Profil für Ein Kunde. > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Ein Kunde.
Top-Rezensenten Rang: 807.594
Hilfreiche Bewertungen: 19

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Ein Kunde.

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Und die Hölle folgt ihm nach: Historischer Kriminalroman
Und die Hölle folgt ihm nach: Historischer Kriminalroman
von Peter Tremayne
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Geschichte ..., 26. Februar 2012
Auf einer Veranstaltung in der Abtei von Bobbio in Norditalien wurde Peter Tremayne gefragt, ob er Fidelma nicht mal in der Abtei ermitteln lassen könnte. Tremayne sagte zu und ging einige Jahre in Fidelmas Zeit zurück, um diese Geschichte unterzubringen.
Und so sehen wir Fidelma einige Jahre jünger als in den letzten Büchern, nach ihren Erlebnissen in Rom und noch unverheiratet, so dass Eadulf im Buch nicht vorkommt. So entstand die beste Geschichte seit langem. Ärgerte ich mich zuletzt über das stereotype Handlungsgerüst (Fidelma wird zum Schauplatz eines Mordes gerufen, ermittelt, fasst den Mörder), das zwar Fidelmas Rolle als Anwältin verlangt, aber allmählich totgeritten ist, ist Fidelma hier über weite Strecken eher eine hilflose Beobachterin.
Fidelma strandet auf ihrer Rückreise von Rom in Genua, erfährt dort, dass ihr alter Lehrer in der Abtei Bobium im Tal der Trebbia lebt und möchte ihn dort besuchen. Am Tag nach ihrer Ankunft stirbt der alte, schwer verprügelte Mann, warnt sie jedoch vorher nach, es würde Böses in der Abtei vorgehen. Die Machtkämpfe zwischen den verschiedenen Gruppen und einige Morde lassen ihren Aufenthalt dort sehr ungemütlich werden.
Mehr zur Handlung möchte ich nicht verraten - das sollen die weiteren Leser selbst herausfinden.
Gut beschrieben finde ich die Hintergründe des Streits zwischen den Christen der beiden Glaubensbekenntnisse (arianisch und nicäisch). Weniger gelungen ist die sprachliche Ausführung. Inwiefern dies auf die Übersetzung zurückzuführen ist, kann ich allerdings nicht sagen. Sprachlich kommt der Roman daher wie eine 08/15-Gegenwartsgeschichte. Moderne Ausdrücke (i-Tüpfelchen) werden bedenkenlos verwendet. Am meisten stört mich allerdings das penetrant falsch geschriebene Wort "Verließ", das selbst nach der neuen Rechtschreibung "Verlies" geschrieben wird. Könnte das Lektorat dies in zukünftigen Auflagen berücksichtigen?
Fazit: Seit langem hat mir kein Fidelma-Roman von Peter Tremayne so gut gefallen wie dieser. Die vier Sterne betreffen vor allem die sprachliche Umsetzung. Die Handlung verdient für mich fünf Sterne.


Moby-Dick
Moby-Dick
von Herman Melville
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,90

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein 'monströses' Buch, 8. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Moby-Dick (Taschenbuch)
Herman Melvilles Buch "Moby Dick" wurde erst nach seinem Tod ein Bestseller. Zu außergewöhnlich war dieser Roman für die zeitgenössische Leserschaft. Melvilles Stil fand erst im zwanzigsten eine weite Verbreitung in der literarischen Welt. In die Geschichte vom rachsüchtigen Kapitän Ahab und dessen Suche nach dem weißen Wal Moby Dick, der ihm das Bein abriss, werden immer wieder einzelne Ausführungen über die Waljagd und das Walfanggeschäft oder die Lebensgeschichten einzelner Nebenpersonen einmontiert oder die Handlung mit philosophischen Betrachtungen unterbrochen, sowie ein Kapitel in Dramenform eingestreut. Ähnlich wie in "Berlin Alexanderplatz" werden Handlungen ab und zu aus der Sicht und den Gedanken handelnder Personen und nicht durch den Erzähler - abwechselnd der Matrose Ismael sowie stellenweise ein auktorialer Erzähler - berichtet.
Dieser Erzählstil ist für einen unvorbereiteten Leser etwas irritierend, weshalb dies auch ermüdend sein kann. Für einen Leser des 19. Jahrhunderts war dieser Roman jedoch zu abwegig. Einer der Hauptkritikpunkte zur Zeit der Veröffentlichung des Romans war auch, dass Melville keinen moralischen Unterschied zwischen der christlichen Lehre und den heidnischen Ritualen Quiquegs macht, was die damaligen Leser empörte.
Kurz gesagt: Der Roman war einfach seiner Zeit weit voraus.


Seite: 1