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Rezensionen verfasst von
Kardewski (Lünen, Westfalen, Germany)

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Bridge ärgere mich nicht!
Bridge ärgere mich nicht!
von Christian Farwig
  Taschenbuch
Preis: EUR 18,50

4.0 von 5 Sternen Präzision und Schlamperei, 4. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Bridge ärgere mich nicht! (Taschenbuch)
Mit ihrem Buch geben Christian Farwig und Stefan Back dem ambitionierten Bridge-Grundkurs-Absolventen eine hervorragende Informationsquelle an die Hand, in der nahezu alle Schwierigkeiten behandelt werden, auf die man im Allein- wie im Gegenspiel zwangsläufig stoßen wird. Die Themenfülle ist enorm; auch knifflige Farbbehandlungen, wie etwa komplexe Schnittkonstellationen, die auch Fortgeschrittenen immer wieder Kopfzerbrechen bereiten, sparen sie dabei nicht aus. (Besonders ausführlich behandelt wird das Thema Markierungen im Gegenspiel.) Die Erklärungen sind gut verständlich und dabei durchaus pointiert geschrieben, wodurch der Eindruck eines staubtrockenen Lehrwerks gekonnt vermieden wird. Speziell als allererstes Buch zum Thema Spieltechnik: eine klare Empfehlung! Mehr als nur einen Wermutstropfen stellen allerdings die vielen Nachlässigkeiten und Fehler in Text und Layout dar: Da werden in den Diagrammen Hände vertauscht, die 13. Karte wird unterschlagen, Farbzeichen rutschen hierhin, dorthin... Dies alles in einem fast schon erschreckenden Ausmaß, das mir so noch nie begegnet ist. Weiterhin gestört hat mich auch manch überflüssiger "Auflockerungsversuch" in Form eines oft ziemlich aufgesetzt wirkenden Humors - wobei mir dies jedoch eher ein generelles Problem deutscher Bridge-Autoren zu sein scheint. -- Schade, wenn Inhalt und Form derart weit auseinanderklaffen. Man wünscht sich eine korrigierte Neuauflage...


Märchenperlen: Die Schöne und das Biest inkl. Bonusmaterial: Interview mit Cast und Crew / Making of / Hinter den Kulissen
Märchenperlen: Die Schöne und das Biest inkl. Bonusmaterial: Interview mit Cast und Crew / Making of / Hinter den Kulissen
DVD ~ Cornelia Gröschel
Preis: EUR 10,49

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sympathischer Leichtsinn, 10. Januar 2014
Hat sich das deutsche/österreichische Fernsehen, in einer doch erstaunlich unbekümmerten und forschen Art, nun also auch an diesem ehrwürdigen Klassiker versucht. Herausgekommen ist eine leichtgewichtige, eher für Kinder als für Erwachsene geeignete Interpretation des Stoffes ohne nennenswerte Atmosphäre, die mit Figuren und Landschaften im Geist der Brüder Grimm aufwartet. Niemand würde jemals so weit gehen, diese kleine Produktion auch nur in die Nähe der großartigen klassischen Filmversionen von Jean Cocteau und Juraj Herz zu rücken; wenn ich mir jedoch den Trailer zu der neusten Kinoversion aus Frankreich ansehe, mit ihrem Riesenpathos und computergenerierten Bombast, denke ich mir, warum nicht lieber so: bescheiden, natürlich, humorvoll, mit dem Ziel, den Zuschauer zu unterhalten statt ihn zu erschlagen. - Kennt man diese Lehre nicht aus unzähligen Märchen? Wenig Geld in der Tasche haben, es kann durchaus ein Segen sein.


Die Jungfrau und das Ungeheuer
Die Jungfrau und das Ungeheuer
DVD ~ Zdena Studenková

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tief, 8. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Jungfrau und das Ungeheuer (DVD)
Es wird wohl das Geheimnis von Regisseur Juraj Herz bleiben, wie es nur jemals gelingen kann ein solches Werk zu schaffen, das düster wie ein Horrorfilm, und gleichzeitig so ergreifend schön ist. Der Vergleich mit der berühmtesten Filmversion des Stoffes - Jean Cocteaus Meisterwerk "La Belle et la Bete" von 1946 - ist nicht zu umgehen: Während dieser durch seine unerreichte künstlerische Eleganz besticht und auf ein Mehr an äußerer Handlung setzt, konzentriert sich "Panna a Netvor" fast ganz auf das Innenleben der gequälten Bestie, und hinterläßt so - unterstützt durch wahrhaft betörende Musik - eine noch tiefere und länger nachhallendere Wirkung. Hier gibt es kein "besser", "größer" oder "noch genialer": Es handelt sich um die zwei verschiedenen Seiten derselben edlen Medaille. Außergewöhnlich. Unbeschreiblich. Ein Film für den härtesten, innigst geliebten Kern der Sammlung.

(Wer nicht gewillt ist, den momentan irrsinnig hohen Preis für die deutsche Veröffentlichung zu zahlen, kann über andere Quellen auch die tschechische Originalfassung für kleines Geld erwerben. Notgedrungen muß man zurückgreifen auf englische Untertitel, die leider den Genuß sehr stark beeinträchtigen. Aber irgendwann, nach mehrmaligem Sehen, sollte man auf diese Stütze schließlich auch verzichten können.)


Telemann: Ouvertures à 8 / Ouvertüre Twv 55:d 15,55:d 3,55:B 10
Telemann: Ouvertures à 8 / Ouvertüre Twv 55:d 15,55:d 3,55:B 10
Preis: EUR 21,27

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Witz, Gefühl, Eleganz, Esprit, 18. November 2013
Telemanns Orchestersuiten haben es nicht leicht. Ihrer durchgängig enorm hohen Qualität zum Trotz, werden diese zahlreich erhaltenen Werke unverständlicherweise nur sehr zögerlich erschlossen – so daß selbst heute noch etliche Ersteinspielungen möglich sind –, und nicht wenige der Interpretationen kranken an einem zweifelhaften „Historismus“, der manchmal weit über das Ziel hinausschießt. Wie gut, daß es da Interpreten wie Zefiro gibt. Das Ensemble um den italienischen Oboisten Alfredo Bernardini spielt in solistischer Besetzung (die im Begleittext ausführlich gerechtfertigt wird), klingt trotzdem jedoch überraschend voll, dabei angenehm schlank und niemals kratzig. Die Streicher zeigen sich beweglich und verzierungsfreudig, die Holzbläser (in allen Werken, drei Oboen und Fagott) hinreißend spritzig und elegant. Die gewählten Tempi sind allesamt nachvollziehbar, meistenteils recht flott, nicht aber überhastet; dort, wo sie hingehört (Loure), darf ebenso auch gravitätische Langsamkeit regieren. Bei allen drei Ouvertüren handelt es sich um ausgereifte, ja meisterhafte Kompositionen, wobei das große Werk in d-moll als eines der beeindruckendsten Zeugnisse von Telemanns ernster, sozusagen traurig-energiegeladener Schreibart gelten muß. (Für mich die erste echte Alternative zur trocken-intimen Aufnahme Harnoncourts von 1980.) Wer am Rang dieses Komponisten immer noch zweifelt, der höre sich die abschließende B-Dur-Suite (zuvor lediglich eingespielt von Trevor Pinnocks grandiosem English Concert) um so genauer an: Was hier in neun kurzen und längeren Sätzen an Ideen steckt, das kann man bei etlichen von Telemanns Kollegen nicht in zehn verschiedenen Werken finden. Ein spätbarockes Feuerwerk, das Herz und Geist zum Lächeln bringt! – Auch, wenn ich im Barockorchester eine Laute nach wie vor als Fremdkörper empfinde: Diese CD ist ein Juwel.


Horn-Konzerte und Ouvertüren
Horn-Konzerte und Ouvertüren
Preis: EUR 20,99

4.0 von 5 Sternen Das schmettert, 23. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Horn-Konzerte und Ouvertüren (Audio CD)
...und zwar, gewaltig. Ohne jede Frage: ein Feuerwerk der Virtuosität, das die drei Deutschen Naturhorn-Solisten auf dieser CD zünden (und für das sie sich im Beiheft locker ihr eigenes Foto verdient hätten). Restlos überzeugend gelingen die Interpretationen der beiden Konzerte, wie auch der Orchestersuite D-Dur - für die der Komponist zwar eigentlich Trompeten wollte, wobei aber die hier vorgenommene Umbesetzung durchaus vertretbar ist und ihre eigenen Reize hat. Herrlich, mit welch gravitätischer Ruhe die Rahmenteile der Ouvertüre sich entfalten, ohne die sonst heute sehr oft übliche, modische Hast. Leider jedoch gerät ausgerechnet die Wiedergabe des eindrucksvollsten der hier versammelten Werke, der Suite F-Dur TWV 55:F3 - an Ideenreichtum und großem Gestus Telemanns "berühmter" Alster-Ouvertüre kaum nachstehend - am wenigsten begeisternd. Fast alle Tempi, auch in der Ouvertüre selbst, sind für mein Empfinden deutlich zu schnell, außerdem fehlt es den Streichern der Neuen Düsseldorfer Hofmusik an "Zug", ein Eindruck, der durch das hallige Klangbild noch verstärkt wird. Da auch die einzige ernstzunehmende Vergleichseinspielung - Il Fondamento, Paul Dombrecht - nicht komplett überzeugen kann, steht DIE Interpretation dieses grandiosen Werkes immer noch aus. -- Eine CD, die den Horn-Fanatiker wohl mehr begeistern dürfte als den Telemann-Freund. (4,5)


Georg Philipp Telemann: Klingende Geographie / Concerto d-Moll TWV 43.d 2
Georg Philipp Telemann: Klingende Geographie / Concerto d-Moll TWV 43.d 2
Preis: EUR 22,56

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Telemann - ein Europäer sondergleichen, 1. September 2013
Ein echter Coup, der Daniela Dolci mit ihrem Ensemble Musica Fiorita da geglückt ist: Die „Klingende Geographie“ darf man betrachten als ein Werk, das mehr als jedes andere Telemanns schier unerschöpflichen Einfallsreichtum und seine Freude an der treffsicheren Charakterisierung demonstriert. Formal handelt es sich um eine einzige „Riesensuite“ mit nahezu vierzig kurzen Sätzen (und noch kürzeren Sätzchen), in denen von West nach Ost, ausgehend von Portugal bis hin zur Türkei, diverse Länder und Regionen des Kontinents vorgestellt werden, gegen Ende noch ergänzt durch ein paar Abstecher in die exotischeren Winkel dieser Welt: eine musikalische Entdeckungsreise des Barock par excellence. Zusammengestellt hat die KG jedoch nicht G. Ph. Telemann selbst: Es war der Musikhistoriker Adolf Hoffmann, der „seinem“ Komponisten Ende der fünfziger Jahre ein klingendes editorisches Denkmal setzte. Als Vorbild diente ihm eine von Telemann überlieferte „Singende Geographie“, von der Hoffmann auch die Reihenfolge und die Bezeichnungen der Sätze übernahm, so daß man hier keineswegs von einem Akt der Willkür, sondern vielmehr einem willkommenen Liebesdienst am so sehr geschätzten Meister sprechen kann.

Was die Arten der Verbindung Land/Region – Musik betrifft, so hat Telemann (vor allem in seinen zwei beliebten „Völker“-Ouvertüren) die entsprechenden Vorlagen selbst oft explizit geliefert; man höre etwa die wunderbar steif und pompös einherschreitenden „alten“ Deutschen, oder die stolz ihre Glocken läutenden „Moskoviten“. In anderen Fällen, wie etwa den englischen und schottischen Hornpipes oder Giguen, ist die Herkunft der Tanzform das bestimmende Element, während die Verbindung in anderen Fällen eine eher lautmalerisch-thematische ist: Ein schönes Beispiel sind „Les Flots“, das muntere, friedliche Wellenspiel an den Küsten unserer holländischen Nachbarn. Bei wieder anderen Sätzen schließlich, wie etwa der Porträtierung der Lande Niedersachsen und Westfalen, ist die Verbindung kaum offensichtlich nachvollziehbar, und bietet daher Raum für interessante Spekulation.

Auch wenn eine etwas größere Besetzung diesen Stücken durchaus angemessen wäre, gelingt der Musica Fiorita eine ausgesprochen farbenfrohe, gewitzt-pointierte Interpretation; die „normalen“ Barockinstrumente werden verstärkt durch Gitarre und Theorbe, diverses Schlagwerk sowie gar ein Psalterium (Hackbrett), das insbesondere den zahlreichen osteuropäisch gefärbten Stücken zusätzlichen Charme und Reiz verleiht. Lediglich die dominierende Blockflöte empfinde ich manchmal als ein wenig störend, vor allem in der einleitenden „Völker“-Ouvertüre B-Dur, in der ich einer reinen Streicherbesetzung den Vorzug gegeben hätte. Mein einziger echter Kritikpunkt indessen ist ein anderer: Das hintendran noch angehängte Streicherkonzert hätte man sich besser schenken, und stattdessen dafür einigen der kurzen, nicht mal einminütigen Tänze ruhig die eine oder andere Wiederholung mehr gönnen sollen, um so dieses außergewöhnliche Hörvergnügen noch ein wenig zu verlängern.

Eine große Bereicherung für jeden Liebhaber Telemannscher Instrumentalmusik, ebenso hoffentlich aber auch ein Ansporn für alle Barockorchester, endlich mal genauer ins Archiv zu spähen. Welche klingenden Juwelen nicht nur in Telemanns inzwischen recht bekannten, sondern auch in seinen vielen praktisch unbekannten, ihrer Entdeckung immer noch harrenden Orchestersuiten stecken, das zeigt diese faszinierende Veröffentlichung.


Brita 036 737 Starterpaket Marella Cool, inklusiv 3 Maxtra Kartuschen, weiß
Brita 036 737 Starterpaket Marella Cool, inklusiv 3 Maxtra Kartuschen, weiß
Wird angeboten von delmed-Versandapotheke
Preis: EUR 18,35

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wer mag den Geschmack von Kohle?, 2. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Kalkfreies Wasser im Trinkglas und im Haushalt, natürlich ist das eine saubere und feine, im Grunde wünschenswerte Sache - wenn man denn dafür bereit ist, sich an den klinisch-strengen Geschmack von Kohle zu gewöhnen, denn dieser Stoff scheint Hauptbestandteil der mitgelieferten Filterkartuschen zu sein. Da habe ich selber nun das Glück - oder wohl eher, Pech? -, daß mein Leitungswasser ungefiltert wesentlich besser schmeckt, was für mich bedeutet, ich werde es auch weiterhin ungefiltert trinken, und die gewohnten Schlierchen auf dem Tee in Kauf nehmen. Daß in Gegenden mit schlechterer Wasserqualität wirklich eine Geschmacksverbesserung zu erzielen ist, will ich nicht ausschließen; es heißt also, vergleichen und abwägen. (Inzwischen filtere ich Wasser nur noch für die Blumen und meinen Zimmerbrunnen, der absolut keinen Kalk verträgt. Ein Fehlkauf war der Brita also trotzdem nicht.) Einen seltsamen Humor beweisen die Hersteller allerdings mit ihrer eingebauten Anzeige: Laut Beiheft soll dies blinkende Apparätchen die tatsächliche Verbrauchsrate der Kartuschen anzeigen, in Abhängigkeit von der Wasserhärte und ähnlich anspruchsvollen Parametern. Sollte ein derartiges technisches Wunderwerk für solch kleines Geld tatsächlich zu haben sein? Und WIE überhaupt soll dieses Kunststück bitte funktionieren, wo die im Deckel eingelassene Einheit mit dem Wasser gar nicht in Berührung kommt? - Nein, Unfug, es handelt sich hier um eine simple Zeituhr, die die gefilterte Wassermenge vollkommen unberücksichtigt läßt. Auch wenn der Filter wochenlang untätig in der Ecke steht, die Anzeige läuft trotzdem ab. -- Für dumm verkaufen lasse ich mich nicht so gern - davon abgesehen ein gut verarbeitetes, funktionsfähiges Gerät. Wer es denn wirklich braucht...


Mörder auf Amrum
Mörder auf Amrum
DVD ~ Hinnerk Schönemann
Preis: EUR 9,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zurückhaltung, die Wunder wirkt, 18. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Mörder auf Amrum (DVD)
Die einfachsten Geschichten sind doch die besten, nur müssen die Zutaten wirklich exquisit sein - diese simplen Wahrheiten befolgend haben Regisseur Markus Imboden und Autor Holger Karsten Schmidt ein Juwel geschaffen, das in der deutschen TV-Krimiunterhaltung seinesgleichen sucht. Die Zutaten: ein atmosphärisch-klaustrophobischer Schauplatz, ein stimmiges, geradliniges Drehbuch und eine Riege erstklassiger, präzise besetzter Darsteller, all dies angereichert mit norddeutsch trockenem Wortwitz, einem Hauch Absurdität und einer ordentlichen Prise lakonisch-schwarzen Humors - ohne daß es auch damit wieder übertrieben würde. Jener Ehrgeiz, auf Teufel komm raus noch skurriler zu sein als die ruhmreichen amerikanischen Vorbilder, hierzulande (plus: Österreich) treibt er oft bizarre Blüten; diese Selbstverliebtheit aber ist es, die das Gespann Imboden/Schmidt sich nicht gestattet. Was jedoch zum Glück wiederum auch nicht heißt, ihre Kost wäre eine stromlinienförmig entschärfte. Denn die Erwartungen des Zuschauer werden so weit unterlaufen, wie man es bei einer zur besten Sendezeit im ZDF ausgestrahlten Fernsehproduktion nur riskieren kann: So wird der vom wunderbaren Thomas Thieme verkörperte, behäbige Polizeiobermeister (allem Anschein nach doch eine Hauptrolle?) bereits nach kurzer Zeit erschossen, und die aufblühende Romanze zwischen Juniorpolizist Helge und seiner Schutzbefohlenen entwickelt sich ohne eine einzige Kuß- oder Bettszene - stattdessen hört man sich gegenseitig zärtlich beim Klavierspiel zu. Und obwohl dies ein echter Gangsterfilm ist mit immerhin fast einem Dutzend Leichen, werden die Schießereien nicht brutaler inszeniert, als es genretypisch nötig ist. Hinnerk Schönemann in seiner Rolle als Insel-Sheriff, der erzwungenermaßen - zur Weißglut getrieben durch ständige Verunglimpfungen seiner geliebten Heimat - seine Hasenfüßigkeit besiegt, am Ende nur noch unterstützt vom Korn kippenden, gute Geschäfte witternden Bestatter (Hermann Beyer), trägt diesen Film in vorbildlicher Weise, sein Helge Vogt ist bodenständig bis zum Exzeß, wirklichkeitsnah mal zielstrebig, mal linkisch, mit einem Charme so herb wie Jever Pils. Das einzige was nichts taugt, ist der Titel, doch hier mußte man sich höherer Sendergewalt beugen. -- Ich kann mich nicht erinnern, je einen Film an drei Abenden hintereinander angesehen zu haben. Gut, er spielt auf meiner Lieblingsinsel - aber Mörder auf Amrum könnte wahrscheinlich auch auf Sylt spielen, ohne daß es seiner Klasse nennenswerten Abbruch täte. Strickmütze ab vor diesem Werk!


Mit Buddha das Leben meistern: Buddhismus für Praktiker
Mit Buddha das Leben meistern: Buddhismus für Praktiker
von Volker Zotz
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viel mehr braucht man nicht zu wissen, 8. Juni 2012
Ihr lieben Suchenden, die ihr dieses kostbare kleine Buch in höchsten Tönen lobt, ihr alle habt Recht, und euren Begründungen gibt es nichts hinzuzufügen. - Laßt mich nur dies eine noch ergänzen: Das Thema Meditation ist dermaßen immens wichtig, daß es mit einer - wenn auch sehr treffenden - Abhandlung in Form eines einzigen kurzen Kapitels nicht getan sein kann. Ich empfehle: Bhante Gunaratana, Die Praxis der Achtsamkeit. -- Veränderung ist möglich, jederzeit, in diesem Moment!


Telemann: Autographe Partituren - Ouvertüren, Konzerte u.a.
Telemann: Autographe Partituren - Ouvertüren, Konzerte u.a.
Preis: EUR 22,36

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen In der Frische ihres Alters, 22. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
So präsentieren sich hier beide, Komponist und Interpret: Nach neunjähriger Pause legen Simon Standage und sein Collegium Musicum 90 noch einmal eine CD vor, die seltene Kompositionen in Telemanns Eigenhandschrift präsentiert, wobei ein stärkeres Auswahlkriterium jedoch darin besteht, daß drei dieser fünf Werke aus Telemanns allerletzten Lebensjahren stammen. Interpretatorisch fährt Standage seine lange bekannte Linie, also äußerst sauber, klangschön und präzise, leider aber auch nicht sehr beweglich und immer mit einer Tendenz zum Uninspiriert-Schematischen. Sehr gut die Leistungen der Bläser; auch des Meisters schlankes Spiel auf der Barockvioline gefällt. Einige Tempi sind arg schnell geraten: vor allem das der Loure in der F-Dur-Suite, ein Satz, der zwischen all dem turbulenten Hörnerschmettern einen echten Ruhepol bilden sollte. (Sehr interessant der Vergleich mit der Interpretation des Collegium Brugense: dort holpriger Charme, hier kalte Perfektion.) - "Man darf diese Werke nicht allzu hoch bewerten", so heißt es im Begleittext - und ich fühle mich berufen vehement zu widersprechen. Denn wenn Telemann auch bis zum Ende an überkommenen Formmodellen festhielt (die letzten französischen Ouvertüren stammen von ihm), zeigte er sich doch gleichzeitig hellwach für die Neuerungen der Zeit. Ein Paradebeispiel für diese geistige Flexibilität des Mittachtzigers liefert das abschließende, hier erstmals eingespielte (und, wie ich finde, hervorragend gelungene) Divertimento E-Dur, die eigentliche Überraschung dieser CD: Die solistischen Flötenpassagen im ersten Satz könnten ohne weiteres aus einer frühklassischen Sinfonia Concertante stammen. Krönung der erfrischenden, ausgelassene Jagdstimmung versprühenden Folgesätze ist die Retraite, ein kraftvolles, melancholisch überhauchtes, betörend schönes Abschiedsstück, wie nur Telemann es schreiben konnte. -- Zwar schaffen es Simon Standage und CM 90 für mich auch mit dieser Neuveröffentlichung nicht ganz, sich in die vorderste Riege der Telemann-Interpreten hineinzuspielen. Dank der großen Sorgfalt und höchsten Repertoirewerts ist diese 79-minütige CD trotzdem ein Gewinn und echter Hörgenuß.


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