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Rezensionen verfasst von
Benedictu
(TOP 500 REZENSENT)   

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The Attack
The Attack
DVD ~ Ali Suliman
Preis: EUR 10,49

3.0 von 5 Sternen Den radikalsten Haß faßbar gemacht?, 31. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: The Attack (DVD)
Wie kann eine junge Frau, die von ihrem Ehemann auf Händen getragen wird, sich ohne ihn einzuweihen Sprengstoff umbinden und in einem Restaurant in Tel Aviv elf Kinder in die Luft jagen? Das ist die unfaßbare Tat, die der Film des libanesischen Filmemacher Ziad Doueiri sich anschickt auszuloten. Das zugrundeliegende Buch "Das Attentat" war in Frankreich ein Bestseller. Sein Autor ist der Romancier und ehemalige Offizier der algerischen Armee Mohammed Moulessehoul alias Yasmina Khadra regt zum Nachdenken an, weil die in Europa beliebten Erklärungsmuster hier nicht mehr passen.

»Yasmina Khadra demontiert in dieser kriminalistischen Tragödie die teuflischen Rädchen des radikalsten Hasses, der ans Geheimnis der Liebe und an absolute Perversion grenzt.« Dem im Jahr 2015 verstorbenen Philosophen André Glucksmann wird dieser Kommentar zum Buch zugeschrieben.

FRAGEN, ….
Der Ehemann Amin Jaafari (Ali Suliman), ein arabischer Israeli und hochangesehener Chirurg in Tel Aviv, blickt in einen Abgrund. Wie konnte seine eigene Frau, die gar keine Islamistin, sondern christlichen Glaubens ist, sich und siebzehn andere Unbeteiligte umbringen und sein Leben zerstören. Hat man sie in Bethlehem und Dschenin, den Zentren des palästinensischen Widerstandes gegen die israelische Besetzung, einer Gehirnwäsche unterzogen?

… ABER KEINE ANTWORTEN
Der Film gibt keine überzeugenden Antworten. Bei der Eroberung des Flüchtlingslagers Dschenin im Jahr 2002 durch die israelische Armee im Rahmen der "Operation Schutzschild sollen beim Angriff auf das Flüchtlingslager Dschenin 52 Palästinenser umgekommen sein. Viele Häuser wurden mit gepanzerten Bulldozern abgerissen. So traumatisch für viele Familien die Ereignisse in Dschenin waren, einige sollen beim Abriß noch in ihren Häusern gewesen sein, taugen sie doch kaum als Legitimation für eine Wahnsinnstat. Der israelische Schauspieler und Regisseur Mohammad Bakri, der 2003 in "Jenin, Jenin" (bei amazon.com erhältlich) den Ereignissen beim Angriff auf das Lager nachging, sah sich zwar nach seinem Film schwerwiegenden Repressalien ausgesetzt. Seine Zivilcourage und sein gewaltloser publizistischer Protest gegen die Maßlosigkeit der Militärmaschinerie demonstrieren jedoch, daß es in der Mitte der israelischen Gesellschaft naheliegendere Möglichkeiten des Widerstandes gibt als Mord und Selbstmord.

Blaß bleibt die Selbstmordattentäterin Siham Jaafari (Reymonde Amsallem) selbst. Wie hat sie sich überhaupt vom neutestamentarischen christlichen Selbstverständnis gelöst? Zu einem säkularen Leben paßt die Tat genauso wenig. Oder war ist ihre wortlose Verzweiflungstat etwa Ausdruck ihrer Schwierigkeit sich in sprachlicher Form zur Geltung zu bringen? Der Film schweigt wie die Täterin.


Slow West
Slow West
DVD ~ Michael Fassbender
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Gefallene Engel oder aufsteigende Teufel?, 28. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Slow West (DVD)
Der junge, schlaksige Schotte Jay Cavendish (Kodi Smit-MacPhee) und sein am Anfang schwer einzuschätzender Beschützer Silas Selleck (Michael Fassbender) sind in dieser Wild-West-Geschichte die Hauptrollen. Es geht um das elementare Gute, für das der Western steht und immer gestanden hat: Liebe, Freundschaft, Ehrlichkeit, Mut und Gerechtigkeit, das freilich immer erst durch seine ewigen Gegenspieler, Niedertracht, Verrat, Gesetzlosigkeit und Habsucht, seine Konturen gewinnt.

Wie Dr. King Schultz (Christoph Waltz) in Django Unchained ist Silas Selleck ein Kopfgeldjäger, aber einer von der Sorte, der nicht zuläßt, daß seine Geschäftstüchtigkeit seinen Gerechtigkeitssinn korrumpiert. Der eine bringt Sklavenschinder, der andere Indianermörder zur Strecke. Es sind entweder gefallene Engel oder aufsteigende Teufel.

Über das grandiose Finale und den Ausgang der Geschichte, die der schottische Regisseur John Maclean in Szene gesetzt hat, muß man staunen. Der Film wirkt stellenweise wie eine Neudefinition des Westerngenres, ist aber im Kern der überaus gelungene Versuch, seine Essenz wieder bewußt zu machen.


Russland verstehen: Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens
Russland verstehen: Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens
von Gabriele Krone-Schmalz
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kräftige Kritik an den deutschen Leitmedien und ihrem Schulterschluß mit den westlichen Regierungen gegen Rußland, 26. Mai 2016
Die Autorin und Rußlandexpertin Dr. Gabriele Krone-Schmalz kritisiert in ihrem kleinen, aber aufschlußreichen Buch, daß im Verhältnis zu Rußland Vorurteile statt Verständnis die Oberhand behalten. Sie konstatiert einen merkwürdigen Schulterschluß von Leitmedien und Regierungen gegen Rußland und nennt zahlreiche Beispiele einseitiger oder verzerrender Berichterstattung.

► Putin-Versteher
Die Autorin beklagt sich darüber, daß in Deutschland allein schon der Versuch, die russischen Positionen differenziert zu erörtern, sanktioniert oder unterbunden wird. In der Tat hat sich auch die Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in den Kreis derer gesellt, die "Putin-Versteher" als abwertende Vokabel gebrauchen. So spottete Julia Encke, Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung am 5.04.2014 unter dem Titel "Putin-Versteher - Unser harter Hund" über Alice Schwarzer, Gerhard Schröder und Helmut Schmidt als die "sonderbare große Koalition der Putin-Verteidiger", die sich da gebildet habe. Das Völkerrecht werde zur Nebensache. Wie substanzlos solche Meinungsmache ist, zeigt Gabriele Krone-Schmalz mit Verweis auf den Völkerrechtler Reinhard Merkel , der in einem FAZ-Gastartikel wie folgt argumentiert:

► KRIM: fünfmal NEIN
• Hat Rußland die Krim annektiert? Nein.
• Waren das Referendum auf der Krim und deren Abspaltung von der Ukraine völkerrechtswidrig? Nein.
• Waren sie also rechtens? Nein; sie verstießen gegen die ukrainische Verfassung (aber das ist keine Frage des Völkerrechts).
• Hätte aber Rußland wegen dieser Verfassungswidrigkeit den Beitritt der Krim nicht ablehnen müssen? Nein;
• die ukrainische Verfassung bindet Rußland nicht. War dessen Handeln also völkerrechtsgemäß? Nein;
• jedenfalls seine militärische Präsenz auf der Krim außerhalb seiner Pachtgebiete dort war völkerrechtswidrig. Folgt daraus nicht, daß die von dieser Militärpräsenz erst möglich gemachte Abspaltung der Krim null und nichtig war und somit deren nachfolgender Beitritt zu Rußland doch nichts anderes als eine maskierte Annexion? Nein.

Reinhard Merkel weiter: "Die offiziellen Bekundungen westlicher Regierungen lauten anders. Glaubt man ihnen, dann hat Rußland auf der Krim völkerrechtlich das gleiche getan wie Saddam Hussein 1991 in Kuweit: fremdes Staatsgebiet militärisch konfisziert und dem eigenen zugeschlagen. Die Annexion damals, man erinnert sich, hat ihrem Urheber einen massiven Militärschlag zugezogen. Wäre ein solcher Schlag, von seiner politischen Unmöglichkeit abgesehen, heute auch gegen Rußland gerechtfertigt? Gewiß nicht. Aber das ist nicht der einzige Grund, den regierungsamtlichen Vokativen von Berlin bis Washington zu mißtrauen."

► SELBSTZENSUR
Ein Interview, das die Autorin einer Zeitung gegeben hatte, wurde auf Weisung des Chefredakteurs nicht veröffentlicht. Es enthielt Kritik an den Sanktionen des Westens und ihrer Rechtfertigung:
□ Frage: War es klug von Putin, sich die Krim unter den Nagel zu reißen?
■ K.-S.: Die Krim ist ureigenes russisches Land. Was er getan hat, ist keine Landnahme, sondern Notwehr unter Zeitdruck. Ich werfe dem Westen vor, die Bedeutung der Halbinsel für Rußland nicht richtig eingeschätzt zu haben - emotional, militärisch, geostrategisch. Da kann man nicht so einfach darüber hinweggehen. Ich halte auch den Vorwurf, Rußland habe gegen das Völkerrecht verstoßen, nach diversen Gesprächen mit Völkerrechtlern nicht für berechtigt. Sanktionen zu verhängen, bringt nichts. Sie treffen im Zweifel immer die Falschen.
□ Frage: Aber den Aufschrei des Westens hat Putin offenbar unterschätzt?
■ K.-S.: Welcher Politiker nimmt auf einen Aufschrei Rücksicht? Das haben die US-Präsidenten Bush und Obama auch nicht getan. Fakt Ist, daß man im Westen Rußland entweder nicht ernst genommen oder ignoriert hat.

►Agrar-Interessen
Unter dem Abschnitt "Enttäuschte Hoffnungen - verpaßte Chancen" bringt Krone-Schmalz die Agrarpolitik des Westens zur Sprache. Der IWF hatte nach dem Ende der Sowjetunion gegenüber Rußland darauf gedrungen, für eine Tonne Weizen nicht mehr als 10000 Rubel zu bezahlen, was aus Sicht der russischen Erzeuger ein Schleuderpreis war, zu dem sie nicht verkaufen wollten. Den Fehlbedarf mußte Rußland unter Deviseneinsatz für über 35000 Rubel teuer einkaufen. Die Autorin spricht von amerikanischen Studien, die Horrorszenarien für die nordamerikanische Landwirtschaft für den Fall entwarfen, daß Rußland und Ukrainer in der Lage wären sich selbst zu versorgen, was bei Rußland mit seinen 215 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche realistisch sei, denn 2% der Bevölkerung kommen 9% Ackerfläche. Sie zitiert die richtige, aber ihrer Meinung nach verspätete Aussage von Altbundeskanzler Helmut Schmidt aus dem Jahr 2000, der feststellte, daß die Politik des IWF für die Krisen in Südamerika und Rußland mitverantwortlich ist, denn es sei nicht darum gegangen, diesen Ländern zu helfen, sondern gegen die eigenen Märkte abzusichern.

► US-Interessen
Im Kapitel "Der Kampf um die Ostukraine" schreibt die Autorin: "Statt sich international mit der Schadensbeseitigung zu beschäftigen eingedenk der eigenen Verantwortlichkeiten für diese Katastrophe, wurden Sanktionen verhängt, über die Vizepräsident Joe Biden am 3. Oktober 2014 in einer launigen Rede sagte: «The Europeans didn’t want to impose sanctions on Russia, we really had ro embarrass them» (Die Europäer wollten keine Sanktionen gegen Rußland, wir mußten sie wirklich dahin treiben). Verantwortungsvolle Außenpolitik sieht anders aus."

Die Autorin schilt die deutschen Leitmedien, wenn sie an die zahlreichen hochkarätigen US-amerikanische Besuche in Kiew und auf dem Maidan erinnert (der CIA- Direktor, Außenminister John Kerry und Vizepräsident Joe Biden ) und fragt, wieso die Journalist en nicht stutzig werden, wenn im Umfeld der Maidan-Unruhen der Sohn von Joe Biden zum Direktor einer Firma ernannt wird, die auf Zypern ansässig ist) einem ukrainischen Oligarchen gehört und sich mit Gasgeschäften befaßt.

► SCHWÄCHE: Roß und Reiter lieber nicht genannt
Die Kritik an der Einseitigkeit der Rußlandberichterstattung der Leitmedien hätte bisweilen deutlicher ausfallen können. Leider hat die Autorin den Namen der Zeitung, dessen Chefredakteur es ablehnte, ihr Interview mit der Kritik an den Sanktionen gegen Rußland zu drucken, verschwiegen.

FAZIT
Die Autorin bezieht mit ihrer Kritik einen wichtigen aufklärerischen Standpunkt. Den deutschen Leitmedien und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehen ist in der Rußlandberichterstattung nur bedingt zu trauen.

Ein Stichwortverzeichnis und noch ein bißchen mehr Klartext hätte dem empfehlenswerten Büchlein trotzdem gut getan.


Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste
Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste
DVD ~ Dylan O'Brien
Preis: EUR 12,88

2.0 von 5 Sternen Spannende, endzeitdramatische Jugendbuch-Verfilmung, 23. Mai 2016
Wie der erste, Maze Runner - Die Auserwählten im Labyrinth, wartet auch der zweite Teil mit Spannung und teilweise beeindruckenden digitalen Effekten auf. Jugendliche Zuschauer werden sich wohl trotz mancher Unlogik und wenig anspruchsvoller Dialoge gut unterhalten lassen und in den gleichaltrigen Darstellern Identifikationsfiguren finden. Science-Fiction-Liebhabern, die nicht zur Hauptzielgruppe gehören, ist der Jugendfilm nicht anzuraten. Ihnen wird der Qualitätsunterschied zu anderen Endzeitfilmen, in denen ein bösartiges Virus Menschen in tollwütige Zombies verwandelt (u.a. World War Z), doch ins Auge stechen. Die Freunde der Maze-Runner-Triologie dürfen sich jedoch freuen, der dritte Teil, das Finale, wird schon gedreht.


Ungleichheit: Eine phantastische Erzählung
Ungleichheit: Eine phantastische Erzählung
von Piroschka Dossi
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Rechtsschief und himmelweit unterschiedlich ist die Vermögensverteilung, 22. Mai 2016
Die Schiefe einer Verteilung ist ein Begriff aus der Statistik. Bei einer rechtsschiefen Verteilung tritt die überwiegende Mehrzahl eines Merkmals wie z.B. die Höhe des Einkommens auf der linken Seite in Erscheinung und links liegt auch der höchste Punkt der Kurve. Die Einkommen in den Industrieländern sind nicht symmetrisch und nicht normalverteilt, die in den Entwicklungsländern noch weniger.

Die Autoren Piroschka Dossi und Robert von Weizsäcker verpacken statistische Sachverhalte didaktisch geschickt und leicht verständlich in eine Parade, bei der das Einkommen der Teilnehmer in ihrer Körpergröße ablesbar ist. Bei einer Dauer der Parade von einer Stunde kommt nach 30 Minuten das Medianeinkommen von 28,6k€ mit einer Größe von 1,22 m vorbei. Anders als bei einer symmetrischen paradiert bei einer rechtsschiefen Verteilung die Gruppe der Durchschnittseinkommen (40,4 k€ mit einer Größe von 1,72 m) nicht ebenfalls nach der Hälfte der Zeit, sondern deutlich später, bei der deutschen Einkommensverteilung des Jahres 2010 erst in Minute 42. Der Leser darf gespannt sein, was am Schluß passiert.

FAZIT
Mit seinem didaktischen Anspruch, das schwer Faßbare zu visualisieren, erinnert das Buch an If America Were a Village: A Book about the People of the United States (CitizenKid) und If the World Were a Village: A Book about the World's People (CitizenKid), die für Jugendliche und auch Erwachsene ebenfalls sehr aufschlußreich sind.


1% Privilege in a Time of Global Inequality
1% Privilege in a Time of Global Inequality
von Myles Little
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 35,00

3.0 von 5 Sternen Die Empörung von Myles Little, daß das reichste Prozent der Menschheit fast die Hälfte des weltweiten Vermögens besitzt …, 21. Mai 2016
… ist ja vollkommen berechtigt: Die 85 reichsten Menschen der Welt besitzen ebensoviel wie die ärmeren 50 Prozent der Menschheit. Little spricht von einer bevorstehenden historischen Zäsur und zitiert den Milliardär Paul Tudor Jones II, der meint, daß in früheren Zeiten solche ungerechten Verteilungen zu Revolutionen, höheren Steuern oder Krieg geführt haben. ("Now, here's a macro forecast that's easy to make, and that's, that gap between the wealthiest and the poorest, it will get closed. History always does it. It typically happens in one of three ways: either through revolution, higher taxes, or wars").

Nobelpreisträger Joseph Stiglitz, Autor u.a. von Reich und Arm: Die wachsende Ungleichheit in unserer Gesellschaft und Der Preis der Ungleichheit: Wie die Spaltung der Gesellschaft unsere Zukunft bedroht, unterstützt Littles Ausstellung, die in diesem Band dokumentiert wird.

Viele Bilder zeigen den Überfluß jedoch nur sehr indirekt oder nur Metaphern für Reichtum: Eine Nasenoperation, Börsenbildschirme mit Kursgraphiken, der überdimensioniale Hollywood-Schriftzug von hinten fotographiert oder ein Bild von Gläubigen der New Birth Missionary Baptist Church in Atlanta, dessen Pastor mit Millionenverdienst verkündet, daß Gott Gläubige mit Reichtümern belohnt. Meist ist der Leser aufgerufen, sich eine Bildinterpretation selber zu überlegen, etwa beim Foto von Hörsaalstühlen der amerikanischen Havard-Universität.

FAZIT
Bas Buch ist keine Offenbarung, eignet sich aber sicherlich zur Anschaffung für Bibliotheken.


Gattaca [Deluxe Edition]
Gattaca [Deluxe Edition]
DVD ~ Ethan Hawke
Preis: EUR 5,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zur zeitlosen Frage nach der Bedeutung guter Gene, 17. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Gattaca [Deluxe Edition] (DVD)
Der US-amerikanischer Science-Fiction-Film Gattaca aus dem Jahr 1997 hat die ewige Frage nach der Bedeutung der guter Gene für den Wert eines Menschen zum Thema gemacht. Andrew Niccol hat Regie geführt und das Drehbuch geschrieben. In der Hauptrolle spielt Ethan Hawke neben Uma Thurman und Jude Law. (Andrew Nicoll und Ethan Hawke haben übrigens jüngst wieder in Good Kill zusammengearbeitet).

Der Film enthält zahllose genetische Anspielungen, die interessanteste ist vielleicht schon der Titel, der sich aus den Abkürzungen der vier Nukleinbasen der DNS (also der Desoxyribonukleinsäure, die die Erbinformation trägt) zusammensetzt: A für Adenin, C für Cytosin, G für Guanin und T für Thymin.

FAZIT
Auch heute noch absolut sehenswertes Sci-Fi-Kunstwerk .


Weibliche Moral
Weibliche Moral
von Gertrud Nunner-Winkler
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen Die alte Vorstellung von spezifisch weiblicher und männlicher Moral ist offensichtlich ein Mythos, 16. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Weibliche Moral (Broschiert)
► Giligan □ Gerecht männlich, fürsorglich weiblich
Die amerikanische Psychologin Carol Giligan, Schülerin von Lawrence Kohlberg, hatte Kindern Fabelgeschichten vorgelegt und sie um die Lösung des darin geschilderten Problems gebeten. Die rigide "gerechte" Antwort, kam angeblich von den Jungen, die flexible "fürsorgliche" von den Mädchen. Nach Gilligan ist die männliche Ethik eine Gerechtigkeitsethik, d.h. sie besteht aus klar abgegrenzten Rechten und Pflichten; weibliche Ethik ist eine der Fürsorglichkeit und Verantwortlichkeit.

► Nunner-Winkler □ Kontextsensitives Anwenden moralischer Prinzipien keine Frage des Geschlechts
Die Psychologin Gertrud Nunner-Winkler hat mit ihrer Arbeitsgruppe am Max-Plank-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in München in mehrstündigen Intensivinterviews mit weiblichen und männlichen Jugendlichen unterschiedlicher Schichtherkunft durchgeführt. Sie kam zu dem Schluß, daß die Bereitschaft, allgemeine moralische Prinzipien kontextsensitiv anzuwenden, keine Frage der Geschlechtszugehörigkeit ist, sondern eine Frage der Betroffenheit oder eine Frage der Reife des moralischen Urteils.


Der Hunger
Der Hunger
von Martín Caparrós
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

4.0 von 5 Sternen Die Folgen eines großen Raubzuges, 16. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Der Hunger (Gebundene Ausgabe)
Der 1957 in Buenos Aires geborene Schriftsteller Martín Caparrós hat fünf Jahre die Welt bereist, um sein Inventar des Hungers zu schreiben. Er hat ihn in allen seinen Erscheinungsformen gesehen:
• Niger: Hier sieht der Hunger so aus, wie man ihn sich vorstellt.
• Indien: Hier hungern mehr als in jedem anderen Land der Welt.
• USA: Jeder sechste habe Probleme, sich ausreichend zu ernähren, während jeder dritte fettleibig sei.

FAKTEN
• Offiziell arm ist, wer weniger als 1,25 $ pro Tag zur Verfügung hat.
• Die Erde böte Nahrung für 12 Milliarden Menschen.
• 4 Milliarden Tonnen Lebensmittel werden jährlich produziert, 30%, 1,2 Milliarden Tonnen, landen auf dem Müll.
• Der Wehretat der USA betrug 2014 1,67 Milliarden $ pro Tag, das wären 2 $ am Tag für jeden der 0,8 Milliarden Hungernden.
• Die Landwirtschaft macht 6,6% des Bruttoweltproduktes aus, beschäftigt aber 32% der Erwerbstätigen.
• Mit 10 kg Getreide kann man entweder 1kg zehnmal an Bedürftige geben oder 1kg Fleisch herstellen.
• Der Fleischkonsum im Westen liegt bei 80 kg pro Person und Jahr, in China bei 30 kg (früher noch 14 kg)
• Ein US-Farmer produziert je Hektar Anbaufläche 2000-mal mehr als ein Bauer in der Sahelzone.
• Es ist unwahr, daß die Sahelzone sich nicht selber ernähren könnte.
• 1970 gab es 90 Millionen Unterernährte in Afrika, 2010 bereits mehr als 400 Millionen.
• Niger, das zweitgrößte Uranförderland der Welt ist bettelarm. Die Förderung kontrolliert Frankreich.
• Der IWF "überredete" die afrikanischen Staaten zur Aufgabe ihrer landwirtschaftlichen Subventionen.
• Die europäischen Staaten und die USA gewähren in ihren Ländern landwirtschaftliche Subventionen.

RELIGION
In allen Hungerquartieren ist Caparrós auf eine eigentümliche Schicksalsergebenheit gestoßen. Es sei Gottes Wille, hört er von Muslimen und Christen oder es sei eine gerechte Strafe für ein schlechtes Karma von hinduistischen Gläubigen. Er habe unter den Hungernden fast keinen Atheisten getroffen, resümiert der Autor. Sind die Armen also zu religiös und sind es die Reichen zu wenig, denn sonst wären die einen rebellischer und die anderen solidarischer?

ARMUT UND HUNGER …
… haben ein und dieselbe Ursache, stellt Caparrós fest. Sie seien Ausdruck desselben Raubzuges, derselben Plünderung. Hauptursache für den Hunger in der Welt sei der Reichtum: die Tatsache, daß einige wenige sich nehmen, was viele andere dringend benötigen, einschließlich der Nahrung.

FAZIT
Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete, in der spanischsprachigen Welt bekannte Intellektuelle Caparrós hat ein Buch ohne Patenrezept vorgelegt. Als Kartographie des Mißstandes kann es ein Anstoß sein zur Reflektion in den reichen demokratischen Ländern der Welt. Caparrós verschafft seinen westlichen Lesern das ihrer Behaglichkeit abträgliche Gefühl dafür, wie sehr europäische und amerikanische Unternehmen vom Status-quo profitieren.


Miró
Miró
von Janis Mink
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein ganzer Kosmos von Wesen und Symbolen, 16. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Miró (Gebundene Ausgabe)
Die promovierte Kunstgeschichtlerin Janis Mink präsentiert Leben und Werk des herausragenden surrealistischen Künstlers Joan Miró. Sie zeichnet Miró, der in seinem 90jährigen Leben neben Skulpturen, Keramiken und Zeichnungen allein 2000 Ölgemälde schuf, mit Verweis auf viele Quellen als surrealistischen Poeten mit soldatischer Arbeitsdisziplin.

Auszusetzen gibt es wenig. Bei dem Bild "Der Bauernhof", das als ein Schlüsselwerk Mirós gilt und dessen Detailreichtum und Symbole Mink ausführlich wie auch "Gepflügte Erde" und "Katalanische Landschaft" beschreibt, hätte man sich eine größere Reproduktion gewünscht. Bedauerlicher ist, daß die Autorin auch ausführlich Bilder beschreibt, die im Buch nicht aufgeführt sind, darunter ausgerechnet das bedeutende großformatige Bild "Die Geburt der Welt", das bei André Breton und den anderen Surrealisten Mirós Ruhm begründete. Immerhin gibt es dazu eine Quellenangabe: Miro in the Collection of the Museum of Modern Art.


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