. Kaum einen der genannten Orte würde man gezielt aufsuchen. So unterhaltsam die Geschichten bisweilen sind, es sind doch Skurrilitäten, auf die man auch verzichten könnte. Die beste ist vielleicht die über den Silbersurfer an der kalifornischen Pazifikküste, den Arzt Doc Paskowitz, dessen Leben nach seinem Medizinstudium sich nur ums Surfen dreht. Er hält sich für den ersten jüdischen Surfer und den ersten, der eine Surferfamilie gegründet hat.

Fast alle Geschichten eigneten sich besser als Text zu einer Fotoreportage in einer Illustrierten. Das einzige Foto in brauchbarer Größe ist das Titelbild des Buches zu der Geschichte aus Nevada "Die Freude mit den Freudenmädchen". Und ausgerechnet das ist gestellt.

Machu Picchu: Die legendäre Entdeckungsreise im Land der Inka
Machu Picchu: Die legendäre Entdeckungsreise im Land der Inka
von Hiram Bingham
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

2.0 von 5 Sternen Eher ein Reisebericht als ein Buch über die Inkastadt Machu Picchu, 12. Mai 2013
Während das Titelbild falsche Erwartungen weckt und der rückseitige Text vollmundig verspricht, daß Binghams packender Expeditionsbericht auf wundervolle Weise eine verlorene Welt lebendig werden ließe und die Einzigartigkeit des heutigen Machu Picchus vor Augen führe, schenkt der National-Geographic Autor Anthony Brandt in seiner Einleitung dem Leser reinen Wein ein: Bingham war kein Archäologe und wußte nicht viel über die Inka. Nachdem er in die Entdeckung von Machu Picchu geradezu hingestolpert wäre, hätte er kaum Interesse für die Stadt aufgebracht. Wer sich für Hiram Bingham interessiert und gerne Reiseberichte liest, wird vielleicht zufrieden sein, über Machu Picchu gibt es aber bessere Bücher, z.B. Machu Picchu: Die geheimnisvolle Stadt der Inka.

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4.0 von 5 Sternen Nicht ganz perfekt paßgenau, aber gut, 12. Mai 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Den Monitor der Fujifilm X20 Digitalkamera (12 Megapixel, 4-fach opt. Zoom, Full-HD, 7,1 cm (2,8 Zoll) LCD CMOS Sensor, HDMI, bildstabilisiert, USB 2.0) silber staubfrei zu bekommen hat eine zeitlang gedauert; das blasenfreie Aufbringen der Displayschutzfolie war dagegen einfach. Die Folie kommt mir ein ganz kleines bißchen schmaler und kürzer vor, als sie sein müßte, ist aber ok.

History of Bombing
History of Bombing
von Sven Lindqvist
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,30

4.0 von 5 Sternen Bombenkrieg im 20. Jahrhundert - Basisinformationen zu den Massakern aus der Luft, 12. Mai 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: History of Bombing (Taschenbuch)
Der schwedische Schriftsteller Sven Lindqvist hat sich in seinen dokumentarischen Werken vor allem mit Themen wie Imperialismus, Kolonialismus, Rassismus und Krieg auseinandergesetzt. History of Bombing, auf schwedisch 1999 erschienen, gehört zu seinen bekanntesten Werken. Es wurde 2001 ins Englische und 2012 ins Französische übersetzt, aber noch nicht ins Deutsche, obwohl einige Hintergründe auch hier auf Interesse stoßen würden, wie die nachfolgenden Auszüge vielleicht zeigen:

DIE LESEPFADE - Ways into the Book
Lindqvist macht praktischerweise Lektürevorschläge, auf welchen Lesepfaden man sich durch seine 399 chronologisch geordneten, numerierten, maximal halbseitigen Buchabschnitte bewegen könnte.

►FROM CHECHAOUEN TO GUERNICA
Auf dem Lesepfad zu den Anfängen der Städtebombardierung "(#9, 119, 389, 120 etc.) erinnert der Autor an die vergessene Bombardierung von Durango nicht weit von Guernica, das auch einige hundert Tote zu beklagen hatte, aber halt nicht wie Guernica die heilige Stadt der Basken war. Vor allem aber erfährt man, daß das zwölf Jahre zuvor bombardierte marrokanische Chefchaouen die größten Parallelen zu Guernica aufwies. Beides waren heilige Städte für ihr Land, waren mit etwa 6000 Einwohnern ähnlich groß und wurden beide von Legionärsverbänden bombardiert, Chefchaouen von amerikanischen unter französischem und Guernica von deutschen unter spanischem Kommando.

► TOKYO
Der Lesefaden zu Tokio (#19, 197,198, 219-222, 165, 223-228, 231) beginnt 1941 mit der zufälligen Entdeckung der klebrigen Vorstufe von Napalm in einem Labor der Firma DuPont, das den Harvard Chemiker Fieser gleich auf die Idee bringt, den Stoff für nicht-löschbare Brandbomben vorzuschlagen. Die Lektüre führt über den Brandangriff auf Tokio mit über 80000 Toten innerhalb eines Tages bis zum beunruhigenden Abschnitt # 231, in der vom Desinteresse der USA an Kapitulationsverhandlungen die Rede ist, ein Monat vor Hiroshima. Aber bereits vorher überstiegen die Zerstörungen in Japan in unfaßbarer Weise die in Deutschland:
# 228 <1945 … Nagoya, Osaka, Kobe, and Nagoya once again - in ten days nearly half of the destruction that the whole bombing war had caused in Germany was visited in Japan. Then there was a forced break in bombing, because the napalm had run out. This pause was not used to forward a peace initiative, either. The firebombing started up again in the middle of April when the napalm production caught up. Germany’s surrender on May 8 came and went without an Allied peace offers to Japan. The bombing continued. At the end of May, 3,258 tons of napalm were dropped on the undamaged parts of Tokyo, causing greater damage than any other single air attack in history. LeMay: "We knew we were going to kill a lot of women and kids when we burned that town. Had to be done." No one counted the human cost anymore; damage was rneasured in surface area, square miles. In all of Germany, seventynine square miles had been destroyed ¡n five years - in Japan 178 square miles in a half-year.>

► HAMBURG, AUSCHWITZ, DRESDEN
Dieser Lesepfad (#11, 391, 200 etc.) beginnt mit der Uninformiertheit der britischen Bevölkerung über die zivilen Ziele der Royal Air Force:

# 11 <During the summer of 1948 I lived with a working-class family in St. Albans outside London. lt was a cold summer, and when we sat and drank tea ¡n the evenings weoften lit the electric heater, which was made to look like a glowing heap of Coal. Somehow my thoughts flew to the burned-out cities of Germany, and I told them how on my trip across the country the train had struggled, hour after hour, to make its way through the blackened ruins of what were once the homes of human beings.
“We were bombing the military transports on the railways,” my host family said. If some houses by the side of the railway were damaged it was unfortunate but unavoidable. It was war, you know.”
“This is not a question of ‘a few houses,’ “I said. “Hamburg was razed by British bombs. This was the third time l’ve traveled through the city, and I have seen nothing but ruins."
“That must have been the Americans,” said my host. “The British bombers never attacked civilians.”
"I am sorry to contradict you, but it was the other way around. The Americans bombed the industries by day, and the British the residential areas by night. That was the general pattern, I’m afraid.”
“I am not going to listen to any more German war propaganda in my house,” my host said, cutting me short. “The British bombers attacked military targets, period.”>

Was die gezielte oder inkauf genommene Bombardierung ziviler Ziele anrichtet, wird in den Ruhmenshallen der Luftwaffen aller Länder nicht gezeigt. Über die dem britischen "Bomber Command" gewidmete schreibt Lindqvist:

# 391 <A gigantic gallery in Hendon is devoted to the Bomber Command. Both the planes and the bombs are there, enormous and overwhelming. But what did these planes and bombs do? A little corner of the room shows the destruction of an industrial work site. The result of residential bombing is never shown. In this exhibit, no human being was ever harmed by British bombers - except in showcase on the atom bomb, but that was of course not a British bomb. And even there images of material damage predominate. Only at the very bottom of the case can you catch a glimpse of a human being. If you get down on your knees, you can see that the image portrays a man with a naked chest, photographed from behind so that his face is invisible The text informs us that the burns on his back are being treated. How nice, you think, that the only person to suffer injury from bombing - not British bombing of Course, but Allied bombing all the same - how nice that he was so well cared for.>

Lindqvist schreibt also mit gewissem Sarkasmas über das, was Militärs und Politiker gerne verschweigen und in der Presse nicht zu lesen ist:

# 200 <Even today there is no hint in any British museum of the Systematic attacks on German civilians in their homes, no hint that these attacks constituted crimes under internatial humanitarian law for the protection of civilians. In 1942, 37,000 tons of bombs were dropped On Germany, Primarily at night and in residentiaI areas. According to a document dated October 5, 1942, Charles Portal, commander of the air force, planned to increase the quantity of bombs to 1,250,000 tons for the following two years. This was cacuIated to kill almost 1, 000,000 civilians, seriously injure 1,000,000, and leave 25,000,000 homeless. The Air Ministry asked to be spared such calculations; it is unnecessary and undesirable ¡n any document about our bombing policy to emphasize this aspect, which is contrary to the principles of international law, such as they are, and also contrary to the statement made some time ago by the PM, that we should not direct our bombing to terrorize the civilian population, even in retaliation.” It was, in other words, unnecessary to tell the truth. lt was not desirable, even in an internal document. And if the House of Commons were to exert pressure as they did on Harold Balfour on March 11, 1943, one could always toss out a little word like 'wantonly': "I give the assurance that we are not bombing the women and children of Germany wantonly." In my Swedish dictionary Synonyms offered up for “wantonly" are informative. The British for example, did not bomb the Germans “arbitrarily" not “thoughtlessly" not "for pleasure" or "mischìevously" - that much Balfour felt he could assure. What he did not deny was that they did it intentionally.>

Lindqvist nennt den Startschuß für die Bombardierung der deutschen Städte:

► THE SPLENDID DECISION (#10, 178-180, 174-175, 177, 181-182, etc.)
# 10 <On May 10, 1940, Churchill became Prime Minister of England. On May 11, he gave the order to bomb Germany. "It was a splendid decision,’ writes J. M. Spaight, expert on international law and Secretary of the British Air Ministry. Thanks to that decision, the English today can walk with their heads held high. When Churchill began to bomb Germany, he knew that the Germans did not want a bombing war. Their air force, unlike that of the British, was not made for heavy bombs. Churchill went on bombing, even though he knew that reprisals were unavoidable He consciously sacrificed London and other English cities for the sake of freedom and civilization. "It was a splendid decision.” >

Vermißt hatte ich zuerst einen Abschnitt zur Bombardierung von Coventry durch die deutsche Luftwaffe im November 1940. Er ist aber unter #182 zu finden, wo Lindqvist zuerst auf den Brandbombenangriff auf München eingeht, weil der dem auf Coventry vorausging. Die Flugzeugfabriken im Zentrum von Coventry seien erfolgreich getroffen worden, aber zu mehr als zu solchen Einzelerfolgen sei die deutsche Bomberflotte mit ihrem vergleichsweise kleinen Muster der Heinkel 111 ohnehin nicht in der Lage gewesen.

FAZIT
Das Buch ist eine herausragende Einführung in die Geschichte des Bombenkriegs im 20. Jahrhundert. Wichtig sind Lindqvist die kolonialen Anfänge, die von Rassismus geprägt die Suche nach einer moralischen Legitimation ersparten. Dies war letztlich das Eintrittstor für die Massaker aus der Luft. Ausführlich hat sich Lindqvist mit den Angriffen auf zivile Ziele und ihre Auswirkungen im Zweiten Weltkrieg befaßt. Korea- und Vietnamkrieg sind enthalten, auf den ersten Golfkrieg wird kurz eingegangen, nur die Nato-Bombardierungen von Belgrad des Jahres 1999 sind nicht mehr aufgenommen worden.

Vor dem billigen, leicht gräulichen Papier der mir vorliegenden Ausgabe muß ich insofern warnen, als dafür die Schriftgröße viel zu klein ist. Sie beträgt nur etwa 5 pt, die der Fußnoten nur etwa 2,5 pt (0,9 mm). Dafür ziehe ich einen Punkt wegen schlechter Lesbarkeit ab. Eine bessere Ausgabe wäre sehr wünschenswert.

Warum sind Orang-Utans orange?: Fragen an die Wissenschaft - und faszinierende Antworten
Warum sind Orang-Utans orange?: Fragen an die Wissenschaft - und faszinierende Antworten
von Mick O' Hare
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen lastword: Fragen und Antworten aus der Zeitschrift New Scientist, 11. Mai 2013
In den Naturwissenschaften geht ja nichts über eine gute farbfotographische Dokumentation der Phänomene, die erklärt werden sollen. Im Unterschied zu vorausgegangenen Büchern des britischen Autors und Herausgebers Mick O' Hare gibt es jetzt schöne Farbfotos zur Erläuterung jeder Fragestellung.
Das Konzept des Buches als Gemeinschaftsprojekt könnte ja simpler nicht sein. Der Kolumnist von New Scientist gibt die Fragen seiner abonnierten Leser über seine Rubrik "lastword" (newscientist.com/topic/lastword) einfach an andere Leser und Wissenschaftler aus aller Welt weiter und präsentiert in Buchform die interessantesten Fragen und ausgewählte eingegangene Antworten. Wer sich in einem Themengebiet selber gut auskennt, wird freilich feststellen, daß auch gutklingende Antworten richtig falsch sein können. Das Ergebnis insgesamt ist aber sehr ansprechend. Insbesondere gefällt, daß zu jeder Frage zwei oder mehr Antworten abgedruckt werden, so daß jüngeren Lesern nebenbei auch der hypothetische Charakter jeder wissenschaftlichen Erklärung vermittelt und klar wird, daß keine Antwort unbedingt das letzte Wort ist.

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