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Rezensionen verfasst von
Mailin

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Ein Atemzug entfernt
Ein Atemzug entfernt
von Heather Gudenkauf
  Broschiert
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einen Atemzug entfernt, 5. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Ein Atemzug entfernt (Broschiert)
Es ist der letzte Schultag vor den Ferien und eigentlich ist jeder in der kleinen Stadt Broken Branch mit seinen Gedanken schon bei den kommenden Tagen, alles sich alles auf einmal ändert.
Als jemand eine Klasse in der Schule als Geiseln nimmt, stürzt er die ganze Stadt in einen Strudel voller Angst, Zorn und anderer unterdrückter Gefühle. Wer ist der Geiselnehmer? Und warum hat er sich gerade diese Schule, diese Klasse ausgesucht?

Ich hab das Buch praktisch verschlungen, wie schon lange keins mehr. Ich war von der ersten Seite an von der spannenden Handlung gefesselt und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Die Handlung ist aus Sicht der verschiedensten Personen – unter anderem einer Schülerin, einer Polizistin, einer Lehrerin und einem Großvater – erzählt. Dabei gelingt es der Autorin sehr gut, diese Einzelschicksale und -perspektiven durch die Geiselnahme als zentrales Element zu einer flüssigen, zusammenhängenden Handlung zu verknüpfen und gleichzeitig jedem einzeln Erzähler seine ganz eigene Stimme und sein ganz individuelle Hintergrundgeschichte zu geben.
Was aber auch ein kleiner Nachteil ist, denn im Fall von Augie ist die Hintergrundgeschichte allein schon genug für einen spannenden Roman und sie kommt hier zwangsweise etwas zu kurz.

Die Frage nach dem Geiselnehmer und seiner Motivation bleibt bis zum Schluss offen und der Roman bietet auch genug plausible Möglichkeiten um die Spannung zu halten. Ich bin auch bis zum Ende nicht auf die richtige Lösung gekommen, obwohl es auch rückblickend genug Hinweise gegeben hatte. Allerdings muss ich leider sagen, dass ich die Motivation des Geiselnehmers für seine Tat nicht wirklich beziehungsweise nur teilweise nachvollziehen konnte.

Das ist jetzt das dritte Buch von Heather Gudenkauf, welches ich gelesen hab, und sie haben mir alle außerordentlich gut gefallen. Ich bin wirklich froh, dass ich die Autorin zufällig entdeckt habe. Und freue mich schon auf das nächste Buch. Vom Aufbau und Stil erinnern mich die Bücher immer etwas an diejenigen von Jodi Picoult, wer also ihre Bücher mag, sollte sich das hier auch mal genauer anschauen.


Young Sherlock Holmes 1: Der Tod liegt in der Luft
Young Sherlock Holmes 1: Der Tod liegt in der Luft
von Andrew Lane
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toller erster Band, 6. März 2012
Da sein Vater als Soldat keinen Urlaub bekommen hat, muss Sherlock seine Schulferien bei seiner ihm fast unbekannten Tante auf dem Land verbringen. Doch was langweilig klingt, wird zum Abenteuer seines Lebens, als er auf dem Grundstück eine Leiche findet, die unter seltsamen Umständen gestorben zu sein scheint. Und das ist erst der Anfang. Nach und nach entdeckt Sherlock ein Verbrechen, welches die Sicherheit des britischen Weltreiches bedrohen könnte.

Schon direkt nach dem Auspacken hat mich das Buch mit seinem Aussehen begeistert. Der plastische "Young Sherlock Holmes" - Schriftzug fällt einem sofort ins Auge, aber auch das Motiv von London mit Sherlock im Vordergrund macht total neugierig.

Ich weiß nicht wirklich viel darüber, was Arthur Conan Doyle in seinen Sherlock Holmes-Geschichten über die Jugend von Sherlock erzählt. Von daher kann ich auch nicht beurteilen, inwiefern dieses Buch oder die ganze Reihe da zum Kanon passt oder nicht. Aber ich fand die Darstellung des jungen Sherlocks sehr überzeugend und passend zu dem bekannten erwachsenen Sherlock. Er ist sehr intelligent und denkt mehr rational als emotional. Aber trotzdem wirkt er auch sehr altersgerecht in seinen Gedanken und Handlungen.

Die Handlung selbst fand ich sehr spannend und fesselnd, so dass ich das Buch auch in kürzester Zeit durchgelesen hatte. Und es hat mich von Anfang an komplett sehr gut unterhalten. Die Sprache ist der Zielgruppe und Sherlocks Alter - aus seiner Sicht wird erzählt - gut angepasst ohne übertrieben jung zu wirken.

Etwas gestört hat mich dagegen, dass einige Handlungsfäden nicht beendet wurden. Wie zum Beispiel der um Mrs. Eglantine und die Warnung von Mycroft. Und ich bezweifle etwas, dass das in einem späteren Band aufgegriffen werden wird, weil Mrs. Eglantine doch stark mit dem Handlungsort dieses Bandes verknüpft ist und wohl kaum die Folgebände auch bei Sherlocks Tante spielen werden. Das gäbe dann beneidenswert lange Schulferien.
Und so im Nachhinein hab ich den Eindruck, dass manche der Figuren stark an Personen aus Sherlock Holmes späterem Leben erinnern. So beispielsweise Matty, der eine jüngere Version von Watson sein könnte und Virginia mit ihrem unkonventhttp:[...] Verhalten an Irene Adler.

Das Buch hat mir trotz der erwähnten kleinen Schwächen viel besser gefallen, als ich eigentlich erwartet hatte und ich bin froh, dass der zweite Band der Reihe auch noch dieses Jahr erscheinen soll.


Endstation Venedig. Commissario Brunettis zweiter Fall
Endstation Venedig. Commissario Brunettis zweiter Fall
von Donna Leon
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,90

4.0 von 5 Sternen Endstation Venedig, 6. März 2012
In einem Kanal der Lagunenstadt wird die Leiche eines Amerikaners von einem nahegelegenen Stützpunkt gefunden. Vieles deutet auf einen Raubmord hin, doch Brunetti hat Zweifel und ermittelt auch in andere Richtungen. Und stößt auf ein internationales Verbrechen, das nach Wunsch einflussreicher Persönlichkeiten weiter im Dunkeln bleiben soll...

Wie schon bei der ersten Band hat es auch dieser nie geschafft mich wirklich zu interessieren. Ich hab zwar auch nie darüber nachgedacht das Buch abzubrechen, aber interessiert an der Auflösung war ich auch nur bedingt.
Zu einem großen Teil lag das vermutlich auch daran, dass ich keine Verbindung zu Brunetti aufbauen konnte, was natürlich nicht gerade hilfreich ist, wenn aus dessen Sicht erzählt wird. Aber er blieb für mich einfach irgendwie fremd und ab und zu hatte ich den Eindruck, dass es mehr darum ging zu schildern, wie Brunetti hier ein Sandwich isst und dort ein Glas Wein trinkt, als einen Mord aufzuklären.

Der Fall an sich war aber auch nichts besonderes. Sicher war er mit seiner Thematik und den angesprochenen Verflechtungen zwischen Wirtschaft, Politik und Militär aktuell, brisant und vermutlich auch sehr realistisch. Aber wirklich gefesselt hat er mich auch nicht. Es war jetzt nicht so langweilig, dass ich genervt war, aber ich hatte andererseits auch nie Mühe die Lektüre für was anderes zu unterbrechen.

Nachdem mir jetzt weder der erste noch der zweite Band der Reihe wirklich gut gefallen hat, werde ich sie wohl aufgeben. Die jeweiligen Auflösungen der Fälle mit ihren eher nicht vorhandenen Konsequenzen sind zwar sicher realistischer als in vielen anderen Büchern des Genres, aber auch ungleich deprimierender. Da sind mir was das Ende angeht positivere "die Bösen bekommen ihre gerechte Strafe"-Bücher doch lieber. Die Realität ist da schlimm genug, dass brauch ich nicht auch noch bei der Flucht in Bücher.


Der Adler der Frühe
Der Adler der Frühe
von Stephan M. Rother
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Adler der Frühe, 6. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Adler der Frühe (Taschenbuch)
Völlig überraschend holt der kirchliche Legat Wasmod seine Schwester Agnetha aus ihrem beschaulichen Klosterleben und schickt sie an die Burg eines Adligen um dessen Söhne zu unterrichten. Doch eigentlich hofft er auf ihre Hilfe um unter den Burgbewohnern einen Ketzer und Anhänger dunkler Magie zu finden, der für die Morde an zwei Geistlichen verantwortlich gemacht wird.

Ich hab bei dem Buch zwei Anläufe gebraucht um über etwa die ersten 100-150 Seiten hinwegzukommen. Und auch beim zweiten Versuch hab ich mehrmals mit dem Gedanken gespielt es abzubrechen. Einfach, weil ich es sehr zäh und naja nicht ereignislos, es passiert einiges, aber unspannend fand. Später war ich aber froh weitergelesen zu haben, denn so etwa nach dem ersten Drittel nimmt die Spannung extrem zu und dann konnte mich die Geschichte auch absolut fesseln. Schade, dass es nicht von Anfang an so war, ich musste mit dem Anfang wirklich kämpfen.

Und ein weiteres Problem war für mich leider auch Agnetha. Nicht einmal sie selbst als Person, da mochte ich sie sogar irgendwann. Zumindest meistens. Aber ich hatte Problem sie und ihre Aufgabe in der Handlung als glaubwürdig wahrzunehmen. Beziehungsweise ich hatte nicht nur Probleme, ich konnte nicht. Es passt einfach nicht zu dem, was ich über das Frauenbild des Mittelalters gelernt hab, dass ein Adliger eine Nonne aus einem Kloster sozusagen ausleiht ums eine Söhne in Latein zu unterrichten. Dazu wurden Frauen meiner Meinung nach viel zu sehr als unterlegen und einfach nicht fähig zum Denken wahrgenommen. Und es ist nicht nur der Unterricht. Agnetha wird in Diskussionen zwischen einem Bischof, dem Burgbesitzer und einem noch höher stehenden Adligen von allen dreien als gleichwertige Gesprächspartnerin akzeptiert.
Das Ganze ist für mich völlig unpassend zu der Zeit, in der die Geschichte spielen soll. Da hätte ich es besser und weitaus glaubhafter gefunden, wenn statt Agnetha ein junger Mönch diese Figur dargestellt hätte, auch wenn dadurch die Liebesgeschichte wohl weggefallen wäre.

Den Wegfall der Liebesgeschichte zwischen Agnetha und Aquila hätte ich aber auch keines falls bedauert, was auch an dem Ende liegt - das noch weniger zum Mittelalter passt als eine unterrichtende Nonne. Und zum anderen an Aquila, der mir einfach zu sehr als strahlender unbesiegbarer, allwissender Held dargestellt wurde. Gut, einiges, dass man erst sehr zum Schluss über ihn erfährt, relativiert seine Übermenschlichkeit etwas, aber trotzdem war es mir oft zu viel des Guten. Ein paar Schwächen hätten ihn da menschlicher erscheinen lassen.

Insgesamt eine spannende Geschichte, auch wenn mir einige Stellen zu fantastisch waren und ich mit der Hauptperson meine Probleme hatte. Aber ich hab das Buch gern gelesen und auch schön mit rätseln können, wer denn nun der Böse ist. Und auch wenn das bisher vermutlich vor allem kritisch klang, kann ich es jedem empfehlen der historische Mystery-Thriller mag und es mit geschichtlicher Exaktheit nicht so ganz genau nimmt.


Mercy 2: Erweckt: Mercy - Ist Liebe ewig?
Mercy 2: Erweckt: Mercy - Ist Liebe ewig?
von Rebecca Lim
  Gebundene Ausgabe

3.0 von 5 Sternen Mercy Band 2, 6. März 2012
Mercy wacht in einem neuen Körper und in einer neuen Existenz auf und kann sich kaum noch an ihr Leben als Carmen und die Ereignisse in Paradise City erinnern. Nur daran, dass Luc, der ihr immer wieder in Träumen erscheint, ihr aufgetragen hat Ryan zu suchen und mit ihm Kontakt aufzunehmen. Dies sei der einzige Weg, wie Mercy und Luc jemals wieder zusammen sein könnten. Doch auf der Suche nach Ryan begegnet Mercy einigen Problemen.

Wie schon im ersten Band ist die Geschichte in eine irdische und eine übernatürliche Handlung geteilt, die sich zum Teil auch überschneiden, wobei der Schwerpunkt dieses Mal deutlich auf der übernatürlichen Seite liegt. Und das war auch etwas das Problem.

Denn die irdische Handlung existiert kaum. Mercy wacht in Lelas Körper auf. Lela, die in Australien lebt, hat eine todkranke Mutter für deren Pflege sie ihren Collegebesuch unterbrechen musste und jobbt jetzt in einem Café um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Aber im Vergleich zum ersten Band und der spannenden Suche nach Lauren, passiert hier nicht viel. Und das was dann am Ende passiert, ist leider sehr unrealistisch und gleichzeitig auch zu weiten Teilen vorhersehbar. Und ich war sehr irritiert, dass Mercy so überhaupt nicht mit dem Internet und Sozialen Netzwerken umgehen konnte und scheinbar nicht mein theoretisches Wissend darüber besaß. Für mich war das eine sehr unlogische Stelle, denn mit anderen Dingen des Alltags, wie Bus fahren oder telefonieren, kannte sie sich wunderbar aus, dass muss sie also aus ihren früheren Leben behalten haben. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie in den x Leben vorher - denn zum Beispiel Carmen oder jetzt Lela war sie nur für Wochen, also eine relativ kurze Zeit - noch nie mit dem Internet in Berührung gekommen ist oder zumindest davon gehört hat.

Die übernatürliche Handlung dagegen fand ich sehr interessant. Wobei Handlung eigentlich der falsche Ausdruck ist. Mercy hat mehrere Gespräche mit anderen Nicht-Menschen, wodurch sie mehr über ihre Vergangenheit und die Gründe für ihre jetzige Art der Existenz erfährt. Wirklich aufgeklärt wird nichts, was aber bei Band zwei von vieren auch nicht zu erwarten ist.

Insgesamt bin ich etwas enttäuscht, weil ich nach dem ersten Teil auf eine spannendere irdische Handlung gehofft hatte. Dafür gab es einige hilfreiche Hinweise über Mercys Herkunft und ich bin sehr gespannt, ob ich mit meiner Vermutung über Luc richtig liege.


Gespräch mit einem Vampir: Roman
Gespräch mit einem Vampir: Roman
von Anne Rice
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Gespräch mit einem Vampir, 6. März 2012
Über 100 Jahre ist er alt, der Vampir Louis. Doch Ruhe und Zufriedenheit hat er in all den Jahren nicht gefunden, seit er im achtzehnten Jahrhundert zu einem Vampir wurde. Er hat zwar seitdem viel erlebt und verloren, doch nie wirklich seine menschliche Seite mit der des Vampirs in Einklang bringen können. In einem Interview mit einem Reporter erzählt er seine Lebensgeschichte, die vor allem durch den Vampir Lestat und die ambivalenten Gefühle Louis' zu ihm geprägt werden und den Leser mit auf eine Reise von New Orleans nach Paris nehmen.

Das Buch hat eine melancholisch-nachdenkliche Grundstimmung, entsprechend Louis' Einstellung, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Zwischendrin fand ich den Ton manchmal ziemlich bedrückend, weil es zu viel des Guten wurde und eine leicht deprimierende Wirkung auf mich hatte, und musste beim Lesen pausieren. Aber gleichzeitig könnte ich mir auch keine andere Stimmung für die Erzählung vorstellen, die so gut passen würde.

Etwas schade fand ich es, dass Lestats Vergangenheit so im Dunkeln bleibt, wo er doch als "Erzeuger" und Mentor eine wichtige Rolle spielt und so sein Verhalten manchmal einfach unerklärlich ist. Ich weiß zwar, dass Lestat im Folgeband selbst die Hauptrolle spielen wird und verstehe daher schon, dass die Autorin die Information dafür aufheben will, aber manchmal hätte etwas mehr Wissen doch geholfen um Szenen zu verstehen.
Im Gegensatz zu Lestat aber sehr faszinierend und wundervoll dargestellt fand ich Claudia, die für mich Louis als eigentliche Hauptperson, mehrmals in den Hintergrund gedrängt.

Auch lobenswert ist die sehr atmosphärische Darstellung von New Orleans und Paris, welche Frau Rice wunderbar gelungen ist. Die Beschreibungen sind sehr anschaulich, so dass man es sich total gut vorstellen kann.

Insgesamt ein schöner Serienauftakt wenn auch mit manchmal zu melancholischer Stimmung. Ein düsteres, nachdenkliches Buch, das sich mit seinem Vampirbild und der zugrunde liegenden Frage, ob Unsterblichkeit wirklich so erstrebenswert sei, deutlich von dem meisten anderen Bücher abhebt.


Artemis Fowl (Ein Artemis-Fowl-Roman, Band 1)
Artemis Fowl (Ein Artemis-Fowl-Roman, Band 1)
von Eoin Colfer
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Artemis Fowl, 6. März 2012
Artemis ist der bisher letzte Nachkomme eine alten Verbrecherfamilie und führt nach dem Verschwinden seines Vaters die Geschäfte weiter. Doch er braucht dringend Geld - und so kommt er auf die Idee dem im Verborgenen unter der Erde lebenden magischen Volk sein Gold zu stehlen. Doch diese sind von dem Vorhaben so ganz und gar nicht begeistert. Ein Kampf bahnt sich an, in dem keine Seite nachgeben möchte.

Die Kombination aus "Meisterdieb" und "magische Völker" in der Beschreibung klang für mich wahnsinnig verlockend. Eine Erwartung die sich aber nur zum Teil erfüllt hat. Die Grundidee der Geschichte finde ich nach wie vor unheimlich faszinierend, aber die Umsetzung nur teilweise.

Ich hatte lange große Probleme mit Artemis beziehungsweise der Tatsache, dass er 12 Jahre alt sein soll. Nicht mal wegen seiner Intelligenz, das Genie hätte ich da durchaus akzeptieren können auch wenn es immer noch etwas unrealistisch gewesen wäre. Aber seine emotionale Reife und sein Geschick strategisch zu planen und im Voraus zu berechnen und berücksichtigen, was die Gegenseite unternehmen würde, passt einfach nicht zu meiner Vorstellung eines Zwölfjährigen. Auch da nie irgendwo gesagt wird, dass er schon vor dem Verschwinden seines Vaters in die Familiengeschäfte eingebunden gewesen wäre und es so gelernt hätte.
Irgendwann hab ich dann aber für mich beschlossen, dass Artemis einfach schon 15-16 Jahre alt ist und konnte dann die Handlung viel besser genießen.

Und allgemein hätte ich mir mehr Informationen über die Unterwelt der magischen Wesen gewünscht, nicht nur über deren Polizei. Der Rest blieb für mich nämlich ziemlich unklar und nicht wirklich vorstellbar, was ich sehr schade fand..
In diesem Zusammenhang war ich auch etwas irritiert von Artemis Wunsch an Holy am Ende des Buches. Also nicht von dem Wunsch an sich, sondern von der Tatsache, dass Holly die Fähigkeit hatte ihn zu erfüllen. Darauf hatte für mich vorher nichts hingedeutet und das kam dann doch sehr plötzlich und unerklärlich. Etwas mehr Hintergrundwissen über Colfers Vorstellung der Elfen wäre da möglicherweise nützlich gewesen.

Es ist eine nette, leichte und durchaus unterhaltsame Lektüre, aber sie bleibt immer irgendwie oberflächlich und ohne Tiefe, auch für ein Jugendbuch mit der Altersempfehlung ab 12 Jahre. Aber trotzdem interessant genug, dass ich die Reihe weiterlesen will.


Die Teerose
Die Teerose
von Jennifer Donnelly
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr atmosphärisch, 6. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Teerose (Taschenbuch)
Fiona wächst in London als Tochter eines Deckarbeiters auf, in ständigem Kampf gegen die drohende Armut. Doch gemeinsam mit ihrem besten Freund Joe träumt sie von einem Laden, der ihnen beiden gehören wird und der sie aus der Armut von Whitechapel befreien wird. Doch dann stirbt Fionas Vater und Joe schwängert ein anderes Mädchen, welches er dann auch heiraten muss und Fiona flieht vor ihrem Kummer und ihrer Verzweiflung nach New York, wo sie einen Onkel hat. Doch dort angekommen, muss sie feststellen, dass ihre Vorstellungen von New York von der Realität weit entfernt sind. Doch Fiona lässt sich nicht entmutigen.

Es ist bestimmt nicht realistisch, was Fiona innerhalb weniger Jahre passiert und wie viel Glück und passende Zufälle es immer gibt, wenn sie es genau braucht. Da entfernt sich die Autorin weit von dem, was für das ausgehende 19 Jahrhundert glaubhaft gewesen wäre. Schon allein die Art wie Fiona zu ihrer Schiffspassage nach New York bekommt, ist vollkommen an den Haaren herbeigezogen.
Ganz zu schweigen von dem Handlungsfaden und besonders der Auflösung um Jack the Ripper, die eindeutig zu viel des Guten war. Auf diese Handlung hätte ich wirklich verzichten können und hatte da den Eindruck, dass sie nur wegen des berühmten Namens eingebunden wurde,

Doch dafür gelingt es der Autorin sehr gut die Atmosphäre des Aufbruchs und Wandel der damaligen Zeit sowohl in London als auch in New York mit all ihren positiven (Bau der ersten U-Bahn, Einführung der Gewerkschaften) und negativen (Armut, Ausbeutung, Syphilis) lebhaft und überzeugend darzustellen. Und auch die Klassenunterschiede mit all ihrer Bedeutung werden schön und glaubhaft verdeutlicht.

Es ist kein stilistisch besonders hochwertiger Roman, aber ein gut zu lesender, sehr atmosphärischer historischer Roman. Zu viele Zufälle in der Handlung selbst, aber dafür die Epoche sehr schön dargestellt. Ich freu mich schon auf den zweiten Band der Trilogie, der sich auf einen Verwandten Fionas konzentriert - bei dem ich passender Weise während des Lesen des ersten Bandes auch schon dachte, dass seine Geschichte etwas zu kurz käme.


Venezianisches Finale: Commissario Brunettis erster Fall
Venezianisches Finale: Commissario Brunettis erster Fall
von Donna Leon
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,90

3.0 von 5 Sternen Venezianisches Finale, 6. März 2012
Während der Pause einer Opernaufführung wird der weltweit bekannte Dirigent tot in seiner Garderobe aufgefunden. Ein Fall, der viel Aufmerksamkeit erregt und entsprechend groß ist auch der Druck auf die Polizei einen Täter zu finden. Commissario Brunetti, der mit den Ermittlungen beauftragt ist, hat auch schon bald eine Vielzahl von Verdächtigen. Doch wer von ihnen wäre wirklich zu diesem Mord fähig?

Ich hab das Buch im Rahmen der zweite Chance-Challenge gelesen und konnte mich vorher an nichts mehr von dem Inhalt lösen. Trotzdem war ich mir sehr früh über wichtige Bestandteile des Tathergangs und der Motivation sehr sicher und fand es ziemlich schade, dass Brunetti scheinbar diesen Gedanken erst sehr spät in Betracht zieht.

Aber andererseits erfährt man auch nie viel von Brunettis Gedanken. Man begleitet ihn zwar zu verschiedenen Befragungen von Zeugen, Angehörigen und Tatverdächtigen und hört den Dialogen zu, aber über Brunettis Erkenntnisse erfährt man nicht viel. Der Leser muss also sozusagen selbst ermitteln, kann das aber nur in die Richtungen, in die auch Brunetti ermitteln - ohne wirklich nachvollziehen zu können, wieso. Rückblickend mit dem Wissen am Schluss ergibt zwar vieles einen Sinn, aber zwischendrin hätte ich mir schon mehrmals gewünscht mehr von Brunettis Gedanken und Empfindungen zu erfahren.
Ich hatte nie das Gefühl ihn kennen zu lernen. Zumindest nicht den Commissario, der mir am Ende noch nahezu genauso fremd war wie am Anfang des Romans. Eher schon den Privatmensch Brunetti, der mit seiner Frau Wein trinkt, den Kindern Monopoly spielt und eine Abneigung gegen seinen Schwiegervater hat.

Insgesamt war der Krimi nicht vollkommen unspannend, aber ich hatte auch nie Probleme die Lektüre zu unterbrechen. Und dass ich mit meiner frühen Lösung richtig lag, war auch eher enttäuschend. Keine Ahnung, was mich da bei dem ersten Lesen vor mehr als einem Jahrzehnt so begeistert hat. Ich habe den zweiten Band der Reihe auch hier und werde den auch sicher lesen. Aber wenn er mir nicht besser gefällt, werde ich danach wohl die Reihe abbrechen. Zumindest der erste Band ist mir da doch zu sehr durchschnittliche Krimi-Lektüre, um weitere 18 Bände zu lesen, falls sie das gleiche Niveau haben.


Die Fliessende Königin
Die Fliessende Königin
von Kai Meyer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

4.0 von 5 Sternen Die fließende Königin, 6. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Fliessende Königin (Gebundene Ausgabe)
Merle ist ein Waisenkind in Venedig und wird als Lehrling zu dem Spiegelmacher Arcimboldo geschickt. Doch dies ist nicht das mittelalterliche Venedig, dass wir alle kennen. In dieser Version beherrscht das Pharaonenreich fast die ganze Welt und belagert seit Jahrzehnten Venedig. Nur mit der Hilfe der Fließenden Königin konnte die Stadt bisher selbstständig bleiben. Doch nun wirken Kräfte aus dem Innern auf eine Niederlage hin und sie haben einen Weg gefunden die Fließende Königin zu vernichten. Nur Merle und Serafin, der Lehrling aus der Weberei gegenüber, mit dem sie in einen Nachbarschaftsstreit verwickelt sind, können das Schicksal Venedigs noch ändern.

Kai Meyers Schreibstil ist toll und man wird sofort in die Geschichte um Merle hineingezogen. Gerade weil der Autor es geschickt versteht genau so viel Informationen über Merle und ihre Welt zu geben, dass man der Handlung problemlos folgen kann, aber trotzdem eigene Theorien entwickeln kann. Und die Welt, die er hier um Merle und Venedig geschaffen hat, ist einfach großartig.

Die Handlung selbst beginnt im wahrsten Sinne des Wortes fantastisch und macht einen unheimlich neugierig mit vielen Andeutungen. Leider bleibt es bei vielen Handlungsfäden auch so, denn sie werden bis zum Schluss nicht beendet, sondern wohl erst in den folgenden Bändern wieder aufgegriffen. Überhaupt finde ich, dass dem Buch ein runder Schluss fehlt, es endet halt einfach so mitten in der Handlung ohne dass ein Handlungsbogen wirklich beendet wurde.

Insgesamt bin ich mir ziemlich sicher, dass die Trilogie als Komplettwerk gesehen großartig ist. Zumindest wenn die anderen beiden Bände das Niveau halten können. Aber der erste Band für sich gesehen wirkt nur wie ein Einführung in Merles Welt und eine Vorbereitung auf das was noch kommt. Es fühlt sich nicht an, wie der erste Band einer Trilogie, sondern das erste Drittel eines Buches. Natürlich merkt man dem Buch an, dass es für Jüngere (die offizielle Altersempfehlung ist ab 12 Jahre) geschrieben ist, aber gestört hat es mich keinen Moment.


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