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Beiträge von Benedictu
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Rezensionen verfasst von
Benedictu
(TOP 500 REZENSENT)   

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Der Marsianer - Rettet Mark Watney
Der Marsianer - Rettet Mark Watney
DVD ~ Matt Damon
Preis: EUR 14,44

4.0 von 5 Sternen Spektakulär, aber unspekulativ, 14. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Der Marsianer - Rettet Mark Watney (DVD)
Der Film ist wie Gravity ein gut inszeniertes und spannendes Weltraumabenteuer ohne besondere Sci-Fi-Elemente. Während sich beim intellektuell herausfordernden Interstellar darüber spekulieren läßt, ob der Film mit den Erkenntnissen der gegenwärtigen Physik und Kosmologie im Einklang steht oder ihnen widerspricht, steht der Marsianer im wesentlichen auf dem Boden der irdischen Physik. Aus dramaturgischen Gründen hat Regisseur Ridley Scott allerdings zu einer ganzen Reihe von Übertreibungen gegriffen. Daß er die geringere Marsgravitation nicht erkennbar umgesetzt hat, ist dabei noch die geringste Ungenauigkeit, vor allem aber hätte der geringe Atmosphärendruck auf dem Mars in Wirklichkeit keine so spektakulären Stürme verursacht.

FAZIT
Obwohl stellenweise mit einigen physikalisch-faktischen Fehlern unnötig fiktiv geraten, ergänzt der Film den Reigen der guten, unbedingt sehenswerten Filme des Genres.


The Good Lie - Der Preis der Freiheit
The Good Lie - Der Preis der Freiheit
DVD ~ Reese Witherspoon
Preis: EUR 7,99

4.0 von 5 Sternen Kulturell und historisch aufschlußreiche, amerikanische Immigrantengeschichte, 13. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: The Good Lie - Der Preis der Freiheit (DVD)
Der Film erinnert an das Schicksal der sog. "lost boys", der abertausenden afrikanischen Bürgerkriegswaisen aus dem Sudan. Es waren meist Jungen, die auf die Viehherden aufpaßten, als die Soldaten mordend durch die Dörfer zogen und alle umbrachten, die sie fanden.

VOM SÜDSUDAN NACH KANSAS CITY
Aufgewachsen in der Savanne im Südsudan in einem christlichen Dorf von Viehhirten, in den Massakern des Bürgerkriegs Anfang der 80er Jahren die Eltern verloren, über 1000 Meilen nach Kenia gewandert, dort 13 Jahre im Flüchtlingslager verbracht, durfte ein kleines Kontingent der jungen Afrikaner schließlich in die USA einreisen. Zwei der afrikanischen Hauptdarsteller Jeremiah (Ger Duany) und Paul (Emmanuel Jal) kennen die Wirren der ethnisch aufgeladenen Konflikte aus ihrer eigenen Zeit als Kindersoldaten. Vielleicht ist es ein fiktives Element, aber immerhin ein plausibles, daß auch die Wohlfahrtsbürokratie eine häßliche Facette offenbart, als trotz allem Bitten und Flehen Jeremiah, Paul und Mamere (Arnold Oceng) in Kansas City untergebracht werden, seine Schwester Abital (Kuoth Wiel) alleine in Boston.

Mit dem 11. September 2001 fand die humanitäre Hilfe der USA, die einige tausend Flüchtlingswaisen aufgenommen hatten, ein jähes Ende. Einfühlsam thematisiert das der Film, beraubte er doch den bis dahin noch im kenianischen Flüchtlingslager verbliebenen Freunden die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Im Jahre 2011 gewann der Südsudan schließlich seine Unabhängigkeit.

FAZIT
Diese moderne Immigrantengeschichte ist absolut sehenswert. Die filmische Erzählung verweilt lange auf dem afrikanischen Kontinent, dem Dorfleben, großartig fotografierten Landschaften, dem Einklang mit der Natur und ihren Gefahren, sowie der Mühsal der Flucht und der unheilbringenden Soldateska. Um so eindrucksvoller der Kontrast zu den Gepflogenheiten der neuen Welt, der Hilfsbereitschaft der Amerikaner, verkörpert vor allem durch Reese Witherspoon als Carrie, aber auch den negativen Seiten der durch Vereinzelung, Wegwerfmentalität und industrielle Nahrung geprägten westlichen Kultur.

Rührend in Szene gesetzt hat Regisseur Philippe Falardeau den Zusammenhalt der fünf Afrikaner, ihre Sehnsucht nach ihrer Viehherde und dem klaren afrikanischen Sternenhimmel.


Left Behind
Left Behind
DVD ~ Nicolas Cage
Preis: EUR 7,99

2.0 von 5 Sternen Nicht nur für Gottgläubige, aber viel zu einfach gestrickt, 11. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Left Behind (DVD)
Als cineastische Phantasie darüber, was passiert, wenn die kleinen Kinder und die gläubigen Menschen von einem Moment auf den anderen von der Erde verschwinden und nur die ungläubigen ihr Erdenleben fortsetzen, ist der Film nicht ohne gewissen Reiz. Psychologisch bleibt er aber unter seinen Möglichkeiten und überhaupt am störendsten ist seine grundlegende logische Schwäche: Die hemmungslosen Plünderungen nach dem großen Ereignis legen nahe, daß die unschuldigen und gottgläubigen gerettet wurden und die übrigen, die irgendwie schuldbeladenen und ungläubigen Menschen auf der Erde zurückgeblieben sind (left behind).

Das käme ja selbst dem alten Papst Benedikt XVI zu einfältig vor, der einmal sagte, daß Agnostiker, die von der Frage nach Gott umgetrieben werden, näher am Reich Gottes wären als kirchliche Routiniers, die in der Kirche nur noch den Apparat sähen, ohne daß ihr Herz berührt wäre. Dem kann man höchstens noch hinzufügen, daß es bekanntlich genug gottgläubige Schurken und genug gutmütige Atheisten gibt.


The Counselor
The Counselor
DVD ~ Michael Fassbender
Preis: EUR 5,35

4.0 von 5 Sternen Eine Betrachtung über die täuschende Natur der Normalität und das kommende Unheil, 10. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: The Counselor (DVD)
Der Film von Regisseur Ridley Scott und Drehbuchautor Cormac McCarthy findet trotz seiner Starbesetzung mit Michael Fassbender, Penélope Cruz, Cameron Diaz, Javier Bardem und Brad Pitt beim Publikum nur wenig Verständnis. Läßt sich dafür eine Erklärung finden?

REALITÄT
Die massive Nachfrage nach Drogen in den USA treibt eine Geldmaschine, die auf Hochtouren läuft. Sie spült unermeßliche Gewinne nach Ciudad Juárez und andere Städte in Mexiko in die Hände der Drogenkartelle, die aus dem Reservoir der armen Unterschicht nach Belieben willfährige junge Handlanger rekrutieren. Es ist eine Macht, die sich nicht nur jeder staatlichen Kontrolle entzieht, sondern die Staatsorgane schon infiltriert hat.

SCHEIN
Der Zuschauer weiß wohl, daß es in diesem Film kein Captain America und kein Batman als Erlöser von allem Bösen auftritt, aber auf die Abwesenheit des erwartbaren Naheliegenden ist er nicht vorbereitet: Sinnhaftigkeit, Erklärbarkeit, Verhandelbarkeit, Beherrschbarkeit oder wenigstens die Eindämmbarkeit des Unheils. Nichts von alledem bekommt er in Aussicht gestellt, erlebt aber statt dessen, wie die Hälfte der Helden in einen verstörenden Mahlstrom von Zwang und Gewalt gerät.

DIALOGE
Die Dialoge sind anspruchsvoll und inhaltsschwer; schmerzhaft existentiell die gottväterlich aufgeladenen Worte eines Kartellführers. Dieser Jefe (Rubén Blades) erklärt dem Counselor (Michael Fassbender) mit Bezug auf den Poeten Antonio Machado, die Welt: "Machado would have traded every word, every poem, every verse he ever wrote for one more hour with his beloved. And that is because when it comes to grief, the normal rules of exchange do not apply, because grief transcends value. A man would give entire nations to lift grief off his heart. And yet, you cannot buy anything with grief, because grief is worthless".

FAZIT
Der in Guadalajara 1964 geborene mexikanische Regisseur Guillermo del Toro, der die demonstrativen Gewalttätigkeiten der Drogenkartelle aus seinem Land kennt, wünscht sich ein Publikum für den unterschätzten und unverstandenen Film seines berühmten Kollegen Ridley Scott. Über Twitter hat del Toro geäußert: "RIGHTING A WRONG. … A meditation of the illusory nature of normalcy and the devastation to come". Bis zum Schluß verkennt der Counselor die Realität. Viele Zuschauer auch?


Who am I - Kein System ist sicher
Who am I - Kein System ist sicher
DVD ~ Elyas M'Barek
Preis: EUR 7,94

4.0 von 5 Sternen Dieser Film ist besonders gut darin, die Aktivitäten im Darknet in Bilder zu übersetzen, 3. Mai 2016
Rezension bezieht sich auf: Who am I - Kein System ist sicher (DVD)
Regisseur Baran Odar lobt sich selber ganz zu Recht, wenn er in einem Interview sagt: "Ich glaube, die größte Regieleistung war tatsächlich, das Hacken so zu zeigen, daß es Spaß macht, zuzuschauen. Die Filme, die bisher in der Richtung da waren, zeigen halt Leute am Laptop und das ist cineastisch gesehen sehr unsexy. Wenn jemand irgendwelche Codes tippt, versteht das auch niemand, deswegen war uns wichtig, daß die Zuschauer zumindest die einfachsten Methoden visualisiert dargestellt bekommen. Daß selbst meine Mutter sagen würde: Achso, das ist also das Prinzip von Phishing!“

Der Film ist in diesem visuellen Sinne ausgesprochen innovativ, aber vor allem spannend und wendungsreich. Wie sehr das auch im Ausland Anerkennung fand, zeigt sich in der Bewertung der internationalen Filmdatenbank IMDb: Sie entspricht umgerechnet 4 Amazon-Sternen.


Liebe Fanatiker!: Gegen extreme Überzeugungen
Liebe Fanatiker!: Gegen extreme Überzeugungen
von Markus Tiedemann
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

2.0 von 5 Sternen Für Konfirmanden konzipiert, für Kommunionkinder geeignet?, 2. Mai 2016
Die Idee ist gut, die Antworten auf große theologische und religionsphilosophische Fragen großen Geistern der Soziologie und Philosophie die Antworten in den Mund zu legen. Der Autor hat sein Buch den zwei Konfirmanden gewidmet, denen er es während ihrer Konfirmationszeit häppchenweise in Briefform zukommen ließ. Anzuerkennen ist, daß bei aller modernen Einseitigkeit des Autors, der so tut, als ob es nur gottgläubige und keine atheistischen Fanatiker gäbe, er doch immerhin die häßliche Gendersprache vermieden hat. Er hätte seine Leser nämlich leicht auch noch mit der Anrede "Liebe Fanatiker und liebe Fanatikerinnen" quälen können.

► KRIEG
□ Kann ein Krieg "heilig" sein, fragt der philosophiestudierte Jugendbuchbuchautor und Fachdidaktiker Markus Tiedemann in einem Artikel. Kann ein Buch scheinheilig sein, will man nach dessen Lektüre spontan zurückfragen. Wie egal müssen ihm die heutigen Angriffskriege sein, wenn er unbedingt von denen vor 1000 Jahren plappern muß. Tiedemann schreibt:
«Lieber Fanatiker!
Krieg ist nun wirklich eine scheußliche Sache. Krieg bedeutet die erste Regel menschlichen Zusammenlebens außer Kraft zu setzen: das Tötungsverbot. Ohne das Tötungsverbot macht es gar keinen Sinn, sich in Gemeinschaften zusammenzuschließen. Daher ist es so sehr schwer, einen Krieg als gerecht oder gar gut zu bezeichnen.»
□ Der kraftlose Tonfall des Autors findet seinen Tiefpunkt, wenn er darüber jammert, daß es um so trauriger sei, daß in den heiligen Schriften sehr viel über Krieg berichtet wird. Die Thora und das Alte Testament würden davon erzählen, daß Gott das Volk Israel ins gelobte Land geführt hat. Und weiter:
«Dort sollten die Israeliten leben und sich vermehren. Allerdings war dieses Land nicht leer. Vielmehr war geplant, die dort lebenden Völker zu vertreiben oder zu ermorden. Der sogenannte Bann zwischen dem Volk Israel und dem Gott Jahwe besagt leider genau das.»
□ Zur heutigen Situation und der Landnahme im Westjordanland schweigt Tiedemann lieber. Daß das Christentum, als die Tochter des Judentums, gelobt, es besser zu machen, muß er freilich zugeben:
«Christen berufen sich in der Regel auf die Bergpredigt, in der Jesus einen absoluten Gewaltverzicht forderte.»
□ Das zwingt den Autor nun, um politisch korrekt zu bleiben und nicht wie Josef Ratzinger zu klingen, altbekannte Klischees zu beschwören:
«Allerdings hat dies die Kreuzzüge nicht verhindert, bei denen christliche Heere immer wieder Angriffskriege gegen die sogenannten Ungläubigen führten.»

► SAG MIR, WO DIE BÖSEN SIND
Der Autor will offenbar nicht so recht wahrhaben, daß genauso wie andere Gläubige auch Atheisten unangenehm fanatisch werden können. Der glühende Atheist Sam Harris hatte Gedankenspiele zur Endlösung der religiösen Frage durch den Einsatz der Atombombe im Nahen Osten angestellt. Das sind Äußerungen eines religiösen Fanatikers, die manchen gottgläubigen Fundamentalisten wie einen Waisenknaben aussehen lassen. Der Linksintellektuelle Noam Chomsky hat die Atheisten Christopher Hitchens und Sam Harris daher ganz konsequent als "Religious Fanatics" bezeichnet.

Tiedemann muß vielleicht einfach einmal die Realitäten anerkennen und z.B.
Die Herren der Welt: Essays und Reden aus fünf Jahrzehnten,
Der Schutzschirm der amerikanischen Macht ,
Wer den Wind sät: Was westliche Politik im Orient anrichtet und
Mit zweierlei Maß: Der Westen und das Völkerstrafrecht (Sachbuch)
durcharbeiten, um zu erkennen, daß die Probleme der Welt bei den Religionen zu suchen, wie ein durchsichtiges Ablenkungsmanöver erscheinen muß.

FAZIT
Man kann die einzelnen Artikel bequem auf der Internetseite der Frankfurter Rundschau lesen. Wer das in großen Lettern gesetzte Buch jedoch als Geschenk für Kinder in Betracht zieht, muß sich darüber im klaren sein, daß es philosophisch nicht gerade besonders gehaltvoll ist. Nicht wenige Jugendliche im Konfirmandenalter wird das Niveau vieler Einzelartikel unterfordern. Insbesondere der Artikel von Anselm von Canterbury, in dem dessen ontologischer Gottesbeweis fehlt, und der über Immanuel Kant, der dessen Jenseitspostulat unterschlägt, sind witzlos. Kants Distanz zur religiösen Praxis ist korrekt wiedergegeben.

Was Tiedemann wohl selber nicht bewußt ist, wie irreführend sein Buch insgesamt geraten ist: Fixiert auf theistische Fanatiker lenkt es von den eigentlichen Ursachen von Armut und Krieg in der Welt ab. Hat er Desinformation im Sinn oder fehlt ihm nur die Courage, die heutigen Probleme, etwa die Palästinas, anzusprechen? So oder so macht der Autor keine besonders gute Figur und gibt weder den Konfirmanden noch den jüngeren Kommunionkindern ein gutes Beispiel.


The Expendables 3 - A Man's Job (Ungeschnittene Kinofassung)
The Expendables 3 - A Man's Job (Ungeschnittene Kinofassung)
DVD ~ Sylvester Stallone
Preis: EUR 6,99

2.0 von 5 Sternen Old man look at my life, I'm a lot like you were. ..., 28. April 2016
HÖHEPUNKT
Dieses schöne Lied Old Man von Neil Young paßt perfekt zur Geschichte, in der junge und alte Helden ein bißchen miteinander gewetteifert haben. Zum Schluß singen es Ronda Rousey und die anderen jungen Söldner in der Bar, während die älteren am Whisky nippen. Wer den sinnfreien Ballerfim früher abschaltet, hat dazu zwar allen Grund, verpaßt aber das Beste ;-).

TIEFPUNKT
Der Regisseur testet einen neuenTiefpunkt in der Geschichte der Söldnerfilme, und zwar an der Stelle, als der wütende Mel Gibson in der Kommandozentrale der Provinzarmee zwei eigene Soldaten erschießt, um sinnloserweise drinnen an unbewaffnetem Stabspersonal zu demonstrieren, daß draußen die schwerbewaffneten Expandables doch ganz leicht zu erledigen sein müßten. Das ist unfaßbar witzlos.

FAZIT
Insgesamt um Längen besser und vor allem witziger ist die andere Riege alter Haudegen, nämlich die in RED - Älter. Härter. Besser und R.E.D. 2 - Noch älter. Härter. Besser..


Van Gogh
Van Gogh
von Ingo F. Walther
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Im Rausch der Farben - expressis coloribus, 27. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Van Gogh (Gebundene Ausgabe)
Der erste Eindruck des Buches ist die große Farbenprächtigkeit der ausgewählten van-Gogh-Werke. Ein expressionistisches Bekenntnis des Künstlers war ja, daß er, statt genau wiederzugeben, was ihm die Augen zeigen, sich der Farbe eigenmächtiger bediene, um sich stark auszudrücken. Der schon verstorbene Autor und Kunsthistoriker Ingo Walther führt durch van Goghs kurzes Leben und reichhaltiges Werk und hilft dem Leser mit detaillierten Bildbeschreibungen und Interpretationen.

Die Farbe war Träger von van Goghs Ausdruckswillens, erläutert der Walther u.a. anhand der bekannten Bilder des Sämanns aus dem Jahr 1888: "Die riesige pastose Scheibe, die die Sonne bedeutet, taucht den Himmel in ein sattes Gelb. Der Vordergrund, der Boden antwortet mit einem dunstigen Blau, einem schimmernden Violett: die exakte Vertauschung der Farben der Wirklichkeit". Das real gelbe Feld wird blau, der blaue Himmel dagegen gelb wiedergegeben.

FAZIT
Dies ist einer der besten Bände des Taschen-Verlages in dieser Reihe großer Künstler. Nur auf Literaturangaben und Zitatnachweise muß der Leser verzichten.


1956: Welt im Aufstand
1956: Welt im Aufstand
von Simon Hall
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

4.0 von 5 Sternen Mutig und mitreißend, 26. April 2016
Rezension bezieht sich auf: 1956: Welt im Aufstand (Gebundene Ausgabe)
Daß 1956 vor sechzig Jahren so viel passiert sein soll, ist wohl kaum einem präsent, schaut man genauer, läßt man sich vom promovierten Amerikanisten Simon Hall am Ende doch davon überzeugen, daß 1956 ein besonderes Jahr gewesen ist. In einer Zeit, in der die Leitmedien gerne vergessen machen wollen, was westlicher Kolonialismus in der Welt alles schon angerichtet hat, zeugt es von Mut, den Antirassismus Martin Luther Kings und den Antikolonialismus Fidel Castros zwischen zwei Buchdeckeln zusammenzubringen und beide politischen Ikonen zusammen mit Guevara auch noch auf den Einband.

Hall hat sich in seinen Forschungen mit den Bürgerrechtsbewegungen in den USA auseinandergesetzt und zeigt sich sensibel für alle Formen von Ungerechtigkeit und Rassismus. Hier nur drei Beispiele:

CASTRO
Hall würdigt den Antirassismus Fidel Castros und seine scharfe Verurteilung der südafrikanischen Apartheid, ohne das Verblassen dieses Glanzes nicht zuletzt wegen der späteren kubanischen Menschenrechtsverletzungen zu verschweigen. Als die US-Regierung Castro 1961 erfolglos versuchte zu stürzen, gab es massive Proteste von schwarzen Wortführern und Intellektuellen. Bei seinem Besuch der UN-Generalversammlung in New York ein Jahr zuvor, verlangte man im Shelburne Hotel in Manhattan von Castro und seiner Delegation, die Rechnung im voraus zu begleichen, worauf Castro aufs äußerste erzürnt das Hotel verließ und Zimmer im Hotel Theresa im Herzen von Harlem bezog, wo ihm ein stürmischer Empfang bereitet wurde.

FANON
Hall zitiert im Rahmen seiner Ausführungen zum Algerienkrieg Frantz Fanon, den Psychiater und Arzt der algerischen FLN, aus dessen Buch Die Verdammten dieser Erde (suhrkamp taschenbuch), daß die Gewalt des Kolonialregimes und die Gegengewalt der einheimischen Bevölkerung sich entsprachen und in außerordentlicher reziproker Homogenität aufeinander reagierten.

BUSBOYKOTT VON MONTGOMERY
Nur selten erfährt man, wie es der Heldin Rosa Parks nach dem von ihr angestoßenen Boykott ergangen ist. Acht Monate danach zog sie nach Detroit, weil sie in Montgomery keine feste Anstellung mehr fand und ständig massiv bedroht wurde. Und erst 1965 seien die öffentlichen Parks wieder geöffnet worden. Sie waren vom Gemeinderat kurzerhand geschlossen worden, um der gerichtlichen Aufhebung seines Verbotes der Rassentrennung in den städtischen Parks zuvorzukommen. Die Stadtväter hatten nach dem Busboykott die Rassentrennungsgesetze nämlich sogar verschärft, indem sie den Erlaß herausgaben, daß es weißen und farbigen Personen verboten sei, gemeinsam in Gesellschaft zu spielen: egal ob Schach oder Ballspiele, egal ob im Park oder auf der Badewiese.

FAZIT
In einer Zeit, die fast schon wieder vergessen hat, was die westlichen Kolonialmächte angerichtet haben und was bis heute wirkmächtig ist, ist das Buch eine sicher nicht überall willkommene Auffrischung.

Das Konzept des Buches hat freilich auch Nachteile: Den chronologischen Überblick vermißt man ein bißchen und der Sturz der demokratisch gewählten Regierung Mossadegh durch die Nachrichtendienste der USA und des Vereinigten Königreichs im August 1953 ist ganz durch das Raster gefallen.


Bastard
Bastard
DVD ~ Martina Gedeck
Preis: EUR 12,49

3.0 von 5 Sternen Psychologisch krisenhafte Konstellation und gut gespielte Charaktere, aber …, 25. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Bastard (DVD)
… die Polizeiarbeit in diesem Psychokrimi ist einfach unrealistisch. In einem dramatischen Entführungsfall, der ein bißchen dem des Jakob von Metzler ähnelt, nur noch zugespitzter, insofern der gefaßte Täter nicht strafmündig ist und weder belangt noch gezwungen werden kann, den Ort des von ihm entführten Kindes preiszugeben, das in seinem Versteck zu verdursten droht, sind die polizeilichen Anstrengungen, dem jugendlichen Entführer zu folgen, als er sich aus dem Hausarrest schleicht, um sein Opfer zu versorgen, durchschaubar harmlos. Daß das die Spannung aufrechterhält und zu weiteren Verwicklungen führt, tröstet ein bißchen, aber nicht genug. Trotzdem ein beeindruckendes Psychodrama um vereinsamte, delinquente Kinder.


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