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Rezensionen verfasst von
kerstin schulz (Ratingen, Deutschland)

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Monet und der Tod auf der Insel
Monet und der Tod auf der Insel
Preis: EUR 4,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen George Tenner’s neuer Usedom Krimi, 18. Juli 2014
„Monet und der Tod auf der Insel“

Inhaltsangabe:
Ein verschwundenes Kind am Strand von Bansin bringt Kommissar Lasse Larsson wieder in Kontakt mit einem Mordfall, der ihn schon an den Rand der Ermittlungen getrieben hat. Doch was hat ein vermisstes Kind mit einer toten Russin und dem Auffinden der Leiche ihres toten Freundes oder Arbeitgebers zu tun? Und immer wieder führen alle Spuren zu scheinbaren Fälschungen von teuren Gemälden. Ein verworrener Fall, wie es scheint, der sich aber aufklärt und mit ernsthaften Konsequenzen für Larsson endet.

Sprachliche Gestaltung und Cover:
Wer schon mal einen Tenner Krimi gelesen hat, wird wieder mit dem ihm eigenen Cover konfrontiert. Einzelne Hinweise auf den zu lesenden Fall lassen den Leser schon in Spannung geraten. Hier setzen Autor und Verlag auf die Gewohnheit, ohne gewöhnlich zu werden.
Sprachlich bleibt sich Tenner treu. Klare und einfach strukturierte Sätze erleichtern dem Leser die Lektüre, wobei der gesamte Stil nicht flach wirkt. Auch das Schwenken in das Privatleben der Kommissare bringt Lebendigkeit in den Krimi. Durch detaillierte Beschreibungen der Umgebung wird der Leser direkt in das Umfeld der Handlung eingeführt, fühlt sich direkt dort platziert. Das lässt erkennen, dass der Autor sich mit dem Umfeld auskennt. Nichts wirkt gestellt. Im Aufbau der Handlung baut Tenner gekonnt Spannung auf, lässt den Leser selbst sich seine Gedanken über den Fortgang der Handlung machen. Doch völlig unerwartet leitet er ihn wieder in eine ganz andere Richtung, die der Rezipient gar nicht erwartet hat. Die Verwendung der Sprache orientiert sich an einer gängigen Umgangssprache, die aber keineswegs trivial ist. Somit findet der Leser zu jeder Zeit wieder den Einstieg in die Lektüre. Auch wenn es eine zweigeteilte Handlung gibt (vermisstes Kind und die Suche danach und zwei ungeklärte Mordfälle) führt er diese gekonnt zusammen, lässt auch innerhalb der Ermittlungen von Larsson immer mal wieder den sekundären Fall aufflackern, so dass der Leser ihn zu keiner Zeit aus den Augen verliert.
Die Angabe von exakten Daten führt den Leser in vergangene und gegenwärtige Handlungsabschnitte. Doch auch wenn von Gegenwart in die Vergangenheit gesprungen wird, verliert der Leser nie den Faden.

Eigene Meinung:
Für mich mal ein Krimi, den ich nicht nach 50 Seiten beiseitegelegt habe, sondern, wenn ich einmal angefangen habe zu lesen, kaum aus der Hand legen konnte, da ich immer wissen wollte, wie es weitergeht. Ich konnte mich nicht nur mit Kommissar Lasse identifizieren, sondern ebenfalls mit den anderen Handlungsbeteiligten.
Empfehlenswerter Lesestoff, nicht nur für den Strand oder den Garten. Würde ich Sterne vergeben, erhielte der Krimi von mir vier von fünf.


Gossip - Im Bann eines Gigolos
Gossip - Im Bann eines Gigolos
von J J Cullen
  Taschenbuch

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die große Liebe aus dem Internet?, 7. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Gossip - Im Bann eines Gigolos (Taschenbuch)
JJ Cullen thematisiert in ihrem Buch die Möglichkeit, im Internet den Partner fürs Leben zu finden. Ihr gelang mit diesem Roman ein Buch mit prickelnder Erotik und dramatischen Elementen. Sprachlich entwickelt sie ein Bild von zwei Menschen, die Erotik und Sex mögen, diese aber auf unterschiedliche Weise ausleben. Ob die Hauptheldin von ihrem Geliebten sexuell abhängig ist, bleibt dem Leser als Wertung selbst überlassen. Mit Semih kann sie jedoch ihre Wünsche und Phantasien ausleben, wie sie es bisher noch nicht gekannt hatte. Und ihre Gefühle für den Mann werden tiefer, je länger sie Beziehung dauert. Ihr Scheitern ist nicht absehbar, jeden Fall nicht so, wie sie scheiterte. Die Autorin lässt offen, ob und wie Sina diesen Zusammenbruch überlebt. Der Hinweis, dass die Geschichte noch nicht zu Ende ist, macht den Leser auf den folgenden Band neugierig.
Als Debütroman ein gelungenes Werk, das auf weitere Bücher in dem Genre hoffen lässt. Besonders bemerkenswert ist der Wechsel von heiterer Erzählweise zu dramatischer Erzählweise. So wird der Roman nie langweilig. Auch die Schilderung der Liebesszenen lassen die Leserin das Szenario miterleben.


PURE LUST - Sex aus dem Netz - Erotischer Roman
PURE LUST - Sex aus dem Netz - Erotischer Roman
Preis: EUR 4,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gefährliche Abenteuer und das Ausleben sexueller Phantasien …, 11. März 2014
… das ist, grob gesagt, der Inhalt von M J Crowns Debütroman.
Jess, die Protagonistin hat eigentlich alles, was sich ein Mensch im Leben wünscht. Erfolgreich im Job, glückliche Ehe und ein gesundes Kind. Was ihr fehlt, ist ein mehr oder weniger großer Kick in ihrem Sexleben. Durch ihre Freundin erfährt sie von einer Seite, die genau auf diese Ansprüche eingeht. Unkompliziert, ohne weitere Verpflichtungen. Jess genießt diese Ausschweifungen, wenn sie anfänglich auch ein schlechtes Gewissen hat. Doch mit zunehmenden Kontakten wird sie mutiger und hemmungsloser. Sie erhält bei ihren Treffen mit den fremden Männern all das, was ihr ihr Mann nicht geben kann, kann ihre Neigungen ausleben.
Sie lernt Alf kennen. Trifft sich mit ihm bei ihm. Ein Mann, der ihr alles bieten kann. Nichts bleibt unerfüllt. Ausschweifend ist das Zusammensein mit ihm. Sie erfährt, wie es ist, wenn sie Sex auch mit Frauen hat, lebt mit ihm exzessiv. Zunehmend gerät Jess in eine Abhängigkeit. Nichts, aber auch gar nichts bleibt ihr verborgen. Sex, Alkohol, Drugs und finanzielles Übermaß. Alf führt sie Stück für Stück in sein Leben ein und Jess genießt es. Als Alf sie jedoch zwingt, sich für ihn zu prostituieren, bricht sie aus diesem Milieu aus, geht zurück in ihr ursprüngliches, etwas langweiliges Leben.
Gezeichnet von Drogen und Alkohol bricht sie zusammen. Gibt es für Jess einen Neuanfang? Der Leser darf gespannt sein.
Mit ihrem Erstlingsroman führt uns Crown in eine uns bekannte Welt, in die Welt des www. Zeigt ungeschminkt, welche Möglichkeiten und welche Gefahren solche Portale bergen. Erhobener Zeigefinger? Keinesfalls. Viel mehr sehe ich in diesem Roman nur einen Hinweis, dass nicht alles, was als prickelnd sich in unsere Vorstellung dringt, auch nur prickelnd ist. Vorsicht sollte in jedem Falle das Handeln überwachen.
Sprachlich verzaubert die Autorin mit ihrer ganz eigenen Art. Verkürzte Sätze, Ellipsen prägen die Aussageabsicht. Sie beschreibt die einzelnen Situationen so, dass sich der Leser inmitten der Szenerie befindet, mitfiebert, mitleidet … Im Fortgang des Romans steigert sich der Gebrauch von diesem Genre eigenen Worten, der Situation, in der sich Jess gerade befindet angemessen.
Das Cover deutet unmissverständlich auf die Protagonistin hin, die gleich zu Beginn des Buches sehr detailliert beschrieben wird.
Crowns Roman ist eine Lektüre, die fesselt, die eigene unausgelebte Träume wahr werden lässt. Sehr unterhaltsam, aber am Ende doch so, dass jede Leserin darüber nachdenkt, ob es sinnvoll ist, sich unter jeder Bedingung auf amouröse Abenteuer einzulassen, bewegen wir uns doch häufig sehr sorglos im WWW.


Im Namen der Gerechtigkeit? - Misshandelt im Namen seiner Ehre Band 2
Im Namen der Gerechtigkeit? - Misshandelt im Namen seiner Ehre Band 2
Preis: EUR 4,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Den Glauben an die Gerechtigkeit verloren, 30. Januar 2014
Im Namen der Gerechtigkeit? - Misshandelt im Namen seiner Ehre Band 2

Inhalt:
Emilia geht zurück in die Türkei, da sie sich endlich wieder um ihr Geschäft kümmern musste. Was sie nicht berücksichtigt, ist die Tatsache, dass ihr Peiniger und ehemaliger Freund Idris darüber informiert werden würde. Nun folgen Angst und Bedrohung. Auch vonseiten des Anwaltes hat sie wenig Hilfe zu erwarten. Alle Versprechungen, die ihr Anwalt und Justiz gemacht hatten, sind ergebnislos verlaufen.
Emilia hat nicht vor, sich durch diesen Mann in ihrem Leben einschränken zu lassen. Deshalb nimmt sie ihr Schicksal selbst in die Hand und macht ihren ehemaligen Freund auf eigene Faust ausfindig. Dass sie sich dabei in große Gefahr begibt, ignoriert sie in diesem Moment, denn sie erhofft sich dadurch, dass die Behörden endlich ihre Arbeit forcieren. Doch auch danach wird sie wieder enttäuscht.
Im Vordergrund ihres Lebens steht ihre kleine und noch junge Firma, die sie endlich voranbringen will. Jedoch lässt der Mann, der ihr so viel Leid angetan hat, nichts unversucht, um sie und ihre Pläne auszubremsen. Sein rigides Vorgehen bleibt auch bei ihr nicht ohne Folgen. Die ständigen Bedrohungen führen dazu, dass Emilia schon mit dem Gedanken spielt, lieber wieder zu dem Mann zurückzugehen, um endlich wieder unbehelligt leben zu können. Ihr Vertrauen in die Behörden und zu ihrem Rechtsanwalt war so stark angeschlagen, dass sie an ein ihr zustehendes Urteil am Ende nicht mehr glauben konnte.
Auch in Deutschland konnte sie keinen Abstand gewinnen. So beschloss sie, ihre gesamte Existenz in der Türkei zu kappen und wieder in Deutschland neu anzufangen. Ständig auf der Flucht zu sein, war für sie keine Option.
Obwohl sie schon nicht mehr daran glaubte, begann auch der Prozess gegen den brutalen Mann. Und sie musste nach richterlicher Anordnung zur Verhandlung erscheinen. Was sie nicht ahnte, war die Tatsache, dass ihm ein Urteil gesprochen wurde, das sie, als Opfer verhöhnte.

Sprachliche Gestaltung und Cover:
Mit viel Empathie lässt die Autorin den Leser an ihrem Leben teilhaben. Sie beschreibt ihre Gefühle so, dass der Leser zwar mitfühlen kann, aber auch noch genügend Raum für eigene Vorstellungen bleibt. An manchen Stellen greift sie auf eine nüchterne Darstellung, um den Leser zu eigenen Bildern anzuregen. Einfühlsam, emotional aber auch sachlich – der Sprachstil passt sich den entsprechenden Situationen an.
Schon das Cover lässt erahnen, dass die Autorin ihrem „Paradies“ den Rücken gekehrt hat. Somit ist der Satzanfang, der bei Verkündung eines jeden Urteils steht auch mit einem Fragezeichen versehen. Und das Buch bestätigt diese Infragestellung.

Eigene Meinung:
Hat man beide Bücher gelesen, sieht man auch die starke Entwicklung, die Autorin genommen hat. Von einer Frau, die sich für eine Liebe aufgegeben hat, zu einer Frau, die selbstbewusst ihr Leben in die Hand nimmt und wieder ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben führen kann. Eine Frau, die nicht vergisst, aber dennoch einen Schlussstrich ziehen kann. Zu keiner Zeit lässt sie den Schluss zu, dass sie Hassgefühle entwickelt hat. Sie zeigt lediglich, dass sie von der Arbeit des Anwaltes und der Justiz maßlos enttäuscht ist.
Emilia Pfeifer beschreibt zum einen, was Frauen erdulden, um die scheinbare Liebe eines Menschen zugewinnen, zum anderen auch die Bedeutung einer starken Familie und die damit verbundene neu gewonnene Kraft, mit der es solchen Frauen gelingen kann, sich aus ihrem Martyrium zu befreien. Mit beiden Büchern will sie anderen Frauen, die in ähnlichen Situationen leben, Kraft und Mut geben, sich ein eigenständiges und glückliches Leben wiederaufzubauen. Ein Roman, ein Tatsachenbericht, ein Ratgeber – Das alles vereinen beide Bücher.


Im Namen der Gerechtigkeit? - Misshandelt im Namen seiner Ehre Band 2 - Tatsachenroman
Im Namen der Gerechtigkeit? - Misshandelt im Namen seiner Ehre Band 2 - Tatsachenroman
von Verlag DeBehr
  Broschiert
Preis: EUR 11,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Glauben an die Gerechtigkeit verloren, 30. Januar 2014
Im Namen der Gerechtigkeit? - Misshandelt im Namen seiner Ehre Band 2 - Tatsachenroman
Im Namen der Gerechtigkeit? - Misshandelt im Namen seiner Ehre Band 2
Inhalt:
Emilia geht zurück in die Türkei, da sie sich endlich wieder um ihr Geschäft kümmern musste. Was sie nicht berücksichtigt, ist die Tatsache, dass ihr Peiniger und ehemaliger Freund Idris darüber informiert werden würde. Nun folgen Angst und Bedrohung. Auch vonseiten des Anwaltes hat sie wenig Hilfe zu erwarten. Alle Versprechungen, die ihr Anwalt und Justiz gemacht hatten, sind ergebnislos verlaufen.
Emilia hat nicht vor, sich durch diesen Mann in ihrem Leben einschränken zu lassen. Deshalb nimmt sie ihr Schicksal selbst in die Hand und macht ihren ehemaligen Freund auf eigene Faust ausfindig. Dass sie sich dabei in große Gefahr begibt, ignoriert sie in diesem Moment, denn sie erhofft sich dadurch, dass die Behörden endlich ihre Arbeit forcieren. Doch auch danach wird sie wieder enttäuscht.
Im Vordergrund ihres Lebens steht ihre kleine und noch junge Firma, die sie endlich voranbringen will. Jedoch lässt der Mann, der ihr so viel Leid angetan hat, nichts unversucht, um sie und ihre Pläne auszubremsen. Sein rigides Vorgehen bleibt auch bei ihr nicht ohne Folgen. Die ständigen Bedrohungen führen dazu, dass Emilia schon mit dem Gedanken spielt, lieber wieder zu dem Mann zurückzugehen, um endlich wieder unbehelligt leben zu können. Ihr Vertrauen in die Behörden und zu ihrem Rechtsanwalt war so stark angeschlagen, dass sie an ein ihr zustehendes Urteil am Ende nicht mehr glauben konnte.
Auch in Deutschland konnte sie keinen Abstand gewinnen. So beschloss sie, ihre gesamte Existenz in der Türkei zu kappen und wieder in Deutschland neu anzufangen. Ständig auf der Flucht zu sein, war für sie keine Option.
Obwohl sie schon nicht mehr daran glaubte, begann auch der Prozess gegen den brutalen Mann. Und sie musste nach richterlicher Anordnung zur Verhandlung erscheinen. Was sie nicht ahnte, war die Tatsache, dass ihm ein Urteil gesprochen wurde, das sie, als Opfer verhöhnte.

Sprachliche Gestaltung und Cover:
Mit viel Empathie lässt die Autorin den Leser an ihrem Leben teilhaben. Sie beschreibt ihre Gefühle so, dass der Leser zwar mitfühlen kann, aber auch noch genügend Raum für eigene Vorstellungen bleibt. An manchen Stellen greift sie auf eine nüchterne Darstellung, um den Leser zu eigenen Bildern anzuregen. Einfühlsam, emotional aber auch sachlich – der Sprachstil passt sich den entsprechenden Situationen an.
Schon das Cover lässt erahnen, dass die Autorin ihrem „Paradies“ den Rücken gekehrt hat. Somit ist der Satzanfang, der bei Verkündung eines jeden Urteils steht auch mit einem Fragezeichen versehen. Und das Buch bestätigt diese Infragestellung.

Eigene Meinung:
Hat man beide Bücher gelesen, sieht man auch die starke Entwicklung, die Autorin genommen hat. Von einer Frau, die sich für eine Liebe aufgegeben hat, zu einer Frau, die selbstbewusst ihr Leben in die Hand nimmt und wieder ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben führen kann. Eine Frau, die nicht vergisst, aber dennoch einen Schlussstrich ziehen kann. Zu keiner Zeit lässt sie den Schluss zu, dass sie Hassgefühle entwickelt hat. Sie zeigt lediglich, dass sie von der Arbeit des Anwaltes und der Justiz maßlos enttäuscht ist.
Emilia Pfeifer beschreibt zum einen, was Frauen erdulden, um die scheinbare Liebe eines Menschen zugewinnen, zum anderen auch die Bedeutung einer starken Familie und die damit verbundene neu gewonnene Kraft, mit der es solchen Frauen gelingen kann, sich aus ihrem Martyrium zu befreien. Mit beiden Büchern will sie anderen Frauen, die in ähnlichen Situationen leben, Kraft und Mut geben, sich ein eigenständiges und glückliches Leben wiederaufzubauen. Ein Roman, ein Tatsachenbericht, ein Ratgeber – Das alles vereinen beide Bücher.


Beziehungsreise: Roman
Beziehungsreise: Roman

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rückbesinnung, 23. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Beziehungsreise: Roman (Kindle Edition)
Beziehungsreise
Inhalt:
Sophias Beziehung zu Marcus ist nach zehn Jahren am Ende. Warum? Sie hat doch immer alles für die Beziehung getan, glaubt sie. Doch Marcus hatte sie ja schon immer kritisiert. Wie konnte sie nur so lange an dieser Beziehung, die noch nie eine war, festhalten.
Sophia erträgt zehn Jahre lang Demütigungen, lässt sich kritisieren, verkommt zu einem Wesen, das sich selbst entrechtet hat.
Marcus lebt seinen unermesslichen Egoismus aus, lenkt nur kurzzeitig ein, wenn er merkt, dass er sein finanzielles Polster Sophia verlieren könnte. Sie ist es, die ihm seine Reisen zu seinen Traumzielen erfüllt. Dabei interessiert es ihn nicht, was Sophia fühlt, denkt oder sich gar wünscht. Er lebt sein Leben, das ist für ihn wichtig. Sie ist dabei nur ein Anhängsel, das er sich so zurechtbiegt, dass sie zwar immer die Kreditkarte zückt, wenn es notwendig ist, und auch so für ihn da ist, wenn es um die Erledigung unangenehmer Dinge geht. Doch Achtung lässt er ihr nicht zukommen. Der Höhepunkt dieser gewaltvollen Beziehung ist die Vergewaltigung während eines Urlaubs in der Steiermark. Dabei ist dieses Vorgehen von Marcus nur die Spitze des Eisberges. Seine Gewalttätigkeit zeigt sich schon viel früher, nimmt aber zu diesem Zeitpunkt nur eine besondere Form an, wird direkt.

Sprachliche Gestaltung:
Die Autorin verwendet viele Ellipsen, um die Zerrissenheit von Sophia zu dokumentieren. Sogenannte ein-Wort-Sätze dominieren ganze Seiten. Dem Leser wird unmissverständlich klar gemacht, in welcher depressiven Grundhaltung sich die Protagonistin befindet. Einfach Bilder, die an ihr vorüberziehen, gefühllos, abgestumpft. Tot. Es ist eine eigenwillige Form des Schreibens, bedarf schon eines entsprechenden Leseverhaltens des Rezipienten, obwohl die Grundaussage dieses Romans nicht nur für leseerfahrenes Publikum gedacht ist. Erst durch diesen Roman können sich einige Paare, besonders jedoch Frauen, die sich immer wieder für eine Beziehung aufgeben, zum Nachdenken gelangen, ob sie diese oder so eine Beziehung möchten. Ob es sich lohnt, sich für einen Partner gänzlich aufzugeben, ohne Willen, ohne Wünsche und Bedürfnisse zu sein. Sich und sein eigenes Leben immer hintenan zu stellen. Am Ende kam zur Frage: Was ist eine Beziehung? Was erwarte ich von einer Beziehung?
Passend zum Thema ist das Cover gestaltet. Ein Paar, das zwar auf den ersten Blick nebeneinander geht, bei genauerer Betrachtung aber keinen gemeinsamen Weg geht. Grau-braune Töne verdeutlichen die allgemeine Grundstimmung dieses Paares.
Sabine Gruber wählte für ihren Roman den Rückblick. Nur so kann die Protagonistin mit ihrem Leben abrechnen. Es ist keine Erzählung mit steigender Handlung, sondern eher eine Abrechnung mit der Vergangenheit.

Thematische Umsetzung:
Was ist eine gute und lebenswerte Beziehung? Ab wann ist es Zeit, sich aus einer Beziehung zu lösen. Wie lange sollte man auch in Krisen an einer Beziehung festhalten? Diese Fragen kamen mir in den Sinn, als ich das Buch gelesen habe. Kann sein, dass andere Leser andere Assoziationen mit diesem Buch verknüpfen. Zeichnet es sich nicht schon am Anfang einer Beziehung ab, ob es sich lohnt, eine Beziehung zu leben? Warum sind Frauen dazu bereit, sich für eine ersehnte Zweisamkeit zu unterwerfen, ihr eigenes Ich vollkommen auszublenden? Wie weit darf man in einer Beziehung man selbst sein?
Welches Fazit ich aus eigenen Erfahrungen und der Lektüre gezogen habe? Schon kurz nach Beginn einer vermeintlichen Beziehung zeichnet sich ab, wie gut oder wie schlecht eine Beziehung ist. Es lohnt sich nicht, einem Phantom nachzujagen, zu versuchen, etwas so zu gestalten, wie man es gern hätte. Wenn der andere Teil der Partnerschaft sich von Anfang an so gibt, dass nur seine Wünsche und Bedürfnisse von ihm berücksichtigt werden, dann hat eine Zweisamkeit keine Chance. Es ist dann vermessen, zu versuchen, sich eine Traumwelt zu schaffen. Am Ende ist der Preis unbezahlbar. Die Moral des Romans ist kurz gefasst: Bereits zehn Jahre früher hätte Sophia auf diese Beziehung verzichten können und damit auch die Erfahrung von Gewalt. Die Vergewaltigung war nur der höchste Ausdruck der Missachtung.


LOL - oder - Meine wundersamen Abenteuer in der Singlebörse
LOL - oder - Meine wundersamen Abenteuer in der Singlebörse
Preis: EUR 4,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen WWW - Potential für den richtigen Partner, 30. September 2013
LOL - oder - Meine wundersamen Abenteuer in der Singlebörse

Inhalt:
Kurz und bündig. Peter wird von seiner Frau aus der gemeinsamen Beziehung entlassen. Auf der Suche nach einem Neuanfang versucht er sich im WWW. Singlebörsen gibt es in rauen Mengen. Nur was ist die richtige für diesen Herrn. Gesucht. Gefunden. Nächstes Problem: Profil. Ansprechend soll es sein. Aber auch niveauvoll soll es sein. Was spricht die Damenwelt an? Profil erstellt. Nun galt es auf die ersten Anschriften zu warten. Doch obwohl das Portal für gebildete Damen und Herren und deren Ansprüche an eine Beziehung warb, musste er schon bald erkennen, dass Werbung und Tatsachen weit auseinander trifteten. Das erste Date erwies sich als Schocktherapie. Die Erfahrungen stellen sich als sehr breitgefächert dar. Eine Reise ins Ungewisse geht da der Autor ein.

Cover und sprachliche Gestaltung:
In wenigen Worten gesagt, trefflich gelungen. Schon das Cover verrät den Inhalt, lässt keinerlei Fragen offen.
Sprachlich ist es als Erstlingswerk des Autors gelungen. Entsprechend dem Genre verwendet der Autor eine der Umgangssprache angemessene Wortwahl. Das Buch ist leicht zu lesen, manche mögen sagen, dass es oberflächlich ist. Liest man aber zwischen den Zeilen, erkennt man auch sehr schnell eine mögliche Kritik. Vom Autor beabsichtigt? Ich habe es auf jeden Fall so herausgelesen. Besonders gehaltvoll wird der Roman durch die Auflistung der erhaltenen Mails. Somit wirkt der Roman auch sehr authentisch.
An manchen Stellen erscheint es jedoch sehr ironisch. Mir schien es teilweise etwas übertrieben, was aber auch vom Autor so gewollt sein könnte. Gestört hat mich der Gebrauch des Rheinischen Dialekts. Eine Übersetzung für alle, die diese Sprache nicht beherrschen, wäre dienlich. Der Gesamtwert des Werkes wird dabei nur unwesentlich beeinflusst.
Der Klappentext verspricht Witzigkeit, die in jedem Falle garantiert ist.

Eigene Meinung:
Früher war es Inserate in der Zeitung. Heute ist es das WWW. Dabei gibt es für die Partnersuche weitaus größere Möglichkeiten. Toll. Doch jeder sollte sich darüber im Klaren sein, dass es nicht nur positive Seiten bei der Partnersuche im Netz gibt. Auch wenn sich der Autor einer teilweise recht flapsigen Sprache bedient, so wird dem erfahrenen Leser der Mitteilungswert nicht verborgen bleiben. Für mich war der Roman unterhaltsam mit einem großen Potential an Lachsalven.


Wenn die LIEBE anklopft
Wenn die LIEBE anklopft
Preis: EUR 7,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn die Liebe anklopft, 30. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Wenn die LIEBE anklopft (Kindle Edition)
Wenn die LIEBE anklopft

Inhalt:
Angie steht vor den Scherben ihre Beziehung mit Ronny. Es ist aus. Angie beginnt ihre Aufarbeitung mit einer Selbstbetrachtung. Als sie gerade dabei ist, sich richtig in ihrem Selbstmitleid und in ihrem Schmerz zu wälzen, erhält sie einen Anruf ihrer besten Freundin, die ihr in ihrer schweren Stunde zur Seite stehen will. Angie braucht in diesem Moment keine Freundin, sondern nur ihr unendliches Selbstmitleid. Doch Monia ist hartnäckig und lässt sich nicht abwimmeln. Bei einem heilenden Einkaufsbummel treffen sie auf Ronny. Die Bombe platzt. Ronny ist mit einer anderen. Angie ist fassungslos. Monia nutzt die Gelegenheit und legt die Karten auf den Tisch. Sie war es, die im Untergrund dafür gesorgt hat, dass sich Ronny von Angie trennt, denn schließlich wollte sie ihn haben. Und die fremde Frau ist niemand anderes als Ronnys Schwester. Enttäuscht von so viel Intrigen beschließt Monia wieder ihre Tätigkeit als Kinderkrankenschwester auf zunehmen.
Eine neue kleine Patientin wird eingeliefert. Sie hat als einzige einen schweren Autounfall überlebt. Angie fühlt sich zu Nele hingezogen, kümmert sich um sie mehr als um andere Kinder. Die medizinische Betreuung der kleinen Nele hat Dr. Nielsen in den Händen. So richtig war er Angie bisher noch nie aufgefallen. Aber er scheint so ganz anders als die ihr bisher bekannten Kinderärzte zu sein.
Für die kleine Nele müssen Angehörige gefunden werden. Was sollte sonst aus dem kleinen Mädchen werden. Dann endlich erscheint Steven Ehlert. Der Onkel. Für Angie wird Steven mehr als nur der Onkel von Nele. Schnell stellt Angie fest: „ … ich war nicht nur verliebt, nein, ich liebte diesen Mann aus vollem Herzen.“ Sie hatte ihren Deckel gefunden. Oder doch nicht. Er ist derjenige, der mit ihr gegen ihre biologisch tickende Uhr kämpft.
Ronny hatte sie verlassen, ihre Arbeit gab ihr Auftrieb. Sie verliebte sich in die kleine Nele und mit Steven an ihrer Seite begann das Leben für sie neu.
Happy end.

Covergestaltung und sprachliche Umsetzung:
Lesegenuss verspricht der Titel und auch das, was da geschrieben steht. Selbst die Schilderung der Selbstzweifel lassen den Leser schmunzeln. Wer Ildiko von Kürthy mit ihren Büchern kennt, kann beim Lesen Parallelen ziehen. Werkmeister besitzt das Talent, traurige Szene sprachlich so zu verpacken, dass der Leser die Ernsthaftigkeit erkennt. Ihre Spiegelbetrachtung ist zwar für die Protagonistin eine sehr furchtbare Situation, doch für die Autorin ein eher belustigendes Moment. Es ist eine Situation, die jede Frau nachvollziehen kann, weil wahrscheinlich die meisten der Leserinnen solche oder ähnliche Situationen schon selbst erlebt haben. Und genau das ist der Grund, weshalb Frau gern zu diesem Buch greifen wird.
Variationen in der Länge der Sätze und gute Satzverknüpfung bescheren dem Leser einen zügigen Lesefluss. Spannungsaufbau und Abflauen der Spannung lassen den Rezipienten neugierig werden. Die Dialoge sind authentisch. Ohne Schnörkel wirken sie überzeugend, sind lebensnah.
Das Cover ist schlicht gestaltet. Ein Türklopfer in Herzform. Doch es passt sowohl zur Einstiegssituation. Doch noch viel besser entspricht es der neuen Liebe.

Meine Meinung:
Ein Buch für uns Mädels. Eine Situation, die wir nur zu gut kennen. Das Leben scheint nach einer gescheiterten Beziehung nicht mehr lebenswert zu sein. Wir fühlen uns zu fett, zu dünn, zu hässlich. Unsere Problemzonen springen uns aus dem Spiegel entgegen. Nie mehr wollen ihr einen Mann. Die sind alle beziehungsunfähig, wissen unsere Liebe nicht zu schätzen. Und gerade als wir uns mit dieser neuen Lebenslage abgefunden haben, steht schon der nächste Anfang vor uns. Neue Liebe, neues Glück? Und wir lassen uns wieder darauf ein. Und? … Ja manchmal kann dann das Glück oder die Liebe anklopfen.
Leichte Lektüre, aber nicht flach. Unterhaltung pur. Eben aus dem Leben gegriffen.


Das schwarze Loch in mir: Eine spirituelle Odyssee
Das schwarze Loch in mir: Eine spirituelle Odyssee
von Sylvia Schöningh-Taylor
  Broschiert
Preis: EUR 16,80

3.0 von 5 Sternen Auf dem Weg zu sich selbst, 24. September 2013
Das schwarze Loch in mir: Eine spirituelle Odyssee

Inhalt:
Sofia erzählt die Geschichte ihres Lebens. Ein Leben, das geprägt ist von der Suche nach Liebe. Schon als Kind versucht sie, die Liebe ihrer Mutter zu gewinnen. Doch ein unerfülltes Leben lässt sie immer wieder an Grenzen geraten. Sie muss erfahren, dass die Mutter sie bis zu ihrem Tod für ihr Leben, in dem sie nicht glücklich ist, verantwortlich macht. Als junge Frau sucht sie in sexuellen Exzessen nach dem, was sie als Liebe erkennen kann. Auch hier scheitert sie kläglich. Ihre Liebe und Hingabe erfüllt sie kurzzeitig in ihrem Beruf als Lehrerin. Doch eine Erfüllung will sich auf Dauer nicht einstellen. Und so führt sie ihr Weg nach England, wo sie darauf hofft, von Nick das zu erhalten, wonach sie sich schon Jahre sehnt – Liebe. Schnell erkennt sie, dass sie selbst diesen Mann nicht liebt, er aber scheinbar sie. Das ändert sich nach der Geburt des ersten Kindes. Nick zeigt sein wahres Gesicht. Eifersucht und Launen dominieren das Eheleben. Zugespitzt durch die Geburt des zweiten Kindes.
Irgendwann beschließt Sophia, wieder ihr eigenes Leben zu leben, gemeinsam mit ihren Kindern. Jedoch führt der Entschluss, sich scheiden zu lassen, dazu, dass sie auch auf ihre Kinder verzichten muss. Sie steht nun allein da. Verlässt die Insel. Erst in der Einsamkeit der Bergwelt findet den Frieden, den sie so lange gesucht hat.

Covergestaltung und Inhalt:
Das Cover scheint in einem krassen Gegensatz zum Titel und dem Inhalt zu stehen, da die farbige Gestaltung des Titels nichts mit dem schwarzen Loch gemein hat. Genau aber die Farben des Regenbogens zeigen dem Leser, wie die Autorin mit ihrem schwarzen umgeht. Sie ist versöhnt. Hass scheint ihr fremd zu sein.

Sprachliche Gestaltung und Umsetzung der Thematik:
Die Autorin schreibt flüssig, bedient sich vieler sprachlicher Bilder. Was das Verstehen für manchen Leser erschweren könnte, sind die Bezüge zur Weltliteratur, die nicht unbedingt als bekannt vorausgesetzt werden können. Nur wer literarisch gut gebildet ist, kann die Zitate entsprechend zuordnen, Gleiches gilt für sehr ausgewählte Werke („Kein Ort. Nirgends“ von Christa Wolf), die nur einem begrenzten Lesepublikum bekannt sein dürfte. Weiterhin wäre es für den nicht so sprachgewandten Leser hilfreich, wenn die englischen Zitate in einer Übersetzung vorliegen würden. Auch wenn es sich hier um ein recht problematisches Thema handelt - ich nenne es Selbstfindung und der Weg dorthin – setzt das Buch im Sprachgebrauch keine Grenzen für eine besondere Leserschicht.
„Das schwarze Loch in mir“ – Selbstfindung und der Weg dorthin. Ist es ein besonderes Thema? Den Weg der Autorin gehen viele Menschen. Ich selbst habe mich an verschiedenen Stellen des Buches wiedergefunden. Braucht man dazu Spiritualität? Liest man verschiedene Definitionen, kann man den Untertitel bejahen oder verneinen. Das kommt auf die Sichtweise des Betrachters an. Sieht man sich nun den Begriff „Odyssee“ an, dann gelangt der Leser recht unverblümt zur Erkenntnis, dass eigentlich jeder Mensch eine Odyssee lebt, denn nach der Dudendefinition ist es nichts anderes als „lange Irrfahrt; lange, mit vielen Schwierigkeiten verbundene, abenteuerliche Reise“. Diese Reise tritt der Mensch am Tag seiner Geburt an. Sicherlich verläuft sie für jeden Menschen anders, abhängig von seinem sozialen Umfeld, in das er hineingeboren wird.
Nicht ganz klar ist mir die Wahl des Titels „Das schwarze Loch in mir“. Hat nicht jeder Mensch ein solches schwarzes Loch in sich? Das, was die Autorin beschreibt, ist kein Einzelfall. Prägende Lebensumstände gibt es in vielen Familien, besonders in Familien, die den Krieg miterlebt haben. Die Ausweitung des Erlebten auf die Mitglieder der Familie ist auch nichts Außergewöhnliches. Es ist nur ein Hilfeschrei, der möglicherweise in die falsche Richtung geht. Dass das auch Auswirkungen auf die nachfolgenden Generationen hat, wird nicht bestritten. Doch fragt sich der Leser, in diesem Falle ich, ob nicht jeder Mensch ein sogenanntes schwarzes Loch in sich trägt. Und resümierend von meinem Leben ausgehend, kann ich nur sagen, ja, auch ich habe ein solches schwarzes Loch in mir. Letztendlich kommt es jedoch immer darauf an, wie tief man diesen Strudel an sich oder in sich heranlässt.
Der Weg zur Selbstfindung ist nicht leicht, gepflastert mit Steinen und geprägt von tiefen Gräben. Für jeden? Nicht für jeden. Wer Sicherheit bevorzugt, sich mit dem Erreichten und Vorhandenen zufrieden gibt, braucht keine schmerzvollen und holprigen Weg zu gehen. Sucht man allerdings nach dem Perfekten für einen selbst, dann muss man mit einem schmerzhaften Weg rechnen.
Besonders fällt auf, dass die Autorin nie Groll oder Wut gegenüber den Menschen in ihrem Umfeld empfindet. Es hat den Anschein, dass sie ihnen eher wohlgesonnen ist, beinahe hilflos allem und jedem gegenübertritt. Für mich nicht ganz nachvollziehbar, weil es nach meiner Auffassung so gar nicht dem menschlichen Wesen entspricht. Schließlich haben wir schon alle in unserem Leben Wut gegenüber anderen Menschen gefühlt.

Meine Meinung:
Ich konnte mich mit dem Buch teilweise identifizieren. Es ist aber nicht geballt mit neuen Erkenntnissen. Doch meine Meinung zu dem Buch ist auch geprägt von meinen eigenen Lebenserfahrungen. Mag durchaus sein, dass andere Leser dieses Buch als eine Unterstützung für ihr eigenes Suchen nach dem perfekten Lebensweg betrachten.
Und wenn ich am Ende den Inhalt noch mal Revue passieren lasse, dann frage ich mich, ob die Flucht in die Einsamkeit der Berge nicht die Flucht vor sich darstellt. Gut ich habe immer versucht mich den Steinen in den Weg zu stellen. Musste erkennen, dass man fallen kann und nicht mehr in der Lage ist, aufzustehen. Dann wird die Aussage der Flucht wieder relativiert, und ich nenne es Selbstschutz. Das ist das, was ich selbst lernen musste.
Es ist sicher ein sehr streitbares Buch. Aber eines ist es auf keinen Fall, ein Buch, das man in einem Zug liest, möglichst mit Kerzenschein und Rotwein. Man muss sich mit dem Geschriebenen auseinandersetzen, fast auf jeder Seite.


Der 7. Tag
Der 7. Tag
Preis: EUR 2,99

5.0 von 5 Sternen Am 7. Tag kam die Erkenntnis, 15. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Der 7. Tag (Kindle Edition)
Der 7. Tag

Unschuldig vor Gericht. Der Horror. Unschuldig schuldig gesprochen zu werden. Nicht vorstellbar. Sich aber selbst schuldig zu bekennen im Bewusstsein, dass man unschuldig ist, lebenslänglich hinter Gitter muss. Das ist der Wahnsinn und wer so etwas macht, muss unzurechnungsfähig sein. Und wenn während des Plädoyers erkennt, dass man ein Bauernopfer ist, und zwar genau für den Mann, den man über Jahre als Freund der Familie angesehen hatte und der einen aus dieser verfahrenen Situation herauspauken soll. Das alles ist unwirklich, unglaubhaft.
Könnte man meinen. Doch wenn man ein aufregendes Leben geführt hat, vom Leben nicht immer mit Streicheleinheiten verwöhnt wurde, dann weiß man, dass es kaum etwas gibt, was es nicht gibt.
„Der 7. Tag“ von Nika Lubitsch erzählt von einem Ehepaar, die alles haben, was Mann und Frau sich nur wünschen können. Geld, eine tolle Villa, super tolle Jobs, dabei noch erfolgreich. Was braucht der Mensch noch mehr? Stimmt. Die Familie muss noch vervollständigt werden. Ein Kind muss her. Auch das wird den beiden beschert. Besser noch, sie bescheren es sich. Leben perfekt.
Doch eines Freitags – es ist nicht der 13. – beginnt das Leben, das bisher so normal war, sich auf den Kopf zu stellen. Am Ende – alles verloren. Alles selbst auch die geliebte Mutter, die Sybille noch den Rücken gestärkt hat, aber auch das so heiß ersehnte Kind. Damit wurden auch die letzten Erinnerungen an den Mann, den Bille so liebte, vernichtet. Ein nicht aufzuhaltender Abstieg lässt grüßen.
Als Leser kann man sich durch die flüssige Sprache, die sehr an der Umgangssprache bleibt, und dem nüchternen aber sogleich auch wieder emotional bildlichen Schreibstil sehr gut mitten in die Situation hineinversetzen. Doch eigentlich will man das gar nicht, denn diesen Alptraum, den Sybille über sich ergehen lassen muss, mag man nicht miterleben.
Besonders faszinierend ist die Gestaltung des Krimis. Ganz rational erzählt die Protagonistin von Ihrem Prozess, bei dem sie von dem besten Freund ihres toten Ehemannes verteidigt wird. Sie legt ihr Leben in seine Hand, vertraut ihm blind. Fast jedenfalls. Und das zum Glück. Denn ihre Hellhörigkeit während seines Plädoyers lässt sie erkennen, dass der wahre Täter ihr Verteidiger ist. Und so beschließt sie, sich in ihrem letzten Wort als schuldig im Sinne der Anklage zu bekennen. Warum, fragt sich der Leser. Die Begründung ist einfach. Sie braucht Zeit, um zu recherchieren (recherchieren zu lassen) und die einzelnen Puzzleteile zusammenzufügen. Und es gelingt. Nicht ihr Ehemann hat seine Mandanten betrogen, sie und ihre kleine Familie verlassen. Er war das Opfer. So eine Wendung erwartet der Leser niemals.
Doch sehr schnell wird dem Leser auch klar, dass unsere Mediengesellschaft sowohl Den Aufstieg aber noch viel schneller den Abstieg beschleunigen kann.
Auch wenn nur recht kurz mit 185 Seiten, aber ein Genuss, der einen nicht mehr aus den Fängen lässt.


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