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guitar (wien)

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Migration als "Erfolgsgeschichte": Karrieren und Strategien der Zweiten Generation
Migration als "Erfolgsgeschichte": Karrieren und Strategien der Zweiten Generation
von Johanna Kreid
  Taschenbuch
Preis: EUR 59,00

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen lesenswert und lesbar, 8. Juli 2010
das problem mit wissenschaftlicher literatur ist oft folgendes: entweder, der autor kann gut schreiben - dann hat er meist fachliche defizite. oder der autor kennt sich wirklich gut aus - dann schreibt er meist zu schlecht, um dieses gute auskennen an andere weiter zu geben.

dieses buch ist eine erfreuliche ausnahme. die autorin johanna kreid räumt in präziser, hochwertiger, aber nie akademisch papierener sprache mit gängigen vorurteilen bezüglich migration auf. sie porträtiert migrantenkinder, die in österreich karriere gemacht haben, etwa die fernsehmoderatorin und sendungsentwicklerin dodo roscic, - und zeigt auf, welche faktoren zwischen erfolg und misserfolg entscheiden.

dass die autorin als journalistin gearbeitet hat, merkt man beim lesen auf angenehme weise: man versteht, was sie zu sagen hat. dass sie zudem auf die lächerlichen, sprachlich schwachsinnigen binnen-is (StudentInnen...)verzichtet - die im österreichischen universitätsbetrieb nahezu zwingend vorgeschrieben sind - und damit ein tabu bricht, sei ihr ausführlich gedankt. auch dadurch wird der lesenswerte text erst wirklich lesbar.

ach ja: dieses buch beruht auf der diplomarbeit der autorin - die offenbar von so hoher qualität war, dass ein verlag anbiss. auf weitere buchprojekte oder journalistische texte von johanna kreid darf man gespannt sein.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 9, 2010 11:05 AM MEST


Songbird
Songbird
Preis: EUR 17,67

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen restaurierung, 12. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Songbird (Audio CD)
eines der interessantesten alben im aberwitzig großen output von willie nelson. produziert und musikalisch überwacht vom jungen alternative-country-heißsporn ryan adams, klingt das hier wie eine cardinals-platte mit nelson als sänger. gespielt werden vier nelson-stücke, zwei von adams, und dazu kommen ein paar ausgesucht interessante coverversionen, von fleetwood mac bis grateful dead.

unterm strich erinnert das ein bisschen an bob dylans jüngste platten: eine junge band spielt uralte amerikanischer volksmusik, dazu ein sänger, der längst aus der zeit gefallen scheint, mit zitternder, aber hoch charismatischer stimme.

höhepunkte sind für mich ausgerechnet die gefühlt 97. coverversion von leonard cohens "hallelujah" - ganz lapidar und trocken interpretiert, ein reizvoller gegensatz zu z.b. der hochdramatischen version von jeff buckley. und der rausschmeißer, das wunderschöne alte begräbnis- und hochzeitslied "amazing grace": das betteten sie von dur in moll um, und dadurch klingt es absurderweise WENIGER pathetisch.

ein weitgehend geglückter ersuch, den guten, alten willie zu restaurieren. hätten sie ein bisschen weniger aufs pedal-steel-tränenpedal gedrückt und die e-gitarre noch ein bisschen schroffer heulen lassen, wärs vielelicht noch spannender geworden.

jetzt wünsche ich mir noch willie nelson mit calexico, wilco und 16 horsepower als backing-bands.
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 15, 2010 2:56 PM CET


No Guts. No Glory (Special Edition incl. 5 Bonus-Tracks)
No Guts. No Glory (Special Edition incl. 5 Bonus-Tracks)
Preis: EUR 22,99

15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen gute besserung, 11. März 2010
kurz als vorwort zur parodiedebatte: airbourne, ihre musik, ihre texte, ihre mode, ihre videoclips und vor allem ihre liveauftritte kennend, muss ich sagen: ich habe noch niemals ein so jenseitig übertriebenes posing gesehen wie das von denen. und ich war im laufe meines lebens in mehr als 500 rockkonzerten (eher 1000, wenn ich nachrechne). also: ich HOFFE für die band, dass das als parodie gemeint ist, sonst müsste ich nämlich den schluss ziehen, sie sind nicht ganz dicht.

aber die typischen vermarktungsstrategien im musikgeschäft beobachtet habend, liegt der schluss einfach sehr nahe: das ist die wiederkehr des zu-enge-hosen-hardrocks im zeichen der persiflage. es ist ähnlich wie bei darkness: die parodie ist so liebevoll, dass sie nicht zugibt, eine parodie zu sein. die geschichte wiederholt sich eben doch - als parodie ihrer selbst.

das neue album beginnt mit zwei tracks, die den ewigen ac/dc-kopisten-vorwurf fast lächerlich machen - geboten wird riffrock im grenzgebiet zum metal, völlig frei von blues und boogie, und damit weit weg von ac/dc. der dritte song wiederum ist dann mehr ac/dc, als ac/dc selbst. es beginnt mit einem typisch quengeligen angus-lick, und drüber bauen sich dann die klassisch trockenen malcolm-akkorde auf. ac/dc, malen nach zahlen.

als hätten sie nur zeigen wollen, dass sie es können, enfernen sie sich dann wieder von der reinen kopiermaschine. es ist und bleibt riffrock, manchmal näher am metal, manchmal näher am rocknroll.

was dieses album problematisch macht: man merkt ihm den druck an, nach dem megaseller "running wild" den erfolg zu wiederholen. die songs sind nicht schlecht, aber auch nicht sehr gut. sie haben etwas leicht verkrampftes, die kraftmeier-posen sind da, der inhalt ist eher medioker. da ändern auch die bonus-tracks nichts: einige songs machen durchaus spaß, und spielen können die ja, aber über die ganze strecke ist es dann doch zu bemüht und vor allem zu stereotyp. immer das gleiche.

zu den texten, die wirklich kein einfältiges rock-klischee auslassen: siehe oben, stichwort parodie.

ein wörtchen zum cover: in einer gelblich verpesteten industriewüste steht die band in der gegend herum. drei tragen die rock-uniform (schwarzes shirt, schwarze jeans) und starren ins nichts. der herr sänger reckt die gitarre gen himmel, spannt den luftgepinselten sixpack an und schaut drein, als hätte er schmerzen im popo (mund aufgerissen, augen verdreht). im hintergrund sieht man eine rauchende raffinerie (airbourne machen mit diesem album stark auf arbeiter-ethos). ganz vorne liegt eine feuchtmündige blondine quer durchs bild, im schritt einen geldschein.

ja eh. wer das ernst nehmen will: mein herzliches beileid, und gute besserung
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 10, 2013 12:15 PM MEST


Grosse Freiheit
Grosse Freiheit
Preis: EUR 7,99

7 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen sisters of schlager, 11. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Grosse Freiheit (Audio CD)
vorweg: diese rezi richtet sich nicht an fans, die ohnehin schon vor der veröffentlichung wussten, dass das neue unheilig-album genial ist. sondern an jene, die wissen wollen, was das wort "unheilig" bedeuten soll, das plötzlich in allen hitparaden auftaucht.

unheilig ist eine deutsche rockband, besser: ein rockprojekt. denn unheilig besteht im wesentlichen nur aus dem sänger, songschreiber und musiker mit dem pseudonym der graf.

(witzig: beide namen verweisen, vermutlich zufällig auf die ärzte, besonders auf bela b. "unheilig" hieß die coverversion der ärzte des kiss-titels "unholy", welche kissfan bela b. initiierte. und "der graf" ist ein anderer song von bela b., quasi seine kennmelodie.)

unheilig gibt es bereits seit ende der neunziger jahre, aber erst mit diesem album wurden sie vom nischenphänomen zum allgemeinen pop-trend-ding.

auf diesem album klingen unheilig frappierend wie sisters of mercy, nur mit deutschen texten. vor allem der gesangsstil von der graf ist exakt dem von andrew eldritch nachempfunden. auf ihren härteren, schnellen stücken ist wiederum die ähnlichkeit mit rammstein unüberhörbar, "abwärts" zb ist rammstein pur. außerdem hört man einflüsse von techno (im banalen scooter-stil) und von depeche-mode-keyboardschwermut. und bei der melodieführung und den texten der balladen ("oh-ho, du tust mir manchmal weh, trotzdem ist es schön, dich einfach anzusehen" oder "halt mich, komm lass mich nicht mehr los") klingt die plakative einfachheit des deutschrock im grenzbereich zum deutschen schlager an. die beiden charts-hits "geboren um zu leben" und "große freiheit" sind von so anspruchsloser vordergründigkeit, dass es schon wieder beeindruckt.

der eindruck ist nicht zu leugnen: der graf, der früher eher schroff klang, ist diesmal mit einem masterplan in die hitparade marschiert.

das generalthema dieses albums ist die seefahrt als metapher für aufbruch, reise, abenteuer, gefahr. einerseits gelingen dem grafen hier starke bilder, andererseits fällt er dann doch wieder in hans-albers-romantik aus dritter hand.

fazit: wer hochkommerziellen, modisch ratternden goth-rock mit schlagertexten mag, der sollte hier dringend zugreifen.

ganz knapp gehen sich hier drei sterne aus, weil die produktion beeindruckend professionell ist und einige melodien tatsächlich magnetisch wirken.
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 15, 2010 11:16 AM MEST


The Great Divide
The Great Divide
Wird angeboten von Discover Music
Preis: EUR 16,75

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen superunnatürlich, 11. März 2010
Rezension bezieht sich auf: The Great Divide (Audio CD)
dieses album war der missglückte versuch, das system von santanas "supernatural" auf willie nelson anzuwenden. also einen halb vergessenen altstar aus dem charakterfach auf zeitgemäß umzulackieren und ihn so der nach dem duft des abenteuers gierenden (post)-mtv-generation anzudienen.

das klappte nicht, weil willie nelson gottseidank nicht elastisch genug für solche verbiegungsszenarien ist. diesem album hört man bei jedem ton an, dass es nicht stimmt, nicht ehrlich ist, dass es nur so tut als ob.

die songs stammen bis auf einen nicht von nelson selbst, sondern aus dem songsupermarkt. auffällig ist die auf ihre jenseitige art schon wieder beeindruckende coverversion von cindy laupers "time after time" (das ja als eines der wenigen 80er-stücke eingang ins american songbook gefunden hat). die meisten beiträge stammen von matchbox-20-chef rob thomas, der ja schon santana und andere mit hits beliefert hat. sein kitschbeladener poprock passt ungefähr so gut zu willie nelson, als hätte man rainhard fendrich für ihn komponieren lassen.

auch die arrangements dieses albums sind eine einzige themenverfehlung: es klingt, als wollte man eine große, klassische elton-john-produktion aus heutiger sicht mit untauglichen mitteln nachstellen (bernie taupin ist übrigens an einigen songs beteiligt): über gemäßigt rumpelnden countryrock werden diverse bläser und streicher drübergesülzt, die die stücke offenbar breiter machen sollen, sie in wahrheit aber nur verkleinern. auch zeigt sich hier wieder einmal, dass die besseren musiker nicht selten die schlechteren sind: supercracks wie kenny aronoff oder lee sklar spielen diese musik mit der spaßbefreitheit einer doktorarbeit, musterschülerhaft, kalt, scheintot.

noch ein wort zum cover - das ist ein einziger versuch, käufer zu täuschen. man sieht ein schwarzweißfoto von willie mit seiner zerschundenen gitarre. dieses bild sehend, vermutet man "aha, willie nelson aufs wesentlichste reduziert, im rick-rubin-stil". zu hören kriegt man aber willie nelson, zum pseudopopstar gepimpt. andererseits hat das foto aber auch wieder etwas ehrliches: willie nelsons augen sind nämlich abgeschnitten - er konnte vermutlich nicht hinschauen.

ein kleines ereignis bietet diese platte dennoch: man erlebt verblüfft, wie der große, wilde willie nelson sogar in diesem peinlichen setting seine würde bewahrt. am ende ist er stärker als all der kitsch, den man ihm hier zumutet.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 7, 2010 2:48 AM MEST


Teatro
Teatro
Preis: EUR 12,66

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen wüstensound, 11. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Teatro (Audio CD)
willie nelson in den händen von produzent daniel lanois: eine gewagte mischung, aber sie funktioniert.

lanois schüttet seinen unvergleichlich kargen, reduzierten, schroffen wüstensound über (großteils alte und vergessene) stücke von nelson und fällt zum glück nur selten in seine texmex-manierismen. das ergebnis: nelson und seine songs blühen richtiggehend auf.

was dieses album darüber hinaus besonders macht: es ist eigentlich ein duett-album - emmylou harris verdelt 11 von 14 liedern mit ihrer großartigen zweiten stimme.

fazit: ein bemerkenswertes, wenn auch nicht unbedingt überragendes album.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 11, 2010 12:27 PM CET


Brand New Testament
Brand New Testament
Wird angeboten von mivendo UG
Preis: EUR 11,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gospel headbangen, 10. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Brand New Testament (Audio CD)
einige vergleichen diese band mit skunk anansie. die parallelen erschöpfen sich allerdings darin, dass sänger K ebenso wie skin von skunk anansie schwarz, glatzköpfig und ein mann ist (pardon, den konnt ich mir nicht ersparen...).

beide bands werden manchmal als soul-punker bezeichnet. naja ... in wahrheit machen mo solid gold klassischen r & b, wie man ihn aus den sixties und frühen seventies kennt, nur spielen sie ihn natürlich modern, also verschärft, und reichern ihn mit allem an, was sie im zitatewörterbuch finden konnten: doors-orgeln, motown-verweisen, gospel-chören, keith-richards-gitarrenriffs, new-wave-bässen, disco-schlagzeug ...

man kann sie mit lenny kravitz vergleichen, mit hendrix, mit den stones, mit ike und tina turner, auch mit der britpoppigen soulseligkeit von ocean colour scene, man kann sie auch in bezug setzen zum neo-soul, neo-disco und sogar zum new new wave - in wahrheit bleiben die völlig einzigartig. das hat auch etwas damit zu tun, dass es die band schon länger gab (unter dem namen these animal men) und sänger K erst später dazukam. von ihnen kommt der rock, von ihm der gospel. und das hört man auch, die band hat etwas unhomogenes, von sollbruchstellen durchzogenes, das sich manchmal im songwriting unangenehm bemerkbar macht - aber unterm strich der gruppe eine sehr interessante aura der ungewissheit gibt.

man weiß nicht recht, wohin mit denen - also am besten in den cd-schacht.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 12, 2010 10:35 AM CET


Beat the Devil's Tattoo
Beat the Devil's Tattoo
Wird angeboten von cd-lp-buch-film
Preis: EUR 34,95

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen in shape, 10. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Beat the Devil's Tattoo (Audio CD)
das ist die rückkehr des brmc zu jener form, in der er am meisten geliebt wurde: der der ersten beiden alben. wobei form hier beides bedeutet - einerseits gestalt, weise, erscheinungsart, andererseits verfassung, fitness.

(und das soll keine kritik an "howl" sein, auch dieses amerikanische musikroadmovie ist auf seine art großartig).

"beat the devil's tattoo" ist - bis auf wenige, aber umso spannendere ausflüge ins gespenstisch verdüsterte alternative-folk-fach - dröhender, brüllender, sich durch geist und körper fräsender garagenrock, der mehr als nur eine ahnung hat vom punk, vom acidrock, aber auch vom minimal-blues-krach der white stripes oder der jon spencer blues explosion - und außerdem von neil young und crazy horse, wenn sie sich in den feedback-sturm stellen.

entscheidend aber ist, dass dieses erstaunlich lange album von soviel kraft, wut und dringlichkeit, von soviel künstlerischem furor betrieben wird, dass ihnen im orkan aus verzerrten gitarren, bässen und wild geheulten strophen nie die spannung runterfällt.

ach ja: einen neuen drummer haben die, aber der klingt um nichts anders. brmc waren immer das baby der herren an bass und gitarre.

tolles album.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 4, 2010 11:29 AM MEST


Drama
Drama
Wird angeboten von all-my-music-rheingau
Preis: EUR 12,59

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen übergang, 9. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Drama (Audio CD)
ein wirklich interessantes album, von vielen fans gehasst. es stellt sozusagen den übergang dar von den progrockern zur progressive-pop-band, die mit "90125" auch in einem neuen genre ein fantastisches album ablieferten.

die band hier ist eine art gemisch aus klassischen yes und den buggles. jon anderson ging, also stellte sich produzent trevor horn selbst ans mikro, wo er als anderson-stuntman einen sehr brauchbaren job abliefert, er imitiert den falsettgesang sehr gut.

geboten wird mehr rock als prog (steve howe lässt diesmal die elektrische heulen) plus ein echo von new wave.

die produktion ist fast zu brav, die songs sind sehr hübsch, nur nicht wirklich zwingend. das ganze klingt ein bisschen distanziert, als sei man sich selber nicht so ganz sicher dabei ...

aber übel ist das hier keinesfalls, ein schönes album auf dem weg zum fantastischen "owner of a lonely heart".
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 10, 2010 11:02 AM CET


A Bigger Bang
A Bigger Bang
Wird angeboten von Dirty Deals!
Preis: EUR 12,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sound, 9. März 2010
Rezension bezieht sich auf: A Bigger Bang (Audio CD)
Wie bei jedem neuen Stones-Album seit gut 20 Jahren ist die Aufregung vorher größer als nachher. Die Anti-Republikaner-Nummer "Sweet Neo Con" machte Vorab-Schlagzeilen. Keith Richards kommentierte den verkaufsfördernden Aufruhr so: "Ein kleiner politischer Sturm im Wasserglas". Warum sie immer noch Musik machten? Mick Jagger: Es gehe darum, "die Arbeit zu tun, die dir Spaß macht". Und: "Wenn man kreative Energie hat, spielt das Alter keine Rolle."
Energie bietet das neue Album ausreichend - außerdem einige der smartesten Gitarrenriffs der Bandgeschichte. Der Sound ist endlich wieder trocken und roh, gespielt wird ganz ausgezeichnet - vor allem von Mick Jagger, der inzwischen sogar Slide-Gitarre und Bass bedient. Auch wenn einzelne Songs sehr stark klingen, wird man aber nie das Gefühl los, bei den Gesangsmelodien wäre mehr gegangen.
Die 16 Songs im Detail:
1. "Rough Justice": Das Album beginnt mit einem extratrockenen Keith-Richards-Gitarrenriff, das viel verspricht. Der Song hält jedoch wenig davon, er ist ein mit viel Slide-Gitarre behübschter Hardrock-Gröler mit Sexgockel-Text, der sehr stark an "You Got Me Rockin'" von 1994 erinnert.
2. "Let Me Down Slow": Eine typische Mick-Jagger-Komposition mit vorhersehbaren Akkordwechseln in Strophe und Bridge - aber einem überraschenden Refrain. Das originellste Stück.
3. "It Won't Take Long": Wieder so ein wunderbar dürres Bluesrock-Riff, aus dem sich wenig mehr entwickelt als ein behäbiger Refrain.
4. "Rain Fall Down": Ein Discofunk-Imitat, wie es die Stones seit Hot Stuff" (1975) häufig - und meist mit Stil und Gefühl - bieten. Wieder hat man das Gefühl, da wäre mehr drin. Interessanter Sozialporno-Text.
5. "Streets Of Love": Die typische Jagger-Pop-Ballade, textlich und musikalisch fast unglaubwürdig waidwund.
6. "Back Of My Hand": Schön zu hören, dass sie den imitierten Delta-Blues ihrer Früh-Frühzeit noch immer können. Mick Jagger spielt derart triefend Harp und Slide-Gitarre (!), dass Brian Jones stolz auf ihn wäre. Dazu ein beunruhigend unklarer, visionärer Text. Die stärkste Nummer.
7. "She Saw Me Coming": Das nächste hinreißende Riff, der nächste halbstarke Refrain.
8. "Biggest Mistake": Netter, ein wenig zahmer Pop-Schlager, klingt wie ein Restl vom letzten Jagger-Soloalbum.
9. "This Place Is Empty": Die Überraschung dieser Platte. Keith Richards hat sich zum glaubwürdigen Crooner entwickelt - und liefert, von Jaggers schmerzerfüllter zweiter Stimme getragen, das ergreifendste, schönste Stück des Albums ab. Berührend.
10. "Oh No Not You Again": Wie gehabt - starke Gitarren, Bierbauch-Refrain. Akzeptable Radau-Rock-Etüde, böser Text.
11. "Dangerous Beauty": Nicht akzeptable Radau-Rock-Etüde. Blöder Text.
12. "Laugh, I Nearly Died": Hinterhältiger, inspirierter Soulblues, Jagger prahlt, leidet, kreischt, windet sich, die Gitarren folgen atemlos.
13. "Sweet Neo Con": Die Musik, fiebriger Reggaeblues, wirkt ebenso improvisiert wie der deftige, unsubtile Text.
14. "Look What The Cat Dragged In": Klingt wie eine INXS-Parodie, und das ist eigentlich unter ihrer Würde.
15. "Driving Too Fast": Aufgeregter Rocker. Wieder ein tolles Keith-Riff! Wo nimmt der die alle her?
16. "Infamy": Auch die zweite von Keith gesungene Nummer - dampfender Rock-Blues - , macht Freude.

Fazit: Vier mich gehen sich vier Sterne knapp aus. Wie bei ihrem anderen "Doppelalbum" ("Exile On Main Steet") geht es hier weniger um die einzelnen Songs, als um den Sound. Und der ist packend, trocken, reduziert, dicht, glaubwürdig. Ein Album, das ich öfter höre, als ich gedacht hätte - ein Album wie ein einziger Song.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 12, 2010 7:42 PM CET


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