Profil für Daniel Zynda > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Daniel Zynda
Top-Rezensenten Rang: 2.175
Hilfreiche Bewertungen: 3094

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Daniel Zynda (TaoYuan, Taiwan)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Wundervolles Weihnachten
Wundervolles Weihnachten
DVD ~ Harry Carey Sr.
Preis: EUR 5,97

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Weihnachtliche Mogelpackung, aber auch als Drama nicht gut., 2. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Wundervolles Weihnachten (DVD)
Der Grund, warum so viele von diesem Weihnachtsfilm enttaeuscht sind, ist sehr wahrscheinlich, weil "Wundervolles Weihnachten" kein Weihnachtsfilm ist. Erst mit der Veroeffentlichung der Farbversion im Jahre 2004 wurde der Film zu einem Weihnachtsfilm erklaert. "Beyond christmas", so der Originaltitel, hiess zuvor "Beyond tomorrow" und ist ein Drama mit Fantasy Touch. Ein Drama, das uebrigens seit Ewigkeiten vergessen war, ein kleiner B-Film, typische RKO Kost (das Studio). Wohl nur die weihnachtliche erste Haelfte des Films brachte irgendwelche Produzenten auf die Idee, dieses Werk nun ploetzlich als Weihnachtsklassiker zu vermarkten, mit uebertrieben modischem Cover, so das vielleicht ein paar sogar glauben, der Film sei relativ neu.

Zugegeben, die erste Haelfte, die am Heiligen Abend spielt, ist wirklich nett. Altmodische und klassische Weihnachtsatmosphaere. Durch die Farbgebung wirkt es gar einlullend, ein Blick in alte Zeiten, wie eine Abfolge von Motiven alter Weihnachtspostkarten. Was dann folgt ist aber wie erwaehnt das typische B-Drama jener Zeit. Bisschen Liebe, bisschen Spannung, bisschen Gewalt. Heute vollkommen veraltet, und langweilig, ja. Und warum die drei alten Herren da nun zwischenspuken leuchtet auch nicht so recht ein. Sie haben keinerlei Einfluss auf die Handlung.

Die Darsteller sind gut, ja, die drei Geister allsamt solide Schauspieler, deren Namen zumindest in den USA nicht unbekannt waren. Harry Carey war vor dem Tonfilm sogar ein Superstar, einer der bekanntesten Schauspieler seiner Zeit. Und Regisseur Sutherland ein guter Routinier, drehte u.a. Laurel & Hardy, W.C. Fields und Abbott & Costello Filme. Aber all das rettet den Film nicht, selbst wenn man mal das Weihnachten beiseite laesst und ihn einfach als Drama schaut - das ist Fliessband Story. Koennte mir sogar vorstellen, das die Story durch die drei Geister nur aufgepeppt werden sollte. Also, kein Klassiker! Auch keine interessante Wiederentdeckung!

Nochmal: Wer glaubt, dies sei ein Weihnachtsfilm im Stile der hier oft genannten Klassiker: Finger weg. Das ist was vollkommen anderes, ihr werdet selbst 5 Euro bereuen. Die DVD ist uebrigens mit der US DVD identisch (hab mir die geholt, weil die NOCH billiger ist -gut 1,50 neu- und ich auf sterile Synchros verzichten kann).


Varan - Das Monster aus der Urzeit
Varan - Das Monster aus der Urzeit
DVD ~ Kozo Nomura
Wird angeboten von sofort lieferbar
Preis: EUR 14,94

4.0 von 5 Sternen Da wird man doch gleich wieder Kind!, 6. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Varan - Das Monster aus der Urzeit (DVD)
In meiner Jugend in den 80ern, zu einer Zeit, als ich all die Godzilla Filme entdeckte, haette mich ganz sicher auch Varan begeistert. Nur leider wusste ich damals noch nicht einmal von der Existenz dieses Films, war er doch in Deutschand niemals aufgefuehrt worden.

Nun, 30 Jahre spaeter, im Jahre 2014 kann mich der Film natuerlich nicht mehr begeistern. Trotzdem war ich ziemlich froh, als ich von dieser DVD hoerte, kannte ich Varan doch nur vom Titel und einigen Filmlexika her. Und all die Jahre war ich sehr gespannt auf den Film. Ein Toho Monsterstreifen aus dem Jahre 1958, dazu noch vom Godzilla Meister Inoshiro Honda inszeniert. Und, Enttaeuscht bin ich nicht!

Also, was ist gut an Varan? Was haette ich als Kind dazu gesagt? Monster wacht auf und macht alles platt. Keine komplizierte, eh uninteressante Rahmenhandlung, einfach nur Action. Das reicht doch bei so einem Film! Aber als "Erwachsener" (was immer das auch ist) schleichen sich natuerlich ein paar mehr Gedanken ein, so sehr ich sie auch zu verdraengen versuchte. Klar, Varan ist ein Godzilla Abklatsch, die Billig Version. Was man besonders daran merkt, das Varan es leider nicht bis in die Stadt schafft, sondern gleich am Hafen erledigt wird. Da braucht man nicht so viele Modelle. Ueberhaupt gefaellt mir die erste Haelfte des Filmes um einiges besser. Die Szenen in den Bergen haben Stimmung, die Zerstoerung des Dorfes wuchtig, Varan wirklich schockierend. Als er sich dann aber auf den Weg nach Tokio macht wirds doch bisschen schwach. Man sieht eigentlich nur noch, wie er staendig vom Militaer beschossen wird, bis er die Schnauze voll hat. Naja.

Trotzdem: Fans japanischer Monsterfilme sollten sich diese DVD unbedingt zulegen, denn Varan enttaeuscht ganz sicher nicht! Zur DVD selbst wurd' genug gesagt, ja, manchmal ist das Bild extrem unscharf, aber da kann man nichts machen. Ich brauch eh keine Filme von 1958 in HD. Und die Synchro ist wirklich zu loben! Eine erstklassige neue Synchro im alten Stil ist da gelungen. Man hat oft wirklich das Gefuehl, eine zeitgenoessische Synchro aus den spaeten 50ern zu hoeren. Nichts uebertrieben, trocken 'ruebergebracht. Ausgezeichnete Arbeit. Und das alles zu solch guenstigem Preis, was wiedermal zeigt, das die alten Japanischen Monsterfilme auch in Deutschland NICHT 50 Euro kosten muessen, und man auch gern auf ein Alibi Steelbook Marke Billig verzichten kann, und auch auf einige Extras. Denn die Extras von Varan sind nicht sehr aufregend. Japanischer Trailer, Deutscher Trailer (Synchro hier allerdings anzumerken, das sie neu ist), Interview mit Shusuke Kaneko (mit laufenden Untertiteln voller Tippfehler, sehr anstrengend zu lesen), und einer nicht allzu spannenden Einleitung, die sehr amateurhaft wirkt. Das ist aber alles zu verkraften, die Hauptsache ist doch, das solch ein vergessener Streifen dann doch noch in Deutschen Landen zugaenglich gemacht wird. Dank dafuer!


Wer hat dem Affen den Zucker geklaut?
Wer hat dem Affen den Zucker geklaut?
DVD ~ Adriano Celentano
Wird angeboten von scheuss68-cd-dvd-berlin
Preis: EUR 7,99

2.0 von 5 Sternen Celentano als Teil eines Ensembles, 4. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Wer hat dem Affen den Zucker geklaut? (DVD)
Eigentlich wurde dieser Film in Deutschland bis heute als Mogelpackung verkauft. Denn dies ist kein typischer Adriano Celentano Film. Kein Film, der auf ihn zugeschnitten ist, oder der von ihm getragen wird. "Wer hat dem Affen den Zucker geklaut" ist eine Ensemble Komoedie, also ein Film, in dem jede Hauptrolle den gleichen Anteil hat, seine eigene Story hat. Und Celentano ist hier "nur" ein Teil davon.

In Deutschland wurde der Film 1982 fast als sowas wie die Fortsetzung von "Gib dem Affen Zucker" aus dem Vorjahr verkauft, deshalb der heute seltsam anmutende deutsche Titel. Leider kommt er aber bei weitem nicht an diese auch heute noch witzige Komoedie heran. "Wer hat dem Affen.." ist stark gealtert, ist halt eine typische Komoedie von der Sorte, wie sie anfang der 80er zu hauf entstanden. Wie erwaehnt hat jeder Darsteller seinen eigene Story, und die sind eigentlich alle unterirdisch (Rollenspielender, tolpatschiger Kellner; Verliebter, dummer Boxer; alberner Magier; und Celentano als Boss des Hotels). Einige Szenen sind so schlecht das es einfach nur peinlich ist. Erschwerend kommt hinzu, das die Darsteller neben Celentano in Deutschland allsamt eher unbekannt waren/sind. Und mit fast 2 Stunden Laufzeit ist der Film einfach zu lang, schleppt sich daher. Bis zum bitteren Ende. Und das Ende ist wirklich Humor aus der untersten Schublade.

Aber, was solls. "Wer hat dem Affen..." war nicht als Film fuer die Ewigkeit gedacht. Er war damals ein recht grosser Erfolg, und viele der Witze waren damals IN. Aber heute, 30 Jahre spaeter...naja, da darf man dem Werk langsam seine Ruhe goennen, und es gemaechlich vergessen. Hoechstens ein paar Minuten mit Celentano bleiben in Erinnerung. Ich will nicht sagen das es einer der schwaechsten "Celentano Filme" ist, denn wie gesagt, dies ist kein "echter" Celentano.


Grenzpatrouille
Grenzpatrouille
DVD ~ Jack Nicholson
Wird angeboten von Celynox
Preis: EUR 7,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eher schwach, 14. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Grenzpatrouille (DVD)
"Zu unrecht vergessenes Nicholson Drama" heißt es in der Amazon Produktbeschreibung. Naja, ganz so zu unrecht wohl eher nicht.

Die Schwächen des Films wurden von den vorherigen Rezensenten schon aufgeführt, und auch die Kritik beim Kinostart 1982 traf es recht gut: Obwohl es einige Thrillermomente gibt erinnert das ganze von der Handlungsführung eher an ein etwas kitschiges 80er Fernsehmelodram. Regisseur Tony Richardson, Cineasten kein Unbekannter, versucht sich zumindest an genauer Milieuzeichnung, Sozilakritik und die Protagonisten sollen möglichst lebensnah gezeichnet sein. Er versuchte also immer noch ähnliches zu schaffen wie in seinen Anfängen in der britischen New Wave anfang der 60er. Aber in Hollywood funktionierte das nicht mehr so ganz, Richardson verflachte in seinen US-Jahren extremst, ein Gestrandeter (einen guten Moment hatte er später noch mit "Hotel New Hampshire"). Auch die Darsteller scheinen nicht mehr als Routine zu bieten, Jack Nicholson gibt hier eine seiner unauffälligsten Leistungen der 80er.

So lässt einen der Film in der Tat etwas ratlos zurück. Melodram? Cop Thriller? Als beides kann er nicht überzeugen. Was auch immer Richardson aus dem Stoff machen wollte, es hat nicht geklappt. Trotz allem! Als nette Nachmittagsunterhaltung zum einmal gucken geht der Film schon durch, einige Momente mit einem Hauch Spannung gibts auch. Aus heutiger Sicht gibts noch einige witzige Extras, wie beuspielsweise Nicholsons Aussehen, das heute als der "Gay-Cop" Look der 70er & 80er oft verulkt wird, damals aber normal war. Zudem sehen wir ihn hier mal ganz einfach nett lächeln anstatt mit dämonischem Grinsen. Auch eine Rarität.


Contagion
Contagion
DVD ~ Marion Cotillard
Preis: EUR 4,97

20 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Stars werden krank, 10. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Contagion (DVD)
Der Film wird ja recht oft gepriesen, er sei am Puls der Zeit, der Film zum neusten Virus. Problem nur: Er funktioniert nicht. Weder als realistisches "Doku-Drama" (das kann Hollywood eh seit Jahren nicht mehr) noch als Thriller. Was von beidem dieses Werk nun sein soll war wohl auch den Machern nicht richtig klar.

Als Drama geht "Contagion" aufgrund der leeren, nichtssagenden Charaktere nicht durch. Als Thriller versagt er aufgrund des fürchterlichen Drehbuchs. Da taucht also ein neuer Virus auf, schlimmer als alles je dagewesene. Als Zuschauer kann man das aber nur erahnen, da wir lediglich ein paar paar besorgt blickende und hustende Stars sehen, in einem Vorort als Hauptschauplatz. Was genau los ist wird nicht klar, scheinbar sind die Menschen aufgeregt (es gibt kurz Plünderungen zu sehen), und in Hong Kong sind wohl ganz viele umgekommen. Da taucht kurz ein Dorf auf und es heißt da ist fast jeder am Virus gestorben. Das Dorf übrigens muß sowas ähnliches sein wie jenes in dem Film "The Village", also ein Ort, wo die Menschen wie vor 150 Jahren leben. Solche Orte hab ich in Hong Kong noch nicht gesehen, eine bizarre Hollywood Vorstellung vom Ausland. Der Rest des Films besteht aus einem aufgeregt rumrennenden Matt Damon, einem besorgt rumsitzenden Laurence Fishburne und einem wütend rumspringenden Jude Law. Und Gwyneth Paltrow und Kate Winslet dürfen noch am Virus sterben. Für lange hat man den Eindruck, das es sich um ein lokales Problem handelt, bis dann zum Schluß am Rande erwähnt wird, das wohl über zwanzig Millionen Menschen an dieser neuen Krankheit gestorben sind. Zum Glück finden die Ärzte dann aber einen Impfstoff und alles wird wieder gut. Und ganz am Ende dann noch die Auflösung, woher dieser Virus kam. Von der Inszenierung und dem Schnitt her erinnert das ein wenig an Komödie, hat gar was niedliches.

Nun, man kann natürlich sagen, zumindest übertreibt der Film nicht, bleibt relativ nüchtern. Dafür langweilt er aber, und dient allzusehr als Vehikel für Stars. Soderbergh wusste wohl, das der Film ohne Starbesetzung bis in die kleinsten Rollen kaum Zuschauer finden wird, denn so traurig es klingen mag, "Contagion" ist ein Unterhaltungsfilm der als Blockbuster durchgehen muß, und war auch als nichts anderes geplant. So kam dieses seltsame Endprodukt heraus. Heute kaum noch zu glauben wie gut Soderbergh vor über zwanzig Jahren mal angefangen hat, mit dem Erfolg kam dann die Transformation zum Hollywood-Routinier, besonders nach seinen "Oceans 11 12 13" Erfolgen. Heute ist er Vielfilmer der alles filmt was er kriegen kann. Von der Erzähltechnik her klaute er für "Contagion" übrigens bei sich selbst, vieles erinnert an "Traffic" (2000). Also, wieder so ein künstlich aufgeblasener Film, den man sich nicht unbedingt antun muß.
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 29, 2012 11:03 AM CET


We Al Love the Human Race
We Al Love the Human Race
Preis: EUR 17,65

3.0 von 5 Sternen Deutlich schwächer als die vorherigen Teile, 25. November 2011
Rezension bezieht sich auf: We Al Love the Human Race (Audio CD)
Vierter Streich der "Fairytales can come true" Serie vom Psychic Circle Label. Wie bekannt sein dürfte finden sich auf den CDs größtenteils rarste europäische (meist britische) Psychededelic-Pop Songs der späten 60er.

Teil 1-3 der Serie begeisterten mich, konnte kaum glauben, wie viele Psychedelische Edelsteine da nach all den Jahren noch gefunden wurden, hatte ich doch bereits in den 90ern geglaubt der Markt sei abgegrast. Und plötzlich soviel neue (hochqualitative) Psychedelia. Anders als bei so vielen anderen Wiederveröfftenlichungen von 60er/70er Raritäten hatte man nicht Gefühl, Abfallverwertung beizuwohnen. Nun, nach 60 recht guten Songs geht der Serie dann aber doch wohl die Puste aus, und erstmals beschlich mich eben jenes Gefühl. "We all love the Human Race" bietet einen Qualitätsabfall, der bestürzt. Man hört die CD ein paar mal, und irgendwie bleibt nichts hängen. Klar gibts einige "Geht so" Nummern, aber die echten Glanzlichter fehlen. Das Nichtssagende überwiegt. Gleich der erste Track ist von einer Trashheit wie wir sie von den Fairytales bisher nicht kannten, Alan Dells' "Blue Sound of Love" - eine bizarre Spät-60er Psych-Spielerei, die man kaum als Song bezeichnen kann. Colin Giffin mit "Changes in our time" wohl einer der interessantesten (und besten) Songs der Comp. Giffin kam von der Kultband "The End" und diese 1969er Solo Single ist sehr solider Pop. Dann folgen einige der erwähnten nichtssagenden Songs (The Projection, Justin's Timepiece). Los Iberios aus Spanien mit "Hiding behind my smile" ist recht fein, Psych-Pop zum Mitschunkeln. Dann wieder viel Langeweile, mal ein schöner Moment, aber nicht genug um einen guten Song zu machen. Dann tauchen da plötzlich auch noch Mod- Soul und R'n'b Nummern auf - spätestens da vergisst man, eine Fairytales can come true Compilation zu hören. Endlich dann wieder was zum Aufhorchen, und dann noch von Chris Andrews! Mag den ja eigentlich nicht so gern, aber "Maker of Mistakes" ist wirklich schöner Sixties-Pop mit Patina (mit netter Posaune). Oder ist die Zusammenstellung so langweilig das ich nehme was ich kriegen kann? Und dann kommen gleich noch zwei Highlights! Zunächst Modus Vivendi aus Belgien mit "Six Angels & three girls". Tolles Barockes Trompeten-Intro, Baroque-Pop a la 1967. Klingt festlich, ja, das ist ein Song der dem bisherigen Stil der Serie gerecht wird. Der nächste gute Song kommt wieder von einem alten Bekannten, den ich eigentlich auch gar nicht so gern mag: Wayne Fontana. "We all love the human race" ist der Titelgebende Track, zurecht. Möglicherweise der beste der hier versammelten Songs. Guter Sixties-Pop mit dem Hauch Psych. Danach wirds dann aber wieder düster. Plastic Penny (die kennen wir doch auch!) mit einem Dave Davies Sound-alike - nur leider schleppend und langweilig. "I dont want you anymore" hat immerhin eine schöne Orgel, nette Melodie, geht so. Zum Schluß dann Jack Carter mit "Morning". Komischer Pop-Jazz, eher bizarr, aber ganz vergnüglich.

Unterm Strich ist man Enttäuscht. Die "Human Race" ist kein Meisterstück. Auch enttäuschend das es nichtmal ein Tracklisting mit Release Jahren gibt. Und ganz ehrlich, die vollkommen nichtssagenden Liner-Notes hätte man sich auch sparen können. Naja, vielleicht waren drei Teile wirklich genug und nun geht es an den Rest vom Rest. Es gibt ja sogar noch einen fünften Teil, den hab ich mir heute geordert. Wird es noch schlimmer, oder hat man sich ein paar Finessen fürs Finale aufgehoben? "We all love the human Race" würde ich nur Komplettisten empfehlen.


A Week Away-Remastered Special
A Week Away-Remastered Special
Preis: EUR 11,89

4.0 von 5 Sternen Spearmint - Das bestgehütete Geheimnis des britischen Gitarren-Pop?, 9. September 2011
Rezension bezieht sich auf: A Week Away-Remastered Special (Audio CD)
Als die britische Band Spearmint 1999 ihren ersten Longplayer veröffentlichte war Britpop gerade verstorben, Heroen der 90er verschwanden, lösten sich auf oder entwickelten sich in vollkommen andere Richtungen. So konnte das Timing für ein klassisches Brit-Pop nicht schlechter sein.

"A week away" ist ein Querschnitt durch alles, was Britpop so zu bieten hatte (eher die Pulp oder Lightning Seeds- als die Oasis Schiene). Coole Nummern mit tollen Melodien durchweg. Das Album wurde damals von der Kritik gepriesen, und der mangelnde Erfolg ist wohl wie gesagt nur auf die Britpop Müdigkeit jener Tage zurückzuführen. Denn das Album war und ist schon toll! "Isn't great to be alive" oder "We're going out" sollen nur stellvertretend für all die anderen Songs genannten - hymnenhafter Pop wie er nur aus England kommen kann (einziger Durchhänger ist der Flirt mit dem damals noch gerade gängigem Easy Listening Revival, "Best ballroom", das ist eher nichtssagend). Doch anders als so viele Fans halte ich "A week away" und alles weitere was die Band noch bis 2006 veröffentlichen sollte nicht für Meisterhaft, nicht für sonderlich "Besonders". Es ist weiterer guter Britpop, doch nicht soooo herausragend wie heute oft behauptet.

Man muß ehrlich sein, 1999 passte "A week away" nicht mehr so ganz. Wärs fünf oder sechs Jahre früher erschien' würde die Band heute in einem Atemzug mit den Helden jener Zeit genannt - doch im Vergleich mit beispielsweise Pulp oder Blur schneiden sie dann doch schwächer ab. Spearmint sind gut, nicht mehr und nicht weniger. Sie sind die 90er Band der 00er. Das erklärt vielleicht warum die Band nie bekannt wurde. Mehr Aufmerksamkeit hätten sie schon verdient.


On the Leyline
On the Leyline
Wird angeboten von thebookcommunity
Preis: EUR 26,95

3.0 von 5 Sternen Zurückgebeamt in die späten 90er?, 1. September 2011
Rezension bezieht sich auf: On the Leyline (Audio CD)
Bis 2007 brachten Ocean Colour Scene schön regelmäßig alle zwei Jahre ein neues Album 'raus (in den 00ern leider ohne damit große Aufmerksamkeit zu erregen). Nachdem ich das 2005er Album verpasst hatte war ich 2007 wieder am Start.

Bin ein großer Fan des 03er Albums "North Atlantic Drift" und "On the Leyline" reicht da nicht so ganz heran. Okay, der Beatleseinfluss ist wieder stärker, die Band macht wieder 60er im Neuzeitgewand. Vermisse ein bißchen das Originäre, das sie auf "North Atlantic Drift" geboten hatten. Gut, ziemlich kraftvoll klingt das Album auch, nicht ganz so aus der Puste wie manch andere Bands nach 15 Jahren klingen (hm, heute geht ja sogar vielen nach einem Jahr die Puste aus). So bleibt unterm Strich hier wieder das typische OCS-Phänomen: Ein gutes Album, durchweg schöne Songs, die aber irgendwie nie so recht packen wollen. Irgendwie nur mittig. Mein liebster Song ist hier der sehr süße 60er Beatles-Pop von "Loneliest Girl in the whole wide world"

Wie gesagt, erneut enttäuscht uns die Band nicht - doch, im Vergleich halte ich es für ihr schwächstes Album.


North Atlantic Drift
North Atlantic Drift
Preis: EUR 12,40

5.0 von 5 Sternen Eines der besten Alben der Band!, 1. September 2011
Rezension bezieht sich auf: North Atlantic Drift (Audio CD)
Das sechste Studioalbum der Band. Mittlerweile schrieb man 2003 und die Band war nach ihrem zuvor erschienen Best Of Album weitestgehend aus dem Spotlight verschwunden. Dies sollte sich auch mit weiteren Alben nicht ändern.

Nach dem etwas seicht geratenem 2001er Album rockt "North Atlantic Drift" wieder mehr, außerdem ist die Band nun wirklich im neuen Jahrtausend angekommen. Alles klingt kräftiger, nicht mehr ganz so süß, die verspielten 90er waren entgültig vorbei. Das Album startet mit zwei Songs, die für mich unter "Geht so" fallen, aber dann! North atlantic drift", Golden Gate Bridge", "Make the deal" - drei ganz große Rocksongs, die zum besten gehören, was die Band jemals produzierte. Songs, die diesen Aha-Effekt haben, die so viel ihrer anderen Songs oft abhanden geht. Songs, die wirklich packen, und dich vom Stuhl hochreißen. Songs mit Feuer, mit Energie. Und danach wirds auch nicht schwächer, "For every corner" ist toller Folk-Pop, ebenso "Second Hand Car" (noch besser!). Mit "She's been writing" kommt dann noch der obligatorische Beatles Song, und auch der einer ihrer besten dieser Sorte.

Schade, das der Band in den 00ern kaum noch Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Zumindest mit "North Atlantic Drift" haben da viele wirklich was verpasst. Es war das damalige Aufkeimen der Neo New Wave, eher klassischer Gitarrenpop wie ihn OCS machen passte da nicht rein.


Mechanical Wonder
Mechanical Wonder
Preis: EUR 14,95

4.0 von 5 Sternen OCS machten da weiter wo sie in den 90ern aufhörten, 1. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Mechanical Wonder (Audio CD)
"Mechanical Wonder" erschien 2001 und war das letzte OCS Album, das noch recht gute Verkaufszahlen erreichte.

War damals sehr gespannt. Fürchtete eine Enttäuschung, weil doch so viele 90er Britpopper die Jahrtausendwende irgendwie nicht verkraftet hatten und qualitätsmäßig stark nachließen. Der Opener "Up on the downside" schien die schlimmsten Vermutungen zu bestätigen, sehr sehr üblicher, angesoulter Radiopop. Doch der Track täuscht. OSC bleiben sich treu, der Beatleseinfluss mag nicht mehr so deutlich hörbar sein wie auf den Vorgänger-Alben, trotzdem ist das alles noch sehr 60er Verankert (oder früh 70er; "In my field" klingt wie'n The Who Song jener Zeit). Viele Downbeat Songs folgen, schöne Balladen, manchmal fast schon folkig, gar nicht übel, wieder mehr Soul als zuvor gibts auch, Rock allerdings so gut wie gar nicht. Auch der Titeltrack (war 'ne Single) gefällt, erinnert mich mal wieder an die Popseite von George Harrison. Also, alles in allem ziemlich gut, aber zum ersten mal fühlte auch ich, was ich an anderen Stellen schon so oft gehört hatte: OCS machen schöne Songs, doch irgendwie wollen sie nie so ganz packen. Man hat selten das Verlangen, sich die Nummern täglich 'reinzuziehen. Außerdem glättete die Band ihren Sound nochmals, weswegen die Herausforderung ein bißchen fehlt.

Trotz allem: Ich war und bin nicht so begeistert wie die Rezensenten hier damals bei Erscheinen, aber das Album ist schon recht gut. Eine Enttäuschung ganz bestimmt nicht - nur das die 90er Alben schon ein bißchen besser waren, das hört man.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20