Profil für sisafri > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von sisafri
Top-Rezensenten Rang: 55.579
Hilfreiche Bewertungen: 391

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
sisafri "sisafri"

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4
pixel
Secret Britain
Secret Britain
von Justin Pollard
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,76

5.0 von 5 Sternen Spannende, gut geschriebene und interessante Häppchen-Lektüre, 3. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Secret Britain (Taschenbuch)
Pollard, der u.a. auch für die Serie "Q.I" schreibt, nimmt sich hier über 100 ungewöhnliche Anekdoten und Ereignisse aus der englischen Geschichte und Popkultur vor.
Die Darstellungen sind immer historisch akkurat (Pollard ist Historiker) und auf dem aktuellen Stand der Erkenntnisse, dabei aber ausgesprochen unterhaltend zu lesen, oft gewürzt mit dem typischen britischen Humor.

Themen sind u.a. die Cottingley Fairies, der Tod Christopher Marlowes, der Piltdown Man, Princess Caraboo, die Dame, die Modell für die Rolls Royce "Emily" stand, Bischoff Cranmers geheime Ehefrau, der zweite Sohn von Henry VIII, the Hand of Glory, verschwundene Ortschaften, Roger Mortimer und - ganz schräg - ein Nazidenkmal in London.

Leichte, aber nicht triviale Lektüre. Und sicher eine Fundgrube für Leute, die sich gern mal Fragen für ein Table-Quiz ausdenken.


Sherlock - Staffel 2 [2 DVDs]
Sherlock - Staffel 2 [2 DVDs]
DVD ~ Benedict Cumberbatch
Preis: EUR 14,99

13 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Positive Weiterentwicklung mit noch mehr Potential nach oben, 11. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Sherlock - Staffel 2 [2 DVDs] (DVD)
Wie nicht selten bei Serien merkt man in der 2. Staffel ein gewisses "Warm-werden", ein zunehmendes Gespür für "das Richtige". Wie man es auch selbst Privaten kennt: je länger man mit Leuten zusammen ist, desto entspannter wird man in deren Gegenwart, die Gefahr, versehentlich in ein Fettnäpfchen zu treten, nimmt ab.
Hier haben sich Produktion und Darsteller in die Figuren eingelebt. Vor allem Cumberbatch, dessen Holmes-Darstellung in der ersten Staffel vielleicht etwas zu plakativ war, wurde es gegönnt, bei der Selbstbeweihräucherung einen Gang zurückzuschalten und auch mal ganz normal zu menscheln, was die Figur gleich authentischer wirken lässt (Holmes' offensichtliche Furcht vor dem "Geisterhund" in Folge 2, seine Gespräche mit Molly in Folge 3 usw.).

Tricktechnisch hat man größtenteils auf das in der 1. Staffel noch ständige präsente animierte Herumhantieren mit Internet und Handy verzichtet. Es kommt noch vor, aber längst nicht mehr so aufdringlich.
Ob die dauernden Gags über eine homosexuelle Beziehung von Holmes und Watson wirklich sein müssen, kann man schon allmählich fragen. Neu ist das nicht. Originell auch nicht. Und ich dachte, shonen-ai und yaoi sei auch mittlerweile wieder out. Aber es gibt sicher eine hinreichend große Zielgruppe, die über diese Witze weiterhin lacht.

Die drei neuen Folgen nehmen als Grundlage drei der berühmtesten Fälle: "A Scandal in Bohemia" (mit der von einigen Fans in ihrer Bedeutung gnadenlos überschätzten und in zahlreichen Fanfics und Pastiches ebenso gnadenlos ausgebeuteten Irene Adler), "The Hound of the Baskervilles" (oft missverstanden als "Der Hund von Baskerville", Baskerville ist jedoch ein Familienname, kein Ort.) und "The Final Problem" (im Original die einzige Geschichte, in der Moriarty auftritt).

Bis auf einen etwas schwachen, weil doch fragwürdigen Schluss, fand ich den Transfer der Irene-Adler-Story in die Gegenwart am besten gelungen. Lara Pulver spielt die Rolle sehr überzeugend und passt auch optisch perfekt: obwohl tatsächlich jünger als Cumberbatch wirkt sie reifer und abgebrühter, man glaubt dieser Frau, dass sie "alles" gesehen hat. Wie Sherlock versucht, in ihr Haus zu gelangen ist dicht an der Vorlage und aus heutiger Sicht erfrischend naiv. Thema: etwas menschlich.

Die Baskerville-Folge fängt grandios an, verwässert dann aber meiner Meinung nach durch zuviel Militär- und Geheimdienst-Einstreu, was zudem leider nicht über das Niveau eines B-Movie hinaus geht. Eine super geheime militärische Forschungsstation steht fett sichtbar in einem Touristengebiet. Bei Bedarf kann man dort mit einem geklauten Ausweis, bei dem man nicht einmal das Foto ausgetauscht hat, einfahren. Naja. Leute, jetzt mal ehrlich...
Der "Hound" ist jedoch als die wohl beste Originalgeschichte ein fetter Brocken. Zugleich aber schade um das etwas verschenkte Potential.
Schauspielerisch können die Hauptfiguren in dieser Folge aber viel zeigen. Auch die Einbindung Lestrades gelingt gut und mit etwas Humor.

Bei der letzten Folge hatten die Drehbuchschreiber viel Spielraum, denn hier gab es nur wenig Vorgaben. Für mich war das Ergebnis teils sehr pfiffig, teils etwas zu platt konstruiert. Neben zündenden Überraschungen gab es auch immer wieder Momente mit abfallender Glaubwürdigkeit. Mehr sollte man nicht sagen, denn in dieser Folge reiht sich Wende an Wende, so dass jedes verratene Detail ein Stück Spannung nehmen kann.
Bleibt nur zu sagen, dass ich gespannt bin, wie man nun den Übergang zu Staffel 3 macht.

Insgesamt gefiel mir Staffel 2. besser als die erste. Persönlich könnte ich auf manche der erwähnten Gags zumindest in dieser Häufung verzichten, aber Geschmacksache.
Die zahlreichen kleinen Anspielung auf alte Holmes-Geschichten, die ich noch nicht erwähnte, sind ganz nett für alte Holmes-Leser und sicher oft auch ein gewisser Lacher für Nicht-Holmes-Kenner, tragen aber zur Handlung ehrlich gesagt selten etwas bei. Hier sehe ich noch mögliches Potential: weniger eingestreute Gags, die aber gleich verpuffen, dafür ruhig mehr mit den Stories, die hinter diesen Anspielungen stehen, arbeiten. Das würde, meine ich, den Holmes-Charakter und die Serie bereichern, komplexer machen. Wenn Sherlock nicht nur mit Mycroft und Moriarty, mit Geheimdienst und Großschurken, sondern auch mit seinen ganz normalen Fällen, die er ja auch in der Serie regelmäßig bearbeitet, gezeigt wird.
Ein Schritt in diese Richtung ist schon das leuchtende Kaninchen in Folge 2. Gefiel mir gut.

Es kann also weiter aufwärts gehen. Die Serie und die Darsteller sind ja noch jung. ;-)
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 20, 2012 6:48 PM MEST


Sherlock - Complete Series 2 [UK Import]
Sherlock - Complete Series 2 [UK Import]
Wird angeboten von gameshop_fuerth - Alle Preise inkl. MwSt
Preis: EUR 14,99

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Positive Weiterentwicklung mit zukünftigem Potential nach oben, 16. Februar 2012
Wie nicht selten bei Serien merkt man in der 2. Staffel ein gewisses "Warm-werden", ein zunehmendes Gespür für "das Richtige". Wie man es auch selbst Privaten kennt: je länger man mit Leuten zusammen ist, desto entspannter wird man in deren Gegenwart, die Gefahr, versehentlich in ein Fettnäpfchen zu treten, nimmt ab.
Hier haben sich Produktion und Darsteller in die Figuren eingelebt. Vor allem Cumberbatch, dessen Holmes-Darstellung in der ersten Staffel vielleicht etwas zu plakativ war, wurde es gegönnt, bei der Selbstbeweihräucherung einen Gang zurückzuschalten und auch mal ganz normal zu menscheln, was die Figur gleich authentischer wirken lässt (Holmes' offensichtliche Furcht vor dem "Geisterhund" in Folge 2, seine Gespräche mit Molly in Folge 3 usw.).

Tricktechnisch hat man größtenteils auf das in der 1. Staffel noch ständige präsente animierte Herumhantieren mit Internet und Handy verzichtet. Es kommt noch vor, aber längst nicht mehr so aufdringlich.
Ob die dauernden Gags über eine homosexuelle Beziehung von Holmes und Watson wirklich sein müssen, kann man schon allmählich fragen. Neu ist das nicht. Originell auch nicht. Und ich dachte, shonen-ai und yaoi sei auch mittlerweile wieder out. Aber es gibt sicher eine hinreichend große Zielgruppe, die über diese Witze weiterhin lacht.

Die drei neuen Folgen nehmen als Grundlage drei der berühmtesten Fälle: "A Scandal in Bohemia" (mit der von einigen Fans in ihrer Bedeutung gnadenlos überschätzten und in zahlreichen Fanfics und Pastiches ebenso gnadenlos ausgebeuteten Irene Adler), "The Hound of the Baskervilles" (oft missverstanden als "Der Hund von Baskerville", Baskerville ist jedoch ein Familienname, kein Ort.) und "The Final Problem" (im Original die einzige Geschichte, in der Moriarty auftritt).

Bis auf einen etwas schwachen, weil doch fragwürdigen Schluss, fand ich den Transfer der Irene-Adler-Story in die Gegenwart am besten gelungen. Lara Pulver spielt die Rolle sehr überzeugend und passt auch optisch perfekt: obwohl tatsächlich jünger als Cumberbatch wirkt sie reifer und abgebrühter, man glaubt dieser Frau, dass sie "alles" gesehen hat. Wie Sherlock versucht, in ihr Haus zu gelangen ist dicht an der Vorlage und aus heutiger Sicht erfrischend naiv. Thema: etwas menschlich.

Die Baskerville-Folge fängt grandios an, verwässert dann aber meiner Meinung nach durch zuviel Militär- und Geheimdienst-Einstreu, was zudem leider nicht über das Niveau eines B-Movie hinaus geht. Eine super geheime militärische Forschungsstation steht fett sichtbar in einem Touristengebiet. Bei Bedarf kann man dort mit einem geklauten Ausweis, bei dem man nicht einmal das Foto ausgetauscht hat, einfahren. Naja. Leute, jetzt mal ehrlich...
Der "Hound" ist jedoch als die wohl beste Originalgeschichte ein fetter Brocken. Zugleich aber schade um das etwas verschenkte Potential.
Schauspielerisch können die Hauptfiguren in dieser Folge aber viel zeigen. Auch die Einbindung Lestrades gelingt gut und mit etwas Humor.

Bei der letzten Folge hatten die Drehbuchschreiber viel Spielraum, denn hier gab es nur wenig Vorgaben. Für mich war das Ergebnis teils sehr pfiffig, teils etwas zu platt konstruiert. Neben zündenden Überraschungen gab es auch immer wieder Momente mit abfallender Glaubwürdigkeit. Mehr sollte man nicht sagen, denn in dieser Folge reiht sich Wende an Wende, so dass jedes verratene Detail ein Stück Spannung nehmen kann.
Bleibt nur zu sagen, dass ich gespannt bin, wie man nun den Übergang zu Staffel 3 macht.

Insgesamt gefiel mir Staffel 2. besser als die erste. Persönlich könnte ich auf manche der erwähnten Gags zumindest in dieser Häufung verzichten, aber Geschmacksache.
Die zahlreichen kleinen Anspielung auf alte Holmes-Geschichten, die ich noch nicht erwähnte, sind ganz nett für alte Holmes-Leser und sicher oft auch ein gewisser Lacher für Nicht-Holmes-Kenner, tragen aber zur Handlung ehrlich gesagt selten etwas bei. Hier sehe ich noch mögliches Potential: weniger eingestreute Gags, die aber gleich verpuffen, dafür ruhig mehr mit den Stories, die hinter diesen Anspielungen stehen, arbeiten. Das würde, meine ich, den Holmes-Charakter und die Serie bereichern, komplexer machen. Wenn Sherlock nicht nur mit Mycroft und Moriarty, mit Geheimdienst und Großschurken, sondern auch mit seinen ganz normalen Fällen, die er ja auch in der Serie regelmäßig bearbeitet, gezeigt wird.
Ein Schritt in diese Richtung ist schon das leuchtende Kaninchen in Folge 2. Gefiel mir gut.

Es kann also weiter aufwärts gehen. Die Serie und die Darsteller sind ja noch jung. ;-)


Haribo Konfekt-Stangen, 1er Pack (1 x 1.2 kg Dose)
Haribo Konfekt-Stangen, 1er Pack (1 x 1.2 kg Dose)
Preis: EUR 5,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schmatz..., 20. Oktober 2011
Ich liebe diese Konfektstangen :-
Sonst gibt es sie nur am Kiosk, abgepackt bei Chocolata oder mit ganz viel Glück mal als Box im Supermarkt. (Dann sind die Boxen aber sehr schnell alle verkauft).
Eine extrem leckere Mischung aus herber, weicher Lakritze außen (ähnlich wie die Schnecken) und aromatisiertem Kokoskonfekt innen. Man stelle sich die Blöcke aus "Colorado" einfach in Stangenform vor, nur ist bei den Stangen der Lakritzgeschmack viel dominanter.

Einfach kaufen und mal probieren.

Außerdem - vielleicht auch interessant - habe ich festgestellt, dass die Stangen ausgesprochen magenfreundlich wirken, deshalb eine super Nascherei zum Nachtisch.


Wishing for the Moon
Wishing for the Moon
von Dany
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,69

4.0 von 5 Sternen Hommage an Anne Rice, 17. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Wishing for the Moon (Taschenbuch)
Dany&Dany gehören sicher zu den bekanntesten nicht-japanischen Mangaka und haben sich mit ihrer Website schon eine internationale Fangemeinde geschaffen, als ihre Werke noch nur auf Italienisch erhältlich waren.
Die beiden Mangaka sind große Fans der klassischen Vampir-Chronik-Bände von Anne Rice, daher fließen in ihre Comic-Werke immer wieder Anspielungen auf die Charaktere der Chronik ein.

"Wishing for the Moon" (Orig: "La Luna nel Pozzo") war der erste shonen-ai Manga, eine in sich abgeschlossene Story mit etwas yaoi.
Erzählt wird die Geschichte des Schauspielers Alessandro, genannt Alex, und des Studenten Luca, der sich mit seiner Familie entzweit hat und bei Alex Unterschlupf findet. Alex verliebt sich in den introvertierten Luca und Luca heimlich in Alex, doch Lucas Schüchternheit und Alex scheinbare Oberflächlichkeit machen es den beiden schwer, sich ihre Gefühle zu gestehen und zueinander zu finden. Zudem mischen sich auch noch Marco, Alex' Kollege, und Adrian, der väterliche Theaterregisseur in die Freundschaft der beiden ein - die Folge: Intrigen, Eifersucht, Missverständnisse und Dramatik.

"Wishing for the Moon" hat damit alles, was einen guten shonen-ai Manga ausmacht - schöne Jungs und eine Story-Line voller Romantik und Spannung.

Die Zeichnungen sind in diesem Frühwerk noch sehr kawai, später werden Dany&Danys Bilder etwas herber. Doch auch der Erstling hat seinen ganz eigenen Charme, verstärkt noch durch das malerische Setting in der Altstadt von Venedig. Zudem haben die beiden ein sichtbares Talent für passende, abwechslungsreiche Mimik.

Anne Rice Fans wird es außerdem freuen, ihre Helden in den Figuren des Mangas wieder zu entdecken. ;)


Sandman, Band 10: Das Erwachen
Sandman, Band 10: Das Erwachen
von Neil Gaiman
  Broschiert
Preis: EUR 24,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Außergewöhnlich gut gezeichnet und coloriert, ein absolutes Highlight der Reihe, 22. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Sandman, Band 10: Das Erwachen (Broschiert)
Die "Sandman"-Reihe zeichnete sich immer dadurch aus, dass viele verschiedene Zeichner daran mitwirkten, so dass die Qualität der Bilder und das Aussehen der Figuren stark schwankt. Mal sind die Bilder grobflächig wie in Kindercomics, mal ähneln sie im Stil der französischen Tradition, mal amerikanischen Superheldencomics. Und es gibt sogar einen Band im japanischen Mangastil.

Dieser letzte Band ist zum Großteil von Michael Zulli gestaltet und die Bilder gleichen mehr künstlerischen Illustrationen als irgendeinem Comicstil. Zum Abschluss ist es besonders eindrucksvoll, vertraute Figuren auf diese Art und Weise zu erleben. Es ist, als hätte man die Leute bislang nur durch eine Milchglasscheibe gesehen und würde jetzt endlich erfahren, wie sie denn wirklich aussehen.
Ausgeschlossen davon natürlich die Hauptfigur, die man nur in einem Panel kurz im Profil zu sehen bekommt.

Der Band umfasst vier Abschnitte: zunächst die Totenwache für Morpheus, bei der sehr viele Figuren der vorherigen Bände auftreten und miteinander und über Morpheus ins Gespräch kommen. Dann eine Geschichte über den unsterblichen Hob Gadling; eine Geschichte über einen chinesischen Weisen, der vom Kaiser in die Wüste vertrieben wurde und schließlich eine über das Ende des alten Handels zwischen Morpheus und William Shakespeare.
Die letzte Geschichte wurde von Charles Vess illustriert, der auch die Bilder zu Gaimans "Sternwanderer" geschaffen hat.

Nachdem es gerade im allerersten Band doch ziemlich viel Hässliches gab, ist dieser letzte Band in seiner ungewöhnlichen Ästhetik wie ein Gegenentwurf zum Anfang. Was grob, grell und vielleicht auch etwas holperig begann, endet in Schönheit mit feinstrichigen, farblich dezenten Bildern.

Ein würdiger Abschluss für eine außergewöhnliche Serie.


Interview mit einem Vampir: Roman
Interview mit einem Vampir: Roman
von Anne Rice
  Taschenbuch

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker der modernen Vampirliteratur, 13. Februar 2011
Irgendwann habe ich mal ganz dreist gesagt: ohne Anne Rice keine Buffy, keinen Angel, kein "Underworld" und auch sicher keine Stephenie Meyer. Der Protest war vorhersehbar, aber ich stehe dazu: hätte Anne Rice nicht dieses Buch geschrieben, wären Vampire heute nicht (wieder mal) so populär und hätte es nicht diesen "Schnitt" gegeben, dass der Vampir vom Monster und Untoten zum smarten Liebhaber und Actionhelden wurde.

Zur Schulzeit war ich schon Vampirfan und einer meiner Lieblingsfilme war der alte "Dracula" mit Christopher Lee. Aber dort waren natürlich die Verhältnisse noch klar: Dracula war der Bösewicht, die Vampirjäger die Guten. Von einem Vampir gebissen oder gar selbst zu einem Vampir gemacht zu werden, das war grauenhaft und mir gruselte es ordentlich, jedes Mal, wenn Dracula auftrat.

Als ich dann irgendwann durch eine Empfehlung in einer Zeitschrift auf "Gespräch mit dem Vampir" (so hieß das Buch damals noch) stieß, war ich auf den ersten Seiten wirklich ehrlich sehr verwirrt. Es wirkte absolut bizarr und gleichzeitig faszinierend wie hier der Vampir selbst (namens Louis, dass er auch noch Pointe du Lac heißt, das hat Rice tatsächlich erst in späteren Bänden dazu gestellt) ganz nüchtern über sein Leben als Mensch, seine Umwandlung (er will aus einer ziemlich schrägen Selbstbestrafungsmanie heraus Vampir sein), seine ersten Opfer (so nach dem Motto: "tja, ich musste ja dann wohl mal loslegen mit dem Töten, nicht wahr?") und seine zu späte Erkenntnis, dass seine Entscheidung eine totale Katastrophe war, denn Vampirsein, das ist doch noch eine schlimmere Hölle, als er vermutet hatte. Außerdem geht ihm sein "Schöpfer" Lestat, ein angeberischer Gernegroß, der im Vampirdasein wohl die Erfüllung seiner narzisstischen Persönlichkeit gefunden hat, mehr und mehr auf die Nerven.

Anders als Lestat sucht Louis nach Alternativen, akzeptiert sein Schicksal irgendwann nicht mehr einfach und versucht eine Weile, zu existieren ohne Menschen zu töten (alles das wurde später von Stephenie Meyer und Joss Whedon übernommen, auch hier leben Edward und Angel von Tieren und Blutkonserven). Zudem würde er gern reisen, die Welt sehen, doch Lestat hat eben keine Lust dazu und hängt wie ein quengeliges Kind an seinem "Freund", der es nicht über sich bringt, seinen "Schöpfer" einfach allein zurückzulassen.

Ich weiß, dass Louis später und vor allem in der Verfilmung zu einem ziemlichen melancholischen Trauerkloß wurde, der vor allem mit einem trüben Dackelblick vor sich hin leidet. Aber hier im Buch ist er noch ein anderer, ein oft sehr zynischer Mistkerl mit Neigung zu gewalttätigen Wutausbrüchen (der dem Lestat der späteren Bücher gar nicht so unähnlich ist), der große Stücke auf sich selbst hält und letztlich (so endet das Buch auch, aber kein Sorge, dies verrät nicht zu viel) als "einsamer Wolf" am besten zurecht kommt.

Man kann Louis nicht wirklich lieben (nicht in diesem Buch, später hat er sicher einen "Gutvampir"-Faktor, denn er entdeckt plötzlich Angel-mäßig seine sanften Seiten), aber man ist doch fasziniert von der Wilde-artigen Dekadenz seiner Erzählung, die auch immer wieder in oft geradezu poetischen inneren Monologen gipfelt (so was liebt oder hasst man eben - mir gefiel Louis' Zwang zur ständigen Reflexion ganz gut).

Wohl als Ventil für die Trauerarbeit nach dem tragischen, viel zu frühen Krebstod ihrer Tochter Michelle spinnt Rice auch die Geschichte eines Vampirkindes ein. Claudia wird mit erst 5 Jahren von Lestat teils aus Übermut, teils aus dem Wunsch heraus, Louis an sich zu binden, zum Vampir gemacht. (Lestat hat erkannt, dass Louis trotz seines Zynismus auch eine verantwortungsvolle Seite hat, warum sonst hätte er sich noch ewig um seinen kranken, alten Vater gekümmert, der nicht wusste, dass sein Sohn ein Vampir war. Mal ehrlich, geht es noch abgedrehter???) Im Laufe der Geschichte spielt Claudia eine große Rolle, als Louis und Lestat quasi um sie kreisen, als würden sie wie Engel und Teufel um ihre Seele kämpfen. Bis zu dem bitteren Ende.

Ein wohl einzigartiges Werk der Vampirliteratur, dass selbst Rice persönlich später nicht mehr einholen konnte (die weiteren Bände der Chronik sind weitaus konventioneller) und das sicher in einer anderen "Liga" spielt als "Bis(s)" oder sonstige neuere Werke, in denen Vampire doch in erster Linie gut aussehen und/oder verdammt cool sind. ;-)
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 17, 2011 7:51 PM MEST


Do You Doodle?
Do You Doodle?
von Nikalas Catlow
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,40

5.0 von 5 Sternen Kinder Künstler Kritzelbuch - das englische Original, 14. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Do You Doodle? (Taschenbuch)
Doodles sind seit kurzem auch hier ein neuer Trend statt der bekannten Ausmalbücher für Kinder. Dies hier ist das Original-Doodle-Buch von Catlow, von dem deutsche Doodle-Bücher, auch das Kinder Künstler Kritzelbuch: Anmalen, Weitermalen, Selbermalen, doch so einige Ideen schlicht "gemopst" haben (wenn man die Bücher vergleicht, muss man doch schmunzeln über so manche Seite, die sich 1:1 in der englischen Vorlage und im Nachmacher befindet.
Das Buch hier ist prima für den Einsatz im Anfänger-Englisch-Unterricht. Die kurzen Anweisung können Kinder leicht auf Englisch lesen und verstehen, später kann man das ermalte dann noch mit englischen Begriffen beschriften und kleine Dialoge über die Bilder führen, z.B. über die Farben und die Größe der gemalten Gegenstände und Personen.

Eine schöne lohnende Anschaffung für zu Hause und die Schule.


Der verrückte Doodle-Block: Bilder zum Weiterkritzeln und Erfinden
Der verrückte Doodle-Block: Bilder zum Weiterkritzeln und Erfinden
von Nikolas Catlow
  Broschiert
Preis: EUR 3,95

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Preiswerter Doodle-Block für "Beginner", für die Schule und für unterwegs, 11. September 2010
"Doodles" sind kreative Malvorgaben, angefangene Bilderideen, die individuell weiter geführt werden können. So gucken z.B. Leute zum Himmel hoch auf ein Feuerwerk - doch wie soll dein Feuerwerk aussehen?
Die Bilder im Block richten sich an Kinder verschiedener Altersstufen und/oder unterschiedlicher Malerfahrung. Es gibt einfache Bilder, bei denen man z.B. nur eine sehr lange Nudel malen muss und sehr kreative Aufgaben, wie die Erfindung eines verückten Wissenschaftlers zu malen.
Der Block bietet ein gutes Preis-/Leistungverhältnis, die Seiten sind fest, die Papierqualität hochwertig und gut bemalbar.
Ideal auch für den Einsatz in der Grundschule, z.B. in Vertretungsstunden oder als Extraübung im Kunstunterricht.

Für Fortgeschrittene unter den kleinen Künstlern ist das Kinder Künstler Kritzelbuch: Anmalen, Weitermalen, Selbermalen sehr zu empfehlen.


Psych - 3. Staffel [4 DVDs]
Psych - 3. Staffel [4 DVDs]
DVD ~ James Roday
Wird angeboten von Topbilliger
Preis: EUR 14,99

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht so genial wie Staffel 2 und 4, aber immer noch witzig und spannend, 28. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Psych - 3. Staffel [4 DVDs] (DVD)
Wenn eine Serie sehr gut ist, fallen einem Absacker und mögliche "Sharks" sofort auf (so geht es mir zumindest). Die dritte Staffel von "Psych" hat leider einige solche Episoden, in denen bei mir der Funke nicht mehr so überspringt wie gewohnt, da die Handlung irgendwie nicht in Schwung kommt, und/oder die mir von der Stimmung zu sentimental sind, was meiner Meinung nach nicht zum gewohnten Stil der Serie passt.
Daneben gibt es aber auch zum Glück einige Highlight-Folgen mit Wortwitz, Situationskomik und viel Tempo - wie man es von der Serie kennt. Insgesamt aber hatte ich doch sehr den Eindruck, dass die Serie hier immer noch unter dem Streik der Drehbuchautoren in 2007/2008 (als die Staffel gerade produziert wurde) litt und man auf Skripte zurückgriff, die vielleicht als Teil der Auswahl für die ersten beiden Staffeln erstellt wurden und erst einmal in der Schublade verschwanden, da man bessere Stories auswählte.
Diesen Verdacht sehe ich persönlich bestätigt, da die 4. Staffel wieder ganz im alten Stil loslegt, zum Glück keine weiteren Ermüdungserscheinungen zeigt.

So sehe ich die 3. Staffel insgesamt als einen durch die Umstände bedingten Durchhänger der Serie, der sich natürlich aber trotzdem für Fans anzusehen lohnt, denn auch die schwächeren Episoden werden immer noch irgendwie durch die guten Darsteller "gerettet", so dass man so manche lahme oder rührselige Stelle verzeihen kann.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 18, 2011 3:46 PM MEST


Seite: 1 | 2 | 3 | 4