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Kerstin Wiedemann "Ameise" (Flensburg)
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Fremde vom Himmel. Star Trek
Fremde vom Himmel. Star Trek
von Margaret Wander Bonanno
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr originelle Alternative zum 8. Star Trek-Film, 8. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Fremde vom Himmel. Star Trek (Broschiert)
"Fremde vom Himmel" - so lautet der Titel eines Buches, das im späten 23. Jahrhundert für Furore sorgt. Immerhin widerspricht es der allgemein gängigen Geschichte des ersten Kontaktes zwischen den Menschen und einer außerirdischen Rasse. Offiziell fand der Erstkontakt im Jahre 2058 statt, als ein Raumschiff von der Erde Alpha Centauri erreichte. Und nun schlägt "Fremde vom Himmel" ein wie eine Bombe, indem es eine völlig andere Version erzählt. Laut diesem Buch fand der tatsächliche Erstkontakt schon drei Jahre früher statt, als ein vulkanisches Raumschiff in den Pazifik stürzte und zwei der Insassen gerettet werden konnten.

Nach langem Zureden ist es Dr. McCoy endlich gelungen, Admiral Kirk zum Lesen dieses Buches bewegen - und bereut es kurze Zeit schon wieder: Zwar ist sein bester Freund sofort Feuer und Flamme für den Roman, allerdings in einem ungesunden Ausmaß, das schon an Besessenheit grenzt. Kirk glaubt sich an die Ereignisse in diesem Buch erinnern zu können, so als wäre er damals dabei gewesen, und dass die Sache in einer Katastrophe endete. Nach und nach zweifelt Kirk an seinem Verstand, bis Spock ihm mitteilt, ganz ähnliche Visionen zu haben. Mittels Gedankenverschmelzung versuchen die beiden, die verborgenen Erinnerungen wieder ans Tageslicht zu bringen. Ausgangspunkt der gemeinsamen "Reise" in die Vergangenheit ist die Zeit, als Kirk gerade das Kommando über die Enterprise bekam und mit seinem neuen Ersten Offizier Spock zunächst nicht ganz glücklich war...

Wie man sich anhand der Inhaltsangabe schon denken kann ist dieser Roman in der Zwischenzeit natürlich hoffnungslos veraltet. Nicht nur der offzielle Star Trek-Kanon setzte die Ereignisse dieses Buches mit dem achten Kinofilm gnadenlos außer Kraft, sondern auch das wirkliche Leben. In dieser Geschichte, die sich größtenteils im Jahr 2045 abspielt, sind beispielsweise die Ostblockstaaten noch genau so sozialistisch wie anno 1987, dem Erscheinungsjahr des Buches. Wer sich nicht darauf einlassen kann oder will, dem entgeht einer der lesenswertesten TOS-Romane überhaupt. Denn ob überholt oder nicht: Die Handlung dieses Buches ist so dicht, originell und gut durchdacht wie in kaum einem anderen Star Trek-Roman. "Fremde vom Himmel" ist enorm kurzweilig und unterhaltsam, so dass man das Buch trotz seiner verhältnismäßig hohen Seitenzahl zügig durchlesen kann. Der Aufbau der Geschichte ist sehr geschickt gemacht und trotz der recht komplexen Struktur gut nachvollziehbar. Was Star Trek-Romane für mich so reizvoll macht ist unter anderem die Möglichkeit, die Serien und Filme durch Geschichten zu bereichern, die auf dem Bildschirm bzw. der Kinoleinwand kaum zu realisieren wären. "Fremde vom Himmel" hat mit seiner breit angelegten Rahmenhandlung und den vielen Schauplätzen definitiv Kinoformat, nur eben in Romanform.

Die Geschichte spielt sich in drei verschiedenen Zeiten ab: im Jahr 2045, in der Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Film und unmittelbar vor der Episode "Die Spitze des Eisbergs". Zu den Hauptprotagonisten des Romans zählen neben Kirk und Spock daher Figuren aus eben jener Folge: Gary Mitchell, Dr. Elizabeth Dehner und Lee Kelso. Auffällig ist hierbei das sehr freundschaftliche, fast schon kumpelhafte Verhältnis zwischen dem damals blutjungen Captain und seiner Crew, mit Ausnahme von Spock. Wie man erfährt, konnten sich Kirk und Spock am Anfang ihrer gemeinsamen Dienstzeit nicht besonders gut leiden; eine interessante Parallele zum 11. Kinofilm. Während der Reise in die Vergangenheit lernt Kirk dann, Spock zu vertrauen, bis sich diese einzigartige Freundschaft zwischen den beiden entwickelt - hier für meinen Geschmack ein wenig zu sehr! Man lasse sich nur mal folgenden Ausschnitt auf der Zunge zergehen (S. 471):

Spock trat näher heran - eine hilfsbereite, schützende Präsenz. "Es war eine starke Stimulation notwendig, um unsere Reminiszenzen zu reaktivieren."
"Mir ist kalt", stieß Kirk hervor, von sich selbst überrascht. Er wandte sich dem Kamin zu, entzündete ein Feuer. Spock blieb neben ihm, um seine Seele zu wärmen.

Anhänger der K/S-Fanstorys dürften ihre helle Freude daran haben...

Und damit wären wir auch schon bei den Schwächen des Romans. Nein, es sind nicht die Kanon-Widersprüche, die meine Begeisterung ein wenig dämpfen, sondern etwas wesentlich Schlimmeres: Die Charaktere sind meiner Meinung nach sehr unglaubwürdig dargestellt. Spock wirkt gefühlsduselig, Kirk zu unbeherrscht, Kelso scheint einfach alles zu können. Ganz am Anfang werden zwei Tangfarmer namens Yoshi und Tatya vorgestellt, die zunächst sehr gut beschrieben werden und große Teile der Handlung tragen, aber gegen Ende hin immer mehr in der Bedeutungslosigkeit versinken. "Fremde vom Himmel" hat ein sehr simples Gut-Böse-Schema: Es gibt nur das eine oder das andere, ohne Grauzonen. Entweder sind die Figuren edel, hilfreich und gut (wie z.B. Spocks Vorfahr Jeremy Grayson) oder aber Schurken der übelsten Sorte, die in einem James-Bond-Film nicht stereotyper sein könnten. Die einzige, leider unrühmliche Ausnahme stellt Melody Sawyer dar. Sie steht zwar eigentlich auf der Seite der "Guten", nervt aber total mit ihrer engstirnigen Sichtweise und ihrem Rassismus.

Kritik muss sich auch der Heyne-Verlag gefallen lassen. Der Name der Autorin besteht aus drei Wörtern, und man hat es tatsächlich fertiggebracht, auf dem Cover jedes einzelne von ihnen falsch zu schreiben ("Margret Wonder Bonano" statt "Margaret Wander Bonanno")! Wenigstens auf dem Buchrücken steht der Name dann korrekt da.

Trotz der Kritikpunkte muss man dem Roman zugutehalten, dass er auf jeden Fall ein ganz besonderer Star Trek-Roman ist, den man nicht so schnell wieder vergisst. Und ganz ehrlich - meiner Meinung nach steht der hier beschriebene Erstkontakt jenem im achten Film in nichts nach. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Reaktionen auf Außerirdische auf der Erde ungefähr so ausfallen könnte wie in dieser Geschichte. Schön finde ich übrigens noch, dass die "Aliens" zur Abwechslung mal nicht in den USA landen, sondern im Südpazifik, und dass die Ehre des Erstkontakts einem Japaner und einer Ukrainerin zuteil wird. Originelle Ideen wie das "Buch-im-Buch"-Konzeptes und des rückwärts durch die Zeit reisenden Ägypters werten das Buch gehörig auf. Erfreulicherweise sind auch die Szenen, die ohne die bekannten Charaktere auskommen, sehr interessant; etwas, das längst nicht in jedem Star Trek-Roman der Fall ist.

Fazit: Wenn man den Kanon einfach mal ausblenden kann, würde ich dieses Werl jedem trekbegeisterten Bücherwurm empfehlen. Punktabzug gibt es lediglich für die ziemlich platten Charakterbeschreibungen.

Star Trek: Voyager: Full Circle (Star Trek Voyager (Paperback Unnumbered))
Star Trek: Voyager: Full Circle (Star Trek Voyager (Paperback Unnumbered))
von Kirsten Beyer
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tadaaaa: Der beste Voyager-Roman aller Zeiten!, 27. September 2011
Ich weiß noch genau, wie es für mich war, als die letzte "Voyager"-Folge "Endspiel" erstmals bei Sat 1 lief. Die ganze Zeit war ich völlig hingerissen von diesem packenden Zweiteiler, aber als sich die Sendezeit bedrohlich dem Ende näherte und sich Captain Janeways Crew immer noch im Delta-Quadranten befand, stellte ich mir die bange Frage, wie um alles in der Welt die Geschichte in den paar Minuten noch zu einem angemessenen Abschluss gebracht werden sollte. Und zack - auf einmal erreichte die Voyager wieder den heimatlichen Alpha-Quadranten, und damit war die Serie vorbei. Das war also der Moment, dem man sieben Staffeln lang entgegenfieberte. Und nun?

Wie schon bei anderen Star Trek-Serien auch, wurde erfreulicherweise auch VOY in Romanform weitererzählt. In vier Romanen von Christie Golden erlebten die Crewmitglieder neue Abenteuer. Und dann... starb Kathryn Janeway. Noch nicht mal in einem "Voyager"-Roman, sondern in "Heldentod" aus der TNG-Reihe. Kurze Zeit später wirbelten die Ereignisse aus "Destiny" die Star Trek-Bücherwelt gehörig durcheinander. Wieder stellte sich die Frage: Und nun? Wie ging es jetzt mit der Voyager und ihrer Crew weiter?

Sicher hatten es die Romane, die sich unmittelbar an die spektakuläre "Destiny"-Trilogie anschlossen, nicht gerade einfach. Captain Picards Crew widmete sich in "Den Frieden verlieren" der humanitären Hilfe, die Titan kehrte in "Stürmische See" sehr schnell wieder zum Forschungsalltag zurück, und mit "Einzelschicksale" erlebten wir eine sachliche Sichtweise aus Politikerperspektive auf die Auswirkungen der verheerenden Borg-Schlacht. Kirsten Beyer ging die Sache ein wenig anders an. Statt die Handlung ihres "Voyager"-Romans ebenfalls direkt an die "Destiny"-Trilogie anknüpfen zu lassen, erzählt sie eine komplexe Geschichte, die sich über den Zeitraum von drei Jahren hinzieht, die Handlungsstränge aus den Vorgängerromanen aufgreift und das Geschehen vor, während und nach "Destiny"einschließt. Dabei springt die Handlung in der Zeit vor und zurück, und wer bei so etwas leicht den Überblick verliert (wie ich zum Beispiel), sollte sich beim Lesen besser ein paar Notizen machen. Es lohnt sich auf jeden Fall!

Schon der Epilog hat es in sich: In einem Restaurant in Venedig wartet Chakotay auf Janeway, mit der er sich verabredet hat, doch sie taucht nicht auf. Von ihrem ehemaligem Verlobten muss Chakotay erfahren, dass Kathryn tot ist.
Knapp zwei Jahre zuvor (2378): Die alte Stammbesatzung arbeitet noch einmal zusammen, um B'Elannas und Toms kleine Tochter Miral, die laut einer Prophezeihung eine Art Messias für das klingonische Volk sein soll, vor zwei rivalisierenden Sekten zu beschützen. Danach trennen sich die Wege der meisten wieder, um erst wieder zu einem tragischen Anlass zusammenzufinden: Kathryn Janeways Trauerfeier.

Damit wäre knapp die Hälfte des recht umfangreichen Romanes vorbei und wir wieder beim Anfang des Buches, aber eigentlich geht es jetzt erst richtig los. Die Zeit fliegt nun dahin, und zwischendurch kommt es immer wieder zu Rückblicken, wodurch das Tempo deutlich anzieht und der Leser mehr als vorher gefordert wird. Im ersten Teil war der Roman ein reines "Voyager"-Abenteuer, das die Handlung der Vorgängerromane weitererzählte. Ab jetzt jedoch fügt sich das Geschehen nahtlos in die Ereignisse anderer ST-Romanreihen ein, insbesondere natürlich denen von "Destiny". Im zweiten Band der Trilogie konnte man ja schon erfahren, dass auch die Voyager an vorderster Front gegen die Borg kämpfte und schwer beschädigt aus der Schlacht hervorging. Wer jetzt ausufernde Raumschiff-Ballerszenen erwartet, irrt: Mehr als alles andere stehen die Charaktere im Vordergrund. Kirsten Beyer trifft jede einzelne der bekannten Figuren perfekt und stellt deren Seelenleben so anschaulich dar, dass man als Leser so richtig schön mitfühlen, oder in diesem Fall, mitleiden kann. "Full Circle" ist gerade deshalb ein Roman, der einen streckenweise ganz schön runterzieht. Die Grundstimmung ist sehr bedrückend und manchmal regelrecht deprimierend. Je weiter ich las, umso stärker kam bei mir der Gedanke auf, die Voyager wäre wohl besser im Delta-Quadranten geblieben. Für fast alle Charaktere brachte die Heimkehr kein Glück, ganz im Gegenteil. Ausgerechnet Harry Kim, wohl derjenige, der sich am allermeisten auf die Rückkehr in den Alpha-Quadranten freute, zieht am Ende verbittert Bilanz:

"It's not right. And no matter how I try to look at it, it's never going to be right again. It doesn't make any sense. It's like I had this life, and then I somehow wandered down the wrong path and ended up in some alternate reality."

Wenn man sich die Handlung von "Full Circle" so ansieht, kann man ihm da nur beipflichten. Harry selbst: lebensgefährlich verletzt und von seiner Verlobten verlassen. Janeway: tot. Chakotay: körperlich und seelisch ein Wrack. Seven: ebenfalls psychisch in einem desolaten Zustand. Paris und Torres: aus Angst um ihre Tochter zu einer verzweifelten Maßnahme gezwungen. Tuvok: verlor seinen Sohn (siehe "Destiny 3"). Einzig der Doktor brachte sein Leben nach dem unfreiwilligen Aufenthalt im Delta-Quadranten recht gut auf die Reihe.

Ja, der Roman ist deprimierend, aber er ist gut - verdammt gut sogar. Die "Voyager"-Romanserie ist bis auf wenige Ausnahmen ja eher von bestenfalls mittelmäßigen Werken geprägt, aber "Full Circle" ist ein echter Hammer. Es ist eines jener Bücher, die einen völlig gefangennehmen; eines jener Werke, bei denen man sich den Feierabend herbeisehnt, um endlich weiterlesen zu können. Die emotionale Wucht der Geschichte haut einen förmlich um, und mehr als einmal hatte ich beim Lesen einen dicken Kloß im Hals. Zwar hat der erste, etwas zu klingonenlastige Teil des Buches eine leichte Überlänge, aber dafür ist die zweite Hälfte schlichtweg zum Niederknien. Ganz ehrlich: Schon allein dieser Roman würde die Veröffentlichung der VOY-Relaunchreihe in Deutschland rechtfertigen (kleiner Wink mit dem Zaunpfahl an den Cross Cult-Verlag). Als einziger Roman im Kielwasser von "Destiny" kommt "Full Circle" ähnlich episch und mitreißend wie die Borg-Trilogie daher, mit dem Vorteil, dass Kirsten Beyer ein noch besseres Gespür für die Charaktere aufbringt als ihr Kollege David Mack. Dieses Buch wird sicher auch ST-Romanleser begeistern, die sich normalerweise nicht so recht für "Voyager" erwärmen können. Obwohl er vorwiegend von starken Charaktermomenten und großen Emotionen geprägt wird, weist er auch einen beachtlichen Spannungsbogen auf. Bemerkenswert sind noch die clever aufbebaute Handlung und der sehr einfühlsame Schreibstil.

Lange Rede, kurzer Sinn: "Full Circle" ist wirklich ganz großes Kino und für mich einer der besten Star Trek-Romane überhaupt. Unbedingt empfehlenswert!

Der verwundete Himmel. Star Trek
Der verwundete Himmel. Star Trek
von Diane Duane
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Verstehe leider nur Bahnhof... o_O, 21. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Der verwundete Himmel. Star Trek (Broschiert)
Die Enterprise wird mit dem hochmodernen Inversionsantrieb ausgerüstet, der es möglich macht, im wahrsten Sinne des Wortes zu neuen Galaxien aufzubrechen. Das erste Ziel des Schiffes ist die Kleine Magellansche Wolke. Während des Fluges mit dem neuen Antrieb macht fast die gesamte Crew die merkwürdige Erfahrung, dass ihre Persönlichkeiten mit denen anderer Crewmitglieder oder sogar mit der Enterprise selbst verschmelzen. Doch das ist nicht das Schlimmste: Innerhalb der Kleinen Magellanschen Wolke scheint die Zeit stillzustehen, die Gesetze der Physik werden außer Kraft gesetzt. Schuld daran ist der Inversionsantrieb...

Diane Duanes Romane gehören eindeutig zu den anspruchsvolleren Werken unter den Star Trek-Büchern. Bei "Der verwundete Himmel" wird das bereits beim Lesen des alleresten Abschnitts klar:

"Das Problem beim Warten im Weltraum, um ein Raumschiff vorbeikommen zu sehn, liegt daran, daß ein Schiff, wenn es sich im Warp-Antrieb befindet, kaum vorhanden ist. Der Anderraum, in den das Warp-Feld es einbettet, ist eben anders; ein benachbartes, alternatives Universum, in dem die Naturgesetze anders sind, wo das Licht sich viele tausendmal schneller bewegt als in dem Universum, in dem die sechshundertdreiundachtig Spezies der Menschen beheimatet sind. Ein Raumschiff im Warp trägt eine Schale dieses Anderraums mit sich, so daß es sich in ihr mit vielfacher Lichtgeschwindigkeit durch das Analog-Universum bewegt, ohne überhaupt wirklich in unserem Universum zu sein oder gegen seine kaum meßbar niedrige Lichtgeschwindigkeit anzukämpfen. Innerhalb des Schiffes sind die Sensoren natürlich darauf kalibriert, die leichten Abweichungen des anders-universalen Sternenlichtes zu korrigieren, das alle Menschenrassen so störend finden. Außerhalb des Schiffes ist alles, was von dessen Passieren zu sehen ist, ein Zittern von Sternenlicht, da der Raum selbst erschüttert wird, sich wellt und langsam wieder glättet. Im Herzen dieses Schimmerns mag sich ein sehr schwacher, fahler Abglanz von Licht zeigen, nicht einmal ein Bild. Eine Impression, eine Andeutung, vielleicht nur eine Illusion."

Eines steht fest: Ich werde nie einen Diane-Duane-Roman im Original lesen...

"Der verwundete Himmel" war der erste Star Trek-Roman der Autorin und rückt die gesamte Crew als Gemeinsschaft stark in den Vordergrund. Die flachen Hierarchien, der vertraute Umgang miteinander und der deutlich erkennbare gegenseitige Respekt erzeugen eine angenehme, familiäre Atmospäre. Dieses Buch beinhaltet auch den ersten Auftritt von wiederkehrenden Figuren wie Herb Tanzer oder Lia Burke. Typischerweise treten in Diane-Duane-Büchern sehr exotische Aliens auf - hier sind es also die Hamalki, eine spinnenartige Spezies. Eine von ihnen ist die Wissenschaftlerin K't'lk, die den Inversionsantrieb entwickelt hat und die Crew auf ihrer Mission begleitet. K't'lk gibt zwar die ganze Zeit einen unverständlichen wissenschaftlichen Kauderwelsch von sich, ist aber auf Grund ihrer umgänglichen und offenen Art eine sehr sympathische Figur, die ich gerne noch einmal wiedergesehen hätte.

Der Roman beginnt in gemächlichem Tempo, aber auch dies ist man schon gewöhnt. Also wartete ich geduldig auf die Stelle im Buch, an dem die Handlung Fahrt aufnimmt. Leider sollte dieser Moment nie kommen. Die Enterprise-Crew schwafelte ununterbrochen über die traumartigen Erlebnisse während des Inversionsantriebes, und das auf eine unerträglich ausschweifende und gestelzte Art. Zwischendurch tauchte dann doch mal eine Stelle im Buch auf, an der ich dachte, es könnte doch noch ganz spannend werden: Man plant nämlich eine Untersuchung jenseits der Kleinen Magellanschen Wolke, trotz der drohenden Gefahr, dort in der festgefrorenen Zeit gefangen zu sein. Aber statt des erhofften packenden Abenteuers folgte nur noch mehr esoterisches Psychogebrabbel, das sich für mich wie die Beschreibung eines Drogentrips las. Ich fand überhaupt keinen Zugang zu dieser Geschichte und kämpfte irgendwann nur noch darum, den Roman irgendwie hinter mich zu bringen.

Die schlechte Übersetzung tut ihr Übriges, um den ohnehin schon spärlich vorhandenen Lesespaß zusätzlich zu trüben. Mal abgesehen davon, ständig auf Anglizismen wie "Starship", "Star Base", "Maelstrom" und auf Kreationen wie "Navo-Computer" zu stoßen, scheint der Übersetzer auch ein echtes Faible für Bindestriche zu haben. Der Text ist gespickt mit Substantiven, die ohne Bindestrich zweifellos schöner aussehen würden: "Warp-Antrieb", "Energie-Verlust", "Ruder-Konsole" (autsch!), "Brücken-Crew", "Photonen-Torpedos", "Büro-Komplex", "Impuls-Triebwerke" etc. Da bekommt man Lust, das Buch in die nächste Müll-Tonne, - ähm, Mülltonne zu schmeißen!

Erwähnenswert wäre da noch ein Widerspruch gegen den offiziellen Kanon: Auf Seite 182 erinnert sich Kirk daran, früher mal einem Buckelwal begegnet zu sein. Tja, als Star Trek-Romanautor hat man es wirklich nicht leicht. Wie soll man im Jahre 1983 darauf kommen, dass diese Spezies nur wenig später für ausgestorben erklärt wird?

Fazit: Es tat mir noch nie so leid wie hier, einem Star Trek-Roman eine negative Gesamtbeurteilung zu verpassen, weil ich weiß, dass dieses Buch eigentlich gar nicht schlecht ist. Es liegt allein an mir, da ich überhaupt keinen Draht zu psychologischen Themen habe und mir das Buch schlichtweg zu hoch ist. Die Ansätze finde ich ausgesprochen interessant und auch die Chemie zwischen den Charakteren stimmt, aber die Umsetzung geriet so anstrengend und teilweise regelrecht unlesbar, dass ich sehr froh war, als ich das Buch endlich durchhatte.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 25, 2011 11:13 AM MEST


Star Trek - New Frontier: The Captain's Table - Gebranntes Kind
Star Trek - New Frontier: The Captain's Table - Gebranntes Kind
von Peter David
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bittere Lehrstunde für Mackenzie Calhoun, 18. August 2011
"The Captains Table" ist eine Bar der besonderen Art: Sie ist nur für Captains oder vergleichbare Anführer aller Zeiten geöffnet. Es gibt keinen bestimmten Ort für diese Bar; von Zeit zu Zeit erscheint sie einfach irgendwo, so auch für Mackenzie Calhoun. Weil es im "Captain's Table" üblich ist, eine persönliche Geschichte zu erzählen, berichtet Calhoun, warum er vor Jahren seine Sternenflottenuniform an den Nagel hängte.

Viel mehr möchte ich vom Inhalt gar nicht verraten, weil man in dieser Geschichte schon recht früh erahnen kann, wie sie ausgeht. Schon in den ersten "New Frontier"-Romanen wurde erwähnt, dass Calhouns Kündigung irgendwie mit einem Vorfall während seiner Zeit als Erster Offizier auf der U.S.S Grissom zu tun hatte; worum es dabei genau ging, blieb allerdings unklar. Hier erfahren wir endlich alles über dieses Ereignis, und zwar aus Calhouns Sicht. Es ist eine sehr bedrückende, tragische Geschichte um Loyalität, innere Zerrissenheit und menschliche Abgründe, die wirklich an die Nieren geht. Als Peter-David-Roman ist dieses Buch zwar trotzdem nicht hundertprozentig bierernst, aber weit entfernt von den typischen Gute-Laune-Geschichten des Autors.

Dieses Werk bringt uns Mackenzie Calhoun weit näher als die bisher erschienenen "New Frontier"-Romane. Bislang wirkte er auf mich wie eine Art Superhelden-Captain, dessen Instinkte unfehlbar sind, der keinerlei Respekt vor seinen Vorgesetzten hat und der in jeder Hinsicht ein Macher ist. Hier lernen wir mal eine ganz andere Seite seiner Persönlichkeit kennen: Zunächst als jungen Rebell auf seinem Heimatplaneten Xenex, der zum ersten Mal jemanden getötet hat und dies nur schwer verarbeiten kann. Später erleben wir Calhoun als jungen Commander auf der Grissom, der sich mit seiner schroffen Art nicht überall beliebt macht, der sich Dinge schönredet, anstatt sie zu hinterfragen, der Befehle ausführt, obwohl er spürt, dass sie falsch sind. Auch die Crew der Grissom erscheint tief gespalten. Die Offiziere beäugen sich misstrauisch, es bilden sich Verbündete und Gegner - ganz anders als die üblichen Sternenflottencrews, die fast stets tadellos wie eine gut geölte Maschinerie funktionieren.

Wie schon erwähnt, ist die Handlung ziemlich vorhersehbar. Dies wurde aber vom Autor bewusst so angelegt, denn viele Kapitel enden mit einer Andeutung, dass sich etwas Schlimmes anbahnen wird. Gerade dieses Wissen ist es aber, was die Spannung gewaltig ansteigen lässt. Man zittert regelrecht vor dem, was da kommen mag. Für Action ist ebenfalls gesorgt, und vor allem das Kapitel "Der Schacht" ist mit das Spannendste, was ich jemals in ST-Romanen gelesen habe! Aber es sind vor allem die nachdenklichen Momente, die diesen Roman so stark machen: Die moralische Zwickmühle in der Calhoun steckt, ist so greifbar, dass sie schon allein vom bloßen Lesen kaum zu ertragen ist. Erfreulicherweise verzichtet Peter David hier gänzlich auf die für ihn typischen Übertreibungen, die hier einfach fehl am Platze wären. Die beklemmende Atmosphäre wird allein durch die ironischen Dialoge etwas aufgelockert, die mir beim Lesen trotz des ernsten Themas ab und zu ein Schmunzeln entlocken konnten.

Neben Calhoun sind auch die anderen Figuren wunderbar gelungen. Jede einzelne von ihnen wird so bildhaft zum Leben erweckt, dass man sie regelrecht vor sich sieht. Als erstes muss ich natürlich sagen, dass es mich freut, dass mit Katerina Müller endlich mal ein wiederkehrender deutscher Charakter einen Platz im (inoffiziellen) Star Trek-Universum gefunden hat. Zwar ist Frau Müller als typische Deutsche natürlich ein Ausbund an Förmlichkeit, Disziplin und Humorlosigkeit (man stelle sich jetzt mein genervtes Augenrollen vor), aber wirklich eine sehr coole, starke Person mit dem Herz auf dem richtigen Fleck. Gut finde ich auch, dass ihr Nachname, im Gegensatz zum Original, mit "ü" statt mit "ue" geschrieben wird.
Romeo Takahashi hingegen ist ein echter Sympathiebolzen, genau wie Mick Gold. Ich war aber schon einigermaßen überrascht zu erfahren, dass Müller, Takahashi und Gold zur Stammbesetzung der Excalibur gehören. Entweder habe ich das in den Vorgängerromanen überlesen, oder die drei wurden bisher noch nicht erwähnt. Jedenfalls würde ich mich sehr über ein Wiedersehen freuen. Am eindrucksvollsten ist aber Norman Kenyon geschildert, der Captain der Grissom. Ich würde zuviel von der Handlung vorwegnehmen, wenn ich genauer auf ihn eingehen würde, deshalb verrate ich nur, dass die Szenen mit ihm die eindringlichsten und besten im ganzen Buch sind.

Das Konzept mit dieser Bar, die sich, wenn überhaupt, nur für Captains öffnet, wirkt im Star Trek-Universum freilich ein wenig deplaziert. Ich finde ja, dass diese wunderbare Kneipe eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Haus der Familie Black oder dem Raum der Wünsche aus den "Harry Potter"-Romanen hat. Tatsächlich wäre die Bar dort besser aufgehoben als bei Star Trek, aber wenn sie als Aufhänger für solche tollen Geschichten wie "Gebranntes Kind" dient, soll es mir nur recht sein.

Fazit: "Gebranntes Kind" gehört zu den besten Peter-David-Romanen, und wenn man die fast durchweg hohe Qualität seiner Werke betrachtet, will das wirklich etwas heißen. Auf verhältnismäßig wenigen Seiten entfaltet sich eine beklemmende Geschichte mit Tiefgang und von einer beeindruckenden Intensität. Dies ist keiner der unzähligen ST-Romane, die man durchliest und abhakt, sondern der noch lange nachwirkt. Ich jedenfalls werde Mackenzie Calhoun von nun an mit ganz anderen Augen sehen.

Star Trek - Vanguard 6: Enthüllungen
Star Trek - Vanguard 6: Enthüllungen
von Dayton Ward
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vier Appetithäppchen, nicht mehr, 16. August 2011
Endlich, endlich geht sie weiter, die beste Star Trek-Romanserie der letzten Jahre, wenn auch anders als gewohnt: Statt einer normalen Romanfortsetzung werden hier vier Kurzgeschichten erzählt, die sich zwar alle um die Raumstation 47 alias Vanguard drehen, sonst aber nicht allzuviel miteinander zu tun haben. Keine schlechte Idee - immerhin war die Serie von Anfang an in mehrere Handlungsfäden an den verschiedensten Schauplätzen angesiedelt.

"BEINAHE MORGEN" von Dayton Ward ist sozusagen ein Prequel, da es noch vor dem ersten Band "Der Vorbote" spielt. Der Bau der Station ist noch nicht komplett abgeschlossen, und nach und nach finden sich Personal, Händler und auch so einige zwielichtige Zeitgenossen ein. Das ungewöhnlich starke Interesse der Klingonen an dieser Weltraumregion weckt das Misstrauen der Sternenflotte: Sollten sie etwa auch hinter dem geheimnisvollen Meta-Genom her sein?

Die erste Geschichte ist ruhig, unspektakulär und erzählt im Grunde kaum etwas Neues, ist aber als kleine Gedächtnisauffrischung ganz nützlich. Es ist ja auch schon eine gefühlte Ewigkeit her, als die Saga ihren Anfang nahm, noch niemand eine leise Ahnung über die Hintergründe des Meta-Genoms hatte, Diego Reyes noch der Stationskommandant war und T'Prynn noch von der bösartigen Katra ihres Ex-Verlobten gepeinigt wurde. Die neuen Bewohner der Station müssen sich erst einmal beschnuppern, die ersten Beziehungen bilden sich, und nicht alle Personen erweisen sich als vertrauenswürdig. Das ist durchaus ganz reizvoll; mehr jedenfalls als die Handlung, die unaufgeregt vor sich hinplätschert und sehr abrupt endet, so dass man am liebsten gleich noch mal "Der Vorbote" lesen würde.

Kevin Dilmores Beitrag, "SCHLECHTE NACHRICHTEN", dreht sich ganz um den Reporter Tim Pennington. Dieser hat gerade seinen größten Triumph als Journalist gefeiert, indem er in Reyes' Auftrag streng geheime Informationen veröffentlichte. Nun nimmt eine ehrgeizige junge Kollegin mit Tim Kontakt auf und überredet ihn dazu, gemeinsam mit ihr auf dem Schiff des Gangsterbosses Ganz nach brisanten Informationen für die nächste große Story zu suchen. Schon sehr bald stellt sich die Aktion als noch gefährlicher heraus als befürchtet...

Diese Spionagestory wäre ja ganz spannend, wenn sie nicht so belanglos wäre. Belanglos deshalb, weil wir am Anfang des vierten Romans zwar erfuhren, dass Tim schwer an T'Prynns Zustand zu knabbern hatte, von einem unliebsamen Zwischenfall mit den Orionern aber keine Rede war. Es fällt auch schwer, Interesse für Penningtons neue Komplizin Amity Price zu entwickeln, denn auch sie wurde später mit keiner Silbe erwähnt. Folglich schien das Abenteuer an Bord der Omari-Ekon keinen bleibenden Eindruck auf Tim gemacht zu haben, was mir beim Lesen dann ganz genauso ging. Das Ende der Geschichte stellt unter diesen Umständen auch keine Überraschung dar. So bleibt der zweite Teil des Buches dann wohl hauptsächlich auf Grund der Ich-Perspektive im Gedächtnis, die bei Star Trek-Romanen Seltenheitswert hat. Wenigstens erfährt man hier den wahren Grund, warum Tim kurze Zeit darauf ausgerechnet T'Prynn hilft, die ja immerhin einst seine Karriere ruinierte.

"DIE LETZTEN EDLEN MÄNNER" von Marco Palmieri sind eigentlich zwei Geschichten, die sich kapitelweise abwechseln. Die eine ist nun endlich die langersehnte Fortsetzung des fünften Romans. Rana Desai und Ezekiel Fisher sollen zu einem Planeten in der Taurus-Region fliegen, der von Menschen kolonisiert wurde und in Zukunft nicht mehr von Sternenflottenschiffen angeflogen wird. Die Bewohner wären etwaigen Angriffen der Klingonen oder Tholianer schutzlos ausgeliefert und sollen deshalb evakuiert werden. Außerdem haben Desai und Fisher den Auftrag, die Leiche des Sternenflottenoffziers Aole Miller zu bergen, der dort aus bislang ungeklärten Gründen ums Leben kam.
Währenddessen erfahren wir in Rückblicken von einer anderen Mission, die neun Jahre zuvor stattfand. Damals kam die U.S.S. Dauntless einer Föderationskolonie zu Hilfe, die von den Klingonen besetzt wurde. Im Orbit des Planeten angekommen, fand man die Lage unerwartet friedlich vor, was sofort Reyes' Misstrauen weckte: Warum kooperierten die Klingonen mit den Kolonisten, anstatt sie wie üblich einfach zu unterwerfen?

Die dritte Kurzgeschichte konzentriert sich zum großen Teil auf Fisher und Desai, die beiden Personen, die Diego Reyes am nächsten stehen und nun darunter leiden, dass ihr Freund bzw. Geliebter für sie so nah und doch so fern ist. Die Nebenstory bringt ein unerwartetes Wiedersehen mit Hallie Gannon, die man als Leser eigentlich schon längst geistig abgehakt hat, weil sie bereits im ersten Roman das Zeitliche segnete. Beide Handlungsstränge sind zwar nicht unbedingt spannend, aber zumindest rätselhaft, und verbreiten eine ganz eigentümliche, melancholische Stimmung. Zwar lässt sich das alles ganz prima lesen, nur ist mir absolut entgangen, welchen Zusammenhang diese beiden Handlungen haben sollen. Gibt es denn überhaupt einen?

"UND DIE STERNE BLICKEN HERAB" spielt ungefähr sechs Monate nach "Vor dem Fall" und erzählt von Cervantes Quinn und seiner Partnerin Bridget "Bridy Mac" McLellan, die in einem Geheimauftrag der Sternenflotte unterwegs sind. Weil das Jinoteur-Muster von einem orionischen Frachter aufgezeichnet wurde, sollen Quinn und Bridy dessen Sensorlogbücher stehlen. Eine hochgefährliche Mission, die sich noch zuspitzt, als ihnen der Gangsterboss Ganz einen Kopfgeldjäger auf den Hals schickt...

Wie eigentlich fast vorherzusehen war, kommt das große Highlight des Romans zum Schluss. Nicht umsonst ist David Mack momentan sozusagen der Superstar unter den Trekautoren. Gekonnt brennt er ein rasantes und hochgradig spannendes Actionfeuerwerk ab, das gleichzeitig sowohl humorvoll als auch abgrundtief tragisch ist. Endlich mal eine Geschichte zum Eintauchen, die man atemlos in einem Rutsch durchlesen kann, aber leider viel zu schnell vorbei ist. Dieser vierte Teil ist wirklich große Klasse, auch wenn ich meinem Vanguard-Liebling Quinn ein besseres Schicksal gegönnt hätte...

Fazit: Ich muss gestehen, abgesehen von der letzten Geschichte reißt mich der sechste Vanguard-Band nicht unbedingt vom Hocker. Diese Reihe lebte zwar schon immer davon, dass die Handlung an vielen Orten und von vielen Personen getragen wurde, aber dennoch war es immer EINE Geschichte, eine runde Sache. Die vier Kurzgeschichten hingegen wirken etwas aus dem Zusammenhang gerissen und können den Zauber nicht so ganz hervorrufen, wie es die Vorgänger vermochten. "Enthüllungen" ist zwar kurzweilig und alles andere als enttäuschend, aber den hohen Standart der anderen Vanguard-Romane kann es nicht halten. Im Grunde wirkt das Buch wie ein Appetithäppchen, das die Vorfreude auf den nächsten "richtigen" Roman erst recht anheizt. Also heißt es wieder warten...

Die Zeitfalle. Star Trek. Roman.
Die Zeitfalle. Star Trek. Roman.
von David Dvorkin
  Broschiert

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wahrhaftig eine Zeitfalle, vor allem für den Leser!, 1. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Zeitfalle. Star Trek. Roman. (Broschiert)
Auf dem Weg zu einer Sternenbasis empfängt die Enterprise ein Notsignal: Ein klingonisches Schiff mit dem schönen Namen Keule ist in einem schweren Ionensturm gefangen. Kirk wäre nicht Kirk, wenn er sich nicht höchstpersönlich mit einem Außenteam auf den Klingonenkreuzer beamen lassen würde. Sofort nach der Ankunft verliert er das Bewusstsein. Als er erwacht, muss er feststellen, dass er als Einziger des Außenteams überlebt hat und sich hundert Jahre in der Zukunft befindet. Die sogenannten "Neuen Klingonen" wollen Kirk als Friedensstifter einsetzen, um das Kriegsbeil zwischen dem Klingonischen Reich und der Föderation endgültig zu begraben...

Zeitreisen gehören zu Star Trek wie der Deckel zum Topf. In unzähligen Folgen und Romanen beschäftigte man sich in immer neuen Variationen mit diesem Thema. Ganz allgemein kann man sagen: Sobald bei Star Trek die Zeitreisethematik ins Spiel kommt, ist allerbeste Unterhaltung garantiert. Wie so oft bestätigen Ausnahmen die Regel, und um eine dieser Ausnahmen geht es in dieser Rezension.

Man merkt, das der Autor David Dvorkin die ehrgeizige Aufgabe hatte, einen wirklich großen Roman zu schaffen. Einer, der bis zum Schluss rätselhaft blieb, mit überraschenden Wendungen und voller Querverweise auf TOS-Episoden. Soweit der Anspruch, aber was dabei herauskam, strahlt in etwa so viel Charme aus wie die jährliche Heizkostenabrechnung. Die Geschichte ist lahm von vorne bis hinten; niemals kommt auch nur ein Ansatz von Spannung auf. Die Dialoge sind von bemerkenswerter Leblosigkeit und die Handlung wirkt viel zu konstruiert, um den Leser zu fesseln.

Am unangenehmsten fallen die Charakerbeschreibungen auf: die neuen Figuren sind langweilig, die bekannten schlecht getroffen. Kirk beispielsweise macht teilweise einen absolut vertrottelten
Eindruck. Er verknallt sich natürlich sofort in die einzige Klingonin an Bord, ist viel zu vertrauensselig und hat die längste Leitung aller Zeiten. Ziellos irrt er durch das Klingonenschiff, trifft auf einen Organier (Reaktion: "Ein Organier!"), dem er später ein weiteres Mal begegnet (Reaktion: "Na sowas! Noch ein Organier?"), aber der Captain scheint sich überhaupt nichts dabei zu denken. Er ahnt, dass der Klingone Morith ihm Informationen vorenthält, trotzdem zweifelt er nicht an dessen guten Absichten. Als Kirk in einen abgesicherten Bereich des Schiffes gelangt und einen seltsamen Apparat entdeckt, betätigt er prompt die "Energie"-Taste, nach dem Motto "Mal gucken, was passiert!" Ganz schön naiv, oder?

Auch die restlichen Personen kommen nicht viel besser weg. McCoy stichelt wieder mal gegen Spock, nur dass es diesmal so wirkt, als würde er ihn abgrundtief hassen - vom liebevollen Auf-den-Arm-nehmen keine Spur. Aber nicht nur der Doktor lässt es Spock gegenüber an Respekt missen, auch ein popeliger No-Name-Lieutenant stellt mitten auf der Brücke die Entscheidungen des Ersten Offziers infrage. Dieser widerum wirkt hilflos und scheint in diesem Buch ebenfalls nicht gerade der Hellste zu sein.

Insgesamt kommen in dem Roman einfach viel zu viele Ärgernisse vor, die in ihrer Summe einfach nerven. Zum Beispiel wurden Handlungsfäden aufgebaut, die später offenbar einfach vergessen wurden. Wieso wurde überhaupt dieser Organier ins Spiel gebracht? Bei diesem handelt es sich übrigens um Ayelborne aus der Folge "Kampf um Organia", wird aber in diesem Roman ständig "Ayleborne" genannt. Jedenfalls wird das Thema später einfach fallen gelassen. Auch das weitere Schicksal der Besatzung des Klingonenschiffes Keule ist unklar. In einer Nebengeschichte wird ein offenbar psychisch gestörter Wissenschaftler namens Elliot Tindall eingeführt; und die Handlung muss eine ziemliche Verrenkung hinnehmen, damit dieser B-Plot irgendwie mit der Hauptstory verbunden werden kann. Die große "Überraschung" am Schluss war mir ungelogen bereits ab Seite 38 klar. Es bleiben etliche Fragen offen, und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dem Autor wäre die Handlung seines Romans irgendwann über den Kopf gewachsen.

Was gibt es eigentlich Positives über den Roman zu berichten? Nun, es sind nur 218 Seiten. Und die Kapitel sind angenehm kurz. Es hätte also schlimmer sein können...

Fazit: Eine inhaltliche und stilistische Katastrophe, die wirklich nur hartgesottenen Star Trek-Fans zu empfehlen ist.

Star Trek - Deep Space Nine 8. 07: Mission Gamma III – Kathedrale
Star Trek - Deep Space Nine 8. 07: Mission Gamma III – Kathedrale
von Michael A. Martin
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht den letzten Satz zuerst lesen!, 4. Juli 2011
Vorweg erst mal eine kleine Warnung: Falls Ihr Euch es zur Gewohnheit gemacht habt, vor dem Lesen des Buches erst mal nach den Cross-Cult-typischen Extras im Anhang des Buches zu schauen, dann lasst es bleiben. Es sind keine da. Statt dessen könnte Euer Blick ungewollt auf den letzten Satz des Romans fallen (so ging es mir jedenfalls), und der ist wirklich ein echter Spoiler.

Zum Inhalt: Bajors Beitritt zur Föderation steht unmittelbar zuvor. Gleichzeitig geht die Wahl des neuen Kai in die heiße Phase. Ausgerechnet zu diesem heiklen Zeitpunkt erscheint die Bevölkerung Bajors gespaltener denn je. Kira wird ungewollt zur Ikone einer neuen Glaubensgemeinschaft, während sie weiterhin offiziell geächtet wird. Es kommt zu zwei überraschenden Wendungen: Die eine ist für das bajoranische Volk ein Anlass zur Freude, die andere ein großer Schock...

Fernab von Deep Space Nine setzt die Defiant ihre Erforschung des Gamma-Quadranten fort. Man stößt auf auf ein hefiges Gefecht zweier Alienraumschiffe und eilt dem unterlegenen Schiff zu Hilfe. Unterdessen sind Ezri Dax, Julian Bashir und Nog mit einem Shuttle unterwegs und entdecken ein riesiges, rätselhaftes Objekt, das halb in einem Dimensionsriss steckt. Zurück auf der Defiant machen alle drei Offiziere seltsame Veränderungen durch: Ezri stößt den Symbionten ab, Nog wächst ein neues Bein, und Julian verliert seine überragenden Fähigkeiten, die mit der genetischen Aufwertung einher gingen, und entwickelt sich in den geistig minderbemittelten Jules Bashir zurück. Um diese Veränderungen wieder rückgängig zu machen, ist ein neuerlicher Kontakt mit dem als "Kathedrale" bezeichneten Objekt nötig, aber die Gegner der zuvor geretteten Aliens wissen dies zu verhindern...

Auch der dritte "Mission Gamma"-Band bleibt dem Stil der Miniserie treu: Der eine Teil der Handlung führt die politischen Entwicklungen kontinuierlich weiter, während der andere eine klassische Entdeckergeschichte erzählt. Im Gegensatz zum Vorgängerroman ist diesmal die "Gamma"-Story sehr packend und hochinteressant. Die unheimliche "Kathedrale" an sich ist schon faszinierend genug; noch spannender allerdings sind die Auswirkungen des Artefaktes auf Ezri, Nog und Bashir. Vor allem die Veränderung, die der Doktor durchmacht, sind sehr eindrucksvoll und ergreifend geschildert. Wie er versucht, trotz der rapiden Verschlechterung seiner geistigen Fähigkeiten den letzten Rest seiner Würde zu bewahren, geht ziemlich an die Nieren. Der Roman offenbart dem Leser eine Vorstellung davon, wie die vertrauten Figuren sich entwickelt hätten, wenn die Geschichte ein wenig anders verlaufen wäre. Dies ist ausgesprochen reizvoll und lässt fast vergessen, dass die beiden neuen Spezies, denen man hier begegnet, wieder mal ziemlich uninteressant sind.

Die "Alpha"-Szenen haben es bei mir diesmal ungleich schwerer, auch wenn der tränenreiche Handlungsstrang um Shars Bündnispartner gerade rechtzeitig in den Hintergrund rückt, ehe er SO RICHTIG zu nerven begann. Dafür dreht sich der Roman ausführlich um die politischen Verwicklungen Bajors, von jeher nicht mein Lieblingsthema bei Deep Space Nine, aber für die Kontinuität der Romanserie natürlich unumgänglich. Erfreulicherweise erwies sich der Bajoraner-Teil als ganz erträglich, zumal er durch den Auftritt einer meiner Lieblingscharaktere versüßt wurde.

Ein wenig enttäuschend gestaltet sich der Dauerflirt zwischen Quark und Ro Laren, der nun schon seit geraumer Zeit auf der Stelle tritt. Es gibt einfach kein Vor und Zurück in dieser "Beziehung", auch wenn die Szenen mit den beiden wieder mal sehr unterhaltsam sind und dem Roman ein wenig die Schwere nehmen. Auch die Begegnung zwischen Taran'atar und Vic Fontaine sorgt für einen der raren humorvollen Momente in diesem Roman. Das Ende ist nochmal ein echter Paukenschlag und hält eine faustdicke Überraschung parat - naja, zumindest wenn man nicht den letzten Satz zuerst gelesen hat...

Fazit: "Kathedrale" ist ein Roman der leisen Töne, der schwierige Themen geschickt meistert und auf unterhaltsame Weise präsentiert. Nach dem etwas enttäuschenden Vorgänger reicht dieser Roman wieder an die Klasse des ersten Teils heran. Bislang das beste Werk des Autorenduos Martin und Mangels!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 31, 2011 9:41 AM MEST


Star Trek - Deep Space Nine 8.06: Mission Gamma II - Dieser Graue Geist
Star Trek - Deep Space Nine 8.06: Mission Gamma II - Dieser Graue Geist
von Heather Jarman
  Broschiert
Preis: EUR 14,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Licht und Schatten, 28. April 2011
Während ihrer Mission im Gamma-Quadranten wird die Defiant von einer fremdartigen Waffe beschossen, die das Schiff völlig lahmlegt. Sogleich eilen Fremde einer Spezies namens Yrythny zu Hilfe, die sich mit den Angreifern im Krieg befinden. Da für die Reperatur der Defiant ein seltenes Material notwendig ist, bieten sich die Yrythny an, die Sternenflottenoffiziere zum sogenannten Materialkonsortium zu fliegen, um den begehrten Stoff aufzutreiben. Im Gegenzug soll Ezri Dax den drohenden Bürgerkrieg zwischen den beiden Kasten der Yrythny abwenden.

Derweil werden auf Deep Space Nine die Verhandlungen zwischen Bajor und der Föderation fortgeführt. Als die cardassianische Botschafterin Natima Lang auf der Raumstation eintrifft, um Friedensgespräche zwischen Cardassia und Bajor in die Wege zu leiten, spitzt sich die Situation deutlich zu. Schnell wird klar, dass der Weg für eine friedliche Koexistenz beider Völker sehr lang sein wird...

Wie schon im ersten Band wechseln sich die beiden Handlungsstränge im Alpha- und Gammaquadranten kapitelweise ab. Theoretisch spricht nichts dagegen, zuerst den einen und dann den anderen Handlungsstrang zu lesen, wenn man denn möchte.
Wieder gilt es also in Handlungsstrang Nummer Eins, einen unbekannten Planeten im Gamma-Quadranten zu erforschen, wenngleich der Zwischenstopp auf Vanìmel, dem Heimatplaneten der Yrythny, diesmal unfreiwilliger Natur ist.Gerade diese Krise bedeutet für die persönliche Entwicklung einiger Figuren wieder einen Schritt nach vorn. Ezri ist gerade auf dem Weg, sich vom unsicheren DS9-Küken zu einer selbstbewussten Person mit Führungsqualitäten zu mausern, die aus der immensen Lebenserfahrung der anderen Dax-Wirte profitiert. Als Diplomatin erwischt Ezri allerdings einen ziemlich unglücklichen Start.

Ensign Thirishar "Shar" ch'Thane sieht bei seinem Zwangsaufenthalt auf Vanìmel seine große Chance gekommen, die andorianische Rasse vor dem Untergang zu bewahren. Überhaupt wird dem Leser in diesem Roman das ganze Ausmaß des andorianischen Dilemmas deutlich. Wer sich schon lange gefragt hat, wie sich die Andorianer mit einer derartig komplizierten Fortpflanzungsbiologie überhaupt vermehren konnten, findet hier die Antwort.

Auf der anderen Seite des Wurmloches sitzt Colonel Kira zwischen den Stühlen, als sie als Vermittlerin zwischen ihrer eigenen Rasse, von deren Angehörigen sie geächtet wird, und den einst von ihr so verhassten Cardassianern herhalten muss. Ihre Figur hat sich in den DS9-Romanen der achten Staffel stärker entwickelt als in der gesamten Serie. Inzwischen ist sie fähig, ihr bisheriges Schwarz-Weiß-Denken aufzugeben und eine völlig objektive Haltung anzunehmen. Von allen Charakteren in diesem Roman ist Kira am eindrucksvollsten beschrieben. Die Story hält für sie einige bittere Enttäuschungen bereit, aber auch das unerwartete "Wiedersehen" (das Wort passt nicht ganz) mit einer liebgewonnenen Freundin.

Wie in den Vorgängerromanen sorgt die Romanze zwischen Ro und Quark für eine angenehme Leichtigkeit in diesem Buch. Dieses kann man nicht gerade von der vierfachen andorianischen Beziehungskiste behaupten, die ziemlich starker Tobak ist, wenn auch das Ende in keinster Weise überraschend kommt.

Die Entwicklung der Charaktere war schon im Vorgänger "Zwielicht" das zentrale Thema, und mit "Dieser graue Geist" wird dieser Weg fortgeführt. Leider hat die Autorin Heather Jarman kein so feines Gespür für die Figuren, wie es David R. George III hat, und auch nicht dessen einfühlsamen und sensiblen Schreibstil. Wenn die eigentliche Rahmenhandlung dafür fesselnd und spannend gewesen wäre, hätte dieser Roman trotzdem die Qualität des ersten Bandes erreichen können. Zumindest der Handlungsstrang auf Deep Space Nine ist wirklich interessant, gerade weil sich die Situation Cardassias dramatisch verändert hat und es nun an den Bajoranern liegt, ihren einstigen Unterdrückern hilfreich unter die Arme zu greifen.

Die Gamma-Quadrant-Geschichte hingegen kann nicht so recht überzeugen. Sie ist relativ dröge, ohne Schwung und Einfallsreichtum und ähnelt den 08/15-Abenteuern vieler früherer Romane. Die Yrythny werden wohl keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, und deren Konflikt mit den Cheka (die Aliens, welche die Defiant beschossen) versickert irgendwann einfach im Sande. Lediglich die bizarre Kreatur Fazzle sorgt für ein kleines Highlight, kommt aber leider nur sehr kurz. Die Handlung dümpelt ohne Spannungsmomente vor sich hin, und auch die vermeintlichen dramatischen Höhepunkte, wie z.B. Nogs Entführung, rufen nur mäßiges Interesse hervor. Ich war immer ganz froh, wenn ich ein Gamma-Kapitel ausgelesen hatte und mich dann mit wesentlich mehr Elan einem Alpha-Kapitel widmen konnte.

Fazit: Schlecht ist der Roman wirklich nicht, aber im Vergleich mit seinem Vorgänger fällt er deutlich ab. Zudem unterscheiden sich die beiden Handlungsstränge qualitativ erheblich voneinander und sorgen für einen wahrhaft durchwachsenen Eindruck. In Schulnoten ausgedrückt, käme die DS9-Story auf eine gute Zwei, die titelgebende "Mission Gamma" gerade mal auf eine knappe Vier - macht zusammen also Drei.

Asterix HC 15 Streit um Asterix: BD 15
Asterix HC 15 Streit um Asterix: BD 15
von René Goscinny
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zoff bei den Galliern - Spaß beim Leser!, 13. April 2011
Der römische Senat ist mit Cäsar unzufrieden: Immer noch weigern sich die Bewohner des berühmt-berüchtigten gallischen Dorfes hartnäckig, sich von den Römern besiegen zu lassen. Damit soll jetzt endgültig Schluss sein: Cäsar erfährt von einem Mann namens Tullius Destructivus, der ein unglaubliches Talent hat, Unfrieden zu stiften. Und tatsächlich: Kaum ist Destructivus in Cäsars Palast angekommen, hat er schon sämtliche Legionäre gegeneinander ausgespielt. Hocherfreut schickt Cäsar den meisterhaften Intriganten zu den Galliern, und tatsächlich hängt in dem gallischen Dörfchen nach kürzester Zeit der Haussegen schief. Wird die sonst so eingeschworene Gemeinschaft etwa von innen heraus auseinanderbrechen?

Als Teenager las ich einen Asterix-Comic nach dem anderen, und diesen hier hatte ich als einen meiner absoluten Lieblings-Asterixe in Erinnerung. Jetzt habe ich es endlich mal wieder gelesen, und es bleibt dabei: "Streit um Asterix" ist nach wie vor einer meiner Favoriten. Auch wenn es vielleicht ein bisschen fies klingt, macht es einen ungeheuren Spaß mitanzusehen, wie sich die Dorfbewohner in die Haare kriegen, indem lange unterdrückte Gefühle wie Neid und Unzufriedenheit ans Tageslicht geraten. Wie man am Cover schon erahnen kann, sind noch nicht mal die sonst so unzertrennlichen Kumpel Asterix und Obelix vor Destructivus' negativem Einfluss gefeit. Mir gefällt besonders, dass nicht nur die beiden Haupthelden im Mittelpunkt stehen, sondern auch viele Szenen mit den anderen Dorfbewohnern enthalten sind. Einfach zum Schreien sind die Passagen mit dem Dorfchef Majestix, der übrigens in diesem Comic Geburtstag feiert, und seiner ohnehin schon zänkischen Gattin Gutemine. Auch die beiden Dauerstreithähne Automatix und Verleihnix haben sich NOCH mehr in der Wolle als sonst. Eine Besonderheit sind diesmal die grünen Sprechblasen, die die "vergiftete" Stimmung symbolisieren.

Fazit: "Streit um Asterix" ist einfach ein grandioser Lesespaß, bei dem man eine Menge Einsichten auf die schlechten Seiten unserer Lieblingsgallier erhält. Gewürzt ist der 15. Asterix-Band wie immer mit feinem Wortwitz und jeder Menge Ironie (wie üblich hervorragend übersetzt von Gudrun Penndorf), aber natürlich auch mit herrlichen Kloppereien und dem obligatorischen Auftritt der bedauernswerten Piraten. Wohl weil dieses Werk nicht verfilmt wurde, ist es einer der weniger bekannten Asterix-Comics, steht aber meiner Meinung nach Klassikern wie "Asterix und Kleopatra" und "Asterix bei den Briten" in nichts nach!

Star Trek. Classic-Serie, Band 89: Die Rückkehr
Star Trek. Classic-Serie, Band 89: Die Rückkehr
von William Shatner
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hauptsache unterhaltsam, 13. April 2011
"Star Trek Generations" bedeutete den Abschied gleich zweier Legenden: Das Sternenflotten-Flaggschiff Enterprise-D stürzte auf Veridian III ab, und der berühmte Captain James T. Kirk...nun ja... stürzte ebenfalls auf Veridian III ab.
Aber Totgesagte leben ja bekanntlich länger! Eine romulanische Rebellentruppe hat sich mit den Borg verbündet, um mit Hilfe von Nanosonden Kirks Leiche wieder zum Leben zu erwecken. Dies soll eine besonders perfide Racheaktion der Romulaner an Kirk sein. Die Borg wiederum wollen ihren größten Feind aus dem Weg räumen: Jean-Luc Picard. Der auferstandene Kirk wird einer Gehirnwäsche unterzogen, die ihn glauben lässt, Picard wäre seine ärgste Nemesis, und schon heißt es Ring frei für Kirk vs. Picard - let's get ready to rumble...

Während der ersten 200 Seiten war ich mir sicher: Das ist der größte Mist, den ich jemals gelesen habe. Eines steht fest: Wenn irgendein x-beliebiger Autor mit diesem Manuskript beim Verlag angekommen wäre, hätten ihm die Verantwortlichen einen Vogel gezeigt. Weil aber als Autor niemand geringeres als William Shatner angegeben ist (auch wenn das Autorenduo Reeves-Stevens höchstwahrscheinlich den Löwenanteil an dem Roman beitrug), sieht die Sache gleich ganz anders aus.Und so finden sich in diesem Roman Dinge, die ansonsten so nie durchgekommen werden. Schon allein die Allianz zwischen den Romulanern und den Borg erscheint mir sehr weit hergeholt, um es vorsichtig auszudrücken. Welcher Romulaner, der noch alle Tassen im Schrank hat, verbündet sich freiwillig mit den Borg? Und wofür überhaupt? Um jemandem eins reinzuwürgen, der sowieso schon tot ist? Und sollte es tatsächlich keine einfachere Möglichkeit geben, Picard zu erledigen, als Zombie-Kirk auf ihn zu hetzen?

Die Borg sind so haarsträubend falsch dargestellt, dass sie kaum wiederzuerkennen sind. Warum sollten sie auf einmal miteinander sprechen? Das Kollektivbewusstsein macht Dialoge zwischen einzelnen Drohnen immerhin überflüssig oder, um es aus der Sicht der Borg auszudrücken, irrelevant. Hat jetzt jede assimilierte Rasse einen Sprecher wie den Romulaner Vox, der nicht ganz seine Individualität verloren hat? Und scheinbar kann man die Borg ganz bequem außer Gefecht setzen, indem man ihnen einfach eine Fehlfunktion unterstellt - Nomad lässt grüßen! Die assimilierten Dobermänner hingegen fand ich wiederum ganz lustig.
Was mir wirklich sauer aufstieß, ist die Tatsache, dass Kirk hier ein TNG-Mitglied nach dem anderen verkloppt (die Frauen bleiben selbstverständlich verschont!) Wie kommt es, dass der nicht mehr ganz junge und nicht mehr ganz schlanke Kirk in der Lage ist, einen geübten Kämpfer wie Worf ohne große Mühe in einem Bat'leth-Duell (!) zu besiegen? Sogar die Enterprise-D bekommt posthum ihr Fett weg, indem über die Schiffe der Galaxy-Klasse folgendes Resümee gezogen wird:

"Sicher, die Enterprise war havariert, aber auch drei ihrer Schwesterschiffe hatten in weniger als einem Jahrzehnt, seit die Galaxy-Klasse in den Dienst gestellt worden war, ein katastrophales Versagen erlebt. Es gab eindeutig Dinge bei der Gestaltung und technischen Umsetzung, die man der Ingenieurabteilung der Flotte nahebringen musste." (S. 65)

Mit anderen Worten: Eine Fehlkonstruktion.

Wem gelungene Charakterzeichnungen in den Romanen wichtig sind, der muss beim Lesen dieses Romans sehr tapfer sein. Spock und Picard scheinen völlig neben sich zu stehen, und wenn Data tatsächlich in der Serie so nervtötend wie in diesem Buch gewesen wäre, hätte er nie im Leben meine Lieblingsfigur werden können. Der negative Höhepunkt ist der Dialog zwischen Data und Geordi in Kapitel 18, der so grottenschlecht ist, dass es schon wehtut.

Aber Wunder über Wunder - nach knapp der Hälfte des Romans war dann auf einmal der Knoten geplatzt. Plötzlich wollte ich wissen, wie es weitergeht, und die Aussicht, auch noch den dritten Teil der Trilogie lesen zu müssen, schwebte nicht mehr wie ein Damoklesschwert über mir. Was war passiert? Vielleicht konnte ich mich an diesem Zeitpunkt endlich auf die Geschichte einlassen, anstatt mich permanent über die vielen kleinen und großen Schwachsinnigkeiten zu ärgern, oder aber die Geschichte nahm ab der zweiten Hälfte deutlich an Fahrt auf. Endlich hieß es nicht mehr Kirk gegen alle, sondern die vielen Figuren arbeiteten an den verschiedenen Schauplätzen Hand in Hand. Auch der Handlungsstrang um Spocks Entführung und die erschreckende Aussicht, er könnte dem Borg-Kollektiv angehören, war ziemlich fesselnd. Das spektakuläre Aufeinandertreffen beider Enterprise-Captains ist einfach nur großes Kino und übertrifft das in "Generations" um Längen. Und da mich Raumschiff-Ballerszenen in den Romanen meistens langweilen, muss ich noch lobend erwähnen, dass dieses Buch wirklich mal eine sehr spannende und originelle Raumschlacht enthält. Auch der Schluss ist recht gelungen und legt den Grundstein für den dritten Teil, ohne aber den Leser mit einem offenen Ende in der Luft hängen zu lassen.

Fazit: Unterhaltsam ist der Roman, keine Frage. Normalerweise ist das schon die halbe Miete bei mir. Allerdings wird zum Zwecke der Unterhaltung soviel Glaubwürdigkeit, Ernsthaftigkeit und innere Logik über Bord geworfen, dass der negative Eindruck bei weitem überwiegt.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 29, 2011 10:41 AM MEST


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