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Rezensionen verfasst von
Benedictu
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Agilität in der IT (HMD - Praxis der Wirtschaftsinformatik, Heft 290)
Agilität in der IT (HMD - Praxis der Wirtschaftsinformatik, Heft 290)
von Stefan Reinheimer (Hrsg.)
  Broschiert
Preis: EUR 24,90

4.0 von 5 Sternen Auf der Basis des "agilen Manifestes" und darüber hinaus, 25. Mai 2014
Das Heft gibt einen aktuellen Einblick in die sog. agilen Entwicklungsmethoden in der IT. Insbes. der Übersichtsartikel von Stefan von Brauk bietet einen guten Einstieg in die Thematik.


Projekte zum Erfolg führen: Projektmanagement systematisch und kompakt
Projekte zum Erfolg führen: Projektmanagement systematisch und kompakt
von Heinz Schelle
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das ideale Projektmanagement: Ganz systematisch, am Schluß aber sufistisch, 25. Mai 2014
Bei der kaum überschaubaren Fülle von Ratgebern zum Projektmanagement ist vielleicht einmal eine akademische Perspektive keine schlechte Idee. Der Autor Heinz Schelle, Chefredakteur einer einschlägigen Zeitschrift und Universitätsprofessor, liefert vor allem eine stringent systematische Darstellung des Projektmanagements für alle Phasen eines Projektes. Darüber hinaus kommentiert er auch unbekanntere bzw. alternative Ansätze, wie die drei folgenden Beispiele zeigen:

SCHÄTZGLEICHUNGEN?
Mit Schätzgleichungen für Aufwand und Kosten auf der Basis regressionsanalytischer Zusammenhänge aus abgeschlossenen Projekten wird in Deutschland nach Darstellung des Autors im Unterschied zur USA noch wenig gearbeitet.

AGILE METHODEN?
Der Autor kommt fairerweise auch auf den Ansatz des Agilen Entwickelns zu sprechen. Denn schließlich steht dieses Modell, das auf Koordination durch Selbstabstimmung setzt, mit den Vorgehensmodellen, die Koordination durch genaue Planung erreichen wollen, in Konkurrenz. Agiles Projektmanagement funktioniere aber nur gut, wenn die Kundenanforderungen vage und unsicher sind. Die Zukunft, mutmaßt Schelle, liege in einer Kombination der Methoden.

SUFISTISCHER PROJEKTABSCHLUß?
Der Projektabschluß im Sinne eines aussagekräftigen Resümees, um für nachfolgende Projekte zu lernen, findet nach Ansicht des Autors in Deutschland, das keine nennenswerte Fehlerkultur und Kultur der Kritik aufweise, kaum statt. Deshalb gelte der Berater-Satz "Projekte lernen schlecht". Die entsprechenden Bemühungen in der Weltraumfahrt, das nächste Großprojekt aus dem vorangegangenen lernen zu lassen, nenne man "experience retention". Das Problem ist benannt, die Lösung aber nicht leicht. Die Unternehmensberatung McKinsey etwa greife zur Prämierung von Abschlußberichten, um zu aussagekräftigen Dokumentationen von Projekterfahrungen zu gelangen. Besonders aufschlußreich sind die Hinweise auf den vielversprechenden MIT-Ansatz der "Methode der Erfahrungsgeschichte", worunter man das Nacherzählen des Projektes in Form von Interviews und Kommentaren verstehen muß. Das Geschichtenerzählen, um Einsichten zu gewinnnen - so der Autor -, sei schließlich eine uralte Praxis der Menschheit, die es im Sufismus heute noch gebe.

FAZIT
Die Orientierung des Autors an IT-Projekten und der Vergleich mit amerikanischer Praxis ist lehreich. Sie schlägt sich z.B. in Hinweisen auf das Brooks-Gesetz "Adding manpower to a late software project makes it later" und das WHISCY-Syndrom "Why isn't Sam coding yet?" nieder. Etwas enttäuschend ist vielleicht, daß der Autor die Frage, welche Projektmanagement-Software die beste ist, als unbeantwortbar zurückweist. Na ja, er hätte ruhig drei Anforderungsbeispiele unterschiedlich großer Firmen mit drei Antworten präsentieren können. Ansonsten ist das Buch aber uneingeschränkt empfehlenswert.


Lenovo ThinkPad X240 31,7 cm (12,5 Zoll) Notebook (Intel Core-i5 4200U, 1,6GHz, 4GB RAM, 500GB HDD (mit 8GB SSD Cache), Intel HD Graphics 4400, Win 8) schwarz
Lenovo ThinkPad X240 31,7 cm (12,5 Zoll) Notebook (Intel Core-i5 4200U, 1,6GHz, 4GB RAM, 500GB HDD (mit 8GB SSD Cache), Intel HD Graphics 4400, Win 8) schwarz
Wird angeboten von CG Hard- und Software GmbH ( alle Preise inkl. MwSt, AGB unter Verkäufer-Hilfe)
Preis: EUR 1.227,96

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die einzige Alternative zum Thinkpad X240 ist ein anderes Thinkpad, 25. Mai 2014
Wer ein Ultrabook der Premiumklasse sucht, bei dem der Bildschirm entspiegelt und außerdem auf 180° aufklappbar ist, muß nicht lange herumsuchen und überlegen: Es gibt nur die Wahl zwischen dem Thinkpad X1 Carbon (z.B. Lenovo ThinkPad X1 35,3 cm (14 Zoll) Notebook (Intel Core i5 3427U, 1,8GHz, 4GB RAM, 180GB SSD, Intel HD 4000, Win 8 Pro) schwarz) und dem Thinkpad X240. Vielschreiber, denen eine gute Tastatur über alles geht, bekommen die gleiche Qualität, nur ist halt beim X1 passend zum 14"-Bildschirm auch die Tastatur ein bißchen breiter. Dafür hat das X240 mehr Schnittstellen und einen austauschbaren Akku. Beide haben zusätzlich zum Touchpad noch einen Trackpoint, auf den ich persönlich überhaupt nicht mehr verzichten möchte und den es bei Sony und Apple, deren Produkte ein bißchen mehr auf Lifestyle als auf Ergonomie getrimmt sind, gar nicht gibt.

FAZIT
Die oben genannten Präferenzen vorausgesetzt ist die Anschaffung eines Thinkpads der X-Serie immer eine richtige Entscheidung, allerdings muß man sich darüber im klaren sein, daß die Baureihen des Jahres 2013 im Gegensatz zu den neuen 2014er Modellen noch die kleinere Bildschirmauflösung aufweisen. Beim X240 ist das WXGA (1366x768) statt Full-HD (1920x1080). Wem der Preisabschlag von der neuen auf die alte Baureihe hoch genug ist, wird mit WXGA möglicherweise ganz zufrieden sein.


Der fotografische Blick: Ein grafischer Ansatz (mitp Fotografie)
Der fotografische Blick: Ein grafischer Ansatz (mitp Fotografie)
von Michael Freeman
  Broschiert
Preis: EUR 24,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bessere Fotos schießen: Graphisch vorausdenken statt nachbearbeiten, 25. Mai 2014
Die Beschäftigung mit den Inhalten dieses Buches ist gut investierte Zeit, zweifellos besser als sie in der Dunkelkammer unserer Tage, also mit Photoshop zuzubringen ;-). Der Autor und Fotograph Michael Freeman legt den Schwerpunkt darauf, erstklassige Fotos zu schießen, statt mittelprächtige nachzubearbeiten. Folglich behandelt er Montage und Bildmischung, für die man ein Bildverarbeitungsprogramm braucht, erst am Schluß. Den wichtigsten bildkompositorischen Fragen räumt er Vorrang ein. Bildausschnitt und Motiv-Plazierung werden somit gleich in den ersten beiden Kapiteln abgehandelt. Hervorragend etwa seine fast schon dialektische Vorgehensweise, zuerst in einem Abschnitt die Wichtigkeit einer außermittigen Plazierung des Motivs zu erklären, da eine mittige jeden Hintergrund teile und dadurch reduziere, während eine außermittige beide zeige, um gleich im Anschluß zu demonstrieren, wie alternativlos und zwingend eine mittige Plazierung sein kann.

Freeman spart sich die vielen Worte und erklärt fast alles durch Illustrationen. Dafür abstrahiert er die Fotos anhand ihrer wesentlichen Graphik-Elemente und deren Bezüge zueinander. Diese didaktisch vorbidliche Bildanalyse ist für den Autor aufwendig, aber für den Amateurfotographen, der dazulernen will, extrem lehrreich und hat den Vorteil, sofort visuell erfaßbar zu sein. Lediglich einige wenige Abschnitte liegen so tief im Profi-Bereich, daß ein Fotoamateur für seine eigene Praxis nicht allzu viel damit anfangen kann.


Das wollte ich Ihnen schon immer mal sagen: Mut zur ehrlichen Kritik
Das wollte ich Ihnen schon immer mal sagen: Mut zur ehrlichen Kritik
von Joachim Llambi
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klare Kritik muß sein: Schluß mit dem Eiertanz, der den Fortschritt aufhält, 24. Mai 2014
Auf dieses Buch war ich neugierig, weil ich wissen wollte, ob der eloquente, stilbewußte und auch als etwas arrogant geltende Joachim Llambi eines mit dem üblichen Moderatorengequatsche - nach dem Motto "ich bin prominent, ich muß auch ein Buch geschrieben haben" oder eines mit substantiellem Inhalt herausgebracht hat. Tja, Llambi hat tatsächlich etwas zu sagen, mehr als gedacht. Und auch wie er es sagt, ist nahezu tadellos. Chapeau!

AUF DEM PARKETT
Das hatte man ja erwartet, daß der ehemalige Profitänzer und Handelschef einer Frankfurter Aktienhandelsgesellschaft das Kritisieren an den Erfahrungen aus seinem Beruf und bei seiner Tätigkeit als besonders strenger Juror in der Fernseh-Tanzshow "Let's dance" festmachen würde. Wer sich weder für das Börsen- noch für das Tanzparkett interessiert, wird Llambi nicht immer folgen können. Allerdings birgt das Buch positive Überraschungen. Ganz unerwartet wagt der deutsch-spanische Autor sogar einen Schritt auf das politische Parkett, wenn er den Deutschen Übereifer in Fragen der politischen Korrektheit und im Abschnitt über die Glaubwürdigkeit der Kritiker das heikle Thema des Afghanistankrieges ins Spiel bringt.

DIE PROMILLESÜNDERIN UND KRIEGSKRITIKERIN
Llambi erzählt die Geschichte der ehemaligen Ratsvorsitzenden der EKD und Bischöfin Margot Käsmann, die im Jahre 2010 in ihrer Neujahrspredigt im Berliner Dom mit Wort "Nichts ist gut in Afghanistan" als eine prominente Kriegskritikerin in Erscheinung getreten war, aber im gleichen Jahr wegen einer Alkohol-Fahrt mit 1,5 Promille von ihren Ämtern zurücktrat. Das Beispiel ist ausgezeichnet und es spricht für Llambi, daß er es anführt. Denn Freunde bei den Durchschnittsdeutschen macht man sich damit ja nicht, sofern es denen überhaupt langsam einmal dämmert, daß sie vor lauter Bravheit nur nachplappern, was ihre Zeitung schreibt, die wiederum nachplappert, was die Politiker für richtig halten. Genau deswegen war Käsmanns Kritik so aufsehenerregend, weil die gesamte politische Mitte wunschgemäß auf Linie war und jetzt vielleicht das erste Mal in ihrem Leben eine Gegenmeinung zum Afghanistankrieg präsentiert bekam, vor der ihre Zeitungen sie ja die ganze Zeit erfolgreich abgeschirmt hatten. Die neuerliche Fundamentalopposition von ZEIT, WELT und FAZ gegen Pirinçcis Kritik in Deutschland von Sinnen: Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer ist ein weiterer Beleg für den massenmedialen Schutzschirm gegen abweichende Postitionen.
Llambi lobt Käsmann überschwenglich für ihren selbstkritischen Rücktritt, der ihre Glaubwürdigkeit als Kriegskritikerin gerettet habe. In der Sache vergißt er aber dem Umstand Rechnung zu tragen, daß die prominenten deutschen Antibellizisten an einer Hand abzählbar sind (unser Altbundeskanzler Helmut ist der andere ;-). Das heißt im Klartext: Wenn ein hochrangiger Kriegsgegner zurücktritt, holen doch Bellizisten wie Guido Westerwelle und Giovanni di Lorenzo (Chefredakteur der ZEIT) ein Champagnerkistchen aus dem Keller. Wenn Käsmann, die sowieso eine "BahnCard 100" besaß, zur Buße freiwillig für fünf Jahre den Führerschein abgegeben hätte, hätte man ihr im autovernarrrten Deutschland gewiß genauso verziehen. Die Häme einer heuchlerisch-bellizistischen Presse auszuhalten, war das Kreuz, das Käsmann nicht bereit war, zu tragen.

ZUGESPITZTE KRITIK und die ANGST DES KRITIKERS
Offen diskutiert der Autor die Schattenseiten der Kritik im Fernsehen, deren Schärfe und Zuspitzung oft nur dem Unterhaltungswert für den schadenfrohen Zuschauer auf dem Sofa geschuldet ist und bisweilen in Castingshows den Charakter eines Schauprozesses annimmt. Fernsehprofis wissen das. Manche Zuschauer hassen dafür das Fernsehen. Kurzweilig schildert Llambi am Beispiel der ehemaligen Quoten-Queen Margarete Schreinemakers, wie schwer es Fernsehprofis fällt, mit zugespitzter Kritik klarzukommen, wenn sie denn einmal persönlich betroffen sind. Schreinemakers, die ja im Jahr 2007 im ZDF-Tribunal gegen Eva Herman in der ersten Reihe quasi im Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit den Wölfen heulte, nahm im gleichen Jahr an der zweiten Staffel von Let's Dance teil. Beim Cha-Cha-Cha kompensierte sie - so Llambi - ihren mangelnden tänzerischen Ausdruck mit überdrehter Mimik, was Llambi als Wertungsrichter zu dem lustigen Urteil veranlaßte, das Paar hätte ausgesehen wie zwei tanzende Ecstasy-Pillen. Schreinemakers und Boulevardpresse reagierten hysterisch, Llambi hätte ihr Drogenkonsum vorgeworfen, worauf der sich brav für das Mißverständnis entschuldigte. Wer sich für einen aberwitzigen Vorwurf beflissen entschuldigt, hat eher etwas von einem ängstlichern Anpasser als von einem mutigen Kritiker. Es ehrt Llambi, daß er das geradezieht und die Entschuldigung gegenüber Schreinemaker im Buch als einen Fehler bedauert.

DIE ANGST DER DEUTSCHEN: IHR DILEMMA
Wie Pirinçci geht Llambi die Deutschen hart an. Nicht so ausführlich, in anderem Ton, aber in wichtigen Punkten mit der gleichen Stoßrichtung:
► Llambi thematisiert den Hang zur Nörgelei und die deutsche Konfliktscheuheit. Wie das Volk so auch seine Volksvertreter: Diese weichen aus, reden um den heißen Brei, halten die Debatte flach und ziehen einer Positionierung die Flucht in Floskeln vor, deren Allgemeingültigkeit nicht kritisierbar ist. In bezug auf die politische Korrektheit und sprachliche Überangepaßtheit spricht der Autor von einem "absurden Eifer" der Deutschen, potentielle Steine des Anstoßes noch vor jeder Debatte zu eliminieren. Ein solches Klima könne zu einer "kollektiven Konfliktneurose" führen. In diesem Lichte verwundere es nicht, daß hierzulande viele Intellektuelle, Politiker und andere öffentliche Personen es vorziehen, ihre Meinung nicht zu äußern, anstatt das "Risiko der öffentlichen Ächtung" einzugehen.
Llambi drückt sich sehr gewählt aus, trotzdem ist unverkennbar, daß er im Kern nichts anderes sagt als Pirinçci, der alles ein bißchen kraftvoller formuuliert ;-). Beiden Beobachtern ist das Skandalon nicht entgangen, daß die gesamte Zeitungspresse der politischen Mitte einfach so behauptet, daß man in Deutschland schadlos seine Meinung äußern könne, was tatsächlich extra dreist ist, da ja die Mainstreampresse als Bewahrerin der Verhältnisse einen Teil des Problems ausmacht und bei der Ächtung von Personen nie unbeteiligt ist.
► Auch auf eine deutsche Selbsttäuschung in bezug auf die Leistungsfähigkeit als Nation kommt Llambi zu sprechen: Die Stärke im automobilen Bereich kaschiert die eklatante Schwäche in der Zukunftsbranche der Informationstechnologie nur notdürftig. (Unser Geheimdienst kann ja noch nicht einmal das Privatmobi unserer Kanzlerin vor der Abhörung durch böse Buben schützen). Die deutsche Angst vor dem Scheitern - zumal man in Deutschland anders als in den USA nur eine Chance habe-, die deutsche Verschlossenheit vor Kritik im Gegensatz zur amerikanischen Offenheit, der deutsche Hang zur Perfektion verbunden mit der Angst vor Fehlern, der verhindere, Neuland zu betreten, das alles hängt nach Llambi ganz eng mit der Schwäche im IT-Bereich zusammen. Wie recht er hat.

Genau wie Pirinçci will Llambi auch die Deutschen insgesamt fördern. Daß beide Deutsche ausländische Namen haben, ist vielleicht kein Zufall. Fraglich ist, ob die "Bio-Deutschen" diese Kritik vertragen und sich fördern lassen wollen. Schließlich ist es kein guter Anfang, wenn sich die Zeitungen, die die Deutschen am liebsten lesen, mit Vehemenz an den gegenwärtigen Verhältnissen festklammern: Die ZEIT hat zum Zwecke der Immunisierung ihrer Leser gegen Kritik das Buch Pirinçcis Deutschland von Sinnen: Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer, das sie wegen seiner hohen Verkaufszahlen nicht mehr totschweigen konnte, mit Hitlers "Mein Kampf" verglichen. Das von Llambi wird sie einfach ignorieren.

DIE GUTE FIGUR DES KRITIKERS: DIE GOLDENEN REGELN DER KRITIK
1. Kritik muß zum richtigen Zeitpunkt stattfinden
2. Kritik braucht den passenden Rahmen
3. Ehrliche Kritik nimmt auf transparente Kriterien Bezug
4. Ehrliche Kritik setzt die individuelle Leistung zu einem fairen Maßstab ins Verhältnis
5. Ergebnisorientierte Kritik enthält eine motivierende Komponente
6. Konstruktive Kritik beinhaltet konstruktive Lösungsansätze
7. Ein ehrlicher Kritiker formuliert seine Kritik so deutlich wie nötig und so wohlwollend wie möglich
8. Hinter die Sache zurückzutreten ziert den ehrlichen Kritiker
9. Der ehrliche Kritiker steht über der Konkurrenz

FAZIT
Joachim Llambi, der Wertungsrichter bei großen Tanzturnieren, Let's-Dance-Juror und ehemalige Börsenhändler deutsch-spanischer Herkunft hat eine erstaunlich differenzierte Kritik des Kritisierens vorgelegt. Trotz seiner verständlichen und allgemeingültigen Lehren wird das Buch nicht jeden gleichermaßen ansprechen: Die unvermeidlich starke Fokussierung auf Beispiele aus dem Unterhaltungsfernsehen schränken den Leserkreis etwas ein. Dabei wäre seine Kritik an der Schattenseite der deutschen Mentaliät für alle ein Gewinn.

Eine kleine Sache paßt nicht: Den Deutschen Überängstlichkeit, Überanpassung und Hang zur politischen Korrektheit auch in sprachlichen Fragen vorzuwerfen, ist lobenswert, sachlich richtig und zeugt von Mut, aber indem Llambi, obwohl sein Sprachgefühl weit überdurchschnittlich ist, freiwillig die amtliche Rechtschreibung praktiziert, die ja nur in Behörden und Schulen verbindlich ist, verzichtet er auf das noch fehlende Quentchen an Authentizität, das sein Buch abgerundet hätte. In diesem Punkt ist auch er - anders als Akif Pirinçci und Helmut Schmidt - ein Angepaßter.

Llambi plädiert gegen die Harmoniesüchtigkeit, gegen den Primat der Beziehungsebene und verschafft der Sachebene Geltung, denn nur auf der - und das ist vielleicht sein bestes Argument - kann der Kritisierte sich weiterentwickeln. Kritik dient der Förderung. Wenn der Kritiker - in welcher Rolle auch immer, als Bürger, als Chef, als Kollege, als Erzieher oder als Freund - aus lauter Angst schweigt oder statt klarer Worte einen verbalen Eiertanz aufführt, schadet er seinem Gegenüber, weil er ihm letztlich die Förderung vorenthält.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 10, 2014 7:52 PM MEST


Faszination Sternenhimmel: Sternbilder, Planeten, Universum
Faszination Sternenhimmel: Sternbilder, Planeten, Universum
von Giles Sparrow
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,99

4.0 von 5 Sternen Galaktisch guter Sternenführer im schicken Querformat, 23. Mai 2014
Sternenfreunde und Amateurastronomen werden sich über die repräsentative Aufmachung dieser Übersetzung aus dem Englischen namens "Constellations" freuen. Für so ein langlebiges Nachschlagewerk rentiert sich das Hochglanzpapier wirklich, auf dem die Fotos von Galaxien und Planeten zu angemessener Geltung kommen. Das Papier ist, wie es sein muß, satt schwarz mit weißer Schrift. Das praktische Querformat kommt dem Bildschirm-Format 4:3 ziemlich nahe. Jedem Sternbild wird mindest eine Doppelseite gewidmet, großen wie Orion zwei oder drei.

Die Übersetzung ist ordentlich, aber nicht perfekt. Dabei ist es freilich harmlos, wenn der Übersetzer den Ausdruck "Highlight" stehen läßt, statt durch "Glanzlicht" zu ersetzen. Aber warum läßt er "Starburst" unerklärt und ergänzt diesen Fachausdruck nicht durch Sternenausbruch? Seine Rechtschreibung läßt auch ein bißchen zu wünschen übrig, wenn er "zutage fördern" und "das meiste" groß schreibt.

FAZIT
Von kleinen Schwächen abgesehen ist dieser didaktisch gelungene Sternbild- und Galaxienführer eine empfehlenswerte Anschaffung, die höchstens noch von der tatsächlich auch sprachlich perfekten englischen Originalausgabe Constellations: A Field Guide To The Night Sky übertroffen wird, die außerdem günstiger zu haben ist. Für Freunde der Astronomie, die sowieso die lateinischen Sternbildnamen lernen wollen, ist das eine Überlegung wert.


Constellations
Constellations
von Giles Sparrow
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 20,60

5.0 von 5 Sternen Erstklassiger Sternbild-Atlas, 22. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Constellations (Gebundene Ausgabe)
Für Sternenfreunde und Amateurastronomen ist dieser Band eine Augenweide. Auf dem satt schwarzen Hochglanzpapier kommen die Fotos von Galaxien und Planeten hervorragend zur Geltung. Jedem der 88 Sternbilder in lateinischer und englischer Bezeichnung wird mindestens eine Doppelseite gewidmet, den großen Konstellationen wie Orion zwei oder drei. Der Band im praktisch schicken Querformat ist mit Glossar und Register didaktisch gut konzipiert und für Einsteiger und Kenner gleichermaßen geeignet.


Photoshop Elements 12: Schritt für Schritt zum perfekten Foto (Galileo Design)
Photoshop Elements 12: Schritt für Schritt zum perfekten Foto (Galileo Design)
von Christian Westphalen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

4.0 von 5 Sternen Sinn und Unsinn der digitalen Nachbearbeitung liegen dicht nebeneinander, 21. Mai 2014
Jim Rakete (eig. Günther Rakete), die bekannte Berliner Photographie-Legende, hat kürzlich in einem Interview wieder vom Photoshop-Wahn gesprochen. Natürlich kann sich ein Profi so einen puristischen Standpunkt eher leisten als ein Amateur, der mangels Alternative, weil er etwa keine Serie schießen konnte, zusehen muß, wie er ein gutes, aber fehlerbehaftetes Einzelfoto via Bildverarbeitung noch rettet. Und so empfehlenswert dieses Buch in diesem Sinne für Einsteiger ist, stimmt einen doch Raketes Verdikt bei dem einen oder anderen Kapitel nachdenklich.

Die Bedenken auf den Punkt gebracht: Was mich ein bißchen stört, ist das Mißverhältnis in den inhaltlichen Schwerpunkten, wenn z.B. die methodisch anspruchsvolle Aufgabe, Motive bei guter Qualität der Ränder freizustellen, relativ schnell auf zwei Seiten abgehandelt wird (s. dagegen die ausführliche Darstellung in Photoshop Elements 12: Der praktische Einstieg - inkl. Videos auf DVD (Galileo Design)), während Montage und eher spaßige Verfremdungs- und Manipulationsthemen einen viel größeren Raum einnehmen.
Solche Kapitel markieren m.E. den maximalen Abstand zur photographischen Tradition. Aber ich lasse J. Rakete das Schlußwort: "Fotokunst und digitale Fotographie passen sehr gut zusammen, wenn sie einer konstruierten Idee folgen. ... Ein gutes Bild ist eines, das einen berührt – ein großes Bild ist eines, über das man nachdenkt".


Vogue on Vivienne Westwood
Vogue on Vivienne Westwood
von Linda Watson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

4.0 von 5 Sternen Noch Mode oder schon provokative Kunst?, 20. Mai 2014
Kreative Kostüme, perfekte Inszenierungen und schöne Fotographien bestimmen diesen Band. Man kauft es der Modemacherin ab, wenn sie sagt: "Ich liebe es, Frauen zu glorifizieren". Hineingestreut in den Text sind passende, meist großformatige Zitate:
• Frauen sollen sich so kleiden, als seien sie wichtig, denn Frauen sind in der Vergangenheit sehr mächtig gewesen, und ich will nicht, daß sie ihre Macht verlieren.
• Sexy ist, wer einflußreich und wichtig aussieht.
Sie rät auch ganz praktisch: Weniger kaufen, besser auswählen, länger benutzen. (Buy less, choose well, make it last).

Westwood lehnt Fernsehen und Magazine ab, aber Bücher liebt sie. Sie enagiert sich für den Umweltschutz und ruft in ihrem Manifesto zum Aktiven Widerstand gegen die Propaganda auf. Inspiriert von den Schriften des pazifistischen Autors Aldous Huxley ist Propaganda für sie die Kombination aus nationalistischer Verehrung, permanenter Zerstreuung und organisierten Lügen. Eine ihrer Kollektionen hieß "AR" (=Active Resistance), eine andere "Propaganda". Im Band ist sie u.a. in einem T-Shirt zu sehen mit dem Aufruf von ihrer Webseite "Get a life. Art lovers unite". Ihr Widerstand gegen die Verhältnisse hat aber seine Grenzen, bemerkt die Vogue-Autorin Linda Watson: Die Querdenkerin und lebenslange Häretikerin Westwood hatte gegen den Ritterschlag ihrer Königin ausgeführt von Prinz Charles nichts einzuwenden :-).


Dlugopis zelowy Pilot G-Tec-C4 Niebieski Extra Fine
Dlugopis zelowy Pilot G-Tec-C4 Niebieski Extra Fine

5.0 von 5 Sternen Japanische Schreibkultur | Schreibspitze 0,4 mm | Strichbreite 0,2 mm, 20. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer klitzeklein und präzise schreiben will wie Japaner ihre Schriftzeichen, greift am besten zu einem Feinminenstift der Firma Pilot Pen aus Tokio. Das beste am Besten ist, daß es nicht mehr verbessert werden kann und als Klassiker seit Jahren unverändert angeboten wird.


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