Profil für Daniel Zynda > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Daniel Zynda
Top-Rezensenten Rang: 2.234
Hilfreiche Bewertungen: 3073

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Daniel Zynda (TaoYuan, Taiwan)
(REAL NAME)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Freaks
Freaks
Preis: EUR 16,61

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jarvis Cocker lebt 1986 seine depressive Seite voll aus, 23. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Freaks (Audio CD)
Drei Jahre nach "It" heuerte Jarvis Cocker 1986 eine neue Besetzung für das PULP Flagschiff an und nahm ein Album auf, welches vom Vorgänger nicht unterschiedlicher sein könnte.

"Freaks" wird oft als die düsterste aller Pulp Platten bezeichnet. Die Stimmung der Songs hat mein Vorredner schon ziemlich gut beschrieben. Depressiv, traurig, manchmal auch etwas ätzend, kein unschuldiger Folk-Pop mehr wie wir ihn noch auf "It" fanden. Wobei das ganze allerdings im Pop Rahmen bleibt. Nach dem bizarren Opener "Fairground" (klingt fast wie Nick Cave oder Leonard Cohen auf Dope) folgt dann gleich mit "I want you" eine trotz verzweifelten Lyrics Ohrwurm Nummer (übrigens der einzige Song vom ganzen Album, den Cocker in späteren Erfolgsjahren noch live spielte). Es folgen weitere verbitterte, düstere Songs ("Being followed home"; "Masters of the universe") aber auch immer wieder Songs die zumindest melodisch "leichter" zu verarbeiten sind. Z.b. "Life must be wonderful", depressiver Text, doch die Melodie übt sich in "süßer" Traurigkeit, gleiches gilt für "There's no emotion" und "Don't you know". Letzterer ist mein Favorit des Albums, hat schon ganz viel von den Pulp Songs der 90er. Überhaupt ist "Freaks" schon recht nah an dem, was Pulp in den 90ern machen sollte (nur halt ohne die coole Note a la "Common People").

Ja, es hat was von "This is Hardcore", aber die Songs sind auch bekannten Nummern wie "I spy" oder "Something changed" nicht unähnlich. Ums klar zu machen: "Freaks" ist nicht so gut wie das, was Pulp ab 1994 machen sollten, mir persönlich gefällt es aber besser als das letzte Album vor dem Durchbruch ("Seperations"; 1992). Schade eigentlich, das die drei Pulp Platten vor "His n hers" bis heute kaum Beachtung gefunden haben und damit vielen ein ausgezeichnetes Album wie "Freaks" entgeht.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 24, 2012 6:12 PM CET


It
It
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 21,98

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Besser als sein Ruf, 23. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: It (Audio CD)
Wie so viele andere wurde ich auf Pulp erst 1994 mit dem "His'n hers" Album aufmerksam, dem Debut der Pulp wie wir sie kennen (wenn man so will). Von dem 80er Schaffen hörte ich erst in diversen Presseberichten, wo es aber mehr darum ging, wie Jarvis Cocker vehement gegen Wiederveröffentlichungen dieser Alben im Erfolgstrome von "His n hers" und "Different Class" kämpfte. Weil es nicht gut wäre. Und so wagte ich mich tatsächlich damals nicht an diese Alben 'ran, erwartete echten Schrott (oder so).

Erst nach dem Ende von Pulp anfang der 00er dann legte ich mir diese Alben zu. Und war ziemlich überrascht! "It" ist Cockers Debut, erschienen 1983, ein Großteil der Kritiker teilt seine Meinung und verreißt das Werk meist. Warum eigentlich? Ok, es ist natürtlich keine "Different Class", es ist kein Meisterwerk. Doch was wir bekommen ist recht frischer Indie-Pop mit leichtem Folk Touch. Auch einige Cockersche Extravaganzen sind schon dabei, was das ganze wirklich ein bißchen seiner Zeit voraus klingen lässt. Ehrlich, das ganze klingt nicht so altbacken wie manch anderer Pop von 1983. Was fehlt ist vielleicht diese Coolheit, die Pulp in den 90ern zu Eigen wurde, "It" klingt da noch weitaus unschuldiger - doch ist eindeutig als Jarvis Cocker Produktion zu erkennen (hat ja auch jeden Song geschrieben). Und fast jeder der Songs hat Ohrwurmqualitäten, besonders "My Lighthouse" (war die Single) und "Wishful Thinking". Wer Pulp mag, wer guten Gitarrenpop der 80er mag, der macht mit "It" nichts falsch, das Album ist weitaus besser als sein Ruf (finde ich). Landed bei mir in regelmäßigen Abständen immer wieder im Player.

Stellen wir uns mal vor, das Ding wäre 1983 nicht vollkommen untergegangen, sondern zum Hit geworden. Dann hätten wir vielleicht erlebt, wie der 90er Britpop mitte der 80er geklungen hätte. Doch leider kaufte "It" so gut wie keiner, und Cocker sollte erst 3 Jahre später mit "neuen" Pulp einen zweiten Versuch wagen, mit dem bereits sehr extravaganten "Freaks" Album.


The Hazards of Love
The Hazards of Love
Preis: EUR 17,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein mutiges Meisterwerk, 24. März 2010
Rezension bezieht sich auf: The Hazards of Love (Audio CD)
Eigentlich sage ich ja immer, das die Decemberists dafür bekannt sind, ihren heute ungewöhnlichen Folk Rock so gekonnt darzubieten, das ihre Alben gleich nach dem ersten Hören im Ohr bleiben. Bei den "Hazards of Love" war mir das zum ersten mal nicht gelungen.

Die zuvor so fleißige Band (Vier Alben in vier Jahren) ließ sich ungewöhnlich lange Zeit für ihr neues Album, drei Jahre! Und dann kommt das Comeback mit ungeahnter Wucht, mit einem Konzeptalbum so derart im Stil der 70er, das man es kaum glauben kann. Man kann es kaum fassen, das eine Band anno 2009 so ein Album hinbekommen hat! Ich sage das Album blieb mir nicht gleich im Ohr. Der Grund dafür ist ganz einfach. Es ist nicht so, das die Band nachgelassen hat oder die Songs zu "kompliziert" sind, nein, nein, es liegt ganz einfach daran, weil wir es hier mit einem Konzeptalbum zu tun haben, das diese Bezeichnung durch und durch verdient. Es fällt schwer, die "Hazards" in den Player zu legen und sich nur zwei, drei Songs anzuhören. Geht irgendwie nicht! Man muß das Ding durchhören, als Gesamtkunstwerk sehen. Das ganze ist eine lange Suite, so gekonnt, so perfekt dargebracht, das sich die Decemberists damit in den Olymp gespielt haben. Es ist die logische Folge von allem, was die Band in den sieben Jahren zuvor gemacht hat, die Krönung, die Vollendung. Ein psychedelisch-progressives Folkrock Album. Ein mutiges Meisterwerk das in dieser Form heute seinesgleichen sucht.

Nun bleibt nur eine Sorge: Wie kann die Band nach den "Hazards of Love" weitermachen? Es ist ihre "9. Symphonie", die schwer zu toppen sein dürfte. Naja, abwarten und Tee trinken, sich die Zwischenzeit mit diesem und all ihren anderen (ebenso guten) Alben versüßen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 25, 2010 4:22 PM MEST


The Crane Wife
The Crane Wife
Preis: EUR 18,29

5.0 von 5 Sternen Verzaubernde Musik, 24. März 2010
Rezension bezieht sich auf: The Crane Wife (Audio CD)
Wundert mich immer das man in Besprechungen zum vierten Album der Decemberists zunächst mal liest "Wechsel zum Major Label, oh je, oh je". Ja, und? Ein Jahr nach "Picaresque" wechselte die Band zu Capitol und jeder befürchtete: Jetzt wird alles ganz kommerziell, glatter.

Nun ja, stimmt schon, viele Bands aus dem Indie-Zirkus "glätten" sich beim Sprung zum Major. Aber wir haben es hier mit den Decemberists zu tun, vielleicht die Fairport Convention des 21. Jahrhunderts, und nicht mit irgendeiner Indie Band die 08/15 Rock spielt. Ein Major Label heißt also nicht automatisch = schlecht (mal am Rande, reine Indie-Labels sind eh nur noch so etwas wie eine Legend, irgendwo lugt dann doch immer Universal oder Sony um die Ecke). "The Crane Wife" ist nicht ganz so extravagant wie "Picaresque", jedoch fantastisch auf eine andere Weise. Die Band bleibt ihrem Stil, den sie seit 2002 verfolgen, durchweg treu. Ihrem leicht melancholischen Folk Rock mit Prog Note durchweg treu. Einzigartig, es gibt heute keine Band die ähnlich klingt. Ein Highlight ist natürlich die 12 minütige "The Island" Suite, die von Zitaten des 70er Prog-Rock-Folk nur so wimmelt. Ebenfalls in Prog Gefilde begibt sich "When the war came", ganz starker Song. Dazwischen dann immer wieder was leichteres, so z.b. das Duett mit Laura Veirs "Yankee Bayonet" (bin durch diesen Song erst auf die Singer/Songwriterin aufmerksam geworden). Die Single "O Valencia" ist schön, sonnig, catchy Pop. Später dann das nächste Opus, der Titeltrack "The Crane Wife", wieder über 10 Minuten, wieder gleich von der ersten Sekunde mit diesem Zauber, der der Band eigen ist. Unterm Strich gilt hier das gleiche wie für alle Alben der Band: Es gibt keine schwachen Songs oder Lückenfüller.

Die Decemberists sind eine der ganz wenigen Bands, denen es gelingt, ungewöhnlich zu klingen, außergewöhnlich zu sein, und dabei doch Alben aufnehmen, die gleich nach dem ersten Hören im Ohr bleiben. Mein liebstes Album der Band bleibt "Picaresque", doch in den letzten Wochen ist mein meistgehörtes Werk der Band "The Crane Wife".


Picaresque
Picaresque
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 14,41

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser gehts nicht!, 23. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Picaresque (Audio CD)
"Picaresque", das dritte Album der Band, war 2005 mein Einstieg in die Welt der Decemberists. Hatte vorher nie was von gehört, sah die CD im PLattenladen und aufgrund des interessanten Covers dacht ich: Hör mal rein, vielleicht ist die Musik ebenso interessant.

Ich wurde nicht enttäuscht. Dieser melancholische Folkrock traf genau meine Ader. Ja, melancholisch, höchst melodisch, und doch etwas verschroben, schrullig, und ganz einfach anders. "Picaresque" ist ein Edelstein, bis heute mein liebstes Decemberists Album und eines der besten Alben der 00er. Es wimmelt hier nur so von Ohrwürmern, der theatralische Opener "The Infanta", der melancholische Folksong "We both go down together", der vergleichsweise poppige "The Sporting Life". Dann "The Bagman's Gambit", wieder sehr theatralisch und einfach wundervoll. Mein persönliches Highlight des Albums, so lebendig und voller Energie. "From my own true love (lost at sea)" ist dann wieder dieser magische Folk, der so einzigartig heute ist, einfach packend! "16 military wives" ist wieder ziemlich poppig, sonnig. Auch "The Engine Driver" ist schön, erneut melancholischer Folk-Pop. Ach, jeder Song ist gut auf diesem Werk!

Fast fünf Jahre lang höre ich das Album nun immer und immer wieder, und anders als so viele andere, die ich mir zur selben Zeit kaufte, klingt das Ding heute noch so frisch wie damals, es läuft sich einfach nie tot, dazu sind die Kompositionen ganz einfach zu vielschichtig, zu genial. Zeitlos, das ist wohl das Wort, das die Musik der Decemberists am besten umschreibt.


Her Majesty,the Decemberists
Her Majesty,the Decemberists
Preis: EUR 19,58

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Noch eine Steigerung zum Debut, 23. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Her Majesty,the Decemberists (Audio CD)
Hm, wundert mich ja schon, das das zweite Album der Decemberists bisher noch gar keine Rezension hat.

In der letzten Dekade war es oft so, das Bands ein tolles Debut vorlegten, und danach gings dann gleich steil bergab. Bei den Decemberists ist das anders, von Album zu Album hielten sie ihre hohe Qualität, konnten sich teilweise gar steigern. "Her Majesty" folgte nur ein Jahr nach dem Debut und kann sich in jeder Note damit messen, ist möglicherweise sogar noch besser. Gleich der leicht progressive Opener "Shanty for the Arethusa" ist fantastisch, und wie schon auf dem Debut gibt es keine Lückenfüller, jeder Song packt und ist auf seine Weise einzigartig. Manche Stücke mögen nicht ganz so schnell ins Ohr gehen wie die des Debuts (das sollte in den kommenden Jahren auch so bleiben), dafür wird alles noch interessanter, man hat in jedem Moment das Gefühl, etwas besonderes zu hören. Anspieltipps: "The Soldiering Life" und "I was meant for the stage" (erinnert mich etwas an Donovan). Ehrlich, ich kann mich nie entscheiden ob nun das Debut oder "Her Majesty" besser ist.

Wer mal hier und da einen Song der Band gehört hat, oder nur ein Album besitzt sollte sich ganz schnell das Gesamtwerk zulegen. Eine konstantere Band hat es in den vergangenen 10 Jahren vielleicht nicht gegeben. Mit ihrem dritten Album, "Picaresque" sollten die Decemberists sich dann noch mehr von Mainstream entfernen (wenn "noch mehr" überhaupt noch möglich ist). Psych & Progressive Folk sollte noch größer geschrieben werden.


Castaways and Cutouts
Castaways and Cutouts
Preis: EUR 19,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schon das Debut der Decemberists setzt Maßstäbe, 12. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Castaways and Cutouts (Audio CD)
Schon mit ihrem Debut (erst 2002 veröffentlicht, dann wegen der großen Aufmerksamkeit 2003 gleich nochmal) wussten die Decemberists zu beeindrucken, "Castaways and Cutouts" hat schon etwas von allem, was da noch kommen sollte.

Der Folkrock, wie ihn die Band spielt, ist fast einmalig im vergangenen Jahrzehnt. Oft werden sie mit den britischen Folkrock-Bands der frühen 70er verglichen. Stimmt schon, aber mehr als ein Inspiration ist das nicht. Die Decemberists kupfern nicht ab, sie haben was eigenes kreiert und wurden so zu wohl einer der besten Bands der vergangen 10 Jahre. "Castaways" bietet fantastische Balladen, höchst eingängig, halt Songs von der Sorte, wie wir sie von jeder ihrer LPs kennen (nicht abfällig gemeint). Weitestgehend noch nicht vorhanden sind die Progressive Folk Elemente der späteren Jahre. "Castways" lebt von den Balladen, von den Geschichten, die Sänger Colin Meloy mit seiner großartigen Stimme vorträgt. Schon der Opener "Leslie Anne Levine" packt auf der Stelle, gleich beim ersten Hören. "Here i dreamt i was an architect" ist catchy, "July, July" ist College Rock, Ausnahme Song des Albums, schöne Nummer, aber Songs von dieser Sorte ließen sie dann bleiben. Gleich danach dann aber wieder etwas, das nicht mit College Rock o.Ä. zu tun hat: Die verschrobene, rustikake Folk Nummer "A Cautionary Song". "Odalisque" hat dann schon Progressive Rock Elemente. Kein Song ist schwach, weitere meiner persönlichen Favoriten sind das sentimentale "Grace Cathedral Hall" und natürlich auch "California One".

Abgesehen von "July July" ist das Album in dunklen Tönen gehalten. Es ist ein perfektes Debut-Album, wäre von anderen Bands womöglich das "Meisterwerk", doch nicht für die Decemberists. Obwohl so erstklassig ist es bei weitem nicht ihr bestes Album, die Band sollte sich mit den Folgealben noch um einiges steigern.


Touchdown
Touchdown
Wird angeboten von Hausmusik
Preis: EUR 10,91

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Brakes sinken ins Mittelmaß, 8. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Touchdown (Audio CD)
""Touchdown" ist ihr bestes Album bislang" heißt es hier in der Produktbeschreibung. Also, jeder der die beiden Vorgänger der Brakes kennt, wird schnell feststellen, das dem nicht so ist.

Mit "Touchtown" hat die Band (die ihren Namen in den USA zu BrakesBrakesBrakes geändert hat) ihr bisher zugänglichstes Album eingespielt, ja, das stimmt. Jetzt klingt alles kommerzieller, leichter zugänglich, Radiotauglicher. Flöten dabei geht leider der Großteil der Kreativität, von der die Alben "Give Blood" und "Beatific Visions" nur so strotzten. Auch das Experimentieren mit verschiedenen Stilen wurde weitestgehend eingestellt. "Touchdown" hat kaum noch Stilbrüche, die Songs sind glatt und das meiste klingt unangenehm nach US-College Rock (womit ich eh nicht das meiste anfangen kann). Dadurch empfindet man ihre Songs auch erstmals als zu kurz. Die Band hatte immer kurze Songs, doch für den recht schlichten Rock-Pop, den sie hier bieten, ist das nachteilig. Macht alles irgendwie noch nichtssagender, nebensächlicher.

Also, die Spannung ist 'raus. Was bleibt ist ein ganz nettes Album zum Nebenbei hören. Doch absolut kein Vergleich zu den beiden genialen Vorgängern.


Give Blood
Give Blood
Preis: EUR 14,92

5.0 von 5 Sternen Mehr als nur eine Fingerübung für "Beatific Visions", 7. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Give Blood (Audio CD)
Kurz, knackig und gut ist das Debut der Brakes. Über die Band selbst wurde ja hier schon alles gesagt, also beschränk ich mich mal nur auf die Musik.

"Give Blood" (wurde die nicht sogar in nur fünf Tagen aufgenommen) holte ich mir erst nach ihrem 2007er Album ("Beatific Visions"). Fand ich genial, und ihr Debut war mir zwei Jahre zuvor komplett entgegangen. Also, "Give Blood" ist dem Follow Up ziemlich ähnlich, schon hier diese ungestüme und doch angenehm klingende Mischung aus Punk, Folk, Country, Britpop und was weiß ich nicht alles. Geschlossen klingt das Album bestimmt nicht, muß es auch gar nicht. Diese Songs machen Spaß, und tatsächlich, man kann das Ding immer in einem Rutsch durchhören. Die Songs der Brakes mögen kurz sein, aber das sind Songs von der Sorte, die nicht länger sein müssen!! Es passt! Ok, vielleicht ist Sechzehn Songs 'bißchen viel, und nicht jeder ist genial, da muß man schon ehrlich sein. Ich finde "Beatific Visions" (wohl ihr Meisterwerk) ist trotz noch mehr Ecken und Kanten letztlich noch eingängiger, mutiger und Origineller, klingt wie eine perfektionierte Version von "Give Blood". Kram ich die Scheibe heute 'raus, dann meist nur um "Ring a ding ding" und "NY Pie" zu hören - die ersten beiden Songs. Erwähnenswert aber auch das recht witzige "All night disco party" und das schöne Jesus & Mary Chain Cover "Sometimes always" (zusammen mit den Pipettes). Ok, den letzten Song, "Fell in Love with a girl" hör ich auch immer noch gerne, ruhiger Ausklang für ein auf gute Weise hektisches Album - eine Tradition, die die Band auf den folgenden Alben fortsetzen sollte.

Also, "Beatific Visions" hat die stärkeren Songs, aber schon das Debut brachte frischen Wind in die bis heute etwas lahme Indie-Rock/Pop Szene. Die Jungs klingen einfach anders als die anderen und blieben ihrem Stil bis zum bisher letzten Album (2009) treu (auf dem neuen haben sie ihren Sound allerdings etwas geglättetm dadurch ist die Spannung 'n bißchen 'raus). Es wundert mich immernoch, warum die Band bis heute nie so recht ins Lampenricht gerückt ist. Wer sie gar nicht kennt, sollt's vielleicht wie ich machen und erstmal mit "Beatific Visions" starten.


Mo Beauty
Mo Beauty
Preis: EUR 11,09

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ounsworth Solo Debut will mich nicht packen.., 7. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Mo Beauty (Audio CD)
Man fing sich gerade zu wundern an, wann denn nun endlich ein neues Clap Your Hands Say Yeah Album erscheint, da kommt deren Sänger und Songwriter Alec Ounsworth mit seinem ersten Soloalbum.

Also, bin ein glühender Verehrer des ersten Clap Albums, das zweite dann war mir bißchen zu progressiv, teilweise zu langweilig. Und auch Solo weiß mich Ounsworth nicht so ganz zu überzeugen. Produzent Steve Berlin (u.a. John Lee Hooker und The Replacements) verpasst dem Album einen New Orleans Sound, heraus kommt sowas wie avantgardistischer Folk-Blues-Pop. Verglichen mit den Clap-Alben hat's von beiden ein wenig, der Opener "Modern Girl" ist schön, "Holy Holy Holy Moses", seine Huldigung an New Orleans gefällt auch. Dazwischen dann aber auch wieder viel sperriges, das nicht immer zu gefallen weiß. Klar, mit seiner Band klang er auch nie "glatt", aber ich vermisse hier etwas die Leidenschaft, das Ungestüme - und ganz besonders seinen großartigen Sinn für Melodie, der ihn irgendwie nach dem ersten Clap-Album fast völlig verlassen hat. Und am schlimmsten: Auch hier langweilt michs manchmal, mit mehrmaligem Hören wird das sogar schlimmer. So ist "Mo Beauty" in der heutzutage so guten Singer/Songwriter Szene nicht gerade eines der besten Alben, bestimmt nicht jedermanns Sache. Ach ja, noch ein ziemlich guter Song ist "Obscene Queen Bee", hat was sentimentales. Naja, wer weiß, vielleicht ist mein Problem auch nur, das ich nie über das Clap Your Hands Debut hinweggekommen bin.

Hab mal irgendwo gehört, das Ounsworth ein Problem damit hat, ein Star zu werden, zu berühmt zu werden. Dies würde erklären, warum er sich mit jedem Werk wieder mehr in die "Indie-Szene" begibt. Und auch seine etwas seltsame Veröffentlichungspolitik. Ungefähr zur selben Zeit wie "Mo Beauty" erschien das erste Album seiner neuen Band, Flashy Python, erwerblich nur als Download. Jenes Album soll nun im März offiziell 'rauskommen (da gehts übrigens wieder sehr progressiv zur Sache).


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20