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aranea-diademata (Saarland)

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Gemeinsam vor Gott: Gebete aus Judentum, Christentum und Islam
Gemeinsam vor Gott: Gebete aus Judentum, Christentum und Islam
von Martin Bauschke
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Richtiger Schritt - Gemeinsamkeiten erkennen statt Vorurteile pflegen, 23. Dezember 2014
Die drei "Buchreligionen" Judentum, Christentum und Islam haben viele Gemeinsamkeiten - trotzdem gibt es viele Vorurteile, gerade gegenüber dem Islam.

In diesem Buch werden gemeinsame Gebete aus allen drei Religionen vorgestellt.

Nachdem evangelische Choräle längst den Weg ins Gotteslob gefunden haben, ist es ein folgerichtiger und guter Schritt, nun auch ursprünglich moslemische Gebete im Gottesdienst, ursprünglich christliche Gebete in der Moschee zu sprechen.

Unbedingt empfehlenswert!


Wahrhaft siegt, wer nicht kämpft: Die Kunst des Krieges
Wahrhaft siegt, wer nicht kämpft: Die Kunst des Krieges
von Wu Sun
  Taschenbuch

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen ...und es gelingt wirklich keine Chinesisch-Deutsche Übersetzung?, 31. Juli 2007
"The Art of War" ist sicher ein bedeutsames Buch, aus dem man selbst heute noch Lehren ziehen kann - und wenn nur im Umgang mit chinesischen Geschäftspartnern, die aus diesem Buch ihre Lehren ziehen. Harro von Sengers "Die Kunst der List" hat meiner Meinung nach im praktischen Leben mindestens genausoviel Bedeutung, und ich bin der Meinung, "The Art of War" wird überbewertet.

Ärgerlich ist allerdings, daß alle verfügbaren Ausgaben in Deutsch, die ich bisher gesehen habe, Zweitübersetzungen aus dem Englischen sind. Dies wirft doch ein bedenkliches Licht auf die deutsche Verlagslandschaft - ich denke nicht, daß es in Deutschland nicht auch kompetente Sinologen gäbe, die eine direkte Chinesisch-Deutsche Übersetzung von Sun Tzu Bing Fa anfertigen könnten. Ich muß gestehen, dies hat mich enttäuscht; ich denke, im Umweg über eine weitere Sprache gehen immer Nuancen verloren, so daß eine Direktübersetzung vorzuziehen ist. Gerade bei einem Buch wie der "Kunst des Krieges", das so bedeutend ist, daß es immerhin eine Fülle von Ausgaben selbst des Originaltextes gibt - von Sekundärliteratur wie "Sun Tzu für Katzenzüchter" einmal abgesehen. Hier sollten die großen deutschen Verlage nachsitzen - und amazon eine Information einfügen, aus welcher Sprache von wem eine Ausgabe übersetzt wurde.


Die Kunst des Krieges
Die Kunst des Krieges
von Wu Sun
  Gebundene Ausgabe

197 von 220 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen ...und es gelingt wirklich keine Chinesisch-Deutsche Übersetzung?, 31. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des Krieges (Gebundene Ausgabe)
"The Art of War" ist sicher ein bedeutsames Buch, aus dem man selbst heute noch Lehren ziehen kann - und wenn nur im Umgang mit chinesischen Geschäftspartnern, die aus diesem Buch ihre Lehren ziehen. Harro von Sengers "Die Kunst der List" hat meiner Meinung nach im praktischen Leben mindestens genausoviel Bedeutung, und ich bin der Meinung, "The Art of War" wird überbewertet.

Ärgerlich ist allerdings, daß alle verfügbaren Ausgaben in Deutsch, die ich bisher gesehen habe, Zweitübersetzungen aus dem Englischen sind. Dies wirft doch ein bedenkliches Licht auf die deutsche Verlagslandschaft - ich denke nicht, daß es in Deutschland nicht auch kompetente Sinologen gäbe, die eine direkte Chinesisch-Deutsche Übersetzung von Sun Tzu Bing Fa anfertigen könnten. Ich muß gestehen, dies hat mich enttäuscht; ich denke, im Umweg über eine weitere Sprache gehen immer Nuancen verloren, so daß eine Direktübersetzung vorzuziehen ist. Gerade bei einem Buch wie der "Kunst des Krieges", das so bedeutend ist, daß es immerhin eine Fülle von Ausgaben selbst des Originaltextes gibt - von Sekundärliteratur wie "Sun Tzu für Katzenzüchter" einmal abgesehen. Hier sollten die großen deutschen Verlage nachsitzen - und amazon eine Information einfügen, aus welcher Sprache von wem eine Ausgabe übersetzt wurde.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 20, 2011 11:02 AM MEST


I Ging: Das Buch der Wandlungen
I Ging: Das Buch der Wandlungen
von Richard Wilhelm
  Taschenbuch

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Übersetzer über sein Buch, 31. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: I Ging: Das Buch der Wandlungen (Taschenbuch)
Aus dem Vorwort Richard Wilhelms von 1923:
"So ist es denn gekommen, daß immer spitzfindigere kabbalistische Spekulationen das Buch der Wandlungen wie mit einer Wolke des Geheimnisvollen umgaben, und indem sie alles künftige und vergangene in ihr Zahlenschema einfingen, dem I Ging den Ruf eines Buches voll unverständlicher Tiefe verschafften, wie sie auch die Ursachen wurden, daß die Keime einer freien chinesischen Naturwissenschaft, wie sie zur Zeit eines Mo Di und seiner Schüler unstreitig vorhanden waren, getötet wurden und einer öden, von aller Erfahrung unbeeinflußten Tradition von Bücherschreibern und Bücherlesern Platz gemacht haben, die China in westlichen Augen so lange das Aussehen einer hoffnungslosen Erstarrung verlieh."

"Um zu einem Verständnis des Buches und seiner Lehren zu kommen, müssen wir das dichte Geranke von Erklärungen, die alles Mögliche von außen in das Buch hineinerklären, energisch ablösen, ganz einerlei, ob es sich um die abergläubischen Geheimnisse chinesischer Zauberer oder die nicht minder abergläubischen Theorien moderner europäischer Gelehrten handelt (...). Als Grundsatz müssen wir hier festhalten, das Buch der Wandlungen aus sich selbst und seiner Zeit zu erklären. Da lichtet sich denn das Dunkel recht merklich, und wir kommen zur Erkenntnis, daß das Buch der Wandlungen zwar ein sehr tiefes Buch ist, aber dem Verständnis keine größeren Schwierigkeiten bietet als irgendein Buch, das aus dem Altertum in einer langen Geschichte auf unsere Zeit gekommen ist."

Diese Zitate sprechen für sich; man sollte sie heute mehr denn je beachten, wenn man das I Ging mit einem Allheilmittel für alle Fragen verwechselt.

Über die einzelnen Ausgaben läßt sich in einer Rezension leider wenig sagen; deshalb fünf Sterne für die Übersetzung Richard Wilhelms, drei Sterne für die Gesamtheit der Ausgaben.


Gymnastik und Workout falsch und richtig
Gymnastik und Workout falsch und richtig
von Thorsten Gehrke
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Anfänger goldrichtig, 25. Juli 2007
Ich habe die Vorauflage dieses Buches, und hatte es als erstes Gymnastikbuch. Hierfür ist es besonders gut geeignet: Es werden Übungen zu verschiedenen Themen präsentiert, wie Gelenkigkeit, Dehnung oder Muskelaufbau.

Die angebotenen Übungen reichen (fast) für alle Zwecke aus; und die "Falsch"-Informationen zeigen begründet, auf welche Fehler man als Laie achten muß und weshalb ehemals, teils heute noch beliebte Übungen mittel- und langfristig schädlich sein können.

Das Buch ist für die Breite gemacht, detaillierte Informationen und Skelettdiagramme findet man hier nicht. Dies halte ich aber für einen großen Vorteil. Der anfangende Laie, der eventuell noch keine Muskulatur hat, um falsche Bewegungen zu kompensieren, kann so von Anfang an schädliche Übungen vermeiden. Es wäre zu spät, ein solches Buch erst zur Hand zu nehmen, wenn die Gelenke bereits geschädigt sind.

Ich finde, es ist eines der besten Gymnastikbücher. Es hilft nicht zuletzt auch, die Verunsicherung, was im Sport und in der Gymnastik gut und was schädlich ist, abzubauen.


Die Gelehrten der Scheibenwelt: Erweiterte und aktualisierte Neuausgabe
Die Gelehrten der Scheibenwelt: Erweiterte und aktualisierte Neuausgabe
von Terry Pratchett
  Taschenbuch

8 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hype., 18. Mai 2007
Was ist das Buch - ein bizarrer Scheibenwelt-Roman oder eine populärwissenschaftliche Einführung im Stil von Isaac Asimovs unerreichten "Die exakten Geheimnisse unserer Welt" oder Ernst P. Fischers "Die andere Bildung. Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte"?

Keins von beiden. Ein Buch, das auf der Merchandise von Pratchett reitet und die "Gemeinde" von Pratchett bedienen will. Ebenso wie in den meisten Büchern Pratchetts - ein Freidenker mit Durchblick und dem Patent auf "richtiges" Denken und "richtige" Irrtümer auf seinem Kreuzzug inmitten völlig ignoranter Rüpel - kommen die Autoren daher, erklären ein wenig Wissenschaft, und natürlich, obwohl sie einräumen müssen, daß die Wissenschaftsgeschichte von Irrtümern nur so wimmelt, hier - ohne die Wissenschaftstheorie selbst zu erklären - erheben sie den Anspruch, "richtiges" Denken zu präsentieren - oder zumindest "richtigen" Irrtümern aufzusitzen.

Index und Personenregister? Sollte man meinen, daß ein solches Buch sie hat; hat es aber nicht. Viel schlimmer: Ein Literaturverzeichnis, wo der Leser weiterlesen kann, wenn er Stewarts und Cohens "Lügen für Leser" (Zitat) auf den Grund gehen will, gibt es auch nicht.

"Die Gelehrten..." will das Erbe von Isaak Asimovs "Die Exakten Geheimnisse unserer Welt" antreten, und schafft es nicht. Zwar zwanzig Jahre alt, sollte man doch versuchen, die beiden Bände davon antiquarisch zu bekommen, wenn man haben will, was die Autoren zu schreiben versucht haben. Auch "Die Entdeckung des Chaos. Eine Reise durch die Chaos-Theorie." von John Briggs und F. D. Peat ist sehr empfehlenswert, vor allem, weil es ohne diese unerträgliche Hybris der Autoren auskommt - und ein brauchbares Literaturverzeichnis hat, das zum weiterlesen wahrhaft einlädt.

Dieses Buch ist weder Fisch noch Fleisch, weder populärwissenschaftliche Einführung noch Scheibenwelt-Roman. Es ist diskutabel, ob es ohne auf die Pratchett-Merchandise aufzuspringen überhaupt eine zweite Auflage gegeben hätte - sicherlich jedenfalls nicht in dieser Form. Ohne Literaturverzeichnis ist es selbst als populärwissenschaftliche Einführung ungeeignet (denn worin will es dann einführen?).

Fazit: lieber Geld sparen und eines der hier empfohlenen Bücher kaufen und durchlesen - davon hat man mehr.


Die andere Bildung: Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte
Die andere Bildung: Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte
von Ernst Peter Fischer
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

42 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten Querschnitte der Naturwissenschaft, 21. April 2006
Dietrich Schwanitz sagte dem Deutschen, was er wissen muß - stellt man fest, daß Alexander von Humboldt im Index fehlt, die im Brustton der Überzeugung verkündete Trivialversion der Relativitätstheorie falsch ist, und danach auch noch die "ungebildeten" Naturwissenschaftler, die viel Geld machen und kein intellektuelles Feingefühl haben, vorgeführt werden, dann wirkt dieser "Querschnitt" doch recht arrogant.

Fischer sah sich dazu berufen, einen "Ergänzungsband" herauszugeben und die Seite der Naturwissenschaft darzustellen, die man "wissen sollte" - ohne den Universalitätsanspruch Schwanitz'. Er gibt dabei, wie Schwanitz, einen überblicksmäßigen Querschnitt, nach dem man zwar nicht "naturwissenschaftlich gebildet" ist, aber zumindest das Verständnis für Naturwissenschaftler hat, das vielen Geistes- und Sozialwissenschaftlern fehlt. Man begreift, warum viele der besten Geisteswissenschaftler auch eine naturwissenschaftliche Bildung haben - mit Abschluß oder ohne -, und stellt fest, daß reine geisteswissenschaftliche Bildung im ungeerdeten Elfenbeinturm realitätsfern ist. Das Buch erinnert am ehesten an das umfangreichere, leider vergriffene "Die exakten Geheimnisse unserer Welt" von Isaak Asimov. Fischer behauptet damit auch nicht, nach der Lektüre des Buches sei man fertig - eine Einladung zum Weiterlesen, ganz im Stile der ständig fortschreitenden Naturwissenschaft.

Fischer geht es um eine Ergänzung zu Schwanitz, und natürlich bleibt er beim Thema und schweift nicht in andere Wissenschaften ab - wer dies kritisiert, sollte den Untertitel lesen. Man begreift Natur- und Geisteswissenschaft nach der Lektüre als komplementär - das Eine ist ohne das Andere unvollständig, reine Geisteswissenschaft ist realitätsferner Selbstzweck, reine Naturwissenschaft stumpfes und kaltes Buchhalten.

Dabei erklärt Fischer auch die wissenschaftliche Methode und ihre Kritik, und ein weiterer Tenor seines Werkes ist die immer stärker notwendige Betonung der Interdisziplinarität: Bildung muß universeller geben, weder Schwanitz' Germanistin noch sein Ingenieur werden sich in Zukunft halten können. Nur auf ein Thema fixiert zu sein, reicht in Zukunft nicht mehr aus - in der Naturwissenschaft eine Binsenweisheit, und in der Geisteswissenschaft, die am ehesten immer wieder über die gleichen Themen salbadern kann, erkennt man ebenfalls immer mehr die Notwendigkeit der "Erdung", um nützliche Erkenntnisse zu erhalten.

Wer wissen will, "was die Welt im Innersten zusammenhält", kommt an Naturwissenschaften nicht vorbei - was auch immer Schwanitz dazu sagt.

Zum Weiterlesen: die populärwissenschaftlichen Bücher von Beutelspacher über das Abenteuer, das Mathematik darstellen kann - auch Mathematik gehört zur Grundbildung (besonders für Politiker).


Die Venusfalle [VHS]
Die Venusfalle [VHS]
VHS
Wird angeboten von merbeckahoi
Preis: EUR 24,85

16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wo bleibt die DVD ?!?, 12. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Venusfalle [VHS] (Videokassette)
"Die Venusfalle" war 1988 ein Kassenschlager, und hat seither nichts von ihrem Reiz verloren. Der Film ist sehr gut inszeniert; die Erotik, die er darstellt, sieht man zwar heute fast in jeder Waschmittelreklame. Da Robert van Ackeren aber nicht auf den Effekt des nackten Fleisches setzte, sondern die Bilder auch in traumähnlich-phantastischer Weise inszenierte, ist dieser "Film vom Verlieben" heute immer noch so gut wie am ersten Kinotag.

Sonja Kirchberger feierte dort ihren ersten großen Erfolg (und bisher auch den größten). Sie bringt ihre Ausstrahlung voll zur Geltung.

Andere Regisseure und Produzenten sind durch einen Kassenschlager wie "Die Venusfalle" zu begehrten Menschen geworden, andere Darstellerinnen wie Katja Riemann danach zu vielbeschäftigten Talenten. Leider war dies, entgegen den Vorhersagen damals, der "Venusfalle" nicht vergönnt.

Wir werden die Studios nicht dazu bringen können, van Ackeren / Kirchberger einen neuen Film machen zu lassen und endlich mal auch was anderes als immer nur Komödien zu drehen. Vielleicht können wir sie aber wenigstens dazu bringen, "Die Flambierte Frau", "Die Venusfalle" und "Die wahre Geschichte von Männern und Frauen" in einer guten DVD-Edition herauszubringen.


Rai
Rai
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 37,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kurzurlaub für's Ohr, 2. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Rai (Audio CD)
Diese CD hat mir mein Arabisch-Lehrer mitgebracht, als ich ihn nach Musik aus der Gegend fragte - und ich kann sie nur wärmstens für Leute empfehlen, die in diese fremdartige Musik mal reinhören wollen.
Von ruhiger Tanzmusik (Baadini) über sehr nach französischem Hip-Hop klingender Musik (Toulouse) bis zu wirklich fremdartigen Klängen im Rahmen des Rai ist alles dabei.
Man wird vielleicht nicht alles mögen - aber als Orientierung, um zu bestimmen, von was man mehr hören möchte, ist sie sehr gut.
Am besten vorher mal ausleihen und probehören; wenn man sich mit dem Stil anfreunden kann, wird man den Kauf danach nicht bereuen!


Sternenkrieger. Starship Troopers
Sternenkrieger. Starship Troopers
von Robert A. Heinlein
  Taschenbuch

6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 1984 im Weltraum, 19. August 2003
Wir begegnen Juan Rico, Filippino, zum ersten Mal bei einem Absprung zu einem Terrorangriff. "Wir verpassen ihm einen Denkzettel...Ihr werdet keine Gefangenen machen. Ihr werdet nur töten, wenn es unbedingt notwendig ist. Doch der Bezirk...wird zerstört." Den Rest des Buches wird Rico durch die Ränge befördert, und erinnert sich an seine bisherige Dienstzeit. So erleben wir ihn vom Zivilisten bis zum Leutnant.

Man wird feststellen, daß die Charaktere in diesem Buch extrem flach sind. Es wurde schon oft kritisiert, daß sie nur dazu da sind, Heinleins Philosophie vorzuführen und zu erklären. Das mag sein. Alles in allem entsteht der Eindruck einer Gesellschaft, in der Individualität unterdrückt wird.

Typische Strafen für Vergehen sind öffentliches Auspeitschen oder Hinrichtungen - mit genauen Erklärungen, warum das doch "früher" falsch war, als man Geisteskranke und Jugendliche noch nach anderem Recht aburteilte oder einwies.

Heinlein behauptet, es sei Blödsinn, einen Straftäter nicht zu bestrafen, weil er eine gewisse Altersgrenze nicht überschritten hätte - und ihn voll zu bestrafen, sobald er sie überschritten hat. Der Gedanke ist heute bei explodierender Jugendkriminalität sicher verfolgenswert - Heinleins Schlußfolgerung ist es sicher nicht.

Als das Buch 1959 herauskam, hatte es großen Einfluß auf die Jugend. Manchmal bleibt mir ein bitterer Beigeschmack, wenn ich mir überlege, daß die Leser von damals heute vielleicht in den USA 16jährige und Geisteskranke zum Tode verurteilen.

In der Welt haben die Menschen sich immer weniger für das Gemeinwesen interessiert, bis es davon zusammenbrach; deshalb genießt nur eine Oligarchie von (zivilen und militärischen) Veteranen des 2jährigen "Federal Service" Bürgerrechte.

In der heutigen "gib mir!"-Mentalität mit ihrer Wehr- und Zivildienstdiskussion und Steuermoral fühlt man sich plötzlich unangenehm an einige seiner Vorhersagen erinnert.

Über Heinleins Militär könnte man sicher eine Diplomarbeit schreiben, weswegen man so keine Armee organisieren kann, niemals konnte oder können wird. Es wäre auf jeden Fall keine Streitkraft, in der ich dienen wollte.
Das Buch war als vielleicht Positivutopie gedacht, für mich ist diese Welt eine blanke Horrorvorstellung nicht unähnlich George Orwells "1984" - und als solches finde ich es hervorragend. Vor allem beklemmend ist, daß unsere Welt der Welt vor dem im Buch beschriebenen System immer ähnlicher wird. Wenn das Buch nur hilft, zu mahnen, wohin Pflichtvergessenheit führen kann, dann hat es schon einen guten Zweck erreicht.

Sehr interessant ist es übrigends, "Starship Troopers" (das vor dem Vietnamkrieg geschrieben wurde) mit Büchern von nachher zu vergleichen; sehr ähnliche Thematik dazu hat Joe Haldemans Der Ewige Krieg, in der dieser seine Vietnamerfahrung verarbeitet.

Oh, übrigends, das Buch hat nichts mit dem Film zufällig gleichen Namens
zu tun (obwohl einige Charakternamen ähnlich klingen). Dem Produzenten gefiel wohl einfach der Titel.


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