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Herr Odes "hdpi"

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Das Berührungsverbot
Das Berührungsverbot
von Gisela Elsner
  Broschiert

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es gibt kein Entrinnen, 25. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Berührungsverbot (Broschiert)
Schonungslos wie bereits in ihren anderen Werken zeichnet Gisela Elsner auch in 'Berührungsverbot' (1970) ein Bild deutscher Spießig- und Aussichtslosigkeit, das Seinesgleichen sucht. Mehrere Paare versuchen dabei, die Grenzen ihres kleinbürgerlichen Daseins in Gruppensex-Orgien zu überschreiten. Angesichts des Themas erfolgt der Einstieg allerdings wesentlich fordernder für den Leser, weil Elsner nicht mit verschachtelten Sätzen, Parenthesen und Perspektivenwechseln spart. Das erfordert einiges an Aufmerksamkeit. Aber sobald man sich in die Tristesse der familiären und ehelichen Katastrophen von Keitel, Stief, Dittchen und Stößl (!) hineingefunden hat, gibt es kein Entrinnen vor diesem alptraumatischen Sittengemälde einer verlorenen und aussichtslosen Generation. Der versuchte Auf- und Ausbruch aus derselben scheitert dermaßen kläglich und bedrückend, dass auch die grotesken Erzählanleihen dem Leser keinesfalls den bitteren Beigeschmack auszutreiben vermögen.

Entgegen einiger zeitgenössischer Autoren, die u.a. mit radikaler Sprache und Obszönität literarische Grenzen zu überschreiten trachten, sei es Gisela Elsner an dieser Stelle sehr hoch angerechnet, dass sie sich zu keinem Zeitpunkt auf ein pornographisches Niveau herabläßt. Und der Leser erfährt dadurch nicht zuletzt, dass Unausgesprochenes und nur andeutungsweise detailliert Beschriebenes durchaus grauenvoller sein kann, als mikroskopisch ausgeleuchteter Hardcore. Letztendlich bleibt die totale Ernüchterung.

Zwar ist Elsners 'Berührungsverbot' vor fast 40 Jahren das erste Mal erschienen, an der Aktualität des Themas hat sich allerdings nichts geändert. Transzendiert man den Inhalt ihres Werks über die Schlagworte einer deutschen Spießigkeit hinaus, stellt sich die generelle Frage, inwiefern die (erzwungene) Auslebung des Sexus zu einer 'neuen' Art der Selbstbestimmung, Freiheit und Identität führen kann. Aber abgesehen von diesen Aspekten überzeugt Gisela Elsner einmal mehr mit ihrer brutal anmutenden nüchternen Sprache, ihrer fast schon unheimlichen Beobachtungsgabe und einem Hang zur Groteske, der den Leser nicht selten durch Parallelen zu einer niederschmetternden Realität, wie wir sie alle kennen, in eine Depression zu stürzen droht.


Running Scared (Einzel-DVD)
Running Scared (Einzel-DVD)
DVD ~ Paul Walker
Wird angeboten von High Voltage Multimedia
Preis: EUR 13,33

11 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gute Action, laue Story, unverzeihliches Ende, 21. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Running Scared (Einzel-DVD) (DVD)
Actionmäßig kann Running Scared durchaus überzeugen. Schnelle Schnitte, viel Geballer, hoher Bodycount, und eine temporeiche Jagd durch die Nacht, dass der Zuschauer zumindest in dieser Hinsicht gut bedient vor dem Flimmerkasten sitzt. Allerdings dient die Story lediglich als Vehikel für ein abgefahrenes Chaos, durch das Hauptdarsteller Paul Walker wie im freien Fall hindurch stürzt. Auf der Suche nach einer verloren gegangenen Beweiswaffe schlittern die Protagonisten nämlich von einer abgefahrenen Situation in die nächste. Das mag unterhaltsam sein, ernst nehmen konnte ich den Film jedoch nicht. Dabei sind mir die finsteren menschlichen Abgründe, von denen hier in Rezensionen bereits schon mehrfach die Rede gewesen ist, zu überzogen und klischeehaft. Natürlich braucht der Film diese Aneinanderreihung von Zufällen und kuriosen Gestalten, um die rasante Action bis zum Schluß aufrecht erhalten zu können, allerdings geht das auf Kosten des Realismus und des Tiefgangs. Die Videoclip-Ästhetik trägt ebenfalls nicht gerade dazu bei. Deswegen wirkt Running Scared an manchen Stellen wie eine Groteske. Man denke nur an die Szenerie mit dem Ehepaar, das den jungen Russen für ein ,Spielzimmer-Video' kidnapped. Allein die Mimik der Eheleute, wie auch die durchgestylte Wohnung mit dem Erlebnispark-Kinderzimmer sind ziemlich bizarr und abgefahren. Meines Erachtens ZU bizarr für ein seriöses Unterwelt-Action-Drama. Denn auch das Auftauchen von Joeys Frau, die mal kurz Selbstjustiz übt, ist psychologisch und von der Handlungsentwicklung her nur schwer nachvollziehbar.

Schade, dass Paul Walker als Joey einen coolen Typen mimt, der jeden Kugelhagel übersteht, und noch im totalen Actiongewitter instinktiv das Richtige macht. Er hat zwar Pech, weil er ab und an haarscharf am Ziel (der Wiederbeschaffung der Beweiswaffe) vorbei schlittert, aber letztendlich bleibt seine Figur vorhersehbar und langweilig. Zumindest gilt das bis zum Ende des Films. Hier muss ich nun kurz ***SPOILERN***: Bei der letzten Auseinandersetzung zwischen den Mafia-Gruppierungen, die vom Ablauf her leider hanebüchen unrealistisch umgesetzt worden ist, offenbart Joey, dass er die ganze Zeit über ein Spitzel der Polizei gewesen ist. Mit diesem Twist wird klar, dass sich der Regisseur nicht nur einen kompletten Handlungsstrang inkl. der psychologischen Dimension gespart hat (man denke nur mal an Departed von Scorsese). Nein, er hält auch noch ein selten dümmliches Happy-End und glückseliges Patchwork-Familienleben im Zeugenschutzprogramm parat, das beim Zuschauer einen anbiedernden, ekelhaften Beigeschmack in der Mundhöhle verursacht, nahe am Brechreiz.

Letztendlich überzeugt Running Scared lediglich durch die Action. Über die Story sollte man besser zu keiner Zeit auch nur einen Gedanken verlieren. Als Gangster-Groteske ist der Film zwar einige Lacher wert, mehr darf man aber nicht erwarten. Immerhin überzeugt die schicke Optik, an der man sich allerdings auch recht schnell satt sieht. Kleiner Tipp: Besser, man schaltet kurz vor dem Ende ab,... denn dann wird es unfreiwillig komisch und peinlich, wie wir es von Hollywood-Streifen in der Regel gewöhnt sind.


S.T.A.L.K.E.R. - Shadow of Chernobyl
S.T.A.L.K.E.R. - Shadow of Chernobyl
Wird angeboten von toppreis321
Preis: EUR 8,15

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der gute Eindruck überwiegt!, 1. Oktober 2007
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Sofern man sich nicht allzu sehr von dem Hype um Stalker manipulieren läßt, und mit normalen Erwartungen an das Spiel herangeht, wird man von diesem Shooter nicht enttäuscht werden. Grafik und Atmosphäre sind sehr gut. Vor allem die Innenlevel wissen absolut zu überzeugen, und können mit ihrem klaustrophobischen, düsteren Design durchaus mit Doom 3 mithalten. Auch die weitläufigen Aussenareale spiegeln meines Erachtens ein genaues Abbild dessen wider, wie man sich eine durch einen Supergau radioaktiv verseuchte Sperrzone vorstellen könnte. Somit bringt schon allein das Setting einigen frischen Wind ins Genre, wodurch man zusätzlich in die mysteriöse Story hineingezogen wird.

Ebenfalls relativ glaubwürdig dargestellt sind die verschiedenen Zonenbewohner, Gruppierungen und Allianzen. Dass es bei der Auftragserfüllung mal zu widersprüchlichen, unlogischen Reaktionen kommt, weil man zuvor vielleicht gerade für die gegnerische Partei einen Auftrag erledigt hat, nun aber dennoch warmherzig aufgenommen wird, ist für mich verschmerzbar. Natürlich leidet etwas die Glaubwürdigkeit, insgesamt wird der Spielspaß dadurch aber kaum berührt. Dies ist schon eher bei der generellen Auftragsgenerierung der Fall. Neben dem Hauptquest wiederholt sich die Aufgabenstellung der Nebenaufträge sehr häufig, wodurch schnell Langeweile entseht, und ich mich deswegen bald nur noch auf die Hauptaufgaben gekümmert habe. Das ist schade, weil die Spielzeit des Hauptquests nicht so umfangreich ausfällt, wie ich es mir gewünscht hätte.

Brutal fand ich die Ladezeiten. Mit nur einem Gig RAM durfte ich beim ersten Laden eines Spielstandes meist mehrere Minuten (2-3) warten, bis ich mich flüssig in der Zone bewegen konnte. In den Ladepausen hätte ich Pasternaks ,Doktor Schiwago' lesen können. Auch so gab es immer wieder Bugs, die ich hier nicht weiter beschreiben will. Außer: Noch nie ist mir das Bild auf dem Schirm so oft eingefroren oder das System plötzlich per Reboot neu gestartet worden, wie bei Stalker.

Aber egal. Die Atmosphäre der deprimierenden Trostlosigkeit und immerfort bedrohlichen Verstrahlung, sowie die Faszination, endlich den sagenumwobenen Monolithen zu sehen, bringen einen immer wieder zurück an den Bildschirm. Neben der guten Ingame-Präsentation sind die Zwischensequenzen ebenfalls ein Augenschmaus. Auch die im Spiel herumlaufenden Mutationen sind meist beängstigend real, bzw. wirken die genetischen Veränderungen keinesfalls übertrieben oder zu Horror- und Fantasy-lastig. Die realistische Prägung macht sich auch beim eingeschränkten Inventory und den verschiedenen Waffengattungen bemerkbar. Für mich waren das positive Aspekte, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Stalker tendiert zwar von der Story her Richtung Mystery, ist aber keineswegs ein Fantasy-Shooter, in dem man mit zehn Waffen und hunderten von Items durch die Gegend spurten kann.

Sofern man die nötige Hardware hat, und mal was anderes als einen völlig straighten SF-(Horror-)Shooter spielen möchte, sollte man sich Stalker nicht entgehen lassen.


Armamentarium
Armamentarium
Preis: EUR 7,49

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Double-Drop-Kick in jede Emo-Fresse, 31. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Armamentarium (Audio CD)
Was für ein geiles Brett! Nach all dem Metalcore-Schund der vergangenen Monate geht es endlich wieder aufwärts! Neaera bleiben ihrer Linie treu, weichen keinen Zentimeter ab, setzen sogar noch einen drauf an Härte und Unerbittlichkeit, und knallen uns einen Brecher nach dem anderen vor die Runkel. Bei den tiefen Growls, die erfreulicher Weise häufig zum Einsatz kommen, schält es einem oftmals die Rübe bis zur Wurzel. Dabei ist es eine Wohltat für jeden echten Metaller, dass er nicht nach jeder Strophe einen lauwarmen Clear-Voice-Refrain hören muss, wie ihn wohl George Michael in besagter Parktoilette damals zum Besten gegeben hat. Bei Neaera regieren einmal mehr Power, Spielfreude und Aggression.

Natürlich ist mein ganz persönlicher Favorit von Neaera nach wie vor das rüde Debüt 'The Rising Tide Of Oblivion'. Aber 'Armamentarium' steht dem nur in wenig nach. Der Sound ist wuchtig, die Songs episch, die Texte gewohnt kritisch. Gerade hier lassen sich markante Unterschiede zu z.B. Heaven Shall Burn erkennen: Die Texte sind in ihrer Anprangerung gesellschaftlicher und globaler Mißstände weniger pathetisch und gekünstelt. Und wenngleich die Musik ähnlich wie bei HSB von regelrecht wabernden Gitarrenwänden beherrscht wird, kann Neaera die Ermüdungsgefahr durch die gute und abwechslungsreiche Shouter- bzw. Growl-Leistung des Sängers überzeugend vermeiden.

Eine der besten deutschen Metal-Kapellen mit viel Potenzial. Wer auf diese Art der Musik steht, sollte zugreifen.


Heilig Blut
Heilig Blut
von Gisela Elsner
  Broschiert
Preis: EUR 14,00

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Enthusiasmierend!, 7. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Heilig Blut (Broschiert)
Ein sehr schönes Buch, das uns Gisela Elsner mit 'Heilig Blut' hinterlassen hat. Gleichsam mit monolithischer Gewalt schlägt es einen Krater in den Sumpf der allgegenwärtigen 'literarischen' Belanglosigkeiten, die zu meterhohen Werbetürmen aufgestapelt in den Buch-Discountern auf Laufkundschaft warten, und uns orientierungslos und gelangweilt immer wieder mit den selben Geschichten an den Rand des blitzartigen Tiefschlafs bringen.

Im Falle von Elsners Werk lohnt sich hingegen absolute Aufmerksamkeit. Drei Alt-Nazis nehmen auf ihren jährlichen Jagd-Urlaub in das kleine Kaff Heilig Blut im Bayerischen Wald diesmal auch den Sohn eines ihrer Gefährten mit, der selbst aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein kann. Schon bald stellt sich heraus, welches Konfliktpotenzial die Konstellation zwischen den alten Herren einerseits und dem angeblichen Weichei und Kriegsdienstverweigerer andererseits bereithält.

Äußerst geschickt spielt Gislea Elsner bei der Umsetzung ihrer Geschichte mit Metaphern und Anspielungen, die den Nationalsozialismus, den Katholizismus, und in diesem Zusammenhang auch die Passionsgeschichte im Fokus haben. Es sei jedoch gesagt, dass der Roman - abgesehen von dieser metaphorischen Ebene - auch so äußerst faszinierend ist. Zum einen gefällt die überaus klare und schnörkellose Sprache, die - angemessen zur Beschreibung der winterlichen und verlassenen Gegend - mitunter als karg bezeichnet werden darf. Zum anderen zeichnet Elsner ihre Figuren mit gnadenlos harter Hand. Abgesehen vom generell etwas schwächlichen Sohn regieren Boshaftigkeit, Menschenverachtung und Besserwisserei. Aber auch die in der Gegend um den Ort Heilig Blut lebenden Menschen sind in ihrer Psychologie und Bigotterie so bitterböse beschrieben, dass das Lesen zu einem einzigen Vergnügen wird.

Zum Ende siegt zwar die Gemeinheit, aber auch der Leser gewinnt ein denkwürdiges Lesevergnügen!


Them - Spiel oder stirb
Them - Spiel oder stirb
DVD ~ Michael Cohen

11 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Beim ersten Mal nicht schlecht, 5. August 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Them - Spiel oder stirb (DVD)
Als ich den Film beim Fantasy Filmfest im Juli 2006 das erste Mal sah, war ich recht begeistert. Ein sehr straighter Terrorfilm. Die Anfangssequenz ist nicht ganz unoriginell, das Setting ist durchweg finster, die fast völlige Absenz von Musik steigert noch die Atmosphäre, und vor allem der minimalistische Plot fixiert den Zuschauer auf die Beklemmung der Akteure. Aber selbst wenn eine wahre Begebenheit der Geschichte zu Grunde liegen soll, heißt das natürlich nicht, dass die Umstände genau so stattgefunden haben müssen. Gerade zum Ende hin gibt es einige Szenen und Situationen, die einen völlig anderen Handlungsverlauf um einiges realistischer erscheinen lassen würden. Aber um nicht zu spoilern, sei lediglich noch gesagt.... dass dieser Umstand, zusammen mit einem meines Erachtens recht geringen Wiederanschauungswert nun mal keine Wertung jenseits der drei Sterne zulassen.


Only Inhuman (lim. Edition)
Only Inhuman (lim. Edition)
Wird angeboten von HOZ-Records
Preis: EUR 19,99

24 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Dass ich nicht lache!, 25. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Only Inhuman (lim. Edition) (Audio CD)
Sonic Syndicate ist wieder einmal eine dieser Bands, die gehyped werden ohne Ende, und in die mächtig Geld reingepumpt wird, nur damit sie was reißen und als Hoffnung für eine 'neue' Metal-Mucke verkauft und vermarktet werden können. Aber was bleibt wirklich übrig, wenn man die Propaganda bei Seite läßt und sich der eigentlichen Qualität der Musik widmet?

Reichlich wenig. Die Riffs und das Songwriting? Alles schon bekannt. Die Abwechslung zwischen Härte und Melodik? Völlig abgedroschen. Die Vokalität des Sängers? Fehlanzeige. Statt dessen regieren TOTALE Langeweile, Vorhersagbarkeit und biederes Songwriting, wie wir es vom Metalcore seit langer Zeit gewohnt sind. Zu schade, dass sich neben den Pionieren dieser Musikrichtung nun auch schon die 'neuen Hoffnungen' <hüstel> auf ausgelatschten Pfaden bewegen, nur um möglichst viele CDs verkaufen zu können, seien sie auch noch so schlecht. Was für eine Schande!

Ob nun Bullets for my Valentine, Caliban, As I lay dying, KSE, etcetcetc... sie alle kopieren sich nur noch selber und machen sich zu Epigonen ihrer eigenen Mittelmäßigkeit. Letztendlich sind diese 'Musiker' nichts weiter als mediokre Dramaturgen in einer musikalischen Posse der Durchschnittlichkeit, die Ihresgleichen sucht. Im Namen des Kapitalismus und des kommerzigen Mainstreams mögen sie ihre finanzielle, pseudo-musikalische Zuflucht finden,... für jeden, der Musik als eine Herzensangelegenheit betrachtet, kann es statt dessen nur heißen: Finger weg von dieser Verarschung, die bestenfalls für pubertierende Newbies auf dem Metalsektor geeignet ist.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 5, 2012 8:39 PM MEST


Und Nietzsche weinte: Roman
Und Nietzsche weinte: Roman
von Irvin D. Yalom
  Taschenbuch

25 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Philosophisch verbrämtes Rührstück, 10. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Und Nietzsche weinte: Roman (Taschenbuch)
Zwar weiß Yaloms Buch über weite Strecken durch intelligente Dialoge zu faszinieren, doch versagt es leider nachhaltig an der entscheidenden Stelle. Denn die finale Auflösung der ähnlich gearteten ,Fixierung' unter der sowohl Breuer als auch Nietzsche leiden, wirkt billig und abgedroschen. Gerade die Traumszene gegen Ende des Buches, die dann zu Breuers Besinnung führt, wirkt in ihrer Aussagekraft und angeblichen Bedeutungsschwere völlig überzogen. Zudem ist die Darstellung von Nietzsche an manchen Stellen ebenfalls arg lachhaft und dem Thema des Buches untergeordnet. Als ein solchermaßen gearteter Charakter könnte diese Nietzsche-Figur auch als Sonderling in einer Daily-Soap mit hohem Tränendrüsen-Fallout mitspielen. Natürlich handelt es sich um einen fiktiven Roman, aber wer die Biographie Nietzsches etwas besser kennt, den mag die erzählerische Freiheit, die sich Yalom nimmt, abschrecken.

Als Fazit bleibt festzuhalten: Vor allem das plumpe Ende und die propagierte Kerneinsicht, die uns Yalom schmackhaft machen möchte - eine einfältige Binsenweisheit - ruinieren ein grundsätzlich gut zu lesendes, mitunter unterhaltsames und leidlich spannendes Buch. Letztendlich weint nicht nur Nietzsche sondern auch der Leser. Aus Frust über die Zeitvergeudung.


Das Lächeln der Medusa -: Die Geschichte des modernen Wissens
Das Lächeln der Medusa -: Die Geschichte des modernen Wissens
von Peter Watson
  Taschenbuch
Preis: EUR 20,00

12 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der Schrecken der Medusa, 27. April 2007
Dieser Wissens-,Schinken' passt gut in unsere Zeit. Vollgestopft mit Faktenwissen, Namen, Zahlen und Zusammenfassungen entspricht ,Das Lächeln der Medusa' den ephemeren Ansprüchen der Infotainment-Generation. Analog dazu ist die Lesbarkeit für die teils komplizierte Materie relativ hoch. Aber was bleibt? - Fast nichts. Die Informationsfülle ist zu gewaltig. Und das, obwohl die großen Themen sowieso nur sehr verkürzt und vereinfacht dargestellt werden. So erhält man Pseudo-Einblicke, die eigentlich gar keine sind, und die man glücklicher Weise nach wenigen Seiten des Weiterlesens gleich wieder vergessen hat.

Das Buch macht für mich nur wenig Sinn. Wenn ich mich informieren will, dann lese ich in solchen Fällen in einem guten Lexikon oder in fachspezifischer Literatur nach. Für Leute, die einen groben Überblick gewinnen wollen, mag ,Das Lächeln der Medusa' ein willkommener Einstieg sein. Allen denjenigen, die bereits halbwegs wissen, dass das 20. Jahrhundert neben den großen Kriegen auch reich an geistes- und naturwissenschaftlichen Entwicklungen war, sei abgeraten. Die Lesezeit läßt sich besser investieren.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 29, 2012 5:55 PM MEST


Tod und Teufel
Tod und Teufel
von Frank Schätzing
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

15 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schwaches Buch, durchschaubarer Krimi... trauriges Mittelalter!, 19. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Tod und Teufel (Taschenbuch)
Schätzings Schwächen als Autor, die ja bereits den ,Schwarm' zu einem eher zweifelhaften Lesevergnügen gemacht haben, bestätigen sich in seinem Frühwerk leider um so mehr. Die Figuren bleiben plattes Beiwerk (von Charakteren darf man hier nicht sprechen), die Geschichte ist schon zu Beginn des Buches durchschaubar und bar jeder Überraschungen, und die historischen Fakten wirken oftmals lieblos eingestreut. Verheerend limitiert sind jedoch vor allem Schätzings erzähltechnische Möglichkeiten. So trivialisiert beispielsweise die inflationär eingesetzte direkte Rede die Darstellung und Weiterentwicklung der Handlung. Zwar bietet sich die direkte Rede zum erzähltechnischen, v.a. lebendigen Austausch von Informationen durchaus an, wenn diese Dialogform jedoch in seitenlanger Abfolge von Rede und Gegenrede nur alibimäßig dazu genutzt wird, um die spärliche Handlung fortzuführen, so ist das eher ein stilistisches Armutszeugnis, das das Lesevergnügen empfindlich schmälert. Warum Schätzing die direkte Rede derart massiv einsetzt, wird schnell klar, wenn man sich Szenen ansieht, in denen er ohne dieses Stilelement Spannung zu erzeugen versucht. Dies ,gelingt' ihm lediglich auf erschreckend unbeholfene Weise, indem er immer wieder zum althergebrachten Mittel der Satzverkürzung bzw. zum elliptischen Satzbau greift, um eine Beschleunigung des Erzähltempos zu erreichen. Auf den Leser wirken solche Bemühungen wie mißlungene Fingerübungen im Nachtgeschichten-Erzählkurs für werdende Eltern. Sanft entschlummert man auf der Polstergarnitur zwischen den Angorakissen.

Dieses Buch taugt als Lesefutter lediglich für diejenigen, die ein Buch bereits aufgrund der Kürze der einzelnen Sätze gut finden. Hier punktet Schätzing. Alle anderen wenden sich mit Grausen ab und erfreuen sich lieber an guten Mittelalter-Büchern, wie ,Das Haupt des Täufers' oder ,Die Kinder der Finsternis'. Auch wenn es sich nicht um durchschaubare Krimis handelt, begeistern diese Werke mit Stil, Spannung und Atmosphäre.


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