Profil für Rainbowdemon > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Rainbowdemon
Top-Rezensenten Rang: 173.249
Hilfreiche Bewertungen: 147

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Rainbowdemon "rainbowdemon"

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2
pixel
Dancer and the Moon (Ltd.Digipak+Dvd)
Dancer and the Moon (Ltd.Digipak+Dvd)
Preis: EUR 17,49

6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Blackmore macht, was ihm gefällt - aber das gefällt halt nicht jedem, 14. Juni 2013
Ganz so schlecht wie viele andere hier bewerte ich das Album nicht. Es gehört nicht zu den herausragenden Alben der "Band" und schon gar nicht gehört es zu den herausragenden Alben in Ritchie Blackmore's Gesamtwerk, aber ganz so schlecht ist es auch nicht. Es sei denn, man betrachtet es bereits als Manko, dass Blackmore als Ausnahme-Künstler kein Ausnahme-Album veröffentlicht.
Ja, seine Kollegen von Deep Purple sind ihm mit "Now what" musikalisch davon geeilt (obwohl ich diesem Album auch nur 3 Sterne gegeben habe)... - Frage der Perspektive: Vielleicht ist es eher Blackmore, der den anderen davon geeilt ist - bloß was anderes machen als die Rocknummer. Wenn Deep Purple nun plötzlich musikalisch ins Mittelalter reisen würde (was für eine Lachnummer!), wäre Ritchie wahrscheinlich zurück in der Rock-Arena. Jaja, bloß was anderes machen. Und trotzdem immer auch ein bisschen dasselbe. Wiederholungen seiner selbst sind bei Blackmore wirklich nicht ausgeschlossen. Blackmore hat immer gerne wiederholt (andere und sich selbst) - es ist nur nicht so aufgefallen. Und da er mehr produziert als Gillan und Co, produziert er auch mehr Wiederholungen. Logisch!
Bedenken habe ich dann aber doch. Bedenken, dass dieses Album schon direkt mit einer Coverversion beginnt... Bedenken auch, wenn Candice Night trällert "SHE came to me one morning"... Und Bedenken, wenn der "Temple of the king" dermaßen entweiht wird wie auf diesem Album. Im Fall von Blackmore gilt wahrscheinlich wie in vielen anderen Beziehungen auch: Wer privat zusammen ist, sollte beruflich eher getrennte Wege gehen.
Das ist ja das wirklich Traurige: Blackmore könnte viel mehr, aber er tut es nicht. Das ist, als ob ein Starkoch Tütensuppe anrührt. Manchmal esse ich Tütensuppe gerne, aber doch nicht von Horst Lichter!
Aber dann andererseits wieder diese kleinen feinen Einschübe der E-Gitarre, das zum Teil epische "Somewhere Over The Sea / The Moon Is Shining". Die nette Jon-Lord-Ehrung in "Carry On... Jon".
Seien wir doch mal ehrlich: Ronnie Dio ist tot. Jon Lord ist tot. Sollten wir uns nicht über jedes der wenigen musikalischen Lebenszeichen von Blackmore, Purple und Co freuen? Denn jedes könnte das letzte sein. Und dann ist das Geschrei groß!


Ronnie Dio and the Prophets: the Early Years
Ronnie Dio and the Prophets: the Early Years
Preis: EUR 19,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ronnie, wir vermissen dich!, 28. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nein, es klingt nicht nach DIO, Black Sabbath, Heaven and Hell oder Rainbow. Vielleicht ein bisschen nach Elf. Nein, auch nicht wirklich. Wir hören auf diesem Album den ganz jungen Ronnie James Dio. Und er klingt wie immer fantastisch. Dio in den 1960er Jahren. Die Produktion knistert, knastert und rauscht. Es ist halt ein Sammlerstück, aber dennoch nicht nur was fürs Raritätenkabinett. In 28 Tracks hören wir Dio so echt und authentisch wie noch nie und so gut wie immer.
Absolute Anspieltipps sind Gonna Make It Alone und Walking Alone. Auf überraschend berührende Weise hören wir Dios epische Stimme und wissen zugleich, dass er uns nie wieder so überraschen wird. Mit diesem Album startet der Hörer in Dios musikalisches Leben, als dieses noch vor ihm lag, und weiß doch, dass es leider schon vorbei ist. Doch 28 Lieder lang können wir uns der Illusion hingeben. Aber am Ende steht die Erkenntnis umso schmerzlicher: Ronnie, wir vermissen dich!


Now What?! (Limited Edition)
Now What?! (Limited Edition)
Preis: EUR 5,55

37 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Und jetzt? Keine Ahnung!, 28. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Now What?! (Limited Edition) (Audio CD)
Wie beurteilt man etwas, wenn die eigene Meinung stündlich wechselt? Aus 5 Sternen und 1 Stern werden dann 3 Sterne. Passt das? Wahrscheinlich nicht.
Ich liebe Deep Purple. Ich mag Now what. Aber das Album gibt mir ein komisches Gefühl. Es ist ein perfektes Musikalbum. Alle 5 beherrschen ihr Instrument (ich zähle Gillans Stimme dazu) perfekt. Die Songs haben eine unglaubliche Bandbreite. Tolle Melodien, tolle Riffs und sogar mal ganz gute Texte. Ich spare es mir, nun Song für Song durchzugehen. Das haben andere hier schon sehr vorbildlich getan. Es gibt eigentlich keinen richtigen Hänger. Jeder Song hat seine eigene Liebenswürdigkeit. Ian Gillan hat seine stimmlichen Grenzen akzeptiert und sich dadurch neue Möglichkeiten geschaffen. Steve Morse spielt die Gitarre virtuos, oft aber aus meiner Sicht seelenlos und sich selbst kopierend. Don Airey wechselt zwischen den Stilen - sehr virtuos, und doch frage ich mich, was genau ist eigentlich sein Stil? Roger Glover und Ian Paice sind sehr auf den Punkt und zaubern einen starken Klangteppich für ihre 3 Kollegen. Drei Kollegen? Nein, es scheinen mehr zu sein: Produzent Bob Ezrin hat zusätzliche Musiker ins Studio geholt, um Töne, Melodien und Klänge zu erzeugen, die Deep Purple selbst nicht erzeugt haben. Darum stellt sich für mich ein mulmiges Gefühl ein: Was ist auf diesem Album eigentlich wirklich Deep Purple und was ist das Arrangement des Produzenten?
Ich höre auf Now what zudem Emerson, Lake and Palmer, ich höre Alice Cooper, die Doors und und und. Aber höre ich auch Deep Purple? Ich weiß es nicht. So sehr hat mich bisher nur ein Purple-Album irritiert. Das war vor 23 Jahren Slaves and Masters.
Es ist ein perfektes Rockalbum, aber: Deep Purple waren immer am besten, wenn sie nicht zu perfekt waren, sondern einfach sie selbst. Und nur sie selbst - ohne zig additional musicians.
Trotzdem werde ich Now what noch oft und gerne hören. Und nach dem Anhören schaue ich dann auf die CD und stelle überrascht fest: Ach, da steht ja Deep Purple drauf! DAS sind Deep Purple? Klingt gar nicht schlecht! Und jetzt!?
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 30, 2013 5:19 AM MEST


Blackmore's Night - Castles & Dreams [2 DVDs]
Blackmore's Night - Castles & Dreams [2 DVDs]
DVD ~ Blackmore's Night

16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Herr Blackmore geht seinen Weg, 13. Juni 2005
Musikalisch hat er zwar mit dem Ritchie Blackmore der Deep-Purple- und Rainbow-Ära nicht mehr viel gemeinsam - obwohl er ja stur behauptet, auch schon zu dieser Zeit Renaissance-Musik gemacht zu haben, freilich ohne dass es die Bandkollegen bemerkten -, aber diese unerbittlich konsequente Haltung, das eigene Ding durchzuziehen, hat er sich zur großen Bewunderung vieler bewahrt. Ach ja, zwei musikalische Eigenschaften hat Herr Blackmore doch noch behalten: Virtuosität und Kreativität. Für beides ist die vorliegende DVD der Beweis. Nun sollte man beim Bewerten von Musik-DVDs ja weniger auf die Qualität der Songs eingehen - dafür gibt es schließlich CDs -, sondern mehr auf das Medium DVD und die Möglichkeiten, die es bietet, Rücksicht nehmen. Dennoch zwei kurze Anmerkungen zur Musik von Blackmore's Night: 1. Nein, sie hat mit Deep Purple und Rainbow nichts gemeinsam und sollte auch nicht damit verglichen werden. 2. Ritchie Blackmore und Candice Night haben einen ganz eigenen Zugang zur mittelalterlichen Musikkonzeption gefunden - die Texte mögen zwar ziemlich eskapistisch sein, aber die musikalische Umsetzung und vor allem die Live-Präsentation zeugt von einem hohen Ausmaß an Kreativität und Spielfreude.
Nun zur DVD: Sie besteht aus zwei Scheiben und die sind randvoll bepackt. Pluspunkt also. Auf DVD 1 befindet sich ein komplettes Konzert, das ziemlich genau dokumentiert, wie kreativ und romantisch, virtuos und humoristisch, kurzweilig und abwechslungsreich die Konzerte dieser Band in der Regel ablaufen. Und wenn man dann sieht, wie die Gruppe "Child In Time" performt (also ein bisschen Deep Purple muss dann doch sein), schlottern vor Begeisterung die Gliedmaßen. Auf DVD 2 finden sich dann viele kleine dokumentarische Schnipsel: Nette und aufschlussreiche Interviews, die eher langweiligen Musik-Videos der Band (ist halt keine MTV-Generation) und die unsäglichen "Live"-Auftritte im Vollplayback-Rausch (leider eher peinlich). Außerdem noch viele weitere kleine Zugaben.
Wem die Musik gefällt, den wird die DVD nicht enttäuschen. Das ist schon ziemlich toll, was der Herr Blackmore da abzieht!


Wild Seed of Mother Earth
Wild Seed of Mother Earth
Wird angeboten von DSB Versand
Preis: EUR 14,79

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Album, das sich sehen lassen kann, 28. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Wild Seed of Mother Earth (Audio CD)
Voodoo Hill, die zweite: "Wild Seed Of Mother Earth" heißt die Scheibe und in der Tat - sie ist wilder als das Debüt-Album. Die Besetzung freilich ist fast die alte: Dario Mollo (guitars), Glenn Hughes (voice), Roberto Gualdi (drums) und Dario Patti (keyboards); nur der Mann am Bass, Max Matis, ist durch Fulvio Gaslini ersetzt worden. Elf Songs sind auf dem Album, das mit etwas mehr als 50 Minuten eine ordentliche Länge aufweist. Obwohl ja eigentlich Mollo der 'Leader of the gang' ist, erhalten die Songs ihre volle Stärke eigentlich durch den Gesangspart von Ex-Deep-Purple Glenn Hughes, der hier viel besser zu überzeugen weiß als auf den meisten seiner Soloalben. Denn: Ein guter Songschreiber ist Hughes wirklich nicht, aber er ist einer der besten Sänger überhaupt. Und dieses Talent zeigt sich insbesondere dann, wenn er jemanden an seiner Seite hat, der durch songwriterische Fähigkeiten und eingängige Rock-Riffs zu überzeugen weiß, wie in vorliegendem Fall also Dario Mollo. Hughes selbst singt hier bluesig, rockig und heavy, zum Glück allerdings nur selten funky. Allein die Stücke "Atmosphere", "Wild Seed Of Mother Earth", "Soul Protector" und "16 Guns" sind den Kauf des Albums wert - ein Album, das zwar das Rad nicht neu erfindet, das sich aber auf alle Fälle sehen und vor allem hören lassen kann.


Bananas
Bananas

29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Seid ihr denn alle Banane?, 27. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Bananas (Audio CD)
Das müsste man die fünf Jungs von Deep Purple wohl fragen. Und in diesem Jahr scheint die Antwort Ja zu lauten - im positiven Sinn! Bananen sind Rock'n'Roll. Bananen sind sozialkritisch. Bananen kommen grün in die EU und reifen erst dort, eine Sache, die Ian Gillan mächtig ärgert. Diesen Ärger hört man ihm und seinen vier Bandkollegen aber nicht an...
Bananas ist das allererste Deep-Purple-Studioalbum ohne Keyboarder Jon Lord, dessen Stelle dauerhaft von Don Airey (Ex-Rainbow) übernommen worden ist. So viel kann man aber vorwegnehmen: Wer das nicht weiß, wird es beim Anhören des Albums nicht merken. Der Wechsel von Lord zu Airey scheint sich deutlich weniger bemerkbar zu machen als der Wechsel von Blackmore zu Morse. Bemerkbar macht er sich höchstens an der Tatsache, dass sich Airey mehr in die Band einbringen will, als es Lord in den letzten Jahren (abgesehen vom Concerto-Jubiläum) getan hat. Ansonsten ist die Spielweise sehr ähnlich.
Insgesamt enthält "Bananas" 12 Songs, die alle von einer überdurchschnittlichen Spielfreude zeugen. Die Richtung, die Deep Purple mit "Purpendicular" und "Abandon" eingeschlagen haben, wird zwar beibehalten, aber in bemerkenswerten Performances erweitert und in viel Detailarbeit ausgearbeitet, so dass dieses Album wohl deutlich mehr überzeugen kann, als es seine beiden Vorgänger getan haben, gleichwohl auch sie musikalisch gesehen absolute Qualität hatten.
Laut Selbstaussage hat sich Gillan gesanglich mehr ins Zeug gelegt als in den vergangenen Jahren und man muss zugeben, dass er mit seiner Stimme noch immer eine ganz beträchtliche Wirkung erzielen kann, auch wenn er nicht mehr schreien kann wie 1970. Glücklicherweise zeichnen sich Sänger aber nicht nur durch Schreierei aus...
Ian Gillan hat bereits gestatet, dass Bananas das beste Purple-Album ist. Und wer sich daran erinnert, dass er so einen Satz auch nach The Battle Rages On losgelassen hat - ein Album freilich, das mit keinem einzigen Song mehr auf DP-Konzerten vertreten ist -, weiß, dass man mit so einer Aussage vorsichtig sein muss. An "In Rock", "Machine Head", "Perfect Strangers" und dergleichen reicht es nicht heran, aber das muss es schließlich auch gar nicht. Es muss einfach nur eine gute, überzeugende Scheibe sein - und das ist es!
"Haunted" ist die erste Single von "Bananas" - für viele DP-Fans der schwächste Song auf dem Album, aber er ist eben radiotauglich produziert (von Michael Bradford, der das ganze Album produziert hat), das heißt Streicher und weiblicher Gesang im Hintergrund. Erfolgreich wird diese Single garantiert nicht, schließlich weigern sich die Herren ja permanent ein Video zu produzieren, was übrigens ihr gutes Recht ist.
Eine der harmonischsten Nummern auf dem Album ist "Never A Word", das mit einem mehr als zwei Minuten langen Intro aufwartet, um schließlich in dem elegischen Gesang von Ian Gillan zu enden, der bei diesem Stück gesanglich-harmonisch mehr auf der Höhe ist als in den vergangenen 25 Jahren!
Der Titelsong - "Bananas" - ist ein musikalisches Chaos, allerdings mit absoluter Berechnung. Es ist bewusst gewollter Bananensalat, ein komplexes Vehikel, um das eigene Können zu zeigen, vor allem für Airey, Morse und Paice.
Außerdem gibt es auch endlich mal wieder einen Instrumental-Track - "Contact Lost", gewidmet der Besatzung der Raumfähre 'Columbia', die im Februar dieses Jahres unter tragischen Umständen verunglückt ist und zu der die Band am Vortag noch Kontakt hatte. Alle Crew-Mitglieder waren bekennende DP-Fans und mit Gillan & Co. persönlich bekannt.
Insgesamt bezeugt "Bananas", dass Deep Purple sich wieder voller Power und Spaß zurückgemeldet haben. Sie sind alle geborene Entertainer und das wird ihnen in Deutschland wahrscheinlich so gut gelingen, dass ihr jüngster Geniestreich in die Top 10 der Albumcharts hüpfen wird. Ja, seid ihr denn alle Banane?


Bananas
Bananas

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Seid ihr jetzt völlig Banane?, 21. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Bananas (Audio CD)
Das müsste man die fünf Jungs von Deep Purple wohl fragen. Und in diesem Jahr scheint die Antwort Ja zu lauten - im positiven Sinn! Bananen sind Rock'n'Roll. Bananen sind sozialkritisch. Bananen kommen grün in die EU und reifen erst dort, eine Sache, die Ian Gillan mächtig ärgert. Diesen Ärger hört man ihm und seinen vier Bandkollegen aber nicht an...
"Bananas" ist das allererste Deep-Purple-Studioalbum ohne Keyboarder Jon Lord, dessen Stelle dauerhaft von Don Airey (Ex-Rainbow) übernommen worden ist. So viel kann man aber vorwegnehmen: Wer das nicht weiß, wird es beim Anhören des Albums nicht merken. Der Wechsel von Lord zu Airey scheint sich deutlich weniger bemerkbar zu machen als der Wechsel von Blackmore zu Morse. Bemerkbar macht er sich höchstens an der Tatsache, dass sich Airey mehr in die Band einbringen will, als es Lord in den letzten Jahren (abgesehen vom Concerto-Jubiläum) getan hat. Ansonsten ist die Spielweise sehr ähnlich.
Insgesamt enthält "Bananas" 12 Songs, die alle von einer überdurchschnittlichen Spielfreude zeugen. Die Richtung, die Deep Purple mit "Purpendicular" und "Abandon" eingeschlagen haben, wird zwar beibehalten, aber in bemerkenswerten Performances erweitert und in viel Detailarbeit ausgearbeitet, so dass dieses Album wohl deutlich mehr überzeugen kann, als es seine beiden Vorgänger getan haben, gleichwohl auch sie musikalisch gesehen absolute Qualität hatten.
Laut Selbstaussage hat sich Gillan gesanglich mehr ins Zeug gelegt als in den vergangenen Jahren und man muss zugeben, dass er mit seiner Stimme noch immer eine ganz beträchtliche Wirkung erzielen kann, auch wenn er nicht mehr schreien kann wie 1970. Glücklicherweise zeichnen sich Sänger aber nicht nur durch Schreierei aus...
Ian Gillan hat bereits gestatet, dass "Bananas" das beste Purple-Album ist. Und wer sich daran erinnert, dass er so einen Satz auch nach "The Battle Rages On" losgelassen hat - ein Album freilich, das mit keinem einzigen Song mehr auf DP-Konzerten vertreten ist -, weiß, dass man mit so einer Aussage vorsichtig sein muss. An "In Rock", "Machine Head", "Perfect Strangers" und dergleichen reicht es nicht heran, aber das muss es schließlich auch gar nicht. Es muss einfach nur eine gute, überzeugende Scheibe sein - und das ist es!
"Haunted" ist die erste Single von "Bananas", die bereits an die Radiostationen ausgeliefert worden ist - für viele DP-Fans der schwächste Song auf dem Album, aber er ist eben radiotauglich produziert (von Michael Bradford, der das ganze Album produziert hat), das heißt Streicher und weiblicher Gesang im Hintergrund. Erfolgreich wird diese Single garantiert nicht, schließlich weigern sich die Herren ja permanent ein Video zu produzieren, was übrigens ihr gutes Recht ist.
Eine der harmonischsten Nummern auf dem Album ist "Never A Word", das mit einem mehr als zwei Minuten langen Intro aufwartet, um schließlich in dem elegischen Gesang von Ian Gillan zu enden, der bei diesem Stück gesanglich-harmonisch mehr auf der Höhe ist als in den vergangenen 25 Jahren!
Der Titelsong - "Bananas" - ist ein musikalisches Chaos, allerdings mit absoluter Berechnung. Es ist bewusst gewollter Bananensalat, ein komplexes Vehikel, um das eigene Können zu zeigen, ein Vehikel vor allem für Airey, Morse und Paice.
Außerdem gibt es auch endlich mal wieder einen Instrumental-Track - "Contact Lost", gewidmet der Besatzung der Raumfähre "Columbia", die im Februar dieses Jahres unter tragischen Umständen verunglückt ist und zu der die Band am Vortag noch Kontakt hatte. Alle Crew-Mitglieder waren bekennende DP-Fans und mit Gillan & Co. persönlich bekannt.
Insgesamt bezeugt "Bananas", dass Deep Purple sich wieder voller Power und Spaß zurückgemeldet haben. Sie sind alle geborene Entertainer und das wird ihnen in Deutschland wahrscheinlich so gut gelingen, dass ihr jüngster Geniestreich in die Top 10 der Albumcharts hüpfen wird. Ja, seid ihr denn alle Banane?


The Butterfly Ball
The Butterfly Ball
Preis: EUR 15,99

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Roger Glover wird romantisch, 2. August 2003
Rezension bezieht sich auf: The Butterfly Ball (Audio CD)
In der Epoche der Romantik zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam in der Literatur dem "Fest" eine außerordentlich hohe Bedeutung zu. Das Fest war hier das poetische Zeichen für die unendliche Harmonisierung aller Daseinsformen. Und in diesem Sinne wird auch das "Grasshopper's Feast" auf Roger Glovers Album "The Butterfly Ball" zelebriert.
Ob man es nun als Musical, Mini-Rockoper oder einfach als Konzeptalbum bezeichnen will, die Geschichte ist schnell erzählt: Die Tiere aus Feld, Wald und Wiese wollen gemeinsam ein Fest feiern und verbringen den ganzen Tag mit der Vorbereitung auf die nächtliche Feierlichkeit. Das eigentliche Fest steht unter dem romantischen Motto "Love Is All". Und natürlich steht auch hier am Ende die romantische Sehnsucht nach einer erfüllten Ewigkeit, wenn Ronnie James Dio am Schluss singt: "Oh I'd like to stay for ever and dance the night away..."
Damit wäre man nun also bei der musikalischen Besetzung des Albums. Was diesen Punkt betrifft, hat sich Roger Glover wirklich jede erdenkliche Mühe gegeben. Nachdem er und Ian Gillan bei Deep Purple rausgeflogen sind, hat er doch tatsächlich die Nachfolger bei Purple, David Coverdale und Glenn Hughes, für sein Projekt mit ins Boot genommen. Darüber hinaus sind dabei Eddie Hardin, Mo Foster, Les Binks, Mike Moran, Ray Fenwick, Mickey Lee Soule, Ronnie James Dio, Tony Ashton, John Gustafson, John Lawton und diverse andere.
Viele der 20 Songs sind musikalisch nicht so qualitativ hochwertig, wie man es bei dieser Besetzung vermuten könnte, aber - und das scheint in diesem Fall wirklich wichtiger zu sein - sind sie ihrem Gegenstand angemessen. Dem Konzept nach vermittelt ja die Liebe als sinnstiftendes Element zwischen den feiernden Tieren, die einander gar nicht so sehr in Liebe verbunden sind. In höchster ironischer Brechung wird das im Video von "Love Is All" (als Multi-Media Track auf der CD) deutlich, wenn das Verspeisen anderer auch diesem Liebesgebot zugeordnet wird. So eigenwillig wie manche der vorgestellten Tiere sind, so eigenwillig dürfen auch die Songs sein, die sie charakterisieren (manchmal etwas schief, manchmal etwas sehr einfach). Und, wie gesagt, das ist oft der Fall.
Darum lässt sich Roger Glovers musikalische Adaption von Alan Aldridges Buch "The Butterfly Ball" auch nur als Einheit hören. Gerade mal zwischendurch fünf Liedchen anhören, ist nicht drin.
Im Oktober 1975 wurde der "Butterfly Ball" übrigens als Konzert aufgeführt. Der Poe-Mime Vincent Price gab dabei den Erzähler und Ronnie James Dio wurde kurzerhand durch Ian Gillan ersetzt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 27, 2011 7:53 PM CET


Alcatrazz-No Parole the Rock'n
Alcatrazz-No Parole the Rock'n

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Musikalisch alles andere als ein Alcatraz, 24. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: Alcatrazz-No Parole the Rock'n (Audio CD)
"No Parole From Rock'n'Roll" ist das wirkungsschwache (musikgeschichtlich gesehen), aber musikalisch hochwertige erste Studioalbum von Alcatrazz, jener Band, die der englische Rocksänger Graham Bonnet in seiner post-Rainbow-Ära gegründet hat.
Bonnet zeichnete sich damals wie heute durch eine absolut perfekte und zugleich eigentümliche Stimme aus und durch die Unfähigkeit, alleine zu komponieren. In gewisser Weise war er also immer abhängig von der Qualität der Gitarristen, mit denen er zusammen arbeitete. Darum verwundert es nicht, dass er sich stets die besten Klampfenstreicher suchte - oder sie ihn: Ritchie Blackmore, Chris Impellitteri, Michael Schenker... Auf "No Parole From Rock'n'Roll" ist es Yngwie Malmsteen, der den sechs Saiten ihre rockigen Klänge entlockt.
Zehn Songs befinden sich auf dem Album und jeder von ihnen hat einen ganz eigenen Charme. Vor allem hervorzuheben ist wohl "Island In The Sun", das auf eben jene Gefängnisinsel anspielt, der die Gruppe ihren Namen verdankt. Perfekt harmonieren hier das 80er-Jahre-Keyboard, wie man es von Van Halen oder Europe kennt, mit einem satten Gitarrenklang, wundervollen Lyrics und Bonnets herausragender Stimme.
Kriegs- und sozialkritisch zeigen sich die Rocker dann in "Hiroshima, Mon Amour" und dem schnelleren "Too Young To Die, Too Drunk To Live", wo sich selbst das Klassenzimmer als Hölle offenbart.
"Incubus" ist wohl eines der besten Rock-Instrumentals, die Malmsteen je fabriziert hat. In seiner dämonisch-gewaltigen Steigerung geht es langsam einem Höhepunkt entgegen, der dem Hörer letztendlich aber wohlweislich vorenthalten wird.
"Big Foot" spielt natürlich auf jene groteske Gestalt an, die im Himalaya ihr Unwesen treibt. Genauso grotesk ziehen Bonnet und Malmsteen diesen Song auf, der ohne jede Steigerung vor sich hinstampft - wie ein Ungetüm durch den tiefen Schnee.
Mit dem letzten Lied des Albums, "Suffer Me", kann Bonnet sein Gesangstalent noch einmal abschließend unter Beweis stellen. Es geht langsam los und endet in einem exzesshaften Leiden der Stimme und der Gitarre.
Alles in allem ein großartiges Album. Während Graham Bonnet auch in der Nachfolgezeit noch musikalische Höhepunkte setzen konnte, blieben diese bei Yngwie Malmsteen eher aus - auch wenn letzterer heute viel populärer ist. Da versteh' einer die Welt...


Ghost of a Rose
Ghost of a Rose

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Rose mit 15 Perlen, 17. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: Ghost of a Rose (Audio CD)
Eingestiegen auf Platz 11 der deutschen Albumcharts: Für Ritchie Blackmore scheint es mit jedem Album noch besser zu werden. Längst hat er seine Kollegen von Deep Purple hinter sich gelassen, was die Verkaufszahlen in Deutschland betrifft (auch wenn man sich auf den fruchtigen Rückschlag der Purple-Herren im August vorbereiten und freuen kann, die dieses Mal wahrscheinlich den Sprung in die Top 10 schaffen).
"Ghost of a Rose" heißt das neue Album von Blackmore's Night und es enthält in der Standard-Version 15 Songs. Es fällt etwas auf: Während sich die ersten drei Alben stark voneinander unterschieden, scheint "Ghost of a Rose" ein Synthese-Versuch sein. Jeder der darauf veröffentlichten Songs kann einem der Vorgängeralben zugeordnet werden. Etwas wirklich neues wird nicht geboten. Blackmore verfährt innerhalb der Komposition bisweilen äußerst schematisch, ohne neue Spannungsbögen zu erzeugen. Das ist die eine Seite. Die andere Seite aber ist: Das tut dem Album merkwürdigerweise keinen Abbruch. Die Songs haben eine hohe Qualität, großartige Melodien und können für sich beanspruchen, einfach zu gefallen.
Zwei Coverversionen befinden sich auf dem Album: "Diamonds and Rust" von Jon Baez und der Jethro-Tull-Klassiker "Rainbow Blues" - ein Schelm, der Böses dabei denkt. Mit "Loreley" und "Nur eine Minute" bedankt sich Blackmore bei dem deutschen Publikum für den verlässlichen Kauf seiner Werke.
Candice Night ist auf "Ghost of a Rose" auch wieder in großartiger Stimmlage und ihr älterer Klampfen-Freund packt nun scheinbar wieder regelmäßiger die E-Gitarre aus. Und, o Wunder: Er kann's noch!


Seite: 1 | 2