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Beiträge von Benedictu
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Rezensionen verfasst von
Benedictu
(TOP 500 REZENSENT)   

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Liebe Fanatiker!: Gegen extreme Überzeugungen
Liebe Fanatiker!: Gegen extreme Überzeugungen
von Markus Tiedemann
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

2.0 von 5 Sternen Nicht für Konfirmanden, eher für Kommunionkinder?, 2. Mai 2016
Die Idee ist gut, die Antworten auf große theologische und religionsphilosophische Fragen großen Geistern der Soziologie und Philosophie die Antworten in den Mund zu legen. Der Autor hat sein Buch den zwei Konfirmanden gewidmet, denen er es während ihrer Konfirmationszeit häppchenweise in Briefform zukommen ließ.

► KRIEG
□ Kann ein Krieg "heilig" sein, fragt der philosophiestudierte Jugendbuchbuchautor und Fachdidaktiker Markus Tiedemann in einem Artikel. Kann ein Buch scheinheilig sein, will man nach dessen Lektüre spontan zurückfragen. Er schreibt:
«Lieber Fanatiker!
Krieg ist nun wirklich eine scheußliche Sache. Krieg bedeutet die erste Regel menschlichen Zusammenlebens außer Kraft zu setzen: das Tötungsverbot. Ohne das Tötungsverbot macht es gar keinen Sinn, sich in Gemeinschaften zusammenzuschließen. Daher ist es so sehr schwer, einen Krieg als gerecht oder gar gut zu bezeichnen.»
□ Der kraftlose Tonfall des Autors findet seinen Tiefpunkt, wenn er darüber jammert, daß es um so trauriger sei, daß in den heiligen Schriften sehr viel über Krieg berichtet wird. Die Thora und das Alte Testament würden davon erzählen, daß Gott das Volk Israel ins gelobte Land geführt hat. Und weiter:
«Dort sollten die Israeliten leben und sich vermehren. Allerdings war dieses Land nicht leer. Vielmehr war geplant, die dort lebenden Völker zu vertreiben oder zu ermorden. Der sogenannte Bann zwischen dem Volk Israel und dem Gott Jahwe besagt leider genau das.»
□ Zur heutigen Situation und der Landnahme im Westjordanland schweigt Tiedemann lieber. Daß das Christentum, als die Tochter des Judentums, besser sein will, muß er freilich zugeben:
«Christen berufen sich in der Regel auf die Bergpredigt, in der Jesus einen absoluten Gewaltverzicht forderte.»
□ Das zwingt den Autor nun, um politisch korrekt zu bleiben und nicht wie Josef Ratzinger zu klingen, altbekannte Klischees zu beschwören:
«Allerdings hat dies die Kreuzzüge nicht verhindert, bei denen christliche Heere immer wieder Angriffskriege gegen die sogenannten Ungläubigen führten.»

► SAG MIR, WO DIE BÖSEN SIND
Der Autor will offenbar nicht so recht wahrhaben, daß genauso wie andere Gläubige auch Atheisten unangenehm fanatisch werden können. Der glühende Atheist Sam Harris hatte Gedankenspiele zur Endlösung der religiösen Frage durch den Einsatz der Atombombe im Nahen Osten angestellt. Das sind Äußerungen eines religiösen Fanatikers, die manchen gottgläubigen Fundamentalisten wie einen Waisenknaben aussehen lassen. Der Linksintellektuelle Noam Chomsky hat die Atheisten Christopher Hitchens und Sam Harris daher ganz konsequent als "Religious Fanatics" bezeichnet.

Der Autor muß vielleicht z.B. einfach einmal
Die Herren der Welt: Essays und Reden aus fünf Jahrzehnten,
Der Schutzschirm der amerikanischen Macht ,
Wer den Wind sät: Was westliche Politik im Orient anrichtet und
Mit zweierlei Maß: Der Westen und das Völkerstrafrecht (Sachbuch)
durcharbeiten, um zu erkennen, daß die Probleme der Welt bei den Religionen zu suchen, wie ein Ablenkungsmanöver erscheinen muß.

FAZIT
Man kann die einzelnen Artikel bequem auf der Internetseite der Frankfurter Rundschau lesen. Wer das in großen Lettern gesetzte Buch jedoch als Geschenk für Kinder in Betracht zieht, muß sich darüber im klaren sein, daß es philosophisch nicht gerade besonders gehaltvoll ist. Nicht wenige Jugendliche im Konfirmandenalter wird das Niveau vieler Einzelartikel unterfordern. Insbesondere der Artikel von Anselm von Canterbury, in dem dessen ontologischer Gottesbeweis fehlt, und der über Immanuel Kant, der dessen Jenseitspostulat unterschlägt, sind witzlos. Kants Distanz zur religiösen Praxis ist korrekt wiedergegeben.

Anzuerkennen ist, daß bei aller modernen Einseitigkeit des Autors, der so tut, als ob es nur gottgläubige und keine atheistischen Fanatiker gäbe, er doch immerhin die häßliche Gendersprache vermieden hat. Er hätte seine Leser nämlich leicht auch noch mit der Anrede "Liebe Fanatiker und liebe Fanatikerinnen" quälen können.

Was Tiedemann wohl selber nicht bewußt ist, wie irreführend sein Buch insgesamt geraten ist: Fixiert auf theistische Fanatiker lenkt es von den eigentlichen Ursachen von Armut und Krieg in der Welt ab. Das ist gewiß nicht die Bildung, die Kinder und Jugendliche heutzutage brauchen.


The Expendables 3 - A Man's Job (Ungeschnittene Kinofassung)
The Expendables 3 - A Man's Job (Ungeschnittene Kinofassung)
DVD ~ Sylvester Stallone
Preis: EUR 6,99

2.0 von 5 Sternen Old man look at my life, I'm a lot like you were. ..., 28. April 2016
Dieses schöne Lied Old Man von Neil Young paßt perfekt zur Geschichte, in der junge und alte Helden ein bißchen miteinander gewetteifert haben. Am Schluß singen es Ronda Rousey und die anderen Jüngeren in der Bar während die Älteren am Whisky nippen. Wer den sinnfreien Ballerfim früher abschaltet, verpaßt das Beste ;-).

Insgesamt um Längen witziger ist die andere Riege alter Haudegen in RED - Älter. Härter. Besser und R.E.D. 2 - Noch älter. Härter. Besser..


Van Gogh
Van Gogh
von Ingo F. Walther
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Im Rausch der Farben - expressis coloribus, 27. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Van Gogh (Gebundene Ausgabe)
Der erste Eindruck des Buches ist die große Farbenprächtigkeit der ausgewählten van-Gogh-Werke. Ein expressionistisches Bekenntnis des Künstlers war ja, daß er, statt genau wiederzugeben, was ihm die Augen zeigen, sich der Farbe eigenmächtiger bediene, um sich stark auszudrücken. Der schon verstorbene Autor und Kunsthistoriker Ingo Walther führt durch van Goghs kurzes Leben und reichhaltiges Werk und hilft dem Leser mit detaillierten Bildbeschreibungen und Interpretationen.

Die Farbe war Träger von van Goghs Ausdruckswillens, erläutert der Walther u.a. anhand der bekannten Bilder des Sämanns aus dem Jahr 1888: "Die riesige pastose Scheibe, die die Sonne bedeutet, taucht den Himmel in ein sattes Gelb. Der Vordergrund, der Boden antwortet mit einem dunstigen Blau, einem schimmernden Violett: die exakte Vertauschung der Farben der Wirklichkeit". Das real gelbe Feld wird blau, der blaue Himmel dagegen gelb wiedergegeben.

FAZIT
Dies ist einer der besten Bände des Taschen-Verlages in dieser Reihe großer Künstler. Nur auf Literaturangaben und Zitatnachweise muß der Leser verzichten.


1956: Welt im Aufstand
1956: Welt im Aufstand
von Simon Hall
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

4.0 von 5 Sternen Mutig und mitreißend, 26. April 2016
Rezension bezieht sich auf: 1956: Welt im Aufstand (Gebundene Ausgabe)
Daß 1956 vor sechzig Jahren so viel passiert sein soll, ist wohl kaum einem präsent, schaut man genauer, läßt man sich vom promovierten Amerikanisten Simon Hall am Ende doch davon überzeugen, daß 1956 ein besonderes Jahr gewesen ist. In einer Zeit, in der die Leitmedien gerne vergessen machen wollen, was westlicher Kolonialismus in der Welt alles schon angerichtet hat, zeugt es von Mut, den Antirassismus Martin Luther Kings und den Antikolonialismus Fidel Castros zwischen zwei Buchdeckeln zusammenzubringen und beide politischen Ikonen zusammen mit Guevara auch noch auf den Einband.

Hall hat sich in seinen Forschungen mit den Bürgerrechtsbewegungen in den USA auseinandergesetzt und zeigt sich sensibel für alle Formen von Ungerechtigkeit und Rassismus. Hier nur drei Beispiele:

CASTRO
Hall würdigt den Antirassismus Fidel Castros und seine scharfe Verurteilung der südafrikanischen Apartheid, ohne das Verblassen dieses Glanzes nicht zuletzt wegen der späteren kubanischen Menschenrechtsverletzungen zu verschweigen. Als die US-Regierung Castro 1961 erfolglos versuchte zu stürzen, gab es massive Proteste von schwarzen Wortführern und Intellektuellen. Bei seinem Besuch der UN-Generalversammlung in New York ein Jahr zuvor, verlangte man im Shelburne Hotel in Manhattan von Castro und seiner Delegation, die Rechnung im voraus zu begleichen, worauf Castro aufs äußerste erzürnt das Hotel verließ und Zimmer im Hotel Theresa im Herzen von Harlem bezog, wo ihm ein stürmischer Empfang bereitet wurde.

FANON
Hall zitiert im Rahmen seiner Ausführungen zum Algerienkrieg Frantz Fanon, den Psychiater und Arzt der algerischen FLN, aus dessen Buch Die Verdammten dieser Erde (suhrkamp taschenbuch), daß die Gewalt des Kolonialregimes und die Gegengewalt der einheimischen Bevölkerung sich entsprachen und in außerordentlicher reziproker Homogenität aufeinander reagierten.

BUSBOYKOTT VON MONTGOMERY
Nur selten erfährt man, wie es der Heldin Rosa Parks nach dem von ihr angestoßenen Boykott ergangen ist. Acht Monate danach zog sie nach Detroit, weil sie in Montgomery keine feste Anstellung mehr fand und ständig massiv bedroht wurde. Und erst 1965 seien die öffentlichen Parks wieder geöffnet worden. Sie waren vom Gemeinderat kurzerhand geschlossen worden, um der gerichtlichen Aufhebung seines Verbotes der Rassentrennung in den städtischen Parks zuvorzukommen. Die Stadtväter hatten nach dem Busboykott die Rassentrennungsgesetze nämlich sogar verschärft, indem sie den Erlaß herausgaben, daß es weißen und farbigen Personen verboten sei, gemeinsam in Gesellschaft zu spielen: egal ob Schach oder Ballspiele, egal ob im Park oder auf der Badewiese.

FAZIT
In einer Zeit, die fast schon wieder vergessen hat, was die westlichen Kolonialmächte angerichtet haben und was bis heute wirkmächtig ist, ist das Buch eine sicher nicht überall willkommene Auffrischung.

Das Konzept des Buches hat freilich auch Nachteile: Den chronologischen Überblick vermißt man ein bißchen und der Sturz der demokratisch gewählten Regierung Mossadegh durch die Nachrichtendienste der USA und des Vereinigten Königreichs im August 1953 ist ganz durch das Raster gefallen.


Bastard
Bastard
DVD ~ Martina Gedeck
Preis: EUR 12,49

3.0 von 5 Sternen Psychologisch krisenhafte Konstellation und gut gespielte Charaktere, aber …, 25. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Bastard (DVD)
… die Polizeiarbeit in diesem Psychokrimi ist einfach unrealistisch. In einem dramatischen Entführungsfall, der ein bißchen dem des Jakob von Metzler ähnelt, nur noch zugespitzter, insofern der gefaßte Täter nicht strafmündig ist und weder belangt noch gezwungen werden kann, den Ort des von ihm entführten Kindes preiszugeben, das in seinem Versteck zu verdursten droht, sind die polizeilichen Anstrengungen, dem jugendlichen Entführer zu folgen, als er sich aus dem Hausarrest schleicht, um sein Opfer zu versorgen, durchschaubar harmlos. Daß das die Spannung aufrechterhält und zu weiteren Verwicklungen führt, tröstet ein bißchen, aber nicht genug. Trotzdem ein beeindruckendes Psychodrama um vereinsamte, delinquente Kinder.


Standing Up to the Madness: Ordinary Heroes in Extraordinary Times
Standing Up to the Madness: Ordinary Heroes in Extraordinary Times
von Amy Goodman
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,28

5.0 von 5 Sternen Der Weißen Rose und allen widerständigen freien Geistern gewidmet, 24. April 2016
Wenn der Faschismus nach Amerika kommt, wird er in eine amerikanische Flagge gewickelt sein. Mit diesem einleitenden Zitat, das dem Schriftsteller Sinclair Lewis bzw. dem Gouverneur Huey Long zugeschrieben wird, beginnen die Autoren, Amy Goodman und ihr Bruder David, ihren Abriß der Gefahren, die im Post-9.11-Amerika die Gesellschaft bedrohen.

► AMY GOODMAN
Amy Goodman ist eine bedeutende US-amerikanische Radio-Journalistin, die für ihre unermüdliche journalistische Arbeit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, vom "Robert F. Kennedy Journalism Award" über die Ehrendoktorwürden der DePauw University in Indiana und dem Purchase State College in New York bis zur "2014 I.F. Stone Medal for Journalistic Independence" der "Nieman Foundation for Journalism" an der Harvard-Universität. Letzteren Preis, der den journalistischen Geist für Unabhängigkeit, Integrität und Unverdrossenheit abdeckt, erhielt Goodman zusammen mit der Dokumentarfilmregisseurin Laura Poitras.

► DIE VIERTE GEWALT
Wie der Journalist Glenn Greenwald (Die globale Überwachung: Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen), der in Citizenfour (OmU) zusammen mit dem Guardian-Reporter Ewen MacAskill Edward Snowden interviewt, verkörpert Amy Goodman ein Verständnis der Presse als der vierten Gewalt im Staat, das die Position der etablierten Leitmedien herausfordert. Hinsichtlich der Mißstände im Land, der Überwachung, der zunehmenden Ungleichheit, dem höchsten Niveau von Armut seit der großen Depression würden die Leitmedien (US-corporate media), die auch für die Lancierung des Irakkrieges so hilfreich waren und der Bush-Regierung als Transportriemen (conveyor belt) dienten, eine ehrerbietige Haltung einnehmen. Die Medienkritik der Goodmans trifft auch die deutschen Leitmedien, die entsprechend feindselig reagieren. Der Medienkritiker Noam Chomsky wird von deutschen Medien wie FAZ, WELT und DLF angegriffen und verspottet, Amy Goodman meist ganz ignoriert.

► INHALT
Das gut gegliederte Buch ist ein historischer Rückblick auf Bürgerbewegungen und Einzelaktivisten, die wie z.B. die zuerst unscheinbare Psychologin Jean Maria Arrigo (Kap. 5) ihrem Gewissen verpflichtet sind.

Introduction: “We Will Not be Silent”
I. Standing Up to the Madness - Turning Point: The Montgomery Bus Boycott
1. Reclaiming Common Ground (zur Flut in New Orleans)
2. T Is for Terrorist
3. Librarians Unbound
II. Science Under Siege - Turning Point: The Pentagon Papers
4. Some Don’t Like It Hot (zur Klimaerwärmung)
5. Psychologists in Denial (zur Folter-Affäre der US-Psychologenvereinigung APA)
III. Students Standing up - Turning Point: The Soweto Uprising
6. Voices in Conflict
7. Justice in Jena
IV. Soldiers of Conscience - Turning Point: The GI Movement
8. Peace Warriors
Conclusion: “We are the Leaders We have been Waiting for”

APA
Die Verstrickung der US- Psychologenvereinigung APA in Kapitel 5 ist von besonderer Aktualität. Hier drei erhellende Zitate:
■ S. 116f
The CIA and the U.S. military need psychologists in order to effectively inflict psychological torture. The role that psychologists played in devising and implementing interrogations at Guantánamo Bay (a.k.a. Gitmo) became clearer in May 2007 following the release of a previously classified report by the Pentagon inspector general. The report revealed that military psychologists oversaw the adaptation of the military’s Survive, Evade, Resist, and Escape (SERE) program for use against prisoners in "terrror" interrogations. SERE was originally designed to train U.S. troops to resist the torture techniques once used by Soviet and Chinese in terrogators to extract false confessions. SERE training is intended "to replicate harsh conditions that the service member might encounter if they are held by forces that do not abide by the Geneva Conventions." By using SERE techniques against prisoners, the United States has become the country that is violating the Geneva Conventions. Psychologists play a central role in SERE training, which includes enduring stress positions, sleep deprivation, hooding, isolation, starvation, sexual humiliation, forced nudity, and more - exactly the techniques used against prisoners at Guantánamo and Abu Ghraib. This is no coincidence: SERE psychologists helped train Guantánamo interrogators and members of its Behavioral Science Consultation Teams (BSCT - or "biscuit") to "reverse-engineer" the SERE techniques for use against prisoners. In a rare leaked report, the International Committee of the Red Cross described ¡n 2004 how Guantánamo had implemented "an intentional system of cruel, unusual and degrading treatment and a form of torture." The Red Cross said that it was BSCT members, including psychologists, who conveyed information to interrogators about detainee "mental health and vulnerabilities" to help break down prisoners.
■ S. 130f
The question has baffled human rights advocates: Why has the leadership of the APA fought so hard to keep psychologists in places such as Guantánamo Bay? One psychologist who spoke out at the convention hinted at the answer, "It’s like we’re embedded in the military." It turns out that APA and the military have been linked since birth. The roots of contemporary psychology are in war and defense efforts,» Steven Breckler, head al the APA science directorate, told us. Psychology as a science distinct from psychiatry (psychiatrists, who are physicians, can prescribe drugs, and psychologists cannot) came into prominence with World War II, when the U.S. military turned to psychologists for testing and evaluation of soldiers.
■ S. 135
Jean Maria Arrigo reflected on what made her stand up. "I didn’t want to be that person who couldn’t make a small move because ir would hurt a little bit. That’s what it takes. You have to take a small move that’s going to hurt."

FAZIT
Die Goodman-Geschwister schauen mit Respekt auf die Mitglieder der Weißen Rose im alten Europa. Der europäische Blick zurück auf die widerständigen und unabhängigen Geister in den USA ist jedoch getrübt. Europa kann noch viel von Amerika lernen. Die Autoren zeigen von wem genau.


Das verlorene Paradies - Christoph Kolumbus und die Folgen
Das verlorene Paradies - Christoph Kolumbus und die Folgen
von Kirkpatrick Sale
  Broschiert

5.0 von 5 Sternen Realistischer Blick auf Cristóbal Colón, 24. April 2016
Der Autor Kirkpatrick Sale hatte rechtzeitig zur Fünfhundertjahrfeier der Entdeckung der Neuen Welt diese Kolumbus-Biographie vorgelegt, die den Entdecker in ein realistischeres Licht rückt.

DIE LETZTEN SECHS JAHRE
des fünfzehnten Jahrhunderts, in denen Cristóbal Colón als Gouverneur und Vizekönig der Insel Española wirkte, schreibt der Autor, zeigten den Charakter der europäischen imperialistischen Erfahrung :
"Es waren Jahre der Gewalt und Unterwerfung, Jahre der Grausamkeit, die zur Entstehung der sogenannten Schwarzen Legende - Leyenda Negra - führten, dieSpanien fast das gesamte sechzehntc Jahrhundert lang zu schaffen machte. Es waren Jahre der Ausbeutung und Vergeudung der Natur, der rücksichtslosen und zerstörerischen Verdrängung einer Kultur und ihrer Landwirtschaft durch eine andere. An ihrem Anfang standen große Mißgeschicke, große Unglücksfälle und ungeheure Ignoranz und an ihrem Ende große Reichtümer, das große Abenteuer und die großartige Vision nicht nur einer neuen Hemisphäre, sondern einer neuen Welt".

LEYENDA NEGRA
Sale mahnt sich unbedingt vor Augenzu halten, daß dieanderen europäischen Nationen keine Gelegenheit ungenutzt ließen, ebenso schreckliche und grausame Methoden wie die Spanier anzuwenden (in gewisser Hinsicht wüteten die Engländer noch schlimmer), und damit demographische Konsequenzen der gleichen Art zeitigten: "Die Spanier hielten es immerhin für richtig, die Indianer zu bekehren und in vielen Fällen ihre Frauen zu ehelichen, hielten sie also für fähig, die christliche Lehre und die europäische Zivilisation anzunehmen und schätzten sie damit höher ein als andere Kolonisatoren. Und wir dürfen auch nicht vergessen, daß es die Spanier waren - zumindest einige von ihnen, wie etwa Las Casas -, die letzten Endes diese düsteren Vorgänge aufdeckten und in höchsten Kreisen dagegen protestierten, was eine Reihe von Reformen zur Folge hatte, die zumindest die schlimmsten Übergriffe der Kolonialherren milderten. Hätte es diesen öffentlichen Aufschrei nicht gegeben, wäre wahrscheinlich auch die Schwarze Legende nicht entstanden, die den protestantischen Nationen als Munition im Propagandakrieg gegen Spanien diente".

LAS CASAS
Bartolomé deLas Casas war 1502 nach Española gekommen und hatte 1510 die Kirchengelübde abgelegt. Die Spanier, so berichtet Las Casas, wetteten miteinander, wer unter ihnen einen Menschen auf einen Schwertstreich mitten voneinander hauen, ihm mit einer Pike den Kopf spalten, oder das Eingeweide aus dem Leibe reißen könne. Neugeborene Geschöpfchen rissen sie bei den Füßen von den Brüsten ihrer Mütter, und schleuderten sie mit den Köpfen wider die Felsen. Andere schleppten sie bei den Schultern durch die Straßen, lachten und scherzten dazu, warfen sie endlich ins Wasser.» Sollte die Strafe mehr der Form entsprechen, hängten sie die ausgewählten Tainos an den Galgen, «so, daß die Füße beinahe die Erde berührten, hingen zu Ehren und zur Verherrlichung des Erlösers und der zwölf Apostel je dreizehn und dreizehn Indianer an jedem derselben, legten dann Holz und Feuer darunter, und verbrannten sie alle lebendig».
Sale bezeichnet Las Casas, der auf der Seite der Indianer stand, als verläßlichen Chronisten. Außerdem sei er nicht der einzige Beobachter von Greueltaten gewesen. Fernández de Oviedo, der spätere offizielle Geschichtsschreiber des vermeintlichen Indien und ein großer Fürsprecher des spanischen Imperialismus, habe ganz ähnliche Greuelgeschichten erzählt .Seine Schlußfolgerungen seien ebenso hart. Die Neue Welt, so schreibt er in seiner Historia general, sei den Konquistadoren zum Opfer gefallen, «welche die neuen Länder nicht eroberten, sondern sie vielmehr entvölkerten und plünderten», aber auch den «einfachen Soldaten, die wahrlich wie Henker und Scharfrichter oder wie Werkzeuge des Satans auf vielfache und grausame Weise so vielen Menschen den Tod bringen, wie es Sterne am Himmel gibt».

FAZIT
Das differenzierte Bild das Kirkpatrick Sale von Kolumbus zeichnet, gefällt nicht allen. Die New York Times hatte seinerzeit das Buch sehr kritisch bewertet. Es sind wohl die anklagenden Quellen, die zu Mißbefindlichkeiten führen. Sie werden ja uch nicht allzu oft ins Gedächtnis gerufen. Außer in diesem Buch und natürlich in den Originalschriften von Las Casas ( Kurzgefaßter Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder (insel taschenbuch)) findet man noch bei Karlheinz Deschner in Kriminalgeschichte des Christentums 9: Mitte des 16. bis Anfang des 18. Jahrhunderts: Vom Völkermord in der Neuen Welt bis zum Beginn der Aufklärung die Berichte von Las Casas wiedergegeben und gewürdigt.

Der Film von Ridley Scott 1492 - Die Eroberung des Paradieses wirft übrigens einen ausgesprochen versöhnlichen und massentauglichen Blick auf den großen Entdecker Kolumbus, ohne seine ungeheuerlichen Kolonialverbrechen unerwähnt zu lassen. Er ordnet sie im Spielfilm einer anderen Figur zu, einem fiktiven Gegenspieler.


Lateinamerika (Theiss WissenKompakt)
Lateinamerika (Theiss WissenKompakt)
von Stefan Rinke
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

3.0 von 5 Sternen Akzeptable Lateinamerika-Geschichte ohne das 21. Jahrhundert, 24. April 2016
Das Konterfei von Ernesto Guevara auf einer Mauer, das auf dem Einband des Buches abgebildet ist, läßt den Leser hoffen, daß er eine ungeschönte Geschichte von Süd- und Mittelamerika s vorfindet. Es ist ja verständlich, daß Europa, das so großes Verderben über andere Kontinente (vor allem Afrika und Amerika) brachte, nicht unbedingt daran erinnert werden will. (Der Völkermord im 15. und 16., die Unterdrückung von Demokratiebewegungen im 20. Jahrhundert ist die in Europa unbeliebte Geschichte der Neuen Welt). Viele Sachbuchautoren und Zeitungsjournalisten tun ihrem Publikum und ihren Außenministerien nur zu gerne diesen Gefallen.

VÖLKERMORD oder DEMOGRAPHISCHE KATASTROPHE?
Stefan Rinke, auf die Geschichte Lateinamerikas spezialisierten Professors an der FU Berlin bezieht offenbar eine kaum angreifbare mittlere Position. Der Autor beziffert die demographische Katastrophe des südlichen Kontinents allein für Hispanoamerika mit einem Rückgang der indigenen Bevölkerung von 90% zwischen 1492 und 1650. Bei der Diskussion der Ursachen stellt der Autor die eingeschleppten Seuchen an die erste Stelle, läßt aber die Kriege, die Versklavung und sogar die Hoffnungslosigkeit, die die indigenen Völker befiel, nicht unerwähnt.

Der in Historikerkreisen kritisch beargwöhnte Kirchenkritiker Karlheinz Deschner findet dagegen sehr deutliche Worte und spricht vom "größten Völkermord aller Zeiten". Sein wichtigster Gewährsmann ist der aus französischem Adel stammende, in Spanien geborene Dominikanermönch Bartolomé de Las Casas (1474-1566), der sein Leben dem Kampf für die Ureinwohner widmete und daher auch Apostel der Indianer genannt wird. Auch Rinke erwähnt im Buch Las Casas, zitiert aber nichts aus seinen Schriften (z.B. Kurzgefaßter Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder (insel taschenbuch)). Mit Bezug auf Las Casas liest man bei Deschner (Kriminalgeschichte des Christentums 9: Mitte des 16. bis Anfang des 18. Jahrhunderts: Vom Völkermord in der Neuen Welt bis zum Beginn der Aufklärung): "Sie töteten wie zum Spaß oder aus Sport und begruben viele lebendig. Auch ließen sie Mutter und Kind zugleich über die Klinge springen, schnitten Zweijährigen die Kehle durch, fütterten ihre Bluthunde mit lebend zerstückelten Indianerbabys vor den Augen derer, die sie zur Welt gebracht."

Dies läßt einen unweigerlich an die Ausführungen des Historikers Neal Ascherson in seinem Artikel "Mythos Europa" (in: Atlas der Globalisierung: Die Welt von morgen, denken, in dem er darlegt, daß die den USA zugeschriebene Terrorisierung des Gegners, das "shock and awe", eine europäische Erfindung ist, die "furia" heißt.

Daß Universitätshistoriker wie Rinke weder Deschner noch Kirkpatrick Sale (Das verlorene Paradies - Christoph Kolumbus und die Folgen) zitieren wollen, die sich beide auf Las Casas berufen, ist klar. Aber auch Las Casas Schriften finden sich nicht im Literaturverzeichnis des Professors. Dessen Blick auf die Rolle der Jesuiten in Brasilien wirkt ausgewogen, ist aber anscheinend uninformiert von Die portugiesische Indianerpolitik in Brasilien 1500-1640., einer Dissertation, die stärker als Rinke die Jesuiten als Gegenspieler der sklavenjagenden Siedler herausarbeitet.

FAZIT
Der Leser muß nicht befürchten, daß die Geschichte der vom Westen gestützten Militärdiktaturen geschönt dargestellt wird: Die "zwielichtige Rolle" der USA wird thematisiert, der CIA-initiierte Putsch, der 1954 Jacobo Árbenz Guzmán stürzte und das demokratisierte Guatemala in eine Diktatur zurückverwandelte, wird erwähnt, die kubanische Revolution wird weder dämonisiert noch heroisiert.

Wer eine politisch eindeutigere Positionierung sucht, sollte zu amerikanischen Monographien greifen. Unbefriedigend ist eher ist, daß das 21. Jahrhundert praktisch nicht behandelt wird. Der Drogenkrieg, die drohende Entwicklung Mexikos auf dem Weg zum gescheiterten Staat (s. z.B. TerrorZones: Gewalt und Gegenwehr in Lateinamerika) finden keinen Niederschlag.


John Wick
John Wick
DVD ~ Reeves Keanu
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen John Wick oder Wicked John?, 23. April 2016
Rezension bezieht sich auf: John Wick (DVD)
Kann ein Mensch sich ändern? Etwa gar vom hitman zum family man? Und wenn er tatsächlich Bekehrung gefunden und sich vom Profikiller zum normalen Nachbarn gewandelt hat, kann er diesem Weg treu bleiben? Nicht jeder erstklassige Actionfilm wirft solche interessanten Fragen auf und versucht sie zu beantworten.

Hauptdarsteller Keanu Reeves, der bravourös alle Kampfszenen selber bestritt, meinte im Interview, daß es um eine Rachegeschichte wie aus dem alten Testament ginge. Tatsächlich aber wird das menschliche Maß der Bibel, das "Auge um Auge und Zahn und Zahn" bei weitem überstiegen. Man muß eher an Michael Kohlhaas - Der Rebell denken, aber auch dort nimmt die Maßlosigkeit erst ihren Anfang, als ein gerechter Ausgleich verweigert wird. Ausgerechnet John Wick, der erlöste Profikiller, erweist sich nun als besonders böse (wicked), als er es ablehnt, einem Ausgleichsangebot überhaupt nur Gehör zu schenken. Zur Ironie der Geschichte gehört, daß der Boß der russischen Gangster zweimal vergebens die professionelle Zivilisiertheit (unter Verbrechern) beschwört: Viggo Tarasov (Michael Nyqvist) zu John Wick (Keanu Reeves ): We were civilized professionals (Wir waren zivilisierte Verbrecher).

FAZIT
Regisseur Chad Stahelski hat einen hochkarätigen und ausgesprochen ästhetisch photographierten Actionstreifen geschaffen, der mit dem Schauplatz New York und vielen graphic-novel (Comicroman)-inspirierten Einstellungen auch eine Hommage ist an die imposante Architektur der Stadt.


Die zwei Gesichter des Januars
Die zwei Gesichter des Januars
DVD ~ Viggo Mortensen
Preis: EUR 8,28

5.0 von 5 Sternen Schön und gut, 23. April 2016
Rezension bezieht sich auf: Die zwei Gesichter des Januars (DVD)
Regiedebütant Hossein Amini hat die psychologisch aufgeladene Dreiecksgeschichte nach Patricia Highsmith satt und schön photographiert und an den atmosphärisch reizvollen Drehorten Istanbul, Kreta und Athen in Szene gesetzt. Glanzlichter sind die dortigen archäologischen Sehenswürdigkeiten, über allen die Akropolis in Athen, für die Amini die heißbegehrte und nur selten gewährte Drehgenehmigung erhielt.

Das Schicksal der drei Charaktere mit ihren unübersehbaren Schattenseiten nimmt den Zuschauer stärker gefangen, als ihm vielleicht lieb ist. Alle Hauptdarsteller, Kirsten Dunst, Oscar Isaac und Viggo Mortensen, überzeugen in ihren psychologisch anspruchsvollen Rollen. Vielleicht wird einem als Zuschauer ja schon zwischendrin einmal bewußt, wie seltsam es doch ist, daß er diesen Figuren seine Sympathien schenkt. Das ist die Verführungskunst von Hossein Amini und Patricia Highsmith, die man bewundern muß, die aber auch nachdenklich stimmt und einen sich fragen läßt: Hat es "schön" einfacher als "gut"?


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